Rechtsprechung
| OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Justiz Sachsen
VwGO § 88, VwGO § 129, SächsGemO § 28 Abs. 3, SächsGemO § 28 Abs. 5, SächsGemO § 28 Abs. 6
Auskunftsrecht des Gemeinderats; Umsetzung eines Gemeinderatsbeschlusses; einzelne Angelegenheit; Ausschlussgründe; Organtreue; Begründungspflicht; Rügepflicht; Arbeitsaufwand; subjektives Frageinteresse; gerichtlicher Prüfungsumfang - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (17)
- OVG Sachsen-Anhalt, 10.12.1998 - A 2 S 502/96
Begehren eines Beteiligten; Urteil; Zusätze; Angeben; Beteiligtenstellung; …
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Ob die Beantwortung einer Anfrage zu einem überdurchschnittlich hohen Arbeitsaufwand führt, ist für das Vorliegen einer einzelnen Angelegenheit hingegen unerheblich (ebenso OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 77;… a. A. VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 28).Der Gemeinderat muss den Gegenstand seiner Anfrage entsprechend dieser Anforderungen konkretisieren (…SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015 - 4 A 12/14 -, juris Rn. 24;… vgl. auch VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 26); andernfalls kann der Bürgermeister die Beantwortung ablehnen, ohne dem Gemeinderat vorher die Möglichkeit zur Änderung der Anfrage einräumen zu müssen (vgl. OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 78).
Rn. 35 Maßgebend dafür, ob eine einzelne Angelegenheit gegeben ist, ist die Sicht eines objektiven Dritten (ebenso im Hinblick auf die wortgleiche Regelung im damaligen sachsen-anhaltinischen Kommunalrecht: OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 77;… a. A. VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 28).
Dies kann den Gemeinderat dazu zwingen, Umstände offenzulegen, die er im Interesse einer wirksamen Kontrolle erst zu einem späteren Zeitpunkt offenlegen wollte (vgl. OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 79).
Ein hoher Arbeitsaufwand für die Beantwortung kann daher allein als Rechtfertigung dienen, von der Antwortregelfrist des § 28 Abs. 6 Satz 1 SächsGemO abzuweichen (vgl. OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 77).
- OVG Sachsen, 07.07.2015 - 4 A 12/14
Gemeinderat, Ratsmitglied, Fragerecht, Auskunftsanspruch, einzelne Angelegenheit, …
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Ein konkreter Lebenssachverhalt ist dann gegeben, wenn er nach Ort, Zeit und dem Kreis der eventuell betroffenen Personen bestimmbar ist; dabei muss zwischen diesen Elementen eine inhaltliche Verbindung vorhanden sein; vgl. SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015, 4 A 12/14, Rn. 28. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht verweist Fragesteller, die sich einen allgemeinen Überblick verschaffen wollen, auf das Fragerecht nach § 28 Abs. 5 SächsGemO.Dies ist mit höherrangigem Recht vereinbar (SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015 - 4 A 12/14 -, juris Rn. 25;… ebenso Menke/Rehak, in: Quecke/Schmid, SächsGemO, Loseblatt 2020, § 28 Rn. 66a).
Darunter ist ein konkreter Lebenssachverhalt zu verstehen (SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015 - 4 A 12/14 -, juris Rn. 24;… vgl. auch zur weitgehend wortgleichen Regelung im baden-württembergischen Kommunalrecht: VGH BW, Urt. v. 22. Februar 2001 - 1 S 786/00 -, juris Rn. 20).
Ein solcher liegt vor, wenn er aus Sicht eines objektiven Dritten nach Ort, Zeit und dem Kreis der eventuell betroffenen Personen bestimmbar ist und zwischen diesen Elementen eine inhaltliche Verbindung vorhanden ist (SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015 - 4 A 12/14 -, juris Rn. 28); die daraus resultierende Gesamtheit von Umständen muss überschaubar sein.
Der Gemeinderat muss den Gegenstand seiner Anfrage entsprechend dieser Anforderungen konkretisieren (SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015 - 4 A 12/14 -, juris Rn. 24;… vgl. auch VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 26); andernfalls kann der Bürgermeister die Beantwortung ablehnen, ohne dem Gemeinderat vorher die Möglichkeit zur Änderung der Anfrage einräumen zu müssen (…vgl. OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 78).
- VGH Baden-Württemberg, 30.03.1992 - 1 S 1762/91
Auskunftspflicht des Landrates gegenüber dem Kreisrat
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Ob die Beantwortung einer Anfrage zu einem überdurchschnittlich hohen Arbeitsaufwand führt, ist für das Vorliegen einer einzelnen Angelegenheit hingegen unerheblich (…ebenso OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 77; a. A. VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 28).Der Gemeinderat muss den Gegenstand seiner Anfrage entsprechend dieser Anforderungen konkretisieren (…SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015 - 4 A 12/14 -, juris Rn. 24; vgl. auch VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 26); andernfalls kann der Bürgermeister die Beantwortung ablehnen, ohne dem Gemeinderat vorher die Möglichkeit zur Änderung der Anfrage einräumen zu müssen (…vgl. OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 78).
Rn. 35 Maßgebend dafür, ob eine einzelne Angelegenheit gegeben ist, ist die Sicht eines objektiven Dritten (…ebenso im Hinblick auf die wortgleiche Regelung im damaligen sachsen-anhaltinischen Kommunalrecht: OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 77; a. A. VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 28).
- VG Dresden, 18.06.2020 - 7 K 2505/18
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Az.: 4 A 691/20 7 K 2505/18, 7 K 2106/18.Rn. 10 Das Verwaltungsgericht Dresden hat die Klagen mit Urteilen vom 18. Juni 2020 - 7 K 2106/18 und 7 K 2505/18 - abgewiesen.
das Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden vom 18. Juni 2020 - 7 K 2505/18 - zu ändern und festzustellen, dass der Beklagte den Kläger in seinem Recht aus § 28 Abs. 6 Satz 1 Alt. 1 SächsGemO i. V. m. § 19 Abs. 1 Satz 2 der Geschäftsordnung des Stadtrates der Landeshauptstadt Dresden verletzt hat, indem er seine schriftliche Anfrage (AF 2674/18) vom 2. Oktober 2018 nicht binnen angemessener Frist beantwortet hat, sowie.
- VG Dresden, 18.06.2020 - 7 K 2106/18
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Az.: 4 A 691/20 7 K 2505/18, 7 K 2106/18.Rn. 10 Das Verwaltungsgericht Dresden hat die Klagen mit Urteilen vom 18. Juni 2020 - 7 K 2106/18 und 7 K 2505/18 - abgewiesen.
das Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden vom 18. Juni 2020 - 7 K 2106/18 - zu ändern und festzustellen, dass der Beklagte den Kläger in seinem Recht aus § 28 Abs. 6 Satz 1 Alt. 1 SächsGemO i. V. m. § 19 Abs. 1 Satz 2 der Geschäftsordnung des Stadtrates der Landeshauptstadt Dresden verletzt hat, indem er seine schriftliche Anfrage (AF 2489/18) vom 26. Juni 2018 nicht binnen angemessener Frist beantwortet hat.
- BVerfG, 07.11.2017 - 2 BvE 2/11
Die Bundesregierung hat Auskünfte zur Deutschen Bahn AG und zur …
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Rn. 25 Hinsichtlich des Umfangs der Begründungspflicht folgt aus ihrem Sinn und Zweck, dass ein pauschales Berufen auf einen der Ausschlussgründe nicht genügt (…vgl. OVG NRW, Beschl. v. 12. April 2010 - 15 A 69/09 -, juris Rn. 25; vgl. für das Fragerecht von Abgeordneten BVerfG, Urt. v. 7. November 2017 - 2 BvE 2/11 -, juris Rn. 256).Die Begründungsanforderungen können aber geringer ausfallen, wenn dem Gemeinderat diese Gründe ganz oder teilweise bekannt sind (vgl. für das Verwaltungsverfahren § 39 Abs. 2 Nr. 2 VwVfG; vgl. für das Fragerecht von Abgeordneten BVerfG, Urt. v. 7. November 2017 - 2 BvE 2/11 -, juris Rn. 255).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 14.09.2017 - 15 A 2785/15
Bedeutung des Rederechts eines Ratsmitglieds für die Demokratie und die …
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Der Grundsatz der Organtreue folgt aus dem Gebot der vertrauensvollen Zusammenarbeit und dem Grundsatz von Treu und Glauben (…vgl. SächsOVG, Beschl. v. 26. Januar 2021 - 4 B 421/20 -, juris Rn. 65; OVG NRW, Urt. v. 14. September 2017 - 15 A 2785/15 -, juris Rn. 43).Denn durch die unterlassene Rüge ist dem Organ die Möglichkeit genommen worden, die Einwände zu prüfen und ggf. abzuhelfen (OVG NRW, Urt. v. 14. September 2017 - 15 A 2785/15 -, juris Rn. 43).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 12.04.2010 - 15 A 69/09
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Dies setzt voraus, dass sie ihre (Rechts-)Ansicht gegenüber dem anderen Organ offenlegen, damit dieses sich damit auseinandersetzen kann (vgl. OVG NRW, Beschl. v. 12. April 2010 - 15 A 69/09 -, juris Rn. 11).Rn. 25 Hinsichtlich des Umfangs der Begründungspflicht folgt aus ihrem Sinn und Zweck, dass ein pauschales Berufen auf einen der Ausschlussgründe nicht genügt (vgl. OVG NRW, Beschl. v. 12. April 2010 - 15 A 69/09 -, juris Rn. 25;… vgl. für das Fragerecht von Abgeordneten BVerfG, Urt. v. 7. November 2017 - 2 BvE 2/11 -, juris Rn. 256).
- VGH Baden-Württemberg, 22.02.2001 - 1 S 786/00
Kontrollrecht des Gemeinderates hinsichtlich Nebentätigkeitserklärung des …
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Ein Ausschlussgrund liegt vor, wenn sich die Anfrage nicht auf eine "einzelne Angelegenheit" oder nicht auf eine "Angelegenheit der Gemeinde" bezieht, Rechte privater Dritter der Beantwortung entgegenstehen, die Anfrage geheimzuhaltende Angelegenheiten nach § 28 Abs. 7 SächsGemO betrifft oder die Anfrage rechtsmissbräuchlich ist (…vgl. Menke/Rehak, in: Quecke/Schmid, SächsGemO, Loseblatt 2020, § 28 Rn. 66; VGH BW, Urt. v. 22. Februar 2001 - 1 S 786/00 -, juris Rn. 20).Darunter ist ein konkreter Lebenssachverhalt zu verstehen (…SächsOVG, Urt. v. 7. Juli 2015 - 4 A 12/14 -, juris Rn. 24; vgl. auch zur weitgehend wortgleichen Regelung im baden-württembergischen Kommunalrecht: VGH BW, Urt. v. 22. Februar 2001 - 1 S 786/00 -, juris Rn. 20).
- OVG Sachsen, 26.01.2021 - 4 B 421/20
Jugendhilferecht; Kommunalrecht
Auszug aus OVG Sachsen, 06.07.2021 - 4 A 691/20
Der Grundsatz der Organtreue folgt aus dem Gebot der vertrauensvollen Zusammenarbeit und dem Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. SächsOVG, Beschl. v. 26. Januar 2021 - 4 B 421/20 -, juris Rn. 65;… OVG NRW, Urt. v. 14. September 2017 - 15 A 2785/15 -, juris Rn. 43).Rn. 28 Der Grundsatz der Organtreue verlangt, dass ein Gemeindeorgan eine Rechtsverletzung durch ein anderes Gemeindeorgan rechtzeitig selbst gegenüber diesem Organ rügt (SächsOVG, Beschl. v. 26. Januar 2021 - 4 B 421/20 -, juris Rn. 65;… OVG NRW, Beschl. v. 19. August 2011 - 15 A 1555/11 -, juris Rn. 21).
- BVerwG, 15.09.2010 - 8 C 21.09
Widerspruchsverfahren; Entbehrlichkeit des Widerspruchsverfahrens; Zulässigkeit …
- OVG Niedersachsen, 03.06.2009 - 10 LC 217/07
Auskunftsanspruch eines Ratsmitglieds über gemeindeeigene GmbH
- OVG Thüringen, 14.11.2013 - 3 KO 900/11
Recht eines thüringischen Gemeinderatsmitglieds auf Auskunft über …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 19.08.2011 - 15 A 1555/11
Anwendbarkeit des Grundsatzes der Organtreue auf innerorganisatorische …
- VerfGH Sachsen, 29.09.2011 - 44-I-11
Beantwortung einer Kleinen Anfrage zum Thema Sonderwirtschaftszonen
- BVerwG, 15.07.1999 - 9 B 367.99
Anforderungen an die Begründung einer Nichtzulassungsbeschwerde - Darlegung …
- BVerwG, 13.09.1976 - 4 B 111.76
Voraussetzungen für die Zulassung einer Revision - Vorliegen eines …
- OVG Sachsen, 18.05.2022 - 4 A 185/21
Fragerecht des Ratsmitglieds; Rechtsmissbrauch
Die daraus resultierende Gesamtheit von Umständen muss überschaubar sein (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 33).Allerdings wird dieses Ziel allein durch die Beschränkung verfolgt, dass ein Auskunftsanspruch bei umfangsmäßig weiten Anfragen nicht besteht (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 36).
Als Ausprägung des Gebots der vertrauensvollen Zusammenarbeit und des Grundsatzes von Treu und Glauben reglementiert er - neben den ausdrücklichen gesetzlichen Regelungen - das Verhältnis zwischen den Organen der Gemeinde (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 23;… Beschl. v. 24. November 2021 - 4 B 415/21 -, juris Rn. 7).
Dazu ist ein Gemeinderat grundsätzlich nicht verpflichtet (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 35).
Nicht jedes Oberthema ist daher geeignet, eine inhaltliche Verbindung herzustellen (vgl. SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 42 f.).
Dieser muss darüber hinaus überschaubar, also nicht zu umfangreich, sein (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 33).
Bezogen auf das Tatbestandsmerkmal der einzelnen Angelegenheit hat der Senat nach Stellung des vorliegenden Zulassungsantrags klargestellt, dass ohne Beschränkung auf die vorgerichtliche Ablehnungsbegründung eine umfassende gerichtliche Prüfung vorzunehmen ist (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 37).
Der Senat hat mit Urteil vom 6. Juli 2021 (Az. 4 A 691/20) eine Klärung der vom Beklagten formulierten Fragen hinsichtlich des Rechtsbegriffs der einzelnen Angelegenheit (Frage 2) und des Prüfungsumfangs (Frage 5) herbeigeführt.
- OVG Sachsen, 27.11.2024 - 4 A 212/23
Anfrage; Gemeinderat
Ihm steht als Stadtratsmitglied mit § 28 Abs. 6 Satz 1 SächsGemO ein wehrfähiges Recht auf Beantwortung einer schriftlichen Anfrage in angemessener Zeit zu (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 22 f.).Der Prüfungsumfang des Gerichts ist dabei nicht auf die vorgerichtliche Ablehnungsbegründung beschränkt (SächsOVG, Beschl. v. 18. Mai 2022 - 4 B 185/21 -, juris Rn. 10, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 32 ff.).
Nach der Rechtsprechung des Senats ist es unerheblich, ob die Beantwortung einer Anfrage zu einem überdurchschnittlich hohen Arbeitsaufwand führt (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 33 und 36: bei umfangreicher Recherche ggf. Abweichen von Regelantwortpflicht;… ebenso OVG LSA, Urt. v. 10. Dezember 1998 - A 2 S 502/96 -, juris Rn. 77;… a. A. VGH BW, Urt. v. 30. März 1992 - 1 S 1762/91 -, juris Rn. 28).
Die daraus resultierende Gesamtheit von Umständen muss eine überschaubare, d. h. eine im Umfang begrenzte und von anderen Lebenssachverhalten eindeutig abgrenzbare Gesamtheit von Umständen umfassen (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 33 f.;… zur weitgehend wortgleichen Regelung im badenwürttembergischen Kommunalrecht: VGH BW, Urt. v. 22. Februar 2001 - 1 S 786/00 -, juris Rn. 20;… Urt. v. 12. März 2001 - 1 S 785/00 -, juris Rn. 42).
Dies ergibt sich insbesondere aus einem Vergleich zu § 28 Abs. 5 SächsGemO, der ein inhaltlich weitergehendes Auskunftsrecht "in allen Angelegenheiten der Gemeinde" vorsieht (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 34).
- VGH Baden-Württemberg, 03.11.2022 - 1 S 2686/21
Äußerung in einer Gemeinderatssitzung; politische Gegenrede des Bürgermeisters; …
Da das freie Mandat in Verbindung mit dem Grundsatz der Organtreue ein wehrfähiges Organrecht darstellt (…vgl. Gern/Brüning, Deutsches Kommunalrecht, 4. Aufl. 2019, Rn. 711;… Engel/Heilshorn, Kommunalrecht BW, 11. Aufl., § 17 Rn. 27; Sächs. OVG, Urt. v. 06.07.2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 23), kann sich der Kläger auch auf dieses berufen.
- OVG Bremen, 10.05.2023 - 1 B 59/23
Einstweiliger Rechtsschutz einer Fraktion der Stadtverordnetenversammlung zur …
Organe und Organteile einer Gemeinde, soweit sie als solche tätig werden, handeln nicht auf der Grundlage eigener subjektiver Rechte, sondern nehmen im Interesse der Gemeinde übertragene Organrechte wahr (…OVG NRW, Urt. v. 12.05.2021 - 15 A 2079/19, juris Rn. 56 m.w.N.; SächsOVG, Urt. v. 06.07.2021 - 4 A 691/20, juris Rn. 23).Der Grundsatz der Organtreue verlangt insbesondere eine rechtzeitige Rüge der beanstandeten Maßnahme oder Beschlussfassung, die grundsätzlich gegenüber dem Organ selbst zu erfolgen hat (SächsOVG, Urt. v. 06.07.2021 - 4 A 691/20, juris Rn.28).
- OVG Sachsen, 24.11.2021 - 4 B 415/21
Tagesordnung Gemeinderatssitzung; Befassungsrecht; Selbstbindung; Coronavirus
Das Verhältnis zwischen den Organen der Gemeinde wird neben den ausdrücklichen gesetzlichen Regelungen insbesondere durch den Grundsatz der Organtreue reglementiert, der eine Ausprägung des Gebots der vertrauensvollen Zusammenarbeit und des Grundsatzes von Treu und Glauben ist (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 23). - OVG Sachsen, 07.10.2024 - 4 A 233/23
Anfrage; Gemeinderat; Antwortpflicht; Rechtsschutzbedürfnis
Ein konkreter Sachverhalt liegt vor, wenn er aus Sicht eines objektiven Dritten nach Ort, Zeit und dem Kreis der eventuell betroffenen Personen bestimmbar ist und zwischen diesen Elementen eine inhaltliche Verbindung vorhanden ist; die daraus resultierende Gesamtheit von Umständen muss überschaubar, darf also nicht zu umfangreich sein (SächsOVG, Urt. v. 6. Juli 2021 - 4 A 691/20 -, juris Rn. 33 und 35;… Beschl. v. 18. Mai 2022 - 4 A 185/21 -, juris Rn. 25f., wobei diese Entscheidung in juris unter 4 B 185/21 eingestellt ist).
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