Rechtsprechung
| BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21 |
Volltextveröffentlichungen (14)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
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Influencer III - Fördert eine Influencerin durch einen Bericht den Absatz eines fremden Unternehmens, ist dies grundsätzlich kennzeichnungspflichtig, wenn ihr die betreffenden Waren oder Dienstleistungen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden
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Influencer III
- bundesgerichtshof.de
Influencer III
- rechtsinformationen.bund.de
Wettbewerbsverstoß im Internet: Förderung des Absatzes eines fremden Unternehmens durch den Bericht einer Influencerin über Waren und Dienstleistungen in sozialen Medien - Influencer III
- rechtsprechung-im-internet.de
Art 2 Buchst f EGRL 31/2000, Art 6 Buchst a EGRL 31/2000, Art 11 EURL 13/2010, § 2 Abs 1 Nr 1 UWG, § 3 Abs 1 UWG
Wettbewerbsverstoß im Internet: Förderung des Absatzes eines fremden Unternehmens durch den Bericht einer Influencerin über Waren und Dienstleistungen in sozialen Medien - Influencer III - IWW
§ 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG, § ... 8 Abs. 1 UWG, § 15a Abs. 1 UWG, § 8 Abs. 1 Satz 1, § 3 Abs. 1, § 5a Abs. 6 UWG, § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG, Art. 2 Buchst. d der Richtlinie 2005/29/EG, Art. 2 Buchst. f der Richtlinie 2000/31/EG, § 2 Abs. 1 Nr. 9 UWG, § 5a Abs. 2 UWG, § 6 Abs. 1 Nr. 1 TMG, § 1 Abs. 1 Satz 1 TMG, § 2 Satz 1 Nr. 1 TMG, § 2 Satz 1 Nr. 5 TMG, § 2 Satz 1 Nr. 5 Buchst. b TMG, Art. 2 Buchst. f, Art. 6 Buchst. a der Richtlinie 2000/31/EG, § 2, 6 TMG, Richtlinie 2000/31/EG, Richtlinie 2005/29/EG, Anhangs I zur Richtlinie 2005/29/EG, § 6 Abs. 1 TMG, Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 2010/13/EU, § 2 Satz 1 Nr. 5 Buchst. b, Art. 11 der Richtlinie 2010/13/EU, § 158 Abs. 2 BGB, § 97 Abs. 1 ZPO
- Wolters Kluwer
Unterlassung der Veröffentlichung von Posts eines Influencers auf Instagram ohne Verdeutlichung des kommerziellen Zwecks der Veröffentlichung; Annahme einer geschäftlichen Handlung durch Förderung des Absatzes eines fremden Unternehmens
- Betriebs-Berater
Influencer III - Influencer Marketing und Kennzeichnungspflicht
- kanzlei.biz
Influencerin III: Auch bei geschenktem Produkt liegt Werbung vor
- aufrecht.de
Influencer III - Werbekennzeichnung bei Werbung für/gegen kostenlos erhaltene Waren oder Dienstleistungen
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Unterlassung der Veröffentlichung von Posts eines Influencers auf Instagram ohne Verdeutlichung des kommerziellen Zwecks der Veröffentlichung; Annahme einer geschäftlichen Handlung durch Förderung des Absatzes eines fremden Unternehmens
- wrp (Wettbewerb in Recht und Praxis)(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Wettbewerbsrecht: Influencer III
- datenbank.nwb.de
Influencer III
Kurzfassungen/Presse (8)
- beckmannundnorda.de (Kurzinformation)
Werbung bzw. kommerzielle Kommunikation auch dann wenn Influencer die von ihm vorgestellten Produkte lediglich kostenlos zur Verfügung gestellt wurden
- ratgeberrecht.eu (Kurzinformation)
Influencer haben gesponserte Produkte als Werbung zu kennzeichnen
- beck-aktuell.de (Kurzinformation)
Influencerin III - Werbung auch bei geschenktem Produkt - Influencerin III - Werbung auch bei geschenktem Produkt
- computerundrecht.de (Kurzinformation)
Kennzeichnungspflicht als Werbung gilt auch bei geschenkten Waren (Influencerin III)
- ip-rechtsberater.de (Kurzinformation)
Kennzeichnungspflicht als Werbung gilt auch bei geschenkten Waren (Influencerin III)
- onlineurteile.de (Kurzmitteilung)
Influencer und Marketing - Eine Bloggerin muss Beiträge, in denen sie geschenkte Produkte vorführt, als Werbung kennzeichnen
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Kommerzielle Kommunikation und Werbung bei Förderung des Absatzes eines fremden Unternehmens durch Bericht über Waren von Influencerin
- verweyen.legal (Kurzinformation und Auszüge)
Kennzeichnungspflichtige Werbung durch Influencer
Verfahrensgang
- LG Köln, 21.07.2020 - 33 O 138/19
- OLG Köln, 19.02.2021 - 6 U 103/20
- BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Papierfundstellen
- NJW 2022, 2106
- MDR 2022, 448
- GRUR 2022, 490
- MMR 2022, 472
- MIR 2022, Dok. 017
- K&R 2022, 360
- afp 2022, 246
Wird zitiert von ... (28) Zitiert selbst (10)
- BGH, 09.09.2021 - I ZR 90/20
Zur Pflicht von Influencerinnen, ihre Instagram-Beiträge als Werbung zu …
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Fördert eine Influencerin durch einen Bericht über Waren oder Dienstleistungen in sozialen Medien (hier: Instagram) den Absatz eines fremden Unternehmens, so handelt es sich um kommerzielle Kommunikation im Sinne des § 2 Satz 1 Nr. 5 Buchst. b TMG und Werbung im Sinne von § 2 Abs. 2 Nr. 7 RStV und § 2 Abs. 2 Nr. 7 MStV, wenn ihr die Waren oder Dienstleistungen von dem durch den Bericht begünstigten Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden (Fortführung von BGH, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 90/20, GRUR 2021, 1400 = WRP 2021, 1415 - Influencer I; Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 125/20, GRUR 2021, 1414 = WRP 2021, 1429 - Influencer II).Die Tatsachen, aus denen sich die Klagebefugnis ergibt, müssen spätestens im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz vorgelegen haben und im Revisionsverfahren fortbestehen (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 90/20, GRUR 2021, 1400 Rn. 12 = WRP 2021, 1415 - Influencer I, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt;… Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 125/20, GRUR 2021, 1414 Rn. 11 = WRP 2021, 1429 - Influencer II, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt, jeweils mwN).
Rn. 22 b) Da der Kläger die Beiträge der Beklagten sowohl unter dem Gesichtspunkt angreift, dass es sich um geschäftliche Handlungen zugunsten der Beklagten selbst handele, als auch unter dem Gesichtspunkt, dass sie damit den Absatz der über die "Tap Tags" verlinkten Unternehmen fördere, muss der Kläger sowohl über eine erhebliche Zahl an Mitgliedern verfügen, die in einem Wettbewerbsverhältnis im Sinne des § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG aF zu der Beklagten stehen, als auch über solche, die in einem entsprechenden Wettbewerbsverhältnis zu den geförderten Drittunternehmen stehen (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 16 f. - Influencer I;… GRUR 2021, 1414 Rn. 14 f. - Influencer II, jeweils mwN).
Influencer, die selbst Waren oder Dienstleistungen vertreiben oder - wie im Streitfall - das eigene Image vermarkten und durch Werbeeinnahmen kommerzialisieren, handeln unternehmerisch (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 34 bis 36 - Influencer I, mwN).
Rn. 32 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Betrieb eines Instagram-Profils, in dessen Rahmen Beiträge der auch vorliegend beanstandeten Art veröffentlicht werden, objektiv geeignet, das Unternehmen eines Influencers zu fördern, sofern hierdurch die Bekanntheit und der Werbewert des Influencers gesteigert und das Interesse von Drittunternehmen an einer Kooperation mit dem Influencer geweckt werden (BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 42 - Influencer I, mwN).
Hierbei kann die Veröffentlichung eines Instagram-Beitrags auch dann als Geschäftspraxis und geschäftliche Handlung einzustufen sein, wenn mangels Gegenleistung keine kommerzielle Kommunikation vorliegt, weil der Begriff der kommerziellen Mitteilung im Sinne des Art. 2 Buchst. d der Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken von Unternehmen gegenüber Verbrauchern im Binnenmarkt, dessen Umsetzung § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG dient, weiter ist als derjenige der kommerziellen Kommunikation im Sinne von Art. 2 Buchst. f der Richtlinie 2000/31/EG über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs im Binnenmarkt (vgl. dazu BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 47 bis 49 - Influencer I).
Deshalb steht entgegen der Ansicht der Revision auch im Streitfall der Annahme einer geschäftlichen Handlung die lauterkeitsrechtliche Privilegierung vorrangig redaktionellen Zwecken dienender Beiträge nicht entgegen (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 44 bis 46 - Influencer I).
Im Falle der Influencer besteht ein solcher werblicher Überschuss mit Blick darauf, dass die Beiträge auch einem Informationsbedürfnis der Follower dienen, zwar nicht bereits durch das Setzen von "Tap Tags", die Herstellerinformationen beinhalten, sehr wohl aber regelmäßig durch die in einem "Tap Tag" vorgesehene Verlinkung auf die Internetseite des Herstellers (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 59 f. und 65 bis 67 - Influencer I, mwN).
Ob ein Beitrag übertrieben werblich ist, ist aufgrund einer Gesamtbetrachtung zu prüfen, in die sämtliche Merkmale des Beitrags einschließlich einer etwaig bereitgestellten Verlinkung einfließen (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 68 - Influencer I).
Die Annahme, dass die Bereitstellung eines Links auf das Instagram-Profil des Herstellers über einen "Tap Tag" im Beitrag eines Influencers regelmäßig übertrieben werblich wirkt, gründet darauf, dass der Leser durch die Verlinkung direkt in den werblichen Einflussbereich des Herstellerunternehmens gebracht und der Zugang der Verbraucher zu den Produkten des Drittunternehmens erleichtert und beschleunigt wird (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 67 - Influencer I).
Die unlautere Handlung zugunsten des Unternehmens Six rechtfertigt das auf die konkrete Verletzungsform bezogene Verbot (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 22 und 130 - Influencer I).
Der kommerzielle Zweck ist, wie der Bundesgerichtshof nach dem Urteil des Berufungsgerichts entschieden hat, im Rahmen der Einzelfallwürdigung anhand derjenigen objektiven Indizien zu bestimmen, die auch für die Beurteilung geschäftlicher Handlungen im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG gelten (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 73 bis 78 - Influencer I;… GRUR 2021, 1414 Rn. 27 bis 31 - Influencer II, jeweils mwN).
Entgegen der Auffassung der Revision scheidet die Annahme einer geschäftlichen Handlung und eines kommerziellen Zwecks nicht aus, wenn für sie keine Gegenleistung erbracht wird (vgl. vorstehend Rn. 32 und 35 f. [B II 1 b bb] und BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 47 bis 49 - Influencer I).
Die Kennzeichnung soll dem Verbraucher gerade die Möglichkeit verschaffen, sich auf den kommerziellen Charakter der Handlung einzustellen, damit er sie von vornherein kritisch beurteilen oder sich ihr ganz entziehen kann (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 87 bis 89 - Influencer I;… GRUR 2021, 1414 Rn. 34 bis 36 - Influencer II, jeweils mwN).
Bei einer solchen Vermischung der Beiträge ergibt sich dieser kommerzielle Zweck nicht bereits aus einer etwaigen Verifizierung des Profils (also der Kennzeichnung als "echtes Profil" des namentlich benannten Inhabers, die nur bei Personen mit einer bestimmten öffentlichen Bekanntheit bzw. ab einer gewissen Anzahl an Followern erfolgt), einer besonders hohen Anzahl der Follower oder aus einer generellen Bekanntheit des Influencers (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 90 - Influencer I, mwN).
Dagegen stellt die Entscheidung des Verbrauchers, sich mit einem beworbenen Angebot in einer Werbeanzeige näher zu befassen, für sich gesehen mangels eines unmittelbaren Zusammenhangs mit einem Erwerbsvorgang noch keine geschäftliche Entscheidung dar (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 95 - Influencer I, mwN).
Es reicht aus, dass der Verbraucher sich über das Instagram-Profil des Unternehmens näher mit dem jeweiligen Unternehmen und seinen Produkten auseinandersetzen konnte, insbesondere da dort ein weiterführender Link auf dessen Internetseite vorgehalten wurde (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 96 - Influencer I, mwN).
Den Unternehmer trifft daher auch im Rahmen von § 5a Abs. 6 UWG die sekundäre Darlegungslast für Umstände, die gegen die Relevanz des Kennzeichnungsverstoßes sprechen (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 98 - Influencer I, mwN).
Rn. 57 (b) Influencer, die ein eigenständiges Profil auf der Social-Media-Plattform Instagram, einem Telemedium im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 1 TMG, betreiben, sind Diensteanbieter im Sinne des § 2 Satz 1 Nr. 1 TMG (dazu im Einzelnen BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 104 bis 107 - Influencer I;… GRUR 2021, 1414 Rn. 49 bis 52 - Influencer II).
§ 2 Abs. 2 Nr. 7 MStV enthält nunmehr eine auch ausdrücklich auf Telemedien bezogene, im Übrigen übereinstimmende Definition (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 116 bis 118 - Influencer I;… GRUR 2021, 1414 Rn. 65 bis 67 - Influencer II, jeweils mwN).
Dies rechtfertigt das auf die konkrete Verletzungsform bezogene Verbot (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 22 und 130 - Influencer I).
Ob dies auch hinsichtlich des Handelns der Beklagten zugunsten ihres eigenen Unternehmens und des Unternehmens Six gilt, kann offenbleiben, weil das auf die konkrete Verletzungsform bezogene Verbot unabhängig davon begründet ist (vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 22 und 130 - Influencer I).
Diese ist frühestens mit den Urteilen des Bundesgerichtshofs vom 9. September 2021 eingetreten (BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 16 f.- Influencer I;… GRUR 2021, 1414 Rn. 14 f. - Influencer II).
- BGH, 09.09.2021 - I ZR 125/20
Influencer II - Wettbewerbsverstoß durch Schleichwerbung in den sozialen Medien: …
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Fördert eine Influencerin durch einen Bericht über Waren oder Dienstleistungen in sozialen Medien (hier: Instagram) den Absatz eines fremden Unternehmens, so handelt es sich um kommerzielle Kommunikation im Sinne des § 2 Satz 1 Nr. 5 Buchst. b TMG und Werbung im Sinne von § 2 Abs. 2 Nr. 7 RStV und § 2 Abs. 2 Nr. 7 MStV, wenn ihr die Waren oder Dienstleistungen von dem durch den Bericht begünstigten Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden (Fortführung von BGH, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 90/20, GRUR 2021, 1400 = WRP 2021, 1415 - Influencer I; Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 125/20, GRUR 2021, 1414 = WRP 2021, 1429 - Influencer II).Die Tatsachen, aus denen sich die Klagebefugnis ergibt, müssen spätestens im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz vorgelegen haben und im Revisionsverfahren fortbestehen (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 90/20, GRUR 2021, 1400 Rn. 12 = WRP 2021, 1415 - Influencer I, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt; Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 125/20, GRUR 2021, 1414 Rn. 11 = WRP 2021, 1429 - Influencer II, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt, jeweils mwN).
Rn. 22 b) Da der Kläger die Beiträge der Beklagten sowohl unter dem Gesichtspunkt angreift, dass es sich um geschäftliche Handlungen zugunsten der Beklagten selbst handele, als auch unter dem Gesichtspunkt, dass sie damit den Absatz der über die "Tap Tags" verlinkten Unternehmen fördere, muss der Kläger sowohl über eine erhebliche Zahl an Mitgliedern verfügen, die in einem Wettbewerbsverhältnis im Sinne des § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG aF zu der Beklagten stehen, als auch über solche, die in einem entsprechenden Wettbewerbsverhältnis zu den geförderten Drittunternehmen stehen (…vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 16 f. - Influencer I; GRUR 2021, 1414 Rn. 14 f. - Influencer II, jeweils mwN).
Der kommerzielle Zweck ist, wie der Bundesgerichtshof nach dem Urteil des Berufungsgerichts entschieden hat, im Rahmen der Einzelfallwürdigung anhand derjenigen objektiven Indizien zu bestimmen, die auch für die Beurteilung geschäftlicher Handlungen im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG gelten (…vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 73 bis 78 - Influencer I; GRUR 2021, 1414 Rn. 27 bis 31 - Influencer II, jeweils mwN).
Die Kennzeichnung soll dem Verbraucher gerade die Möglichkeit verschaffen, sich auf den kommerziellen Charakter der Handlung einzustellen, damit er sie von vornherein kritisch beurteilen oder sich ihr ganz entziehen kann (…vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 87 bis 89 - Influencer I; GRUR 2021, 1414 Rn. 34 bis 36 - Influencer II, jeweils mwN).
Hinsichtlich der Erkennbarkeit der eigennützigen Tätigkeit des Influencers kann diesen Umständen hingegen durchaus Bedeutung zukommen (vgl. BGH, GRUR 2021, 1414 Rn. 37 bis 44 - Influencer II; BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 126/20, ZUM-RD 2021, 693 Rn. 73 bis 74;… OLG Hamburg, K&R 2020, 630, 632 f. [juris Rn. 55 ff.];… OLG München, GRUR 2020, 1096, 1098 [juris Rn. 48]).
Rn. 54 dd) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine geschäftliche Handlung, die die Voraussetzungen des § 5a Abs. 6 UWG erfüllt, nicht als unlauter anzusehen, wenn sie den Erfordernissen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 TMG sowie des § 58 Abs. 1 Satz 1 RStV und § 22 Abs. 1 Satz 1 MStV genügt, weil es sich dabei um vorrangige Spezialvorschriften handelt, deren Wertungen durch das Lauterkeitsrecht nicht unterlaufen werden dürfen (vgl. dazu BGH, GRUR 2021, 1414 Rn. 58 bis 61 und 71 - Influencer II).
Rn. 57 (b) Influencer, die ein eigenständiges Profil auf der Social-Media-Plattform Instagram, einem Telemedium im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 1 TMG, betreiben, sind Diensteanbieter im Sinne des § 2 Satz 1 Nr. 1 TMG (…dazu im Einzelnen BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 104 bis 107 - Influencer I; GRUR 2021, 1414 Rn. 49 bis 52 - Influencer II).
Für die Eigenwerbung gilt die Ausnahmeregelung des § 2 Satz 1 Nr. 5 Buchst. b TMG hingegen nicht, so dass es für die Beurteilung als kommerzielle Kommunikation nicht auf die Unabhängigkeit einer Angabe, insbesondere das Fehlen einer Gegenleistung, ankommt (BGH, GRUR 2021, 1414 Rn. 75 f. - Influencer II).
§ 2 Abs. 2 Nr. 7 MStV enthält nunmehr eine auch ausdrücklich auf Telemedien bezogene, im Übrigen übereinstimmende Definition (…vgl. BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 116 bis 118 - Influencer I; GRUR 2021, 1414 Rn. 65 bis 67 - Influencer II, jeweils mwN).
Für die Eigenwerbung setzen § 2 Abs. 2 Nr. 7 RStV und § 2 Abs. 2 Nr. 7 MStV hingegen nicht voraus, dass für diese ein Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung erbracht wird (BGH, GRUR 2021, 1414 Rn. 77 - Influencer II).
Diese ist frühestens mit den Urteilen des Bundesgerichtshofs vom 9. September 2021 eingetreten (…BGH, GRUR 2021, 1400 Rn. 16 f.- Influencer I; GRUR 2021, 1414 Rn. 14 f. - Influencer II).
- EuGH, 02.09.2021 - C-371/20
Peek & Cloppenburg - Vorlage zur Vorabentscheidung - Verbraucherschutz - …
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Auch hiermit wird bezweckt, das Vertrauen von Verbrauchern in die Neutralität redaktioneller Inhalte zu schützen und versteckte Werbung im Interesse der Verbraucher und Wettbewerber zu verhindern (vgl. EuGH, Urteil vom 2. September 2021 - C-371/20, GRUR 2021, 1312 Rn. 29 = WRP 2021, 1411 - Peek & Cloppenburg; BGH…, Beschluss vom 25. Juni 2020 - I ZR 74/19, GRUR 2020, 997 Rn. 29 = WRP 2020, 1295 - GRAZIA StyleNights).Dieser Zweck kann nur erreicht werden, wenn unter Bezahlung im Sinne der Nr. 11 Satz 1 des Anhangs I zur Richtlinie 2005/29/EG nicht nur die Zahlung eines Geldbetrags, sondern jeder geldwerte Vorteil - auch in Form von Gegenständen oder Dienstleistungen - verstanden wird, sofern ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der in dieser Weise vom Gewerbetreibenden geleisteten Bezahlung und der Veröffentlichung besteht (vgl. EuGH, GRUR 2021, 1312 Rn. 44 und 49 - Peek & Cloppenburg).
- BGH, 09.09.2021 - I ZR 126/20
Vorstellen von kommerziellen Inhalten unter Abbildung einer Person als sog. …
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Hinsichtlich der Erkennbarkeit der eigennützigen Tätigkeit des Influencers kann diesen Umständen hingegen durchaus Bedeutung zukommen (…vgl. BGH, GRUR 2021, 1414 Rn. 37 bis 44 - Influencer II; BGH, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 126/20, ZUM-RD 2021, 693 Rn. 73 bis 74;… OLG Hamburg, K&R 2020, 630, 632 f. [juris Rn. 55 ff.];… OLG München, GRUR 2020, 1096, 1098 [juris Rn. 48]). - OLG München, 25.06.2020 - 29 U 2333/19
Blauer Plüschelefant - Zu den Kennzeichnungspflichten einer …
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Hinsichtlich der Erkennbarkeit der eigennützigen Tätigkeit des Influencers kann diesen Umständen hingegen durchaus Bedeutung zukommen (…vgl. BGH, GRUR 2021, 1414 Rn. 37 bis 44 - Influencer II; BGH…, Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 126/20, ZUM-RD 2021, 693 Rn. 73 bis 74;… OLG Hamburg, K&R 2020, 630, 632 f. [juris Rn. 55 ff.]; OLG München, GRUR 2020, 1096, 1098 [juris Rn. 48]). - BGH, 26.09.1996 - I ZR 194/95
Altunterwerfung II - Wegfall des Unterlassungsanspruchs
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Rn. 92 a) Der Eintritt einer auf die Änderung oder endgültige Klärung der Rechtslage bezogenen auflösenden Bedingung einer vertraglichen Unterlassungsverpflichtung wirkt gemäß § 158 Abs. 2 BGB lediglich ex nunc, so dass er nicht zu einem Wegfall der Unterlassungsverpflichtung für die Vergangenheit führt (vgl. BGH, Urteil vom 26. September 1996 - I ZR 194/95, BGHZ 133, 331, 333 f. [juris Rn. 24] - Altunterwerfung II). - BGH, 25.06.2020 - I ZR 74/19
Vorabentscheidungsersuchen: Bezahlung und Gegenleistung einer Verkaufsförderung …
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Auch hiermit wird bezweckt, das Vertrauen von Verbrauchern in die Neutralität redaktioneller Inhalte zu schützen und versteckte Werbung im Interesse der Verbraucher und Wettbewerber zu verhindern (vgl. EuGH…, Urteil vom 2. September 2021 - C-371/20, GRUR 2021, 1312 Rn. 29 = WRP 2021, 1411 - Peek & Cloppenburg; BGH, Beschluss vom 25. Juni 2020 - I ZR 74/19, GRUR 2020, 997 Rn. 29 = WRP 2020, 1295 - GRAZIA StyleNights). - BGH, 06.06.2019 - I ZR 67/18
Erfolgshonorar für Versicherungsberater - Vereinbarung eines beratungsrechtlichen …
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Rn. 25 2. Hinsichtlich der Geltendmachung des Anspruchs auf Zahlung einer Vertragsstrafe ist der Kläger nach allgemeinen Grundsätzen prozessführungsbefugt, weil er geltend macht, Inhaber eines vertraglichen Leistungsanspruchs zu sein (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2019 - I ZR 67/18, GRUR 2019, 970 Rn. 12 = WRP 2019, 1304 - Erfolgshonorar für Versicherungsberater;… Zöller/Althammer, ZPO, 34. Aufl., Vor § 50 Rn. 16). - OLG Köln, 19.02.2021 - 6 U 103/20
"Diana zur Löwen"
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Das Berufungsgericht hat die Berufung der Beklagten zurückgewiesen (OLG Köln, WRP 2021, 523). - LG Köln, 21.07.2020 - 33 O 138/19
Kennzeichnung von Instagram-Posts als Werbung
Auszug aus BGH, 13.01.2022 - I ZR 35/21
Rn. 7 Das Landgericht hat der Klage stattgegeben (LG Köln, AfP 2020, 433).
- BGH, 07.04.2022 - I ZR 143/19
Knuspermüsli II - Wettbewerbsverstoß: Beurteilung der Unlauterkeit in Fällen der …
Die Klagebefugnis muss als Sachurteilsvoraussetzung im Zeitpunkt der beanstandeten Wettbewerbshandlung bestanden haben (st. Rspr. zu § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG, vgl. nur BGH, Urteil vom 13. Januar 2022 - I ZR 35/21, GRUR 2022, 490 Rn. 20 = WRP 2022, 441 - Influencer III, mwN) und auch im Revisionsverfahren noch fortbestehen (vgl. BGH…, Beschluss vom 28. Mai 2020 - I ZR 186/17, GRUR 2020, 896 Rn. 32 = WRP 2020, 1182 - App-Zentrum, mwN).Das Revisionsgericht hat selbständig festzustellen, ob die Voraussetzungen für die Klagebefugnis erfüllt sind; es kann sich hierbei des Freibeweises bedienen (zu § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG vgl. BGH, GRUR 2022, 490 Rn. 20 - Influencer III;… zu § 8 Abs. 3 Nr. 3 UWG vgl. BGH, GRUR 2020, 896 Rn. 32 - App-Zentrum).
- OLG Schleswig, 23.02.2022 - 9 Wx 23/21
Fake-Account - Voraussetzungen und Umfang des Auskunftsanspruchs nach dem …
Die genannten Ausnahmen sind hier nicht einschlägig, vielmehr handelt es sich bei dem von der Beteiligten angebotene Dienst Instagram um ein Telemedium im Sinne der Vorschrift (BGH, Urteil vom 13. Januar 2022 - I ZR 35/21, juris Rn. 57). - BGH, 29.07.2025 - VI ZR 426/24
Zur Namensnennung in Demonstrationsaufruf
Unter diese Definition fallen auch soziale Netzwerke wie etwa Instagram und die hier in Rede stehenden Social-Media-Funktionen von Telegram; dabei sind die jeweiligen Profile bzw. Kanäle wiederum eigenständige Telemedien (…vgl. BGH, Urteile vom 9. September 2021 - I ZR 90/20, BGHZ 231, 38 Rn. 104 bis 107 - Influencer I;… vom 9. September 2021 - I ZR 125/20, BGHZ 231, 87 Rn. 49 bis 52 - Influencer II; vom 13. Januar 2022 - I ZR 35/21, AfP 2022, 246 Rn. 57 - Influencer III; Möslein/Jetzen, ZBB 2024, 236, 238;… MüKoStGB/Altenhain, 4. Aufl. 2023, TMG § 1 Rn. 26; jeweils mwN).
- OLG Frankfurt, 19.05.2022 - 6 U 56/21
Kennzeichnungspflicht von Influencer-Beiträgen bei Gegenleistung in Form von …
Die in Art. 6 lit. a RL 2000/31/EG i.V.m. Art. 2 lit. f RL 2000/31/EG niedergelegten Transparenzanforderungen gebieten es, der Förderung des Absatzes von Waren oder Dienstleistungen dienende Angaben einer Influencerin mangels Unabhängigkeit als kommerzielle Kommunikation im Sinne des § 2 S. 1 Nr. 5 TMG anzusehen, wenn der hierdurch begünstigte Unternehmer zwar keine Geldzahlung geleistet, jedoch das dargestellte Produkt der Influencerin zur Verfügung gestellt hat (BGH GRUR 2022, 490 Rn 64, 65;… Köhler/Bornkamm/Feddersen/Köhler UWG, 40. Aufl., § 5 a Rn 7.80 j; Hoeren/Sieber/Holznagel MultimediaR-HdB/Holznagel/Hartmann, 52. EL April 2020, Teil 3 Rn 215; Lehmann WRP 2017, 772 Rn 6; Rauer/Kempf WRP 2022, 16 Rn 22).Follower erwarten daher zu Recht, dass auch ein etwaiges politisches oder - wie hier ernährungsbezogenes - Engagement nicht kommerziell beeinflusst ist (vgl. BGH GRUR 2022, 490 Rn 45-47 - Influencer III).
- BGH, 19.05.2022 - I ZR 69/21
Angabe des Grundpreises in unmittelbarer Nähe zum Gesamtpreis
Die Tatsachen, aus denen sich die Klagebefugnis ergibt, müssen spätestens im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz vorgelegen haben und im Revisionsverfahren fortbestehen (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 13. Januar 2022 - I ZR 35/21, GRUR 2022, 490 Rn. 20 = WRP 2022, 441 - Influencer III, mwN). - OLG Hamburg, 14.12.2023 - 5 U 18/22
Anforderungen an eine Werbekennzeichnung eines Influencers; Zuwiderhandlung gegen …
Die nachfolgende Klärung dieser Fragen lässt den Bestand der vertraglichen Unterlassungspflicht im Handlungszeitpunkt unberührt (BGH GRUR 2022, 490 Rn. 93 - Influencer III).Rn. 67 (a) Soweit die Beklagte auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs "Influencer III" (Urteil vom 13.01.2022, I ZR 35/21, GRUR 2022, 490) Bezug nimmt, so macht sie damit eine verbindliche Klärung einer umstrittenen Beurteilung durch eine höchstrichterliche Entscheidung in ihrem Sinne geltend.
Nach dieser Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine geschäftliche Handlung, die die Voraussetzungen des § 5a Abs. 6 UWG a.F. erfüllt, nicht als unlauter anzusehen, wenn sie den Erfordernissen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 TMG sowie des § 58 Abs. 1 Satz 1 RStV und § 22 Abs. 1 Satz 1 MStV genügt, weil es sich dabei um vorrangige Spezialvorschriften handelt, deren Wertungen durch das Lauterkeitsrecht nicht unterlaufen werden dürfen (BGH GRUR 2022, 490 Rn. 54 - Influencer III).
Die nachfolgende Klärung dieser Fragen lässt den Bestand der vertraglichen Unterlassungspflicht im Handlungszeitpunkt unberührt (BGH GRUR 2022, 490 Rn. 93 - Influencer III).
Die nachfolgende Klärung der Rechtsfragen lässt den Bestand der vertraglichen Unterlassungspflicht im Handlungszeitpunkt unberührt (BGH GRUR 2022, 490 Rn. 93 - Influencer III).
Rn. 80 (2) Im Hinblick auf die höchstrichterliche Klärung der mit Blick auf § 5a Abs. 6 UWG a.F. an Beiträge von Influencern in sozialen Medien zu stellenden Anforderungen lässt - wie ausgeführt - diese den Bestand der vertraglichen Unterlassungspflicht im Handlungszeitpunkt unberührt (BGH GRUR 2022, 490 Rn. 93 - Influencer III).
Die Klärung ist frühestens mit den Urteilen des Bundesgerichtshofs vom 09.09.2021 eingetreten (…BGH GRUR 2021, 1400 Rn. 16 f. - Influencer I;… BGH GRUR 2021, 1414 Rn. 14 f. - Influencer II; vgl. BGH GRUR 2022, 490 Rn. 93 - Influencer III).
Die höchstrichterliche Klärung der mit Blick auf § 5a Abs. 6 UWG a.F. an Beiträge von Influencern in sozialen Medien zu stellenden Anforderungen, die frühestens im September 2021 eingetreten ist, lässt den Bestand der vertraglichen Unterlassungspflicht im Handlungszeitpunkt unberührt (BGH GRUR 2022, 490 Rn. 93 - Influencer III).
Die Rechtsfragen zur Zulässigkeit des Influencer-Marketing wurden mittlerweile durch drei Leitentscheidungen und zwei weitere Entscheidungen des Bundesgerichtshofs weitgehend geklärt (vgl. BGH GRUR 2021, 1400 - Influencer I; BGH GRUR 2021, 1414 - Influencer II; BGH GRUR 2022, 490 - Influencer III; BGH GRUR-RS 2021, 26632 - Blauer Plüschelefant; BGH GRUR-RS 2022, 2333 - Salon Zauberschön).
- OLG München, 30.10.2025 - 29 U 2633/24
Irreführung
Rn. 46 Der kommerzielle Zweck ist im Rahmen der Einzelfallwürdigung anhand derjenigen objektiven Indizien zu bestimmen, die auch für die Beurteilung geschäftlicher Handlungen i.S.d. § 2 Abs. 1 Nr. 2 UWG gelten (…vgl. BGH GRUR 2021, 1400 Rn. 73-78 - Influencer I; BGH GRUR 2021, 1414 Rn. 27-31 - Influencer II, BGH NJW 2022, 2106, Rn. 42 - Influencer III, jew. mwN).Die Kennzeichnung soll dem Verbraucher gerade die Möglichkeit verschaffen, sich auf den kommerziellen Charakter der Handlung einzustellen, damit er sie von vornherein kritisch beurteilen oder sich ihr ganz entziehen kann (…vgl. BGHZ 231, 38 = NJW 2021, 3450 = GRUR 2021, 1400 Rn. 87-89 - Influencer I;… BGH GRUR 2021, 1414 Rn. 34-36 - Influencer II; BGH NJW 2022, 2106, Rn. 45 - Influencer III, jew. mwN).
Dagegen stellt die Entscheidung des Verbrauchers, sich mit einem beworbenen Angebot in einer Werbeanzeige näher zu befassen, für sich gesehen mangels eines unmittelbaren Zusammenhangs mit einem Erwerbsvorgang noch keine geschäftliche Entscheidung dar (…vgl. BGHZ 231, 38 = NJW 2021, 3450 = GRUR 2021, 1400 Rn. 95 - Influencer I mwN; BGH NJW 2022, 2106 Rn. 50 - Influencer III).
Es reicht aus, dass der Verbraucher sich über den Artikel "Hier gibt´s was auf die Ohren: Beststeller - Hörbücher bei … & Co." mit den Unternehmen Amazon, Audible, … und Thalia und ihren Produkten näher auseinandersetzen konnte, insbesondere da dort die Kosten für Hörspiel-Abonnements und weiterführende Links auf die Internetseiten der Unternehmen vorgehalten wurden (…vgl. für einen Link auf die Instagram-Seite eines Unternehmens, über die das Produkt nicht direkt erworben werden konnte: BGH GRUR 2021, 1400 Rn. 96 - Influencer I mwN; BGH NJW 2022, 2106, Rn. 51 - Influencer III).
- OLG Karlsruhe, 03.03.2026 - 14 UKl 2/24
Pressetermine - Kennzeichnungspflicht kommerzieller Kommunikation durch …
Der Schutzzweck der Regelung verlangt die Erfassung auch solcher Gewährungen geldwerter Vorteile, mit denen Beiträge gerade erst veranlasst werden sollen, ohne dass zuvor eine Vereinbarung getroffen wurde (vgl. BGH, Urteil vom 13.01.2022 - I ZR 35/21, Rn. 64 f., juris). - OLG Nürnberg, 07.05.2026 - 3 U 2063/25 Die Kennzeichnung soll dem Verbraucher gerade die Möglichkeit verschaffen, sich auf den kommerziellen Charakter der Handlung einzustellen, damit er sie von vornherein kritisch beurteilen oder sich ihr ganz entziehen kann (BGH GRUR 2022, 490 Rn. 45 - Influencer III).
- KG, 08.10.2024 - 5 U 132/21
Kinderwunschpraxis - Wettbewerbsverstoß im Internet: Irreführende Werbung für die …
Diese Vorschrift regelt nicht nur die sachlich-rechtliche Anspruchsberechtigung, sondern auch die prozessuale Klagebefugnis, die als Sachurteilsvoraussetzung nicht nur im Zeitpunkt der beanstandeten Wettbewerbshandlung bestanden haben, sondern auch im Zeitpunkt des Schlusses der letzten mündlichen Verhandlung noch fortbestehen muss (vgl. BGH…, Urteil vom 26. Januar 2023 - I ZR 111/22, Rn. 13, juris - Mitgliederstruktur; Urteil vom 13. Januar 2022 - I ZR 35/21, Rn. 20, juris - Influencer II).Im Streitfall, der an diesem Stichtag bereits rechtshängig war, verbleibt es daher bei der Anwendung des § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG a.F. (vgl. BGH…, Urteil vom 26. Januar 2023 - I ZR 111/22, Rn. 11, juris - Mitgliederstruktur;… Versäumnisurteil vom 19. Mai 2022 - I ZR 69/21, Rn. 15, juris - Grundpreisangabe im Internet; Urteil vom 13. Januar 2022 - I ZR 35/21, Rn. 21, juris - Influencer III).
Danach ist für die Prozessführungsbefugnis entscheidend, dass dem Kläger eine erhebliche Zahl an Mitgliedern angehören, die in einem Wettbewerbsverhältnis im Sinne des § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG aF zu der Beklagten und den ihr angeschlossenen Kinderwunschpraxen und -zentren stehen (vgl. BGH, Urteil vom 13. Januar 2022 - I ZR 35/21, Rn. 22, juris - Influencer III;… Urteil vom 9. September 2021 - I ZR 90/20, BGHZ 231, 38-87, Rn. 16f nach juris - Influencer I).
- KG, 18.02.2025 - 5 U 18/24
Totenasche - Voraussetzungen einer geschäftlichen Handlung im Sinne des …
- OLG München, 27.04.2023 - 29 U 7344/21
Irische Impotenzfernbehandlung
- KG, 28.01.2025 - 5 U 13/22
Zulässigkeit einer Internetwerbung für ärztliche Fachzentren für ambulante …
- LG Düsseldorf, 26.08.2022 - 38 O 41/22
Lesbarkeit von Tarifinformationen auf Werbeflyern
- KG, 03.12.2024 - 5 U 9/24
Online-Werbung für osteopathische Behandlungen ohne gesichert wissenschaftliche …
- KG, 02.04.2025 - 5 U 112/23
Wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsanspruch gegen eine Fluggesellschaft wegen …
- OLG München, 28.11.2024 - 6 U 2305/24
Antragsgegner, Lebensmittelinformationsverordnung, Rechtsmißbrauch, Spürbarkeit, …
- OLG Hamburg, 31.08.2023 - 5 U 99/20
Wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsanspruch: Fehlende bzw. unzureichende …
- KG, 04.10.2022 - 5 U 1023/20
Prosta Pax - Unterlassung einer gesundheitsbezogenen Werbung für ein …
- LG Düsseldorf, 10.02.2023 - 38 O 59/22
- KG, 23.07.2024 - 5 U 78/22
Anforderungen an eine ausreichende Werbekennzeichnung bei einem E-Mail-Newsletter
- OLG Brandenburg, 13.08.2024 - 6 U 97/23
Verwirkung einer wirksam vereinbarten Vertragsstrafe; Rechtsmissbräuchliche …
- KG, 04.10.2022 - 5 U 1048/20
Ansprüche auf Unterlassung von unzulässiger Werbung für "Biform Pflanzliches …
- OLG Karlsruhe, 14.08.2024 - 6 U 200/23
Unterlassung der Veröffentlichung bestimmter Beiträge in sozialen Medien; Wertung …
- OLG München, 08.01.2026 - 6 U 2185/25
Dringlichkeitsvermutung, Marktbeobachtungspflicht, vorgeschobener Verband, …
- KG, 11.02.2025 - 5 U 115/22
Unterlassung der Werbung im geschäftlichen Verkehr gegenüber dem Verbraucher für …
- KG, 13.01.2025 - 5 U 115/23
Unterlassung der Werbung von Unterspritzungen mit Hyaluronsäure mit sog. …
- KG, 26.02.2025 - 5 U 15/23
Werbung per E-Mail ohne Einwilligung und bundesweiter Marktbezug bei …
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