Rechtsprechung
| BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Ehrenamtlicher Richter - Vorschriftsmäßige Besetzung des Gerichts - Wahlverfahren - Wahlausschuß - Bewerberliste - Parteizugehörigkeit - Rechtliches Gehör - Beweismittel
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Oldenburg, 02.11.1984 - 5 A 357/82
- OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 25.11.1985 - 11 A 3/85
- BVerwG, 25.06.1986 - 9 CB 141.86
- BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (18)
- BGH, 14.10.1975 - 1 StR 108/75
Strafbarkeit wegen Mordes - Anforderungen an die Wahl der Schöffen - …
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, die mit derjenigen des Bundesgerichtshofs übereinstimmt, führt die unrichtige Anwendung einer Besetzungsvorschrift zu einer nicht ordnungsgemäßen Besetzung im Sinne des § 133 Nr. 1 VwGO nur dann, wenn sich der Gesetzesverstoß gleichzeitig als Verletzung des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG darstellt (Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 26. April 1974 - BVerwG 7 C 77.72 - Buchholz 310 § 133 VwGO Nr. 11; Beschluß vom 9. Juni 1987 - BVerwG 9 CB 36.87 - Buchholz 310 § 26 VwGO Nr. 1 = NJW 1988, 219; Bundesgerichtshof…, Urteil vom 30. Juli 1975 - 3 StR 27 - 28/75 - Goltdammers Archiv für Strafrecht, 1976, S. 141;… Urteil vom 21. Oktober 1975 - 1 StR 445/75 - a.a.O. S. 142, beide mit Anmerkung von Rieß a.a.O. S. 133; Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - BGHSt 26, 206 ).Die Verfassungsbestimmung soll der Gefahr vorbeugen, daß die Auswahl des im Einzelfall zuständigen Richters aufgrund sachfremder Erwägungen manipuliert wird (BVerfGE 17, 294 ; 24, 33 ; Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - a.a.O. S. 211).
Dies trifft hauptsächlich zu bei Fehlern, die so schwerwiegend sind, daß von einer Wahl im Rechtssinne nicht mehr gesprochen werden kann und damit den ehrenamtlichen Richtern die Eigenschaft abgesprochen werden muß, durch eine Wahl gesetzliche Richter geworden zu sein (ebenso Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - a.a.O., ferner Urteil vom 21. September 1984 - 2 StR 327/84 - BGHSt 33, 41 und Urteil vom 14. Januar 1985 - 2 StR 717/84 - BGHSt 33, 126 ).
Dementsprechend hat auch der Gesetzgeber z.B. für das Verfahren vor den Arbeitsgerichten in §§ 65, 73 des Arbeitsgerichtsgesetzes bestimmt, daß die Rüge vorschriftswidriger Besetzung des Gerichts grundsätzlich nicht auf Mängel des Verfahrens bei der Berufung der ehrenamtlichen Richter gestützt werden kann (vgl. hierzu auch Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - a.a.O. S. 210).
- BVerwG, 09.06.1987 - 9 CB 36.87
Ehrenamtliche Richter - Wahl - Gesetzlicher Richter - Wahlausschussvorsitzender
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Die Wahl der ehrenamtlichen Richter durch einen unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten statt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts tagenden Wahlausschuß und aufgrund einer Bewerberliste, in der bei einzelnen Bewerbern bestimmte persönliche Merkmale einschließlich der Parteizugehörigkeit angegeben sind, verletzt nicht Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG (wie Urteil vom 9. Februar 1988 - BVerwG 9 C 256.86 - und Beschluß vom 9. Juni 1987 - BVerwG 9 CB 36.87 - Buchholz 310 § 26 VwGO Nr. 1).Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, die mit derjenigen des Bundesgerichtshofs übereinstimmt, führt die unrichtige Anwendung einer Besetzungsvorschrift zu einer nicht ordnungsgemäßen Besetzung im Sinne des § 133 Nr. 1 VwGO nur dann, wenn sich der Gesetzesverstoß gleichzeitig als Verletzung des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG darstellt (Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 26. April 1974 - BVerwG 7 C 77.72 - Buchholz 310 § 133 VwGO Nr. 11; Beschluß vom 9. Juni 1987 - BVerwG 9 CB 36.87 - Buchholz 310 § 26 VwGO Nr. 1 = NJW 1988, 219; Bundesgerichtshof…, Urteil vom 30. Juli 1975 - 3 StR 27 - 28/75 - Goltdammers Archiv für Strafrecht, 1976, S. 141;… Urteil vom 21. Oktober 1975 - 1 StR 445/75 - a.a.O. S. 142, beide mit Anmerkung von Rieß a.a.O. S. 133; Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - BGHSt 26, 206 ).
Da es ferner den Angehörigen des Wahlausschusses nicht verwehrt ist, Erörterungen zur Person der Bewerber und zu deren persönlichen Eigenschaften zu führen, sind auch entsprechende sachdienliche Mitteilungen und Informationen an die Ausschußmitglieder nicht grundsätzlich unzulässig (vgl. §§ 20 ff. VwGO, ferner Beschlüsse vom 14. Januar 1986 - BVerwG 6 CB 11.85 - Buchholz 310 § 29 VwGO Nr. 2 und vom 9. Juni 1987 - BVerwG 9 CB 36.87 - a.a.O.).
- BVerfG, 24.03.1964 - 2 BvR 42/63
Geschäftsverteilungsplan
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Die Verfassungsbestimmung soll der Gefahr vorbeugen, daß die Auswahl des im Einzelfall zuständigen Richters aufgrund sachfremder Erwägungen manipuliert wird (BVerfGE 17, 294 ; 24, 33 ; Bundesgerichtshof…, Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - a.a.O. S. 211).
- BVerfG, 25.06.1968 - 2 BvR 251/63
AKU-Beschluß
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Die Verfassungsbestimmung soll der Gefahr vorbeugen, daß die Auswahl des im Einzelfall zuständigen Richters aufgrund sachfremder Erwägungen manipuliert wird (BVerfGE 17, 294 ; 24, 33 ; Bundesgerichtshof…, Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - a.a.O. S. 211). - BGH, 16.01.1985 - 2 StR 717/84
Fehler bei der Schöffenwahl; Anfechtbarkeit des Urteils; Präklusion der …
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Dies trifft hauptsächlich zu bei Fehlern, die so schwerwiegend sind, daß von einer Wahl im Rechtssinne nicht mehr gesprochen werden kann und damit den ehrenamtlichen Richtern die Eigenschaft abgesprochen werden muß, durch eine Wahl gesetzliche Richter geworden zu sein (ebenso Bundesgerichtshof…, Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - a.a.O., ferner Urteil vom 21. September 1984 - 2 StR 327/84 - BGHSt 33, 41 und Urteil vom 14. Januar 1985 - 2 StR 717/84 - BGHSt 33, 126 ). - BGH, 21.09.1984 - 2 StR 327/84
Auslosung der Schöffen durch den dazu berufenen Ausschuss als wirksame …
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Dies trifft hauptsächlich zu bei Fehlern, die so schwerwiegend sind, daß von einer Wahl im Rechtssinne nicht mehr gesprochen werden kann und damit den ehrenamtlichen Richtern die Eigenschaft abgesprochen werden muß, durch eine Wahl gesetzliche Richter geworden zu sein (ebenso Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Oktober 1975 - 1 StR 108/75 - a.a.O., ferner Urteil vom 21. September 1984 - 2 StR 327/84 - BGHSt 33, 41 und Urteil vom 14. Januar 1985 - 2 StR 717/84 - BGHSt 33, 126 ). - BGH, 10.06.1980 - 5 StR 464/79
Verfahrensrüge wegen unzureichender Zeit zur Überprüfung der Besetzung des …
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Dies versteht sich für die Wahrnehmung des Vorsitzes im Wahlausschuß durch den Vizepräsidenten des Oberverwaltungsgerichts statt durch den Präsidenten von selbst (vgl. auch Bundesgerichtshof, Urteil vom 10. Juni 1980 - 5 StR 464/79 - BGHSt 29, 284 ). - BVerwG, 08.02.1983 - 9 C 847.82
Vorliegen einer politischen Verfolgung im asylrechtlichen Sinne - Verletzung des …
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verbietet dem Gericht u.a. die Verwertung von Tatsachen und Beweisergebnissen, zu denen die Beteiligten sich nicht äußern konnten (ständige Rechtsprechung, vgl. etwa Urteil vom 8. Februar 1983 - BVerwG 9 C 847.82 - Buchholz 310 § 108 VwGO Nr. 132;… Beschluß vom 29. April 1983 - BVerwG 9 B 2968.80 - Buchholz a.a.O. Nr. 134). - BVerwG, 30.08.1962 - VIII C 49.60
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist die Versagung rechtlichen Gehörs bei einzelnen tatsächlichen Feststellungen ungeachtet der Regelung des § 138 Nr. 3 VwGO dann nicht schädlich, wenn es in revisionsrichterlicher Betrachtung auf diese Feststellungen unter keinem denkbaren Gesichtspunkt ankommen konnte (Urteil vom 30. August 1962 - BVerwG 8 C 49.60 - BVerwGE 15, 24; Urteil vom 2. Juli 1981 - BVerwG 5 C 67.80 - Buchholz 310 § 138 Ziff. 3 VwGO Nr. 32; Urteil vom 16. Oktober 1984 - BVerwG 9 C 962.82 -). - BVerwG, 29.04.1983 - 9 B 2968.80
Mündliche Verhandlung - Einbeziehung von Verwaltungsvorgängen - …
Auszug aus BVerwG, 21.06.1988 - 9 C 141.86
Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verbietet dem Gericht u.a. die Verwertung von Tatsachen und Beweisergebnissen, zu denen die Beteiligten sich nicht äußern konnten (ständige Rechtsprechung, vgl. etwa Urteil vom 8. Februar 1983 - BVerwG 9 C 847.82 - Buchholz 310 § 108 VwGO Nr. 132; Beschluß vom 29. April 1983 - BVerwG 9 B 2968.80 - Buchholz a.a.O. Nr. 134). - BVerwG, 26.04.1974 - VII C 77.72
Rüge der nicht vorschriftsmäßigen Besetzung des Gerichts - Verstoß gegen den …
- BVerwG, 29.12.1983 - 9 C 68.83
Obliegenheit der Prozessbeteiligten - Rechtliches Gehör - Gerichtsbibliothek - …
- BVerwG, 09.02.1988 - 9 C 256.86
Asylrecht - Staatsschutzbestimmung - Bestrafung - Politische Verfolgung - …
- BVerfG, 22.06.1982 - 2 BvR 1205/81
Schutzzweck des Anspruchs auf den gesetzlichen Richter
- BVerwG, 14.01.1986 - 6 CB 11.85
Rügen der nicht vorschriftsmäßigen Besetzung des Verwaltungsgerichts und des …
- BVerwG, 02.07.1981 - 5 C 67.80
Anordnung einer Flurbereinigung - Einbeziehung von Grundstücken in ein …
- BVerwG, 16.10.1984 - 9 C 962.82
- BGH, 21.10.1975 - 1 StR 445/75
Strafbarkeit wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in einem besonders …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 30.08.2023 - 1 A 1662/21
Verfahrensmangel; Grundsatz des rechtlichen Gehörs; Gehörsrüge; Gehörsgewährung; …
Rn. 8 Vgl. BVerwG, Beschluss vom 19. Juli 2012 - 1 B 6.12 -, juris, Rn. 6; Urteil vom 21. Juni 1988 - 9 C 141.86 -, juris, Rn. 10. - OVG Nordrhein-Westfalen, 28.09.2023 - 1 A 2538/22
Zulassung der Berufung aufgrund des von dem Asylsuchenden allein gerügten …
Rn. 5 Vgl. BVerwG, Beschluss vom 19. Juli 2012 - 1 B 6.12 -, juris, Rn. 6; Urteil vom 21. Juni 1988 - 9 C 141.86 -, juris, Rn. 10. - OVG Thüringen, 02.09.1998 - 3 ZO 78/97
Asylrecht aus Kartenart 1, 4; Asylrecht; Rechtliches Gehör; Erkenntnisquellen; …
3 ZO 78/97 3 Offen bleiben kann, ob das Verwaltungsgericht das in seiner Entscheidung verwertete Gutachten von Oberdiek an das Verwaltungsgericht Frankfurt vom 10. Mai 1994 und den Lagebericht des Auswärtigen Amtes vom 17. April 1996 deswegen jedenfalls nicht ordnungsgemäß in das Verfahren eingeführt hat, weil es sie weder nach der Niederschrift über die mündliche Verhandlung noch nach dem Tatbestand des angefochtenen Urteils ausdrücklich zum Gegenstand der mündlichen Verhandlung gemacht hat (vgl. zur Einführung von Erkenntnisquellen BVerwG, Urteil vom 21. Juni 1988 - 9 C 141/86 -).
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