Rechtsprechung
| BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Berichtigter Gewerbesteuerbescheid - Anfechtung - Einwand der Verfassungswidrigkeit
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BStBl II 1968, 513
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (15)
- BVerfG, 13.07.1965 - 1 BvR 771/59
Zweigstellensteuer
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Nachdem das Bundesverfassungsgericht durch Urteil vom 13. Juli 1965 (BVerfGE 19, 101) die Zweigstellensteuer für Wareneinzelhandelsunternehmen für verfassungswidrig erklärt hatte, entsprach der Beklagte für das Kalenderjahr 1955 dem Klageantrag in vollem Umfange, erstattete jedoch für das Kalenderjahr 1954 nur 464, 45 DM, den Mehrbetrag an Zweigstellensteuer gegenüber dem Bescheid vom 27. September 1956.Hierzu beruft sich die Klägerin auch darauf, daß die Rechtsauffassung des Berufungsgerichts in Widerspruch zu den Zweigstellensteuer-Urteilen des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Juli 1965 (BVerfGE 19, 101) und vom 14. Februar 1967 (BVerfGE 21, 160) stünde.
Die Entscheidung des Berufungsgerichts rechtfertigt sich vielmehr, da es allein um die Auswirkungen eines die Verfassungswidrigkeit einer Steuernorm (§ 17 GewStG) feststellenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 19, 101) geht, aus § 79 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht vom 12. März 1951 (BGBl I S. 243) -- BVerfGG -- in Verbindung mit § 212b Abs. 3 AO.
Läge nur dieser Steuerbescheid vor, so wäre außer Frage, daß das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungswidrigkeit der Zweigstellensteuer (BVerfGE 19, 101) den Steuerbescheid unberührt ließe und deswegen eine Verpflichtung, den auf der nichtigen Norm beruhenden Akt aufzuheben, nicht bestand (vgl. BVerfGE 20, 230 [235]).
Aus den beiden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Juli 1965 (BVerfGE 19, 101) und vom 14. Februar 1967 (BVerfGE 21, 160) ergibt sich für die in diesem Verfahren zu entscheidende Frage nichts.
- BVerfG, 14.02.1967 - 1 BvR 25/64
Ausnahmen von der Gleichheit eines Hebesatzes für alle in einer Gemeinde …
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Hierzu beruft sich die Klägerin auch darauf, daß die Rechtsauffassung des Berufungsgerichts in Widerspruch zu den Zweigstellensteuer-Urteilen des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Juli 1965 (BVerfGE 19, 101) und vom 14. Februar 1967 (BVerfGE 21, 160) stünde.Aus den beiden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Juli 1965 (BVerfGE 19, 101) und vom 14. Februar 1967 (BVerfGE 21, 160) ergibt sich für die in diesem Verfahren zu entscheidende Frage nichts.
- BFH, 03.07.1964 - VI 78/63 S
Berufung eines Finanzamtsvorstehers gegen Einspruchsentscheidungen des …
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Mit der Qualifizierung eines Steuerbescheids nach § 212b Abs. 3 AO als Änderungsbescheid schließt sich der Senat der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu den gleichartigen Regelungen in § 218 Abs. 4 AO und § 35b GewStG an (vgl. BFH, Urteil vom 12. Juli 1963, BFH 77, 416 = BStBl 1963 III S. 471; Urteil vom 3. Juli 1964, BFH 80, 257 [264] = BStBl 1964 III S. 566 [569]; Urteil vom 1. März 1966, BFH 85, 340 = BStBl 1966 III S. 331 mit weiteren Nachweisen und auch Urteil vom 20. Januar 1965, BFH 81, 635 = BStBl 1965 III S. 228).Denn auch der Bundesfinanzhof hielt einen Änderungsbescheid, der auf einer Änderung des der Festsetzung zugrunde liegenden Bescheids beruhte, nach den Vorschriften der Abgabenordnung auch dann für nur beschränkt angreifbar, wenn der zugrunde liegende Bescheid Umstände zugunsten und zuungunsten des Steuerpflichtigen berücksichtigte (vgl. zu § 35b GewStG: BFH, Urteil vom 1. März 1966, BFH 85, 340 = BStBl 1966 III S. 331; zu § 218 Abs. 4 AO auch Urteil vom 3. Juli 1964, BFH 80, 257 [264] = BStBl 1964 III S. 566 [569], Urteil vom 12. Juli 1963, BFH 77, 416 = BStBl 1963 III S. 471).
- BFH, 12.07.1963 - VI 23/62 U
Wiederaufrollen eines Steuerfalles wegen Ersetzung eines Bescheides wegen …
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Mit der Qualifizierung eines Steuerbescheids nach § 212b Abs. 3 AO als Änderungsbescheid schließt sich der Senat der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu den gleichartigen Regelungen in § 218 Abs. 4 AO und § 35b GewStG an (vgl. BFH, Urteil vom 12. Juli 1963, BFH 77, 416 = BStBl 1963 III S. 471; Urteil vom 3. Juli 1964, BFH 80, 257 [264] = BStBl 1964 III S. 566 [569]; Urteil vom 1. März 1966, BFH 85, 340 = BStBl 1966 III S. 331 mit weiteren Nachweisen und auch Urteil vom 20. Januar 1965, BFH 81, 635 = BStBl 1965 III S. 228).Denn auch der Bundesfinanzhof hielt einen Änderungsbescheid, der auf einer Änderung des der Festsetzung zugrunde liegenden Bescheids beruhte, nach den Vorschriften der Abgabenordnung auch dann für nur beschränkt angreifbar, wenn der zugrunde liegende Bescheid Umstände zugunsten und zuungunsten des Steuerpflichtigen berücksichtigte (vgl. zu § 35b GewStG: BFH, Urteil vom 1. März 1966, BFH 85, 340 = BStBl 1966 III S. 331; zu § 218 Abs. 4 AO auch Urteil vom 3. Juli 1964, BFH 80, 257 [264] = BStBl 1964 III S. 566 [569], Urteil vom 12. Juli 1963, BFH 77, 416 = BStBl 1963 III S. 471).
- BFH, 01.03.1966 - I 259/64
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Mit der Qualifizierung eines Steuerbescheids nach § 212b Abs. 3 AO als Änderungsbescheid schließt sich der Senat der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zu den gleichartigen Regelungen in § 218 Abs. 4 AO und § 35b GewStG an (vgl. BFH, Urteil vom 12. Juli 1963, BFH 77, 416 = BStBl 1963 III S. 471; Urteil vom 3. Juli 1964, BFH 80, 257 [264] = BStBl 1964 III S. 566 [569]; Urteil vom 1. März 1966, BFH 85, 340 = BStBl 1966 III S. 331 mit weiteren Nachweisen und auch Urteil vom 20. Januar 1965, BFH 81, 635 = BStBl 1965 III S. 228).Denn auch der Bundesfinanzhof hielt einen Änderungsbescheid, der auf einer Änderung des der Festsetzung zugrunde liegenden Bescheids beruhte, nach den Vorschriften der Abgabenordnung auch dann für nur beschränkt angreifbar, wenn der zugrunde liegende Bescheid Umstände zugunsten und zuungunsten des Steuerpflichtigen berücksichtigte (vgl. zu § 35b GewStG: BFH, Urteil vom 1. März 1966, BFH 85, 340 = BStBl 1966 III S. 331; zu § 218 Abs. 4 AO auch Urteil vom 3. Juli 1964, BFH 80, 257 [264] = BStBl 1964 III S. 566 [569], Urteil vom 12. Juli 1963, BFH 77, 416 = BStBl 1963 III S. 471).
- BVerfG, 11.10.1966 - 1 BvR 164/64
Verfassungsmäßigkeit des § 55c Abs. 1 LAG
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Die Vorschriften des § 79 Abs. 2 Satz 1, Satz 2 und Satz 4 BVerfGG ergeben im Zusammenhang den Rechtsgedanken, daß die unanfechtbar gewordenen fehlerhaften Akte der öffentlichen Gewalt nicht rückwirkend aufgehoben und die in der Vergangenheit von ihnen ausgegangenen nachteiligen Wirkungen nicht beseitigt werden, daß aber für die Zukunft die aus einer zwangsweisen Durchsetzung der verfassungswidrigen Entscheidungen sich ergebenden Folgen abgewendet werden sollen (BVerfGE 20, 230 [236]).Läge nur dieser Steuerbescheid vor, so wäre außer Frage, daß das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungswidrigkeit der Zweigstellensteuer (BVerfGE 19, 101) den Steuerbescheid unberührt ließe und deswegen eine Verpflichtung, den auf der nichtigen Norm beruhenden Akt aufzuheben, nicht bestand (vgl. BVerfGE 20, 230 [235]).
- BVerwG, 27.01.1966 - II C 191.62
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Dies ist schon deswegen nicht möglich, weil das Bundesverwaltungsgericht in mehreren Entscheidungen feststellte, daß ein Zweitbescheid nicht mehr der vollständigen verwaltungsgerichtlichen Überprüfung unterliege (vgl. BVerwGE 23, 175 [BVerwG 27.01.1966 - II C 191/62] mit weiteren Nachweisen). - BVerwG, 16.10.1964 - VII C 100.63
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Einer solchen Auffassung steht entgegen, daß die Gemeinde durch § 212b Abs. 3 AO gezwungen wird, bei einer Änderung des Meßbetrags und des Zerlegungsanteils einen entsprechend geänderten Realsteuerbescheid zu erlassen (vgl. hierzu BVerwGE 19, 323 [324]). - BVerwG, 27.05.1960 - VII C 7.59
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Unter den anderen Entscheidungen in einem Steuermeßbescheid, die dem Realsteuerbescheid gemäß § 212b Abs. 2 AO zugrunde zu legen sind, sind nur die Feststellungen über die Steuerschuldnerschaft (§ 212a Abs. 3 AO) zu verstehen (BVerwGE 10, 335 [336]). - BFH, 30.05.1963 - V 86/60 U
Folgen einer nichtzulässigen Berichtigungsveranlagung duch das Finanzamt
Auszug aus BVerwG, 29.03.1968 - VII C 89.66
Danach trat entweder der ursprüngliche Bescheid wieder in Kraft (vgl. BFH, Urteil vom 8. Juni 1967, BFH 89, 233 = BStBl 1967 III S. 639; Urteil vom 30. Mai 1963, BFH 77, 68 = BStBl 1963 III S. 342), oder aber es mußte eine neue Festsetzung vorgenommen werden, wobei dann die Fragen, um die es in diesem Verfahren allein geht, zu entscheiden waren. - BFH, 21.06.1967 - I 109/65
Entscheidung der Aufsichtsbehörde über einen Antrag auf Fehleraufdeckung als …
- BFH, 05.12.1950 - II z 23/50 U
Folgen der Anfechtung eines endgültigen Steuerbescheids bei zuvoriger Festsetzung …
- BFH, 08.06.1967 - IV 58/63
Aufhebung eines berichtigten Steuerbescheides ohne Möglichkeit der nachträglichen …
- BFH, 20.01.1965 - I 175/64 S
Berichtigung eines Gewerbesteuermeßbescheids unter Hinzurechnung oder Kürzung von …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 15.02.1966 - II A 1008/60
- BVerwG, 18.09.1970 - VII C 68.68
Bedeutung der Steuererklärung über die Berechnung der Lohnsummensteuer - …
Liegt danach in der widerspruchslosen Annahme der Lohnsummensteuererklärung durch den Beklagten ein Steuerbescheid und ist deswegen der Bescheid des Beklagten vom 11. Oktober 1967 ein Berichtigungsbescheid, so liegen die Verhältnisse ebenso, wie in den Verfahren, die durch Urteile des Senats vom 29. März 1968 - BVerwG VII C 64.66, BVerwG VII C 95.66, BVerwG VII C 89.66, BVerwG VII C 47.67, BVerwG VII C 115.60 - (BVerwGE 29, 270 und 276; KStZ 1968, 134) entschieden wurden. - BVerwG, 29.03.1968 - VII C 95.66
Rechtmäßigkeit einer Heranziehung zur Gewerbesteuer mit einem …
Hierzu wird auf die den Beteiligten bekannten Urteile des Senats vom 29. März 1968 - BVerwG VII C 64.66 und BVerwG VII C 89.66 - Bezug genommen.
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