Rechtsprechung
| BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04 |
Volltextveröffentlichungen (8)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
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Keine persönliche Haftung eines Geschäftsführers einer GmbH wegen nicht abgeführter Beiträge an die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft
- IWW
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Persönliche Haftung des Geschäftsführers einer GmbH wegen Nichtabführung von Zahlungen an die Urlaubskasse und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft; Anwendbarkeit der Strafvorschrift des § 266a Strafgesetzbuch (StGB) auf Beitragszahlungen an die Urlaubskasse und ...
- Deutsche Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht (Volltext/Leitsatz/Auszüge)
Nichtabführen von Beiträgen an die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 823 Abs. 2; StGB § 266a
Schadensersatz - Keine persönliche Haftung eines Geschäftsführers einer GmbH wegen nicht abgeführter Beiträge an die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (6)
- nomos.de
, S. 54 (Kurzinformation)
Persönliche Haftung eines GmbH-Geschäftsführers wegen nicht abgeführter Zahlungen
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Geschäftsführerhaftung für die Urlaubskasse
- anwaltonline.com (Kurzinformation)
Keine persönliche Haftung des Geschäftsführers einer GmbH aus unerlaubter Handlung wegen nicht abgeführter Zahlungen an die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft
- gesellschaftsrechtskanzlei.com (Leitsatz/Kurzinformation)
Beiträge zur Sozialversicherung, Haftung wegen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen gem. § 266a StGB
- gruner-siegel-partner.de (Kurzinformation)
Haftung des Geschäftsführers für nicht abgeführte Zahlungen an die Urlaubskasse der Bauwirtschaft
- kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)
Keine persönliche Haftung des Geschäftsführers einer GmbH aus unerlaubter Handlung wegen nicht abgeführter Zahlungen an die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft
Verfahrensgang
- ArbG Duisburg, 28.04.2004 - 3 Ca 406/04
- ArbG Duisburg, 02.06.2004 - 3 Ca 406/04
- LAG Düsseldorf, 21.09.2004 - 8 (6) Sa 1152/04
- BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Papierfundstellen
- NJW 2005, 3739
- ZIP 2005, 2028
- NZA 2005, 1235
- NZI 2006, 541
- NZI 2007, 47
- VersR 2006, 984
- DB 2005, 2414
- NZG 2005, 1007
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (9)
- OLG Celle, 01.07.1991 - 3 Ss 77/91
Tateinheit oder Handlungseinheit zwischen dem Verheimlichen des Nichtabführens …
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Danach ist § 266a Abs. 2 StGB als Schutzgesetz iSd. § 823 Abs. 2 BGB anzusehen, denn es dient dem Schutzinteresse der Arbeitnehmer an der treuhänderischen Verwaltung von Teilen ihres Arbeitseinkommens (OLG Celle 1. Juli 1991 - 3 Ss 77/91 - NJW 1992, 190;… Tröndle/Fischer aaO). - BGH, 28.05.2002 - 5 StR 16/02
Vorenthalten von Arbeitnehmerbeiträgen (Unvermögen zum Fälligkeitszeitpunkt; …
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Soweit der Kläger unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28. Mai 2002 (- 5 StR 16/02 - BGHSt 47, 318, 319) meint, dass in der Nichtabführung deklarierter Urlaubsentgelte auch ein Betrug zum Nachteil des Arbeitnehmers liege, so geht dies fehl. - BAG, 26.02.2003 - 5 AZR 690/01
Arbeitslohn - Schwarzgeldvereinbarung
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Es handelt sich insoweit um ein Schutzgesetz iSd. § 823 Abs. 2 BGB zugunsten der Sozialversicherungsträger, denn § 266a Abs. 1 StGB schützt das Interesse der Solidargemeinschaft an der Sicherstellung des Sozialversicherungsaufkommens; der einzelne Arbeitnehmer erleidet aber durch das Nichtabführen der Beiträge regelmäßig keinen Nachteil (BAG 26. Februar 2003 - 5 AZR 690/01 - BAGE 105, 187 = AP BGB § 134 Nr. 24 = EzA BGB 2002 § 134 Nr. 1; BGH 4. Juli 1989 - VI ZR 23/89 - VersR 1989, 922; zur Vorläuferregelung: 29. Februar 1972 - VI ZR 199/70 - BGHZ 58, 199, 201;… Tröndle/Fischer StGB 52. Aufl. § 266a Anm. 2).
- BGH, 12.02.2003 - 5 StR 165/02
Anforderungen an die Feststellung einer unerlaubten Arbeitnehmerüberlassung in …
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Auch der Hinweis des Klägers auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Februar 2003 (- 5 StR 165/02 - NJW 2003, 1821) ist nicht ergiebig. - BAG, 25.04.2001 - 5 AZR 368/99
Gleichbehandlung von Teilzeitkräften
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Es reicht aus, dass die Gewährung von Individualschutz wenigstens eines der vom Gesetzgeber mit der Norm verfolgten Anliegen ist, selbst wenn auf die Allgemeinheit gerichtete Schutzzwecke ganz im Vordergrund stehen (BAG 25. April 2001 - 5 AZR 368/99 - BAGE 97, 350 = AP BeschFG 1985 § 2 Nr. 80 = EzA BeschFG 1985 § 2 Nr. 64 mwN). - BGH, 04.07.1989 - VI ZR 23/89
Anforderungen an die Annahme eines Betriebsleiters im strafrechtlichen Sinne
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Es handelt sich insoweit um ein Schutzgesetz iSd. § 823 Abs. 2 BGB zugunsten der Sozialversicherungsträger, denn § 266a Abs. 1 StGB schützt das Interesse der Solidargemeinschaft an der Sicherstellung des Sozialversicherungsaufkommens; der einzelne Arbeitnehmer erleidet aber durch das Nichtabführen der Beiträge regelmäßig keinen Nachteil (BAG 26. Februar 2003 - 5 AZR 690/01 - BAGE 105, 187 = AP BGB § 134 Nr. 24 = EzA BGB 2002 § 134 Nr. 1; BGH 4. Juli 1989 - VI ZR 23/89 - VersR 1989, 922; zur Vorläuferregelung: 29. Februar 1972 - VI ZR 199/70 - BGHZ 58, 199, 201;… Tröndle/Fischer StGB 52. Aufl. § 266a Anm. 2). - LAG Düsseldorf, 21.09.2004 - 8 (6) Sa 1152/04
Haftung für nicht gedeckte Beiträge zur Urlaubs- und Lohnausgleichskasse
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf vom 21. September 2004 - 8 (6) Sa 1152/04 - wird zurückgewiesen. - BAG, 06.11.2002 - 5 AZR 487/01
Spielbank - Automatenspielsaal - Trinkgeldverteilung
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Die Schaffung eines individuellen Schadensersatzanspruchs muss in den betreffenden Fällen sinnvoll und im Lichte des haftungsrechtlichen Gesamtsystems tragbar erscheinen, um auszuschließen, dass die Entscheidung des Gesetzgebers gegen eine allgemeine Haftung für Vermögensschäden unterlaufen wird (BAG 6. November 2002 - 5 AZR 487/01 - AP GG Art. 3 Nr. 300). - BGH, 29.02.1972 - VI ZR 199/70
§ 533 RVO als Schutzgesetz für Ersatzkassen
Auszug aus BAG, 18.08.2005 - 8 AZR 542/04
Es handelt sich insoweit um ein Schutzgesetz iSd. § 823 Abs. 2 BGB zugunsten der Sozialversicherungsträger, denn § 266a Abs. 1 StGB schützt das Interesse der Solidargemeinschaft an der Sicherstellung des Sozialversicherungsaufkommens; der einzelne Arbeitnehmer erleidet aber durch das Nichtabführen der Beiträge regelmäßig keinen Nachteil (BAG 26. Februar 2003 - 5 AZR 690/01 - BAGE 105, 187 = AP BGB § 134 Nr. 24 = EzA BGB 2002 § 134 Nr. 1; BGH 4. Juli 1989 - VI ZR 23/89 - VersR 1989, 922; zur Vorläuferregelung: 29. Februar 1972 - VI ZR 199/70 - BGHZ 58, 199, 201;… Tröndle/Fischer StGB 52. Aufl. § 266a Anm. 2).
- LAG Düsseldorf, 02.05.2016 - 9 Sa 29/16
Rechtsfolgen der Nichterfüllung auf die Bundesagentur für Arbeit gem. § 115 SGB X …
Es reicht aus, dass die Gewährung von Individualschutz wenigstens eines der vom Gesetzgeber mit der Norm verfolgten Anliegen ist, selbst wenn auf die Allgemeinheit gerichtete Schutzzwecke ganz im Vordergrund stehen (BAG v. 18.08.2005 - 8 AZR 542/04, juris; BAG v. 25.04.2001 - 5 AZR 368/99, AP BeschFG 1985 § 2 Nr. 80).Die Schaffung eines individuellen Schadensersatzanspruchs muss in den betreffenden Fällen sinnvoll und im Lichte des haftungsrechtlichen Gesamtsystems tragbar erscheinen, um auszuschließen, dass die Entscheidung des Gesetzgebers gegen eine allgemeine Haftung für Vermögensschäden unterlaufen wird (BAG v. 18.08.2005 - 8 AZR 542/04, juris; BAG v. 06.11.2002 - 5 AZR 487/01, AP GG Art. 3 Nr. 300).
Denn es dient dem Schutzinteresse der Arbeitnehmer an der treuhänderischen Verwaltung von Teilen ihres Arbeitseinkommens (BAG v. 18.08.2005 - 8 AZR 542/04, juris; BGH v. 29.09.2008 - II ZR 162/07, NJW 2009, 295; LAG Düsseldorf v. 12.09.2015 - 12 Sa 175/15, juris; LAG Hamm v. 18.07.2014 - 10 Sa 1492/13, juris; OLG Celle v. 01.07.1991 - 3 Ss 77/91, NJW 1992, 190; Tröndle/Fischer § 266 a Rz.2).
Rn. 83 (1)Im Unterschied zu Abs. 1 u. 2 schützt Abs. 3 von § 266a StGB ausschließlich das Vermögen des betroffenen Arbeitnehmers, was sowohl aus der Entstehungsgeschichte als auch daraus folgt, dass der Tatbestand bei einer rechtzeitigen Unterrichtung des Arbeitnehmers entfällt (vgl. BAG v. 18.08.2005 - 8 AZR 542/04, juris; OLG Celle v. 01.07.1991 - 3 Ss 77/91, NJW 1992, 190; BT-Drs. 10/5058 S. 31;… Schönke/Schröder/Perron StGB § 266a Rz. 2;… LK/Möhrenschlager, § 266a Rz. 11; Tröndle/Fischer § 266 a Rz.2;… Lackner/Kühl § 266a Rz. 1, vgl auch BT-Drs. 10/318 S. 26).
Es geht um Bestandteile des Lohnes, nicht aber um vom Arbeitgeber zu tragende Beiträge (vgl. BAG v. 18.08.2005 - 8 AZR 542/04, juris; OLG Celle v. 01.07.1991 - 3 Ss 77/91, NJW 1992, 190).
Auch wenn dies nicht zwingend erforderlich ist (so zutreffend auch LAG Düsseldorf v. 12.09.2015 - 12 Sa 175/15, juris), zeigt sich doch aufgrund der Tatbestandstruktur des § 266a StGB deutlich, dass Abs. 3 das Vermögen des betroffenen Arbeitnehmers schützen soll (schon oben BAG v. 18.08.2005 - 8 AZR 542/04, juris; OLG Celle v. 01.07.1991 - 3 Ss 77/91, NJW 1992, 190; BT-Drs. 10/5058 S. 31;… Schönke/Schröder/Perron StGB § 266a Rz. 2).
- BAG, 30.03.2023 - 8 AZR 120/22
Mindestlohn - GmbH-Geschäftsführer - Durchgriffshaftung
Insoweit reicht es aus, dass die Gewährung von Individualschutz wenigstens eines der vom Gesetzgeber mit der Norm verfolgten Anliegen ist, selbst wenn auf die Allgemeinheit gerichtete Schutzzwecke ganz im Vordergrund stehen (…vgl. BAG 21. November 2006 - 9 AZR 206/06 - Rn. 40; 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - zu II 2 c aa der Gründe; 6. November 2002 - 5 AZR 487/01 - zu II 4 a der Gründe; 25. April 2001 - 5 AZR 368/99 - zu B II 1 b aa der Gründe mwN, BAGE 97, 350;… ebenso BGH 14. Juni 2022 - VI ZR 110/21 - Rn. 9;… 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18 - Rn. 12;… 13. März 2018 - VI ZR 143/17 - Rn. 27 mwN, BGHZ 218, 96).Dabei muss in umfassender Würdigung des gesamten Regelungszusammenhangs, in den die Norm gestellt ist, geprüft werden, ob es in der Tendenz des Gesetzgebers liegen konnte, an die Verletzung des geschützten Interesses die deliktische Einstandspflicht des dagegen Verstoßenden mit allen damit zugunsten des Geschädigten gegebenen Haftungs- und Beweiserleichterungen zu knüpfen (vgl. BAG 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - zu II 2 c aa der Gründe; 6. November 2002 - 5 AZR 487/01 - zu II 4 a der Gründe; 25. April 2001 - 5 AZR 368/99 - zu B II 1 b aa der Gründe, BAGE 97, 350;… BGH 14. Juni 2022 - VI ZR 110/21 - Rn. 10;… 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18 - Rn. 13;… 22. Juni 2010 - VI ZR 212/09 - Rn. 26 mwN, BGHZ 186, 58).
Rn. 31 (4) Eine andere Bewertung ist - entgegen der Rechtsansicht des Klägers - auch nicht deshalb geboten, weil es sich bei § 266a Abs. 2 und Abs. 3 StGB anerkanntermaßen um Schutzgesetze zugunsten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (vgl. BAG 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - zu II 2 c aa der Gründe) handelt, wobei diese Bestimmungen ihrerseits iVm. § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB eine Haftung der Geschäftsführer einer GmbH nach § 823 Abs. 2 BGB gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der GmbH begründen können (…zur Haftung gegenüber dem Sozialversicherungsträger nach § 266a Abs. 1 StGB: vgl. zB BGH 11. Juni 2013 - II ZR 389/12 - Rn. 13;… 2. Dezember 2010 - IX ZR 247/09 - Rn. 19, BGHZ 187, 337; 15. Oktober 1996 - VI ZR 319/95 - zu II der Gründe, BGHZ 133, 370).
§ 266a Abs. 2 und Abs. 3 StGB sind deshalb als Schutzgesetze iSv. § 823 Abs. 2 BGB anerkannt, weil sie dem Schutzinteresse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an der treuhänderischen Verwaltung von Teilen ihres Arbeitseinkommens dienen (vgl. BAG 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - aaO).
- BAG, 30.03.2023 - 8 AZR 199/22
Schadensersatz wegen unterlassener Zahlung eines Arbeitsentgelts in Höhe des …
Insoweit reicht es aus, dass die Gewährung von Individualschutz wenigstens eines der vom Gesetzgeber mit der Norm verfolgten Anliegen ist, selbst wenn auf die Allgemeinheit gerichtete Schutzzwecke ganz im Vordergrund stehen (…vgl. BAG 21. November 2006 - 9 AZR 206/06 - Rn. 40; 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - zu II 2 c aa der Gründe; 6. November 2002 - 5 AZR 487/01 - zu II 4 a der Gründe; 25. April 2001 - 5 AZR 368/99 - zu B II 1 b aa der Gründe mwN, BAGE 97, 350;… ebenso BGH 14. Juni 2022 - VI ZR 110/21 - Rn. 9;… 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18 - Rn. 12;… 13. März 2018 - VI ZR 143/17 - Rn. 27 mwN, BGHZ 218, 96).Dabei muss in umfassender Würdigung des gesamten Regelungszusammenhangs, in den die Norm gestellt ist, geprüft werden, ob es in der Tendenz des Gesetzgebers liegen konnte, an die Verletzung des geschützten Interesses die deliktische Einstandspflicht des dagegen Verstoßenden mit allen damit zugunsten des Geschädigten gegebenen Haftungs- und Beweiserleichterungen zu knüpfen (vgl. BAG 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - zu II 2 c aa der Gründe; 6. November 2002 - 5 AZR 487/01 - zu II 4 a der Gründe; 25. April 2001 - 5 AZR 368/99 - zu B II 1 b aa der Gründe, BAGE 97, 350;… BGH 14. Juni 2022 - VI ZR 110/21 - Rn. 10;… 23. Juli 2019 - VI ZR 307/18 - Rn. 13;… 22. Juni 2010 - VI ZR 212/09 - Rn. 26 mwN, BGHZ 186, 58).
Rn. 31 (4) Eine andere Bewertung ist - entgegen der Rechtsansicht des Klägers - auch nicht deshalb geboten, weil es sich bei § 266a Abs. 2 und Abs. 3 StGB anerkanntermaßen um Schutzgesetze zugunsten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (vgl. BAG 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - zu II 2 c aa der Gründe) handelt, wobei diese Bestimmungen ihrerseits iVm. § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB eine Haftung der Geschäftsführer einer GmbH nach § 823 Abs. 2 BGB gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der GmbH begründen können (…zur Haftung gegenüber dem Sozialversicherungsträger nach § 266a Abs. 1 StGB: vgl. zB BGH 11. Juni 2013 - II ZR 389/12 - Rn. 13;… 2. Dezember 2010 - IX ZR 247/09 - Rn. 19, BGHZ 187, 337; 15. Oktober 1996 - VI ZR 319/95 - zu II der Gründe, BGHZ 133, 370).
§ 266a Abs. 2 und Abs. 3 StGB sind deshalb als Schutzgesetze iSv. § 823 Abs. 2 BGB anerkannt, weil sie dem Schutzinteresse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an der treuhänderischen Verwaltung von Teilen ihres Arbeitseinkommens dienen (vgl. BAG 18. August 2005 - 8 AZR 542/04 - aaO).
- LAG Düsseldorf, 02.09.2015 - 12 Sa 175/15
Persönliche Haftung des Geschäftsführers einer GmbH wegen unterbliebener …
§ 266a Abs. 3 StGB ist hinsichtlich abzuführender Teile des Arbeitsentgelts ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB zu Gunsten des Arbeitnehmers (BAG 18.08.2005 - 8 AZR 542/04, DB 2005, 2414, Rn. 22;… LAG Hamm 18.07.2014 - 10 Sa 1492/13, juris Rn. 49;… s.a. BGH 29.09.2008 - II ZR 162/07, NJW 2009, 295 Rn. 10).Maßgeblich ist dabei, dass es sich um Teile des Lohns handelt (…vgl. so z.B. Schönke/Schröder/Perron, StGB, 29. Aufl. 2014, § 266a Rn. 13) und nicht um eigene Beiträge des Arbeitgebers (vgl. dazu BAG 18.08.2005 a.a.O. Rn. 24).
Richtig ist, dass dann nicht von Teilen des Arbeitsentgelts i.S.v. § 266a Abs. 3 StGB auszugehen ist, wenn es um eigene Beitragspflichten des Arbeitgebers aus eigenen Mitteln, wie z.B. bei der Urlaubskasse, geht (BAG 18.08.2005 a.a.O. Rn. 24).
- LAG Hamm, 18.07.2014 - 10 Sa 1492/13
Haftung der Geschäftsführer einer GmbH für die Nichtabführung von …
§ 266a Abs. 3 StGB ist hinsichtlich abzuführender Teile des Arbeitsentgelts ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB zu Gunsten des Arbeitnehmers (vgl. BAG 18.08.2005 - 8 AZR 542/04 - NJW 2005, 3739; BGH 29.09.2008 - II ZR 162/07 - NJW 2009, 295 f.).Danach ist § 266a Abs. 3 StGB als Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB anzusehen, denn es dient dem Schutzinteresse der Arbeitnehmer an der treuhänderischen Verwaltung von Teilen ihres Arbeitseinkommens (vgl. BAG 18.08.2005 - 8 AZR 542/04 - NJW 2005, 3739).
Jedoch begleicht der Arbeitgeber mit der Einzahlung der Beiträge keine Schulden des Arbeitnehmers, sondern erbringt seinen eigenen Beitrag zu dem Umlageverfahren (vgl. BAG 18.08.2005 - 8 AZR 542/04 - NJW 2005, 3739).
- BGH, 11.04.2017 - 4 StR 252/16
Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (Veruntreuung: rechtliche Pflicht …
Zahlungen, die der Arbeitgeber aufgrund einer eigenen, wenn auch im Interesse der Arbeitnehmer bestehenden Beitragsverpflichtung zu erbringen hat, unterfallen dagegen nicht der Strafnorm des § 266a Abs. 3 StGB (vgl. BAG, NJW 2005, 3739, 3740; LAG Hamm…, Urteil vom 18. Juli 2014 - 10 Sa 1492/13, juris Rn. 76). - LAG Rheinland-Pfalz, 01.03.2024 - 8 Sa 361/22
Durchgriffshaftung des Notgeschäftsführers einer GmbH wegen Nichtabführung von …
Damit handelt es sich nicht um Zahlungen, die der Arbeitgeber aufgrund einer eigenen - wenn auch im Interesse des Arbeitnehmers bestehenden - Beitragsverpflichtung zu erbringen hat, die dem Tatbestand des § 266a Abs. 3 StGB nicht unterfielen (BAG 18.08.2005 - 8 AZR 542/04 - Rn. 23;… BGH 11.04.2017 - 4 StR 252/16 - Rn. 4;… LAG Düsseldorf 02.09.2015 - 12 Sa 175/15 - Rn. 111 f.;… LAG Hamm 18.07.2014 - 10 Sa 1492/13 - Rn. 76, juris).
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Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04 |
Volltextveröffentlichungen (6)
- openjur.de
Kein Anspruch auf zweiwöchige Beurlaubung vom Besuch der Schule
- Judicialis
SchG § 72; ; SchulbesuchsVO § 4
- ra.de
- rechtsportal.de
SchulG § 72; SchulbesuchsVO § 4
Sonstiges Schulrecht - Grundschule, Schulpflicht, Schulbesuchspflicht, Beurlaubung, Regelfall - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz frei)
Beurlaubung von Schülern - Beurlaubung von Schülern wegen Familienreise
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (5)
- VGH Baden-Württemberg (Pressemitteilung)
Schulbesuchspflicht geht Urlaubswunsch vor
- anwalt-suchservice.de (Kurzinformation)
Schulpflicht ist gegenüber Urlaubswünschen vorrangig!
- anwalt.de (Kurzinformation)
Können Kinder wegen Urlaub von der Schule befreit werden?
- kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)
Schulbesuchspflicht geht Urlaubswunsch vor
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Anspruch auf zweiwöchige Beurlaubung schulpflichtiger Kinder vom Besuch der Schule ; Private Fernreise außerhalb der Ferienzeit als Anlass für die begehrte Beurlaubung; Beurteilung des Feststellungsinteresses im Hinblick auf ein anhängiges Ordnungswidrigkeitenverfahren; ...
Verfahrensgang
- VG Freiburg, 20.10.2004 - 2 K 1803/04
- VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
Papierfundstellen
- NJW 2005, 3739 (Ls.)
- NVwZ-RR 2005, 721
- VBlBW 2005, 318
- DÖV 2006, 703
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (7)
- BVerwG, 10.03.2004 - 7 AV 4.03
Berufungszulassung; Zulassungsgründe; ernstliche Zweifel; tragende …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
Ausgehend hiervon werden ernstliche Zweifel an der Richtigkeit der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung mit dem Antragsvorbringen jedenfalls im Ergebnis (vgl. dazu BVerwG, Beschluss vom 10.03.2004 - 7 AV 4/03 -, DVBl. 2004, 838 = NVwZ-RR 2004, 542) nicht hervorgerufen.Die Kläger sind vom Senat auf diesen Gesichtspunkt auch hingewiesen worden (vgl. BVerwG, Beschluss vom 10.03.2004 - 7 AV 4/03 -, a.a.O.).
- BVerwG, 30.01.1986 - 2 C 24.84
Beamtenrecht - Sonderurlaub - Dienstlicher Grund - Vertretungsmöglichkeit
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
bis zum 19.12.2003 sondern bereits ab dem 08.12.2003 bis zum 19.12.2003 dem Unterricht ferngeblieben sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 30.01.1986 - 2 C 24/84 -, Buchholz 232 § 89 BBG Nr. 15). - BVerwG, 29.01.1987 - 2 C 12.85
Beamtenrecht - Sonderurlaub - Bildungsreise
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
Der Formulierung in "besonders begründeten Ausnahmefällen" ist auch mit Blick auf die in den Absätzen 2 und 3 aufgezählten Beispielfälle zu entnehmen, dass es sich um vom Regefall abweichende Sachverhalte handeln muss, um eine Beurlaubung vom Schulbesuch zu rechtfertigen (vgl. auch BVerwG, Urteil vom 29.01.1987 - 2 C 12/85 -, DÖV 1987, 156).
- BVerfG, 23.06.2000 - 1 BvR 830/00
Anforderungen an die Begründung des Antrags auf Zulassung der Berufung im …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
Dies ist bereits dann ausreichend dargelegt, wenn ein einzelner tragender Rechtssatz oder eine erhebliche Tatsachenfeststellung mit schlüssigen Gegenargumenten in Frage gestellt werden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 23.06.2000 - 1 BvR 830/00 -, VBlBW 2000, 392; Beschlüsse des Senats vom 27.01.2004 - 9 S 1343/03 -, NVwZ-RR 2004, 416 und vom 17.03.2004 - 9 S 2492/03 -). - BVerwG, 19.08.1997 - 7 B 261.97
Begründung einer Nichtzulassungsbeschwerde - Darlegung der Grundsatzbedeutung - …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
Die Darlegung dieser Voraussetzungen verlangt vom Kläger, dass er unter Durchdringung des Streitstoffes eine konkrete Rechts- oder Tatsachenfrage aufwirft, die für die Entscheidung im Berufungsverfahren erheblich sein wird, und einen Hinweis auf den Grund gibt, der ihre Anerkennung als grundsätzlich bedeutsam rechtfertigen soll (vgl. BVerwG, Beschluss vom 19.08.1997 - 7 B 261/97 -, NJW 1997, 3328). - VGH Baden-Württemberg, 27.01.2004 - 9 S 1343/03
Zur Zulässigkeit einer unangemeldeten Kontrolle in einer Apotheke im Rahmen der …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
Dies ist bereits dann ausreichend dargelegt, wenn ein einzelner tragender Rechtssatz oder eine erhebliche Tatsachenfeststellung mit schlüssigen Gegenargumenten in Frage gestellt werden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 23.06.2000 - 1 BvR 830/00 -, VBlBW 2000, 392; Beschlüsse des Senats vom 27.01.2004 - 9 S 1343/03 -, NVwZ-RR 2004, 416 und vom 17.03.2004 - 9 S 2492/03 -). - VG Freiburg, 20.10.2004 - 2 K 1803/04
Zur Beurlaubung schulpflichtiger Kinder vom Schulbesuch für eine Bildungsreise
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 25.02.2005 - 9 S 2735/04
Der Antrag der Kläger auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg vom 20. Oktober 2004 - 2 K 1803/04 - wird abgelehnt.
- OVG Hamburg, 07.10.2014 - 3 Bf 86/12
Anfechtung einer angekündigten Widerspruchsrücknahmeerklärung; Zulässigkeit eines …
(3.2) Eine weitere Ausnahme erkennt die Rechtsprechung bei Rücknahmeerklärungen in Gerichtsverfahren an, wenn die Rücknahmeerklärung für das Gericht und den Prozessgegner sogleich als Versehen offenbar und deshalb nach Treu und Glauben als unwirksam zu behandeln ist (…vgl. BVerwG, Urt. v. 6.12.1996, a. a. O., Rn. 14; Urt. v. 15.6.2005, NVwZ-RR 2005, 721, juris Rn. 15 f.).Die Erklärung bezog sich eindeutig auf das mit Schreiben vom 6. Juni 2006 eingeleitete Widerspruchsverfahren; eine Verfahrensverwechselung (zu einem solchen Fall vgl. BVerwG, Urt. v. 15.6.2005, a. a. O.) war ausgeschlossen.
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