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| OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- Rechtsprechungsdatenbank Saarland
Nr 1.3 AUB 2011, Nr 2.1.1.1 AUB 2011, § 242 BGB, § 180 VVG, § 286 Abs 1 S 1 ZPO
Private Unfallversicherung: Ärztliche Feststellung einer Invalidität - IWW
§ 180 VVG, AUB (2010) Nr. 2.1.1.1, § 286 ZPO
VVG, ZPO, AUB (2010) - versicherungsrechtsiegen.de
Unfallversicherung - ärztliche Feststellung einer Invalidität - Eintrittsfrist
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
VVG § 180 ; AUB 2010 Nr. 2.1.1.1; ZPO § 286
1.Die ärztliche Feststellung der Invalidität muss keine Aussage dazu enthalten, ob die Invalidität auch binnen der im Vertrag vorgesehenen Frist eingetreten ist. 2.Steht als erster unfallbedingter Körperschaden kein eigenständiger Strukturschaden in Rede, sondern nur die ... - rechtsportal.de
VVG § 180 ; AUB 2010 Nr. 2.1.1.1; ZPO § 286
Ansprüche aus einem Unfallversicherungsvertrag Nachweis unfallbedingter Invalidität durch den Versicherungsnehmer Ärztliche Feststellung einer Invalidität Aktivierung bzw. Akzentuierung einer vorbestehenden Erkrankung
Kurzfassungen/Presse (4)
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Ansprüche aus Unfallversicherungsvertrag bei Nachweis einer unfallbedingten Invalidität
- anwalt.de (Kurzinformation)
Die fristgerechte ärztliche Invaliditätsfeststellung in der privaten Unfallversicherung
- anwalt.de (Kurzinformation)
Zum Nachweis einer unfallbedingten Invalidität bei Vorerkrankung
- anwalt.de (Kurzinformation)
Unfallversicherung: Ärztliche Feststellung der Invalidität
Verfahrensgang
- LG Saarbrücken, 17.11.2020 - 14 O 309/19
- OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Papierfundstellen
- NJW-RR 2022, 1694
- VersR 2022, 1362
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (13)
- BGH, 01.04.2015 - IV ZR 104/13
Private Unfallversicherung: Bemessung der Invaliditätsleistung bei einer …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Das Versäumen der Fristen, deren Einhaltung nach den Bedingungen als Anspruchsvoraussetzung ausgestaltet ist, führt daher selbst dann zum Leistungsausschluss, wenn den Versicherungsnehmer daran kein Verschulden trifft (vgl. BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617; Urteil vom 7. März 2007 - IV ZR 137/06, VersR 2007, 1114, auch zur Wirksamkeit der Klausel; Senat, Urteil vom 11. Januar 2017 - 5 U 78/14; Urteil vom 16. Februar 2011 - 5 U 147/09).Die ärztliche Invaliditätsfeststellung muss die Schädigung und den Bereich, auf den sich diese auswirkt, sowie die Ursachen, auf denen der Dauerschaden beruht, so umreißen, dass der Versicherer bei seiner Leistungsprüfung vor der späteren Geltendmachung völlig anderer Gebrechen oder Invaliditätsursachen geschützt wird und stattdessen den medizinischen Bereich erkennen kann, auf den sich die Prüfung seiner Leistungspflicht erstrecken muss (BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617).
Gemessen an diesem Zweck muss die Invaliditätsfeststellung aber weder präzise Angaben zu Umfang und Ursache des Dauerschadens enthalten, noch muss sie hinsichtlich der Feststellung der Unfallbedingtheit eines bestimmten Dauerschadens überhaupt richtig sein (BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617; Urteil vom 7. März 2007 - IV ZR 137/06, VersR 2007, 1114).
Diesen ist bereits dadurch genüge getan, dass sich seine Leistungsprüfung nur auf den medizinischen Bereich zu erstrecken braucht, in welchem nach der ärztlichen Feststellung die Invalidität vorliegen soll, denn dann kann sich der Versicherer darauf einstellen, nur wegen dieser Gebrechen oder Invaliditätsursachen in Anspruch genommen zu werden, und er kann seine Prüfung hierauf beschränken (vgl. BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617 Rz. 21 f.;… Rixecker in: Langheid/Rixecker, VVG, 6. Aufl., § 186 Rn. 7).
- BGH, 07.03.2007 - IV ZR 137/06
Voraussetzungen des Anspruchs auf Invaliditätsleistungen in der privaten …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Das Versäumen der Fristen, deren Einhaltung nach den Bedingungen als Anspruchsvoraussetzung ausgestaltet ist, führt daher selbst dann zum Leistungsausschluss, wenn den Versicherungsnehmer daran kein Verschulden trifft (vgl. BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617; Urteil vom 7. März 2007 - IV ZR 137/06, VersR 2007, 1114, auch zur Wirksamkeit der Klausel; Senat, Urteil vom 11. Januar 2017 - 5 U 78/14; Urteil vom 16. Februar 2011 - 5 U 147/09).Nach dem dargestellten Zweck der Fristenregelung richten sich auch die inhaltlichen Anforderungen der Invaliditätsfeststellung, an welche keine hohen Anforderungen zu stellen sind (BGH, Urteil vom 7. März 2007 - IV ZR 137/06, aaO.).
Gemessen an diesem Zweck muss die Invaliditätsfeststellung aber weder präzise Angaben zu Umfang und Ursache des Dauerschadens enthalten, noch muss sie hinsichtlich der Feststellung der Unfallbedingtheit eines bestimmten Dauerschadens überhaupt richtig sein (BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617; Urteil vom 7. März 2007 - IV ZR 137/06, VersR 2007, 1114).
- BGH, 19.10.2016 - IV ZR 521/14
Private Unfallversicherung: Adäquater Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Auch bei einer solchen Aktivierung oder Akzentuierung einer vorbestehenden Arthrose durch den Unfall des Klägers wäre die Kausalität des Unfallgeschehens für die Gesundheitsbeeinträchtigung zu bejahen, wenn die bei dem Vorfall einwirkenden Kräfte zu dieser Aktivierung einer zuvor klinisch stummen Arthrose oder - bei schon vorbestehenden Beschwerden - zu deren Verschlimmerung ("Akzentuierung") geführt hätte (vgl. BGH, Urteil vom 19. Oktober 2016 - IV ZR 521/14 Rn. 20, VersR 2016, 1492).
- BGH, 23.02.2005 - IV ZR 273/03
Formularmäßige Vereinbarung von Fristen für Leistungen aus der privaten …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Das kommt namentlich dann in Betracht, wenn dem Versicherer bereits vor Fristablauf ein Belehrungsbedarf des Versicherungsnehmers hinsichtlich der zu wahrenden Frist deutlich wird, er aber gleichwohl eine solche Belehrung unterlässt (BGH, Urteil vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03, VersR 2005, 639). - BGH, 23.06.2004 - IV ZR 130/03
Wirksamkeit des Leistungsausschlusses für krankhafte Störungen infolge …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Rn. 34 Der Nachweis unfallbedingter Invalidität obliegt dem Versicherungsnehmer, wobei der Beweis eines (ersten) unfallbedingten Gesundheitsschadens gemäß § 286 ZPO zu führen ist (vgl. BGH, Urteil vom 13. Mai 2009 - IV ZR 211/05, VersR 2009, 1213; Urteil vom 23. Juni 2004 - IV ZR 130/03, BGHZ 159, 360), während für den Beweis der Kausalität zwischen dem Erstschaden und der (…gleichfalls nach § 286 ZPO zu beweisenden, BGH aaO.) Invalidität der erleichterte Maßstab des § 287 ZPO eingreift (BGH, Urteil vom 23. Juni 2004 - IV ZR 130/03, BGHZ 159, 360; Urteil vom 13. Mai 2009 - IV ZR 211/05, VersR 2009, 1213;… Mangen, in: Beckmann/Matusche-Beckmann, Versicherungsrechts-Handbuch 3. Aufl., § 47 Rn. 158). - BGH, 06.07.2011 - IV ZR 29/09
Unfallversicherung: Verletzung durch Aufprall auf den Boden bei einem Sturz auf …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Rn. 25 Nach dem Ergebnis der von dem Senat durchgeführten Beweisaufnahme ist allerdings davon auszugehen, dass es am 22. Januar 2016 zu einem Unfallereignis im Sinne der Bedingungen (Nr. 1.3 AUB 2011) gekommen ist, weil der Kläger gestürzt ist, was - unabhängig von der Ursache, die zu diesem Sturz geführt hat - ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) darstellt (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juli 2011 - IV ZR 29/09, VersR 2011, 1135). - BGH, 20.06.2012 - IV ZR 39/11
Private Unfallversicherung: Wirksamkeit der Fristenregelung für die ärztliche …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Rn. 28 Die Fristenregelungen in Nr. 2.1.1.1 AUB 2011 (wie auch schon zuvor in § 7 Abs. 1 (1) AUB 95), an deren Wirksamkeit weder unter dem Gesichtspunkt der Angemessenheit noch unter demjenigen der Transparenz Zweifel bestehen (vgl. BGH, Urteil vom 20. Juni 2012 - IV ZR 39/11, VersR 2012, 1113 mwN.), zielen darauf ab, dem Versicherer eine Grundlage für die Überprüfung seiner Leistungspflicht zu bieten, außerdem sollen schwer aufklärbare Spätschäden ausgegrenzt werden. - BGH, 13.05.2009 - IV ZR 211/05
Umfang des rechtlichen Rechts im Zivilverfahren
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Rn. 34 Der Nachweis unfallbedingter Invalidität obliegt dem Versicherungsnehmer, wobei der Beweis eines (ersten) unfallbedingten Gesundheitsschadens gemäß § 286 ZPO zu führen ist (vgl. BGH, Urteil vom 13. Mai 2009 - IV ZR 211/05, VersR 2009, 1213; Urteil vom 23. Juni 2004 - IV ZR 130/03, BGHZ 159, 360), während für den Beweis der Kausalität zwischen dem Erstschaden und der (…gleichfalls nach § 286 ZPO zu beweisenden, BGH aaO.) Invalidität der erleichterte Maßstab des § 287 ZPO eingreift (BGH, Urteil vom 23. Juni 2004 - IV ZR 130/03, BGHZ 159, 360; Urteil vom 13. Mai 2009 - IV ZR 211/05, VersR 2009, 1213;… Mangen, in: Beckmann/Matusche-Beckmann, Versicherungsrechts-Handbuch 3. Aufl., § 47 Rn. 158). - OLG Naumburg, 19.04.2012 - 4 U 37/10
Private Unfallversicherung: Treuwidrige Berufung auf die Nichteinhaltung der …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Das kann etwa der Fall sein, wenn der Versicherer innerhalb der Frist erkennt, dass der Versicherte Invalidität geltend machen will, das von ihm vorgelegte ärztliche Attest den Anforderungen an eine ärztliche Invaliditätsfeststellung aber nicht genügt oder gar gänzlich fehlt (vgl. Senat, Urteil vom 27. April 2016 - 5 U 36/15, zfs 2018, 575; OLG Dresden, VersR 2019, 1280; OLG München, VersR 2012, 1116; OLG Naumburg, VersR 2013, 229;… Knappmann in Prölss/Martin, VVG, 31. Aufl., § 186 Rn. 11 und Ziff. 2 AUB 2014 Rn. 30;… Rixecker in Langheid/Rixecker, VVG, 6. Aufl., § 186 Rn. 12). - OLG Düsseldorf, 13.02.2017 - 4 U 1/17
Anforderungen an die ärztliche Invaliditätsfeststellung in der privaten …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.08.2022 - 5 U 97/20
Rn. 29 In Anwendung dieser Grundsätze wird in der Rechtsprechung teilweise angenommen, die ärztliche Feststellung der Invalidität müsse sich auch dazu verhalten, ob der Dauerschaden binnen der nach den Bedingungen maßgeblichen Frist (hier: ein Jahr) nach dem Unfall eingetreten ist (vgl. die Hinweisbeschlüsse OLG Frankfurt, r+s 2019, 282; OLG Düsseldorf, r+s 2018, 87; OLG Köln, zfs 2018, 645;… ebenso Grimm/Kloth, Unfallversicherung, 6. Aufl., Ziff. 2 AUB 2014 Rn. 24). - OLG Saarbrücken, 27.04.2016 - 5 U 36/15
Unfallversicherung - Anforderungen an eine ärztliche Invaliditätsfeststellung
- OLG München, 17.01.2012 - 25 U 620/11
Unfallversicherung: Anforderungen an die ärztliche Invaliditätsfeststellung; …
- OLG Dresden, 12.10.2018 - 4 U 1097/18
Anforderungen an den Hinweis auf das Erfordernis einer ärztlichen …
- OLG Saarbrücken, 18.10.2023 - 5 U 41/23
Unfallversicherung: Rechtsmissbrauch bei Berufung des Versicherers auf den Ablauf …
Soweit ein Unfallversicherer im Einzelfall nach Treu und Glauben zu einer zusätzlichen (erläuternden) Belehrung über die zu wahrenden Fristen gehalten sein kann, wenn der Versicherungsnehmer trotz eines Hinweises nach § 186 VVG im Unklaren ist, was von ihm zur Geltendmachung seiner Ansprüche zu veranlassen ist, erfordert sein - nur in Ausnahmefällen anzunehmendes - rechtsmissbräuchliches Verhalten auch hier, dass die dem Versicherer vor Ablauf der maßgeblichen Frist zugänglichen ärztlichen Unterlagen den Eintritt eines Dauerschadens als Unfallfolge nahelegten (Klarstellung zu Senat, Urteile vom 5. August 2022 - 5 U 97/20, VersR 2022, 1362 und vom 27. April 2016 - 5 U 36/15, RuS 2017, 370).Das Versäumen der Fristen, deren Einhaltung nach den Bedingungen als Anspruchsvoraussetzung ausgestaltet ist, führt daher selbst dann zum Leistungsausschluss, wenn den Versicherungsnehmer daran kein Verschulden trifft (vgl. BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617; Urteil vom 7. März 2007 - IV ZR 137/06, VersR 2007, 1114; Senat, Urteil vom 5. August 2022 - 5 U 97/20, VersR 2022, 1362).
Diese muss, um den Anforderungen zu genügen, die Schädigung und den Bereich, auf den sich diese auswirkt, sowie die Ursachen, auf denen der Dauerschaden beruht, so umreißen, dass der Versicherer bei seiner Leistungsprüfung vor der späteren Geltendmachung völlig anderer Gebrechen oder Invaliditätsursachen geschützt wird und stattdessen den medizinischen Bereich erkennen kann, auf den sich die Prüfung seiner Leistungspflicht erstrecken muss (BGH, Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617; Senat, Urteil vom 5. August 2022 - 5 U 97/20, VersR 2022, 1362).
Hiervon ausgehend, hat der Senat entschieden, dass der Versicherer nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) zu einer zusätzlichen (erläuternden) Belehrung verpflichtet sein kann, wenn der Versicherte trotz des Hinweises nach § 186 VVG im Unklaren ist, was von ihm zur Geltendmachung und Wahrung seiner Ansprüche zu veranlassen ist, etwa, wenn der Versicherer innerhalb der Frist erkennt, dass der Versicherte Invalidität geltend machen will, das von ihm vorgelegte ärztliche Attest den Anforderungen an eine ärztliche Invaliditätsfeststellung aber nicht genügt oder gar gänzlich fehlt (vgl. Senat, Urteil vom 5. August 2022 - 5 U 97/20, VersR 2022, 1362; Urteil vom 27. April 2016 - 5 U 36/15, RuS 2017, 370;… Knappmann, in: Prölss/Martin, a.a.O., § 186 Rn. 11 und Ziff. 2 AUB 2014 Rn. 30;… Rixecker, in Langheid/Rixecker, a.a.O., § 186 Rn. 12).
- OLG Saarbrücken, 05.02.2025 - 5 U 31/24
Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles bei einer Infektion mit …
Deshalb können nur die in der ärztlichen Invaliditätsfeststellung beschriebenen unfallbedingten Dauerschäden Grundlage des Anspruchs auf Invaliditätsentschädigung sein (BGH, Urteil vom 7. März 2007 - IV ZR 137/06, VersR 2007, 1114; Urteil vom 1. April 2015 - IV ZR 104/13, VersR 2015, 617; Senat, Urteil vom 5. August 2022 - 5 U 97/20, VersR 2022, 1362).
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