Rechtsprechung
| BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Zweigliedrigkeit einer Entscheidung über die Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners - Gesetzliche Voraussetzungen der Haftung des Geschäftsführers einer GmbH für deren steuerliche Verbindlichkeiten
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (10)
- BFH, 13.04.1978 - V R 109/75
Haftungsbescheid - Zweigliedrige Entscheidung - Umfang der gerichtlichen …
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) handele es sich beim Erlaß von Haftungsbescheiden um eine zweigliedrige Entscheidung (Urteil vom 13. April 1978 V R 109/75, BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508).Das FG ist zutreffend davon ausgegangen, daß die Entscheidung über die Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners zweigliedrig ist (BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508).
Die Verwaltung braucht dann die die Ermessensentscheidung bestimmenden Erwägungen nicht ausdrücklich in den Bescheid oder die Einspruchsentscheidung aufzunehmen (BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508).
- BFH, 07.07.1983 - VII R 43/80
Verteilung der Beweislast - Feststellungslast
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Soweit der Sachverhalt nicht mehr aufklärbar sein sollte, sind die Grundsätze über die Verteilung der Beweislast (Feststellungslast) im Steuerprozeß zu beachten (vgl. hierzu Urteil des erkennenden Senats vom 7. Juli 1983 VII R 43/80, BFHE 138, 527, BStBl II 1983, 760, m.w.N.). - BFH, 03.02.1981 - VII R 86/78
Ermessensentscheidung - Verwaltung
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Ermessensentscheidungen der Verwaltung sind zu begründen; anderenfalls sind sie im Regelfall fehlerhaft (vgl. Urteil des erkennenden Senats vom 3. Februar 1981 VII R 86/78, BFHE 133, 1, BStBl II 1981, 493).
- BFH, 05.11.1982 - VI R 219/80
Lohnsteuer - Unternehmenssteuer - Berechnung des Pauschsteuersatzes - …
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Die pauschale Lohnsteuer i. S. des § 40 Abs. 1 EStG 1975 ist, anders als die individuelle Lohnsteuer, keine Einkommensteuer, sondern eine Unternehmenssteuer eigener Art. Sie wird vom Arbeitgeber geschuldet (§ 40 Abs. 3 Satz 2 EStG 1975) und ist durch Steuerbescheid gegen diesen festzusetzen (BFH-Urteile vom 5. November 1982 VI R 219/80, BFHE 137, 46, BStBl II 1983, 91; vom 28. Januar 1983 VI R 35/78, BFHE 138, 188, BStBl II 1983, 472, und Beschluß vom 29. April 1983 VI S 10/82, BFHE 138, 379, BStBl II 1983, 517). - BFH, 28.01.1983 - VI R 35/78
Festsetzung der Lohnsteuer - Steuerfestsetzung - Lohnsteuerhaftungsbetrag
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Die pauschale Lohnsteuer i. S. des § 40 Abs. 1 EStG 1975 ist, anders als die individuelle Lohnsteuer, keine Einkommensteuer, sondern eine Unternehmenssteuer eigener Art. Sie wird vom Arbeitgeber geschuldet (§ 40 Abs. 3 Satz 2 EStG 1975) und ist durch Steuerbescheid gegen diesen festzusetzen (BFH-Urteile vom 5. November 1982 VI R 219/80, BFHE 137, 46, BStBl II 1983, 91; vom 28. Januar 1983 VI R 35/78, BFHE 138, 188, BStBl II 1983, 472, und Beschluß vom 29. April 1983 VI S 10/82, BFHE 138, 379, BStBl II 1983, 517). - BFH, 18.05.1972 - IV R 168/68
Die Vorschriften des § 38 Abs. 3 EStG sind auch bei einer Veranlagung des …
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Da aber aus der Sicht des Arbeitnehmers der Arbeitgeber den Bruttoarbeitslohn mit der Auszahlung des Nettolohns vorschriftsmäßig gekürzt hat, käme, wenn im Streitfall eine Nettolohnvereinbarung festgestellt werden sollte, eine Inanspruchnahme des Arbeitnehmers K nur in Betracht, wenn dieser positive Kenntnis davon gehabt hätte, daß die Arbeitgeberin die Lohnsteuer nicht abgeführt bzw. nicht angemeldet hat (vgl. § 38 Abs. 4 Satz 3 Nr. 2 EStG i.d.F. bis 1974, § 42d Abs. 3 Satz 4 Nr. 2 EStG 1975; BFH-Urteil vom 18. Mai 1972 IV R 168/68, BFHE 106, 192, BStBl II 1972, 816; Beschluß vom 12. Dezember 1975 VI B 124/75, BFHE 117, 553, BStBl II 1976, 543). - BFH, 15.11.1974 - VI R 167/73
Nachforderung - Schätzung - Gering beschäftigter Arbeitnehmer - Vorlage der …
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Für das Verhältnis der Inanspruchnahme des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers hat der für die Lohnsteuer zuständige VI. Senat des BFH in ständiger Rechtsprechung entschieden, daß das FA die Wahl, an welchen Gesamtschuldner es sich halten will (§ 7 Abs. 3 StAnpG), nach pflichtgemäßem Ermessen unter Beachtung der durch Recht und Billigkeit gezogenen Grenzen zu treffen hat (Urteile vom 5. April 1974 VI R 110/71, BFHE 112, 463, BStBl II 1974, 664, und vom 5. November 1974 VI R 167/73, BFHE 114, 342, BStBl II 1975, 297, m.w.N.). - BFH, 29.04.1983 - VI S 10/82
Inanspruchnahme des Arbeitgebers im Haftungswege - Nachforderung der Lohnsteuer - …
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Die pauschale Lohnsteuer i. S. des § 40 Abs. 1 EStG 1975 ist, anders als die individuelle Lohnsteuer, keine Einkommensteuer, sondern eine Unternehmenssteuer eigener Art. Sie wird vom Arbeitgeber geschuldet (§ 40 Abs. 3 Satz 2 EStG 1975) und ist durch Steuerbescheid gegen diesen festzusetzen (BFH-Urteile vom 5. November 1982 VI R 219/80, BFHE 137, 46, BStBl II 1983, 91; vom 28. Januar 1983 VI R 35/78, BFHE 138, 188, BStBl II 1983, 472, und Beschluß vom 29. April 1983 VI S 10/82, BFHE 138, 379, BStBl II 1983, 517). - BFH, 05.04.1974 - VI R 110/71
Arbeitnehmeranteil - Gesetzliche Sozialversicherung - Entrichtung durch …
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Für das Verhältnis der Inanspruchnahme des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers hat der für die Lohnsteuer zuständige VI. Senat des BFH in ständiger Rechtsprechung entschieden, daß das FA die Wahl, an welchen Gesamtschuldner es sich halten will (§ 7 Abs. 3 StAnpG), nach pflichtgemäßem Ermessen unter Beachtung der durch Recht und Billigkeit gezogenen Grenzen zu treffen hat (Urteile vom 5. April 1974 VI R 110/71, BFHE 112, 463, BStBl II 1974, 664, und vom 5. November 1974 VI R 167/73, BFHE 114, 342, BStBl II 1975, 297, m.w.N.). - BFH, 12.12.1975 - VI B 124/75
Berücksichtigung von Nettolohnvereinbarungen - Einkommensteuerveranlagung von …
Auszug aus BFH, 29.01.1985 - VII R 67/81
Da aber aus der Sicht des Arbeitnehmers der Arbeitgeber den Bruttoarbeitslohn mit der Auszahlung des Nettolohns vorschriftsmäßig gekürzt hat, käme, wenn im Streitfall eine Nettolohnvereinbarung festgestellt werden sollte, eine Inanspruchnahme des Arbeitnehmers K nur in Betracht, wenn dieser positive Kenntnis davon gehabt hätte, daß die Arbeitgeberin die Lohnsteuer nicht abgeführt bzw. nicht angemeldet hat (vgl. § 38 Abs. 4 Satz 3 Nr. 2 EStG i.d.F. bis 1974, § 42d Abs. 3 Satz 4 Nr. 2 EStG 1975; BFH-Urteil vom 18. Mai 1972 IV R 168/68, BFHE 106, 192, BStBl II 1972, 816; Beschluß vom 12. Dezember 1975 VI B 124/75, BFHE 117, 553, BStBl II 1976, 543).
- FG Münster, 19.12.2022 - 4 K 1158/20
Haftungsinanspruchnahme eines Geschäftsführers wegen Umsatzsteuerrückständen der …
Insoweit sind gemäß § 76 FGO Feststellungen zu der Frage zu treffen, ob Anlass zur Begründung eines Auswahlermessens durch den Beklagten bestanden hätte bzw. den Ermessensrahmen festzustellen (…BFH-Urteile vom 29.05.1990 VII R 81/89, BFH/NV 1991, 283;… vom 16.07.1992 VII R 60/91, BFH/NV 1993, 153; vom 29.01.1985 VII R 67/81, BFH/NV 1986, 256).Dies gilt selbst dann, wenn der in Anspruch Genommene seinen Mitwirkungspflichten zur Aufklärung des Sachverhalts nicht nachgekommen ist (BFH-Urteile vom 20.09.2016 X R 36/15, BFH/NV 2017, 593, vom 29.01.1985 VII R 67/81, BFH/NV 1986, 256;… BFH-Beschlüsse vom 05.03.1985 VII B 45/84, BFH/NV 1987, 461, VII B 78/84, BFH/NV 1987, 462, VII B 52/84, BFH/NV 1987, 459; BFH-Urteil vom 13.04.1978 V R 109/75, BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508;… ebenso: Lange in Hübschmann/Hepp/Spitaler: AO/FGO, § 102 FGO, Rn. 88;… wohl auch: BFH-Urteile vom 22.05.2001 VII R 79/00, BFH/NV 2001, 1369;… vom 12.12.1996 VII R 53/96, BFH/NV 1997, 386; Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 05.02.2004 11 K 47/03, juris.de).
- FG Köln, 29.01.2014 - 7 K 2316/13
Schlichte Änderung von Steuerbescheiden als Ermessensentscheidung
Das bedeutet, dass für die gerichtliche Überprüfung zwar die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der letzten Verwaltungsentscheidung - hier: der Einspruchsentscheidung vom 28.6.2013 - maßgeblich ist und spätere Änderungen nicht berücksichtigt werden dürfen; neuen Erkenntnisse, Tatsachen- oder Rechtsvortrag oder Beweismittel, die erst danach auffallen, jedoch Aufschluss über die seinerzeit bestehende Sach- und Rechtslage geben, ist hingegen im Hinblick auf § 76 Abs. 1 S. 1 FGO sehr wohl Rechnung zu tragen (vgl. BFH-Urteile v. 29.1.1985 VII R 67/81, BFH/NV 1986, 256; v. 13.4.1978 V R 109/75, BStBl II 1978, 508). - BFH, 03.05.1990 - VII R 108/88
Pflichtverletzung und Verschulden des Haftungsschuldners nach § 69 Satz 1 AO …
Denn die Haftung der Vertreter greift unabhängig davon ein, ob der Vertretene - wie nach § 40 Abs. 3 EStG - die Lohnsteuer selbst schuldet oder ob er - wie bei der individuellen Lohnsteuer nach § 42d EStG - für diese nur haftet (vgl. Urteil des Senats vom 29. Januar 1985 VII R 67/81, BFH/NV 1986, 256, 259). - BFH, 27.05.1987 - X R 41/81
Unbilligkeit der Einziehung einer Steuer - Die gesetzlichen Grenzen des Ermessens
Dabei wird zu prüfen sein, ob die Finanzbehörden ihrer Entscheidung einen einwandfrei und erschöpfend ermittelten Sachverhalt zugrunde gelegt haben (BFH-Urteile vom 15. Juni 1983 I R 76/82, BFHE 139, 146, BStBl II 1983, 672; in BFHE 143, 512, BStBl II 1985, 489, 490, und vom 29. Januar 1985 VII R 67/81, BFH/NV 1986, 256, 258).
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