Rechtsprechung
| BGH, 12.01.1972 - I ZR 84/70 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Veröffentlichung von Verstößen gegen Preisbindungsverpflichtungen - Verbot der Vornahme von Testkäufen - Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit einer Werbung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- MDR 1972, 302
- GRUR 1972, 555
- DB 1972, 379
- WRP 1972, 137
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (5)
- BGH, 14.04.1965 - Ib ZR 72/63
Warnschild
Auszug aus BGH, 12.01.1972 - I ZR 84/70
Das Berufungsgericht führt dazu unter näherer Darlegung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 43, 359, 366 [BGH 14.04.1965 - Ib ZR 72/63] - Warnschild; GRUR 1966, 564, 565 - Hausverbot) aus, daß solche Kontroll- und Testkäufe grundsätzlich nicht rechts- oder sittenwidrig seien, auch nicht wenn sie der Sicherung einer Preisbindung dienten. - BGH, 18.05.1966 - Ib ZR 60/64
Hausverbot
Auszug aus BGH, 12.01.1972 - I ZR 84/70
Das Berufungsgericht führt dazu unter näherer Darlegung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 43, 359, 366 [BGH 14.04.1965 - Ib ZR 72/63] - Warnschild; GRUR 1966, 564, 565 - Hausverbot) aus, daß solche Kontroll- und Testkäufe grundsätzlich nicht rechts- oder sittenwidrig seien, auch nicht wenn sie der Sicherung einer Preisbindung dienten. - BGH, 04.12.1956 - I ZR 106/55
Klasen-Möbel
Auszug aus BGH, 12.01.1972 - I ZR 84/70
Bei dieser Sachlage kann dahingestellt bleiben, ob das von der Klägerin praktizierte Kaufscheinsystem auch gegen §§ 1, 3 UWG verstößt, sei es aus ähnlichen Gründen, wie sie im Warnschild-Urteil (…aaO) für die Beurteilung entsprechender Hausverbote maßgebend waren, sei es im Hinblick auf eine etwaige Fortwirkung der früher auf den Kaufausweisen geführten Bezeichnung als Großhandel (vgl. BGH GRUR 1957, 348/349 - Clasen-Möbel) oder aus weiteren, in diesem Rechtsstreit erörterten Gründen. - BGH, 29.10.1971 - I ZR 19/71
Kaufscheine
Auszug aus BGH, 12.01.1972 - I ZR 84/70
Im übrigen geht der Zweck des § 6 b UWG dahin, wie der Senat in seinem zur Veröffentlichung bestimmten Urteil vom 29. Oktober 1971 - I ZR 19/71 - Kunden-Einkaufsdienst - in Anlehnung an die Gesetzesmaterialien dargelegt hat, die mit dem Kaufscheinhandel typischerweise verbundene, im Einzelfalle aber nur schwer nachweisbare Irreführung der Verbraucher über ihre angebliche Vorzugsstellung, die zum Einkauf bei Großhändlern bei einer angeblich besonders günstigen Preisgestaltung berechtige, zu unterbinden. - BGH, 30.04.1968 - I ZR 20/66
Verstoß gegen die Zugabeverordnung (ZugVO) durch die Ausgabe von Kaufkarten vom …
Auszug aus BGH, 12.01.1972 - I ZR 84/70
Wie der Senat bereits in dem Urteil P. Markt II (GRUR 1968, 600) ausgeführt hat, wird der Verbraucher im allgemeinen mit Kaufausweisen die Erwartung verbinden, er gehöre zu dem Kreis von Bevorrechtigten, dem eine günstige Einkaufsquelle eröffnet werde, und der Umstand, daß die Einkaufsquelle auf der Karte nicht als Großhandel bezeichnet werde, schließe nicht aus, daß gleichwohl der Anschein eines besonders günstigen Angebots hervorgerufen wird, zumal wenn der Verkäufer mit der Preiswürdigkeit seines Angebots werbe.
- BGH, 30.11.1989 - I ZR 55/87
Metro III
§ 6 b UWG ist nach seinem Sinn und Zweck auch dann anwendbar, wenn der Kaufschein nicht von einem sogenannten Kaufscheinhändler, sondern vom Verkäufer selbst ausgegeben wird (BGH, Urt. v. 12.01.1972 - I ZR 84/70, GRUB 1972, 555, 557 - Kaufausweis I;… Urt. v. 11.10.1974 - I ZR 72/73, GRUR 1975, 375 - Kaufausweis II;… Urt. v. 29.04.1982 - I ZR 70/80, GRUR 1982, 613, 614 - Buchgemeinschafts-Mitgliedsausweis). - OLG Dresden, 05.11.2002 - 14 U 1639/02
Preisnachlass; Kaufschein
Dabei spielt es keine Rolle, ob die Ausgabe solcher Kaufscheine durch einen Dritten oder - wie hier - durch den Verkäufer selbst erfolgt (BGH, GRUR 1972, 555, 557 - Kaufausweis I).Typischerweise mit dem Kaufscheinhandel verbunden ist die Irreführung über eine zum Einkauf bei Hersteller oder Großhändler berechtigende Vorzugsstellung (BGH, GRUR 1985, 292, 293 - Codekarte; BGH, GRUR 1972, 555, 557 - Kaufausweis I; BGH, GRUR 1975, 382 - Kaufausweis III).
- BGH, 15.01.1987 - I ZR 112/84
Einrichtungs-Paß; Ausgabe von Kaufscheinen an Letztverbraucher zum Einkauf beim …
Das Gesetz will damit einer Verkaufspraxis entgegenwirken, bei der der sogenannte Kaufscheinhändler (Einzelhändler) einen Kaufschein an den letzten Verbraucher ausgibt, der besagt, daß dieser berechtigt ist, bei sogenannten Vertragslieferanten einzukaufen, wobei direkt oder indirekt in Aussicht gestellt wird, daß dort zu angeblich billigeren, gegebenenfalls zu Fabrik- oder Großhandelspreisen, eingekauft werden kann (BGHZ 57, 216 (218) = NJW 1972, 105 = LM § 6b UWG Nr. 1 - Kunden-Einkaufsdienst; BGH, LM § 1 UWG Nr. 239 = GRUR 1972, 555 (557) = WRP 1972, 137 (140) - Kaufausweis I; BGHZ 74, 215 (218, 219) = NJW 1979, 1889 = LM § 6b UWG Nr. 8 - Kaufscheinwerbung; BGH, NJW 1985, 916 = LM § 9b UWG Nr. 11 = GRUR 1985, 292 (293) = WRP 1985, 70 (71) - Code-Karte).In solchen Fällen tritt die sonst mit der Ausgabe von Kaufscheinen verbundene Gefahr einer Irreführung des Verkehrs über die Verschaffung einer preislichen Vorzugsstellung durch Vermittlung einer Einkaufsgelegenheit beim Großhändler zurück (…s. den schriftlichen Bericht des Rechtsausschusses des BT, BT-Dr V/4035, S. 4, 5 = GRUR 1969, 338 (340) = WRP 1969, 292 (294, 295); Protokoll des Rechtsausschusses des BT, 5. Wahlperiode, 108. Sitzung, S. 6, 7; Protokoll des Wirtschaftsausschusses des BT, 5. Wahlperiode, 94. Sitzung, S. 20; Protokoll des Rechtsausschusses des BR, 344. Sitzung vom 13./14.5.1969, S. 30; vgl. auch BGH, LM § 1 UWG Nr. 239 = GRUR 1972, 555 (557) = WRP 1972, 137 (140) - Kaufausweis I; BGH, NJW 1975, 877 = LM § 6b UWG Nr. 4 = GRUR 1975, 382 = WRP 1975, 299 (300) - Kaufausweis III; Baumbach-Hefermehl, WettbewerbsR, 14. Aufl., § 6b Rdnr. 8).
- BGH, 30.11.1989 - I ZR 184/88
Befugnis der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels zur Verfolgung von …
§ 6 b UWG ist nach seinem Sinn und Zweck auch dann anwendbar, wenn der Kaufschein nicht von einem sogenannten Kaufscheinhändler, sondern vom Verkäufer selbst ausgegeben wird (BGH, Urt. v. 12.1.1972 - I ZR 84/70, GRUR 1972, 555, 557 - Kaufausweis I;… Urt. v. 11.10.1974 - I ZR 72/73, GRUR 1975, 375 - Kaufausweis II;… Urt. v. 29.4.1982 - I ZR 70/80, GRUR 1982, 613, 614 - Buchgemeinschafts-Mitgliedsausweis). - BGH, 11.10.1984 - I ZR 137/82
Zulässigkeit der Ausgabe von codierten Karten zur Entnahme von Benzin mit …
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 57, 216, 218 - Kunden-Einkaufsdienst; BGH Urt. v. 12.1.1972 - I ZR 84/70, GRUR 1972, 555, 557 = WRP 1972, 137 - Kaufausweis I;… Urt. v. 11.10.1974 - I ZR 72/73, GRUR 1975, 375 - WRP 1975, 109 - Kaufausweis III;… BGH-Metro II a.a.O.) soll durch § 6 b UWG die mit dem Kaufscheinhandel typischerweise verbundene, im Einzelfall aber nur schwer nachweisbare Irreführung der Verbraucher über ihre angebliche Vorzugsstellung durch an jedermann ausgegebene Kaufausweise mit Einkaufsberechtigung bei Großhändlern mit einer angeblich besonders günstigen Preisgestaltung unterbunden werden (…BGH a.a.O.; st. Rspr.).Denn mit Kaufausweisen der in § 6 b UWG verbotenen Art verbindet der Verbraucher im allgemeinen die Erwartung, er gehöre zu dem Kreise von Berechtigten, dem eine günstige Einkaufsquelle eröffnet werde (BGH, Urt. v. 12.1.1972 - I ZR 84/70, GRUR 1972, 555, 558 = WRP 1972, 137 - Kaufausweis I), wobei die Begünstigung in der Regel und hauptsächlich im Preis gesehen wird.
- BGH, 26.01.1979 - I ZR 18/77
Betreiben einer Selbstbedinungsverkaufsstätte nach dem sogenannten Cash-and-Carry …
Sie ist nach ihrem Sinn und Zweck auch dann anwendbar, wenn der Kaufschein nicht von einem Dritten (Kaufscheinhändler), sondern vom Verkäufer selbst ausgegeben wird (vgl. BGH GRUR 1972, 555, 557 - Kaufausweis I; GRUR 1975, 375 - Kaufausweis II). - BGH, 11.10.1974 - I ZR 72/73
Ausgabe von Kaufausweisen an branchenfremde Gewerbetreibende durch eine …
Diese Vorschrift ist auch dann anzuwenden, wenn der Einkaufsausweis - wie hier - von dem Verkäufer ausgegeben wird (BGH GRUR 1972, 555, 557 - Kaufausweis). - BGH, 28.02.1975 - I ZR 42/74 Der erkennende Senat hat daher in der Kaufausweis I - Entscheidung ( GRUR 1972, 555) § 6 b UWG auch auf den Fall angewandt, daß der Ausweis nicht von einem Dritten (Kaufscheinhändler) sondern von Verkäufer selbst ausgegeben wird.
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