Rechtsprechung
| OLG Düsseldorf, 26.01.1983 - 3 W 378/82 |
Volltextveröffentlichungen (2)
Papierfundstellen
- DAVorm 1983, 403
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (1)
- OLG Bremen, 06.11.1981 - 4 W 48/81
Auszug aus OLG Düsseldorf, 26.01.1983 - 3 W 378/82
Da die Gläubiger wegen gesetzlicher Unterhaltsansprüche vollstrecken, können sie den Anspruch des Schuldners auf Kindergeld wie Arbeitseinkommen pfänden (§ 54 Abs. 3 Nr. 1 SGB I); die Pfändungsgrenzen ergeben sich deshalb ausschließlich aus §§ 850 ff ZPO (OLG Hamm DAVorm 1980, 109 ff; OLG Bremen DAVorm 1982, 377, jeweils mN).
- OLG Hamm, 12.12.1983 - 14 W 21/83
Pfändung von Kindergeld
Der erkennende Senat hält an seiner ständigen Rechtsprechung fest, daß auch nichteheliche Zählkinder, für die der Schuldner selbst kein Kindergeld erhält, wegen ihrer gesetzlichen Unterhaltsansprüche das Kindergeld, welches der Schuldner für seine ehelichen Kinder bezieht, grundsätzlich wie Arbeitseinkommen gemäß § 54 Abs. 3 Nr. 1 SGB I, §§ 850 ff ZPO pfänden können (Senatsbeschlüsse JurBüro 1980, 466, und vom 16. Juli 1981 - 14 W 118/80 - n.v.; OLG Stuttgart Rpfleger 1979, 222; 1979, 223; OLG München Rpfleger 1979, 223; NJW 1980, 894; OLG Düsseldorf Rpfleger 1979, 223; DAVorm 1983, 403 f; OLG Oldenburg DAVorm 1979, 307; OLG Schleswig DAVorm 1979, 1080 f; OLG Köln Rpfleger 1980, 74 f; KG Rpfleger 1980, 159 f; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406 f; LG Freiburg DAVorm 1983, 408 f).Nach der amtlichen Begründung zu § 10 BKGG in der Fassung des Gesetzes zur Reform der Einkommensteuer, des Familienlastenausgleichs und der Sparförderung vom 5. August 1974 (BGBl I 1769 - Einkommensteuerreformgesetz [EStRG], vgl. auch BT-Dr. 7/2232 S. 11) wird der Zählkindervorteil gewährt, weil auch die "Zählkinder« den Kindergeldempfänger belasten, jedenfalls dann, wenn er seinen gesetzlichen Unterhaltspflichten nachkommt (vgl. BGH FamRZ 1981, 26 = BGHF 2, 284; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404).
§ 851 Abs. 1 ZPO steht der Pfändung des Zählkindervorteils durch das Zählkind somit nicht entgegen (ebenso OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404; 1983, 962; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406, 407; LG Freiburg DAVorm 1983, 408, 409; Rpfleger 1983, 164;… v. Maydell, GK-SGB I 2. Aufl. § 54 Rdn. 9 und 18; a.A. LG Bremen, Beschluß vom 26. Januar 1983 - 4 T 671/82 - n.v.; Hornung, Rpfleger 1983, 216, 225).
Auf die vorgenannten Entscheidungen des Bundessozialgerichts, an die der Senat im übrigen entgegen der Ansicht der Drittschuldnerin keineswegs gebunden ist, kommt es daher von vornherein nicht an (ebenso die fast einhellige Meinung in Rechtsprechung und Literatur, OLG Stuttgart DAVorm 1983, 49 f; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404; 1983, 962; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 50 f; LG Bayreuth DAVorm 1982, 1097, 1101; LG Hamburg daVorm 1983, 49; LG Duisburg DAVorm 1983, 50 f; LG Braunschweig DAVorm 1983, 318 f; LG Freiburg DAVorm 1983, 408 f; Rpfleger 1983, 164; AmtsG Hamburg DAVorm 1982, 1102; AmtsG Esslingen DAVorm 1983, 320 f; weitere Nachweise in DAVorm 1983, 412 f; a.A. LG Bremen, Beschluß vom 26. Januar 1983 - 4 T 671/82 - n.v.; Hornung, Rpfleger 1983, 216, 225 f).
In Rechtsprechung und Literatur besteht deshalb weitgehend Einvernehmen darüber, daß dieses Ergebnis vermieden, und den unterhaltsberechtigten Kindern ein Zugriff auf das Kindergeld im Wege der Zwangsvollstreckung ermöglicht werden muß, wenn der Kindergeldberechtigte seinen gesetzlichen Unterhaltspflichten nicht nachkommt (vgl. OLG Hamm JurBüro 1980, 466; Senatsbeschluß vom 16. Juli 1981 - 14 W 118/80 - n.v.; OLG München Rpfleger 1980, 29 f; 1980, 223, 224 f; OLG Köln Rpfleger 1980, 74; KG Rpfleger 1980, 159, 160; OLG Stuttgart Rpfleger 1980, 222, 223; OLG Bremen DAVorm 1982, 377; OLG Stuttgart DAVorm 1983, 49; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 405; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406, 408; LG Bayreuth DAVorm 1982, 1097, 1099; LG Freiburg DAVorm 1983, 408, 409 f; Rpfleger 1983, 164 f;… Stöber, Forderungspfändung 6. Aufl. Rdn. 1387b und 1387f).
Wenn der Schuldner ausnahmsweise über kein anderes Einkommen verfügte, sei es seine Sache, dies darzutun (OLG Stuttgart Rpfleger 1980, 222, 223; DAVorm 1983, 49 f; OLG München Rpfleger 1980, 223, 224 f; OLG Bremen DAVorm 1982, 377 f; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 405; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406, 408;… v. Maydell GK- SGB I 2. Aufl. § 54 Rdn. 31).
Es entspreche sowohl der Zweckbestimmung des Kindergeldes als auch der Billigkeit, dem Schuldner, der für das Zählkind keinen Unterhalt leiste, nur das Kindergeld pfändungsfrei zu belassen, welches er ohne Berücksichtigung des Zählkindes erhalten würde (vgl. OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 406; und Beschluß vom 5. August 1983 - 3 W 175/83 - n.v.; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406, 408; LG Wuppertal DAVorm 1978, 295, 296; LG Karlsruhe DAVorm 1978, 226, 228 f; LG Marburg DAVorm 1978, 759, 760; 1987, 760, 762; LG Köln DAVorm 1979, 439, 440; LG Stuttgart DAVorm 1979, 603, 604; LG Hannover DAVorm 1979, 605, 606; LG Zweibrücken MDR 1979, 766, 767; AmtsG Esslingen DAVorm 1983, 320, 321).
Da einerseits seine finanzielle Leistungsfähigkeit mit der Zahl der unterhaltenen bzw. unterhaltsberechtigten Kinder abnimmt, und andererseits seine finanzielle Belastung auch durch Zählkinder, denen er Unterhalt schuldet, steigt, wird ihm der sog. Zählkindervorteil gewährt (vgl. BGH FamRZ 1981, 26 = BGHF 2, 284; 1981, 650 = BGHF 2, 586; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404; OLG Hamburg FamRZ 1983, 749).
- OLG Hamm, 22.12.1983 - 14 W 67/83 Der erkennende Senat hält an seiner ständigen Rechtsprechung fest, daß auch nichteheliche Zählkinder, für die der Schuldner selbst kein Kindergeld erhält, wegen ihrer gesetzlichen Unterhaltsansprüche das Kindergeld, welches der Schuldner für seine ehelichen Kinder bezieht, grundsätzlich wie Arbeitseinkommen gemäß § 54 Abs. 3 Nr. 1 SGB I, §§ 850 ff ZPO pfänden können (Senatsbeschlüsse vom 4. Oktober 1979 - DAVorm 1980, 109 [14 W 32/79]; 1980, 964 [14 W 40/80], und vom 16. Juli 1981 - 14 W 118/80 - n.v.; OLG Stuttgart Rpfleger 1979, 222; 1979, 223; OLG München Rpfleger 1979, 223; NJW 1980, 894; OLG Düsseldorf Rpfleger 1979, 223; DAVorm 1983, 403 f; OLG Oldenburg DAVorm 1979, 307; OLG Schleswig DAVorm 1979, 1080 f; OLG Köln Rpfleger 1980, 74 f; KG Rpfleger 1980, 159 f; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406 f; LG Freiburg DAVorm 1983, 408 f).
Nach der amtlichen Begründung zu § 10 BKGG in der Fassung des Gesetzes zur Reform der Einkommensteuer, des Familienlastenausgleichs und der Sparförderung vom 5. August 1974 (BGBl I 1769 - Einkommensteuerreformgesetz [EStRG], vgl. BT-Dr. 7/2232 S. 11) wird der Zählkindvorteil gewährt, weil auch die "Zählkinder« den Kindergeldempfänger belasten, jedenfalls dann, wenn er seinen gesetzlichen Unterhaltspflichten nachkommt (vgl. BGH FamRZ 1978, 177; 1981, 26 = BGHF 2, 284; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404).
§ 8511 ZPO steht der Pfändung des Zählkindvorteils durch das Zählkind somit nicht entgegen (ebenso OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404; 1983, 962; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 400, 407; LG Freiburg DAVorm 1983, 408, 409; Rpfleger 1983, 164;… v. Maydell, GK-SGB I 2. Aufl. § 54 Rdn. 9 und 18; a.A. LG Bremen, Beschluß vom 26. Januar 1983 - 4 T 671/82 - n.v.; Hornung, Rpfleger 1983, 216, 225).
Auf die vorgenannten Entscheidungen des Bundessozialgerichts, an die der Senat im übrigen entgegen der Ansicht der Drittschuldnerin keineswegs gebunden ist, kommt es daher von vornherein nicht an (ebenso die fast einhellige Meinung in Rechtsprechung und Literatur: OLG Stuttgart DAVorm 1983, 49 f; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404; 1983, 962; OLG Karlsruhe daVorm 1983, 406, 407; LG Bayreuth DAVorm 1982, 1097, 1101; LG Hamburg DAVorm 1983, 49; LG Duisburg DAVorm 1983, 50 f; LG Braunschweig DAVorm 1983, 318 f; LG Freiburg DAVorm 1983, 408 f; Rpfleger 1983, 164; AmtsG Hamburg DAVorm 1982, 1102; AmtsG Esslingen daVorm 1983, 320 f; wN in DAVorm 1983, 412 f; a.A. LG Bremen, Beschluß vom 26. Januar 1983 - 4 T 671/82 - n.v.; Hornung, Rpfleger 1983, 216, 225 f).
In Rechtsprechung und Literatur besteht deshalb weitgehend Einvernehmen darüber, daß dieses Ergebnis vermieden, und den unterhaltsberechtigten Kindern ein Zugriff auf das Kindergeld im Wege der Zwangsvollstreckung ermöglicht werden muß, wenn der Kindergeldberechtigte seinen gesetzlichen Unterhaltspflichten nicht nachkommt (vgl. Senatsbeschlüsse vom 4. Oktober 1979 - DAVorm 1980, 109 [14 W 32/79], und vom 16. Juli 1981 - 14 W 118/80 - n.v.; OLG München Rpfleger 1980, 29 f; 1980, 223, 224 f; OLG Köln Rpfleger 1980, 74; KG Rpfleger 1980, 159, 160; OLG Stuttgart Rpfleger 1980, 222, 223; DAVorm 1983, 49; OLG Bremen DAVorm 1982, 377; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 405; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406, 408; LG Bayreuth DAVorm 1982, 1097, 1099; LG Freiburg DAVorm 1983, 408, 409 f; Rpfleger 1983, 164 f;… Stöber, Forderungspfändung 6. Aufl. Rdn. 1978b und 1978f).
Wenn der Schuldner ausnahmsweise über kein anderes Einkommen verfüge, sei es seine Sache, dies darzutun (OLG München Rpfleger 1980, 223, 224 f; OLG Stuttgart Rpfleger 1980, 222, 223; DAVorm 1983, 49 f; OLG Bremen DAVorm 1982, 377 f; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 405; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406, 408;… v. Maydell, GK- SGB I 2. Aufl. § 54 Rdn. 31).
Es entspreche sowohl der Zweckbestimmung des Kindergeldes als auch der Billigkeit, dem Schuldner, der für das Zählkind keinen Unterhalt leiste, nur das Kindergeld pfändungsfrei zu belassen, welches er ohne Berücksichtigung des Zählkindes erhalten würde (vgl. OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 406; 1983, 962; OLG Karlsruhe DAVorm 1983, 406, 408; LG Wuppertal DAVorm 1978, 295, 296; LG Karlsruhe DAVorm 1978, 226, 228 f; LG Marburg DAVorm 1978, 759, 760; 1978, 760, 762; LG Köln DAVorm 1979, 439, 440; LG Stuttgart DAVorm 1979, 603, 604; LG Hannover DAVorm 1979, 605, 606; LG Zweibrücken MDR 1979, 766, 767; AmtsG Esslingen DAVorm 1983, 320, 321).
Da einerseits seine finanzielle Leistungsfähigkeit mit der Zahl der unterhaltenen bzw. unterhaltberechtigten Kinder abnimmt, und andererseits seine finanzielle Belastung auch durch Zählkinder, denen er Unterhalt schuldet, steigt, wird ihm der sog. Zählkindvorteil gewährt (vgl. BGH FamRZ 1981, 26 = BGHF 2, 284; 1981, 650 = BGHF 2, 586; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403, 404; OLG Hamburg FamRZ 1983, 749).
- OLG Düsseldorf, 05.08.1983 - 3 W 175/83 Das steht aber der Pfändung im Wege der Zwangsvollstreckung nicht entgegen, weil die Abtretbarkeit und Verpfändbarkeit von Sozialleistungen einerseits, und ihre Pfändung andererseits in § 53 und § 54 SGB I gesondert normiert, und von jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen abhängig gemacht ist (vgl. hierzu Senatsbeschluß DAVorm 1983, 403 ff).
- OLG Köln, 14.12.1983 - 2 W 123/83 « In gleicher Weise haben zahlreiche andere Gerichte entschieden (vgl. zum Beispiel OLG München Rpfleger 1980, 29; KG Rpfleger 1980, 159; OLG Düsseldorf DAVorm 1983, 403; OLG Stuttgart Justiz 1983, 303).
- OLG Düsseldorf, 19.10.1983 - 3 W 299/83 Da es auf die von der Gläubigerin beantragte Zusammenrechnung und die Billigkeit der Zusammenrechnung nicht mehr ankommt, kann offen bleiben, ob bei der Zusammenrechnung von Kindergeld und Arbeiteinkommen der Freibetrag des § 850c ZPO in erster Linie dem Kindergeld (so OLG Hamm MDR 1981, 151) oder dem Arbeitseinkommen zu entnehmen ist (vgl. Senatsbeschluß DAVorm 1983, 403).
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