Rechtsprechung
| BGH, 25.01.1982 - II ZR 164/81 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Mehrheitsfindung bei Beschlussfassung im Verein - Berücksichtigung von Enthaltungen bei der Berechnung der Mehrheit
- vereinsknowhow.de
Mehrheitsberechnung bei der Beschlußfassung in einem Verein
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BGHZ 83, 35
- NJW 1982, 1585
- ZIP 1982, 693
- MDR 1982, 551
- DNotZ 1982, 631 (Ls.)
- WM 1982, 484
- DB 1982, 1051
Wird zitiert von ... (30) Zitiert selbst (3)
- RG, 10.10.1912 - IV 88/12
Vereinsrecht. ; Ausschließung eines Mitglieds.
Auszug aus BGH, 25.01.1982 - II ZR 164/81
Teil 15. Aufl., § 16 III 2 c; Merle NJW 1978, 1440; anderer Ansicht Staudinger/Coing BGB, 12. Aufl. Anm. 13; Steffen in BGB-RGRK, 12. Aufl., Anm. 14, Erman/Westermann, BGB, 7. Aufl., Anm. 2, Palandt/Heinrichs, BGB, 40. Aufl., Anm. 1 b und Jauernig, BGB, 2. Aufl., Anm 3 c, alle zu § 32; Stöber, Vereinsrecht, 4. Aufl., Nr. 196 a; zu §§ 16 und 43 GenG a. F. Fischer NJW 1966, 483 [BGH 13.10.1954 - II ZR 295/53] unter 5, 0LG Hamburg HRR 1930 Nr. 1044 und OLG Frankfurt NJW 1954, 802; offengelassen in RGZ 80, 189, 194).Dafür, daß dem Gesetzgeber dennoch etwas derartiges vorgeschwebt haben könnte, lassen weder das Gesetz selbst noch die Gesetzesmaterialien Anhaltspunkte erkennen (Mugdan, Materialien I S. 411 und 828; RGZ 80, 189, 193).
- BGH, 13.10.1954 - II ZR 295/53
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 25.01.1982 - II ZR 164/81
Teil 15. Aufl., § 16 III 2 c; Merle NJW 1978, 1440; anderer Ansicht Staudinger/Coing BGB, 12. Aufl. Anm. 13; Steffen in BGB-RGRK, 12. Aufl., Anm. 14, Erman/Westermann, BGB, 7. Aufl., Anm. 2, Palandt/Heinrichs, BGB, 40. Aufl., Anm. 1 b und Jauernig, BGB, 2. Aufl., Anm 3 c, alle zu § 32; Stöber, Vereinsrecht, 4. Aufl., Nr. 196 a; zu §§ 16 und 43 GenG a. F. Fischer NJW 1966, 483 [BGH 13.10.1954 - II ZR 295/53] unter 5, 0LG Hamburg HRR 1930 Nr. 1044 und OLG Frankfurt NJW 1954, 802; offengelassen in RGZ 80, 189, 194). - KG, 02.12.1977 - 1 W 1349/77
Auszug aus BGH, 25.01.1982 - II ZR 164/81
Teil 15. Aufl., § 16 III 2 c; Merle NJW 1978, 1440; anderer Ansicht Staudinger/Coing BGB, 12. Aufl. Anm. 13; Steffen in BGB-RGRK, 12. Aufl., Anm. 14, Erman/Westermann, BGB, 7. Aufl., Anm. 2, Palandt/Heinrichs, BGB, 40. Aufl., Anm. 1 b und Jauernig, BGB, 2. Aufl., Anm 3 c, alle zu § 32; Stöber, Vereinsrecht, 4. Aufl., Nr. 196 a; zu §§ 16 und 43 GenG a. F. Fischer NJW 1966, 483 [BGH 13.10.1954 - II ZR 295/53] unter 5, 0LG Hamburg HRR 1930 Nr. 1044 und OLG Frankfurt NJW 1954, 802; offengelassen in RGZ 80, 189, 194).
- OLG Hamm, 01.03.2021 - 8 U 61/20
Verein, Mitgliederversammlung, Beschlussmängel
Damit würde der objektive Erklärungswert dieses Abstimmungsverhaltens verfälscht (BGH, Urteil vom 25.01.1982, II ZR 164/81, NJW 1982, 1585). - BGH, 08.12.1988 - V ZB 3/88
Ermittlung der Mehrheit in der Wohnungseigentümerversammlung
Bei der Beschlußfassung in der Wohnungseigentümerversammlung ist die Mehrheit nur nach der Zahl der abgegebenen Ja- und Nein-Stimmen zu berechnen, Enthaltungen sind nicht mitzuzählen (im Anschluß an BGHZ 83, 35 [BGH 25.01.1982 - II ZR 164/81]).Begründet wird diese Auffassung, soweit sie zeitlich vor der zum Vereinsrecht ergangenen Entscheidung BGHZ 83, 35 ff [BGH 25.01.1982 - II ZR 164/81] geäußert wurde, vornehmlich mit Parallelen zur vereinsrechtlichen Vorschrift des § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB, nach der bei der Beschlußfassung "die Mehrheit der erschienenen Mitglieder" entscheidet.
Diese Meinung stützt sich vornehmlich - teilweise unter Einbeziehung der Argumentation aus BGHZ 83, 35, 37 [BGH 25.01.1982 - II ZR 164/81] - darauf, daß man der Stimmenthaltung weder ein zustimmendes noch ein ablehnendes Votum entnehmen könne.
Der Senat teilt insoweit die vom II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes in seiner Entscheidung zu § 32 BGB vertretene Auffassung zur Bedeutung der Stimmenthaltung (BGHZ 83, 35, 37 [BGH 25.01.1982 - II ZR 164/81] undUrt. v. 12. Januar 1987, II ZR 152/86, WM 1987, 651, 652; ebenso auch schon RGZ 20, 140, 142 zum Aktienrecht vor Inkrafttreten des BGB).
Insbesondere läßt sich dem WEG nicht die Erwartung entnehmen, daß jeder Wohnungseigentümer "aus seiner Verantwortung heraus Farbe bekennt" (BGHZ 83, 35, 37) [BGH 25.01.1982 - II ZR 164/81].
- BGH, 12.01.1987 - II ZR 152/86
Mehrheitsentscheidungen in einem Verein
Soll bei der Beschlußfassung im Verein in Abweichung vom Gesetz nicht die Mehrheit der abstimmenden, sondern der anwesenden Mitglieder entscheiden, so daß Stimmenthaltungen mit der Wirkung von Nein-Stimmen mitgezählt werden, so muß dies aus der Vereinssatzung eindeutig hervorgehen (Ergänzung zu BGHZ 83, 35 [BGH 25.01.1982 - II ZR 164/81]).Damit besteht kein Anlaß, § 13 Ziff. 6 Satz 1 der Satzung des Beklagten anders zu verstehen als § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB, den der Senat dahin ausgelegt hat, daß Stimmenthaltungen nicht mitzuzählen sind (vgl. BGHZ 83, 35 [BGH 25.01.1982 - II ZR 164/81]).
Ausschlaggebend für die Auslegung des § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB durch den Senat (Urt. v. 25.1.1982 - II ZR 164/81, aaO) war der Gesichtspunkt, daß derjenige, der sich der Stimme enthält, seine Unentschiedenheit bekunden und gerade nicht mit Nein stimmen will.
- LG Düsseldorf, 22.07.2004 - XIV 5/03
Freispruch der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Mannesmann AG vom …
Bei Abzug der (Ja-)Stimme des Angeklagten Prof. Dr. F. blieb die Ja-Stimme des Angeklagten Dr. A. ohne Gegenstimme, da die Enthaltung des Angeklagten Z. nicht als solche gewertet werden kann und nicht mitzuzählen war (BGH NJW 1995, 1739; BGH NJW 1982, 1585; Zöllner, in: FS-Lutter, Beschluss, Beschlussergebnis und Beschlussergebnisfeststellung, 821 (824)). - BVerwG, 19.07.1984 - 3 C 29.83
Jagdrecht - Jagdgenossenschaftsversammlung - Mehrheit - Ermittlung
Bei der Ermittlung der Mehrheit der in der Jagdgenossenschaftsversammlung "anwesenden und vertretenen Jagdgenossen" nach § 9 III ist nicht von der Zahl der abgegebenen Ja- und Nein-Stimmen (so BGH zu § 32 I 3 BGB, NJW 1982, 1585) auszugehen; es sind vielmehr auch die stimmberechtigten Jagdgenossen mitzuzählen, die sich der Stimme enthalten haben.Zu einer davon abweichenden Auslegung des § 9 Abs. 3 BJagdG gebe auch das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 25. Januar 1982 (NJW 1982 S. 1585), das zu § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB ergangen sei, keinen Anlaß.
Gegen die bis dahin wohl herrschende Meinung hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 25. Januar 1982 (NJW 1982, 1585) entschieden, daß die Fassung des § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB nicht "wörtlich" genommen werden dürfe und die Vorschrift dahin verstanden werden müsse, daß die Mehrheit nur nach der Zahl der abgegebenen Ja- und Nein-Stimmen zu berechnen sei, Enthaltungen also nicht mitzuzählen seien.
- OLG Frankfurt, 06.07.2018 - 3 U 22/17
Vereinsrecht: Satzungsänderung zur Aufnahme von Frauen als Vereinsmitglieder
Damit besteht kein Anlass, § 15 Abs. 1 der Satzung anders zu verstehen als § 32 Abs. 1 S. 3 BGB a. F., den der Bundesgerichtshof aber dahin ausgelegt hat, dass die Mehrheit der "abgegebenen Stimmen" maßgeblich ist, also nur die Ja- und Nein-Stimmen, nicht aber die Stimmenthaltungen zählen (vgl. BGH, NJW 1982, 1585). - BGH, 19.07.2011 - II ZR 153/09
Auslegung des Gesellschaftsvertrags einer Publikumsgesellschaft: Entscheidung der …
Zwar kann die Auslegung des Gesellschaftsvertrags trotz eines solchen Wortlauts der Bestimmung zu dem Ergebnis führen, dass die abgegebenen Stimmen maßgeblich sind und Stimmenthaltungen nicht mitzuzählen sind (BGH, Urteil vom 12. Januar 1987 - II ZR 152/86, ZIP 1987, 635, 636; vgl. auch Urteil vom 25. Januar 1982 - II ZR 164/81, BGHZ 83, 35, 36 f. zu § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB in der bis zum 30. September 2009 geltenden Fassung). - BGH, 19.07.2011 - II ZR 209/09
Auslegung des Gesellschaftsvertrags einer Publikumsgesellschaft: Entscheidung der …
Zwar kann die Auslegung des Gesellschaftsvertrags trotz eines solchen Wortlauts der Bestimmung zu dem Ergebnis führen, dass die abgegebenen Stimmen maßgeblich und Stimmenthaltungen nicht mitzuzählen sind (BGH, Urteil vom 12. Januar 1987 - II ZR 152/86, ZIP 1987, 635, 636; vgl. auch Urteil vom 25. Januar 1982 - II ZR 164/81, BGHZ 83, 35, 36 f. zu § 32 Abs. 1 Satz 3 BGB in der bis zum 30. September 2009 geltenden Fassung). - OLG Jena, 16.03.2016 - 2 U 537/15
Gesellschafterbeschluss über Abberufung des …
Zu diesen zählen indes nur "Ja- und Nein-Stimmen", nicht auch Enthaltungen (BGH 25.01.1982, BGHZ 83, 35 [36];… Bayer, in: Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 18. Aufl. 2012, § 47 Rdnr. 7;… Hüffer/Schürnbrand, in: Ulmer/Habersack/Löbbe, GmbHG, 2. Aufl. 2014, § 47 Rdnr. 17;… Römermann, in: Michalski, GmbHG, 2. Aufl. 2010, § 47 Rdnr. 566;… Roth, in: Roth/Altmeppen, GmbHG, 8. Aufl. 2015, § 47 Rdnr. 3;… Zöllner, in: Baumbach/Hueck, GmbHG, 20. Aufl. 2013, § 47 Rdnr. 23). - OLG Hamm, 19.08.2008 - 15 Wx 89/08
Kein zwingender Leitbildcharakter gesetzlicher WEG -Bestimmungen über …
Enthält sich ein Wohnungseigentümer der Stimme, so zählt seine Enthaltung weder als Ja-Stimme noch als Nein-Stimme, seine Enthaltung wird daher in die Berechnung nicht einbezogen (BGH NJW 1982, 1585; 1989, 1090). - VG Hamburg, 25.01.2021 - 17 K 4140/20
Antrag auf Feststellung, dass ein Beschlussantrag angenommen worden ist
- OVG Niedersachsen, 11.10.2023 - 10 LC 117/22
Abstimmung; Ausschüsse; Bezugsgröße; d'Hondt; Hare/Niemeyer-Verfahren; …
- OLG Schleswig, 12.01.2005 - 2 W 308/04
Prüfungsmaßstab bei Eintragung in das Vereinsregister
- OVG Sachsen-Anhalt, 27.07.1994 - 2 S 113/94
Dienstrecht, Ernennung - Richter der früheren DDR, Richterauswahlausschüsse, …
- BayObLG, 19.01.1996 - 3Z BR 233/95
Anforderungen an die Ausgestaltung der Vorstandswahl in der Satzung eines Vereins
- BAG, 26.09.2000 - 3 AZR 570/99
Teilwiderruf und Ablösung eines betrieblichen Versorgungswerks
- OLG Köln, 16.02.2001 - 16 Wx 4/01
Unrichtige Beschlussfeststellung durch den Versammlungsleiter im WEG -Verfahren
- OLG Brandenburg, 08.10.2025 - 10 U 1/25
Wirksamkeit von Beschlüsse des Vorstandes und der Mitgliederversammlung eines …
- LSG Schleswig-Holstein, 04.11.2008 - L 4 KA 2/06
Rechtmäßigkeit der Einbehaltung von Teilen einer vertragsärztlichen …
- BAG, 26.09.2000 - 3 AZR 607/99
Teilwiderruf und Ablösung eines betrieblichen Versorgungswerks
- BAG, 26.09.2000 - 3 AZR 601/99
Teilwiderruf und Ablösung eines betrieblichen Versorgungswerks
- BayObLG, 08.12.1994 - 2Z BR 59/94
Erledigung in der Hauptsache nach Einlegung eines Rechtsmittels
- OLG München, 12.11.1990 - 31 U 1675/90
- VGH Hessen, 11.11.1987 - BPV TK 852/87
Ausschluß aus dem Personalrat - kein Aussageverweigerungsrecht wegen …
- BayObLG, 25.08.1983 - BReg. 3 Z 124/83
Voraussetzungen des Anspruchs auf Wiedereintragung als Geschäftsführer in das …
- VG Hannover, 14.10.2022 - 1 A 1279/22
Abweichungsbeschluss; Einstimmigkeit; Enthaltungen; Hare/Niemeyer-Verfahren; …
- AG Essen, 11.05.2010 - 11 C 549/09
Enthaltungen als Nein-Stimme haben beim Beschluss über den Ausschluss eines …
- OLG Köln, 20.01.1986 - 16 Wx 111/85
Wohnungseigentümerversammlung; Stimmenthaltung
- VG Berlin, 14.08.1992 - FK (Bln.) A 20.92
Wahl der Vorstandsmitglieder für den Gesamtpersonalrat durch die Gruppenvertreter …
- KG, 13.06.1984 - 24 W 3937/83
Versammlung; Wohnungseigentümer; Beschluß; Mehrheit; Stimmenthaltung; Stimmen
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Rechtsprechung
| BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Urheberrecht - Büromöbel - Wettbewerbswidrigkeit - Nachbau
- juris (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NJW 1982, 222
- MDR 1982, 551
- GRUR 1982, 305
Wird zitiert von ... (40) Zitiert selbst (8)
- BGH, 03.05.1968 - I ZR 66/66
Pulverbehälter
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Für die Beurteilung der wettbewerblichen Eigenart des ME-Programms ist darauf abzustellen, ob seine Ausgestaltung oder Jedenfalls die Stilmerkmale des Erzeugnisses geeignet sind, für die interessierten Verkehrskreise auf die betriebliche Herkunft oder Besonderheit des Erzeugnisses hinzuweisen (BGHZ 50, 125, 130 - Pulverbehälter - BGH WRP 1976, 370, 372 - Ovalpuderdose -).Es verstößt aber - auch dies hat das Berufungsgericht richtig erkannt gegen die Regeln des lauteren Wettbewerbs, wenn der Nachbauende es trotz der Gefahr einer betrieblichen Herkunftstäuschung unterläßt, geeignete und zumutbare Maßnahmen zur Verhütung oder Verringerung der Gefahr von Herkunftsverwechslungen zu ergreifen (BGHZ 50, 125, 131 - Pulverbehälter-; BGH GRUR 1981, 517, 519 - Rollhocker -).
Bei Übernahme gemeinfreier technischer Merkmale liegt der Wettbewerbsverstoß nach § 1 UWG nicht schon im Nachbau als solchen, sondern erst im Inverkehrbringen des nachgebauten Erzeugnisses (BGHZ 50, 125, 129 - Pulverbehälter - BGH GRUR 1968, 698, 701 - Rekordspritzen -).
- BGH, 23.01.1981 - I ZR 48/79
Rollhocker
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, daß die grundsätzlich zulässige Nachahmung fremder Erzeugnisse von wettbewerblicher Eigenart, an denen ein Sonderrechtsschutz urheberrechtlicher oder geschmacksmusterrechtlicher Art nicht oder nicht mehr besteht, ausnahmsweise wettbewerbswidrig sein kann, wenn durch sie eine Täuschung des Verkehrs über die betriebliche Herkunft des Erzeugnisses verursacht wird, die durch mögliche und zumutbare Maßnahmen des Nachahmers vermieden werden konnte (vgl. BGHZ 44, 288, 195, 296 - Apfelmadonna - GRUR 1966, 503, 506 -r.Sp.; BGH GRUR 1981, 517, 519 - r.Sp. - Rollhocker).Es verstößt aber - auch dies hat das Berufungsgericht richtig erkannt gegen die Regeln des lauteren Wettbewerbs, wenn der Nachbauende es trotz der Gefahr einer betrieblichen Herkunftstäuschung unterläßt, geeignete und zumutbare Maßnahmen zur Verhütung oder Verringerung der Gefahr von Herkunftsverwechslungen zu ergreifen (BGHZ 50, 125, 131 - Pulverbehälter-; BGH GRUR 1981, 517, 519 - Rollhocker -).
Soweit die Revision ihr entgegen hält, daß die einzelnen Konstruktionselemente sämtlich vorbekannt gewesen seien und es der Beklagten auch nicht verwehrt sein dürfe, sich formal dem Zeitgeschmack anzupassen, verkennt sie, daß dies eine so weitgehend angelehnte Formgebung beim Nachbau ebenso wenig zu rechtfertigen vermag wie die technische Bedingtheit der Gestaltungselemente, sofern eine abweichende Gestaltung möglich und zumutbar ist (vgl. BGH GRUR 1981, 517, 519 - Rollhocker -).
- BGH, 19.06.1974 - I ZR 20/73
Ovalpuderdose
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Für die Beurteilung der wettbewerblichen Eigenart des ME-Programms ist darauf abzustellen, ob seine Ausgestaltung oder Jedenfalls die Stilmerkmale des Erzeugnisses geeignet sind, für die interessierten Verkehrskreise auf die betriebliche Herkunft oder Besonderheit des Erzeugnisses hinzuweisen (BGHZ 50, 125, 130 - Pulverbehälter - BGH WRP 1976, 370, 372 - Ovalpuderdose -).In Anbetracht der starken Hinweis- und Erinnerungswirkung der Verbindung einer ergonomisch-technischen Pionierleistung eines bestimmten marktstarken Unternehmens mit charakteristischen und einprägsamen Formmerkmalen konnte das Berufungsgericht auch ohne Rechtsverstoß davon ausgehen, daß die Herkunftshinweisfunktion des ME-Programms auch noch in dem für die wettbewerbliche Eigenart maßgeblichen Zeitpunkt der Verletzungshandlung (BGH WRP 1976, 370, 372 - Ovalpuderdose -) bestanden hat.
- BGH, 20.09.1974 - I ZR 35/73
Möbelprogramm
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Bereits in seiner Entscheidung in GRUR 1975, 383, 385 - Möbelprogramm - habe der Bundesgerichtshof der Eignung bestimmter Einzelteile, in bestimmter Weise zusammengestellt und gemeinsam verwendet zu werden, Geschmacksmusterschutz zuerkannt.Das Berufungsgericht konnte ohne Rechtsverstoß davon ausgehen, daß auch die Möbel eines Möbelprogramms ungeachtet ihrer Einzelverkäuflichkeit dann einem gemeinsamen Urheberrechtsschutz unterliegen können, wenn sie vom Verkehr als Einheit aufgefaßt und verwendet werden (BGH GRUR 1975, 383, 385, 386 - Möbelprogramm - zum Geschmacksmusterrecht).
- BGH, 15.05.1968 - I ZR 105/66
Annahme unter Erweiterungen als Ablehnung verbunden mit einem neuen Antrag - …
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Bei Übernahme gemeinfreier technischer Merkmale liegt der Wettbewerbsverstoß nach § 1 UWG nicht schon im Nachbau als solchen, sondern erst im Inverkehrbringen des nachgebauten Erzeugnisses (BGHZ 50, 125, 129 - Pulverbehälter - BGH GRUR 1968, 698, 701 - Rekordspritzen -). - BGH, 13.10.1965 - Ib ZR 111/63
Nachbildung einer gemeinfreien Skulptur Apfel-Madonna
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, daß die grundsätzlich zulässige Nachahmung fremder Erzeugnisse von wettbewerblicher Eigenart, an denen ein Sonderrechtsschutz urheberrechtlicher oder geschmacksmusterrechtlicher Art nicht oder nicht mehr besteht, ausnahmsweise wettbewerbswidrig sein kann, wenn durch sie eine Täuschung des Verkehrs über die betriebliche Herkunft des Erzeugnisses verursacht wird, die durch mögliche und zumutbare Maßnahmen des Nachahmers vermieden werden konnte (vgl. BGHZ 44, 288, 195, 296 - Apfelmadonna - GRUR 1966, 503, 506 -r.Sp.; BGH GRUR 1981, 517, 519 - r.Sp. - Rollhocker). - BGH, 27.02.1961 - I ZR 127/59
Stahlrohrstuhl I
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Obwohl das Verhältnis von Nützlichkeitszweck und künstlerischem Gehalt nach der Rechtsprechung des BGH (GRUR 1961, 635, 638 - Stahlrohrstuhl -) belanglos für den Rang eines Kunstwerks sei, letzterer vielmehr entscheidend durch die künstlerische Gestaltungshöhe bestimmt werde, sei nicht ausgeschlossen, daß diese auch durch die Integration technischer Anforderungen in den ästhetischen Bereich beeinflusst werden könne. - BGH, 14.07.1961 - I ZR 44/59
Buntstreifensatin
Auszug aus BGH, 23.10.1981 - I ZR 62/79
Auf die Neuheit der Gestaltung kommt es urheberrechtlich grundsätzlich nicht an, wenn auch insoweit eine gewisse Relation besteht, als einer objektiv vorbekannten Gestaltung keine schöpferische Eigentümlichkeit zugebilligt werden kann (vgl. BGH GRUR 1962, 144, 145 - Buntstreifensatin I -).
- BGH, 12.05.2011 - I ZR 53/10
Seilzirkus - Zum urheberrechtlichen Schutz eines Gebrauchsgegenstandes als Werk …
Soweit die Gestaltung solcher Merkmale allein auf technischen Erfordernissen beruht, können sie einem Gebrauchsgegenstand keinen Urheberrechtsschutz verleihen (vgl. BGH, Urteil vom 23. Oktober 1981 - I ZR 62/79, GRUR 1982, 305, 307 Büromöbelprogramm; Urteil vom 15. Juli 2004 - I ZR 142/01, GRUR 2004, 941, 942 = WRP 2004, 1498 - Metallbett).Bei Gebrauchsgegenständen, die bestimmten technischen Anforderungen genügen müssen und technisch bedingte Gestaltungsmerkmale aufweisen, sind die Möglichkeiten einer künstlerisch-ästhetischen Ausformung zwar nicht ausgeschlossen, aber regelmäßig eingeschränkt (vgl. BGH, GRUR 1982, 305, 306 f. - Büromöbelprogramm).
- BGH, 06.05.1999 - I ZR 199/96
Tele-Info-CD
Allerdings kann im Rahmen des wettbewerbsrechtlichen Leistungsschutzes lediglich die Verbreitung (sowie das hierzu zählende Feilhalten und Bewerben), nicht dagegen die Herstellung untersagt werden (BGHZ 50, 125, 129 - Pulverbehälter; BGH, Urt. v. 23.10.1981 - I ZR 62/79, GRUR 1982, 305, 308 - Büromöbelprogramm; Urt. v. 14.4.1988 - I ZR 99/86, GRUR 1988, 690, 693 - Kristallfiguren; GRUR 1996, 210, 212 - Vakuumpumpen; Urt. v. 14.1.1999 - I ZR 203/96, Umdr. - OLG Düsseldorf, 02.06.2022 - 20 U 259/20 Rn. 142 Die Urheberrechtsschutzfähigkeit eines Möbelsystems war, einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur Geschmacksmusterfähigkeit eines Möbelprogramms (BGH, GRUR 1975, 383 - Möbelprogramm) folgend, in der Rechtsprechung anerkannt (BGH, GRUR 1982, 305 - Büromöbelprogramm; OLG Frankfurt, GRUR 1990, 121 - USM-Haller).
Denn auch die - grundsätzlich zulässige - Nachahmung fremder Erzeugnisse von wettbewerblicher Eigenart, an denen ein Sonderrechtsschutz urheberrechtlicher oder designrechtlicher Art nicht oder nicht mehr besteht, kann bei Vorliegen der näheren Voraussetzungen des § 4 Nr. 3 UWG ausnahmsweise wettbewerbswidrig sein (vgl. BGH, GRUR 1982, 305 - Büromöbelprogramm, Rn. 26).
Rn. 214 Wettbewerbliche Eigenart kommt dabei allerdings nur dem V.1 Möbelsystem als solchem und damit dem jeweiligen Möbelstück - egal in welcher konkreten Ausgestaltung - (…vgl. zur wettbewerblichen Eigenart eines modularen Systems BGH, GRUR 2013, 951 - Regalsystem, Rn. 26; BGH, GRUR 1982, 305 - Büromöbelprogramm, Rn. 30) zu, nicht aber den einzelnen Komponenten.
Rn. 244 (2) Ein Unterlassen der Herstellung der Nachahmung (Klageanträge zu I.1 und I.2) kann hingegen in Anbetracht des eindeutigen Wortlauts des § 4 Nr. 3 UWG nicht verlangt werden (…BGH, GRUR 2017, 734 - Bodendübel, Rn. 74; BGH, GRUR 1982, 305 - Büromöbelprogramm, Rn. 38).
- BGH, 30.04.2008 - I ZR 123/05
Rillenkoffer
Diese kann vielmehr auch in einer wiederkehrenden Formgestaltung mit charakteristischen Besonderheiten bestehen, die bewirken, dass sich die zum Programm gehörenden Gegenstände für den Verkehr deutlich von Waren anderer Hersteller abheben (vgl. BGH, Urt. v. 23.10.1981 - I ZR 62/79, GRUR 1982, 305, 307 - Büromöbelprogramm;… Urt. v. 6.2.1986 - I ZR 243/83, GRUR 1986, 673, 675 = WRP 1986, 377 - Beschlagprogramm;… Urt. v. 28.5.1998 - I ZR 275/95, GRUR 1999, 183, 186 = WRP 1998, 1171 - Ha-Ra/HARIVA). - OLG Köln, 20.12.2013 - 6 U 85/13
Mars unterliegt im Streit um Bounty
Dabei kann auch einem Produktprogramm als Gesamtheit von Erzeugnissen mit Gemeinsamkeiten in der Zweckbestimmung und Formgestaltung wettbewerbliche Eigenart zukommen, wenn die wiederkehrende Formgestaltung der Produktserie charakteristische Besonderheiten aufweist, die bewirken, dass sich die zum Programm gehörenden Gegenstände für den Verkehr deutlich von Waren anderer Hersteller abheben (vgl. BGH GRUR 1982, 305, 307 - Büromöbelprogramm; GRUR 1986, 673, 675 - Beschlagprogramm; GRUR 1999, 183, 186 - Ha-Ra/HARIVA;… GRUR 2008, 793 Rn. 29 - Rillenkoffer; Senat GRUR-RR 2013, 24 - Gute Laune Drops;… Köhler/Bornkamm, UWG, 31. Auflage, § 4 Rn. 9.29). - BGH, 15.07.2004 - I ZR 142/01
"Metallbett"; Rechtsfolgen der Löschung eines Geschmacksmusters im Musterregister …
Technische Konstruktionsteile können für die Frage der künstlerisch-ästhetischen Ausgestaltung und Wirkung nicht herangezogen werden (BGH, Urt. v. 23.10.1981 - I ZR 62/79, GRUR 1982, 305, 307 - Büromöbelprogramm). - BGH, 14.12.1995 - I ZR 240/93
Vakuumpumpen - Wettbewerbsrechtlicher Leistungsschutz
Die Revision meint, das Berufungsgericht greife zu kurz, wenn es in seine Beurteilung nicht auch die vom Senat zum wettbewerbsrechtlichen Leistungsschutz für Gesamtprogramme entwickelten Grundsätze heranziehe (BGH, Urt. v. 23.10.1981 - I ZR 62/79, GRUR 1982, 305, 307 - Büromöbelprogramm; BGH GRUR 1986, 673, 675 - Beschlagprogramm). - LG Köln, 11.05.2023 - 14 O 41/22
Urheberrechtlicher Schutz von künstlerisch gestalteten Sandalen
Es besteht allerdings insoweit eine gewisse Relation zwischen Neuheit und urheberrechtlichem Schutz, als eine objektiv vorbekannte Form keine schöpferische Leistung darstellt (BGH, GRUR 1982, 305, 308 - Büromöbelprogramm). - OLG Braunschweig, 10.03.2022 - 2 U 47/19
Ansprüche der Erben eines Karosseriekonstrukteurs des Autoherstellers Porsche
Bei Gebrauchsgegenständen, die bestimmten technischen Anforderungen genügen müssen und technisch bedingte Gestaltungsmerkmale aufweisen, sind die Möglichkeiten einer künstlerisch-ästhetischen Ausformung zwar nicht ausgeschlossen, aber regelmäßig eingeschränkt (vgl. BGH, Urteil vom 23. Oktober 1981 - I ZR 62/79 -, GRUR 1982, 305, 306 f. - Büromöbelprogramm). - LG Köln, 23.02.2023 - 14 O 39/22
Urheberrechtliche Schutzfähigkeit von Sandalen als Werke angewandter Kunst
Es besteht allerdings insoweit eine gewisse Relation zwischen Neuheit und urheberrechtlichem Schutz, als eine objektiv vorbekannte Form keine schöpferische Leistung darstellt (BGH, GRUR 1982, 305, 308 - Büromöbelprogramm). - OLG Köln, 20.03.2009 - 6 U 183/08
Anforderungen an die Gestaltung einer graphischen Darstellung eines Messestandes
- LG Köln, 11.05.2023 - 14 O 121/22
Werk angewandter Kunst - Schöpfungshöhe - Entwerferwille - Werkbegriff - …
- OLG Stuttgart, 20.11.2020 - 5 U 125/19
Urheberrechtliche Ansprüche einer Erbin eines Porsche-Konstrukteurs auf weitere …
- OLG Köln, 09.11.2007 - 6 U 9/07
"Bigfoot" - Schutz eines Holztisches gegen fast identische Nachahmung
- LG Düsseldorf, 08.12.2022 - 14c O 46/21
Zum Schutz des LEGO-Bausteins vor Nachahmungen
- BGH, 28.05.1998 - I ZR 275/95
"Ha-Ra/HARIVA"; Rechtskraft eines klageabweisenden Urteils
- BGH, 14.04.1988 - I ZR 99/86
Kristallfiguren
- OLG Köln, 10.08.2012 - 6 U 17/12
Gute Laune Drops
- OLG Hamburg, 16.06.2004 - 5 U 42/03
"AMIGO"; Wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit des Nachbaus eines Produkts nach …
- OLG Hamburg, 25.11.2021 - 5 U 12/20
Urheberrechtlicher Unterlassungsanspruch bei einer Verwendung geschützter …
- LG Düsseldorf, 22.12.2022 - 14c O 45/21
- OLG Karlsruhe, 27.02.2013 - 6 U 11/11
Rillenkoffer II, Rillen-Design - Wettbewerbsverstoß: Leistungsschutz für …
- BGH, 06.02.1986 - I ZR 243/83
"Beschlagprogramm"; Wettbewerbsrechtlicher Schutz eines Herstellerprogramms
- LG Hamburg, 25.10.2013 - 308 O 31/13
Urheberrechtsverletzung: Werkschutz für ein Regalstecksystem
- OLG Hamburg, 22.05.2003 - 5 U 144/02
Messerblock
- BGH, 04.04.1984 - I ZR 25/82
vitra Programm
- OLG Hamburg, 01.07.2009 - 5 U 183/07
Geschmacksmusterschutz: Anforderungen an eine vorherige Offenbarung eines Musters …
- OLG Hamburg, 29.04.2025 - 5 U 60/24
- OLG Hamburg, 08.05.2003 - 5 U 161/02
Salbei-Bonbons
- OLG Köln, 30.04.2004 - 6 U 6/04
Kein ergänzender wettbewerblicher Leistungsschutz bei Amortisation der …
- LG Hamburg, 13.01.2023 - 308 O 242/20
Jacken-Design - Urheberrechtlicher Schutz von Jackenmodellen - Jacken-Design
- OLG Frankfurt, 11.07.1995 - 11 U 61/94
Urheberrechtlicher Schutz für Möbel; Schaffung von Möbelmodellen vor …
- OLG Köln, 30.03.1994 - 6 U 170/92
Vermeidbare Herkunftstäuschung bei Nachahmung von Stilmöbeln
- LG Düsseldorf, 12.06.2002 - 12 O 414/01
Messestand
- OLG Düsseldorf, 08.09.2022 - 20 U 112/19
- OLG Düsseldorf, 22.09.2016 - 20 U 26/16
- LG München I, 26.03.2008 - 21 O 12246/07
Urheberrecht: Schutzfähigkeit der Gestaltung eines Messestandes
- OLG Köln, 03.12.1993 - 6 U 112/92
Unlautere Behinderung: Nachahmung einer kompletten Serie von Küchengeräten - …
- BGH, 23.10.1981 - I ZR 47/79
- BGH, 24.11.1983 - I ZR 156/81
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