Rechtsprechung
| RG, 27.11.1934 - VII 183/34 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- RGZ 146, 52
Wird zitiert von ... (10)
- BGH, 02.03.1978 - III ZR 99/76
Bindung des Rechtsnachfolgers an Schiedsklausel
Diese Rechtsfolge beruht darauf, daß die Schiedsklausel eine Eigenschaft des abgetretenen Rechts selbst darstellt und nach dem in § 401 BGB enthaltenen Grundgedanken mit dem abgetretenen Recht auf den Erwerber übergeht, sofern nichts Gegenteiliges vereinbart oder den Umständen zu entnehmen ist (RGZ 146, 52, 55;… BGB-RGRK 12. Aufl. § 401 Rdn. 18; so bereits Kohler, Gruchot Bd. 31 S. 518 f, 523).Als § 1027 ZPO durch das Reichsgesetz vom 27. Oktober 1933 (RGBl I S. 780) die nunmehr geltende Fassung erhielt, war allgemein anerkannt, daß die Rechte und Pflichten aus Schiedsverträgen, falls die Vertragspartner nichts anderes vereinbaren, bei Abtretung der Rechte aus dem Hauptvertrag mitübergehen, ohne daß die Abtretung deswegen einer besonderen Form bedarf (RGZ 56, 182, 183; 146, 52, 56; 147, 213, 216; RG JW 1914, 90;… Stein/Jonas ZPO 12./13. Aufl. 1926 § 1025 Anm. VI;… Seuffert/Walsmann ZPO 12. Aufl. § 1025 Anm. 4 c;… von Staff, Das Schiedsgerichtsverfahren nach heutigem deutschen Recht, 1926, S. 80 ff).
Es fehlt aber jeder Anhalt dafür, wie schon das Reichsgericht ausgeführt hat (RGZ 146, 52, 57), daß das Gesetz auch den formlosen Übergang einer formgerecht begründeten Schiedsabrede auf Sonderrechtsnachfolger verhindern wollte.
- OLG Frankfurt, 02.01.2025 - 26 SchH 1/23
Drittwirkung einer in einem Rahmenliefervertrag enthaltenen Schiedsvereinbarung
Die im Deckungsverhältnis zwischen Versprechendem und Versprechensempfänger getroffene Schiedsvereinbarung wirkt jedenfalls zu Gunsten des Drittbegünstigten (RG, Urteil vom 27. November 1934 - VII ZR 183/34, RGZ 146, 52, 57; BGH…, Urteil vom 22. Mai 1967 - VII ZR 188/64, juris Rn. 41; BGH…, Urteil vom 31. Januar 1980 - III ZR 83/78, juris Rn. 37 ff.; vgl. auch BGH…, Beschluss vom 19. April 2018 - I ZB 52/17, juris Rn. 29 [dort das Vorliegen eines Vertrags zu Gunsten Dritter verneinend]; OLG Hamburg…, Beschluss vom 12. August 2019 - 6 Sch 2/19, juris Rn. 25 m.w.N.; KG, Urteil vom 08. Oktober 1979 - 12 U 3206/78, NJW 1980, 1342;… Zöller/Geimer, ZPO, 35. Aufl. 2024, § 1031 Rn. 19 m.w.N.;… Anders/Gehle, § 1029 Rn. 41;… Schlosser in Stein/Jonas, ZPO, 23. Aufl. 2013, § 1029 Rn. 70;… Staudinger/Klumpp, BGB, Neubearbeitung 2020, § 328 Rn. 377 [für Gerichtsstandsvereinbarungen] und Rn. 381 [für Schiedsgerichtsklauseln];… Münch in MünchKommZPO, 6. Aufl. 2022, § 1029 Rn. 58;… Schinkels in: Herberger/Martinek/Rüßmann/Weth/Würdinger, jurisPK-BGB, 10. Aufl., § 328 BGB (Stand: 20.03.2023) Rn. 37; Schütze, NJW 2014, 275 ff.;… Nagel/Gottwald, Internationales Zivilprozessrecht, 8. Aufl. 2020, Internationale Schiedsgerichtsbarkeit, Rn. 18.76;… Reithmann/Martiny, Internationales Vertragsrecht, 9. Aufl. 2022, Rn. 7.433; siehe ferner BGH…, Urteil vom 31. Januar 1980 - III ZR 83/78, juris Rn. 37 ff. im Zusammenhang mit der Ausübung eines gesellschaftsrechtlichen Eintrittsrechts; vgl. ferner BayObLG, Beschluss vom 07. Juni 2023 - 101 AR 126/23e, IWRZ 2023, 295 [für eine Gerichtsstandsvereinbarung in einem Vertrag zu Gunsten Dritter]; zustimmend Kittner, GWR 2023, 278). - BGH, 05.05.1977 - III ZR 177/74
Voraussetzungen des Erfüllungsanspruchs gegen den Handelsmakler; Unterwerfung …
Dasselbe soll im Zweifel für den Sonderrechtsnachfolger auf der Gläubigerseite (Abtretungsempfänger, Pfändungsgläubiger) gelten (RGZ 56, 182, 183; 146, 52, 55 ff; 147, 213, 216;… BGH Urt. v. 26. April 1962 - VII ZR 266/60 = LM § 1025 ZPO Nr. 18; vgl. auch BGHZ 29, 120, 122 für den Inhaber eines Konnossements).
- BGH, 18.12.1975 - III ZR 103/73
Wirksame Abtretung von Kaufpreisforderungen aus einem Getreidehandel - …
Ein davon abweichender Wille der Vertragspartner muß besonders nachgewiesen werden (RGZ 146, 52, 56; BGH LM ZPO 1025 Nr. 18; jeweils mit weiteren Nachweisen).In solchen Fällen kann der Wille der Vertragspartner dahin gehen, daß die Abrede bei einem Übergang der vertraglichen Rechte auf einen Dritten diesem gegenüber nicht gelten soll (RGZ 146, 52, 56;… Stein/Jonas/Schlosser, ZPO, 19. Aufl.§ 1025 Anm. VI 2 a.E.).
- BGH, 01.08.2002 - III ZB 66/01
Geltung einer Schiedsvereinbarung bei Übertragung eines Kommanditanteils
Die Schiedsklausel ist als "Eigenschaft" des übertragenen Rechts zu behandeln, und es ist anzunehmen, daß sie diesem entsprechend dem in § 401 BGB enthaltenen Grundgedanken nachfolgt (st. Rspr. vgl. Senatsurteil vom 2. Oktober 1997 - III ZR 2/96 - NJW 1998, 371 m.w.N.; BGH, Urteil vom 3. Mai 2000 - XII ZR 42/98 - NJW 2000, 2346; RGZ 146, 52, 56 f). - BGH, 25.10.1962 - II ZR 188/61
Schiedsklausel im Gesellschaftsvertrag einer GmbH
Die schuldrechtliche Schiedsabrede kann nur im Einverständnis aller Vertragspartner aufgehoben werden und bindet den Gesamtrechtsnachfolger eines Vertragspartners schlechthin und den Einzelrechtsnachfolger an das vom Schiedsvertrag betroffene Rechtsverhältnis, falls nicht der Schiedsvertrag etwas anderes ergibt oder ihm ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den ursprünglichen Schiedsvertragsparteien zugrunde liegt (RGZ 56, 182; 146, 52, 55 ff;… Baumbach/Schwab a.a.O. Kap. 5 D II m.w.Nachw.). - BayObLG, 25.10.2001 - 4Z SchH 6/01
Durchführbarkeit einer gesellschaftsvertraglichen Schiedsvereinbarung bei …
Für ihre Rechtsauffassung, sie sei an die unter 1.2 dargestellten Schiedsgerichtsvereinbarungen nicht mehr gebunden, weil auch diese vertragliche Bindung mit der Übertragung aller Gesellschaftsbeteiligungen auf die Erwerberin übergegangen sei, beruft sich die Antragstellerin auf höchstrichterliche Rechtsprechung (RGZ 146, 52; BGH NJW 1976, 852, NJW 1977, 1397/1398, NJW 1978, 1585/1586, NJW 1979, 2567/2568, NJW 1980, 1797, NJW 1998, 371, NJW 2000, 2346 und BGHZ 77, 32/35). - BGH, 17.06.1952 - V BLw 5/52
Abgrenzung von streitiger und freiwilliger Gerichtsbarkeit
Ausserdem läge auch der Schluss nahe, in dem Verhalten des Antragstellers, insbesondere auch in dem Verfahren vor dem Schiedsgericht, den Schluss zu ziehen, dass er sich mit der im Kaufvertrag vom 5. November 1949 zwischen B. und dem Antragsgegner vereinbarten Übernahme aller Rechte und Pflichten aus dem Vertrage vom 29. Juni 1946 durch den Antragsgegner einverstanden erklärt hat und der Antragsgegner damit entsprechend dem Willen aller drei an der Angelegenheit Beteiligten schon vor seiner Eintragung als Eigentümer die Rechtsstellung als Verpächter und Vertragspartei aus der Schiedsgerichtsvereinbarung in Nr. 10 des Vertrages vom 29. Juni 1946 sowie der Zusatzvereinbarung vom 23. Mai 1947 (vgl. auch RGZ 146, 52; 147, 216 unter II) erlangt hat. - BGH, 18.12.1958 - II ZR 351/56
Schiedsgerichtsklausel im Konnossement
Dagegen ist für das Rechtsverhältnis zwischen der Beklagten und der Klägerin als der Rechtsnachfolgerin der konnossementsmäßigen Empfängerin des Gutes (vgl. dazu RGZ 146, 52, 56), der Firma August T... & Co., das Konnossement maßgebend (§ 656 Abs. 1). - BGH, 21.06.1965 - VII ZR 234/63
Höhe des Auseinandersetzungsguthabens ausscheidender Kommanditisten - Auslegung …
Der Übergang der Schiedsabrede auf den Gesamt- oder Sonderrechtcnachfolger ist das Übliche (BGH LM Nr. 18 zu § 1025 ZPO; RG JW 1925, 2608); nur in Ausnahmefällen, die besonders dargetan werden müssen, wird etwas anderes zu gelten haben (RGZ 56, 182; 146, 52, 56).
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