Rechtsprechung
| BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00 |
Volltextveröffentlichungen (9)
- lexetius.com
AO 1977 § 124 Abs. 1, § 125 Abs. 1, § 249 Abs. 1, § 254 Abs. 1
- Judicialis
AO 1977 § 124 Abs. 1; ; AO 1977 § 125 Abs. 1; ; AO 1977 § 249 Abs. 1; ; AO 1977 § 254 Abs. 1
- IWW
- Deutsches Notarinstitut
AO 1977 § 124 Abs. 1, § 125 Abs. 1, § 249 Abs. 1, § 254 Abs. 1
- Simons & Moll-Simons
AO 1977 § 124 Abs. 1, § 125 Abs. 1, § 249 Abs. 1, § 254 Abs. 1
- Wolters Kluwer
Rechtswidrigkeit einer Pfändungs- und Einziehungsverfügung - Mangelnde Bekanntgabe eine Steuerbescheides - Wirksamkeit eines Vollstreckungstitels - Anfechtbarkeit eines Vollstreckungstitels - Statthaftigkeitsvoraussetzungen einer rechtmäßigen Vollstreckung
- Owlit(Abodienst, Leitsatz frei)
Vollstreckungsmaßnahmen bei fehlendem Vollstreckungstitel
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Voraussetzungen für eine wirksame Vollstreckung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- datenbank.nwb.de (Leitsatz)
§§ 249, 254 AO
Abgabenordnung; Rechtswidrigkeit einer Pfändungs- und Einziehungsverfügung
Verfahrensgang
- FG Baden-Württemberg, 03.11.1998 - 1 K 93/94
- BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Papierfundstellen
- BFHE 199, 511
- NJW 2003, 1070
- NVwZ 2003, 640 (Ls.)
- BB 2003, 90
- BStBl II 2003, 109
Wird zitiert von ... (36) Zitiert selbst (12)
- BFH, 29.03.1962 - IV 222/60 U
Eintragung einer Zwangshypothek auf dem Grundstück der Ehefrau wegen einer …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
a) Zwar geht die ältere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) davon aus, dass Pfändungsmaßnahmen nichtig seien, wenn es bei ihrem Erlass an einem wirksamen Leistungsbescheid oder einer Steueranmeldung als Grundlage der Vollstreckung oder einem Leistungsgebot fehlt (BFH-Beschluss vom 30. September 1953 II 167/52 S, BFHE 58, 54, BStBl III 1953, 312, bei Vollstreckung vor Bekanntgabe eines Haftungsbescheides; BFH-Urteil vom 29. März 1962 IV 222/60 U, BFHE 75, 147, BStBl III 1962, 321, betreffend die Vollstreckung gegenüber einer Ehefrau aus einem nur auf den Ehemann lautenden Zusammenveranlagungsbescheid; ebenso BFH-Urteile vom 30. März 1962 III 280/60 und III 208/60, Steuerrechtsprechung in Karteiform --StRK--, Abgabenordnung, § 326, Rechtsspruch 7 und Rechtsspruch 9; Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 15. Juli 1975 VII C 33.73, StRK, Abgabenordnung, § 326, Rechtsspruch 14, betreffend Vollstreckungsmaßnahmen gegen die Gesellschafter einer in Liquidation befindlichen offenen Handelsgesellschaft aus einem gegen die OHG gerichteten Gewerbesteuerbescheid ohne vorherigen Erlass eines gegen die Gesellschafter gerichteten Haftungsbescheides; BFH-Urteil vom 27. März 1979 VII R 41/78, BFHE 128, 4, BStBl II 1979, 589, jeweils noch zu § 326 der Reichsabgabenordnung --RAO-- ergangen;… so auch Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 16. Aufl., § 249 AO 1977 Rz. 2).Solche unabdingbaren Voraussetzungen für einen rechtmäßigen Vollstreckungsbeginn ist das Vorliegen eines Verwaltungsaktes, mit dem eine Geldleistung gefordert wird, als Vollstreckungsgrundlage und die Regelung, dass die Vollstreckung erst beginnen darf, wenn die Leistung fällig und der Vollstreckungsschuldner zur Leistung aufgefordert worden ist (so schon BFH-Beschluss in BFHE 58, 54, BStBl III 1953, 312, und Urteil in BFHE 75, 147, BStBl III 1962, 321).
Insoweit haben die Entscheidungen des BFH in BFHE 58, 54, BStBl III 1953, 312 und in BFHE 75, 147, BStBl III 1962, 321, nach denen eine vor Bekanntgabe eines vollstreckbaren Verwaltungsakts, bzw. eines Leistungsgebotes vorgenommene Vollstreckungsmaßnahme auch dann aufzuheben ist, wenn die Bekanntgabe des vollstreckbaren Verwaltungsaktes und des Leistungsgebotes an den in Anspruch genommenen Vollstreckungsschuldner nachgeholt wird, auch heute noch Gültigkeit.
- BFH, 30.09.1953 - II 167/52 S
Wirksamkeit von Maßnahmen der Zwangsvollstreckung bei vorzeitiger Vornahme dieser …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
a) Zwar geht die ältere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) davon aus, dass Pfändungsmaßnahmen nichtig seien, wenn es bei ihrem Erlass an einem wirksamen Leistungsbescheid oder einer Steueranmeldung als Grundlage der Vollstreckung oder einem Leistungsgebot fehlt (BFH-Beschluss vom 30. September 1953 II 167/52 S, BFHE 58, 54, BStBl III 1953, 312, bei Vollstreckung vor Bekanntgabe eines Haftungsbescheides; BFH-Urteil vom 29. März 1962 IV 222/60 U, BFHE 75, 147, BStBl III 1962, 321, betreffend die Vollstreckung gegenüber einer Ehefrau aus einem nur auf den Ehemann lautenden Zusammenveranlagungsbescheid; ebenso BFH-Urteile vom 30. März 1962 III 280/60 und III 208/60, Steuerrechtsprechung in Karteiform --StRK--, Abgabenordnung, § 326, Rechtsspruch 7 und Rechtsspruch 9; Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 15. Juli 1975 VII C 33.73, StRK, Abgabenordnung, § 326, Rechtsspruch 14, betreffend Vollstreckungsmaßnahmen gegen die Gesellschafter einer in Liquidation befindlichen offenen Handelsgesellschaft aus einem gegen die OHG gerichteten Gewerbesteuerbescheid ohne vorherigen Erlass eines gegen die Gesellschafter gerichteten Haftungsbescheides; BFH-Urteil vom 27. März 1979 VII R 41/78, BFHE 128, 4, BStBl II 1979, 589, jeweils noch zu § 326 der Reichsabgabenordnung --RAO-- ergangen;… so auch Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 16. Aufl., § 249 AO 1977 Rz. 2).Solche unabdingbaren Voraussetzungen für einen rechtmäßigen Vollstreckungsbeginn ist das Vorliegen eines Verwaltungsaktes, mit dem eine Geldleistung gefordert wird, als Vollstreckungsgrundlage und die Regelung, dass die Vollstreckung erst beginnen darf, wenn die Leistung fällig und der Vollstreckungsschuldner zur Leistung aufgefordert worden ist (so schon BFH-Beschluss in BFHE 58, 54, BStBl III 1953, 312, und Urteil in BFHE 75, 147, BStBl III 1962, 321).
Insoweit haben die Entscheidungen des BFH in BFHE 58, 54, BStBl III 1953, 312 und in BFHE 75, 147, BStBl III 1962, 321, nach denen eine vor Bekanntgabe eines vollstreckbaren Verwaltungsakts, bzw. eines Leistungsgebotes vorgenommene Vollstreckungsmaßnahme auch dann aufzuheben ist, wenn die Bekanntgabe des vollstreckbaren Verwaltungsaktes und des Leistungsgebotes an den in Anspruch genommenen Vollstreckungsschuldner nachgeholt wird, auch heute noch Gültigkeit.
- BGH, 17.12.1992 - IX ZR 226/91
Kein Überweisungsbeschluß bei Arrest
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) hält die Vollstreckungsmaßnahme bei fehlendem Vollstreckungstitel überwiegend für nichtig (vgl. BGH-Urteile vom 7. Mai 1991 IX ZR 30/90, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1991, 2147, 2151, und vom 17. Dezember 1992 IX ZR 226/91, NJW 1993, 735, 736).Ein schwerwiegender Mangel ist nur dann offenkundig, wenn jeder verständige Dritte bei Unterstellung der Kenntnis aller in Betracht kommenden Umstände in der Lage ist, den Fehler der Verwaltungsmaßnahme in seiner besonderen Schwere zu erkennen (ständige Rechtsprechung und übereinstimmende Auffassung in der Literatur, vgl. Senatsurteil vom 13. Februar 1996 VII R 43/95, BFH/NV 1996, 530, und BFH-Entscheidung vom 18. Oktober 1988 VII R 123/85, BFHE 154, 446, BStBl II 1989, 76, sowie BGH-Urteil in NJW 1993, 735, 736, jeweils m.w.N.;… von Wedelstädt in Beermann, a.a.O., § 125 AO 1977 Rz. 18;… Klein/Brockmeyer, Abgabenordnung, 7. Aufl., § 125 Rz. 2;… Tipke/Kruse, a.a.O., § 125 AO 1977 Rz. 6).
- BGH, 07.05.1991 - IX ZR 30/90
Benachteiligung der Konkursgläubiger bei Bestehen von Ansprüchen anderer …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) hält die Vollstreckungsmaßnahme bei fehlendem Vollstreckungstitel überwiegend für nichtig (vgl. BGH-Urteile vom 7. Mai 1991 IX ZR 30/90, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1991, 2147, 2151, und vom 17. Dezember 1992 IX ZR 226/91, NJW 1993, 735, 736). - BFH, 18.10.1988 - VII R 123/85
Bevollmächtigte - Vertretungsmängel - Beginn der Außenprüfung
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Ein schwerwiegender Mangel ist nur dann offenkundig, wenn jeder verständige Dritte bei Unterstellung der Kenntnis aller in Betracht kommenden Umstände in der Lage ist, den Fehler der Verwaltungsmaßnahme in seiner besonderen Schwere zu erkennen (ständige Rechtsprechung und übereinstimmende Auffassung in der Literatur, vgl. Senatsurteil vom 13. Februar 1996 VII R 43/95, BFH/NV 1996, 530, und BFH-Entscheidung vom 18. Oktober 1988 VII R 123/85, BFHE 154, 446, BStBl II 1989, 76, sowie BGH-Urteil in NJW 1993, 735, 736, jeweils m.w.N.;… von Wedelstädt in Beermann, a.a.O., § 125 AO 1977 Rz. 18;… Klein/Brockmeyer, Abgabenordnung, 7. Aufl., § 125 Rz. 2;… Tipke/Kruse, a.a.O., § 125 AO 1977 Rz. 6). - BFH, 23.07.1996 - VII R 88/94
- Vollstreckung des FA in Konkursmasse bei Unzulänglichkeit der Konkursmasse: …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Diese Vorschriften, die als bereichsspezifische Sonderregelungen gegenüber den allgemeinen zivilrechtlichen Vollstreckungsregeln der §§ 704 ff. ZPO anzusehen sind, regeln die Vollstreckung auf hoheitlichen Verwaltungsakten beruhender öffentlich-rechtlicher Ansprüche in einem Verwaltungszwangsverfahren (vgl. §§ 249 ff. und §§ 309 ff. AO 1977, sowie BFH-Urteil vom 23. Juli 1996 VII R 88/94, BFHE 181, 202, BStBl II 1996, 511). - BFH, 13.02.1996 - VII R 43/95
Verpflichtung eines vermeintlichen Liquidators einer nicht existenten …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Ein schwerwiegender Mangel ist nur dann offenkundig, wenn jeder verständige Dritte bei Unterstellung der Kenntnis aller in Betracht kommenden Umstände in der Lage ist, den Fehler der Verwaltungsmaßnahme in seiner besonderen Schwere zu erkennen (ständige Rechtsprechung und übereinstimmende Auffassung in der Literatur, vgl. Senatsurteil vom 13. Februar 1996 VII R 43/95, BFH/NV 1996, 530, und BFH-Entscheidung vom 18. Oktober 1988 VII R 123/85, BFHE 154, 446, BStBl II 1989, 76, sowie BGH-Urteil in NJW 1993, 735, 736, jeweils m.w.N.;… von Wedelstädt in Beermann, a.a.O., § 125 AO 1977 Rz. 18;… Klein/Brockmeyer, Abgabenordnung, 7. Aufl., § 125 Rz. 2;… Tipke/Kruse, a.a.O., § 125 AO 1977 Rz. 6). - FG Baden-Württemberg, 03.11.1998 - 1 K 93/94
Objektive Beweislast; Heilung von Bekanntgabemängeln durch Übersendung einer …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Die Klage gegen die Pfändungs- und Einziehungsverfügung wegen der Umsatzsteuer 1986 zuzüglich darauf angefallener Säumniszuschläge hat das Finanzgericht (FG) mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2000, 981 veröffentlichten Urteil abgewiesen. - BFH, 17.05.1988 - VII B 27/88
Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung - Subsidiarität der …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
Kann die Offenkundigkeit des schwerwiegenden Mangels der Vollstreckungsmaßnahme nicht festgestellt werden, kommt nur die Rechtsfehlerhaftigkeit in Betracht, wie es der Senat in dem Beschluss vom 17. Mai 1988 VII B 27/88 (BFH/NV 1989, 114) bereits angedeutet hat. - BFH, 27.03.1979 - VII R 41/78
Pfändungsverfügung - Wochenfrist - Anfechtbarkeit einer Pfändungsverfügung - …
Auszug aus BFH, 22.10.2002 - VII R 56/00
a) Zwar geht die ältere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) davon aus, dass Pfändungsmaßnahmen nichtig seien, wenn es bei ihrem Erlass an einem wirksamen Leistungsbescheid oder einer Steueranmeldung als Grundlage der Vollstreckung oder einem Leistungsgebot fehlt (BFH-Beschluss vom 30. September 1953 II 167/52 S, BFHE 58, 54, BStBl III 1953, 312, bei Vollstreckung vor Bekanntgabe eines Haftungsbescheides; BFH-Urteil vom 29. März 1962 IV 222/60 U, BFHE 75, 147, BStBl III 1962, 321, betreffend die Vollstreckung gegenüber einer Ehefrau aus einem nur auf den Ehemann lautenden Zusammenveranlagungsbescheid; ebenso BFH-Urteile vom 30. März 1962 III 280/60 und III 208/60, Steuerrechtsprechung in Karteiform --StRK--, Abgabenordnung, § 326, Rechtsspruch 7 und Rechtsspruch 9; Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 15. Juli 1975 VII C 33.73, StRK, Abgabenordnung, § 326, Rechtsspruch 14, betreffend Vollstreckungsmaßnahmen gegen die Gesellschafter einer in Liquidation befindlichen offenen Handelsgesellschaft aus einem gegen die OHG gerichteten Gewerbesteuerbescheid ohne vorherigen Erlass eines gegen die Gesellschafter gerichteten Haftungsbescheides; BFH-Urteil vom 27. März 1979 VII R 41/78, BFHE 128, 4, BStBl II 1979, 589, jeweils noch zu § 326 der Reichsabgabenordnung --RAO-- ergangen;… so auch Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 16. Aufl., § 249 AO 1977 Rz. 2). - BVerwG, 15.07.1975 - VII C 33.73
Beurteilung eines Erstattungsanspruchs wegen Rechtsunwirksamkeit der gegen den …
- BFH, 30.10.1964 - III 280/60
- LG Tübingen, 16.09.2016 - 5 T 232/16
SWR darf Gebühren nicht über Verwaltungsvollstreckung eintreiben
Für den vergleichbaren Fall anderer Bundesländer, in denen die Behörde das Vollstreckungsersuchen an die Finanzbehörde gerichtet hat, entspricht dies ständiger Rechtsprechung der Finanzgerichte und des Bundesfinanzhofs (FG Berlin-Brandenburg 7 V 7177/15 v. 1.9.2015, BFHE 199, 511 = VII R 56/00 v. 22.10.2002, BFHE 147, 6 = VII B 151/85 v. 4.7.1986). - FG Bremen, 27.11.2018 - 2 K 164/18
Einstellung der Vollstreckung bis zur Tilgung von Abgabenrückstände durch Zahlung …
Es gehört zu den Aufgaben der Finanzbehörden, festgesetzte, vollziehbare und nicht erlassene Steuerforderungen mit allen ihnen vom Gesetzgeber zur Verfügung gestellten rechtlichen Mitteln durchzusetzen, bis eine Befriedigung eingetreten ist (vgl. BFH, Urteil vom 22. Oktober 2002 VII R 56/00, BFHE 199, 511 , BStBl II 2003, 109 , juris Rz 22; FG Brandenburg, Beschluss vom 19. Oktober 1998 1 V 2160/98 KV, EFG 1999, 62 , juris Rz 24;… Kruse in: Tipke/Kruse, AO/FGO, 153. Lieferung 08.2018, § 249 AO Rz 11;… Szymczak in Koch/ Scholtz, AO , 5. Aufl., § 249 Rz 8; Bartone, jurisPR-SteuerR 46/2007 Anm. 1). - BFH, 15.03.2007 - II R 5/04
Schenkungsteuer bei Zuwendungen an Sportvereine - hinreichende Bestimmtheit eines …
Ein schwerwiegender Mangel ist i.S. des § 125 Abs. 1 AO "offenkundig", wenn jeder verständige Dritte bei Unterstellung der Kenntnis aller in Betracht kommenden Umstände in der Lage ist, den Fehler der Verwaltungsmaßnahme in seiner besonderen Schwere zu erkennen (BFH-Urteil vom 22. Oktober 2002 VII R 56/00, BFHE 199, 511, BStBl II 2003, 109, m.w.N.).
- BFH, 17.12.2019 - VII R 62/18
Unterschriftserfordernis bei Pfändungsverfügungen
Rn. 25 Bei der Auswahl einer Vollstreckungsmaßnahme muss die Behörde ihr Ermessen ausüben (für das "Ob" der Vollstreckung offengelassen in Senatsurteil vom 22.10.2002 - VII R 56/00, BFHE 199, 511, BStBl II 2003, 109). - OLG Düsseldorf, 29.04.2026 - Verg 27/25 Ein besonders schwerwiegender Mangel ist nur dann offenkundig, wenn jeder verständige Dritte bei Unterstellung der Kenntnis aller in Betracht kommenden Umstände in der Lage ist, den Fehler der Verwaltungsmaßnahme in seiner besonderen Schwere zu erkennen (BVerwG, Beschl. v. 19.10.2015 - 5 P 11.14, juris; BFH, Ur. v. 22.10.2002 - VII R 56/00, juris).
- FG Niedersachsen, 26.09.2017 - 15 K 307/15
Pfändungs- und Einziehungsverfügung; Zulässigkeit eines Einspruchs vor …
Rn. 71 a) Wenngleich es zweifelhaft ist, ob den Finanzbehörden für das "Ob" der Vollstreckung ein Ermessen eingeräumt ist (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 22. Oktober 2002 VII R 56/00, BStBl. II 2003, 109, unter 3. b), so liegt gleichwohl die Entscheidung über die weiteren Fragen des "Wann" und des "Wie" der Vollstreckung im pflichtgemäßen Ermessen der Finanzbehörden; dabei ist der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beachten (…Werth in Klein, Komm. zur AO, 13. Aufl. 2016, Vor § 249 Rz. 6 u. § 249 Rz. 2, jeweils mit Rechtsprechungsnachweisen). - FG Niedersachsen, 21.12.2020 - 15 V 127/20
Vollstreckung von Abgabenrückstände im Zusammenhang mit der Rückforderung von …
Nach diesen Stimmen komme daher eine Entscheidung nach pflichtgemäßem Ermessen nur noch im Hinblick auf die Auswahl der Vollstreckungsmaßnahmen in Betracht (BFH-Urteil vom 22. Oktober 2002 VII R 56/00, BFHE 199, 511, BStBl II 2003, 109, unter II. 3. b, mit Nachweisen zur Literatur; vgl. aus der aktuellen Literatur z.B. Drüen in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 249 AO Rz 11: "Vollstreckungspflicht der FinBeh.";… Werth in Klein, AO, 15. Aufl., § 249 Rz 1, jeweils m.w.N.). - LG Bonn, 06.07.2011 - 1 O 178/10
Keine Erhebung von Einwendungen gegen die Forderung des Vollstreckungsgläubigers …
Rn. 26 aa) Eine Vollstreckungsmaßnahme, der die wesentliche Voraussetzung eines vollstreckbaren Verwaltungsaktes als Grundlage fehlt, leidet an einem besonders schwerwiegenden Mangel (BFH NJW 2003, 1070, Rz. 16 - zitiert nach juris;… Kruse in Tipke/Kruse, AO, Stand September 2009, § 249 Rz. 3 m.w.N.).Dieser hat in der Entscheidung vom 22.10.2002 (Az. VII R 56/00;… Rz. 20 - zitiert nach juris) zur Begründung der Unheilbarkeit des Mangels Folgendes ausgeführt:.
Rn. 35 bb) Unstreitig litten die ohne vollstreckbaren Grundverwaltungsakt ergangenen Pfändungs- und Einziehungsverfügungen damit an einem besonders schwerwiegenden Mangel (BFH NJW 2003, 1070, Rz. 16 - zitiert nach juris;… Kruse in Tipke/Kruse, AO, Stand September 2009, § 249 Rz. 3 m.w.N.).
- FG Baden-Württemberg, 23.11.2021 - 11 K 1433/20
Kein Anspruch des Drittschuldners auf Mitteilung der Gründe der Ermessensausübung …
Rn. 64 (1) Wie der Bundesfinanzhof in seiner Entscheidung im ersten Rechtsgang noch einmal betont hat, muss die Behörde bei der Auswahl einer Vollstreckungsmaßnahme ihr Ermessen ausüben (für das "Ob" der Vollstreckung offengelassen im Urteil vom 22. Oktober 2002 - VII R 56/00, BFHE 199, 511, BStBl II 2003, 109). - FG Düsseldorf, 22.07.2022 - 3 K 744/20
Feststellung der Rechtswidrigkeit von Pfändungs- und Einziehungsverfügungen
Rn. 39 1) Wenngleich es zweifelhaft ist, ob den Finanzbehörden für das "Ob" der Vollstreckung ein Ermessen eingeräumt ist (vgl. hierzu BFH, Urteil vom 22.10.2002 - VII R 56/00, BStBl II 2003, 109, unter 3 b), so liegt gleichwohl die Entscheidung über die weiteren Fragen des "Wann" und des "Wie" der Vollstreckung im pflichtgemäßen Ermessen der Finanzbehörden; dabei ist der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beachten. - FG Niedersachsen, 25.07.2014 - 15 V 164/14
Aussetzung der Vollziehung einer Pfändungs- und Einziehungsverfügung; Heilung von …
- BFH, 02.12.2008 - VII B 122/08
Entscheidung über einen rechtsmissbräuchlich gestellten Befangenheitsantrag - …
- BFH, 30.08.2007 - II B 90/06
Gradueller Unterschied zwischen einem besonders schwerwiegenden Fehler i.S. des § …
- FG Baden-Württemberg, 12.06.2009 - 7 K 65/06
Rechtmäßigkeit einer Pfändungsverfügung bei fehlerhafter Anführung der Ehefrau im …
- OVG Berlin-Brandenburg, 23.06.2014 - 9 N 57.12
Nichtigkeit einer Pfändungs- und Einziehungsverfügung bei unwirksamem …
- VG Potsdam, 15.09.2017 - 9 K 3973/16
Kanalanschlußbeiträge (Entwässerungsbeiträge, Schmutzwasser)
- FG Hamburg, 04.02.2010 - 3 V 254/09
Vollstreckung ausländischer Steuerschulden - EU-Beitreibungshilfe: Übersendung …
- FG Hamburg, 19.03.2024 - 5 K 113/23
Zurückweisung einer niederländischen BV als Bevollmächtigte gemäß § 80 Abs. 7 …
- FG München, 10.07.2012 - 14 K 594/12
Vollstreckungsmaßnahmen des Finanzamts
- FG Münster, 21.01.2020 - 11 V 3213/19
Vollstreckungsrecht - Welcher Steuergläubiger muss bei einer Pfändungs- und …
- BFH, 29.10.2003 - V B 247/02
Arrestanordnung, Nichtigkeit
- FG Hamburg, 23.05.2007 - 7 K 276/06
Kraftfahrzeugsteuer
- OVG Sachsen, 19.05.2016 - 3 A 21/15
Grundsteuerbescheid; besonders schwerwiegender Fehler; Offenkundigkeit
- FG Berlin-Brandenburg, 26.02.2014 - 12 K 12209/12
Duldungsbescheid vom 07.02.2012
- BFH, 12.09.2003 - XI B 128/01
Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung
- FG Köln, 19.10.2005 - 4 K 867/04
Kindergeldanspruch; Anspruchsvoraussetzungen
- FG Berlin, 25.02.2003 - 7 K 7186/02
Zum Anspruch auf Freigabe einer Bargeldpfändung
- OVG Berlin-Brandenburg, 20.12.2017 - 9 N 40.15
Verpflichtung der Behörde zur Anpassung von Zinsbescheiden (Gewerbesteuer) wegen …
- FG Sachsen, 25.09.2009 - 5 K 1957/07
Rechtmäßigkeit der Pfändung einer Eigentümergrundschuld aus einer …
- FG Düsseldorf, 10.03.2017 - 1 K 3509/14
Pfändung von Internet-Domains: Unbestimmtheit des Leistungsverbots - Anspruch auf …
- FG Hessen, 27.10.2025 - 7 K 517/21
Zum steuerlichen Beauftragten eines ausländischen Luftverkehrunternehmens
- FG Niedersachsen, 05.06.2025 - 15 K 98/24
Ermessensfehler bei Abwägungen hinsichtlich des Erlasses einer Pfändungs- und …
- FG Münster, 22.05.2024 - 8 K 181/22
Feststellung eines Verstoßes gegen das Steuergeheimnis durch die Übersendungen …
- VG Münster, 15.11.2023 - 3 L 681/23
- VG Frankfurt/Oder, 23.03.2023 - 5 K 562/16
- FG Berlin, 11.09.2003 - 7 K 7186/02
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