Rechtsprechung
| OLG Bamberg, 29.01.1985 - 2 UF 319/84 |
Volltextveröffentlichungen (2)
Papierfundstellen
- FamRZ 1985, 509
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (5)
- OLG Zweibrücken, 12.02.1980 - 6 WF 15/80
Auszug aus OLG Bamberg, 29.01.1985 - 2 UF 319/84
Nach anderer Ansicht ist bei einer Versäumung der grundsätzlich ab Verkündung des Urteils (oder Zustellung des Beschlusses) laufenden Monatsfrist die Vollziehung nur teilweise unstatthaft; soweit mit ihr innerhalb eines Monats nach Fälligkeit einzelner Teilleistungen begonnen worden ist, soll sie hinsichtlich dieser Teilleistungen statthaft sein (OLG Koblenz FamRZ 1979, 324; 1980, 909, 910; OLG Hamm [5. FamS] FamRZ 1980, 1144 f; [6.Auf der anderen Seite muß der Unterhaltsgläubiger die Möglichkeit haben abzuwarten, ob der Unterhaltsschuldner bei Eintritt der Fälligkeit freiwillige Leistungen erbringt, um Vollstreckungskosten zu sparen (OLG Koblenz FamRZ 1980, 909, 910); das entspricht regelmäßig auch dem wohlverstandenen Interesse des Unterhaltsschuldners.
- OLG Koblenz, 02.10.1979 - 9 U 347/79
Nichtigkeit bzw. Sittenwidrigkeit eines Bierbezugsvertrages; Statthaftigkeit der …
Auszug aus OLG Bamberg, 29.01.1985 - 2 UF 319/84
a) Die Zustellung des Urteils vom 17. Oktober 1984 an den Verfügungsbeklagten durch die Geschäftsstelle des Amtsgerichts - Familiengericht - Würzburg gemäß §§ 270, 317 ZPO stellt keinen Beginn der Vollziehung iSd § 929 Abs. 2 ZPO dar (herrschende Meinung, vgl. zum Beispiel OLG Karlsruhe FamRZ 1979, 733; OLG Koblenz NJW 1980, 948, 949 mwN; OLG Hamm FamRZ 1981, 583, 584; Wedemeyer, NJW 1979, 293;… Thomas/Putzo, aaO § 936 Anm. 3;… Vollkommer, aaO § 929 Rdn. 12, 16 und 19;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, aaO § 929 Anm. 2 B; Bischof, NJW 1980, 2236).Nach dem Zweck der Vorschrift des § 929 Abs. 2 ZPO ist erforderlich, daß der Gläubiger von der einstweiligen Verfügung "Gebrauch« macht; deshalb ist eine eigene Tätigkeit des Gläubigers notwendig (OLG Koblenz NJW 1980, 948, 949;… Bischof, aaO).
- OLG Schleswig, 12.11.1980 - 12 UF 204/80
Auszug aus OLG Bamberg, 29.01.1985 - 2 UF 319/84
Zu diesem Zeitpunkt hätte grundsätzlich (zu den Ausnahmen s. unter Ziff. II. 2.) mit der Vollziehung der einstweiligen Verfügung begonnen worden sein müssen (herrschende Meinung, zum Beispiel OLG Hamm FamRZ 1980, 1144; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456;… Vollkommer in Zöller, ZPO 14. Aufl. § 929 Rdn. 11;… Thomas/Putzo, ZPO 12. Aufl. § 929 Anm. 2 c; Schaffer, NJW 1972, 1176, 1177;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO 43. Aufl. § 929 Anm. 2 b;… Grunsky in Stein/Jonas, ZPO 20. Aufl. § 938 Rdn. 38, jeweils mwN).FamS] FamRZ 1983, 1256; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456; Thomas/Putzo, aaO § 936 Anm. 4; Vollkommer, aaO § 929 Rdn. 19; Grunsky, aaO § 938 Rdn. 38).
- BGH, 20.06.1979 - IV ZB 147/78
Beschwerde gegen eine Entscheidung des Vormundschaftsgerichts - Rechtzeitigkeit …
Auszug aus OLG Bamberg, 29.01.1985 - 2 UF 319/84
Auf die umstrittene Frage, ob bei einer Leistungsverfügung eine Zustellung im Parteibetrieb überhaupt als Beginn der Vollziehung angesehen werden kann (verneinend zum Beispiel OLG Koblenz FamRZ 1979, 909; OLG Hamm [5. FamS] FamRZ 1980, 1144, 1145; [6. - OLG Bamberg, 02.03.1979 - 2 WF 16/79
Auszug aus OLG Bamberg, 29.01.1985 - 2 UF 319/84
Zum Teil wird dies bejaht: Danach soll die Vollziehung der einstweiligen Verfügung in vollem Umfange, also auch hinsichtlich der erst künftig fällig werdenden Leistungen, unstatthaft sein, wenn mit ihr nicht innerhalb eines Monats nach der Verkündung des Urteils (oder der Zustellung des Beschlusses) begonnen worden ist (OLG Frankfurt FamRZ 1979, 537 f; OLG Hamm [1. FamS] FamRZ 1981, 583 f; 1983, 1254, 1255; OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256, 1257).
- OLG Köln, 10.07.1985 - 26 UF 83/85 ZS] FamRZ 1985, 508, 509; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510).
Damit ist klargestellt, daß Vollstreckungsakte, die innerhalb der Vollziehungsfrist bewirkt worden sind, die Vollziehungsfrist des § 929 Abs. 2 ZPO wahren; nach jetzt wohl allgemeiner Auffassung reicht dabei der Beginn einer solchermaßen durchgeführten Vollziehung aus (OLG Frankfurt FamRZ 1980, 476, 477; OLG Koblenz FamRZ 1980, 909, 910; OLG Hamm FamRZ 1980, 1144; 1983, 1256; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456; OLG Köln FamRZ 1985, 508, 509; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510;… Grunsky, aaO § 938 Rdn. 3, 8;… Vollkommer, aaO § 929 Rdn. 11;… Baumbach/ Lauterbach/Hartmann, aaO § 929 Anm. 2 B).
Der Senat lehnt deshalb auch die Auffassung ab, die eine nach Fristablauf bewirkte Zustellung von Vollstreckungsakten, die vor Fristablauf erlassen worden sind, zu der Fristwahrung gemäß § 929 Abs. 2 ZPO ausreichen läßt, soweit sich der gesamte Vollstreckungsvorgang bis zu der Zustellung als eine zeitlich zusammenhängende einheitliche Maßnahme darstellt (so aber OLG Koblenz FamRZ 1979, 324, 326; 1980, 909, 910; OLG Frankfurt FamRZ 1980, 476; OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256, 1257; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510;… Grunsky, aaO § 929 Rdn. 11;… Baumbach/Lauterbach/Hartmann, aaO § 929 Anm. 2 B).
Die Zustellung des Titels bedeutet zwar noch nicht den Beginn der Zwangsvollstreckung, wie § 750 Abs. 1 ZPO verdeutlicht, sondern ist nur eine Voraussetzung für eine wirksame Vollstreckung; deshalb kann in einer bloßen Amtszustellung gemäß §§ 317, 270 ZPO nicht zugleich eine eigene besondere Handlung des Gläubigers zu der Durchsetzung des Titels gesehen werden (jetzt gefestigte Rechtsprechung, vgl. OLG Köln FamRZ 1985, 508, 509; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510, jeweils mwN).
21 und § 938 Rdn. 30; Baumbach/Lauterbach/Hartmann, aaO § 936 Anm. 3 A; offen gelassen von OLG Koblenz FamRZ 1979, 324, 326; OLG Celle FamRZ 1984, 1248; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510; abgelehnt von OLG Hamm FamRZ 1980, 1144; 1983, 1256; OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256, 1257).
Der Senat folgt damit der Auffassung, daß mit Versäumung der ersten Vollziehungsfrist die einstweilige Verfügung ihrem gesamten Inhalt nach nicht mehr vollzugsfähig und deshalb aufzuheben ist, auch soweit später fällig werdende Leistungen betroffen werden (OLG Frankfurt FamRZ 1979, 537; OLG Hamm FamRZ 1981, 583; 1983, 1254; OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256; OLG Celle FamRZ 1984, 1248; OLG Köln FamRZ 1985, 508, jeweils mit teilweise unterschiedlicher Begründung; a.A. OLG Koblenz FamRZ 1979, 324; 1980, 909; OLG Hamm FamRZ 1980, 1144; 1983, 1256; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456; OLG Köln [21. ZS], Beschluß vom 18. August 1983 - 21 UF 108/83, und [25. ZS], Urteil vom 21. Dezember 1981 - 25 UF 137/81, beide n.v.; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509;… Grunsky, aaO § 938 Rdn. 38;… Vollkommer, aaO § 929 Rdn. 19;… Thomas/Putzo, aaO § 936 Anm. 4;… Wieczorek/Schütze, aaO § 929 Anm. C I a 2 und § 928 Anm. A II b).
- LSG Baden-Württemberg, 20.11.2007 - L 7 AY 5173/07
Sozialgerichtliches Verfahren - Einstweilige Anordnung - Vollziehungsfrist - …
Rn. 6 Wegen Versäumung der Vollziehungsfrist kann aus der einstweiligen Verfügung auch bezüglich der erst künftig fällig werdenden Leistungen nicht mehr vollstreckt werden (vgl. Oberlandesgericht Hamm, FamRZ 1981, 583; OLG Celle, FamRZ 1984, 1248; OLG Köln, FamRZ 1985, 508; Brandenburgisches OLG, FamRZ 1997, 624; a.A.: OLG Schleswig, FamRZ 1981, 456; OLG Bamberg, FamRZ 1985, 509; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 17. Dezember 1999 - 7 S 2505/99 - NVwZ 2000, 691; offen gelassen von OLG Karlsruhe, FamRZ 1992, 580). - LSG Baden-Württemberg, 28.09.2007 - L 7 AS 4061/07 Wegen Versäumung der Vollziehungsfrist kann aus der einstweiligen Verfügung auch bezüglich der erst künftig fällig werdenden Leistungen nicht mehr vollstreckt werden (vgl. Oberlandesgericht (OLG) Hamm, FamRZ 1981, 583; OLG Celle, FamRZ 1984, 1248; OLG Köln, FamRZ 1985, 508; Brandenburgisches OLG, FamRZ 1997, 624; a.A.: OLG Schleswig, FamRZ 1981, 456; OLG Bamberg, FamRZ 1985, 509; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 17. Dezember 1999 - 7 S 2505/99 - NVwZ 2000, 691; offen gelassen von OLG Karlsruhe, FamRZ 1992, 580).
- OLG Zweibrücken, 27.06.1985 - 6 UF 33/85 Der Auffassung des Oberlandesgerichts Bamberg (vgl. FamRZ 1985, 509), wonach die Versäumung der Vollziehungsfrist hinsichtlich der ersten Teilleistung keinen Ausschluß der Vollziehung insgesamt zur Folge haben soll, kann der Senat nicht beitreten: Diese Ansicht, die zu einer Teilaufhebung der einstweiligen Verfügung führen müßte, ist mit Sinn und Zweck dieses Eilverfahrens als eines einheitlichen Verfahrens nicht in Einklang zu bringen.
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