Rechtsprechung
| VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- openjur.de
Vorabentscheidung über den Rechtsweg;Rechtsweg zu den Verwaltungsgerichten eröffnet;Qualifizierung eines "Dienstleistungsüberlassungsvertrages" als öffentlich-rechtlicher Vertrag
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (15)
- BVerwG, 27.01.2005 - 2 B 94.04
Arbeitsvertrag; beamtenrechtliche Streitigkeit; Verwaltungsrechtsweg.
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Rn. 13 Die Verweisung eines Rechtsstreits ist nach § 17a Abs. 2 Satz 1 GVG nur dann zulässig und geboten, wenn der von dem Rechtsschutzsuchenden beschrittene Rechtsweg schlechthin, d.h. für den Klageanspruch mit allen in Betracht kommenden Rechtsgrundlagen unzulässig ist (vgl. BVerwG vom 27.1.2005 DVBl 2005, 516 = ZBR 2005, 174 = BayVBl 2006, 156).Dabei kommt es regelmäßig darauf an, ob die an der Streitigkeit Beteiligten zueinander in einem hoheitlichen Verhältnis der Über- und Unterordnung stehen und ob sich der Träger hoheitlicher Gewalt der besonderen, ihm zugeordneten Rechtssätze des öffentlichen Rechts bedient oder ob er sich den für jedermann geltenden zivilrechtlichen Regelungen unterstellt (BVerwG vom 27.1.2005 a.a.O. m.w.N.).
Darüber hinaus können Streitigkeiten über den Inhalt und die Wirksamkeit einzelner Klauseln eines Vertrages im Hinblick auf die Gegenstände solcher "additiver" Verträge ebenfalls verschiedenen Rechtswegen zugewiesen sein (BVerwG vom 27.1.2005 a.a.O.).
Sie kann daher anders als in dem vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG vom 27.1.2005 a.a.O.) entschiedenen Fall gerade nicht von den übrigen Regelungen des Vertrages abgekoppelt und dem Zivilrechtsweg zugewiesen werden.
- GemSOGB, 10.04.1986 - GmS-OGB 1/85
Rechtsweg für Streitigkeiten zwischen Trägern der gesetzlichen …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Soweit keine ausdrücklichen gesetzlichen Rechtswegzuweisungen bestehen, ist die Natur des Rechtsverhältnisses maßgebend, aus dem der Klageanspruch hergeleitet wird (vgl. GmS-OGB vom 4.6.1974 BSGE 37, 292; GmS-OGB vom 10.4.1986 BVerwGE 74, 368/370 = BGHZ 97, 312; GmS-OGB vom 29.10.1987 BGHZ 102, 280/283).Die Rechtsnatur des Vertrages bestimmt sich danach, ob der Vertragsgegenstand, der aus dem Inhalt des Vertrages zu ermitteln ist, dem öffentlichen oder dem privaten Recht zuzurechnen ist (BVerwG vom 5.10.1965 BVerwGE 22, 138; BGH vom 12.7.1971 BGHZ 56, 365; GmS-OGB vom 10.4.1986 a.a.O.).
- BVerwG, 07.06.1984 - 2 C 84.81
Beamtenrecht - Gehorsamspflicht - Busfahrer - Beamte - Deutsche Bundesbahn
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Rn. 21 a. Maßgebend für die rechtliche Einordnung des verfahrensgegenständlichen Vertrages ist zunächst der Umstand, dass nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG vom 7.6.1984 BVerwGE 69, 303), der der Senat folgt, der wesentliche Inhalt des Vertrages darin besteht, lediglich den Empfänger der Arbeitsleistung der überlassenen Beamten zu ändern.Von daher kann die Überlassung von Bundesbeamten an die Beklagten auch nicht als Zuweisung von Beamten zur Dienstleistung an juristische Personen des Privatrechts qualifiziert werden (sog. "Ausleihe"); eine solche Zuweisung wäre im Übrigen unzulässig (vgl. BVerwG vom 7.6.1984 a.a.O. S. 309).
- BGH, 29.11.2002 - V ZR 105/02
Zulässigkeit sog. "Einheimischenmodelle"
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Rn. 23 c. Es bedarf im vorliegenden Fall keiner Entscheidung, welcher der oben dargestellten Rechtsauffassungen zur Zuordnung eines Mischvertrages als dem öffentlichen Recht angehörend zu folgen ist, denn selbst wenn der weiten, insbesondere vom Bundesgerichtshof (z.B. BGH v. 29.11.2002 DVBl. 2003, 519 m.w.N.) vertretenen Auffassung gefolgt wird, ist der vorliegende Vertrag als öffentlich-rechtlicher Vertrag nach §§ 54 ff. VwVfG zu qualifizieren, denn der Schwerpunkt der vertraglichen Regelungen liegt eindeutig im öffentlichen Recht. - BVerwG, 06.07.1973 - IV C 22.72
Rechtsweg bei Streitigkeit um einen sog. Folgekostenvertrag
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Rn. 19 b. Soweit sich die privatrechtlichen und die öffentlich-rechtlichen Rechte und/oder Pflichten in dem Vertrag gegenseitig bedingen, mithin synallagmatisch und nach übereinstimmenden Regelungen zu beurteilen sind, ist eine Aufspaltung des Vertrages in einen öffentlich-rechtlichen und in einen privatrechtlichen Vertrag nach ganz herrschender Meinung unzulässig (vgl. z.B. Knack, VwVfG, RdNr. 63 zu § 54;… Höfling/Krings, a.a.O. S. 627; Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, RdNr. 313 ff. zu § 40 VwGO; BVerwG vom 6.7.1973 BVerwGE 42, 331/333; BVerwG vom 1.2.1980 DVBl. 1980, 686/687). - BVerwG, 18.09.2008 - 2 C 126.07
Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost; Personalserviceagentur Vivento; …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Hierbei handelt es sich um einen hergebrachten Grundsatz des Berufsbeamtentums im Sinne von Art. 33 Abs. 5 GG, wonach Beamte, die Inhaber eines Amtes im statusrechtlichen Sinne sind, vom Dienstherrn verlangen können, dass ihnen Funktionsämter, also ein abstrakt-funktionelles und ein konkret-funktionelles Amt, deren Wertigkeit ihrem Amt im statusrechtlichen Sinne entspricht, übertragen werden (vgl. BVerwG vom 22.6.2006 BVerwGE 126, 182/183 f. = Buchholz 11 Art. 143b GG Nr. 3; BVerwG vom 18.9.2008 BVerwGE 132, 31; BVerwG vom 18.9.2008 BVerwGE 132, 40). - BVerwG, 22.06.2006 - 2 C 26.05
Bei einem Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost beschäftigter Beamter; …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Hierbei handelt es sich um einen hergebrachten Grundsatz des Berufsbeamtentums im Sinne von Art. 33 Abs. 5 GG, wonach Beamte, die Inhaber eines Amtes im statusrechtlichen Sinne sind, vom Dienstherrn verlangen können, dass ihnen Funktionsämter, also ein abstrakt-funktionelles und ein konkret-funktionelles Amt, deren Wertigkeit ihrem Amt im statusrechtlichen Sinne entspricht, übertragen werden (vgl. BVerwG vom 22.6.2006 BVerwGE 126, 182/183 f. = Buchholz 11 Art. 143b GG Nr. 3; BVerwG vom 18.9.2008 BVerwGE 132, 31; BVerwG vom 18.9.2008 BVerwGE 132, 40). - BVerwG, 01.12.1989 - 8 C 44.88
Zulässigkeit der Ablösung von Erschließungsbeiträgen; Voraussetzungen für die …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Rn. 18 a. Soweit lediglich zwei selbständige Verträge in einer Urkunde zusammengefasst sind, können diese getrennt werden; es liegen dann ein Verwaltungsvertrag und ein privatrechtlicher Vertrag vor (BVerwG vom 1.12.1989 BVerwGE 84, 183;… Stelkens/Bonk/Sachs, a.a.O., RdNr. 78 zu § 54). - BVerwG, 18.09.2008 - 2 C 8.07
Abstrakt-funktionelles Amt; Amt im statusrechtlichen Sinne; amtsangemessene …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Hierbei handelt es sich um einen hergebrachten Grundsatz des Berufsbeamtentums im Sinne von Art. 33 Abs. 5 GG, wonach Beamte, die Inhaber eines Amtes im statusrechtlichen Sinne sind, vom Dienstherrn verlangen können, dass ihnen Funktionsämter, also ein abstrakt-funktionelles und ein konkret-funktionelles Amt, deren Wertigkeit ihrem Amt im statusrechtlichen Sinne entspricht, übertragen werden (vgl. BVerwG vom 22.6.2006 BVerwGE 126, 182/183 f. = Buchholz 11 Art. 143b GG Nr. 3; BVerwG vom 18.9.2008 BVerwGE 132, 31; BVerwG vom 18.9.2008 BVerwGE 132, 40). - BVerwG, 01.02.1980 - 4 C 40.77
Rechtsweg bei Ansprüchen aus ungerechtfertigter Bereicherung; Rechtsnatur von …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2011 - 14 C 11.705
Rn. 19 b. Soweit sich die privatrechtlichen und die öffentlich-rechtlichen Rechte und/oder Pflichten in dem Vertrag gegenseitig bedingen, mithin synallagmatisch und nach übereinstimmenden Regelungen zu beurteilen sind, ist eine Aufspaltung des Vertrages in einen öffentlich-rechtlichen und in einen privatrechtlichen Vertrag nach ganz herrschender Meinung unzulässig (vgl. z.B. Knack, VwVfG, RdNr. 63 zu § 54;… Höfling/Krings, a.a.O. S. 627; Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, RdNr. 313 ff. zu § 40 VwGO; BVerwG vom 6.7.1973 BVerwGE 42, 331/333; BVerwG vom 1.2.1980 DVBl. 1980, 686/687). - GemSOGB, 29.10.1987 - GmS-OGB 1/86
Rechtsweg bei Rechtsstreitigkeiten zwischen Leistungserbringern und Trägern der …
- GemSOGB, 04.06.1974 - GmS-OGB 2/73
Keine Krankenversicherungspflicht aufgrund der Höhe des Verdienstes; …
- BGH, 12.07.1971 - III ZR 252/68
Rechtsweg für Streit aus Anbauverträgen
- BVerwG, 05.10.1965 - IV C 26.65
Berücksichtiung des mit dem Voreigentümer geschlossenen Vertrages, zur Einordnung …
- VGH Baden-Württemberg, 21.05.1996 - 1 S 998/94
Verteilung der Gewinnausschüttung eines Zweckverbandes: öffentlich-rechtlicher …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 14.03.2013 - 2 E 182/13
Feststellung des öffentlich-rechtlichen Charakters eines notariellen Vertrages
Rn. 16 Vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. Februar 1994 - 4 B 40.94 -, BRS 56 Nr. 242 = juris Rn. 8, Urteile vom 1. Dezember 1989 - 8 C 44.88 -, BVerwGE 84, 183 = BRS 75 Nr. 181 = juris Rn. 16, vom 29. Mai 1981 - 4 C 72.78 -, BRS 38 Nr. 5 = juris Rn. 27, und vom 6. Juli 1973 - IV C 22.72 -, BVerwGE 42, 331 = BRS 27 Nr. 47 = juris Rn. 18; Bay. VGH, Beschluss vom 12. Dezember 2011 - 14 C 11.705 -, juris Rn. 19.Rn. 18 Vgl. BVerwG, Urteil vom 5. Oktober 1965 - IV C 26.65 -, BVerwGE 22, 138 = DVBl. 1967, 40 = juris Rn. 18 f.; BGH, Beschlüsse vom 19. September 2012 - V ZB 86/12 -, NVwZ 2013, 96 = juris Rn. 5, und vom 2. Oktober 2003 - V ZB 8/03 -, NVwZ 2004, 253 = juris Rn. 5; Bay. VGH, Beschluss vom 12. Dezember 2011 - 14 C 11.705 -, juris Rn. 19.
- OLG Stuttgart, 20.08.2012 - 12 W 37/12
Ordentlicher Rechtsweg: Qualifikation eines Vertrages einer Gemeinde mit einer …
Rn. 12 a) Nach der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte ist ein Vertrag über die Erstattung von Personalkosten eine zivilrechtliche Regelung (BayVGH, Beschluss vom 12.12.2011 - 14 C 11.705 - juris Rn. 23, 25).Rn. 13 Enthält ein solcher Vertrag neben einer solchen zivilrechtlichen Regelung noch andere Regelungen, die ihm sein wesentliches Gepräge verleihen und die ihre Rechtsgrundlage nicht im privaten, sondern im öffentlichen Recht finden, liegt hingegen ein öffentlich-rechtlicher Vertrag vor und ist der Verwaltungsrechtsweg eröffnet (…BVerwG DVBl 2005, 516, juris Rn. 13; BayVGH, Beschluss vom 12.12.2011 - 14 C 11.705 - juris Rn. 23).
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