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| OLG Köln, 26.01.2011 - I-5 U 81/10 |
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BGB § 195; BGB § 199; AMG § 84a
Beginn der Verjährung des Auskunftsanspruchs nach § 84a AMG; Anforderungen an die Begründung des Auskunftsanspruchs - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Beginn der Verjährung des Auskunftsanspruchs nach § 84a AMG; Anforderungen an die Begründung des Auskunftsanspruchs
Verfahrensgang
- LG Bonn, 10.05.2010 - 9 O 355/09
- OLG Köln, 26.01.2011 - I-5 U 81/10
Papierfundstellen
- NJW-RR 2011, 1319
- VersR 2011, 1397
Wird zitiert von ... (9) Zitiert selbst (6)
- KG, 08.06.2009 - 10 U 262/06
Arzneimittelhaftung: Darlegung der Voraussetzungen des Auskunftsanspruchs
Auszug aus OLG Köln, 26.01.2011 - 5 U 81/10
Denn neben einem - hier durchaus noch gegebenen - plausiblen zeitlichen Zusammenhang ist maßgebliches Indiz im Rahmen des Auskunftsanspruchs das Vorliegen von Parallelerkrankungen anderer Verbraucher (vgl. KG GesR 2010, 207 ff. m.w.N.).Rn. 40 bb) Aus den vom Kammergericht in seiner Entscheidung vom 08.06.2009 - 10 U 262/06 - genannten Gründen (…a.a.O., II. 3. b. aa. a.E.), auf die Bezug genommen wird, ist auch nach Ansicht dieses Senats für den Auskunftsanspruch unerheblich, ob der Kläger das Mittel "bestimmungsgemäß" angewendet hat.
Abgesehen von dem vom Kläger angeführten Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 13.09.2006, wonach ein weiteres potentielles Risiko von COX-2-Inhibitoren Herzrhythmusstörungen sind, die unter S fest drei Mal häufiger auftraten (RR 2, 90), ergibt sich aus der genannten Entscheidung des Kammergerichts vom 08.06.2009 (a.a.O.), dass nach der vom Kammergericht eingeholten Auskunft des BfArM vom 14.01.2009 als unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit dem Arzneimittelwirkstoff S in 284 Fällen Vorhofflimmern, in 136 Fällen Arrhythmie, in zwei Fällen Herzflimmern und Herzflattern, in 36 Fällen Tachyarrhythmie, in 59 Fällen Tachykardie sowie in 26 Fällen Kammerflimmern festzustellen waren.
- BGH, 16.03.2010 - VI ZR 64/09
Arzneimittelhaftung: Beweis des Ursachenzusammenhangs zwischen der …
Auszug aus OLG Köln, 26.01.2011 - 5 U 81/10
Weil § 84 AMG eine Gefährdungshaftung des pharmazeutischen Unternehmers anordnet, ist dabei nach allgemeinen Grundsätzen auf den Zeitpunkt des Eintritts der Rechtsgutsverletzung abzustellen, da diese erst die Haftung auslöst (vgl. BGH VersR 2010, 627 ff.). - BGH, 10.11.2009 - VI ZR 247/08
Verjährung von Schadensersatzsansprüchen wegen eines ärztlichen …
Auszug aus OLG Köln, 26.01.2011 - 5 U 81/10
Dabei bezieht sich die grob fahrlässige Unkenntnis ebenso wie die Kenntnis auf Tatsachen, auf alle Merkmale der Anspruchsgrundlage und bei der Verschuldenshaftung auf das Vertretenmüssen des Schuldners, wobei es auf eine zutreffende rechtliche Würdigung nicht ankommt (vgl. BGH VersR 2010, 214 ff.).
- BGH, 01.07.2008 - VI ZR 287/07
Anforderungen an die Darlegung der Anspruchsgründe bei Arzneimittelhaftung
Auszug aus OLG Köln, 26.01.2011 - 5 U 81/10
Das gilt sowohl für den Anspruch aus § 84 AMG selbst (vgl. BGH VersR 2008, 1264 f.) als auch für den den Schadensersatzanspruch vorbereitenden Auskunftsanspruch gemäß § 84 a Abs. 1 AMG (…KG, a.a.O.), denn die Anforderungen an den Auskunftsanspruch können nicht strenger sein als an den Schadensersatzanspruch. - BGH, 19.03.1991 - VI ZR 248/90
Verjährung - Beginn der Frist - Beginn der Verjährung - Kenntnis der …
Auszug aus OLG Köln, 26.01.2011 - 5 U 81/10
Rn. 29 c) Für den Auskunftsanspruch gemäß § 84 a AMG bedeutet dies, dass der Kläger Tatsachen kennen musste (oder ihm grob fahrlässig unbekannt geblieben sind), die i.S.v. § 84 a AMG die Annahme begründen, dass das angewendete Arzneimittel einen Schaden verursacht hat (vgl. auch BGH NJW 1991, 2351 f.). - OLG Köln, 22.04.2010 - 5 U 135/09
Auslegung einer Klage hinsichtlich der beklagten Personen; Verjährung von …
Auszug aus OLG Köln, 26.01.2011 - 5 U 81/10
Rn. 31 Demgegenüber bleibt der Hinweis der Beklagten auf die Entscheidung des Senats vom 22.04.2010 - 5 U 135/09 -, bei dem es um die Frage der Verjährung eines Arzthaftungsanspruches ging, ohne Erfolg.
- BGH, 09.03.2026 - VI ZR 335/24
Mögliche Ansprüche einer gegen das Corona-Virus geimpften Person wegen …
Rn. 20 a) In Rechtsprechung und Literatur wird zumeist bereits die Darlegung der ernsthaften Möglichkeit der Schadensverursachung als ausreichend angesehen (…vgl. KG, GesR 2010, 207, 208, juris Rn. 24;… OLG Brandenburg, MedR 2010, 789, 790, juris Rn. 22; OLG Köln, VersR 2011, 1397, 1399, juris Rn. 29;… LG Köln, PharmR 2009, 567, 568, juris Rn. 21; Koyuncu in Kullmann/Pfister/Stöhr/Spindler, Produzentenhaftung, August 2023, G. Auskunftsanspruch gem. § 84a AMG, S. 3;… Plaßmann in Prütting, Medizinrecht, 7. Aufl., § 84a AMG Rn. 7; Krüger, PharmR 2007, 232, 234; Hieke, PharmR 2005, 35, 36; Hart, MedR 2009, 253, 255 f.;… siehe auch Senatsurteil vom 12. Mai 2015 - VI ZR 328/11, BGHZ 205, 270 Rn. 18). - BGH, 26.03.2013 - VI ZR 109/12
Arzneimittelhaftung: Schadensersatzprozess wegen der behaupteten Verursachung …
Dem Richter wird vielmehr eine Plausibilitätsprüfung aufgetragen, ob die vorgetragenen Tatsachen den Schluss auf eine Ursache/Wirkung-Beziehung zwischen dem vom auf Auskunft in Anspruch genommenen Unternehmer hergestellten Arzneimittel und dem individuellen Schaden des auskunftsersuchenden Anwenders ergeben (…vgl. BT-Drucks. 14/7752, S. 20; siehe auch KG, GesR 2010, 207, 208; OLG Brandenburg, MedR 2010, 789, 790; OLG Köln, VersR 2011, 1397, 1399; LG Köln, PharmR 2009, 567, 568). - BGH, 12.05.2015 - VI ZR 328/11
Auskunftsverfahren zur Vorbereitung von Ersatzansprüchen aus Arzneimittelhaftung: …
Das Erfordernis, dass die (Mit-)Verursachung des Schadens durch das Arzneimittel plausibel sein muss, stellt geringere Anforderungen an das Maß der Überzeugung des Tatrichters als der Vollbeweis (vgl. OLG Köln, NJW-RR 2011, 1319, 1321; Hieke, PharmR 2005, 35, 36; Hieke, Die Informationsrechte geschädigter Arzneimittelverbraucher, S. 336 f.;… Moelle in Dieners/Reese, aaO Rn. 64;… Brock/Stoll in Kügel/Müller/Hofmann, aaO Rn. 14;… Handorn in Fuhrmann/Klein/Fleischfresser, aaO Rn. 140, 143; Kloesel/Cyran, AMG, § 84a Anm. 2 [Stand: 92. Ergänzungslieferung 2004]).
- BGH, 12.05.2015 - VI ZR 63/14
Arzneimittelhaftung eines Anbieters eines Generikums mit dem Wirkstoff …
Das Beweismaß der Plausibilität stellt dabei geringere Anforderungen an das Maß der Überzeugung des Tatrichters als der Vollbeweis (vgl. OLG Köln, NJW-RR 2011, 1319, 1321; Hieke, PharmR 2005, 35, 36; Hieke, Die Informationsrechte geschädigter Arzneimittelverbraucher, S. 336 f.;… Moelle in Dieners/Reese, aaO Rn. 64;… Brock/Stoll in Kügel/Müller/Hofmann, aaO Rn. 14;… Handorn in Fuhrmann/Klein/Fleischfresser, aaO Rn. 140, 143; Kloesel/Cyran, AMG, § 84a Anm. 2 [Stand: 92. Ergänzungslieferung 2004]).Dass der enge zeitliche Zusammenhang zwischen der Medikamenteneinnahme und dem Auftreten gesundheitlicher Beeinträchtigungen einen bedeutsamen Umstand im Rahmen der Plausibilitätsprüfung darstellt, ist allgemein anerkannt (vgl. OLG Köln, NJW-RR 2011, 1319, 1322; KG, GesR 2010, 207, 209; LG Köln, PharmR 2009, 567, 568;… Moelle in Dieners/Reese, Handbuch des Pharmarechts, § 13 Rn. 66;… Hart in HK-AKM, Arzneimittelhaftung, Nr. 243 Rn. 71 [Stand: Februar 2011];… Handorn in Fuhrmann/Klein/Fleischfresser, Arzneimittelrecht, 2. Aufl., § 27 Rn. 145;… Brock/Stoll in Kügel/Müller/Hofmann, AMG, § 84a Rn. 12;… Koyuncu in Kullmann/Pfister/Stöhr/Spindler, Produzentenhaftung, 3812, S. 21 [Stand: März 2013]; Hieke, PharmR 2005, 35 f.; Krüger, PharmR 2007, 232, 235; Hieke, Die Informationsrechte geschädigter Arzneimittelverbraucher, S. 335).
- OLG Frankfurt, 29.05.2026 - 3 U 140/25
Keine Auskunfts- und Schadensersatzansprüche wegen angeblich auf Impfung mit …
Relevant ist in dem Rahmen das gehäufte Auftreten von Parallelerkrankungen anderer Verbraucher im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung des Impfstoffs Spikevax, was durch die Bezugnahme auf bereits veröffentlichte Studien, Berichte oder Gutachten bzw. auf die solche Nebenwirkungen ausweisende Produktinformation belegt werden kann (vgl. OLG Köln, Urteil vom 26.01.2011, Az. 5 U 81/10, NJW-RR 2011, 1319 ff.). - LG Zwickau, 07.10.2015 - 1 O 822/14
Akutes Leberversagen infolge Katadolon S long - Haftung des Pharmakonzerns wegen …
Dies ist prozessual ausreichend (vgl. hierzu: OLG Köln, Urteil vom 26.01.2011, 5 U 81/10, Rz. 31, zitiert nach Juris). - OLG München, 04.11.2025 - 24 U 573/25
Berufungsbegründung, Darlegungslast, Kausalitätsprüfung, Auskunftsanspruch, …
Diese Tatsachen müssen sodann in einem zweiten Schritt die Ursächlichkeit des Arzneimittels für den Schaden des Anwenders plausibel erscheinen lassen Das Erfordernis, dass die (Mit-)Verursachung des Schadens durch das Arzneimittel plausibel sein muss, stellt geringere Anforderungen an das Maß der Überzeugung des Tatrichters als der Vollbeweis (vgl. OLG Köln, NJW-RR 2011, 1319 [1321]; Hieke, PharmR 2005, 35 [36]; ders, 336 f.;… Moelle in Dieners/Reese, § 13 Rn. 64;… Brock/Stoll in Kugel/Muller/Hofmann, § 84 a Rn. 14;… Handorn in Fuhrmann/Klein/Fleischfresser, § 27 Rn. 140, 143; Kloesel/Cyran, AMG, 92. EL 2004, § 84 a Anm. 2). - KG, 23.04.2026 - 20 U 13/25
Erfolglose Berufung derKlägerin wegen rechtmäßiger Ablehnung eines …
Dem Richter wird - wie oben ausgeführt - eine Plausibilitätsprüfung aufgetragen, ob die vorgetragenen Tatsachen den Schluss auf eine Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen dem vom auf Auskunft in Anspruch genommenen Unternehmer hergestellten Arzneimittel und dem individuellen Schaden des auskunftsersuchenden Anwenders ergeben (…BGH, Urteil v. 26.03.2013 - VI ZR 109/12 - juris Rn. 36;… BT-Drucks. 14/7752, S. 20; vgl. auch KG Berlin, Teilurteil v. 08.06.2009 - 10 U 262/06 - juris; Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil v. 11.11.2009 - 13 U 73/07 - juris; OLG Köln, Urteil v. 26.01.2011 - I-5 U 81/10 - juris). - OLG Dresden, 16.12.2025 - 4 U 423/25 Maßgebliches Indiz im Rahmen des Auskunftsanspruchs ist das Vorliegen von Parallelerkrankungen anderer Verbraucher, was insbesondere durch die Bezugnahme auf bereits veröffentlichte Studien oder Gutachten belegt werden kann (vgl. OLG Köln, Urteil vom 26.01.2011 - 5 U 81/10 - juris).
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