Rechtsprechung
| VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- openjur.de
Wiedereinsetzung bei falscher Behördenauskunft
- Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
17 IX BhV; 32 I ; VwVfG; 32 II ; VwVfG; 32 III ; VwVfG
Beihilfe; Beamter; Verjährung; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; Wiedereinsetzungsantrag; Wiedereinsetzungsgründe; Hinderungsgründe; Ausschlußfrist; Hinderungsgründe, persönliche; Unkenntnis; Fahrlässigkeit; Irrtum; Verschulden; Glaubhaftmachung; Auskunft, falsche - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Beihilfe; Beamter; Verjährung; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; Wiedereinsetzungsantrag; Wiedereinsetzungsgründe; Hinderungsgründe; Ausschlußfrist; Hinderungsgründe, persönliche; Unkenntnis; Fahrlässigkeit; Irrtum; Verschulden; Glaubhaftmachung; Auskunft, falsche
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (27)
- FG Niedersachsen, 10.12.2003 - 4 K 508/01
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Unkenntnis über Antragsfristen
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Zu den Hinderungsgründen zählen auch Irrtum und Unkenntnis (…Kopp/Ramsauer, VwVfG-Kommentar, 8. Aufl., § 32 Rdn. 18) - ggf. auch Unkenntnis über eine einzuhaltende Frist (vgl. insoweit Nds. FG, Urt. v. 10.12.2003 - 4 K 508/01 - in DstRE 2004, 1497 m.w.N.).Die Beschränkung auf die nur schriftlich vorgebrachten Gründe greift zu kurz: Vielmehr ist über diese Gründe hinaus aus dem breiten Spektrum an Hinderungsgründen (…Kopp/ Ramsauer, VwVfG-Kommentar, 8. Auflage, § 32 Rdn. 18 m.w.N.) hier noch auf andere Gründe - auch auf die Unkenntnis und den Irrtum des Klägers über die Ausschlussfrist des § 17 Abs. 9 BhV (vgl. Nds. FG, Urt. v. 10.12.2003 - 4 K 508/01 - in DstRE 2004, 1497 m.w.N.; Klemm, NVwZ 1989, 103 m.w.N.) - zurückzugreifen.
- BVerwG, 11.05.1979 - 6 C 70.78
Wiedereinsetzung gegen die Versäumung der Klagefrist - Begriff der "höheren …
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Er setzt aber kein von außen kommendes und fortwirkendes Ereignis voraus (vgl. BVerwG, Buchholz 402.25 § 33 AsylVfG Nr. 6 S. 1 (4) = NVwZ 1987, 605; BGHZ 17, 199 (201) = NJW 1955, 1225 = LM § 203 BGB Nr. 2 (L);… Kopp, VwGO, 10. Aufl. (1994), § 58 Rdnr. 20), sondern entspricht mit seinen inhaltlichen Anforderungen den "Naturereignissen oder anderen unabwendbaren Zufällen" i.S. des § 233 I ZPO a.F. (vgl. BVerwG, Buchholz 310 § 76 VwGO Nr. 1 S. 1 (5); BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 54 S. 21 (26); BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 106 S. 43 (46) = NJW 1980, 1480 und BVerwG, Buchholz 402.25 § 33 AsylVfG Nr. 62 S. 1 (4) = NVwZ 1987, 605), so daß zur näheren Bestimmung des Begriffs auch auf die zivilgerichtliche Rechtsprechung zu dieser Vorschrift zurückgegriffen werden kann.Unter höherer Gewalt im Sinne der Vorschriften über die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist nach der Rechtsprechung der Zivilgerichte und des BVerwG seit jeher ein Ereignis zu verstehen, das unter den gegebenen Umständen auch durch die größte, nach den Umständen des konkreten Falles vernünftigerweise von dem Betroffenen unter Anlegung subjektiver Maßstäbe - namentlich unter Berücksichtigung seiner Lage, Bildung und ErfahN.erwartende und zumutbare Sorgfalt nicht abgewendet werden konnte (vgl. BVerwG, Buchholz 310 § 76 VwGO Nr. 1 S. 5; BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 54 S. 26 m. w. Nachw.; BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 106 S. 46 = NJW 1980, 1480 und BVerwG, Buchholz 402.25 § 33 AsylVfG Nr. 6 S. 4f. = NVwZ 1987, 605; ebenso bereits: RGZ 48, 409 (411) m. w. Nachw.; 96, 322 (323); st. Rspr.).
- BVerfG, 18.12.1985 - 2 BvR 1167/84
Milch-Garantiemengen-Verordnung
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Eine objektiv unrichtige rechtswidrige behördliche Belehrung, die eine Versäumung der Antragsfrist verursacht, ist sogar als unabwendbarer Zufall (vgl. BVerwGE 73, 126 (129)) und damit - auch aus verfassungsrechtlichen Gründen - als ein Ereignis aus dem Bereich der höheren Gewalt anzusehen (vgl. BVerfGE 71, 305 (348) = NJW 1986, 1483).In der Unzumutbarkeit der rechtzeitigen Vornahme einer fristgebundenen Handlung ist aus verfassungsrechtlichen Gründen immer ein Ereignis aus dem Bereich der höheren Gewalt zu erblicken, nach dessen Wegfall die unverzügliche Nachholung der unterbliebenen Handlung durch Gewährung von Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu ermöglichen ist (vgl. BVerfGE 71, 305 (348) = NJW 1986, 1483; BVerwG, NVwZ 1996, 207 = InfAuslR 1985, 278 (280f.)).
- BVerwG, 13.01.1987 - 9 C 259.86
Asylverfahren - Aufforderung zur Betreibung des Verfahrens - Nichtbetreiben des …
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Er setzt aber kein von außen kommendes und fortwirkendes Ereignis voraus (vgl. BVerwG, Buchholz 402.25 § 33 AsylVfG Nr. 6 S. 1 (4) = NVwZ 1987, 605; BGHZ 17, 199 (201) = NJW 1955, 1225 = LM § 203 BGB Nr. 2 (L);… Kopp, VwGO, 10. Aufl. (1994), § 58 Rdnr. 20), sondern entspricht mit seinen inhaltlichen Anforderungen den "Naturereignissen oder anderen unabwendbaren Zufällen" i.S. des § 233 I ZPO a.F. (vgl. BVerwG, Buchholz 310 § 76 VwGO Nr. 1 S. 1 (5); BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 54 S. 21 (26); BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 106 S. 43 (46) = NJW 1980, 1480 und BVerwG, Buchholz 402.25 § 33 AsylVfG Nr. 62 S. 1 (4) = NVwZ 1987, 605), so daß zur näheren Bestimmung des Begriffs auch auf die zivilgerichtliche Rechtsprechung zu dieser Vorschrift zurückgegriffen werden kann.Unter höherer Gewalt im Sinne der Vorschriften über die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist nach der Rechtsprechung der Zivilgerichte und des BVerwG seit jeher ein Ereignis zu verstehen, das unter den gegebenen Umständen auch durch die größte, nach den Umständen des konkreten Falles vernünftigerweise von dem Betroffenen unter Anlegung subjektiver Maßstäbe - namentlich unter Berücksichtigung seiner Lage, Bildung und ErfahN.erwartende und zumutbare Sorgfalt nicht abgewendet werden konnte (vgl. BVerwG, Buchholz 310 § 76 VwGO Nr. 1 S. 5; BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 54 S. 26 m. w. Nachw.; BVerwG, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 106 S. 46 = NJW 1980, 1480 und BVerwG, Buchholz 402.25 § 33 AsylVfG Nr. 6 S. 4f. = NVwZ 1987, 605; ebenso bereits: RGZ 48, 409 (411) m. w. Nachw.; 96, 322 (323); st. Rspr.).
- BVerwG, 26.01.1981 - 1 WB 47.79
Feldwebellehrgänge - Vergleichbarkeit von Noten - Offiziere des militärfachlichen …
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Vgl. dazu BVerwG, NJW 1997, 2966: "Die Versäumung der Antragsfrist für die Bewilligung von Wohngeld ist unverschuldet im Sinne der Wiedereinsetzungsvorschriften, wenn der Betroffene den rechtzeitigen Antrag aufgrund einer falschen Auskunft der zur richtigen Beratung verpflichteten zuständigen Wohngeldstelle unterlassen hat (vgl. BVerwGE 43, 332 (335) = NJW 1972, 1212 und BVerwGE 73, 126 (129)).Eine objektiv unrichtige rechtswidrige behördliche Belehrung, die eine Versäumung der Antragsfrist verursacht, ist sogar als unabwendbarer Zufall (vgl. BVerwGE 73, 126 (129)) und damit - auch aus verfassungsrechtlichen Gründen - als ein Ereignis aus dem Bereich der höheren Gewalt anzusehen (vgl. BVerfGE 71, 305 (348) = NJW 1986, 1483).
- BVerfG, 11.02.1976 - 2 BvR 849/75
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Gewährung von Wiedereinsetzung in den …
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Denn es geht um verfassungsrechtlich gewährleistete Rechtsschutzgarantien (BVerfGE 41, 332). - BVerfG, 09.07.1969 - 2 BvR 753/68
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand …
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
2.3 Die erforderliche Glaubhaftmachung der vorgetragenen sowie der in der Behörde bekannten Hinderungsgründe erfolgte mit dem Widerspruch des Klägers durch Darlegungen einerseits zu der Auffassung, zunächst einmal habe seine Erbenstellung geklärt werden müssen (S. 4 des Widerspruchs), und andererseits durch entsprechende Ausführungen zu dem Telefongespräch mit der Sachbearbeiterin H. vom März 2002 (vgl. insoweit BVerfGE 26, 315;… Klemm, aaO., S. 108 m.w.N.), die ihn nicht auf die geltende Jahresfrist hingewiesen, vielmehr seinen Irrtum hervorgerufen und bestärkt habe (S. 5 des Widerspruchs). - BVerwG, 23.03.1982 - 1 C 20.81
Ausländer - Ehe - Deutscher - Aufenthaltserlaubnis - Zeitliche Beschränkung
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Die Behörde muss von ihnen nicht überzeugt sein (BVerwG, DVBl. 1982, 645;… Klemm, aaO, S. 108). - BAG, 09.01.1990 - 3 AZR 528/89
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Bei Unaufklärbarkeit der Gründe ist eine Wiedereinsetzung zu gewähren (so BAG NJW 1990, 2707). - BVerwG, 09.07.1975 - 6 C 18.75
Geltendmachung von Wiedereinsetzungsgründen binnen der für den Antrag geltenden …
Auszug aus VG Lüneburg, 21.09.2005 - 1 A 80/03
Bei diesem Ablauf der Dinge war der Kläger einer ausdrücklichen Darlegung der bei der Behörde schon bekannten Gründe enthoben (BVerwG NJW 1976, 74; DVBl. 1983, 996; BayVBl. 1985, 286; BGH NJW 1979, 109; VGH München, BayVBl. 1978, 246). - BVerwG, 22.08.1984 - 9 B 10609.83
Voraussetzungen für eine Wiedereinsetzung in die versäumte Klagefrist - Sinn und …
- BGH, 18.10.1978 - IV ZB 43/78
Beginn der Beschwerdefrist bei ohne Zustellung erfolgter, lediglich formloser …
- BGH, 18.01.1985 - V ZR 233/83
Unterbrechung der Verjährung durch Klageerhebung bei wiederkehrenden Leistungen; …
- BVerwG, 18.04.1997 - 8 C 38.95
Wohngeldrecht - Auf rückwirkende Wohngeldbewilligung gerichteter …
- BVerwG, 27.02.1976 - IV C 74.74
Anforderungen an eine Rechtsbehelfsbelehrung - Anforderungen an die Form eines …
- BVerwG, 08.03.1983 - 1 C 34.80
Rechtzeitigkeit des Widerspruchs - Widerspruchsfrist - Wiedereinsetzungsantrag - …
- BVerwG, 23.04.1985 - 9 C 7.85
Asylverfahren - Dreimonatsfrist - Verwaltungsgerichtsverfahren - Wiedereinsetzung …
- BGH, 19.06.1986 - VII ZB 20/85
Einhaltung einer Rechtsmittelfrist durch Einsortierung der Rechtsmittelschrift in …
- BGH, 04.05.1955 - VI ZR 37/54
Hemmung der Verjährung bei Unvermögen zur Aufbringung der Prozeßkosten
- BVerwG, 04.03.1976 - 1 WB 31.75
Antragsverfahren - Bevollmächtigter - Versäumung der Antragsfrist - …
- BVerwG, 26.01.1981 - 1 B 12.81
Unabhängigkeit der Antragsbefugnis - Ausübung der tatsächlichen Gewalt - …
- BayObLG, 14.11.2002 - 2Z BR 113/02
Kostentragung bei sofortiger Beschwerde im Wohnungseigentumsverfahren - …
- BVerwG, 20.03.1972 - II WDB 3.72
- OVG Nordrhein-Westfalen, 01.04.1998 - 3 A 3299/91
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; Wiedereinsetzungsfrist; Beginn der Frist; …
- OVG Berlin, 25.03.1965 - II B 59.64
- RG, 23.09.1919 - III 190/19
Unabwendbarer Zufall
- RG, 22.05.1901 - V 246/00
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Gerichtsvollzieher.
- VG Gera, 09.02.2018 - 1 K 1336/16
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; Gewährung von Beihilfe; Überschreitung der …
Rn. 25 Bei einer Versäumung der Jahresfrist des bis zum Jahre 2012 geltenden § 17 Abs. 9 BhV nahmen die amtlichen Hinweise des Bundesinnenministeriums und die Rechtsprechung unter den Voraussetzungen des § 32 VwVfG die Möglichkeit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand an (Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 15. September 2010 - 14 ZB 10.1096 - VG Lüneburg, Urteil vom 21. September 2005 - 1 A 80/03 - Schleswig-Holsteinisches Verwaltungsgericht, Urteil vom 19. November 2001 - 11 A 5/00 - VG Kassel, Urteil vom 19. Februar 2001 - 7 E 3363/00 - jeweils zitiert nach juris). - OVG Bremen, 23.03.2026 - 2 LA 75/24
Antragsfrist; Beihilfe; Verschulden; Wiedereinsetzungsantrag; Beihilfen; …
Zur weiteren Begründung stützt sich die Klägerin auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg vom 21.09.2005 ( 1 A 80/03), wonach eine falsche Auskunft einer zuständigen Sachbearbeiterin der zuständigen Behörde regelmäßig einen Wiedereinsetzungsgrund darstelle. - VG Düsseldorf, 04.04.2008 - 13 K 3075/06
Anspruch auf Zuschüsse zu Pflegeaufwendungen; Rechtscharakter der Richtlinien …
Rn. 31 Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 19. November 2004 - 6 A 2992/01 - und Verwaltungsgericht Lüneburg, Urteil vom 21. September 2005 - 1 A 80/03 -, beide veröffentlicht in juris.
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