Rechtsprechung
| BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23 |
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Wahlleistungsvereinbarung, Wahlarzt, Liquidationsrecht, totaler Krankenhausaufnahmevertrag
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Voraussetzungen der Abrechnung wahlärztlicher Leistungen durch den Krankenhausträger - Wahlleistungsvereinbarung, Wahlarzt, Liquidationsrecht, totaler Krankenhausaufnahmevertrag
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Wahlleistungsvereinbarung, Wahlarzt, Liquidationsrecht, totaler Krankenhausaufnahmevertrag
§ 134 BGB, § 307 Abs 1 S 2 BGB, § 307 Abs 3 S 1 BGB, § 612 Abs 2 BGB, § 630a Abs 1 BGB
Voraussetzungen der Abrechnung wahlärztlicher Leistungen durch den Krankenhausträger - Wahlleistungsvereinbarung, Wahlarzt, Liquidationsrecht, totaler Krankenhausaufnahmevertrag - IWW
§ 17 Abs. 3 KHEntgG, §§ ... 611, 630a BGB, § 1 Abs. 1, § 2 Abs. 1 Satz 1, § 17 Abs. 2, 3 KHEntgG, § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG, 612, 630a Abs. 1 BGB, § 612 Abs. 2 BGB, § 2 Abs. 1, § 17 Abs. 3 Satz 7 KHEntgG, §§ 307 ff BGB, § 308 Nr. 4 BGB, § 630a Abs. 1, § 2 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 KHEntgG, § 2 Abs. 2 KHEntgG, § 17 KHEntgG, § 17 Abs. 1 bis 3 KHEntgG, §§ 630b, 612 Abs. 2 BGB, § 17 Abs. 1 Satz 1 KHEntgG, § 630a Abs. 1 BGB, § 134 BGB, § 17 Abs. 2 KHEntgG, § 328 BGB, §§ 7 f KHEntgG, §§ 1, 4, 6a GOÄ, 7 GOZ, § 17 Abs. 3 Satz 2 KHEntgG, § 6 Abs. 3 Satz 2 BPflV, § 18 Abs. 6 Satz 2 BPflV, § 17 Abs. 3 Satz 1, 2. Halbsatz KHEntgG, § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB, § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB, § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 306 Abs. 1 BGB, § 307 Abs. 3 Satz 2, Abs. 1 Satz 2 BGB, § 4 Abs. 2 Satz 2 und 3 GOÄ, § 17 Abs. 2 Satz 1, Halbsatz 2 KHEntgG, § 563 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 ZPO
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Wahlleistungsvereinbarung, Wahlarzt, Liquidationsrecht, totaler Krankenhausaufnahmevertrag
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Kurzfassungen/Presse
- bld.de (Leitsatz/Kurzinformation)
Liquidationsrecht bei totalem Krankenhausaufnahmevertrag
Verfahrensgang
- AG Bremen, 21.12.2021 - 6 C 32/19
- LG Bremen, 18.10.2023 - 1 S 27/22
- BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Papierfundstellen
- BGHZ 243, 264
- NJW 2025, 1400
- MDR 2025, 782
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (28)
- BGH, 10.01.2019 - III ZR 325/17
Wahlleistungsvereinbarung mit Honorararzt: Abschließende Festlegung des Kreises …
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Die "Wahlleistung Arzt" hat zum Gegenstand, dass dem Patienten - gegen Zahlung eines zusätzlichen Honorars - die Behandlung durch bestimmte leitende oder besonders qualifizierte Ärzte in jedem Fall zuteil wird, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen notwendig oder zweckmäßig ist (…Senat, Urteile vom 16. Oktober 2014 - III ZR 85/14, BGHZ 202, 365 Rn. 16 und vom 10. Januar 2019 - III ZR 325/17, NJW 2019, 1519 Rn. 15; jew. mwN).Eine Vereinbarung über Art und Umfang der vom Krankenhausträger zu erbringenden Leistungen sowie die vom Patienten hierfür zu zahlende Vergütung ist danach grundsätzlich wirksam, sofern sie nicht gegen preisrechtliche Vorgaben oder andere gesetzliche Verbote im Sinne von § 134 BGB verstößt (vgl. Senat, Urteil vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 19 ffzum Ausschluss der Abrechnung wahlärztlicher Leistungen durch Honorarärzte; BGH, Urteile vom 8. März 1967 - VIII ZR 214/65, NJW 1967, 1318, 1320 …und vom 19. Januar 2011 - IV ZR 7/10, BGHZ 188, 96 Rn. 18).
Rn. 22 Aus den von der Revision in Bezug genommenen Senatsentscheidungen zur Auslegung von § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG (…Urteile vom 19. April 2018 - III ZR 255/17, NJW 2018, 2117 Rn. 24 und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 17 ff) folgt nichts anderes.
Wie der Senat entschieden hat, legt die Vorschrift, nach deren eindeutigem Wortlaut sich eine Wahlleistungsvereinbarung auf angestellte oder beamtete Krankenhausärzte erstreckt, "den Kreis der liquidationsberechtigten Wahlärzte" - entgegen der Ansicht der Revision nicht: "den Kreis der Liquidationsberechtigten" - abschließend fest und schließt damit die Abrechnung wahlärztlicher Leistungen durch Honorarärzte aus (…vgl. Senat, Urteile vom 19. April 2018 aaO Rn. 22 ff und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 19, 21, 26).
Dem Patienten geht es bei der Inanspruchnahme wahlärztlicher Leistungen aber in erster Linie darum, sich über den Facharztstandard hinaus, der bei der Erbringung allgemeiner Krankenhausleistungen ohnehin geschuldet ist, die Leistungen hochqualifizierter Spezialisten des Krankenhauses gegen ein zusätzliches Entgelt "hinzuzukaufen" (vgl. Senat, Urteil vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 30 mwN).
Ein "besonderes Bemühen" des Wahlarztes in Bezug auf eine persönliche Behandlung des Patienten ist indessen nicht Gegenstand der Wahlleistung (…vgl. Senat, Urteile vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16 und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 15; jew. mwN) und schon deshalb nicht vom Schutzzweck der diesbezüglichen preisrechtlichen Vorgaben erfasst.
Rn. 31 Nach § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG können Wahlärzte nur angestellte oder beamtete Ärzte des Krankenhauses sein (vgl. Senat, Urteil vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 25 ff mwN).
Ein zusätzliches Entgelt aufgrund wahlärztlicher Leistungen ist erst gerechtfertigt, wenn der behandelnde Wahlarzt über eine herausgehobene Qualifikation verfügt (vgl. Senat, Urteil vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 30 mwN).
Andere Ärzte werden damit von der Wahlarztkette ausgeschlossen (vgl. Senat, Urteil vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 25 ff mwN).
Wie der Senat bereits wiederholt entschieden hat, kommen als Wahlärzte bestimmte "leitende oder besonders qualifizierte Ärzte" in Betracht (…Senat, Urteile vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 20 und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 15;… vgl. auch Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO …und vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16).
Besondere Erfahrungen und die herausgehobene Kompetenz eines Arztes können zwar "(auch)" darin zum Ausdruck kommen, dass der Arzt in dem Krankenhaus eine leitende Position innehat (…Senat, Urteile vom 19. April 2018 aaO Rn. 25 und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 30).
- BGH, 14.01.2016 - III ZR 107/15
Abrechnung ärztlicher Wahlleistungen während eines Krankenhausaufenthalts: …
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Der Krankenhausträger kann mit dem Patienten neben allgemeinen Krankenhausleistungen wirksam vereinbaren, dass er wahlärztliche Leistungen durch angestellte oder beamtete Ärzte des Krankenhauses erbringt, ohne dass es insoweit eines Zusatzvertrags zwischen dem Patienten und dem betreffenden Arzt bedarf (sogenannter totaler Krankenhausaufnahmevertrag; Anschluss an Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 - III ZR 169/97, BGHZ 138, 91 und vom 14. Januar 2016 - III ZR 107/15, NJW 2016, 3027).Aus Sicht des Patienten kommen als typische Gestaltungsformen neben dem "gespaltenen Arzt-Krankenhaus-Vertrag" (siehe dazu Senat, Urteil vom 14. Januar 2016 - III ZR 107/15, NJW 2016, 3027 Rn. 23) insbesondere der "totale Krankenhausvertrag mit Arztzusatzvertrag" sowie der "totale Krankenhausaufnahmevertrag" in Betracht (…vgl. Senat aaO Rn. 21 ff).
Rn. 19 bb) Alternativ können Patient und Krankenhausträger aber auch vereinbaren, dass der Krankenhausträger zur Erbringung aller für die stationäre Behandlung erforderlichen Leistungen einschließlich der gesamten wahlärztlichen Versorgung verpflichtet ist, ohne dass der Patient zusätzlich einen weiteren Vertrag über die wahlärztlichen Leistungen mit dem behandelnden Arzt schließt (sogenannter totaler Krankenhausaufnahmevertrag, vgl. Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 - III ZR 169/97, BGHZ 138, 91, 96, vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 22 mwN …und vom 13. Juni 2024 - III ZR 279/23, NJW 2024, 3517 Rn. 20; BGH, Urteil vom 18. Juni 1985 - VI ZR 234/83, BGHZ 95, 63, 67 ff).
Als alleinigem Schuldner des Patienten für die versprochenen wahlärztlichen Leistungen (vgl. BGH, Urteile vom 22. Dezember 1992 - VI ZR 341/91, BGHZ 121, 107, 111 f und vom 18. Juni 1985 - VI ZR 234/83, BGHZ 95, 63, 67 ff) steht dem Krankenhausträger dann insoweit ein eigener Vergütungsanspruch gegen den Patienten zu (vgl. Senat, Urteil vom 14. Januar 2016 aaO).
Der Senat hat insoweit vielmehr entschieden, dass der Abschluss eines Zusatzvertrags mit dem Arzt lediglich die "konstruktive", die finanziellen Interessen des Patienten nicht berührende Folge hat, dass "der liquidationsberechtigte Arzt" die gesonderte Berechnung der wahlärztlichen Wahlleistung (auch) aus originär eigenem Recht und nicht nur aus § 328 BGB als begünstigter Dritter des Krankenhausvertrags oder als Abtretungsempfänger des Krankenhauses vornimmt (…Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO und vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 24).
Dies gilt erst recht mit Blick auf die zwischenzeitliche Verbreitung des sogenannten Beteiligungsmodells, bei dem der Krankenhausträger sich das Liquidationsrecht in Bezug auf wahlärztliche Leistungen vorbehält und dem angestellten Arzt, der als Teil seiner Dienstverpflichtung diese Leistungen zu erbringen hat, anstelle eines eigenen Liquidationsrechts eine Beteiligungsvergütung einräumt (vgl. Senat, Urteil vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 35).
Für diese Ärzte bestand insoweit überhaupt keine Veranlassung zum Abschluss eines Arztzusatzvertrags (vgl. Senat, Urteil vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 28).
Wie der Senat bereits wiederholt entschieden hat, kommen als Wahlärzte bestimmte "leitende oder besonders qualifizierte Ärzte" in Betracht (Senat, Urteile vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 20 …und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 15;… vgl. auch Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO …und vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16).
- BGH, 19.04.2018 - III ZR 255/17
Allgemeine Geschäftsbedingungen: Auslegung einer Wahlleistungsvereinbarung mit …
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Rn. 22 Aus den von der Revision in Bezug genommenen Senatsentscheidungen zur Auslegung von § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG (Urteile vom 19. April 2018 - III ZR 255/17, NJW 2018, 2117 Rn. 24 …und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 17 ff) folgt nichts anderes.Wie der Senat entschieden hat, legt die Vorschrift, nach deren eindeutigem Wortlaut sich eine Wahlleistungsvereinbarung auf angestellte oder beamtete Krankenhausärzte erstreckt, "den Kreis der liquidationsberechtigten Wahlärzte" - entgegen der Ansicht der Revision nicht: "den Kreis der Liquidationsberechtigten" - abschließend fest und schließt damit die Abrechnung wahlärztlicher Leistungen durch Honorarärzte aus (vgl. Senat, Urteile vom 19. April 2018 aaO Rn. 22 ff …und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 19, 21, 26).
Rn. 29 (2) Soweit mit der Regelung in § 17 Abs. 3 Satz 1 KHEntgG darüber hinaus zum Ausdruck kommt, dass zur Vermeidung abrechnungstechnischer Schwierigkeiten wahlärztliche Leistungen als Einheit angeboten und erbracht werden, beziehungsweise ermöglicht werden soll, dass auch nachgeordnete Ärzte an den Einnahmen aus der Privatliquidation beteiligt werden (…vgl. BVerfG, NZS 2015, 502 Rn. 24; Senat, Urteil vom 19. April 2018 - III ZR 255/17, NJW 2018, 2117 Rn. 25), ist unerheblich, durch wen die Abrechnung der wahlärztlichen Leistungen erfolgt (vgl. Wölk, ZMGR 2024, 225, 232).
Bei der Erbringung allgemeiner Krankenhausleistungen ist der Facharztstandard ohnehin geschuldet (Senat, Urteil vom 19. April 2018 aaO Rn. 25) und dementsprechend nach §§ 7 f KHEntgG abzurechnen.
Besondere Erfahrungen und die herausgehobene Kompetenz eines Arztes können zwar "(auch)" darin zum Ausdruck kommen, dass der Arzt in dem Krankenhaus eine leitende Position innehat (Senat, Urteile vom 19. April 2018 aaO Rn. 25 …und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 30).
- BGH, 19.02.1998 - III ZR 169/97
Rechtsfolgen der Unwirksamkeit einer Vereinbarung über wahlärztliche Leistungen …
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Der Krankenhausträger kann mit dem Patienten neben allgemeinen Krankenhausleistungen wirksam vereinbaren, dass er wahlärztliche Leistungen durch angestellte oder beamtete Ärzte des Krankenhauses erbringt, ohne dass es insoweit eines Zusatzvertrags zwischen dem Patienten und dem betreffenden Arzt bedarf (sogenannter totaler Krankenhausaufnahmevertrag; Anschluss an Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 - III ZR 169/97, BGHZ 138, 91 und vom 14. Januar 2016 - III ZR 107/15, NJW 2016, 3027).Rn. 19 bb) Alternativ können Patient und Krankenhausträger aber auch vereinbaren, dass der Krankenhausträger zur Erbringung aller für die stationäre Behandlung erforderlichen Leistungen einschließlich der gesamten wahlärztlichen Versorgung verpflichtet ist, ohne dass der Patient zusätzlich einen weiteren Vertrag über die wahlärztlichen Leistungen mit dem behandelnden Arzt schließt (sogenannter totaler Krankenhausaufnahmevertrag, vgl. Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 - III ZR 169/97, BGHZ 138, 91, 96…, vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 22 mwN …und vom 13. Juni 2024 - III ZR 279/23, NJW 2024, 3517 Rn. 20; BGH, Urteil vom 18. Juni 1985 - VI ZR 234/83, BGHZ 95, 63, 67 ff).
Der Senat hat insoweit vielmehr entschieden, dass der Abschluss eines Zusatzvertrags mit dem Arzt lediglich die "konstruktive", die finanziellen Interessen des Patienten nicht berührende Folge hat, dass "der liquidationsberechtigte Arzt" die gesonderte Berechnung der wahlärztlichen Wahlleistung (auch) aus originär eigenem Recht und nicht nur aus § 328 BGB als begünstigter Dritter des Krankenhausvertrags oder als Abtretungsempfänger des Krankenhauses vornimmt (Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO …und vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 24).
Dem Patienten, der ärztliche Wahlleistungen in Anspruch nimmt, geht es dabei neben einer besonderen Qualifikation auch um die persönliche Zuwendung und die Erfahrung des vom ihm gewählten Arztes (vgl. Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO S. 96und vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16).
Wie der Senat bereits wiederholt entschieden hat, kommen als Wahlärzte bestimmte "leitende oder besonders qualifizierte Ärzte" in Betracht (…Senat, Urteile vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 20 …und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 15; vgl. auch Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO …und vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16).
- BGH, 20.12.2007 - III ZR 144/07
Zur Zulässigkeit der Vertretung bei sogenannter Chefarztbehandlung
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Eine Begrenzung auf nur einen ärztlichen Vertreter lasse sich weder der Gebührenordnung für Ärzte noch der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Senat, Urteil vom 20. Dezember 2007 - III ZR 144/07) entnehmen.Daraus folgt aber "nur", dass ein Wahlarzt die seine Disziplin prägende Kernleistung lediglich unter engen Voraussetzungen auf einen Stellvertreter übertragen darf (vgl. Senat, Urteil vom 20. Dezember 2007 - III ZR 144/07, BGHZ 175, 76 Rn. 7 ff und vom 13. März 2025 - III ZR 40/24, zur Veröffentlichung bestimmt).
Zudem bliebe gemäß § 306 Abs. 1 BGB bei einer Unwirksamkeit der Vertretungsklauseln die Wahlleistungsvereinbarung im Übrigen wirksam (vgl. Senat, Urteil vom 20. Dezember 2007 aaO Rn. 9 ff; ebenso LG Frankenthal…, Urteil vom 6. Februar 2019 - 2 S 168/18, juris Rn. 4; LG München I, MedR 2012, 49, 50;… Christensen in Ulmer/Brandner/Hensen aaO;… Staudinger/Gutmann, BGB, Neubearbeitung 2022, Anh zu §§ 305-310 Rn. D77; aA OLG Köln…, Urteil vom 29. September 2020 - 9 U 32/19, juris Rn. 37 unter Hinweis auf Göbel in Bach/Moser, Private Krankenversicherung, 6. Aufl. 2023, Anh. § 1 MB/KK Rn. 289).
Ohne wirksame Vertreterregelung verbleibt es bei der Pflicht des Wahlarztes, abgesehen von der Delegation nachgeordneter Aufgaben, seine Leistungen höchstpersönlich zu erbringen (vgl. Senat, Urteil vom 20. Dezember 2007 aaO Rn. 8;… Spickhoff/Spickhoff aaO § 4 GOÄ Rn. 16).
- BGH, 16.10.2014 - III ZR 85/14
Keine Liquidation wahlärztlicher Leistungen durch im Krankenhaus nicht fest …
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Die "Wahlleistung Arzt" hat zum Gegenstand, dass dem Patienten - gegen Zahlung eines zusätzlichen Honorars - die Behandlung durch bestimmte leitende oder besonders qualifizierte Ärzte in jedem Fall zuteil wird, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen notwendig oder zweckmäßig ist (Senat, Urteile vom 16. Oktober 2014 - III ZR 85/14, BGHZ 202, 365 Rn. 16 …und vom 10. Januar 2019 - III ZR 325/17, NJW 2019, 1519 Rn. 15; jew. mwN).Dem Patienten, der ärztliche Wahlleistungen in Anspruch nimmt, geht es dabei neben einer besonderen Qualifikation auch um die persönliche Zuwendung und die Erfahrung des vom ihm gewählten Arztes (vgl. Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO S. 96und vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16).
Ein "besonderes Bemühen" des Wahlarztes in Bezug auf eine persönliche Behandlung des Patienten ist indessen nicht Gegenstand der Wahlleistung (vgl. Senat, Urteile vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16 …und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 15; jew. mwN) und schon deshalb nicht vom Schutzzweck der diesbezüglichen preisrechtlichen Vorgaben erfasst.
Wie der Senat bereits wiederholt entschieden hat, kommen als Wahlärzte bestimmte "leitende oder besonders qualifizierte Ärzte" in Betracht (…Senat, Urteile vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 20 …und vom 10. Januar 2019 aaO Rn. 15;… vgl. auch Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 aaO und vom 16. Oktober 2014 aaO Rn. 16).
- BGH, 18.06.1985 - VI ZR 234/83
Klinikhaftung bei Chefarztvertrag -Unterversorgung der Anästhesie
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Rn. 19 bb) Alternativ können Patient und Krankenhausträger aber auch vereinbaren, dass der Krankenhausträger zur Erbringung aller für die stationäre Behandlung erforderlichen Leistungen einschließlich der gesamten wahlärztlichen Versorgung verpflichtet ist, ohne dass der Patient zusätzlich einen weiteren Vertrag über die wahlärztlichen Leistungen mit dem behandelnden Arzt schließt (sogenannter totaler Krankenhausaufnahmevertrag, vgl. Senat, Urteile vom 19. Februar 1998 - III ZR 169/97, BGHZ 138, 91, 96…, vom 14. Januar 2016 aaO Rn. 22 mwN …und vom 13. Juni 2024 - III ZR 279/23, NJW 2024, 3517 Rn. 20; BGH, Urteil vom 18. Juni 1985 - VI ZR 234/83, BGHZ 95, 63, 67 ff).Als alleinigem Schuldner des Patienten für die versprochenen wahlärztlichen Leistungen (vgl. BGH, Urteile vom 22. Dezember 1992 - VI ZR 341/91, BGHZ 121, 107, 111 f und vom 18. Juni 1985 - VI ZR 234/83, BGHZ 95, 63, 67 ff) steht dem Krankenhausträger dann insoweit ein eigener Vergütungsanspruch gegen den Patienten zu (vgl. Senat…, Urteil vom 14. Januar 2016 aaO).
- BGH, 18.02.2016 - III ZR 126/15
Regelungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Kinderkrippenbetreibers …
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Dies ergibt sich schon daraus, dass die Regelungen zur Vertretung gestrichen werden könnten, ohne dass der Sinn der Wahlärzteliste darunter leidet (sogenannter blue-pencil-test; vgl. Senat, Urteil vom 18. Februar 2016 - III ZR 126/15, BGHZ 209, 52 Rn. 37 mwN). - BGH, 08.10.2020 - III ZR 80/20
Schadensersatzklausel für Abbruch einer Mutter-Kind-Kur unwirksam
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Entgegen der Auffassung der Revision ist sie insbesondere nicht - auch nicht im Wege der kundenfeindlichsten Auslegung (vgl. dazu Senat, Urteil vom 8. Oktober 2020 - III ZR 80/20, WM 2022, 429 Rn. 33) - dahin auszulegen, dass den Wahlärzten abweichend vom Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung ein unbeschränktes Delegationsrecht "nach freiem Gutdünken" eingeräumt wird. - BGH, 19.05.2016 - III ZR 274/15
Erbenermittlungsvertrag: Wirksamkeit einer formularmäßigen Regelung über die …
Auszug aus BGH, 13.03.2025 - III ZR 426/23
Das von dem Transparenzgebot umfasste Bestimmtheitsgebot verlangt, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen und Rechtsfolgen so genau beschrieben werden, dass für den Verwender keine ungerechtfertigten Beurteilungsspielräume entstehen (Senat, Urteil vom 19. Mai 2016 - III ZR 274/15, NJW-RR 2016, 842 Rn. 26 mwN). - BGH, 13.03.2025 - III ZR 40/24
Krankenhausvertrag: Nichtigkeit einer Wahlleistungsvereinbarung mit …
- BGH, 04.05.2023 - III ZR 88/22
Zur Endgerätewahlfreiheit bei einem Mobilfunkvertrag mit Internetnutzung
- BVerfG, 03.03.2015 - 1 BvR 3226/14
Nichtannahmebeschluss: Zur Beschränkung der Abrechnung von Wahlleistungen auf …
- BGH, 01.02.2007 - III ZR 126/06
Rückerstattung ärztlicher Honorare wegen Verstoßes gegen die …
- OLG Karlsruhe, 18.01.2021 - 13 U 389/19
Privatliquidation der Leistungen von Krankenhausärzten durch das Krankenhaus: …
- BGH, 08.01.2004 - III ZR 375/02
Voraussetzungen einer wirksamen Wahlleistungsvereinbarung; Mitteilung der …
- BGH, 18.01.2022 - XI ZR 505/21
Rückzahlung von Verwaltungskosten im Zusammenhang mit zwei zwischen den Parteien …
- BGH, 10.05.2007 - III ZR 291/06
Einzelabrechnung von Laboratoriumsuntersuchungen im Rahmen einer …
- OLG Köln, 29.09.2020 - 9 U 32/19
Wahlleistungsvereinbarung des Universitätsklinikums Bonn unwirksam
- LG München I, 28.06.2011 - 13 S 6738/10
Arztvertrag: Wirksamkeit der Wahlleistungsvereinbarung bei unwirksamer …
- OLG Hamburg, 17.12.2013 - 9 U 108/13
Private Krankenversicherung: Leistungsausschluss für stationäre Behandlungskosten …
- LG Frankenthal, 06.02.2019 - 2 S 168/18
Wirksamkeit der Wahlleistungsvereinbarung und Stellvertretervereinbarung
- BGH, 19.01.2011 - IV ZR 7/10
Pflichtteilsverzicht eines behinderten Sozialleistungsbeziehers
- BGH, 13.06.2024 - III ZR 279/23
Arzthonorar: Anwendbarkeit der GOÄ auf eine ambulante Operation in einer …
- BGH, 22.12.1992 - VI ZR 341/91
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Fehlerhafte Behandlung, Chirurgie …
- OLG Oldenburg, 08.07.2024 - 5 U 22/24
Erstrecken der Wahlleistungsvereinbarung kraft gesetzlicher Anordnung auf alle …
- BGH, 08.03.1967 - VIII ZR 214/65
Verhältnis der Vertragsstrafe zum so genannten unselbstständigen Strafversprechen …
- LG Köln, 06.06.2023 - 40 S 2/22
- BGH, 10.07.2025 - III ZR 59/24
Unterlassungsklage gegen ein Telekommunikationsunternehmen betreffend die …
Der Verwender muss die tatbestandlichen Voraussetzungen und Rechtsfolgen so genau beschreiben, dass für ihn kein ungerechtfertigter Beurteilungsspielraum entsteht (Senat, Urteile vom 13. März 2025 - III ZR 426/23, NJW 2025, 1400 Rn. 44 …und vom 19. Mai 2016 - III ZR 274/15, NJW-RR 2016, 842 Rn. 26 mwN;… BGH, Urteile vom 19. Oktober 2022 - IV ZR 185/20, NJW 2023, 208 Rn. 24 …und vom 8. September 2021 aaO Rn. 52 mwN). - BGH, 13.03.2025 - III ZR 40/24
Krankenhausvertrag: Nichtigkeit einer Wahlleistungsvereinbarung mit …
Bei einer Abrechnung wahlärztlicher Leistungen durch einen Krankenhausträger aufgrund eines "totalen Krankenhausaufnahmevertrags" (vgl. dazu Senat, Urteil vom 13. März 2025 - III ZR 426/23, zur Veröffentlichung bestimmt) gilt dies entsprechend. - BGH, 23.10.2025 - III ZR 147/24
AGB-Klausel, nach der für die kundenseitige Sperre einer SIM-Karte neben der …
Entgegen der Auffassung der Revision liegt auch nicht der Fall der Aufrechterhaltung einer teilbaren Klausel vor (sogenannter blue-pencil-test, vgl. Senat, Urteil vom 13. März 2025 - III ZR 426/23, BGHZ 243, 264 Rn. 46 mwN).
- OLG München, 12.02.2026 - 14 U 1880/25
Nebenkostenabrechnung, Gewerberaummietvertrag, Wartungskosten, Kostenobergrenze, …
Die inhaltliche Trennbarkeit einer Klausel und damit ihre Zerlegung in einen inhaltlich zulässigen und einen inhaltlich unzulässigen Teil ist immer dann gegeben, wenn der unwirksame Teil der Klausel gestrichen werden kann, ohne dass der Sinn des anderen Teils darunter leidet (sog. blue pencil test; vgl. BGH, Urteil vom 13.03.2025 - III ZR 426/23, NJW 2025, 1400, Rdnr. 46; BGH…, Urteil vom 06.04.2022 - VIII ZR 295/20, NJW 2022, 1944, Rdnr. 45). - LG Rottweil, 23.01.2026 - 1 S 63/25
Wirksamkeit von Wahlleistungsvereinbarungen; Stellvertretung des Wahlarztes
Ohne entsprechende Unterrichtung des Patienten ist die Vereinbarung unwirksam (BGH, Urteil vom 13.03.2025, III ZR 426/23, juris, Rn. 51).Die Wirksamkeit der hier streitgegenständlichen AGB-Vertreterklausel auf Seite 3 der Anlage B3 hat der BGH offengelassen, weil es im von ihm zu entscheidenden Falle nicht auf eine Abrechnung im Wege der Stellvertretung ankam (BGH, Urteil vom 13.03.2025, III ZR 426/23, Rn. 46).
Selbst wenn die Vertreterregelung unwirksam wäre, wäre die Vereinbarung als solche wirksam (BGH, Urteil vom 13.03.2025, III ZR 426/23, juris, Rn. 46).
- LG Düsseldorf, 24.12.2024 - 3 S 5/24
Chefarzt darf Liquidationsrecht an Krankenhaus abtreten so dass dieses dann auch …
Rn. 44 Darüber hinaus ist, nach dem Vortrag der Berufungsklägerin, die Rechtsfrage dem III. Senat des Bundesgerichtshofs im Verfahren III ZR 426/23 (AG Bremen - 6 C 32/10; LG Bremen - 1 S 27/22) bereits zur Entscheidung vorgelegt worden.Rn. 45 Eine Aussetzung des Verfahrens bis zur Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Verfahren III ZR 426/23 (AG Bremen - 6 C 32/10; LG Bremen - 1 S 27/22) war ebenfalls nicht angezeigt.
- OLG Oldenburg, 08.07.2024 - 5 U 22/24
Erstrecken der Wahlleistungsvereinbarung kraft gesetzlicher Anordnung auf alle …
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