Rechtsprechung
| BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18 |
Volltextveröffentlichungen (12)
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- bundesgerichtshof.de
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Deliktische Haftung des Geschäftsführers einer GmbH wegen Verletzung der Insolvenzantragspflicht
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§ 15a Abs 1 S 1 InsO, § 19 Abs 2 S 1 InsO, § 823 Abs 2 BGB
Deliktische Haftung des Geschäftsführers einer GmbH wegen Verletzung der Insolvenzantragspflicht - IWW
§ 239 Abs. 1 ZPO, § 145 Abs. 1 ZPO, § 15a InsO, § 823 Abs. 2 BGB, § 15a Abs. 1 Satz 1 InsO, § 19 InsO, § 19 Abs. 2 Satz 1 InsO, § 18 InsO, § 15a Abs. 1 InsO, § 17 InsO, § 563 Abs. 1 Satz 1 und 3 ZPO
- Wolters Kluwer
Vorliegen des objektiven und subjektiven Tatbestands einer Insolvenzverschleppung als Dauerdelikt zur Zeit des zum Schaden des "Neugläubigers" führenden Geschäftsabschlusses zwischen ihm und der Gesellschaft; Haftung des Geschäftsführers wegen der Verletzung seiner ...
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InsO § 135 Abs. 1 Nr. 2
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Vorliegen des objektiven und subjektiven Tatbestands einer Insolvenzverschleppung als Dauerdelikt zur Zeit des zum Schaden des "Neugläubigers" führenden Geschäftsabschlusses zwischen ihm und der Gesellschaft; Haftung des Geschäftsführers wegen der Verletzung seiner ...
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Kurzfassungen/Presse
- datenbank.nwb.de (Kurzinformation)
Zur Beendigung einer Insolvenzverschleppung
Verfahrensgang
- AG Bremerhaven, 01.06.2016 - 56 C 6/15
- LG Bremen, 20.12.2017 - 8 S 161/16
- BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Papierfundstellen
- NZI 2020, 167
Wird zitiert von ... (16) Zitiert selbst (15)
- BGH, 15.03.2011 - II ZR 204/09
Insolvenzverschleppung: Verjährung des Anspruchs auf Ersatz des …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Der objektive und subjektive Tatbestand einer Insolvenzverschleppung als Dauerdelikt muss zur Zeit des zum Schaden des "Neugläubigers" führenden Geschäftsabschlusses zwischen ihm und der Gesellschaft bzw. in der zum Schaden des Vertragspartners der Gesellschaft führenden Geschäftssituation noch vorliegen (BGH, Urteil vom 25. Juli 2005 - II ZR 390/03, BGHZ 164, 50, 56;… Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 234/05, BGHZ 171, 46 Rn. 10; Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 9).Für das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen der Insolvenzantragspflicht und damit auch für die Überschuldung der Gesellschaft sind die Kläger darlegungs- und beweisbelastet (vgl. BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN; Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 9).
Rn. 21 Die rechnerische Überschuldung ist grundsätzlich auf der Grundlageeiner Überschuldungsbilanz festzustellen, in der die stillen Reserven aufzudecken und Vermögenswerte der Gesellschaft mit ihren aktuellen Liquidationswerten auszuweisen sind (vgl. BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN;… Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11; Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33;… Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).
Eine rechnerische Überschuldung kann auch aus der Indizwirkung geschlossen werden, die einer Handelsbilanz zukommen kann, wenn sich aus ihr ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ergibt (BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN;… Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11; Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33;… Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).
Ist die Insolvenzreife für einen früheren Zeitpunkt bewiesen, so gilt nach der Rechtsprechung des Senats der Nachweis der im Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses noch andauernden Verletzung der Insolvenzantragspflicht jedenfalls bei relativ zeitnah erteilten Aufträgen als geführt, sofern der beklagte Geschäftsführer nicht seinerseits darlegt, dass im Zeitpunkt der Auftragserteilung die Überschuldung nachhaltig beseitigt und damit die Antragspflicht - wieder - entfallen war (vgl. BGH…, Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 15; Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 10).
Diesen zeitlichen Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof bei einem Zeitraum von neun Monaten bis zu einem Jahr zwischen der festgestellten Überschuldung und den nachfolgenden Geschäftsabschlüssen als gegeben angesehen (vgl. BGH…, Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 15; Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 10;… Urteil vom 19. Juni 2012 - II ZR 243/11, ZIP 2012, 1557 Rn. 19), so dass bei festgestellter Überschuldung in 2009 der Nachweis der Überschuldung der E. GmbH im Zeitpunkt der Begründung der Vertragsbeziehungen mit den Klägern im Februar und im Oktober 2010 als geführt angesehen werden könnte.
- BGH, 27.04.2009 - II ZR 253/07
Darlegungs- und Beweislast im Rahmen der Insolvenzverschleppungshaftung
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Für das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen der Insolvenzantragspflicht und damit auch für die Überschuldung der Gesellschaft sind die Kläger darlegungs- und beweisbelastet (vgl. BGH, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 9).Rn. 21 Die rechnerische Überschuldung ist grundsätzlich auf der Grundlageeiner Überschuldungsbilanz festzustellen, in der die stillen Reserven aufzudecken und Vermögenswerte der Gesellschaft mit ihren aktuellen Liquidationswerten auszuweisen sind (vgl. BGH, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN;… Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33;… Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).
Eine rechnerische Überschuldung kann auch aus der Indizwirkung geschlossen werden, die einer Handelsbilanz zukommen kann, wenn sich aus ihr ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ergibt (BGH, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN;… Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33;… Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).
- BGH, 12.03.2007 - II ZR 315/05
Umfang des Schadensersatzanspruchs wegen Konkursverschleppung
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Ist die Insolvenzreife für einen früheren Zeitpunkt bewiesen, so gilt nach der Rechtsprechung des Senats der Nachweis der im Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses noch andauernden Verletzung der Insolvenzantragspflicht jedenfalls bei relativ zeitnah erteilten Aufträgen als geführt, sofern der beklagte Geschäftsführer nicht seinerseits darlegt, dass im Zeitpunkt der Auftragserteilung die Überschuldung nachhaltig beseitigt und damit die Antragspflicht - wieder - entfallen war (vgl. BGH, Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 15;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 10).Diesen zeitlichen Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof bei einem Zeitraum von neun Monaten bis zu einem Jahr zwischen der festgestellten Überschuldung und den nachfolgenden Geschäftsabschlüssen als gegeben angesehen (vgl. BGH, Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 15;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 10;… Urteil vom 19. Juni 2012 - II ZR 243/11, ZIP 2012, 1557 Rn. 19), so dass bei festgestellter Überschuldung in 2009 der Nachweis der Überschuldung der E. GmbH im Zeitpunkt der Begründung der Vertragsbeziehungen mit den Klägern im Februar und im Oktober 2010 als geführt angesehen werden könnte.
- BGH, 24.09.2013 - II ZR 39/12
Stille Beteiligung an einer insolventen GmbH: Haftung des stillen Gesellschafters …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Rn. 21 Die rechnerische Überschuldung ist grundsätzlich auf der Grundlageeiner Überschuldungsbilanz festzustellen, in der die stillen Reserven aufzudecken und Vermögenswerte der Gesellschaft mit ihren aktuellen Liquidationswerten auszuweisen sind (vgl. BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN;… Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33; Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).Eine rechnerische Überschuldung kann auch aus der Indizwirkung geschlossen werden, die einer Handelsbilanz zukommen kann, wenn sich aus ihr ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ergibt (BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN;… Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33; Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).
- BGH, 26.04.2010 - II ZR 60/09
Haftung nach den Eigenkapitalersatzregeln: Kapitalhilfe eines Aktionärs zur …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Rn. 21 Die rechnerische Überschuldung ist grundsätzlich auf der Grundlageeiner Überschuldungsbilanz festzustellen, in der die stillen Reserven aufzudecken und Vermögenswerte der Gesellschaft mit ihren aktuellen Liquidationswerten auszuweisen sind (vgl. BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN; Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33;… Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).Eine rechnerische Überschuldung kann auch aus der Indizwirkung geschlossen werden, die einer Handelsbilanz zukommen kann, wenn sich aus ihr ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ergibt (BGH…, Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9 mwN; Beschluss vom 26. April 2010 - II ZR 60/09, ZIP 2010, 1443 Rn. 11;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33;… Urteil vom 24. September 2013 - II ZR 39/12, ZIP 2013, 2400 Rn. 28).
- BGH, 25.07.2005 - II ZR 390/03
Umfang der Schadensersatzpflicht des GmbH-Geschäftsführers wegen …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Der objektive und subjektive Tatbestand einer Insolvenzverschleppung als Dauerdelikt muss zur Zeit des zum Schaden des "Neugläubigers" führenden Geschäftsabschlusses zwischen ihm und der Gesellschaft bzw. in der zum Schaden des Vertragspartners der Gesellschaft führenden Geschäftssituation noch vorliegen (BGH, Urteil vom 25. Juli 2005 - II ZR 390/03, BGHZ 164, 50, 56;… Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 234/05, BGHZ 171, 46 Rn. 10;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 9). - BGH, 19.06.2012 - II ZR 243/11
Haftung des GmbH-Geschäftsführers: Pflicht zur laufenden Beobachtung der …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Diesen zeitlichen Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof bei einem Zeitraum von neun Monaten bis zu einem Jahr zwischen der festgestellten Überschuldung und den nachfolgenden Geschäftsabschlüssen als gegeben angesehen (vgl. BGH…, Urteil vom 12. März 2007 - II ZR 315/05, ZIP 2007, 1060 Rn. 15;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 10; Urteil vom 19. Juni 2012 - II ZR 243/11, ZIP 2012, 1557 Rn. 19), so dass bei festgestellter Überschuldung in 2009 der Nachweis der Überschuldung der E. GmbH im Zeitpunkt der Begründung der Vertragsbeziehungen mit den Klägern im Februar und im Oktober 2010 als geführt angesehen werden könnte. - BGH, 05.02.2007 - II ZR 234/05
Schadensersatzpflicht des Geschäftsführers einer GmbH wegen …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Der objektive und subjektive Tatbestand einer Insolvenzverschleppung als Dauerdelikt muss zur Zeit des zum Schaden des "Neugläubigers" führenden Geschäftsabschlusses zwischen ihm und der Gesellschaft bzw. in der zum Schaden des Vertragspartners der Gesellschaft führenden Geschäftssituation noch vorliegen (BGH, Urteil vom 25. Juli 2005 - II ZR 390/03, BGHZ 164, 50, 56; Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 234/05, BGHZ 171, 46 Rn. 10;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 9). - BGH, 08.01.2015 - IX ZR 198/13
Insolvenzanfechtung: Kenntnis von einem Gläubigerbenachteiligungsvorsatz bei …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Zudem legt die Behauptung, die Beklagten hätten die Geschäfte der E. GmbH in der Art eines Schneeballsystems geführt, drohende Zahlungsunfähigkeit nahe (vgl. BGH, Urteil vom 8. Januar 2015 - IX ZR 198/13, ZIP 2015, 279 Rn. 14). - BGH, 21.10.2014 - II ZR 113/13
Schutzgesetzverletzung durch Verletzung der Insolvenzantragspflicht: Haftung des …
Auszug aus BGH, 19.11.2019 - II ZR 53/18
Denn der seine Insolvenzantragspflicht verletzende Geschäftsführer hat einem vertraglichen Neugläubiger den Schaden zu ersetzen, der ihm dadurch entsteht, dass er infolge des Vertragsschlusses mit der insolvenzreifen Gesellschaft im Vertrauen auf deren Solvenz dieser noch Geld- oder Sachmittel als Vorleistungen zur Verfügung stellt und dadurch Kredit gewährt, ohne einen entsprechend werthaltigen Gegenanspruch oder eine entsprechende Gegenleistung zu erlangen, oder er infolge des Vertragsschlusses Aufwendungen erbracht hat (BGH, Urteil vom 21. Oktober 2014 - II ZR 113/13, ZIP 2015, 267 Rn. 13, 14 mwN). - BFH, 27.08.2008 - II R 23/06
Besteuerung der teils mit dem einen und teils mit dem anderen Ehegatten …
- BGH, 23.10.2018 - VIII ZR 156/16
Verfahrenstrennung im Revisionsverfahren gegen einfache Streitgenossen: Mögliche …
- BGH, 05.02.1965 - V ZB 12/64
Verfahrensunterbrechung nach Mandatsniederlegung
- BGH, 29.05.1951 - IV ZR 83/50
Unterbrechung des Verfahrens. Armenanwalt
- RG, 13.05.1909 - II 651/08
Tritt Unterbrechung des Verfahrens ein, wenn nach Einlegung der Revision der …
- BGH, 13.07.2021 - II ZR 84/20
Sammelklage-Inkasso nach Insolvenz von Air Berlin zulässig
Denn der seine Insolvenzantragspflicht verletzende Geschäftsführer hat einem vertraglichen Neugläubiger den Schaden zu ersetzen, der ihm dadurch entsteht, dass er infolge des Vertragsschlusses mit der insolvenzreifen Gesellschaft im Vertrauen auf deren Solvenz dieser noch Geld- oder Sachmittel als Vorleistungen zur Verfügung stellt und dadurch Kredit gewährt, ohne einen entsprechend werthaltigen Gegenanspruch oder eine entsprechende Gegenleistung zu erlangen, oder er infolge des Vertragsschlusses Aufwendungen erbracht hat (BGH…, Urteil vom 21. Oktober 2014 - II ZR 113/13, ZIP 2015, 267 Rn. 13, 14 mwN; Urteil vom 19. November 2019 - II ZR 53/18, ZInsO 2020, 373 Rn. 15). - BGH, 23.07.2024 - II ZR 206/22
Teilaufnahme eines durch die Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens …
Rn. 58 Das Berufungsgericht hat ohne Rechtsfehler angenommen, dass die Klägerin eine rechnerische Überschuldung der jeweiligen Vertriebsgesellschaft im Zeitpunkt ihrer Vertragsschlüsse durch Vorlage und Auswertung der von ihr bereits in erster Instanz eingereichten PwC-Gutachten vom 12. September 2018 (Anlage K 19), nach denen die P. Gruppe (P. Vertriebsgesellschaften und P. AG) seit dem 1. Januar 2011 überschuldet war, schlüssig dargelegt (vgl. nur BGH…, Urteil vom 16. März 2009 - II ZR 280/07, ZIP 2009, 860 Rn. 10;… Urteil vom 27. April 2009 - II ZR 253/07, ZIP 2009, 1220 Rn. 9;… Urteil vom 15. März 2011- II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 33;… Beschluss vom 31. Mai 2011- II ZR 106/10, ZIP 2011, 1410 Rn. 4; Urteil vom 19. November 2019- II ZR 53/18, NZI 2020, 167 Rn. 21) und die Beklagte diese nicht erheblich bestritten hat.Rn. 87 (d) Nichts anderes folgt aus der von der Beklagten angeführten ständigen Rechtsprechung des Senats, nach der der objektive und subjektive Tatbestand einer Insolvenzverschleppung als Dauerdelikt zur Zeit des zum Schaden des "Neugläubigers" führenden Geschäftsabschlusses zwischen ihm und der Gesellschaft bzw. in der zum Schaden des Vertragspartners der Gesellschaft führenden Geschäftssituation noch vorliegen muss, um einen Schadensersatzanspruch des Neugläubigers zu begründen (vgl. BGH, Urteil vom 25. Juli 2005 - II ZR 390/03, BGHZ 164, 50, 56;… Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 234/05, BGHZ 171, 46 Rn. 8, 10;… Urteil vom 15. März 2011 - II ZR 204/09, ZIP 2011, 1007 Rn. 9; Urteil vom 19. November 2019 - II ZR 53/18, NZI 2020, 167 Rn. 17).
- OLG Karlsruhe, 09.09.2020 - 6 U 109/19
Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung der Insolvenzantragspflicht
Rn. 27 1. Grundlage des Anspruchs ist § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. dem Schutzgesetz der Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO (vgl. nur BGH, NZI 2020, 167 Rn. 15 mwN; BGHZ 126, 181 mwN [zu § 64 GmbHG aF]).Insoweit muss der objektive und subjektive Tatbestand einer Insolvenzverschleppung als Dauerdelikt in der zum Schaden des Vertragspartners der Gesellschaft führenden Geschäftssituation noch vorliegen (…BGHZ 171, 46 Rn. 10; BGH, NZI 2020, 167 Rn. 17, jeweils mwN).
Diesen zeitlichen Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof für einen Zeitraum von neun Monaten bis zu einem Jahr seit der festgestellten Insolvenzreife als gegeben angesehen (vgl. BGH, NZI 2020, 167 Rn. 24 mwN).
- OLG Düsseldorf, 16.04.2026 - 12 U 25/25 Rn. 36 a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urt. v. 19.11.2019 - II ZR 53/18, Rn. 21;… Urt. v. 24.09.2013 - II ZR 39/12, Rn. 28; Born, WM-Beilage II 2023, Rn. 160;… MHdB GesR VII/Born, 6. Aufl. 2020, § 109 Rn. 59) ist die rechnerische Überschuldung auf der Grundlage einer Überschuldungsbilanz festzustellen, in der die stillen Reserven aufzudecken und Vermögenswerte der Gesellschaft mit ihren aktuellen Liquidationswerten auszuweisen sind.
Allerdings kommt der Handelsbilanz indizielle Bedeutung für die Frage zu, ob die Gesellschaft insolvenzrechtlich überschuldet ist. Danach kann der Anspruchsteller seiner Darlegungslast genügen, wenn er eine Handelsbilanz vorlegt, aus der sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ergibt, und er nach entsprechender Überprüfung erläutert, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang stille Reserven oder sonstige aus der Bilanz nicht ersichtliche Vermögenswerte vorhanden sind (…BGH, Urt. v. 03.03.2022 - IX ZR 53/19, Rn. 26; Urt. v. 19.11.2019, aaO, Rn. 18;… Urt. v. 15.03.2011 - II ZR 204/09, Rn. 33;… Urt. v. 27.04.2009 - II ZR 253/07, Rn. 9).
Rn. 38 b) Kann der Kläger sich damit auf die Handelsbilanz für 2017 als Indiz für die Überschuldung der Schuldnerin berufen, ist es Sache des beklagten Geschäftsführers, im Rahmen seiner sekundären Darlegungslast im Einzelnen vorzutragen, welche stillen Reserven oder sonstigen für eine Überschuldungsbilanz maßgeblichen Werte in der Handelsbilanz nicht abgebildet sind (…BGH, Urt. v. 03.03.2022, aaO; Urt. v. 19.11.2019, aaO, Rn. 18;… Urt. v. 27.04.2009, aaO; BeckOGK/Fleischer, AktG, 01.10.2025, § 92 Rn. 31;… Born, WM-Beilage II, aaO, Rn. 164 mwN).
Der in Anspruch genommene Geschäftsführer hat vielmehr substantiiert zu stillen Reserven oder sonstigen in der Handelsbilanz nicht abgebildeten Werten vorzutragen (BGH, Urt. 19.11.2019, aaO, Rn. 18;… Born, aaO, Rn. 164 mwN).
Dabei erfolgt die Bewertung der Aktiva - wenn sich wie hier eine Fortführungsprognose nicht feststellen lässt - stets zu Liquidationswerten, also mit dem Wert, der sich bei Zerschlagung des Unternehmens bei einer Einzelveräußerung jedes Gegenstands erzielen ließe (BGH, Urt. v. 19.11.2019, aaO, Rn. 21;… MHdB GesR VII/Born, aaO, § 109 Rn. 45;… Uhlenbruck/Mock, aaO, § 19 Rn. 130;… Henssler/Strohn/Arnold, aaO).
- OLG Düsseldorf, 04.05.2026 - 12 U 42/25 Rn. 52 (aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urt. v. 19.11.2019 - II ZR 53/18, Rn. 21;… Urt. v. 24.09.2013 - II ZR 39/12, Rn. 28; Born, WM-Beilage II 2023, Rn. 160;… MHdB GesR VII/Born, aaO, Rn. 59) ist zwar die rechnerische Überschuldung auf der Grundlage einer Überschuldungsbilanz festzustellen, in der die stillen Reserven aufzudecken und Vermögenswerte der Gesellschaft mit ihren aktuellen Liquidationswerten auszuweisen sind.
Danach kann der Anspruchsteller seiner Darlegungslast genügen, wenn er eine Handelsbilanz vorlegt, aus der sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ergibt, und er nach entsprechender Überprüfung erläutert, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang stille Reserven oder sonstige aus der Bilanz nicht ersichtliche Vermögenswerte vorhanden sind (…BGH, Urt. v. 03.03.2022 - IX ZR 53/19, Rn. 26; Urt. v. 19.11.2019, aaO, Rn. 18;… Urt. v. 15.03.2011 - II ZR 204/09, Rn. 33;… Urt. v. 27.04.2009 - II ZR 253/07, Rn. 9).
Rn. 54 In diesem Fall ist es dann Sache der Beklagten, im Rahmen ihrer sekundären Darlegungslast im Einzelnen vorzutragen, welche stillen Reserven oder sonstigen für eine Überschuldungsbilanz maßgeblichen Werte in der Handelsbilanz nicht abgebildet sind (…BGH, Urt. v. 03.03.2022, aaO; Urt. v. 19.11.2019, aaO, Rn. 18;… Urt. v. 27.04.2009, aaO; BeckOGK/Fleischer, AktG, 01.10.2025, § 92 Rn. 31;… Born, WM-Beilage II 2023, Rn. 164 mwN).
- OLG Hamm, 15.07.2026 - 8 U 57/25
Überschuldung; Eventualverbindlichkeit; Passivierung; Untreue
Rn. 88 Für das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen der Insolvenzantragspflicht und damit auch für die Überschuldung der Gesellschaft ist der Kläger darlegungs- und beweisbelastet (vgl. BGH, Urteil vom 19.11.2019, II ZR 53/18, juris Rn. 20).Eine in der Handelsbilanz ausgewiesene (bilanzielle) Überschuldung (nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbedarf) hat für die insolvenzrechtliche Beurteilung deshalb lediglich indizielle Bedeutung; insoweit kann die Handelsbilanz den Ausgangspunkt der rechnerischen Überschuldungsprüfung bilden (…vgl. Kleindiek, in: Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 20. Aufl., Anhang zu § 64 GmbHG Rn. 30, 37 und 21. Aufl., § 15a InsO Rn. 43; BGH…, Urteil vom 27.04.2009, II ZR 253/07, juris Rn. 9; Urteil vom 19.11.2019, II ZR 53/18, juris Rn. 21).
- OLG Hamm, 17.06.2026 - 8 U 3/25
Einfache Streitgenossenschaft zweier im selben Prozess auf Erstattung von …
Rn. 124 Für das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen der Insolvenzantragspflicht und damit auch für die Überschuldung der Gesellschaft ist der Kläger darlegungs- und beweisbelastet (BGH, Urteil vom 19.11.2019, II ZR 53/18, juris Rn. 20).Rn. 125 Eine in der Handelsbilanz ausgewiesene (bilanzielle) Überschuldung (nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbedarf) hat für die insolvenzrechtliche Beurteilung deshalb lediglich indizielle Bedeutung; insoweit kann die Handelsbilanz den Ausgangspunkt der rechnerischen Überschuldungsprüfung bilden (…Kleindiek, in: Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 20. Aufl., Anhang zu § 64 GmbHG Rn. 30, 37 und 21. Aufl., § 15a InsO Rn. 43; BGH…, Urteil vom 27.04.2009, II ZR 253/07, juris Rn. 9; Urteil vom 19.11.2019, II ZR 53/18, juris Rn. 21).
- OLG Hamm, 25.01.2023 - 8 U 153/21
Rückerstattung von "verbotenen" Zahlungen durch den Geschäftsführer einer …
Eine in der Handelsbilanz ausgewiesene (bilanzielle) Überschuldung (nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbedarf) hat für die insolvenzrechtliche Beurteilung deshalb lediglich indizielle Bedeutung; insoweit kann die Handelsbilanz den Ausgangspunkt der rechnerischen Überschuldungsprüfung bilden (…Kleindiek in: Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 20. Aufl., Anhang zu § 64 GmbHG Rn. 30, 37; BGH…, Urteil vom 27.04.2009, II ZR 253/07, juris, Rn. 9; Urteil vom 19.11.2019, II ZR 53/18, juris, Rn. 21).Rn. 82 (2.2) Für das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen der Insolvenzantragspflicht und damit auch für die Überschuldung der Gesellschaft ist der Kläger darlegungs- und beweisbelastet (BGH, Urteil vom 19.11.2019, II ZR 53/18, juris, Rn. 20).
- BGH, 28.04.2026 - II ZR 40/25
Erfolgreiche Nichtzulassungsbeschwerde bzgl. Schadensersatzanspruch des …
Rn. 17 Das Berufungsgericht ist davon ausgegangen, dass für den nach der Rechtsprechung des Senats zur Feststellung der Überschuldung gemäß § 19 Abs. 2 InsO aF (i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Stabilisierung des Finanzmarktes vom 17. Oktober 2008, BGBl. I, 1982) bei fehlender positiver Fortführungsprognose maßgeblichen Liquidationswert (vgl. BGH, Beschluss vom 9. Oktober 2006 - II ZR 303/05, NZI 2007, 44;… Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, NZG 2010, 1393 Rn. 11; siehe auch Urteil vom 19. November 2019 - II ZR 53/18, NZI 2020, 167 Rn. 21 mwN) auf den in einer planvollen außerinsolvenzlichen Auflösung der Gesellschaft erzielbaren Erlös und nicht auf Zerschlagungswerte abzustellen ist, die bei einer Verwertung unter Zeitdruck und hoher Zerlegungsintensität zu erzielen wären (…vgl. MünchKommInsO/Schüler, 5. Aufl., § 19 Rn. 116;… Uhlenbruck/Mock, InsO, 16. Aufl., § 19 Rn. 131;… Haas in Noack/Servatius/Haas, GmbHG, 24. Aufl., § 19 InsO Rn. 51;… Laroche in Kayser/Thole, InsO, 11. Aufl., § 19 Rn. 13;… Schäfer, Der Eröffnungsgrund der Überschuldung, 2012, S. 190 ff.). - OLG Düsseldorf, 04.11.2022 - 12 U 24/21
Ansprüche aus Geschäftsführerhaftung Inanspruchnahme früherer Geschäftsführer …
Die rechnerische Überschuldung ist grundsätzlich auf der Grundlage einer Überschuldungsbilanz festzustellen, in der die stillen Reserven aufzudecken und Vermögenswerte der Gesellschaft mit ihren aktuellen Liquidationswerten auszuweisen sind (BGH, Urt. v. 19.11.2019 - II ZR 53/18, Rn. 21, juris).Die Handelsbilanz hat bei der Feststellung der rechnerischen Überschuldung eine indizielle Bedeutung, wenn sich aus ihr ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ergibt (…MüKoInsO/Drukarczyk/Schüler, 4. Aufl. 2019, § 19 Rn. 114 m.w.N.; BGH, Urt. v. 19.11.2019 - II ZR 53/18, Rn. 21).
- BGH, 08.07.2025 - II ZR 165/23
- OLG Düsseldorf, 28.10.2024 - 12 U 4/24
Feststellung der rechnerischen Überschuldung grundsätzlich auf der Grundlage …
- OLG Schleswig, 12.05.2021 - 9 U 72/20
Haftung eines Vorstandsmitglieds bei Zahlungen nach Insolvenzreife
- OLG Frankfurt, 12.12.2023 - 5 U 207/21
Zur international-privatrechtlichen Qualifikation der Vorstandshaftung nach §§ 92 …
- FG München, 03.03.2026 - 5 K 1704/24
Voraussetzungen für den Erlass und die Erhebung von Säumniszuschlägen aus …
- KG, 01.07.2024 - 12 U 58/23
Schadenersatzansprüche wegen Verletzung der Pflichten als Aufsichtsrat einer …
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