Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 17.01.1996 - 7 U 106/95 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- gesellschaftsrechtskanzlei.com (Leitsatz/Kurzinformation)
Abberufung aus wichtigem Grund, Abberufung des Geschäftsführers aus wichtigem Grund, Objektive Reichweite des Stimmrechtsausschlusses, Objektives Vorliegen des wichtigen Grundes erforderlich oder reicht bloße Behauptung aus, Stimmrechtsausschluss
Papierfundstellen
- GmbHR 1996, 539
Wird zitiert von ... (7)
- BGH, 04.04.2017 - II ZR 77/16
GmbH: Wirksamkeit von Gesellschafterbeschlüssen über die Abberufung eines …
Teilweise wird (weitergehend) verlangt, dass ein wichtiger Grund substantiiert bzw. schlüssig oder nachvollziehbar behauptet wird (vgl. OLG Brandenburg, GmbHR 1996, 539, 542;… MünchHdbGesR III/Diekmann/Marsch-Barner, 4. Aufl., § 42 Rn. 62;… Buck-Heeb in Gehrlein/Born/ Simon, GmbHG, 3. Aufl., § 38 Rn. 9;… Kleindiek in Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 18. Aufl., § 38 Rn. 17;… Koppensteiner/Gruber in Rowedder/Schmidt-Leithoff, GmbHG, 5. Aufl., § 47 Rn. 77;… MünchKommGmbHG/Drescher, 2. Aufl., § 47 Rn. 164;… Scholz/K. Schmidt, GmbHG, 11. Aufl., § 46 Rn. 76;… eine "verschärfte Behauptungslösung" vertreten Lücke/Simon in Saenger/Inhester, GmbHG, 3. Aufl., § 38 Rn. 50). - OLG Jena, 16.03.2016 - 2 U 537/15
Gesellschafterbeschluss über Abberufung des …
Gegenteiliger Auffassung sind hingegen das Oberlandesgericht Brandenburg (17.01.1996, GmbHR 1996, 539 [542]) und wohl ebenfalls das Oberlandesgericht Naumburg (23.02.1999, NZG 2000, 44 [46]), da dieses einen Stimmrechtsausschluss auch dann bejaht, wenn kein wichtiger Grund für die Abberufung vorlag (gegenläufig aber OLG Naumburg 21.11.2013, GmbHR 2014, 714).Das Urteil des OLG Brandenburg vom 17.1.1996 (GmbHR 1996, 539 ff.) zwingt den erkennenden Senat ebenfalls nicht dazu, die Revision zuzulassen, da die Entscheidung die Abberufung eines Minderheitsgesellschafters aus wichtigem Grund zum Gegenstand hatte.
- OLG Stuttgart, 25.10.2011 - 8 W 387/11
Handelsregister: Anmeldung der trotz Verstoßes im Abstimmungsverfahren erfolgten …
Demgemäß könnten andere Verstöße gegen Gesetz oder Satzung nur zur Anfechtbarkeit entsprechend § 243 AktG führen (…h.M., vgl. u.a.: Römermann in Michalski, GmbH-Gesetz, Bd. II, 2. Aufl. 2010, Anh. § 47 GmbHG Rn. 288;… Schmidt in Scholz, GmbH-Gesetz, Bd. II, 10. Aufl. 2007 § 45 GmbHG Rn. 96, § 48 GmbHG Rn. 44 und 44a;… Zöllner in Baumbach/Hueck, GmbHG, 19. Aufl. 2010, Anh. § 47 GmbHG Rn. 18, 44, 66, 67, 83, 110, insb. 115, § 48 GmbHG Rn. 3;… Roth in Roth/Altmeppen, GmbHG, 6. Aufl. 2009, § 47 GmbHG Rn. 91, § 48 GmbHG Rn. 34; OLG Brandenburg GmbHR 1996, 539; je m.w.N.).Rn. 9 Diese Auffassung findet ihre Rechtfertigung auch darin, dass bei einer Abberufung des Gesellschafter-Geschäftsführers aus wichtigem Grund - wie vorliegend - für ihn ein Stimmrechtsausschluss in Betracht kommen kann (BGH NJW 1983, 938; OLG Brandenburg GmbHR 1996, 539; OLG Düsseldorf NZG 2000, 1135;… Altmeppen in Roth/Altmeppen, a.a.O., § 38 GmbHG Rn. 21, 45 ff;… Zöllner/Noack in Baumbach/Hueck, a.a.O., § 38 GmbHG Rn. 31 und 34; je m.w.N.).
- LSG Nordrhein-Westfalen, 22.06.2016 - L 8 R 1013/15
Statusfeststellungsverfahren
Insoweit ist in Rechtsprechung und Literatur lediglich umstritten, welche Anforderungen im Einzelnen an den Stimmrechtsausschluss zu stellen sind, namentlich ob der Ausschluss von der Beschlussfassung bereits bei einem substantiierten Vorwurf eines wichtigen Grundes zu bejahen ist (so OLG Brandenburg, Urteil v. 17.1.1996, 7 U 106/95, GmbHR 1996, 539, 542;… Kleindiek, in: Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 18. Aufl. 2012, § 38 Rdnr. 17;… Schmidt, in Scholz [Hrsg.], GmbHG, 11. Aufl. 2014, § 46 Rdnr. 76 ["ernst zu nehmender (substantiierter) Vorwurf eines wichtigen Grundes]) oder das Stimmrecht erst ausgeschlossen ist, wenn der wichtige Grund objektiv vorlag (so OLG Karlsruhe, Urteil v. 4.5.1999, 8 U 153/97, NZG 2000, 264, 265; OLG Naumburg, Urteil v. 25.1.1996, 2 U 31/95, GmbHR 1996, 934, 936; OLG Düsseldorf, Urteil v. 23.2.2012, I 6 U 135/10), wovon der BGH jedenfalls für die Konstellation einer paritätischen Beteiligung der Gesellschafter ausgeht (BGH, Urteil v. 20.12.1982, II ZR 110/82, BGHZ 86, 177, 181 f., GmbHR 1983, 149; umfassend zum Streitstand Ensenbach, GmbHR 2016, 8, 11). - OLG Düsseldorf, 08.07.2005 - 16 U 104/04
Wirksamkeit einer GmbH-Satzungsbestimmung, die vorsieht, dass die Anfechtung …
So muss die Anfechtungsfrist mindestens einen Monat betragen; eine Satzungsbestimmung, die für die Anfechtung eines Gesellschafterbeschlusses eine kürzere Frist vorsieht, ist unwirksam (vgl. BGHZ 104, 66 = NJW 1988, 1844; BGH, NJW 1995, 1218 f.; OLG Brandenburg, GmbHR 1996, 539, 540; OLG Schleswig, OLGR 1998, 265;… Baumbach/Hueck/Zöllner, a.a.O., Anh. zu § 47 Rdnr. 80a;… Michalski/Römermann, a.a.O., Anh. § 47 Rdnr. 475). - OLG Brandenburg, 15.10.1997 - 7 U 56/95
Wirksamkeit von Gesellschaftsbeschlüssen aus Gesellschafterversammlung; …
Die Klage gegen dem Beschluß vom 31. Mai 1994 ist auch rechtzeitig binnen der Monatsfrist des § 246 Abs. 1 AktG, die auch für die Anfechtung von Beschlüssen der Gesellschafterversammlung einer GmbH als Richtwert dient (s. Urteil des Senats vom 17. Januar 1996 = GmbHR 1996, 539), am 27. Juni 1994 erhoben worden. - LSG Baden-Württemberg, 29.03.2017 - L 11 R 3281/16 Insoweit ist in Rechtsprechung und Literatur lediglich umstritten, welche Anforderungen im Einzelnen an den Stimmrechtsausschluss zu stellen sind, namentlich ob der Ausschluss von der Beschlussfassung bereits bei einem substantiierten Vorwurf eines wichtigen Grundes zu bejahen ist (so OLG Brandenburg 17.01.1996, 7 U 106/95, GmbHR 1996, 539, 542;… Kleindiek, in: Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 18. Aufl. 2012, § 38 Rdnr. 17;… Schmidt, in Scholz, GmbHG, 11. Aufl. 2014, § 46 Rdnr. 76 ["ernst zu nehmender (substantiierter) Vorwurf eines wichtigen Grundes"]) oder das Stimmrecht erst ausgeschlossen ist, wenn der wichtige Grund objektiv vorlag (so OLG Karlsruhe 04.05.1999, 8 U 153/97, NZG 2000, 264, 265; OLG Naumburg 25.01.1996, 2 U 31/95, GmbHR 1996, 934, 936; OLG Düsseldorf 23.02.2012, I 6 U 135/10), wovon der BGH jedenfalls für die Konstellation einer paritätischen Beteiligung der Gesellschafter ausgeht (BGH 20.12.1982, II ZR 110/82, BGHZ 86, 177, 181 f., GmbHR 1983, 149; umfassend zum Streitstand Ensenbach, GmbHR 2016, 8 (11)).
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