Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 22.01.1998 - 2 Ws 306/97 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Tod eines Angeklagten als stärkstes Verfahrenshindernis; Rechtsfolgen beim Eintritt des Todes eines Angeklagten; Abänderung eines Urteils nach Kenntniserlangung eines Gerichts über den Tod eines Angeklagten vor Urteilsspruch; Statthaftigkeit einer sofortigen Beschwerde
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- AG Cottbus - 70 Gs 785/96
- LG Cottbus, 04.11.1997 - 26 Os 312/96
- OLG Brandenburg, 22.01.1998 - 2 Ws 306/97
Papierfundstellen
- StraFo 1998, 212
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (4)
- BGH, 09.11.1982 - 1 StR 687/81
Erledigung des staatlichen Strafanspruchs - Wirkungen des Todes eines Angeklagten …
Auszug aus OLG Brandenburg, 22.01.1998 - 2 Ws 306/97
Der staatliche Strafanspruch, der sich nur gegen eine lebende Person richten kann, hat seine Erledigung gefunden (vgl. BGH NStZ 83, 179; OLG Düsseldorf VRs 86 122 ff.; OLG Stuttgart Justiz 85, 176 ff.; OLG Karlsruhe Justiz 83, 132). - OLG Düsseldorf, 30.08.1993 - 1 Ws 580/93
Tod des Angeklagten; Entscheidung des Strafverfahrens; Verfahrenseinstellung; …
Auszug aus OLG Brandenburg, 22.01.1998 - 2 Ws 306/97
Der staatliche Strafanspruch, der sich nur gegen eine lebende Person richten kann, hat seine Erledigung gefunden (vgl. BGH NStZ 83, 179; OLG Düsseldorf VRs 86 122 ff.; OLG Stuttgart Justiz 85, 176 ff.; OLG Karlsruhe Justiz 83, 132). - OLG Schleswig, 23.01.1978 - 1 Ss 534/77
Auszug aus OLG Brandenburg, 22.01.1998 - 2 Ws 306/97
Der Senat verweist hierzu auf die Entscheidung des OLG Schleswig vom 23. Januar 1978 - 1 St 534/77 -, veröffentlicht in NJW 1978, Seite 1016 ff., wonach eine in Unkenntnis des Todes des Angeklagten ergangene Entscheidung auch dann zurückgenommen werden kann, wenn diese unanfechtbar ist. - OLG Bremen, 01.08.1986 - Ws 110/86
Auszug aus OLG Brandenburg, 22.01.1998 - 2 Ws 306/97
Denn eine weitere Beschwerde im Sinne der genannten Vorschrift liegt immer schon dann vor, wenn bereits zwei Rechtsmittelzüge vorangegangen sind, sich die vom Beschwerdegericht getroffene Entscheidung also mit dem gleichen Verfahrensgegenstand befaßt hat wie die Entscheidung des unteren Gerichts, mag die Beschwer für den Rechtsmittelführer der weiteren Beschwerde auch erst durch die Beschwerdeentscheidung eingetreten, er also der Gegner der ursprünglichen Beschwerdeführerin sein (vgl. OLG Bremen, NStZ 1986, 524 mit zahlreichen weiteren Nachweisen, Kleinknecht/Meyer-Goßner, StPO , 43. Aufl., § 310 Rdn. 1 ;… KK-Engelhardt, StPO , 3. Aufl., § 3 ,10 Rdn. 1 und 2;… Löwe-Rosenberg-Gollwitzer, StPO , 24. Aufl., § 310 Rdn. 9).
- BGH, 08.06.1999 - 4 StR 595/97
Tod des Betroffenen; Einstellung; Rechtsbeschwerdeverfahren; Bußgeldverfahren
OLG StraFo 1998, 212; Tolksdorf in KK/StPO 4. Aufl. § 206 a Rdn. 9; Franke in KK/StPO 4. Aufl. § 465 Rdn. 6; Paulus in KMR 8. Aufl. § 464 Rdn. 27; K. Schäfer in Löwe/Rosenberg StPO 24. Aufl. Einl. Kap. 12 Rdn. 105b; Göhler aaO vor § 67 Rdn. 21, vor § 105 Rdn. 20; Rebmann/Roth/Herrmann OWiG 3. Aufl. § 105 Rdn. 21, D. Meyer, Strafrechtsentschädigung und Auslagenerstattung 4. Aufl. vor §§ 1 bis 6 Rdn. 24 ff., § 6 Rdn. 33; Kleinknecht MDR 1972, 1051; Bloy GA 1980, 161, 167 ff.; G. Schäfer, Die Praxis des Strafverfahrens 5. Aufl. Rdn. 112; Fezer, Strafprozeßrecht 2. Aufl. Fall 9 Rdn. 139.Die Ansicht, der Tod sei ein Verfahrenshindernis, das den Prozeß von selbst beende (vgl. OLG Hamburg NJW 1983, 464, 465; Brandenburg. OLG StraFo 1998, 212-, Roxin, Strafverfahrensrecht 25. Aufl. § 21 Rdn. 9-, Kleinknecht MDR 1972, 1051), widerspricht dem einheitlichen Begriff des Verfahrenshindernisses und findet im Gesetz (§ 206 a StPO) keine Stütze (…Meyer-Goßner in Löwe/Rosenberg 23. Aufl. § 206 a Rdn. 28; Pflüger NJW 1983, 1894 f.).
Würde, das Strafverfahren von selbst enden, könnte der nach dem Gesetz bereits eingetretene Verfall nicht mehr, wie in § 124 StPO vorausgesetzt, festgestellt werden (vgl. Brandenburg. OLG StraFo 1998, 212).
- BGH, 04.03.1999 - 4 StR 595/97
Vorlagebeschluß; Verfahrenseinstellung wegen Tod des Betroffenen
OLG StraFo 1998, 212; Tolksdorf in KK/StPO 4. Aufl. § 206 a Rdn. 9; Franke in KK/StPO 4. Aufl. § 465 Rdn'.Die Auffassung, der Tod sei ein Verfahrenshindernis, das den Prozeß von selbst beende (vgl. OLG Hamburg NJW 1983, 464, 465; Brandenburg. OLG StraFo 1998, 212;… Roxin, Strafverfahrensrecht 25. Aufl. § 21 Rdn. 9; Kleinkecht MDR 1972, 1051) widerspricht dem einheitlichen Begriff des Verfahrenshindernisses und findet im Gesetz (§ 206 a StPO) keine Stütze (…MeyerGoßner in Löwe/Rosenberg 23. Aufl. § 206 a Rdn. 28; Pflüger NJW 1983, 1894 f.).
Endete das Strafverfahren von selbst, so könnte der nach dem Gesetz bereits eingetretene Verfall nicht mehr, wie in § 124 StPO vorausgesetzt, festgestellt werden (vgl. Brandenburg. OLG StraFo 1998, 212).
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