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Rechtsprechung
   BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2019,49271
BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19 (https://dejure.org/2019,49271)
BGH, Entscheidung vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19 (https://dejure.org/2019,49271)
BGH, Entscheidung vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19 (https://dejure.org/2019,49271)
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Volltextveröffentlichungen (16)

  • rechtsinformationen.bund.de

    Notwendigkeit der Transparenz einer qualifizierten Nachrangvereinbarung in Darlehensvertrag

  • IWW
  • Betriebs-Berater

    Nachrangdarlehensvertrag - Anforderungen des Transparenzgebots an die Verständlichkeit einer formularmäßig vereinbarten Rangrücktrittsklausel

  • ra.de
  • degruyter.com(kostenpflichtig, erste Seite frei)
  • Owlit(Abodienst, Leitsatz frei)

    Transparenzgebot; Rangrücktrittsklausel

  • Owlit(Abodienst, Leitsatz frei)
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
  • rechtsportal.de

    Anforderungen des Transparenzgebots an die Verständlichkeit einer mit einem Verbraucher als Darlehensgeber formularmäßig vereinbarten Rangrücktrittsklausel

  • datenbank.nwb.de
  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Zum Transparenzgebot bei einer mit einem Verbraucher als Darlehensgeber formularmäßig vereinbarten Rangrücktrittsklausel

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (4)

  • zbb-online.com (Leitsatz)

    Anforderungen an formularmäßig vereinbarte Rangrücktrittsklausel in Darlehensvertrag

  • degruyter.com(kostenpflichtig, erste Seite frei) (Leitsatz)
  • rosepartner.de (Kurzinformation)

    Risiken für Verbraucher: Nachrangdarlehen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Anforderungen an das Klauselwerk bei Nachrangdarlehen

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW-RR 2020, 292
  • ZIP 2020, 310
  • MDR 2020, 298
  • NZI 2020, 269
  • WM 2020, 311
  • BB 2020, 399
  • DB 2020, 332
 
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Wird zitiert von ... (35)Zitiert selbst (17)

  • BGH, 06.12.2018 - IX ZR 143/17

    Insolvenzanfechtung: Beurteilungszeitpunkt für die Unentgeltlichkeit einer …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Dies gilt auch für die Bestimmungen zu den Hauptleistungspflichten (§ 307 Abs. 3 Satz 2 BGB; BGH, Urteil vom 6. Dezember 2018 - IX ZR 143/17, WM 2019, 592 Rn. 35).

    Dies erfordert auch, dass die Voraussetzungen der vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre hinreichend deutlich erläutert werden, insbesondere die Klausel klarstellt, inwieweit die Ansprüche aus dem Darlehen bereits dann nicht mehr durchsetzbar sind, wenn die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Leistungsverlangens bereits zahlungsunfähig oder überschuldet ist oder dies zu werden droht (BGH, Urteil vom 6. Dezember 2018 - IX ZR 143/17, BGHZ 220, 280 Rn. 36).

    Ein solcher allgemeiner Verweis genügt angesichts der unterschiedlichen Insolvenzeröffnungsgründe nicht (BGH, Urteil vom 6. Dezember 2018 - IX ZR 143/17, BGHZ 220, 280 Rn. 41).

    Rn. 29 (3) Zudem zeigen die Darlehensbedingungen nicht unmissverständlich auf, dass die Nachrangklausel nicht nur nach, sondern auch vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens gilt (vgl. BGH, Urteil vom 6. Dezember 2018 - IX ZR 143/17, BGHZ 220, 280 Rn. 40 ff).

  • BGH, 19.03.2013 - VI ZR 56/12

    Zur Anwendbarkeit des Kreditwesengesetzes auf Verbindlichkeiten aus Winzergeldern

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Rn. 17 a) Die Vorschrift des § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG stellt ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB zugunsten des einzelnen Kapitalanlegers dar (st.Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 11;… vom 16. Oktober 2018 - VI ZR 459/17, NJW-RR 2019, 170 Rn. 7).

    Darunter ist zunächst die tatsächliche Entgegennahme von Bargeld beziehungsweise - bei Buchgeld - die Kontogutschrift zu verstehen (BGH, Urteil vom 19. März 2013, aaO Rn. 18;… vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17, NJW-RR 2018, 1250 Rn. 16).

    Sie trifft denjenigen, der in organschaftlicher Stellung für die juristische Person tätig ist, bei einer GmbH mithin gemäß § 35 Abs. 1 GmbHG den oder die Geschäftsführer (BGH…, Urteil vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, WM 2012, 1333 Rn. 19; vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 30, 32).

  • BGH, 10.07.2018 - VI ZR 263/17

    Ankauf von Lebensversicherungsverträgen von Kapitalanlegern: Deliktshaftung aus …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Darunter ist zunächst die tatsächliche Entgegennahme von Bargeld beziehungsweise - bei Buchgeld - die Kontogutschrift zu verstehen (BGH…, Urteil vom 19. März 2013, aaO Rn. 18; vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17, NJW-RR 2018, 1250 Rn. 16).

    Eine solche Abrede steht der Annahme einer Einlage oder anderer unbedingt rückzahlbarer Gelder des Publikums und damit eines Einlagengeschäfts im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG entgegen (BGH, Urteil vom 10. Juli 2018, aaO Rn. 21).

    Zivilrechtlich scheidet in einem solchen Fall eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (BGH…, Urteil vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, NJW 2017, 2463 Rn. 16;… vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 10; vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17, NJW-RR 2018, 1250 Rn. 24).

  • BGH, 03.07.2014 - IX ZR 261/12

    Aufnahme des durch Insolvenzeröffnung unterbrochenen Prozesses: Feststellung der …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Der Gläubiger kann den wegen einer Insolvenzforderung geführten und durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners unterbrochenen Rechtsstreit erst aufnehmen, wenn die Forderung im Insolvenzverfahren angemeldet und geprüft worden und bestritten geblieben ist (BGH, Urteil vom 3. Juli 2014 - IX ZR 261/12, NJW-RR 2014, 1270 Rn. 9).

    Der Gläubiger kann den wegen einer Insolvenzforderung geführten und durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners unterbrochenen Rechtsstreit erst aufnehmen, wenn die Forderung im Insolvenzverfahren angemeldet und geprüft worden und bestritten geblieben ist (BGH, Urteil vom 3. Juli 2014 - IX ZR 261/12, NJW-RR 2014, 1270 Rn. 10).

  • BGH, 16.05.2017 - VI ZR 266/16

    Strafbarer Verstoß gegen das Kreditwesengesetz: Beurteilung des Vorsatzes bei …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Zivilrechtlich scheidet in einem solchen Fall eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (BGH, Urteil vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, NJW 2017, 2463 Rn. 16;… vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 10;… vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17, NJW-RR 2018, 1250 Rn. 24).
  • BGH, 16.12.2010 - IX ZR 24/10

    Restschuldbefreiung: Behandlung einer unterbliebenen oder unvollständigen …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Dieser Antrag ist gegen den Schuldner selbst zu richten, wenn dieser gegen den Bestand der Forderung oder beschränkt auf den Rechtsgrund der unerlaubten Handlung Widerspruch einlegt (vgl. BGH, Urteil vom 16. Dezember 2010 - IX ZR 24/10, WM 2011, 271 Rn. 9 mwN), und nicht entsprechend der Verfahrensweise der Klägerin gegen den Insolvenzverwalter.
  • BGH, 17.01.2008 - IX ZR 220/06

    Pflicht des Insolvenzverwalters zur nachträglichen Berücksichtigung von …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Sie kann daher nur außerhalb des Insolvenzverfahrens dem Schuldner gegenüber erfolgen (BGH, Urteil vom 17. Januar 2008 - IX ZR 220/06, WM 2008, 650 Rn. 15;… vom 7. Mai 2013 - IX ZR 151/12, BGHZ 197, 186 Rn. 9).
  • BGH, 07.05.2013 - IX ZR 151/12

    Restschuldbefreiungsverfahren: Verspätete Anmeldung einer Forderung aus …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Sie kann daher nur außerhalb des Insolvenzverfahrens dem Schuldner gegenüber erfolgen (BGH…, Urteil vom 17. Januar 2008 - IX ZR 220/06, WM 2008, 650 Rn. 15; vom 7. Mai 2013 - IX ZR 151/12, BGHZ 197, 186 Rn. 9).
  • BGH, 27.06.2017 - VI ZR 424/16

    Haftung bei strafbarem Verstoß gegen das Kreditwesengesetz: Haftungsausschluss …

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Zivilrechtlich scheidet in einem solchen Fall eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (BGH…, Urteil vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, NJW 2017, 2463 Rn. 16; vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 10;… vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17, NJW-RR 2018, 1250 Rn. 24).
  • BGH, 15.05.2012 - VI ZR 166/11

    Gehilfenhaftung bei unerlaubter Kapitalanlagevermittlung

    Auszug aus BGH, 12.12.2019 - IX ZR 77/19
    Sie trifft denjenigen, der in organschaftlicher Stellung für die juristische Person tätig ist, bei einer GmbH mithin gemäß § 35 Abs. 1 GmbHG den oder die Geschäftsführer (BGH, Urteil vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, WM 2012, 1333 Rn. 19;… vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 30, 32).
  • BGH, 30.06.1995 - V ZR 184/94

    Wirksamkeit des Time-Sharings von Ferienwohnungen

  • BGH, 09.06.2010 - VIII ZR 294/09

    Wohnungsmieter muss die Möglichkeit haben, Schönheitsreparaturen in Eigenleistung …

  • BGH, 09.04.2014 - VIII ZR 404/12

    AGB-Kontrollklage gegen eine Kraftfahrzeugleasinggesellschaft: Abgrenzung …

  • BGH, 31.10.2012 - III ZR 204/12

    Aufnahme eines Rechtsstreits durch den Gläubiger einer zur Insolvenztabelle …

  • BGH, 24.11.1988 - III ZR 188/87

    Gültigkeit einer formularmäßigen Anrechnungsvereinbarung der Zinsen bei einem …

  • BGH, 11.10.2018 - IX ZR 217/17

    Insolvenzverfahren: Anmeldung eines Anspruchs auf Abschluss eines Vertrages mit …

  • BGH, 16.10.2018 - VI ZR 459/17

    Schadensersatzanspruch aus Schutzgesetzverletzung nach einer fehlgeschlagenen …

  • OLG Dresden, 25.04.2024 - 8 U 514/23

    Schadensersatzrechtliche Einstandspflicht des Geschäftsleiters einer …

    Die streitgegenständliche Klausel unterscheide sich von denjenigen Klauseln, über die der Bundesgerichtshof in den Urteilen vom 06.12.2018 (IX ZR 143/17) und 12.12.2019 (IX ZR 77/19) entschieden habe.

    Rn. 31 1. Es entspricht im Ausgangspunkt ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, dass § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG ein Schutzgesetz zugunsten des einzelnen Kapitalanlegers im Sinne des § 823 Abs. 2 Satz 1 BGB darstellt, sodass eine Verletzung der Erlaubnispflicht unter Berücksichtigung der in § 54 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 KWG vorgesehenen Strafbewehrung eine deliktische Einstandspflicht der emittierenden Anlagegesellschaft und entsprechend § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB des verantwortlichen Leitungsorgans begründen kann (BGH…, Urteil vom 15.05.2012 - VI ZR 166/11, juris Rn. 11;… Urteil vom 19.03.2013 - VI ZR 56/12, juris Rn. 11;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 12; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 17).

    Der Anleger übernimmt mit dem qualifizierten Nachrangdarlehen ein unternehmerisches Risiko, das der typische Darlehensgeber nicht auf sich nimmt (vgl. BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 23; VGH Hessen…, Beschluss vom 14.07.2021 - 6 B 1093/21, juris Rn. 12; BaFin-Merkblatt aus März 2014, NZG 2014, 379, 381; Poelzig, WM 2014, 917 f.; Gehrlein, WM 2017, 1385, 1387; vgl. auch Senat…, Urteil vom 04.04.2024 - 8 U 1614/23, juris Rn. 39).

    Rn. 35 b) Grundlegende Voraussetzung des Ausschlusses der unbedingten Rückzahlbarkeit ist die zivilrechtliche Wirksamkeit der qualifizierten Nachrangabrede (BGH…, Urteil vom 10.07.2018 - VI ZR 263/17, juris Rn. 22;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 15; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 20; BaFin-Merkblatt aus März 2014, NZG 2014, 379, 382).

    Der Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen ist nach den Grundsätzen von Treu und Glauben verpflichtet, die Rechte und Pflichten seiner Vertragspartner möglichst klar und durchschaubar darzustellen (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 35;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 23; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 24).

    Der Vertragspartner soll andererseits ohne fremde Hilfe möglichst klar und einfach seine Rechte und Pflichten feststellen können, damit er die rechtliche Tragweite der Vertragsbedingungen bei Vertragsschluss hinreichend erfassen kann und nicht von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 35;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 23; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 24).

    Rn. 40 Bei der Bestimmung der Transparenzanforderungen ist auf die Verständnismöglichkeiten des typischerweise bei Verträgen der geregelten Art zu erwartenden Durchschnittskunden abzustellen (vgl. BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 38;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 23; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 24).

    Da die U...... IV GmbH & Co. KG ihre Nachrangdarlehen privaten Kleinanlegern, mithin Verbrauchern, angeboten hat (vgl. § 1 Abs. 5 des Darlehensvertrags), musste sie ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen so gestalten, dass auch juristisch und kaufmännisch nicht vorgebildete Verbraucher sie ohne zusätzliche Erläuterung verstehen konnten (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 38;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 23; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 24).

    Rn. 41 Qualifizierte Nachrangklauseln sind vor diesem Hintergrund insbesondere nur dann hinreichend transparent, wenn aus ihnen die Rangtiefe, die vorinsolvenzliche Durchsetzungssperre, deren Dauer und die Erstreckung auf die Zinsen klar und unmissverständlich hervorgehen (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 36;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 23; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 25; Poelzig, WM 2014, 917, 926 f.; Gehrlein, WM 2017, 1385, 1387 f.).

    Die Klausel muss vor allem klarstellen, inwieweit die Ansprüche aus dem Darlehen bereits dann nicht mehr durchsetzbar sind, wenn die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Leistungsverlangens bereits zahlungsunfähig oder überschuldet ist oder dies zu werden droht (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 36; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 24).

    Es bedarf für einen Verbraucher genauer Beschreibungen und Erläuterungen (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 42; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 24).

    Dies bedingt, die rechtliche Tragweite der Nachrangabrede und die mit ihr verbundenen wirtschaftlichen Nachteile und Risiken zu erläutern (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 39;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 24; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 23 f.).

    Hierzu gehört zunächst, dass die Wesensänderung der Geldhingabe vom bankgeschäftstypischen Darlehen mit unbedingter Rückzahlungsverpflichtung hin zu einer unternehmerischen Beteiligung mit einer eigenkapitalähnlichen Haftungsfunktion deutlich zu Tage treten muss (BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 23; vgl. BaFin-Merkblatt aus März 2014, NZG 2014, 379, 381).

    Darüber hinaus ist das über das ohnehin bestehende allgemeine Insolvenzausfallrisiko hinausgehende unternehmerische Geschäftsrisiko, das sogar über das Beteiligungsrisiko eines Gesellschafters hinausreichen kann (BGH…, Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 26; BaFin-Merkblatt aus März 2014, NZG 2014, 379, 381), in geeigneter Weise offenzulegen (BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 23).

    Rn. 46 Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann ein durchschnittlicher Verbraucher anhand der vorgenannten Begrifflichkeiten keine ausreichenden Vorstellungen zu dem besonderen Charakter der angebotenen Kapitalanlage, insbesondere zur rechtlichen Tragweite einer vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre, entwickeln (vgl. BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 38; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 28).

    Rn. 49 (aa) Die "solange und soweit"-Formulierung umfasst keine hinreichend bestimmte Festlegung der Sachverhalte, die die qualifizierte Nachrangigkeit auslösen (BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 28).

    Denn es werden mit dem allgemeinen Verweis auf "Insolvenzeröffnungsgründe" die maßgebenden Konstellationen nicht in einer für durchschnittliche Verbraucher deutlichen Weise bestimmt (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 41; vgl. auch BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 28).

    Mit dem Begriff "qualifizierter Rangrücktritt", der nicht im Darlehensvertrag, aber im Verkaufsprospekt Anklang findet, vermag der durchschnittliche Anleger nichts anzufangen (BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 28 f.), jedenfalls nicht die außerhalb einer Insolvenzeröffnung eingreifenden Ausschlusswirkungen sachgerecht zu erfassen.

    Anhand der allgemeinen Formulierung "solange und soweit" kann der Verbraucher ohne Erläuterungen ebenso wenig klar erfassen, dass sich nachteilige Konsequenzen bereits weit vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auswirken können (BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 28).

    Insbesondere erfolgt über die "solange und soweit"-Formulierung hinaus keine Verdeutlichung, dass es zu einer dauerhaften Aussetzung jeglicher Tilgungs- und Zinszahlungen schon im vorinsolvenzlichen Stadium kommen kann und dies kein unrealistisches Szenario darstellt (BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 42;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 27; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 29).

    Die Norm des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB bewirkt wegen § 306 Abs. 1 BGB keine gesamthafte Unwirksamkeit des geschlossenen "Darlehensvertrags" (BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 31).

    Insofern pönalisiert § 54 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 KWG sowohl vorsätzliches als auch fahrlässiges Verhalten (BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 35;… Urteil vom 19.03.2013 - VI ZR 56/12, juris Rn. 30).

    In diesem Fall schließt ein Eingreifen von § 17 Satz 1 StGB auch eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (BGH…, Urteil vom 27.06.2017 - VI ZR 424/16, juris Rn. 10;… Urteil vom 16.05.2017 - VI ZR 266/16, juris Rn. 17;… Urteil vom 15.05.2012 - VI ZR 166/11, juris Rn. 22; vgl. auch BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 37).

    Diese Maßstäbe gelten entgegen der Sichtweise der Klägerin unabhängig davon, ob ein vorsätzlicher oder fahrlässiger Verstoß gegen die Erlaubnispflicht gemäß § 32 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 54 Abs. 1 Nr. 2 bzw. Abs. 2 KWG in Rede steht (vgl. BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 35 ff.).

    Hält der Täter des § 54 Abs. 1 Nr. 2 bzw. Abs. 2 KWG seine Geschäfte für rechtlich zulässig und nicht erlaubnispflichtig, so stellt dies regelmäßig einen Verbotsirrtum im Sinne des § 17 Satz 1 StGB dar (BGH…, Urteil vom 16.05.2017 - VI ZR 266/16, juris Rn. 23; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 36 f.; vgl. auch BGH…, Urteil vom 16.06.2020 - VI ZR 253/19, juris Rn. 17).

  • BGH, 18.02.2020 - VI ZR 135/19

    Wirksamkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Intransparenz der Abtretung des …

    Der Vertragspartner soll andererseits ohne fremde Hilfe möglichst klar und einfach seine Rechte und Pflichten feststellen können, damit er die rechtliche Tragweite der Vertragsbedingungen bei Vertragsschluss hinreichend erfassen kann und nicht von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird (…vgl. Senat, Urteile vom 1. Oktober 2019 - VI ZR 156/18, NJW-RR 2020, 112 Rn. 23;… vom 17. Juli 2018 - VI ZR 274/17, NJW 2019, 51 Rn. 9; BGH, Urteile vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, ZIP 2020, 310 Rn. 24;… vom 16. Januar 2020 - IX ZR 351/18, juris Rn. 25; jeweils mwN).

    Abzustellen ist dabei auf die Verständnismöglichkeiten des typischerweise bei Verträgen der geregelten Art zu erwartenden Durchschnittskunden (…vgl. Senat, Urteile vom 1. Oktober 2019 - VI ZR 156/18, NJW-RR 2020, 112 Rn. 23;… vom 17. Juli 2018 - VI ZR 274/17, NJW 2019, 51 Rn. 9; BGH, Urteile vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, ZIP 2020, 310 Rn. 24;… vom 16. Januar 2020 - IX ZR 351/18, juris Rn. 25; jeweils mwN).

    Rn. 9 Die in diesem Zusammenhang erforderliche Auslegung der Klausel kann der Senat ungeachtet der Frage, ob die Klausel über den räumlichen Bezirk des Berufungsgerichts hinaus verwendet wird, selbst vornehmen (vgl. Senat…, Urteil vom 1. Oktober 2019 - VI ZR 156/18, NJW-RR 2020, 112 Rn. 21; BGH, Urteile vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, ZIP 2020, 310 Rn. 21;… vom 9. April 2014 - VIII ZR 404/12, BGHZ 200, 362 Rn. 25).

  • OLG Karlsruhe, 30.06.2021 - 12 U 4/21

    Leistungen aus einer Betriebsschließungsversicherung bei Schließung in Folge der …

    Der Vertragspartner soll andererseits ohne fremde Hilfe möglichst klar und einfach seine Rechte und Pflichten feststellen können, damit er die rechtliche Tragweite der Vertragsbedingungen bei Vertragsschluss hinreichend erfassen kann und nicht von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird (st. Rspr., vgl. BGH…, Urteil vom 18. Februar 2020 - VI ZR 135/19, juris Rn. 8; BGH, Teilurteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 24; jeweils m.w.N.).
  • BGH, 24.02.2022 - IX ZR 250/20

    Rückgewährklage eines Insolvenzverwalters nach Insolvenzanfechtung: …

    Die Vereinbarung muss hinreichend deutlich machen, inwieweit die Ansprüche des Gläubigers bereits dann nicht mehr durchsetzbar sind, wenn die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Leistungsverlangens bereits zahlungsunfähig oder überschuldet ist oder dies zu werden droht (BGH…, Urteil vom 6. Dezember 2018 - IX ZR 143/17, BGHZ 220, 280 Rn. 36; vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, ZIP 2020, 310 Rn. 25).
  • BGH, 09.11.2023 - III ZR 105/22

    Haftung eines Organs für unerlaubte Bankgeschäfte - Schadensersatz wegen …

    Wirken die Geschäfte berechtigend und verpflichtend für eine juristische Person, trifft die strafrechtliche Verantwortlichkeit gemäß § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB denjenigen, der in organschaftlicher Stellung für die juristische Person tätig ist (…Bestätigung von BGH, Urteile vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, NJW 2012, 3177 Rn. 19 und vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, NJW-RR 2020, 292 Rn. 35).

    Sie trifft denjenigen, der in organschaftlicher Stellung für die juristische Person tätig ist (…BGH, Urteile vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, NJW 2012, 3177 Rn. 19 und vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, NJW-RR 2020, 292 Rn. 35; jew. mwN).

  • BGH, 20.03.2025 - III ZR 261/23

    Voraussetzungen eines unvermeidbaren Verbotsirrtums beim Betreiben unerlaubter …

    Das Verschulden des Beklagten entfalle nicht deshalb, weil die Klausel von einem fachkundigen Rechtsanwalt entworfen worden sei, der die spätere Entwicklung der Rechtsprechung - insbesondere die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 12. Dezember 2019 (IX ZR 77/19, NJW 2020, 269) - nicht sicher habe vorhersehen können.

    Dies erfordert, dass die Voraussetzungen der vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre hinreichend deutlich erläutert werden, insbesondere die Klausel klarstellt, inwieweit die Ansprüche aus dem Darlehen bereits dann nicht mehr durchsetzbar sind, wenn die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Leistungsverlangens bereits zahlungsunfähig oder überschuldet ist oder dies zu werden droht (BGH, Urteile vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, NZI 2020, 269 Rn. 25 …und vom 6. Dezember 2018 - IX ZR 143/17, BGHZ 220, 280 Rn. 36).

  • OLG Dresden, 04.04.2024 - 8 U 1614/23

    Ersatzansprüche im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Nachrangdarlehens; …

    Rn. 37 c) Dies zugrunde gelegt, bedarf es keiner Entscheidung, ob ein Verkaufsprospekt schon dann fehlerhaft und zur Anlegeraufklärung ungeeignet ist, wenn in ihm ein Darlehensvertrag mit einer qualifizierten Nachrangklausel abgedruckt ist, die im Sinne der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs intransparent und damit nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB unwirksam ist (vgl. BGH…, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris Rn. 36;… Urteil vom 01.10.2019 - VI ZR 156/18, juris Rn. 24 ff.; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 25).

    Der Anleger übernimmt mit dem qualifizierten Nachrangdarlehen ein unternehmerisches Risiko, das der typische Darlehensgeber nicht auf sich nimmt (vgl. BGH, Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris Rn. 23; VGH Hessen…, Beschluss vom 14.07.2021 - 6 B 1093/21, juris Rn. 12; Merkblatt der B......, Hinweise zum Tatbestand des Einlagengeschäfts, Stand: März 2014, abgedruckt in NZG 2014, 379, 381; Poelzig, WM 2014, 917 f.; Gehrlein, WM 2017, 1385, 1387; vgl. auch Senat, Urteil vom 23.11.2023 - 8 U 493/23; Urteil vom 30.11.2023 - 8 U 536/23; Urteil vom 14.12.2023 - 8 U 450/23).

    Rn. 41 Die aus der besonderen Ausgestaltung des angebotenen Kapitalanlageprodukts resultierenden unternehmerischen Beteiligungsrisiken, einschließlich gesteigerten Ausfallrisiken, waren entgegen der vom Beklagten 1) angedeuteten Sichtweise keineswegs erst seit den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zu den an qualifizierte Nachrangklauseln zu stellenden Transparenzanforderungen offenbar (vgl. BGH, Urteil vom 06.12.2018 - IX ZR 143/17, juris; Urteil vom 01.10.2019 - IX ZR 156/18, juris; Urteil vom 12.12.2019 - IX ZR 77/19, juris).

    Es kann nicht erwartet werden, dass ein durchschnittlicher, juristischer unerfahrener Anleger anhand dieser Begrifflichkeiten ein zutreffendes Verständnis zu entwickeln vermag, was grundlegend im Rahmen des prospektrechtlichen Deutlichkeitsgebots und nicht nur im Anwendungsbereich des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB gilt (vgl. BGH, Urteil vom 19.12.2019 - IX ZR 77/19, juris).

  • BGH, 28.06.2022 - 3 StR 403/20

    Kriminelle Vereinigung bei Betrieb eines sog. Hawala-Banking-Systems …

    Denn im Hinblick auf die informelle Struktur des Hawala-Banking, dessen Funktionieren abhängig ist vom konzertierten Zusammenwirken aller Beteiligten und das nicht durch eine juristische Person betrieben wird (vgl. ansonsten BGH, Teilurteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, ZIP 2020, 310 Rn. 35 mwN), können sämtliche Mitwirkenden nach Maßgabe der allgemeinen Kriterien zur Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme Zahlungsdienste im Sinne des § 63 Abs. 1 Nr. 4 ZAG täterschaftlich erbringen.
  • LG Bremen, 22.12.2021 - 4 S 187/21

    Geschädigter muss keine Nachunternehmer-Rechnungen offen legen!

    Der Vertragspartner soll andererseits ohne fremde Hilfe möglichst klar und einfach seine Rechte und Pflichten feststellen können, damit er die rechtliche Tragweite der Vertragsbedingungen bei Vertragsschluss hinreichend erfassen kann und nicht von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird (vgl. BGH, Urteil vom 1. Oktober 2019 - VI ZR 156/18; BGH, Urteil vom 17. Juli 2018 - VI ZR 274/17; BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19; BGH, Urteil vom 16. Januar 2020, - IX ZR 351/18).

    Abzustellen ist dabei auf die Verständnismöglichkeiten des typischerweise bei Verträgen der geregelten Art zu erwartenden Durchschnittskunden (vgl. BGH, Urteil vom 1. Oktober 2019 - VI ZR 156/18; BGH, Urteil vom 17. Juli 2018 - BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19; BGH, Urteil vom 16. Januar 2020 - IX ZR 351/18).

  • OLG Köln, 19.07.2023 - 13 U 131/22

    Schadensersatzanspruch im Zusammenhang mit einer Kapitalanlage; Gewerbsmäßiges …

    Diese Wesensänderung muss für die angesprochenen Verkehrskreise, insbesondere Anleger ohne Erfahrung in Fragen der Unternehmensfinanzierung oder des Insolvenzrechts, hinreichend deutlich zutage treten, um von einer Geldhingabe unter bewusster Inkaufnahme eines unternehmerischen Geschäftsrisikos über das ohnehin bestehende allgemeine Insolvenzausfallrisiko hinaus auszugehen (BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19, juris-Rn. 23 mit Verweis auf das G.-Merkblatt: Hinweise zum Tatbestand des Einlagengeschäfts, Stand: März 2014, NZG 2014, 379, 381).

    Angesichts der Verwendung der Darlehensbedingungen gegenüber Verbrauchern sind die Verständnismöglichkeiten des typischerweise bei Verträgen der geregelten Art zu erwartenden - juristisch unvorgebildeten - Durchschnittskunden maßgeblich (BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19 -, juris-Rn. 24).

    Rn. 37 In allgemeinen Geschäftsbedingungen gegenüber Verbrauchern ist eine qualifizierte Nachrangvereinbarung nur dann hinreichend transparent, wenn aus ihr die Rangtiefe, die vorinsolvenzliche Durchsetzungssperre, deren Dauer und die Erstreckung auf die Zinsen klar und unmissverständlich hervorgehen (BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19 -, juris-Rn. 25).

    Der Begriff "Qualifizierter Rangrücktritt" ist den angesprochenen Verkehrskreisen fremd (vgl. BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19 -, juris-Rn. 28).

    Die Darlehensbedingungen zeigen für einen durchschnittlichen Verbraucher nicht unmissverständlich auf, dass die Nachrangklausel nicht nur nach, sondern auch vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens gilt (vgl. BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19 -, juris-Rn. 29 sowie BGH…, Urteil vom 6. Dezember 2018 - IX ZR 143/17, juris-Rn. 40 ff).

    Für einen Durchschnittskunden ist nicht erkennbar, ob und in welchem Umfang es weitere Sachverhalte gibt, die einer Rückforderung des Darlehensbetrages entgegenstehen könnten (vgl. zur Wendung "insbesondere" BGH, Urteil vom 12. Dezember 2019 - IX ZR 77/19 -, juris-Rn. 27).

  • OLG Dresden, 05.03.2025 - 5 U 1392/24

    Transparenzkontrolle der in AGB enthaltenen Bestimmungen über die …

  • BAG, 20.02.2025 - 6 AZR 32/24

    Insolvenzanmeldung - Bestimmtheit - Schriftlichkeit

  • VGH Hessen, 14.07.2021 - 6 B 1093/21

    Betreiben eines Einlagengeschäfts ohne erforderliche Erlaubnis und Verwendung …

  • OLG Dresden, 13.11.2024 - 8 U 886/24

    Ersatzansprüche im Zusammenhang mit der Anlagevermittlung von zwei …

  • OLG Köln, 17.12.2021 - 20 U 21/21

    Axa durfte Unfall-Kombirente gegenüber Verbrauchern nicht kündigen - Axa durfte …

  • LG Münster, 16.10.2024 - 114 O 5/24
  • OLG Köln, 23.11.2023 - 24 U 69/23

    Faktischer Geschäftsführer in einer Unternehmensgruppe

  • BAG, 19.02.2026 - 6 AZR 102/25

    Feststellung von Forderungen zur Insolvenztabelle

  • LG Ravensburg, 07.02.2025 - 2 O 99/24

    Belehrung eines Kleinanlegers über die Möglichkeit des Totalverlusts bei …

  • AG Buchen, 04.11.2021 - 1 C 165/21

    Desinfektionskosten Mietwagen sind erstattungsfähig

  • OLG Köln, 21.12.2023 - 24 U 45/23

    Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung und sittenwidriger …

  • LG Hamburg, 14.04.2023 - 326 O 123/20

    Kauf- und Miet- sowie Rückkaufvertrag einer Steuerberatungsgesellschaft über den …

  • OLG Köln, 21.12.2023 - 24 U 95/23

    Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung und sittenwidriger …

  • OLG Bamberg, 13.10.2020 - 5 U 95/19

    Vertragsschluss, Berufung, Auslegung, Schadensersatzforderung, Klausel, …

  • LG Hamburg, 09.02.2022 - 327 O 176/21

    Schadensersatzanspruch eines Anlegers bei einem Einlagengeschäft ohne Erlaubnis

  • BGH, 09.11.2023 - III ZR 197/22

    Schadensersatzansprüche eines Anlegers gegen den Geschäftsführer wegen …

  • OLG Köln, 21.12.2023 - 24 U 15/23

    Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung und sittenwidriger …

  • OLG Frankfurt, 25.03.2021 - 1 U 130/20

    Abkürzung der Vorlegungsfrist im AGB

  • LG Bonn, 27.04.2022 - 2 O 254/21

    Vorinsolvenzrechtliche Durchsetzungssperre in allgemeinen Geschäftsbedingungen zu …

  • OLG Hamm, 20.05.2025 - 34 U 23/25

    Beabsichtige Zurückweisung der Berufung der Beklagten wegen offensichtlicher …

  • BGH, 19.03.2020 - IX ZR 294/18

    Nichtzulassungsbeschwerde gegen einen die Berufung zurückweisenden Beschluss

  • OLG Köln, 07.08.2020 - 13 U 174/19

    Rückerstattung einer Darlehensvaluta nach Vertragskündigung; Fall eines …

  • OLG Saarbrücken, 12.06.2025 - 4 U 59/24

    Erlaubnispflicht eines Direktinvestments in Dubai als Einlagengeschäft; …

  • LG Essen, 05.01.2021 - 9 O 84/20

    Werklohnforderung

  • OLG Köln, 22.08.2024 - 24 U 24/24
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