Rechtsprechung
| OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Rechtsprechungsdatenbank Saarland
Wirksamkeitvoraussetzungen für Nottestament vor drei Zeugen
- Deutsches Notarinstitut
BGB § 2250
Zu den Anforderungen an ein sog. "Drei-Zeugen-Testament" - erbrechtsiegen.de
Anforderungen an Drei-Zeugen-Testament
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 2250 Abs. 1 ; BGB § 2250 Abs. 2
Voraussetzungen der wirksamen Errichtung eines Nottestaments vor drei Zeugen; Antrag auf Erteilung eines Erbscheines
Kurzfassungen/Presse (2)
- arber-seminare.de (Kurzinformation)
Anforderungen an ein "Drei-Zeugen-Testament"
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Voraussetzungen der wirksamen Errichtung eines Nottestaments vor drei Zeugen; Antrag auf Erteilung eines Erbscheines
Verfahrensgang
- AG Saarlouis, 15.11.2024 - 3 VI 741/23
- OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Papierfundstellen
- NJW-RR 2025, 713
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (9)
- BGH, 15.11.1951 - IV ZR 66/51
Nottestament vor drei Zeugen
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Ist dies der Fall, bedarf es darüber hinaus keiner entsprechenden Überzeugung der bei der Testamentserrichtung als Zeugen mitwirkenden Personen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 380; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; vgl. auch RG, Beschluss vom 6. März 1943 - VII (VIII) 125/42, RGZ 171, 27).Darüber hinaus genügt aber auch die bloße subjektive Besorgnis einer solchen Todesgefahr als Voraussetzung für die gültige Errichtung eines Nottestaments vor drei Zeugen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 375 ff.; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; OLG Hamm, ErbR 2017, 348).
Entscheidend ist lediglich, dass die Besorgnis bei allen Mitwirkenden - den drei Zeugen - tatsächlich vorhanden ist und vom Standpunkt ihres pflichtgemäßen Ermessens aus angesichts der objektiven Umstände auch als gerechtfertigt angesehen werden kann (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 376; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris;… Sticherling, in: MünchKomm-BGB 9. Aufl., § 2250 Rn. 8).
Auf die Einschätzung des Erblassers kommt es nicht an (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 378).
Soweit es im Einzelfall ein Indiz für eine das Warten auf den Notar oder Bürgermeister nicht zulassende nahe Todesgefahr darstellen kann, wenn der Erblasser alsbald nach der Testamentserrichtung tatsächlich verstirbt (vgl. BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 375 f.; offenlassend OLG München, FamRZ 2009, 1945), war das bei dem hier verstrichenen Zeitraum von einem Monat zwischen der Testamentserrichtung und dem Tod ersichtlich nicht der Fall.
- OLG Saarbrücken, 10.10.2012 - 5 U 59/11
Voraussetzungen für eine wirksame Errichtung eines Drei-Zeugen-Nottestaments
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Ist dies der Fall, bedarf es darüber hinaus keiner entsprechenden Überzeugung der bei der Testamentserrichtung als Zeugen mitwirkenden Personen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 380; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; vgl. auch RG, Beschluss vom 6. März 1943 - VII (VIII) 125/42, RGZ 171, 27).Darüber hinaus genügt aber auch die bloße subjektive Besorgnis einer solchen Todesgefahr als Voraussetzung für die gültige Errichtung eines Nottestaments vor drei Zeugen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 375 ff.; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; OLG Hamm, ErbR 2017, 348).
Entscheidend ist lediglich, dass die Besorgnis bei allen Mitwirkenden - den drei Zeugen - tatsächlich vorhanden ist und vom Standpunkt ihres pflichtgemäßen Ermessens aus angesichts der objektiven Umstände auch als gerechtfertigt angesehen werden kann (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 376; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris;… Sticherling, in: MünchKomm-BGB 9. Aufl., § 2250 Rn. 8).
Maßgebend hierfür ist, ob aufgrund konkreter Umstände der Tod des Erblassers vor dem Eintreffen des Notars oder des Bürgermeisters zu befürchten ist (Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968; OLG München FamRZ 2009, 1945).
- OLG München, 14.07.2009 - 31 Wx 141/08
Wirksamkeitsvoraussetzungen eines sog. Drei-Zeugen-Testaments
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Maßgebend hierfür ist, ob aufgrund konkreter Umstände der Tod des Erblassers vor dem Eintreffen des Notars oder des Bürgermeisters zu befürchten ist (Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968; OLG München FamRZ 2009, 1945).Allein, dass der Erblasser wegen einer fortgeschrittenen und nicht heilbaren Erkrankung nur noch kurze Zeit zu leben hat, genügt nicht (OLG München, NJW 2010, 684, 686).
Soweit es im Einzelfall ein Indiz für eine das Warten auf den Notar oder Bürgermeister nicht zulassende nahe Todesgefahr darstellen kann, wenn der Erblasser alsbald nach der Testamentserrichtung tatsächlich verstirbt (vgl. BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 375 f.; offenlassend OLG München, FamRZ 2009, 1945), war das bei dem hier verstrichenen Zeitraum von einem Monat zwischen der Testamentserrichtung und dem Tod ersichtlich nicht der Fall.
- OLG Hamm, 10.02.2017 - 15 W 587/15
Drei-Zeugen-Testament setzt Todesgefahr voraus
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Darüber hinaus genügt aber auch die bloße subjektive Besorgnis einer solchen Todesgefahr als Voraussetzung für die gültige Errichtung eines Nottestaments vor drei Zeugen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 375 ff.; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; OLG Hamm, ErbR 2017, 348).Hingegen wird dadurch, dass der Erblasser nur körperlich zu schwach ist, um ein eigenhändiges Testament errichten zu können, bei Fehlen der übrigen Voraussetzungen der Tatbestand des § 2250 BGB nicht erfüllt (OLG Hamm, ErbR 2017, 348; OLG München, FamRZ 2016, 87; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968).
- OLG Bremen, 05.01.2016 - 5 W 25/15
Begriff der nahen Todesgefahr im Sinne von § 2250 Abs. 2 BGB
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Maßgebend hierfür ist, ob aufgrund konkreter Umstände der Tod des Erblassers vor dem Eintreffen des Notars oder des Bürgermeisters zu befürchten ist (Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968; OLG München FamRZ 2009, 1945).Hingegen wird dadurch, dass der Erblasser nur körperlich zu schwach ist, um ein eigenhändiges Testament errichten zu können, bei Fehlen der übrigen Voraussetzungen der Tatbestand des § 2250 BGB nicht erfüllt (OLG Hamm, ErbR 2017, 348; OLG München, FamRZ 2016, 87; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968).
- OLG Saarbrücken, 12.12.2017 - 5 W 53/17
Pflichtteilsrecht: Anforderungen an eine Pflichtteilsentziehung
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Rn. 14 Der Geschäftswert des Beschwerdeverfahrens ist unter Berücksichtigung des von den Beteiligten zu 1) und zu 2) erstrebten Verfahrensziels (vgl. Senat, Beschluss vom 12. Dezember 2017 - 5 W 53/17, NJW 2018, 957), einen sie als gemeinschaftliche Erben ausweisenden Erbscheins zu erlangen, gemäß §§ 61, 36, 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GNotKG mit dem vollen Nachlasswert anzusetzen. - OLG München, 12.05.2015 - 31 Wx 81/15
Formwirksamkeit eines Nottestaments
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Hingegen wird dadurch, dass der Erblasser nur körperlich zu schwach ist, um ein eigenhändiges Testament errichten zu können, bei Fehlen der übrigen Voraussetzungen der Tatbestand des § 2250 BGB nicht erfüllt (OLG Hamm, ErbR 2017, 348; OLG München, FamRZ 2016, 87; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968). - OLG Düsseldorf, 03.03.2017 - 3 Wx 269/16
Wirksamkeit eines Nottestaments; Begriff der nahen Gefahr des Todes i.S. von § …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Vielmehr liegt Todesgefahr objektiv erst dann vor, wenn von einem klinischen Zustand einer unmittelbar bevorstehenden Endphase des Lebens ausgegangen werden kann, wie etwa bei beginnenden kleinen Organausfällen (vgl. OLG Düsseldorf, FamRZ 2017, 1738; KG, NJW-RR 2017, 905;… Sticherling, in: MünchKomm-BGB a.a.O., § 2250 Rn. 8). - RG, 06.03.1943 - VII (VIII) 125/42
Liegt ein gültiges Nottestament vor, wenn der Bürgermeister in unrichtiger …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 04.02.2025 - 5 W 4/25
Ist dies der Fall, bedarf es darüber hinaus keiner entsprechenden Überzeugung der bei der Testamentserrichtung als Zeugen mitwirkenden Personen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 380; Senat, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; vgl. auch RG, Beschluss vom 6. März 1943 - VII (VIII) 125/42, RGZ 171, 27).
- OLG Saarbrücken, 30.10.2025 - 5 W 21/25
Voraussetzungen eines sog. Drei-Zeugen-Testaments; Versagung der …
Ist dies der Fall, bedarf es darüber hinaus keiner entsprechenden Überzeugung der bei der Testamentserrichtung als Zeugen mitwirkenden Personen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 380; Senat, Beschluss vom 4. Februar 2025 - 5 W 4/25, ErbR 2025, 475; vgl. auch RG, Beschluss vom 6. März 1943 - VII (VIII) 125/42, RGZ 171, 27).Darüber hinaus genügt aber auch die bloße subjektive Besorgnis einer solchen Todesgefahr als Voraussetzung für die gültige Errichtung eines Nottestaments vor drei Zeugen (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 375 ff.; Senat, Beschluss vom 4. Februar 2025 - 5 W 4/25, ErbR 2025, 475; OLG Hamm, ErbR 2017, 348).
Entscheidend ist lediglich, dass die Besorgnis bei allen Mitwirkenden - den drei Zeugen - tatsächlich vorhanden ist und vom Standpunkt ihres pflichtgemäßen Ermessens aus angesichts der objektiven Umstände auch als gerechtfertigt angesehen werden kann (BGH, Urteil vom 15. November 1951 - IV ZR 66/51, BGHZ 3, 372, 376; Senat, Beschluss vom 4. Februar 2025 - 5 W 4/25, ErbR 2025, 475;… Sticherling, in: MünchKomm-BGB 9. Aufl., § 2250 Rn. 8).
Maßgebend hierfür ist, ob aufgrund konkreter Umstände der Tod des Erblassers vor dem Eintreffen des Notars oder des Bürgermeisters zu befürchten ist (Senat, Beschluss vom 4. Februar 2025 - 5 W 4/25, ErbR 2025, 475; Urteil vom 10. Oktober 2012 - 5 U 59/11-11, juris; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968; OLG München FamRZ 2009, 1945).
Hingegen wird dadurch, dass der Erblasser nur körperlich zu schwach ist, um ein eigenhändiges Testament errichten zu können, bei Fehlen der übrigen Voraussetzungen der Tatbestand des § 2250 BGB nicht erfüllt (Senat, Beschluss vom 4. Februar 2025 - 5 W 4/25, ErbR 2025, 475 = ErbStB 2025, 371 m. Anm. Esskandari und Bick; OLG Hamm, ErbR 2017, 348; OLG München, FamRZ 2016, 87; OLG Bremen, FamRZ 2016, 1968).
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