Rechtsprechung
| OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
VwGO § 123; BBG § 96 Abs. 1
Aufforderung zum Dienstantritt Freistellung Dienstunfähigkeit Krankheit Fernbleiben vom Dienst vorläufige Feststellung - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Aufforderung eines Beamten zum Dienstantritt trotz geltend gemachter Dienstunfähigkeit infolge Krankheit aufgrund abweichender Einschätzung des Dienstherrn; Richten eines Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung hinsichtlich Verpflichtung des Dienstherrn zu einer ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Rechtsschutz gegen Aufforderung zum Dienstantritt trotz geltend gemachter Dienstunfähigkeit
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Aufforderung eines Beamten zum Dienstantritt trotz geltend gemachter Dienstunfähigkeit infolge Krankheit aufgrund abweichender Einschätzung des Dienstherrn; Richten eines Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung hinsichtlich Verpflichtung des Dienstherrn zu einer ...
Verfahrensgang
- VG Köln - 15 L 971/16
- OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Papierfundstellen
- NVwZ-RR 2019, 188
Wird zitiert von ... (14) Zitiert selbst (12)
- OVG Nordrhein-Westfalen, 04.01.2010 - 6 B 1116/09
Antrag eines Kriminalhauptkommissars auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung zur …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 12 Vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. September 2014- 2 B 92.13 -, juris, Rn. 11, und Urteil vom 13. Juli 1999 - 1 D 81.97 -, juris, Rn. 38; OVG NRW, Beschluss vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 5, und Bay. VGH, Beschluss vom 26. September 2012 - 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10.Rn. 24 Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 4. Januar 2010- 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 2, und Summer, in: Fürst, Gesamtkommentar Öffentliches Dienstrecht, Band I, Beamtenrecht des Bundes und der Länder, Richterrecht und Wehrrecht, Stand: April 2018, L § 96 Rn. 11 ("auch ohne Genehmigung") und Rn. 12.
Rn. 28 Vgl. insoweit OVG NRW in seinem Beschluss vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 8; anders Bay. VGH, Beschluss vom 26. September 2012- 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10: vorläufige Freistellung von der Dienstleistung.
Rn. 36 Vgl. zu einem parallel gelagerten Fall auch OVG NRW, Beschluss vom 4. Januar 2010- 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 8.
Rn. 52 Aus der einschlägigen Spruchpraxis des OVG NRW vgl. die Beschlüsse vom 12. April 2011- 1 B 1784/10 -, n. v., BA, Seite 2 und 6, vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris, Tenor und Rn. 15, und vom 18. Februar 2004 - 6 B 2060/03 -, Tenor und Rn. 9.
- OVG Nordrhein-Westfalen, 04.07.2013 - 3 A 1879/11
Feststellung des Verlusts der beamtenrechtlichen Dienstbezüge; Schuldhaftes …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 26 Vgl. BVerwG, Urteil vom 23. Juni 2016 - 2 C 24.14 -, juris, Rn. 16, OVG NRW, Urteil vom 4. Juli 2013- 3 A 1879/11 -, juris, Rn. 43, und Summer, in: Fürst, Gesamtkommentar Öffentliches Dienstrecht, Band I, Beamtenrecht des Bundes und der Länder, Richterrecht und Wehrrecht, Stand: April 2018, L § 96 Rn. 12.Rn. 47 Dazu, dass in einem Konfliktfall zwischen privat- und amtsärztlicher Einschätzung desselben Krankheitsbildes der Amtsarzt dann, wenn der Privatarzt seinen medizinischen Befund näher erläutert hat, auf diese Erwägungen eingehen und nachvollziehbar darlegen muss, warum er ihnen nicht folgt, vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 11. Juni 2014 - 2 B 3.13 -, juris, Rn. 18 f., vom 28. Dezember 2012 - 2 B 105.11 -, juris, Rn. 8, und vom 15. Februar 2010- 2 B 126.09 -, juris, Rn. 16 f.; ferner OVG NRW, Urteil vom 4. Juli 2013 - 3 A 1879/11 -, juris, Rn. 45 bis 48, m. w. N.
- VGH Bayern, 26.09.2012 - 6 CE 12.1283
Bundesbeamtenrecht; Pflicht zur Dienstleistung; Erkrankung; krankheitsbedingte …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 12 Vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. September 2014- 2 B 92.13 -, juris, Rn. 11, und Urteil vom 13. Juli 1999 - 1 D 81.97 -, juris, Rn. 38; OVG NRW, Beschluss vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 5, und Bay. VGH, Beschluss vom 26. September 2012 - 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10.Rn. 28 Vgl. insoweit OVG NRW in seinem Beschluss vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 8; anders Bay. VGH, Beschluss vom 26. September 2012- 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10: vorläufige Freistellung von der Dienstleistung.
- OVG Nordrhein-Westfalen, 22.06.2017 - 13 B 238/17
Anlasslose Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen Europarecht
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 32 Vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 17. März 2014- 12 B 70/14 -, juris, Rn. 22 bis 25, und vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, juris, Rn. 13 f., jeweils m. w. N.; ferner etwa Dombert, in: Finkelnburg/Dom-bert/Külpmann, Vorläufiger Rechtsschutz im Verwaltungsstreitverfahren, 7. Aufl. 2017, Rn. 217 und 219, Puttler, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Aufl. 2014, § 123 Rn. 114 a. E., und Buchheister, in: Wysk, VwGO, 2. Aufl. 2016, § 123 Rn. 31. - BVerwG, 15.02.2010 - 2 B 126.09
Disziplinarrecht: Unerlaubtes Fernbleiben vom Dienst; …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 47 Dazu, dass in einem Konfliktfall zwischen privat- und amtsärztlicher Einschätzung desselben Krankheitsbildes der Amtsarzt dann, wenn der Privatarzt seinen medizinischen Befund näher erläutert hat, auf diese Erwägungen eingehen und nachvollziehbar darlegen muss, warum er ihnen nicht folgt, vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 11. Juni 2014 - 2 B 3.13 -, juris, Rn. 18 f., vom 28. Dezember 2012 - 2 B 105.11 -, juris, Rn. 8, und vom 15. Februar 2010- 2 B 126.09 -, juris, Rn. 16 f.; ferner OVG NRW, Urteil vom 4. Juli 2013 - 3 A 1879/11 -, juris, Rn. 45 bis 48, m. w. N. - BVerwG, 23.06.2016 - 2 C 24.14
Beamter; Lehrer; Dienstfähigkeit; Dienstunfähigkeit; Fernbleiben vom Dienst; …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 26 Vgl. BVerwG, Urteil vom 23. Juni 2016 - 2 C 24.14 -, juris, Rn. 16, OVG NRW, Urteil vom 4. Juli 2013- 3 A 1879/11 -, juris, Rn. 43, und Summer, in: Fürst, Gesamtkommentar Öffentliches Dienstrecht, Band I, Beamtenrecht des Bundes und der Länder, Richterrecht und Wehrrecht, Stand: April 2018, L § 96 Rn. 12. - BVerwG, 13.07.1999 - 1 D 81.97
Postbeamter a.D.; Nichtbefolgung der dienstlichen Anordnung, sich amtsärztlich …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 12 Vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. September 2014- 2 B 92.13 -, juris, Rn. 11, und Urteil vom 13. Juli 1999 - 1 D 81.97 -, juris, Rn. 38; OVG NRW, Beschluss vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 5, und Bay. VGH, Beschluss vom 26. September 2012 - 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10. - BVerwG, 24.09.2014 - 2 B 92.13
Unerlaubtes Fernbleiben vom Dienst bei fehlender zeitlicher und örtlicher …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 12 Vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. September 2014- 2 B 92.13 -, juris, Rn. 11, und Urteil vom 13. Juli 1999 - 1 D 81.97 -, juris, Rn. 38; OVG NRW, Beschluss vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris, Rn. 5, und Bay. VGH, Beschluss vom 26. September 2012 - 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10. - BVerwG, 28.12.2012 - 2 B 105.11
Fernbleiben vom Dienst; Feststellung des Gesundheitszustandes durch Amtsarzt
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 47 Dazu, dass in einem Konfliktfall zwischen privat- und amtsärztlicher Einschätzung desselben Krankheitsbildes der Amtsarzt dann, wenn der Privatarzt seinen medizinischen Befund näher erläutert hat, auf diese Erwägungen eingehen und nachvollziehbar darlegen muss, warum er ihnen nicht folgt, vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 11. Juni 2014 - 2 B 3.13 -, juris, Rn. 18 f., vom 28. Dezember 2012 - 2 B 105.11 -, juris, Rn. 8, und vom 15. Februar 2010- 2 B 126.09 -, juris, Rn. 16 f.; ferner OVG NRW, Urteil vom 4. Juli 2013 - 3 A 1879/11 -, juris, Rn. 45 bis 48, m. w. N. - OVG Nordrhein-Westfalen, 17.03.2014 - 12 B 70/14
Erstattung der Aufwendungen für einen selbstbeschafften Betreuungsplatz in einer …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 15.05.2018 - 1 B 263/18
Rn. 32 Vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 17. März 2014- 12 B 70/14 -, juris, Rn. 22 bis 25, und vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, juris, Rn. 13 f., jeweils m. w. N.; ferner etwa Dombert, in: Finkelnburg/Dom-bert/Külpmann, Vorläufiger Rechtsschutz im Verwaltungsstreitverfahren, 7. Aufl. 2017, Rn. 217 und 219, Puttler, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Aufl. 2014, § 123 Rn. 114 a. E., und Buchheister, in: Wysk, VwGO, 2. Aufl. 2016, § 123 Rn. 31. - BVerwG, 11.06.2014 - 2 B 3.13
Innendienstfähigkeit eines Polizeiobermeisters bei Verletzung von Dienstpflichten …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 18.02.2004 - 6 B 2060/03
Vorläufige Freistellung von der Dienstleistung eines Beamten wegen …
- OVG Niedersachsen, 17.07.2023 - 5 ME 46/23
Amtsarztauflage; Aufforderung zum Dienstantritt; Dienstleistungspflicht; Pflicht …
Ein diesbezügliches Eilbegehren ist nicht auf "vorläufige Freistellung vom Dienst" zu richten (ebenso: OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 19 bis 25; a. Auff.: Bay. VGH…, Beschluss vom 26.9.2012 - 6 CE 12.1283 -, juris Rn. 10).Dem Begehren eines Beamten, bei einem Streit über das Vorliegen einer zur Dienstunfähigkeit führenden Erkrankung zunächst weiterhin dem Dienst (durch Vorlage einer privatärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gerechtfertigt) fernbleiben zu dürfen, ohne mit nachteiligen Folgen - etwa dem Verlust der Bezüge - rechnen zu müssen, ist auch nicht auf "vorläufige Feststellung" des Inhalts gerichtet, dass der Beamte "bis zu einer erneuten amtsärztlichen Untersuchung und nachfolgenden Feststellung der Dienstfähigkeit nicht zur Dienstleistung verpflichtet" ist (so aber OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 28).
In der Hauptsache wäre nämlich keine Feststellungsklage mit dem Antrag auf "Feststellung des von dem Beamten angenommenen Nichtbestehens der Pflicht zur Dienstleistung" (so OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 26) statthaft, sondern aufgrund der Subsidiarität der Feststellungsklage wäre eine Leistungsklage zu erheben, hier: gerichtet auf die Verurteilung des Dienstherrn, bis zu einer erneuten amtsärztlichen Untersuchung der Antragstellerin nebst fachpsychiatrischer Zusatzbegutachtung unter Einbeziehung aller bereits vorliegenden sowie aktuellen Befunde, insbesondere in Bezug auf den seelischen Gesundheitszustand, und nachfolgender Feststellung der vollen oder begrenzten Dienstfähigkeit der Antragstellerin privatärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der sie behandelnden Ärzte einer neurologisch-psychiatrischen Gemeinschaftspraxis zum Nachweis des Vorliegens einer zur Dienstunfähigkeit führenden seelischen Erkrankung - hier: depressive Episode, Angst und depressive Störung, gemischt - anzuerkennen.
Die Antragstellerin hat den wörtlichen Antrag gestellt, "vorläufig festzustellen, dass der Antragsgegner nicht berechtigt ist, bei Fortdauer der Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit durch die Neurologisch-psychiatrische Gemeinschaftspraxis D. belastende Maßnahmen, insbesondere den Verlust ihrer Dienstbezüge[,], auf [ihr] Fernbleiben vom Dienst zu stützen." Damit hat sie sich erkennbar an die Ausführungen des von ihr zitierten Beschlusses des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 15. Mai 2018 (- 1 B 263/18 -, juris Rn. 6 bis 37) angelehnt, denen der beschließende Senat indes nur teilweise beizutreten vermag.
Dementsprechend kann die Aufforderung zum Dienstantritt in der Hauptsache nicht mittels Anfechtungsklage angegriffen werden und ist daher insoweit vorläufiger Rechtsschutz nicht gemäß § 80 Abs. 5 VwGO zu gewähren (OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 9).
Für ein Eilbegehren wie das vorliegende, das der Sache nach darauf gerichtet ist, einer Aufforderung zum Dienstantritt zunächst nicht Folge leisten zu müssen, ist daher vorläufiger Rechtsschutz im Wege eines Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung zu suchen (ebenso Bay. VGH…, Beschluss vom 26.9.2012 - 6 CE 12.1283 -, juris Rn. 10; OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 6 bis 8).
Da sich die Pflicht eines Beamten zur Dienstleistung unmittelbar aus dem Gesetz ergibt (s. u.), ein Beamter während der Dauer einer krankheitsbedingten Dienstunfähigkeit aber nicht zur Dienstleistung verpflichtet ist und dementsprechend ein gerechtfertigtes/erlaubtes/entschuldigtes Fernbleiben vom Dienst vorliegt (s. u.), ist ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung mit dem Ziel, einer Aufforderung zum Dienstantritt vorläufig nicht Folge leisten zu müssen, nicht auf "vorläufige Freistellung vom Dienst" zu richten (ebenso: OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 19 bis 25; andere Auff.: Bay. VGH…, Beschluss vom 26.9.2012 - 6 CE 12.1283 -, juris Rn. 10).
Dem Begehren eines Beamten, bei einem Streit über das Vorliegen einer zur Dienstunfähigkeit führenden Erkrankung zunächst weiterhin dem Dienst (durch Vorlage einer privatärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gerechtfertigt) fernleiben zu dürfen, ohne mit nachteiligen Folgen - etwa dem Verlust der Bezüge (vgl. § 14 des Niedersächsischen Besoldungsgesetzes [NBesG]) - rechnen zu müssen, ist allerdings auch nicht - wie die Antragstellerin meint - auf "vorläufige Feststellung" des Inhalts gerichtet, dass der Beamte "bis zu einer erneuten amtsärztlichen Untersuchung und nachfolgenden Feststellung der Dienstfähigkeit nicht zur Dienstleistung verpflichtet ist" (so aber OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 28).
Denn in der Hauptsache wäre nicht - wie das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen, und ihm folgend die Antragstellerin, meint - ein Antrag auf "Feststellung des von dem Beamten angenommenen Nichtbestehens der Pflicht zur Dienstleistung" (so OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 26) statthaft, sondern aufgrund der Subsidiarität der Feststellungsklage (vgl. § 43 Abs. 2 Satz 1 VwGO) wäre eine Leistungsklage, gerichtet auf die Verurteilung des Dienstherrn, bis zu einer erneuten amtsärztlichen Untersuchung der Antragstellerin nebst fachpsychiatrischer Zusatzbegutachtung unter Einbeziehung aller bereits vorliegenden sowie aktuellen Befunde, insbesondere in Bezug auf den seelischen Gesundheitszustand der Antragstellerin, und nachfolgender Feststellung ihrer vollen oder begrenzten Dienstfähigkeit privatärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der die Antragstellerin behandelnden Ärzte der Neurologisch-psychiatrischen Gemeinschaftspraxis D. zum Nachweis des Vorliegens einer zur Dienstunfähigkeit führenden seelischen Erkrankung - hier: depressive Episode, Angst und depressive Störung, gemischt - anzuerkennen, zu erheben.
Implizit wird damit zum Ausdruck gebracht, dass Dienstunfähigkeit infolge von Krankheit ebenfalls ein Fall des gerechtfertigten/erlaubten Fernbleibens vom Dienst ist, ohne dass es hierzu einer ausdrücklichen Genehmigung bzw. Freistellung bedarf (vgl. OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 22 [zur Parallelvorschrift des § 96 Abs. 1 BBG];… Günther, a. a. O., § 96 BBG Rn. 22 ff.); bestätigt wird dies durch § 67 Abs. 1, 2. Halbsatz NBG ("es sei denn, dass der Beamte wegen Krankheit oder aus einem anderen wichtigen Grund gehindert ist, seine Dienstpflichten zu erfüllen").
- VG Schleswig, 11.09.2018 - 12 B 56/18
Einstweiliger Rechtsschutz bei Aufforderung zum Dienstantritt
Bei der Aufforderung zum Dienstantritt handelt es sich nicht um einen Verwaltungsakt, sondern lediglich um eine innerdienstliche Anordnung bzw. einen innerdienstlichen Hinweis auf die gesetzliche Verpflichtung des Beamten zur Dienstleistung (BVerwG…, Urteil vom 13. Juli 1999 - 1 D 81/07 -, juris, Rn. 38; OVG Münster, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris, Rn. 10 f. m.w.N.), sodass kein Fall der §§ 80, 80a VwGO vorliegt (§ 123 Abs. 5 VwGO).Der Statthaftigkeit des Antrags steht auch nicht entgegen, dass er auf eine vorläufige Feststellung des Gerichts zum Nichtbestehen eines Rechtsverhältnisses gerichtet ist ( VG Schleswig…, Beschluss vom 24. August 2017 - 12 B 26/17 -, juris, Rn. 7 ; OVG Münster, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris, Rn. 30 f.).
Sie könnte ihre Rechte dort nicht durch eine Gestaltungs- oder Leistungsklage verfolgen, weil ein Beamter im Falle seiner aktuellen Dienstunfähigkeit kraft Gesetzes von der Pflicht zur Dienstleistung befreit ist (ausführlich OVG Münster, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris, Rn. 18 ff. sowie unten 2. b) aa); a.A. bezüglich der Möglichkeit einer Leistungsklage wohl VGH München, Beschluss vom 26. September 2012 - 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10).
Er ist dann nicht in der Lage, seine Dienstleistungspflicht zu erfüllen ( VG Schleswig…, Urteil vom 5. Juli 2018 - 12 A 53/18 -, juris, Rn. 22 ;… Ciemnyjewski, in: Seeck u.a., Landesbeamtengesetz Schleswig-Holstein, § 67 Rn. 2.2 ; s.a. BVerwG…, Urteil vom 23. Juni 2016 - 2 C 24/14 -, juris, Rn. 16; OVG Münster, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris, Rn. 42 ff.; VGH München…, Beschluss vom 26. September 2012 - 6 CE 12.1283 -, juris, Rn. 10).
- VG Düsseldorf, 06.04.2022 - 4 L 2626/21
Erfolgloser Eilantrag auf Widerruf eines ministeriellen Runderlasses; Prüfung von …
Rn. 185 Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 18.
- VG Düsseldorf, 04.03.2024 - 35 K 5731/22
- OVG Nordrhein-Westfalen, 22.11.2021 - 6 B 1626/21
Aufforderung zum Dienstantritt; Wiedereingliederung; Dienstunfähigkeit; Vorrang; …
Rn. 13 Vgl. hierzu OVG NRW, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, IÖD 2018, 162 = juris Rn. 13-17.Rn. 32 Vgl. zur einschlägigen Spruchpraxis des OVG NRW: Beschlüsse vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, a. a. O. Rn. 50, vom 4. Januar 2010 - 6 B 1116/09 -, juris Rn. 15, und vom 18. Februar 2004 - 6 B 2060/03 -, juris Tenor und Rn. 9.
- VG Berlin, 05.06.2025 - 28 K 260.22 Dieses gesetzliche Modell findet seine Rechtfertigung darin, dass ohnehin niemand zu einer Dienstleistung verpflichtet sein kann, die er objektiv nicht erbringen kann (vgl. zur inhaltsgleichen Regelung im Bundesbeamtengesetz OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 24; vgl. auch BVerwG…, Urteil vom 23. Juni 2016 - BVerwG 2 C 24/14 -, juris Rn. 16).
Dabei handelt es sich um einen bloßen Hinweis auf die gesetzliche Pflicht des Beamten zur Dienstleistung im Sinne einer innerdienstlichen Weisung (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 24. September 2014 - BVerwG 2 B 92/13 -, juris, Rn. 11; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 10).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2024 - 15 B 373/23
Gültigkeit der Wahl der Vertreter der Gruppe der Studierenden zum Senat der …
Rn. 9 - 1 BvR 2129/02 -, juris Rn. 13 ff.; OVG NRW, Beschlüsse vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 30, und vom 10. Juni 2016 - 4 B 504/16 -, juris Rn. 13; OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 29. August 2018 - 6 B 10774/18 -, juris Rn. 6; Nds. OVG, Beschluss vom 4. September 2020. - OVG Niedersachsen, 27.09.2023 - 3 MD 7/23
Für die Beschwerde gemäß § 62 Abs. 1 NDiszG gegen Entscheidungen nach § 58 NDiszG …
Implizit wird damit zum Ausdruck gebracht, dass Dienstunfähigkeit infolge von Krankheit ebenfalls ein Fall des gerechtfertigten Fernbleibens vom Dienst ist, ohne dass es hierzu einer ausdrücklichen Genehmigung bzw. Freistellung bedarf (vgl. OVG NRW, Beschluss vom 15.5.2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 22 [zur Parallelvorschrift des § 96 Abs. 1 BBG];… Günther, a. a. O., § 96 BBG Rn. 22 ff.); bestätigt wird dies durch § 67 Abs. 1, 2. Halbsatz NBG ("es sei denn, dass der Beamte wegen Krankheit oder aus einem anderen wichtigen Grund gehindert ist, seine Dienstpflichten zu erfüllen"). - VG Gelsenkirchen, 07.09.2026 - 12 L 1378/26
Einstweilige Anordnung Vorläufige Feststellung Kommissarische …
Rn. 9 Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 8 ff. - VG Frankfurt/Main, 09.08.2024 - 5 L 1517/24
Eilantrag auf Feststellung, dass eine wirtschaftliche Ressource nicht als …
a) Im Verfahren nach § 123 Abs. 1 VwGO kann zulässigerweise ein Antrag auf vorläufige Feststellung gestellt werden (OVG NRW, Beschluss vom 15. Mai 2018 - 1 B 263/18 -, juris Rn. 30 m.w.N.). - VG Minden, 27.10.2023 - 9 L 905/23
- VG München, 09.08.2022 - M 31 E 22.3815
Veranschlagung des Kostenbetrags vor wasserrechtlicher Ersatzvornahme
- VG Oldenburg, 07.10.2022 - 7 B 829/21
Anordnungsgrund; Antragsänderung; Einseitige Erledigungserklärung; …
- VG Schleswig, 04.01.2023 - 12 B 51/22
Einstweiliger Rechtschutz zur Freistellung
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".