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| OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05 |
Volltextveröffentlichungen (2)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Voraussetzungen für die Zulässigkeit einer Beschwerde im verwaltungsgerichtlichen Verfahren; Anforderungen an die Darlegung von Beschwerdegründen in der Beschwerdeschrift; Problem einer Behörde bei der Erhebung von Kommunalabgaben aus der eingeschränkten Rechtsfähigkeit ...
Verfahrensgang
- VG Frankfurt/Oder, 13.09.2005 - 5 L 275/05
- OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (13)
- BGH, 29.01.2001 - II ZR 331/00
Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist rechtsfähig und parteifähig
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Wird ein Gesellschafter einer (Außen-)GbR persönlich zu einem Anschlussbeitrag für ein Grundstück herangezogen, als dessen Miteigentümer er mit dem Zusatz "in Gesellschaft bürgerlichen Rechts" im Grundbuch eingetragen ist, so ist die Rechtmäßigkeit des Beitragsbescheides im vorläufigen Rechtsschutzverfahren unter Berücksichtigung der jüngeren Rechtsprechung des BGH zur Rechtsfähigkeit der GbR (BGHZ 146, 341 ff.) als ernstlich zweifelhaft zu beurteilen, weil auf dieser Grundlage mehr dafür als dagegen spricht, dass die GbR als Grundstückseigentümer Beitragsschuldner ist und einer ihrer Gesellschafter nur akzessorisch für die Beitragsschuld haftet, d.h. der Beitrag von ihm nicht unmittelbar verlangt werden kann.Insoweit ist anzunehmen, dass eine (Außen-)GbR auch in Bezug auf Grundstücke Rechte und Pflichten begründen kann und die Gesellschafter insoweit nur akzessorisch haften (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 2001 - II ZR 331/00 - BGHZ 146, 341; ferner Urteil vom 23. Oktober 2003 - IX ZR 324/01 - NJW-RR 2004, 279).
- BGH, 07.04.2003 - II ZR 56/02
Zur Haftung neu eingetretener Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Dieser Bewertung steht auch der Hinweis des Antragsgegners auf den Zeitpunkt der Eintragung des Antragstellers und des weiter im Grundbuch eingetragenen Gesellschafters B_____ im Jahre 2000 und das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 7. April 2003 - II ZR 56/02 - (NJW 2003, 1803) nicht entgegen. - BGH, 23.10.2003 - IX ZR 324/01
Führung eines Prozesses durch die gesamtvertretungsberechtigten Gesellschafter …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Insoweit ist anzunehmen, dass eine (Außen-)GbR auch in Bezug auf Grundstücke Rechte und Pflichten begründen kann und die Gesellschafter insoweit nur akzessorisch haften (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 2001 - II ZR 331/00 - BGHZ 146, 341; ferner Urteil vom 23. Oktober 2003 - IX ZR 324/01 - NJW-RR 2004, 279).
- OLG Köln, 17.12.2002 - 22 U 168/02
Mithaftung eines Rechtsanwalts als Mitglied einer Scheinsozietät
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Insoweit ist anzunehmen, dass eine (Außen-)GbR auch in Bezug auf Grundstücke Rechte und Pflichten begründen kann und die Gesellschafter insoweit nur akzessorisch haften (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 2001 - II ZR 331/00 - BGHZ 146, 341; ferner Urteil vom 23. Oktober 2003 - IX ZR 324/01 - NJW-RR 2004, 279). - BayObLG, 31.10.2002 - 2Z BR 70/02
Keine Grundbuchfähigkeit der BGB -Gesellschaft
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Die umstrittene Grundbuchfähigkeit der GbR (nach wohl h.M. verneint: vgl. etwa BayObLG, Beschluss vom 31. Oktober 2002 - 2Z BR 70/02 - NJW 2003, 70 und LG Berlin, Beschluss vom 20 Januar 2004 - 86 T 51/04 - RPfleger 2004, 283; a.A. Ulmer/Steffek, NJW 2002, 330) wird dabei offenbar nicht als durchgreifendes Hindernis gesehen; mit der Bejahung der Rechtsfähigkeit müsse auch eine entsprechende grundbuchliche Umsetzung ermöglicht werden. - OVG Berlin-Brandenburg, 01.08.2005 - 9 S 2.05
Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung; ernstliche Zweifel an der …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Die Prüfung des Oberverwaltungsgerichts beschränkt sich gemäß § 146 Abs. 4 Satz 6 VwGO in einer ersten Stufe darauf, ob die Beschwerde geeignet ist, die Begründung des angefochtenen Beschlusses zu erschüttern; nur wenn dies der Fall ist, ist auf einer zweiten Stufe von Amts wegen zu prüfen, ob sich der Beschluss auf der Grundlage der Erkenntnisse des Beschwerdeverfahrens im Ergebnis als richtig erweist oder geändert werden muss (vgl. Beschluss des Senats vom 1. August 2005 - OVG 9 S 2.05 -). - OVG Nordrhein-Westfalen, 07.05.2002 - 15 A 5299/00
Abgabenrecht: GbR als Grundstückseigentümerin
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Die Frage, ob aus den vom Antragsgegner beschriebenen rechtlichen Bedenken und tatsächlichen wie rechtlichen Problemen bei der Heranziehung zu grundstücksbezogenen Abgaben hinsichtlich solcher Grundstücke, die zum Gesamthandsvermögen einer GbR gehören, folgen könnte, dass spezielle Gesichtspunkte der Rechtsfähigkeit der GbR insoweit entgegenstehen (verneinend OVG NW, Urteil vom 7. Mai 2002 - 15 A 5299/00 - NVwZ-RR 2003, 149; VG Potsdam, Urteil vom 9. Januar 2004 - 12 K 527/99 - NVwZ-RR 2004, 785; VG Schleswig, Beschluss vom 15. Januar 2003 - 9 B 100/02 - NVwZ 2004, 372; bejahend VG Chemnitz, Beschluss vom 10. März 2005 - 1 K 536/03 - zitiert nach juris), ist allerdings bislang in der Rechtsprechung des zuständigen Oberverwaltungsgerichts nicht geklärt. - BVerwG, 27.06.2003 - 2 B 4.03
Rechtsmittel
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Der Beschwerdeführer muss in der Beschwerdebegründung darlegen, warum er die angefochtene Entscheidung in bestimmten Punkten für unrichtig hält und aus welchen Gründen eine andere Entscheidung als die des Verwaltungsgerichtes geboten ist (vgl. OVG Bbg, u. a. Beschlüsse vom 29. April 2003 - 2 B 4/03 - und vom 23. Oktober 2003 - 2 B 265/03 -, veröffentl. in Juris m.w.N.), d. h. aus welchen Gründen eine Änderung des Beschlusses ernsthaft in Betracht zu ziehen ist. - OVG Brandenburg, 23.10.2003 - 2 B 265/03
grundsätzliche Verpflichtung der Gemeinden Straßenausbaubeiträge zu erheben; …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Der Beschwerdeführer muss in der Beschwerdebegründung darlegen, warum er die angefochtene Entscheidung in bestimmten Punkten für unrichtig hält und aus welchen Gründen eine andere Entscheidung als die des Verwaltungsgerichtes geboten ist (vgl. OVG Bbg, u. a. Beschlüsse vom 29. April 2003 - 2 B 4/03 - und vom 23. Oktober 2003 - 2 B 265/03 -, veröffentl. in Juris m.w.N.), d. h. aus welchen Gründen eine Änderung des Beschlusses ernsthaft in Betracht zu ziehen ist. - LG Berlin, 20.01.2004 - 86 T 51/04
Keine Grundbuchfähigkeit der BGB -Gesellschaft (Eintragung als …
Auszug aus OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05
Die umstrittene Grundbuchfähigkeit der GbR (nach wohl h.M. verneint: vgl. etwa BayObLG, Beschluss vom 31. Oktober 2002 - 2Z BR 70/02 - NJW 2003, 70 und LG Berlin, Beschluss vom 20 Januar 2004 - 86 T 51/04 - RPfleger 2004, 283; a.A. Ulmer/Steffek, NJW 2002, 330) wird dabei offenbar nicht als durchgreifendes Hindernis gesehen; mit der Bejahung der Rechtsfähigkeit müsse auch eine entsprechende grundbuchliche Umsetzung ermöglicht werden. - VG Potsdam, 09.01.2004 - 12 K 527/99
Gesellschaft bürgerlichen Rechts als Eigentümerin eines Grundstücks; Pflicht der …
- VG Schleswig, 15.01.2003 - 9 B 100/02
persönliche Beitragspflicht, Eigentümer, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, …
- VG Chemnitz, 10.03.2005 - 1 K 536/03
- VGH Baden-Württemberg, 20.09.2006 - 2 S 1755/06
Erschließungsbeitragspflicht einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Auch der beschließende Senat hat in einem Urteil vom 25.8.2003 - 2 S 2192/02 -, VBlBW 2004, 103 für den Bereich des Fremdenverkehrsbeitragsrechts unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (…aaO) entschieden, dass eine GbR (im dortigen Verfahren eine Anwaltssozietät) selbst Beitragsschuldner ist, weil sie als sog. Außengesellschaft im Rechtsverkehr grundsätzlich Träger von Rechten und Pflichten ist (ebenso OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 27.3.2006 - 9 S 76.05 -für das dortige Anschlussbeitragsrecht, mitgeteilt in Juris). - VGH Bayern, 22.10.2010 - 6 BV 09.1363
Erschließungsbeitragsrecht; Grundstückseigentümer; Gesellschaft bürgerlichen …
Dieser Gleichlauf von materiell-rechtlicher Eigentümerstellung der GbR und ihrer öffentlich-rechtlichen Beitragsschuldnerschaft ist inzwischen allgemein anerkannt (vgl. etwa OVG NRW, U.v. 7.5.2002 - 15 A 5299/00 - NVwZ-RR 2003, 149 f.; VGH BW, B.v. 20.9.2006 - 2 S 1755/06 - NJW 2007, 105; OVG Berlin-Bbg, B.v. 27.3.2006 - 9 S 76.05 - juris; BayVGH, B.v. 27.9.2007 - 6 CS 07.608 - juris; OVG LSA, B.v. 29.5.2008 - 4 M 275.08 - NVwZ-RR 2008, 819; OVG MV, U.v. 1.4.2009 - 1 L 110.06 - juris ;… Driehaus, a.a.O., RdNr. 4 zu § 24; ders., Kommunalabgabenrecht, RdNr. 58a zu § 8; Kreuter, Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts als Schuldnerin von Kommunalabgaben, NVwZ 2008, 360 ff.). - OVG Berlin-Brandenburg, 16.11.2007 - 9 S 23.07
Straßenbaubeitrag; Beitragspflicht einer BGB-Gesellschaft
Im Übrigen hat der Senat im vom Verwaltungsgericht zitierten Beschluss vom 27. März 2006 - OVG 9 S 76.05 - und erneut im Beschluss vom 3. Mai 2006 - OVG 9 S 11.06 - bei summarischer Prüfung im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes den Standpunkt vertreten, dass nach der geänderten Rechtsprechung des BGH zur Rechtsfähigkeit der (Außen-)Gesellschaft bürgerlichen Rechts, soweit sie durch Teilnahme am Rechtsverkehr eigene Rechte und Pflichten begründet, einiges dafür spricht, dass Beiträge nach § 8 KAG in Ansehung der Bestimmung des Grundstückseigentümers als Beitragspflichtigen (§ 8 Abs. 2 Satz 2 KAG) bei Bestehen von Gesamthandseigentum einer BGB-Gesellschaft am Grundstück nur von dieser Gesellschaft als rechtsfähige Beitragspflichtige erhoben werden dürfen, wenn die Gesellschafter im Grundbuch als Eigentümer mit dem Zusatz: "als Gesellschaft bürgerlichen Rechts" eingetragen sind.
- OVG Mecklenburg-Vorpommern, 01.04.2009 - 1 L 110/06
Abgabenschuldner; Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Dies entspricht der inzwischen auch im öffentlichen Abgabenrecht von Rechtsprechung und Literatur nicht mehr in Zweifel gezogenen Auffassung (vgl. grundlegend BGH, 29.01.2001 - II ZR 331/00 -Juris; zuletzt: 04.12.2008 - V ZB 74/08 -Juris; OVG Nordrhein-Westfalen, 07.05.2002 - 15 A 5299/00 -, NVwZ-RR 2003, 149 f.; VGH Baden-Württemberg, 20.09.2006 - 2 S 1755/06 -Juris; BayVGH, 27.09.2007 - 6 CS 07.608 - juris; OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2006 - 9 S 76.05 - juris; OVG Sachsen-Anhalt, 29.05.2008 - 4 M 275/08 -, juris; Kreuter, Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als Schuldnerin von Kommunalabgaben, NVwZ 2008, 360 ff;… Driehaus, Kommunalabgabenrecht, Kommentar, Stand: September 2008, § 8 Rn. 58a; Stuttmann, Hinweise zur Festsetzung von Kommunalabgaben gegen Gesellschaften des bürgerlichen Rechts nach dem Urteil des BGH vom 29.1.2001, KStZ 2002, 50). - OVG Berlin-Brandenburg, 17.12.2012 - 2 S 12.12
Sanierungsrechtlicher Ausgleichsbetrag; Beschwerde; sofortige Vollziehung; …
Rn. 14 Ebenso wenig kann die Antragstellerin aus dem Beschluss des 9. Senats des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom 27. März 2006 (- OVG 9 S 76.05 -, juris) etwas zu ihren Gunsten herleiten. - OVG Berlin-Brandenburg, 19.02.2007 - 9 S 28.06
Die Straßenausbaubeitragspflicht einer Außen-GbR
Dies begründet nach der Rechtsprechung des Senats (Beschlüsse vom: 27. März 2006 - OVG 9 S 76.05 - und 3. Mai 2006 - OVG 9 S 11.06 -) ernstliche Richtigkeitszweifel an der originären Beitragspflicht eines Mitgesellschafters. - AG Pinneberg, 19.05.2006 - 69 C 216/04 ( LG Itzehoe, ZMR 2004, 198 [LG Itzehoe 09.12.2003 - 1 S 250/03] ; 2003, 842, 843; LG Itzehoe, Urteil vom 31.03.2006 - 9 S 76/05; LG Köln, WuM 1991, 281 = ZMR 1991, 179; AG Pinneberg, ZMR 2004, 595, 596;… Langenberg, Betriebskostenrecht, 4. Aufl., F 49, anders noch 3. Aufl., F 47 ff.).
- VG Frankfurt/Oder, 15.12.2008 - 5 K 214/05
Haftung einer GbR für die Kosten der Herstellung eines Abwasseranschlusses
Die summarische Prüfung der Erfolgsaussichten des Rechtsbehelfs führe unter Berücksichtigung der bislang vorliegenden Rechtsprechung zur möglichen Beitragsschuldnerschaft einer GbR dazu, dass der Erfolg des Rechtsbehelfs wahrscheinlicher sei als dessen Misserfolg und deshalb ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Beitragsbescheides zu bejahen seien (OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss 9 S 76.05 vom 27. März 2006; vgl. auch OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss 9 S 11.06 vom 03. Mai 2006, dort allerdings mit anderen Beteiligten).
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