Rechtsprechung
| KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22 |
Volltextveröffentlichung
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Verfahrensgang
- LG Berlin, 14.06.2021 - 544 KLs 22/20
- LG Berlin, 11.01.2022 - 544 KLs 22/20
- BGH, 12.04.2022 - 5 StR 467/21
- KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Papierfundstellen
- StV 2023, 89 (Ls.)
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (22)
- KG, 07.08.2014 - 1 Ws 52/14
Vollzug der Untersuchungshaft: Trennung des Angeklagten von einem Mitangeklagten
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
bb) Die mit den nach § 119 Abs. 1 Satz 1 und 2 StPO getroffenen und mit dem Beschluss der Strafkammervorsitzenden aufrecht erhaltenen Anordnungen zum Vollzug der Untersuchungshaft verbundenen Eingriffe in die Grundrechte des Beschwerdeführers waren schwerwiegend (vgl. auch KG, Beschluss vom 7. August 2014 - 1 Ws 52/14 -, juris Rdnr. 4) im Sinne der vorstehend dargelegten Rechtsprechung und rechtfertigen daher die Bejahung eines nachträglichen Feststellungsinteresses.Die bloße Möglichkeit, dass ein Untersuchungsgefangener seine Freiheiten missbraucht, genügt nicht (…vgl. BVerfG, jeweils a. a. O.;… VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 18;… OLG Celle, a. a. O.; OLG Hamm…, Beschluss vom 28. Mai 2019 - III-5 Ws 217/19 -, juris Rdnr. 23; KG, Beschlüsse vom 5. September 2018 - 2 Ws 166/18 -, 7. August 2014, a. a. O., und 30. April 2014 - 4 Ws 36/14 -, juris Rdnr. 6 f.;… Senat, jeweils a. a. O.; jeweils m. w. Nachw.).
Liegen konkrete Hinweise vor, dass eine Gefahr für einen anderen Zweck als denjenigen besteht, auf den die freiheitsentziehende Maßnahme gestützt ist, so darf aber auch dieser bei der Anordnung von Beschränkungen nach § 119 Abs. 1 StPO berücksichtigt werden (…vgl. - jeweils betreffend Haftzwecke nach § 112 Abs. 2 StPO - OLG Celle, a. a. O.;… OLG Hamm, a. a. O., juris Rdnr. 22; KG, Beschlüsse vom 5. September 2018, a. a. O., 7. August 2014, a. a. O., 13. September 2012 - 4 Ws 97/12 -, juris Rdnr. 15;… Senat, Beschlüsse vom 6. September 2021, a. a. O., und 3. August 2018, a. a. O., juris Rdnr. 28;… Gärtner in Löwe/Rosenberg, StPO 27. Aufl., § 119 Rdnr. 16 ff.; jeweils m. w. Nachw.).
Dass Maßnahmen im Sinne des § 119 Abs. 1 StPO nur dann angeordnet werden dürfen, wenn aufgrund konkreter Anhaltspunkte eine reale Gefahr für die Haftzwecke besteht, bedeutet nicht, dass bei der Prüfung dieser Voraussetzungen allgemeine Erfahrungssätze außer Betracht zu bleiben haben (vgl. KG, Beschlüsse vom 24. September 2021 - 1 Ws 35/21 -, 4. April 2017 - 1 Ws 17/17 - und 7. August 2014, a. a. O., juris Rdnr. 6, jeweils m. w. Nachw.).
- KG, 03.08.2018 - 5 Ws 140/18
Untersuchungshaft: Rechtmäßigkeit einer Trennungsanordnung zur Abwehr der …
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Nach dem Willen des Gesetzgebers soll aus grundrechtlichen Erwägungen jede Beschränkung von dem Haftgericht auf ihre konkrete Erforderlichkeit im Einzelfall geprüft und begründet werden (vgl. BT-Drs. 16/11644 S. 24;… VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 18; Senat, Beschlüsse vom 6. September 2021 - 5 Ws 172/21 - und 3. August 2018 - 5 Ws 140/18 -, juris Rdnr. 27 m. w. Nachw.).Liegen konkrete Hinweise vor, dass eine Gefahr für einen anderen Zweck als denjenigen besteht, auf den die freiheitsentziehende Maßnahme gestützt ist, so darf aber auch dieser bei der Anordnung von Beschränkungen nach § 119 Abs. 1 StPO berücksichtigt werden (…vgl. - jeweils betreffend Haftzwecke nach § 112 Abs. 2 StPO - OLG Celle, a. a. O.;… OLG Hamm, a. a. O., juris Rdnr. 22;… KG, Beschlüsse vom 5. September 2018, a. a. O., 7. August 2014, a. a. O., 13. September 2012 - 4 Ws 97/12 -, juris Rdnr. 15; Senat, Beschlüsse vom 6. September 2021, a. a. O., und 3. August 2018, a. a. O., juris Rdnr. 28;… Gärtner in Löwe/Rosenberg, StPO 27. Aufl., § 119 Rdnr. 16 ff.; jeweils m. w. Nachw.).
Vielmehr ist auf der Grundlage der durch die freiheitsentziehende Maßnahme veränderten Situation unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls zu prüfen, ob die abzuwehrende Gefahr trotz der erfolgten Freiheitsentziehung besteht und den Erlass einer Anordnung gemäß § 119 Abs. 1 StPO und damit verbunden eine Einschränkung von Grundrechten erfordert (…vgl. VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 19;… ähnlich OLG Celle, a. a. O.; Senat, Beschlüsse vom 6. September 2021, a. a. O., und 3. August 2018, a. a. O.; jeweils m. w. Nachw.).
- OLG Nürnberg, 08.06.2018 - 2 Ws 166/18
Voraussetzungen für die Durchsuchung eines Strafgefangenen mit Entkleidung
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Die bloße Möglichkeit, dass ein Untersuchungsgefangener seine Freiheiten missbraucht, genügt nicht (…vgl. BVerfG, jeweils a. a. O.;… VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 18;… OLG Celle, a. a. O.; OLG Hamm…, Beschluss vom 28. Mai 2019 - III-5 Ws 217/19 -, juris Rdnr. 23; KG, Beschlüsse vom 5. September 2018 - 2 Ws 166/18 -, 7. August 2014, a. a. O., und 30. April 2014 - 4 Ws 36/14 -, juris Rdnr. 6 f.;… Senat, jeweils a. a. O.; jeweils m. w. Nachw.).Liegen konkrete Hinweise vor, dass eine Gefahr für einen anderen Zweck als denjenigen besteht, auf den die freiheitsentziehende Maßnahme gestützt ist, so darf aber auch dieser bei der Anordnung von Beschränkungen nach § 119 Abs. 1 StPO berücksichtigt werden (…vgl. - jeweils betreffend Haftzwecke nach § 112 Abs. 2 StPO - OLG Celle, a. a. O.;… OLG Hamm, a. a. O., juris Rdnr. 22; KG, Beschlüsse vom 5. September 2018, a. a. O., 7. August 2014, a. a. O., 13. September 2012 - 4 Ws 97/12 -, juris Rdnr. 15;… Senat, Beschlüsse vom 6. September 2021, a. a. O., und 3. August 2018, a. a. O., juris Rdnr. 28;… Gärtner in Löwe/Rosenberg, StPO 27. Aufl., § 119 Rdnr. 16 ff.; jeweils m. w. Nachw.).
- OLG Saarbrücken, 24.03.2022 - 4 Ws 34/22
Der weitere Vollzug einer Maßregel nach § 64 S. 2 StGB ist nicht allein deshalb …
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Die Auslagenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 467 Abs. 1 StPO (vgl. KG, Beschluss vom 30. März 2022 - 4 Ws 34/22 - m. w. Nachw.). - BVerfG, 05.12.2001 - 2 BvR 527/99
Rehabilitierung bei Abschiebungshaft
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Es ist mit der durch Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG und der durch Art. 20 Abs. 3 GG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 GG verbürgten Effektivität des Rechtsschutzes grundsätzlich vereinbar, ein Rechtsschutzinteresse nur so lange als gegeben anzusehen, wie eine gegenwärtige Beschwer ausgeräumt, einer Wiederholungsgefahr begegnet oder eine fortwirkende Beeinträchtigung beseitigt werden kann (vgl. BVerfG, Beschluss vom 5. Dezember 2001 - 2 BvR 527/99 u. a. -, juris Rdnr. 34 [= BVerfGE 104, 220 ff.] m. w. Nachw.). - BVerfG, 04.02.2009 - 2 BvR 455/08
Entkleidung und Anusinspektion bei Aufnahme in die Untersuchungshaftanstalt (kein …
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Bei der Anwendung des § 119 Abs. 1 StPO ist insbesondere dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ein Untersuchungsgefangener noch nicht rechtskräftig verurteilt ist und deshalb nur unvermeidlichen Einschränkungen seiner Grundrechte unterworfen werden darf (…vgl. BT-Drs. 16/11644 a. a. O.; BVerfG, stattgebende Kammerbeschlüsse vom 30. Oktober 2014 - 2 BvR 1513/14 -, juris Rdnr. 18, und 4. Februar 2009 - 2 BvR 455/08 -, juris Rdnr. 27;… VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 17; OLG Celle…, Beschluss vom 10. Januar 2020 - 3 Ws 372/19 [UVollz] -, juris Rdnr. 20; KG…, Beschluss vom 29. März 2010 - 4 Ws 14/10 - Senat, jeweils a. a. O.; jeweils m. w. Nachw.). - BVerfG, 30.10.2014 - 2 BvR 1513/14
Stattgebender Kammerbeschluss: Verstoß gegen Art 2 Abs 1 iVm Art 1 Abs 1, Art 2 …
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Bei der Anwendung des § 119 Abs. 1 StPO ist insbesondere dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ein Untersuchungsgefangener noch nicht rechtskräftig verurteilt ist und deshalb nur unvermeidlichen Einschränkungen seiner Grundrechte unterworfen werden darf (…vgl. BT-Drs. 16/11644 a. a. O.; BVerfG, stattgebende Kammerbeschlüsse vom 30. Oktober 2014 - 2 BvR 1513/14 -, juris Rdnr. 18, und 4. Februar 2009 - 2 BvR 455/08 -, juris Rdnr. 27;… VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 17; OLG Celle…, Beschluss vom 10. Januar 2020 - 3 Ws 372/19 [UVollz] -, juris Rdnr. 20; KG…, Beschluss vom 29. März 2010 - 4 Ws 14/10 - Senat, jeweils a. a. O.; jeweils m. w. Nachw.). - OLG Celle, 10.01.2020 - 3 Ws 372/19
Keine Verdunkelungsgefahr bei bloßer Möglichkeit der Gefahr für öffentliche …
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Bei der Anwendung des § 119 Abs. 1 StPO ist insbesondere dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ein Untersuchungsgefangener noch nicht rechtskräftig verurteilt ist und deshalb nur unvermeidlichen Einschränkungen seiner Grundrechte unterworfen werden darf (…vgl. BT-Drs. 16/11644 a. a. O.;… BVerfG, stattgebende Kammerbeschlüsse vom 30. Oktober 2014 - 2 BvR 1513/14 -, juris Rdnr. 18, und 4. Februar 2009 - 2 BvR 455/08 -, juris Rdnr. 27;… VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 17; OLG Celle, Beschluss vom 10. Januar 2020 - 3 Ws 372/19 [UVollz] -, juris Rdnr. 20; KG…, Beschluss vom 29. März 2010 - 4 Ws 14/10 - Senat, jeweils a. a. O.; jeweils m. w. Nachw.). - OLG Bremen, 10.05.2022 - 1 Ws 30/22
Haftungsbezogene Beschränkungen in der Untersuchungshaft; Anforderungen an Gefahr …
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Ob in einer solchen Fallgestaltung die Verdunkelungsgefahr (regelmäßig) entfällt (…vgl. OLG Celle, a. a. O.; OLG Brandenburg…, Beschluss vom 2. März 2020 - 1 Ws 18/20 -, juris Rdnr. 15;… OLG Saarbrücken, a. a. O.; Hanseatisches OLG Bremen…, Beschluss vom 13. Januar 2017 - 1 Ws 180/16 -, juris Rdnr. 23;… KG, Beschlüsse vom 20. Juni 2018 und 1. September 2014, jeweils a. a. O .;… Gärtner, a. a. O., § 119 Rdnr. 21; differenzierend Hanseatisches OLG Bremen, Beschluss vom 10. Mai 2022 - 1 Ws 30/22 -, juris Rdnr. 17; jeweils m. w. Nachw.), lässt der Senat offen. - OLG Hamm, 28.05.2019 - 5 Ws 217/19
Besuchsüberwachung in Haft nur bei realen Gefahren für Haftzwecke
Auszug aus KG, 20.10.2022 - 5 Ws 41/22
Die bloße Möglichkeit, dass ein Untersuchungsgefangener seine Freiheiten missbraucht, genügt nicht (…vgl. BVerfG, jeweils a. a. O.;… VerfGH Berlin, a. a. O., juris Rdnr. 18;… OLG Celle, a. a. O.; OLG Hamm, Beschluss vom 28. Mai 2019 - III-5 Ws 217/19 -, juris Rdnr. 23;… KG, Beschlüsse vom 5. September 2018 - 2 Ws 166/18 -, 7. August 2014, a. a. O., und 30. April 2014 - 4 Ws 36/14 -, juris Rdnr. 6 f.;… Senat, jeweils a. a. O.; jeweils m. w. Nachw.). - OLG Saarbrücken, 07.07.2015 - 1 Ws 122/15
Haftfortdauerentscheidung bei der Urteilsverkündung: Erfordernis von Ausführungen …
- KG, 13.09.2012 - 4 Ws 97/12
Beschränkungsanordnung nur bei konkreten Anhaltspunkten für eine reale Gefährdung …
- KG, 07.02.2012 - 4 Ws 11/12
Untersuchungshaft: Überprüfung von Beschränkungen wie der Übergabe von …
- VerfGH Berlin, 14.09.2010 - VerfGH 115 A/10
Zurückweisung eines Antrages auf Erlass einer einstweiligen Anordnung; …
- KG, 30.04.2014 - 4 Ws 36/14
Untersuchungshaft: Voraussetzungen für beschränkende Anordnungen nach neuem Recht
- OLG Celle, 26.03.2021 - 2 Ws 82/21
Invollzugsetzung eines Haftbefehls; Fluchtgefahr bei hoher Straferwartung; …
- KG, 12.08.2013 - 4 Ws 102/13
Beschränkungen in der Untersuchungshaft
- OLG Brandenburg, 02.03.2020 - 1 Ws 18/20
Überprüfung eines Haftbefehls nach noch nicht rechtskräftiger Verurteilung des …
- KG, 29.03.2010 - 4 Ws 14/10
Vollzug der Untersuchungshaft in Berlin: Voraussetzungen und Umfang von …
- BGH, 12.04.2022 - 5 StR 467/21
Verwerfung der Revision als unbegründet mit Anm. des Senats zum Hang
- KG, 07.06.2022 - 5 Ws 199/21
Fortsetzungsfeststellungsinteresse bei Erledigungseintritt im …
- OLG Bremen, 13.01.2017 - 1 Ws 180/16
- LG Nürnberg-Fürth, 05.09.2023 - 20 KLs 355 Js 10216/23
Aufhebung der Briefüberwachung des Untersuchungsgefangenen
§ 119 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 StPO bietet zwar eine zulässige Ermächtigungsgrundlage, jedoch muss seine Auslegung im Lichte des Grundrechts und bei Untersuchungsgefangenen ebenso im Lichte der Unschuldsvermutung erfolgen, sodass der Untersuchungsgefangene allein den unvermeidlichen Beschränkungen unterworfen werden darf (BVerfG 30.10.2014 - 2 BvR 1513/14, NStZ-RR 2015, 79 (80); KG 20.10.2022 - 5 Ws 41/22, BeckRS 2022, 38740 Rn. 23;… OLG Celle 18.02.2022 - 3 Ws 49/22 (UVollz), BeckRS 2022, 14685 Rn. 7;… OLG Stuttgart 08.02.2022 - 1 Ws 21/22, BeckRS 2022, 2423 Rn. 8).Rn. 9 Das bloße Vorliegen der Haftgründe allein kann Anordnungen nach § 119 Abs. 1 StPO schon deshalb nicht rechtfertigen, weil diese bereits Voraussetzung der Untersuchungshaft als solcher und deshalb für sich genommen nicht geeignet sind, die Erforderlichkeit darüber hinausgehender Beschränkungen zu begründen (BVerfG 30.10.2014 - 2 BvR 1513/14, NStZ-RR 2015, 79 (80); KG 20.10.2022 - 5 Ws 41/22, BeckRS 2022, 38740 Rn. 24;… OLG Celle 18.02.2022 - 3 Ws 49/22 (UVollz), BeckRS 2022, 14685 Rn. 8).
Rn. 13 Zwar darf auf tatsachengestützte allgemeine Erfahrungssätze zurückgegriffen werden, wonach etwa der unkontrollierte Informationsaustausch zwischen nicht geständigen mutmaßlichen Tatbeteiligten untereinander die Gefahr der Erschwerung oder sogar Vereitelung der Wahrheitsfindung mit sich bringe (KG 20.10.2022 - 5 Ws 41/22, BeckRS 2022, 38740 Rn. 25;… OLG Bremen 10.05.2022 - 1 Ws 30/22, BeckRS 2022, 11339 Rn. 15).
Es ist aber auch zu beachten, dass "nicht die (etwaige) Abstimmung des Einlassungsverhaltens in der Hauptverhandlung per se unzulässig ist, sondern konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen müssen, dass auf das Aussageverhalten von Mitbeschuldigten oder Zeugen in unlauterer Weise Einfluss genommen werden soll" (KG 20.10.2022 - 5 Ws 41/22, BeckRS 2022, 38740 Rn. 25).
D. h. auch die allgemeinen Erfahrungssätze müssen fortlaufend einer Abwägung mit den grundrechtlich geschützten Positionen des als unschuldig geltenden Untersuchungshäftlings unterzogen und mit den Umständen des Einzelfalls abgeglichen werden (vgl. KG 20.10.2022 - 5 Ws 41/22, BeckRS 2022, 38740 Rn. 32;… OLG Bremen 10.05.2022 - 1 Ws 30/22, BeckRS 2022, 11339 Rn. 19).
- OLG Frankfurt, 25.08.2026 - 3 Ws 379/26
Zu den Anforderungen an haftungsgrundbezogene Beschränkungen bei organisierter …
In Bezug auf die Verdunkelungsgefahr gilt der insoweit heranzuziehende Erfahrungssatz, dass Absprachen unter Tatbeteiligten - auch über Dritte - jedenfalls dann naheliegen, wenn diese nicht geständig sind (Senat, Beschluss vom 16.02.2023 - 3 Ws 25/23; OLG Frankfurt, Beschluss vom 16.11.2023 - 7 Ws 207/23 ; Senat, Beschluss vom 31.05.2022 - 3 Ws 150/22; Senat, Beschluss vom 3.11.2022 - 3 Ws 391/22; OLG Frankfurt…, Beschluss vom 25.01.2024 - 7 Ws 242/23 , BeckRS 2024, 2765 Rn. 12; KG, Beschluss vom 20.10.2022 - 5 Ws 41/22 - 121 AR 50/22, BeckRS 2022, 38740 Rn. 25). - OLG Stuttgart, 26.03.2024 - 1 Ws 26/24
Beschränkungen während der Untersuchungshaft: Überwachung des Schriftverkehrs und …
Vielmehr bedarf es einer einzelfallbezogenen Prüfung, ob konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung der in § 119 Abs. 1 StPO bezeichneten öffentlichen Interessen bestehen (…BVerfG aaO; KG, NStZ-RR 2014, 377 und BeckRS 2022, 38740 jew. mwN).Rn. 12 Anders verhält es sich nur dann, wenn der Sachverhalt in vollem Umfang und durch gesicherte Beweise in einer Weise aufgeklärt ist, dass der Angeklagte die Wahrheitsermittlung nicht mehr erfolgreich wird behindern können (KG, BeckRS 2022, 38740).
Rn. 13 Die Erwägung, eine Verdunkelungsgefahr könnte nach einem ergangenen Urteil schon deshalb entfallen, weil Inhalte bisheriger Zeugenaussagen durch Bekundungen der am Verfahren beteiligten Richter und Staatsanwälte eingeführt werden können (offengelassen von KG, BeckRS 2022, 38740), überzeugt nicht und ließe den Haftgrund der Verdunkelungsgefahr leerlaufen.
- OLG Naumburg, 13.01.2026 - 1 Ws 415/25 Erforderlich ist vielmehr eine konkrete Gefährdung des Haftzwecks; es muss die durch die Inhaftierung des Beschuldigten veränderte Situation berücksichtigt und geprüft werden, ob die abzuwehrende Gefahr trotz des Vollzugs der Untersuchungshaft besteht und den Erlass einer Anordnung nach § 119 Abs. 1 StPO erforderlich macht (vgl. OLG Köln…, Beschluss vom 15. März 2021 - III-2 Ws 133/21 -, Rn. 8; KG Berlin, Beschluss vom 20. Oktober 2022 - 5 Ws 41/22 -, Rn. 25; jeweils zitiert nach juris).
Zur Feststellung des konkreten Vorliegens einer Gefährdung darf auf tatsachengestützte allgemeine Erfahrungssätze zurückgegriffen werden (vgl. KG Berlin, Beschluss vom 20. Oktober 2022 - 5 Ws 41/22 -, Rn. 28, zitiert nach juris).
- OLG Frankfurt, 16.11.2023 - 7 Ws 207/23
Versagung einer Dauerbesuchs- und Telefonerlaubnis in der Untersuchungshaft
Insbesondere gilt der Erfahrungssatz, dass Absprachen unter Tatbeteiligten jedenfalls dann naheliegen, wenn diese nicht geständig sind (KG, Beschluss vom 20. Oktober 2022 - 5 Ws 41/22 - 121 AR 50/22 = BeckRS 2022, 38740; OLG Frankfurt am Main, Beschlüsse vom 3. November 2022 - 3 Ws 391/22 und vom 16. Februar 2023 - 3 Ws 25/23). - OLG Frankfurt, 25.01.2024 - 7 Ws 242/23
Haftgrundbezogene Beschränkungen
Insbesondere gilt der Erfahrungssatz, dass Absprachen unter Tatbeteiligten - auch über Dritte - jedenfalls dann naheliegen, wenn diese nicht geständig sind (KG, Beschluss vom 20. Oktober 2022 - 5 Ws 41/22 - 121 AR 50/22 = BeckRS 2022, 38740; OLG Frankfurt am Main, Beschlüsse vom 31. Mai 2022 - 3 Ws 150/22, vom 3. November 2022 - 3 Ws 391/22, vom 16. Februar 2023 - 3 Ws 25/23 und vom 16. November - 7 Ws 207/23).
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