Rechtsprechung
| VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
§ 26 Abs. 4 EuWG; § 26 Abs. 3 S. 1 EuWG; § ... 9 Nr. 5 EuWO; § 2 VwVfG; § 35 S. 1 VwVfG; § 5 Abs. 1 EuWG; § 1 Abs. 4 VwVfG; § 4 Abs. 1 DSG, NI; § 2 Abs. 1 Nr. 2 DSG, NI; § 24 Abs. 1 S. 1 DSG, NI; § 10 Abs. 1 DSG, NI; § 11 DSG, NI; § 40 Abs. 1 S. 1 VwGO; Art. 19 Abs. 4 GG; § 113 Abs. 1 S. 4 VwGO; § 43 VwGO
Ablehnung der Übernahme eines Wahlehrenamts wegen Urlaubs; Fehlende Effektivität des Wahlprüfungsverfahrens hinsichtlich der Rechtsweggarantie des Art. 19 Abs. 4 Grundgesetz (GG); Sinn und Zweck des Wahlprüfungsverfahrens; Qualifizierung der Berufung zum Wahlvorsteher als ... - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Ablehnung der Übernahme eines Wahlehrenamts wegen Urlaubs; Fehlende Effektivität des Wahlprüfungsverfahrens hinsichtlich der Rechtsweggarantie des Art. 19 Abs. 4 Grundgesetz (GG); Sinn und Zweck des Wahlprüfungsverfahrens; Qualifizierung der Berufung zum Wahlvorsteher als ...
Papierfundstellen
- NVwZ-RR 1997, 432
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (7)
- BAG, 23.01.1992 - 6 AZR 87/90
Durchführung politischer Wahlen - Übernahme eines Wahlehrenamtes durch …
Auszug aus VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94
Aus § 26 Abs. 4 EuWG muss angesichts der Systematik der EuWO folgender Schluss gezogen werden: Für die Entscheidungen und Maßnahmen, für die weder EuWG noch EuWO besondere Rechtsbehelfe vorsehen, gelten keine Besonderheiten, sondern die allgemeinen Rechtsschutzmöglichkeiten (hier: nach der VwGO - so auch BAG, Urteil vom 23. Januar 1992 - 6 AZR 87/90 - Der Betrieb 1992, 1367), weil diese Streitigkeiten nicht durch Bundesgesetz einem anderen Gericht "ausdrücklich" (§ 40 Abs. 1 Satz 1 letzter HS VwGO) zugewiesen sind.Das Wahlehrenamt hat aber mit dem Beschäftigungsverhältnis nichts zu tun (BAG, Urteil vom 23. Januar 1992 - 6 AZR 87/90 - Der Betrieb 1992, 1367).
- VGH Bayern, 22.05.1987 - 5 CS 87.01402
Auszug aus VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94
Insofern ist die Berufung in ein Wahlehrenamt durchaus vergleichbar mit der Heranziehung als ehrenamtlicher Zähler zur Durchführung des Volkszählungsgesetzes 1987, die durchweg als Verwaltungsakt angesehen worden ist (s. VGH München, Beschluss vom 22. Mai 1987 -Nr. 5 CS 87.01402 - BayVBl. 1987, 561; VG Gießen, Beschluss vom 2. April 1987 - V/V H 175/87 - CuR 87, 253, jeweils m.w.N.). - VG Gießen, 02.04.1987 - V/V H 175/87
Auszug aus VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94
Insofern ist die Berufung in ein Wahlehrenamt durchaus vergleichbar mit der Heranziehung als ehrenamtlicher Zähler zur Durchführung des Volkszählungsgesetzes 1987, die durchweg als Verwaltungsakt angesehen worden ist (s. VGH München, Beschluss vom 22. Mai 1987 -Nr. 5 CS 87.01402 - BayVBl. 1987, 561; VG Gießen, Beschluss vom 2. April 1987 - V/V H 175/87 - CuR 87, 253, jeweils m.w.N.).
- VG Ansbach, 21.09.1994 - AN 4 S 94.01664
Ablehnung der Annahme eines Ehrenamtes als Stellvertreter des Wahlvorstehers und …
Auszug aus VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94
Zudem ist der Kläger bei ihr als Beamter in gehobener Funktion tätig, was ihn gleichfalls befähigt, das ihm übertragene Wahlehrenamt wahrzunehmen (zum Ganzen s. VG Ansbach, Beschluss vom 21. September 1994 - 4 S 94.01664 -BayVBl. 1995, 121). - BVerwG, 23.11.1995 - 8 C 9.95
Verwaltungsprozeßrecht: Fortsetzungsfeststellungsinteresse bei …
Auszug aus VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94
Ein schutzwürdiges Interesse des Bürgers an einer zusätzlichen gerichtlichen Feststellung der von der Behörde bereits eingeräumten Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes ist dann in aller Regel nicht mehr erkennbar (BVerwG, Beschluss vom 23. November 1995 - 8 C 9.95 - Beschlussabdruck S. 3 ff., V.n.b.). - OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 30.08.1984 - 9 B 249/83
Auszug aus VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94
Der damit einhergehende faktische Ausschluss des Rechtswegs wäre im Hinblick auf die Garantie des Rechtsweges zu den staatlichen Gerichten höchst bedenklich (zu den verfassungsrechtlichen Bedenken allgemein: Franzke, Der Schutz des aktiven Wahlrechts durch die Verwaltungsgerichte, DVB1.1980, 730 sowie Huff, Probleme des kommunalen Wahlrechts, NVwZ 1985, 809 [OVG Niedersachsen 30.08.1984 - 9 B 249/83], jeweils m.w.N.). - VG Koblenz, 19.01.1993 - 6 K 2606/91
Rechtmäßigkeit der Berufung eines Richters zum Beisitzer des Wahlvorstandes bei …
Auszug aus VG Oldenburg, 09.02.1996 - 2 A 2861/94
Rn. 22 6 K 2606/91 -, KO, - NVwZ-RR 1994, 226 - m.w.N.).
- OVG Niedersachsen, 28.10.1997 - 5 L 7377/95
Rechtsweg; Vorabentscheidung; Zuständigkeitsrüge
Die Frage, ob es sich bei der Heranziehung zum Wahlvorsteher in einem Wahlvorstand um eine unmittelbar auf das Wahlverfahren bezogene Maßnahme im Sinne des § 51 NLWG oder der Parallelvorschriften anderer Wahlgesetze (vgl.:§§ 49 BWG, 26 EuWG und die übrigen Landeswahlgesetze) handelt, ist umstritten; sie ist in der Rechtsprechung und der Literatur bejaht und verneint und in dem bereits erwähnten Wahlprüfungsverfahren, das die Bestellung des Klägers zum Wahlvorsteher eines Wahlvorstandes anläßlich der Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland vom 12. Juni 1994 betrifft und für die der insoweit mit der Formulierung des § 51 NLWG übereinstimmende § 26 EuWG gilt, bejaht worden (bejahend: BVerfG, Beschl. v. 31.08.1957 - 2 BvR 4/57 - (obiter dictum);… VG Hamburg, Urt. v. 18.8.1981 - 2 VG 312/81 - VG Göttingen, Urt. v. 25.4.1996 - 1 A 1285/94 - Schreiber, Handbuch des Wahlrechts im Deutschen Bundestag - Komment., 5. Aufl., RdNr. 6 zu § 49;… Boettcher/Högner (Boettcher), Bundeswahlgesetz, Bundeswahlordnung-Handkomment., 13. Aufl., RdNr. 5 zu § 49 BWG (hier wird nur die Bildung der Wahlorgange angesprochen, die Berufung zum Wahlvorsteher aber nicht ausdrücklich erwähnt); Deter, Der Rechtsweg bei Streitigkeiten um die Besetzung von Wahlausschüssen und Wahlvorständen, VBlBW 1997, 93;… verneinend: VG Koblenz, Urt. v. 19.1.1993 - 6 K 2606/91.KO -, NVwZ-RR 1994, 226 zu der insoweit wortgleichen Vorschrift des § 57 RhPf WahlG; VG Ansbach, Beschl. v. 21.9.1994 - RN 4594.01664 -, BayVBl 1995, 121; VG Oldenburg, Urt. v. 9.2.1996 - 2 A 2861/94 -, NVwZ-RR 1997, 432;… BAG, Urt. v. 23.01.1992 - 6 AZR 87/90 - (obiter dictum);… Seifert, Bundeswahlrecht-Komment.-, 3. Aufl., RdNr. 7 zu § 49).Das berechtigte Interesse entfällt auch nicht deswegen, weil der Kläger im Zusammenhang mit der 1994 durchgeführten Europawahl die bereits erwähnten Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Oldenburg vom 9. Februar 1996 (- 2 A 2861/94 -, NVwZ-RR 1997, 432) und des Bundestages vom 22. September 1995 (BT-Drucks., 13/2029 Anl. 36) erstritten hat, die sich mit ähnlichen wie den hier umstrittenen Rechtsfragen befassen.
- OVG Nordrhein-Westfalen, 11.06.1999 - 15 B 1096/99
Übernahme eines Wahlehrenamtes als allgemeine staatsbürgerliche Pflicht; …
Vgl. dazu VG Oldenburg, Urteil vom 9. Februar 1996 - 2 A 2861/94 -, NVwZ-RR 1997, 432. - OVG Nordrhein-Westfalen, 11.06.1999 - 15 B 1095/99
Zulässigkeit der Übernahme eines Wahlehrenamtes durch einen Richter
Vgl. dazu VG Oldenburg, Urteil vom 9. Februar 1996 - 2 A 2861/94 -, NVwZ-RR 1997, 432.
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