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| OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08 |
Volltextveröffentlichungen (2)
Kurzfassungen/Presse (2)
- OVG Sachsen-Anhalt (Leitsatz)
Rücknahme einer sog. Dolmetscherwarnmeldung
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Anspruch auf Rücknahme einer sog. Dolmetscherwarnmeldung im einstweiligen Anordnungsverfahren; Anforderungen an die Glaubhaftmachung für die Entstehung von schweren und unzumutbaren Nachteilen durch ein Abwarten der Hauptsacheentscheidung als Anordnungsgrund; ...
Verfahrensgang
- VG Halle, 16.01.2008 - 3 B 259/07
- OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (15)
- BVerwG, 23.05.1989 - 7 C 2.87
Transzendentale Meditation
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Der von der Antragstellerin geltend gemachte Anspruch auf Rücknahme bzw. Widerruf der Dolmetscherwarnung könnte zwar seine Rechtsgrundlage im anerkannten Rechtsinstitut des öffentlich-rechtlichen Unterlassungs- bzw. (Folgen-)Beseitigungsanspruchs haben, der aus den Grundrechten bzw. aus § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB abgeleitet wird (…vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 26.08.1993, a. a. O.; Urt. v. 23.05.1989 - 7 C 2.87 -, BVerwGE 82, 76 = NJW 1989, 2272 = juris;… OVG NRW, Urt. v. 23.04.1999 - 21 A 490/97 -, NVwZ-RR 2000, 599 = juris; VG München, Beschl. v. 08.08.2007 - M 22 E 06.4283 - juris).Ein solcher "Eingriff" aufgrund einer Erklärung oder einer Information einer Behörde setzt regelmäßig eine "Äußerung" voraus, die über den Bereich der Behörde hinaus nach "außen", mithin in die Öffentlichkeit gedrungen ist, z. B. in Form einer Presseerklärung oder in anderer Weise (vgl. zu "Äußerungen in der Öffentlichkeit": BVerwG, Urt. 23.05.1989, a. a. O.;… OVG NRW, Urt. v. 23.04.1999, a. a. O. …und Beschl. v. 12.07.2005, a. a. O.).
Als materiell-rechtliche Anforderung für eine Warnmeldung wird - soweit die Weitergabe einer entsprechenden Information nicht durch andere (spezielle) Vorschriften gedeckt ist und auf einer allgemeinen verfassungsrechtlichen Äußerungsbefugnis staatlicher Stelle beruht - nach anerkannter Rechtsauffassung zunächst das Bestehen eines besonderen Anlasses für eine solche Maßnahme gefordert (vgl. BVerwG, Urt. v. 23.05.1989, a. a. O.;… BVerwG, Urt. v. 18.10.1990 - 3 C 2.88 -, BVerwGE 87, 37 = NJW 1991, 1766 = juris; vgl. auch Gusy, NJW 2000, 977 (985)).
In Anlehnung an das Polizeirecht wird insoweit das Vorliegen einer Gefahr oder zumindest eines Gefahrenverdachtes verlangt (BVerwG, Urt. v. 23.05.1989, a. a. O.; BVerwG, NJW 1994, 192 (193)).
- BVerwG, 26.08.1993 - 4 C 24.91
Sackgasse Bargteheide - Zu den Voraussetzungen und Ausschlußgründen für einen …
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Zum anderen dürfte ein Antrag, der sämtliche Behörden mit einbeziehen würde, die von der Information durch Dritte Kenntnis erlangt haben, sich als nicht sachgerecht erweisen, weil er im Hinblick auf die fehlende Zuständigkeit des Bundespolizeiamtes auf eine rechtlich und auch tatsächlich unmögliche Leistung gerichtet wäre und ein öffentlich-rechtlicher Unterlassungs- bzw. Folgenbeseitigungsanspruch jedenfalls dann entfällt, wenn der angegangene Rechtsträger nicht die Rechtsmacht zu entsprechenden Dispositionen besitzt (vgl. BVerwG, Urt. v. 26.08.1993 - 4 C 24.91 -, BVerwGE 94, 100 (103 f.) = NVwZ 1994, 275 = juris; BayVGH, Beschl. v. 14.02.2003 - 5 CE 02.3212 -, NVwZ 2003, 998 = juris).Der von der Antragstellerin geltend gemachte Anspruch auf Rücknahme bzw. Widerruf der Dolmetscherwarnung könnte zwar seine Rechtsgrundlage im anerkannten Rechtsinstitut des öffentlich-rechtlichen Unterlassungs- bzw. (Folgen-)Beseitigungsanspruchs haben, der aus den Grundrechten bzw. aus § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB abgeleitet wird (vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 26.08.1993, a. a. O.;… Urt. v. 23.05.1989 - 7 C 2.87 -, BVerwGE 82, 76 = NJW 1989, 2272 = juris;… OVG NRW, Urt. v. 23.04.1999 - 21 A 490/97 -, NVwZ-RR 2000, 599 = juris; VG München, Beschl. v. 08.08.2007 - M 22 E 06.4283 - juris).
Ein solcher Anspruch auf Unterlassung bzw. Folgenbeseitigung setzt allerdings voraus, dass durch hoheitliches Handeln in ein subjektives Recht des Betroffenen eingegriffen und dadurch ein rechtswidriger Zustand geschaffen wird, der noch andauert (vgl. BVerwG, Urt. v. 26.08.1993, a. a. O.; OVG NRW, Beschl. v. 12.07.2005 - 15 B 1099/05 -, NVwZ-RR 2006, 273 = juris; OVG Saarlouis, Beschl. v. 18.10.2005 - 2 W 15/05 -, InfAuslR 2006, 155 = juris).
- BVerwG, 27.03.1992 - 7 C 21.90
Jugendsekte II - Art. 4 GG, Religionsfreiheit, faktischer Grundrechtseingriff, …
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Darüber hinaus setzt die Annahme eines Grundrechtseingriffs bei behördlichen Informationsakten eine Zielrichtung und Absicht voraus, das Verhalten der Öffentlichkeit bzw. hier das Verhalten einer anderen Behörde in einem bestimmten Sinne zu beeinflussen, die unmittelbare Auswirkungen auf grundrechtlich geschützte Positionen hat (vgl. BVerwG, Urt. v. 27.03.1992 - 7 C 21.90 -, BVerwGE 90, 112; BayVGH, Beschl. v. 18.06.2002 - 22 CE 02.815 -, NVwZ-RR 2003, 121 = juris).Dabei ist eine "gezielte" Rechtsbeeinträchtigung auch dann zu bejahen, wenn sich aus einer gegen einen Dritten gerichteten Maßnahme Nachteile für den Betroffenen nicht nur mehr oder weniger zufällig, sondern als deren zwangsläufiges und sicheres Ergebnis ergeben (vgl. dazu BVerwG, Urt. v. 27.03.1992, a. a. O.).
- BVerwG, 18.10.1990 - 3 C 2.88
Warnung vor Glykolwein
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Als materiell-rechtliche Anforderung für eine Warnmeldung wird - soweit die Weitergabe einer entsprechenden Information nicht durch andere (spezielle) Vorschriften gedeckt ist und auf einer allgemeinen verfassungsrechtlichen Äußerungsbefugnis staatlicher Stelle beruht - nach anerkannter Rechtsauffassung zunächst das Bestehen eines besonderen Anlasses für eine solche Maßnahme gefordert (…vgl. BVerwG, Urt. v. 23.05.1989, a. a. O.; BVerwG, Urt. v. 18.10.1990 - 3 C 2.88 -, BVerwGE 87, 37 = NJW 1991, 1766 = juris; vgl. auch Gusy, NJW 2000, 977 (985)).D. h. behauptete Tatsachen müssen zutreffen (BVerwG, Urt. v. 18.10.1990, a. a. O.; Hess.VGH, Beschl. v. 18.05.1995 - 8 TG 359/95 -, DVBl. 1996, 819;… Gusy, a. a. O.).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 12.07.2005 - 15 B 1099/05
Teilhabe des Staates am Prozess öffentlicher Meinungsbildung als …
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Ein solcher Anspruch auf Unterlassung bzw. Folgenbeseitigung setzt allerdings voraus, dass durch hoheitliches Handeln in ein subjektives Recht des Betroffenen eingegriffen und dadurch ein rechtswidriger Zustand geschaffen wird, der noch andauert (…vgl. BVerwG, Urt. v. 26.08.1993, a. a. O.; OVG NRW, Beschl. v. 12.07.2005 - 15 B 1099/05 -, NVwZ-RR 2006, 273 = juris; OVG Saarlouis, Beschl. v. 18.10.2005 - 2 W 15/05 -, InfAuslR 2006, 155 = juris).Ein solcher "Eingriff" aufgrund einer Erklärung oder einer Information einer Behörde setzt regelmäßig eine "Äußerung" voraus, die über den Bereich der Behörde hinaus nach "außen", mithin in die Öffentlichkeit gedrungen ist, z. B. in Form einer Presseerklärung oder in anderer Weise (…vgl. zu "Äußerungen in der Öffentlichkeit": BVerwG, Urt. 23.05.1989, a. a. O.;… OVG NRW, Urt. v. 23.04.1999, a. a. O. und Beschl. v. 12.07.2005, a. a. O.).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.1999 - 21 A 490/97
Öffentlich-rechtlicher Unterlassungsanspruch; Rechtsfolge; Beanstandungsrecht; …
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Der von der Antragstellerin geltend gemachte Anspruch auf Rücknahme bzw. Widerruf der Dolmetscherwarnung könnte zwar seine Rechtsgrundlage im anerkannten Rechtsinstitut des öffentlich-rechtlichen Unterlassungs- bzw. (Folgen-)Beseitigungsanspruchs haben, der aus den Grundrechten bzw. aus § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB abgeleitet wird (…vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 26.08.1993, a. a. O.;… Urt. v. 23.05.1989 - 7 C 2.87 -, BVerwGE 82, 76 = NJW 1989, 2272 = juris; OVG NRW, Urt. v. 23.04.1999 - 21 A 490/97 -, NVwZ-RR 2000, 599 = juris; VG München, Beschl. v. 08.08.2007 - M 22 E 06.4283 - juris).Ein solcher "Eingriff" aufgrund einer Erklärung oder einer Information einer Behörde setzt regelmäßig eine "Äußerung" voraus, die über den Bereich der Behörde hinaus nach "außen", mithin in die Öffentlichkeit gedrungen ist, z. B. in Form einer Presseerklärung oder in anderer Weise (…vgl. zu "Äußerungen in der Öffentlichkeit": BVerwG, Urt. 23.05.1989, a. a. O.; OVG NRW, Urt. v. 23.04.1999, a. a. O. …und Beschl. v. 12.07.2005, a. a. O.).
- VGH Bayern, 18.06.2002 - 22 CE 02.815
Anspruch auf Unterlassung öffentlicher Äußerungen hinsichtlich einer fehlenden …
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
Darüber hinaus setzt die Annahme eines Grundrechtseingriffs bei behördlichen Informationsakten eine Zielrichtung und Absicht voraus, das Verhalten der Öffentlichkeit bzw. hier das Verhalten einer anderen Behörde in einem bestimmten Sinne zu beeinflussen, die unmittelbare Auswirkungen auf grundrechtlich geschützte Positionen hat (…vgl. BVerwG, Urt. v. 27.03.1992 - 7 C 21.90 -, BVerwGE 90, 112; BayVGH, Beschl. v. 18.06.2002 - 22 CE 02.815 -, NVwZ-RR 2003, 121 = juris).Die Maßnahme muss vielmehr zur Verfolgung ihres eigenen, zulässigen Zwecks geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sein (…vgl. hierzu auch HessVGH, Beschl. v. 18.05.1995, a. a. O.; BayVGH, Beschl. v. 18.06.2002, a. a. O.).
- VGH Hessen, 18.05.1995 - 8 TG 359/95
Zur Zulässigkeit von Warnhinweisen im Bereich des technischen Arbeitsschutzes
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
D. h. behauptete Tatsachen müssen zutreffen (…BVerwG, Urt. v. 18.10.1990, a. a. O.; Hess.VGH, Beschl. v. 18.05.1995 - 8 TG 359/95 -, DVBl. 1996, 819;… Gusy, a. a. O.).Die Maßnahme muss vielmehr zur Verfolgung ihres eigenen, zulässigen Zwecks geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sein (vgl. hierzu auch HessVGH, Beschl. v. 18.05.1995, a. a. O.;… BayVGH, Beschl. v. 18.06.2002, a. a. O.).
- BVerfG, 29.10.1975 - 2 BvE 1/75
Verfassungsschutzbericht
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
D. h. sie dürfen nicht auf sachfremden Erwägungen beruhen oder den sachlich gebotenen Rahmen überschreiten (vgl. BVerfGE 40, 287 (293) = NJW 1976, 38 = juris;… ebenso Gusy, a. a. O.;… vgl. auch zum Sachlichkeits- und Neutralitätsgebot: BVerwG, Urt. v. 07.08.1997 - 3 C 49/96 -, Buchholz 11 Art. 2 GG Nr. 79 m. w. Nachw.; BayVGH, Beschl. v. 24.05.2006 - 4 CE 06.1217 -, juris). - VGH Bayern, 24.05.2006 - 4 CE 06.1217
Auszug aus OVG Sachsen-Anhalt, 10.11.2008 - 3 M 361/08
D. h. sie dürfen nicht auf sachfremden Erwägungen beruhen oder den sachlich gebotenen Rahmen überschreiten (vgl. BVerfGE 40, 287 (293) = NJW 1976, 38 = juris;… ebenso Gusy, a. a. O.;… vgl. auch zum Sachlichkeits- und Neutralitätsgebot: BVerwG, Urt. v. 07.08.1997 - 3 C 49/96 -, Buchholz 11 Art. 2 GG Nr. 79 m. w. Nachw.; BayVGH, Beschl. v. 24.05.2006 - 4 CE 06.1217 -, juris). - OVG Saarland, 18.10.2005 - 2 W 15/05
Rückgängigmachung der Abschiebung im Eilverfahren bei Verstoß gegen GG Art 6 Abs …
- VGH Bayern, 14.02.2003 - 5 CE 02.3212
Scientology kann Freistaat Bayern die Verbreitung des Buchs "Gesundheitliche und …
- VGH Hessen, 18.01.1994 - 11 TG 1267/93
Vorliegen einer öffentlich-rechtlichen Streitigkeit nach VwGO § 40 bei Streit mit …
- VGH Hessen, 12.08.1988 - 1 TG 682/88
Einstweilige Anordnung auf Unterlassung von ehrenrührigen Äußerungen
- VG München, 08.08.2007 - M 22 E 06.4283
- VG München, 31.07.2023 - M 30 E 22.5140
Antrag auf einstweiligen Widerruf der Weitergabe einer behördlichen Warnung …
Rn. 24 2. Der Antrag ist jedoch unbegründet, da das Bestehen eines Anordnungsanspruchs bereits nicht glaubhaft gemacht wurde (vgl. § 123 Abs. 3 VwGO i.V.m. § 920 Abs. 2, § 294 Zivilprozessordnung (ZPO)) und darüber hinaus kein hoher Grad an Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg in der Hauptsache besteht, wie er bei einem als vollständige Vorwegnahme der Hauptsache einzuordnenden "vorläufigen" Widerruf (vgl. HessVGH, B.v. 18.1.1994 - 11 TG 1267/93 - juris Rn 31; OVG LSA, B.v. 10.11.2008 - 3 M 361/08 - juris Rn. 6) vorauszusetzen ist (…vgl. BVerwG, B.v. 13.8.1999 - 2 VR 1.99 - juris Rn. 24;… BayVGH, B.v. 7.4.2021 - 4 CE 21.601 - juris Rn. 19).Allerdings hatte die verwaltungsinterne Weitergabe der Warnung zur Folge, dass die berufliche Zusammenarbeit der Antragstellerin mit den Gerichten beeinträchtigt wurde, sodass eine Außenwirkung gegenüber der Antragstellerin besteht (vgl. zu diesem Kriterium OVG LSA, B.v. 10.11.2008 - 3 M 361/08 - juris Rn. 10).
Dies gilt insbesondere dann, wenn man davon ausgeht, dass dem BLKA die Weitergabe der Warnung durch den Präsidenten des OLG München zuzurechnen ist (vgl. OVG LSA, B.v. 10.11.2008 - 3 M 361/08 - juris Rn. 12).
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