Rechtsprechung
| BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61 |
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- Wolters Kluwer
Rechtsmittel
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
BWGöD § 8 Abs. 1 Nr. 4
Verfahrensgang
- OVG Nordrhein-Westfalen, 22.09.1960 - I A 59/59
- BVerwG, 21.07.1961 - VIII B 192.60
- BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Papierfundstellen
- BVerwGE 18, 187
- AS 18, 187
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (12)
- BVerfG, 23.10.1952 - 1 BvB 1/51
SRP-Verbot
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Die freiheitliche demokratische Grundordnung wird vom Bundesverfassungsgericht als eine Ordnung bestimmt, "die unter Ausschluß jeglicher Gewalt- und Willkürherrschaft eine rechtsstaatliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit darstellt" (BVerfGE 2, 1 [BVerfG 23.10.1952 - 1 BvB 1/51] [12]); sie sei durch das Grundgesetz vorgezeichnet als "Ausdruck des bewußten verfassungspolitischen Willens zur Lösung des Grenzproblems der freiheitlichen demokratischen Staatsordnung" (BVerfGE 5, 85 [BVerfG 17.08.1956 - 1 BvB 2/51] [139] und 10, 118 [123]).Mit der "freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes" ist der Inbegriff der vom Grundgesetz garantierten obersten verfassungsrechtlichen Werte gemeint (vgl. die Entscheidung BVerfGE 2, 1 [BVerfG 23.10.1952 - 1 BvB 1/51] [12 f.]), zugleich aber auch die Verwirklichung dieser Wertordnung im Geltungsbereich des Grundgesetzes.
- BVerfG, 17.08.1956 - 1 BvB 2/51
KPD-Verbot - Zweiter und letzter erfolgreicher Antrag auf Verbot einer Partei
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Die freiheitliche demokratische Grundordnung wird vom Bundesverfassungsgericht als eine Ordnung bestimmt, "die unter Ausschluß jeglicher Gewalt- und Willkürherrschaft eine rechtsstaatliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit darstellt" (BVerfGE 2, 1 [BVerfG 23.10.1952 - 1 BvB 1/51] [12]); sie sei durch das Grundgesetz vorgezeichnet als "Ausdruck des bewußten verfassungspolitischen Willens zur Lösung des Grenzproblems der freiheitlichen demokratischen Staatsordnung" (BVerfGE 5, 85 [BVerfG 17.08.1956 - 1 BvB 2/51] [139] und 10, 118 [123]).Daraus, daß die Einheit Deutschlands nicht nur ein politisches Ziel, vielmehr ein unmittelbar aus dem Grundgesetz abzuleitendes verfassungsrechtliches Gebot ist (BVerfGE 12, 45 [51]; vgl. BVerfGE 5, 85 [BVerfG 17.08.1956 - 1 BvB 2/51] [125]), kann nicht gefolgert werden, die außerhalb des Geltungsbereichs des Grundgesetzes in Unfreiheit lebenden Deutschen seien so zu behandeln, als gälte auch für sie die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes.
- BVerwG, 28.02.1963 - VIII C 67.62
Voraussetzungen der Anerkennung als politischer Häftling - Adressaten von …
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Bei Verstößen gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit - bei denen es einer besonderen Schuldfeststellung bedarf (vgl. BVerwGE 15, 336 [338 f.]) - besteht außerdem noch die Möglichkeit einer Strafverfolgung im Bundesgebiet; sie kann gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 3 BWGöD zur Ausschließung von der Wiedergutmachung führen.
- BVerwG, 07.09.1960 - VIII C 189.59
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Wiedergutmachungsansprüche hätte der Kläger nur, wenn er ohne die Entlassung im weiteren Verlauf seiner Dienstlaufbahn eine dauernde Rechtsstellung im öffentlichen Dienst gefunden hätte (vgl. BVerwGE 11, 109). - BVerfG, 16.01.1957 - 1 BvR 253/56
Elfes
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wird dieses Rechtsgut bestimmt als der Inbegriff der obersten Grundwerte im Rahmen der verfassungsrechtlichen Wertordnung (vgl. BVerfGE 6, 32 [41]). - BVerfG, 20.12.1960 - 1 BvL 21/60
Kriegsdienstverweigerung I
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Daraus, daß die Einheit Deutschlands nicht nur ein politisches Ziel, vielmehr ein unmittelbar aus dem Grundgesetz abzuleitendes verfassungsrechtliches Gebot ist (BVerfGE 12, 45 [51]; vgl. BVerfGE 5, 85 [BVerfG 17.08.1956 - 1 BvB 2/51] [125]), kann nicht gefolgert werden, die außerhalb des Geltungsbereichs des Grundgesetzes in Unfreiheit lebenden Deutschen seien so zu behandeln, als gälte auch für sie die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes. - BVerfG, 21.05.1957 - 2 BvL 6/56
Berlin-Vorbehalt I
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Dieser Geltungsbereich des Grundgesetzes erstreckt sich einstweilen auf das Gebiet der Bundesrepublik einschließlich West-Berlin; das ist rechtlich verbindlich klargestellt worden durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 1, 70; 5, 2 [BVerfG 12.04.1956 - 1 BvR 461/55]; 7, 1) [BVerfG 21.05.1957 - 2 BvL 6/56]und bedarf keiner näheren Begründung. - BVerfG, 06.10.1959 - 1 BvL 118/53
Berufsverbot I
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Für den Mißbrauch des Rechts der freien politischen Betätigung zum Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung werden gemäß Art. 18 GG besondere Sanktionen angedroht (BVerfGE 10, 118 [123]). - BVerfG, 27.06.1961 - 1 BvR 486/59
Verfassungswidrigkeit des allein auf Parteimitgliedschaft gestützten …
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Das Bundesverfassungsgericht erklärt - in Anwendung von § 6 Abs. 1 Nr. 2 BEG - diese Rechtsnachteile als eine Folge von "politischer Unwürdigkeit" (BVerfGE 13, 46 [50]) und rechtfertigt sie mit der "in Art. 9 Abs. 2, Art. 18, Art. 21 Abs. 2 GG zum Ausdruck gekommenen Grundentscheidung des Verfassungsgebers für eine Bekämpfung der aktiven Feinde der demokratischen Wertordnung"; Bestimmungen dieser Art müßten "unter Beachtung der grundgesetzlichen Wertordnung und der zu ihrem Schütze geschaffenen verfassungsrechtlichen Verfahrensvorschriften interpretiert werden" (…a.a.O., S. 50 f.). - BVerfG, 25.10.1951 - 1 BvR 24/51
Grundrechtsgeltung in Berlin
Auszug aus BVerwG, 09.04.1964 - VIII C 65.61
Dieser Geltungsbereich des Grundgesetzes erstreckt sich einstweilen auf das Gebiet der Bundesrepublik einschließlich West-Berlin; das ist rechtlich verbindlich klargestellt worden durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 1, 70; 5, 2 [BVerfG 12.04.1956 - 1 BvR 461/55]; 7, 1) [BVerfG 21.05.1957 - 2 BvL 6/56]und bedarf keiner näheren Begründung. - BVerfG, 03.05.1956 - 1 BvC 1/55
Voraussetzungen für die Wählbarkeit nach dem BWG 1953
- BVerfG, 12.04.1956 - 1 BvR 461/55
Bezeichnung des verletzten Grundrechts innerhalb der Begründungsfrist
- BVerwG, 15.06.1967 - VIII C 105.64
Rechtsmittel
Der Revision ist allerdings nicht darin zu folgen, daß diese Vorschrift aus verfassungsrechtlichen Gründen ungültig sei (vgl. BVerwGE 18, 187 [188 f.]).Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwGE 18, 187;Urteile vom 4. März 1964 - BVerwG VIII C 64.61 -, MDR 1964 S. 872 = NJW/RzW 1965 S. 89, undvom 9. April 1964 - BVerwG VIII C 90.61 -) meint § 8 Abs. 1 Nr. 4 BWGöD nur solche Handlungen, die unmittelbar dem Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung in der Bundesrepublik einschließlich West-Berlins dienten; es müssen Bekämpfungshandlungen vorgelegen haben, die ein gewisses Gewicht hatten.
In Fortbildung dieses Gedankens (vgl. auch BVerwGE 18, 187) kann auch die Zugehörigkeit zur SED für sich allein nicht geeignet sein, zur Anwendung von § 8 Abs. 1 Nr. 4 BWGöD zu führen; das gilt auch dann, wenn der Geschädigte während seiner Zugehörigkeit zu dieser Partei im Geltungsbereich des Bundeswiedergutmachungsgesetzes (in W...) wohnte.
- VG Düsseldorf, 09.09.2020 - 29 L 1111/20 Rn. 50 OVG Saarlouis, Beschluss vom 11. März 1983 - 2 W 46/83 -, AS 18, S. 187; Posser/Wolf/Gersdorf, BeckOK VwGO, 54. Edition, Stand: 1. Oktober 2019, § 80 Rn. 177 ff.; Schoch/Schneider/Bier, VwGO, 38. Ergänzungslieferung, Stand: Januar 2020, Rn. 253; Kopp/Schenke, VwGO, 24. Auflage 2018, § 80 Rn. 149.
Rn. 53 VGH Mannheim, Beschluss vom 25. August 1976 - X 1318/76 -, NJW 1977, S. 165; VGH Mannheim, Beschluss vom 17. Juli 1990 - 10 S 1121/90 -, juris, Rn. 4; VGH München, Beschluss vom 24. Februar 1988 - 14 CS 88.00004 -, BayVBl. 1989, S. 117; OVG Hamburg, Beschluss vom 17. November 1983 - Bs VII 852/83 -, InfAuslR 1984, S. 72; OVG Koblenz, Beschluss vom 30. Januar 1985 - 11 B 201/84 -, NVwZ 1985, S. 919; OVG Saarlouis, Beschluss vom 11. März 1983 - 2 W 46/83 -, AS 18, S. 187; a. A. OVG NRW, Beschluss vom 26. Juni 1985 - 19 B 1061/85 -, NJW 1986, S. 1894; VGH Kassel, Beschluss vom 17. Mai 1984 - 3 TH 971/84 -, DÖV 1985, S. 75; OVG Berlin, Beschluss vom 25. Oktober 1965 - II S 5.65 -, NJW 1966, S. 798.
- BVerwG, 25.10.1968 - VI C 1.65
Rechtsmittel
Dem Grundgesetz, insbesondere dessen Art. 19 Abs. 4 GG, kann grundsätzlich keine Verbindlichkeit außerhalb seines Geltungsbereichs zukommen (ähnlich BVerwGE 18, 187 [190]; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 14. März 1968 - III ZR 170/67 - [RiA 1968 S. 175] zur Bindung deutscher Gerichte an vorgreifliche Entscheidungen von Dienststellen eines fremden Staates).
- BVerwG, 25.01.1967 - V C 61.66
Geltendmachung von Erstattungsansprüchen wegen geleisteter Krankenversorgung nach …
Insoweit liegt die vorliegende Sache anders als in den den Entscheidungen in BVerwGE 1, 178; 18, 193 [BVerwG 09.04.1964 - VIII C 65/61]sowie … - BVerwG, 01.12.1966 - VIII C 27.65
Rechtsmittel
Der Tatbestand des § 3 Abs. 2 Nr. 3 BVFG setzt eine Tätigkeit voraus, die dazu geeignet und auch dazu bestimmt war, die freiheitliche demokratische Grundordnung im räumlichen Geltungsbereich des Grundgesetzes zu gefährden (vgl. hierzu BVerwGE 18, 187). - BVerwG, 15.06.1967 - VIII C 67.65
Rechtsmittel
Das Berufungsgericht hat nämlich auf der Grundlage der vorliegenden tatsächlichen Feststellungen mit Recht die Frage verneint, ob die Klägerin im Sinne von § 8 Abs. 1 Nr. 4 BWGöD nach dem 23. Mai 1949 die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekämpft hat (vgl. BVerwGE 18, 187 , Urteile vom 4. März 1964 - BVerwG VIII C 64.61 -, MDR 1964 S. 872 = NJW/RzW 1965 S. 89, und vom heutigen Tage - BVerwG VIII C 105.64 -). - BVerwG, 11.03.1965 - VIII C 396.63 Der Angriff auf grundgesetzlich gewährleistete Grundwerte und Grundrechte ist nur dann als ein Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes zu bewerten, wenn er gegen ihre Verwirklichung im räumlichen Geltungsbereich des Grundgesetzes gerichtet ist (BVerwGE 18, 187).
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