Rechtsprechung
| BFH, 06.02.1973 - VII R 62/70 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Wolters Kluwer
Gestundete Steuerforderung - Aufrechnung - Aufrechnungserklärung - Wirksamer Widerruf der Stundung - Abtretung einer Steuerforderung - Vereinbarkeit mit GG - Gegenwert der abgetretenen Forderung
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 108, 564
- DB 1973, 2278
- BStBl II 1973, 513
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (3)
- BFH, 12.03.1963 - VII 98/61 U
Zur Frage des Steuergläubigers bei Aufrechnung mit oder gegen Steuerforderungen
Auszug aus BFH, 06.02.1973 - VII R 62/70
Die Aufrechnung seitens des Steuergläubigers wird allgemein für zulässig erachtet, und es wird angenommen, daß mangels besonderer Vorschriften über die Aufrechnung öffentlich-rechtlicher Forderungen die Vorschriften des BGB über die Aufrechnung (§§ 387 f.) sinngemäß Anwendung finden (vgl. Urteil des BFH vom 12. März 1963 VII 98/61 U, BFHE 76, 678, BStBl III 1963, 247). - BFH, 31.01.1958 - III 178/55 U
Erstattungsfähigkeit eines Grundsteuerbetrag, der nicht entrichtet (durch …
Auszug aus BFH, 06.02.1973 - VII R 62/70
Zur Verwaltung der Steuern gehört auch deren Beitreibung (vgl. §§ 21 und 39a FVG a. F. und Urteil des BFH vom 31. Januar 1958 III 178/55 U, BFHE 66, 475, BStBl III 1958, 184). - RFH, 26.03.1936 - III A 117/35
Auszug aus BFH, 06.02.1973 - VII R 62/70
Der Senat folgt zwar der in dem Urteil des RFH vom 26. März 1936 III A 117/35 (RFHE 39, 180, RStBl 1936, 308) vertretenen Auffassung, daß eine Aufrechnungsmöglichkeit zum Widerruf der Stundung berechtigt, falls dieser vorbehalten war, und daß die Aufrechnungsmöglichkeit eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne des § 96 AO herbeiführt (…vgl. v. Wallis in Hübschmann-Hepp-Spitaler, a. a. O., Rdnr. 13 zu § 124;… Tipke-Kruse, a. a. O., Rdnr. 5 zu § 124).
- BFH, 05.09.1989 - VII R 33/87
Aufrechnung - Gegenseitigkeit - Verwaltungshoheit - Abtretung zwischen …
Das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 6. Februar 1973 VII R 62/70 (BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513), in dem die gegenteilige Auffassung vertreten werde, sei im hier maßgebenden Geltungsbereich der Abgabenordnung (AO 1977) nicht anwendbar.Zur Begründung berief es sich im wesentlichen auf das Urteil des Senats in BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513.
Der erkennende Senat hat dagegen entschieden, daß die Abtretung einer einzelnen Steuerforderung durch den Bund an ein Land oder umgekehrt zum Zwecke der Aufrechnung gegen einen dem Steuerpflichtigen zustehenden Steuererstattungsanspruch dann zulässig ist und nicht gegen das GG verstößt, wenn dem Zedenten der Gegenwert der abgetretenen Forderung gutgebracht wird (BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513, mit Hinweisen auf die vorangegangene Rechtsprechung).
Für die Abtretung von Steueransprüchen gelten mangels eigenständiger Vorschriften in der AO 1977 - § 46 AO 1977 gilt nicht für die Abtretung durch den Steuergläubiger - die §§ 398 ff. BGB sinngemäß (vgl. Senat in BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513, 515).
Der Senat hat zwar in seinem Urteil in BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513, 515 für den dortigen Sonderfall der Abtretung "zwecks Einziehung" und der mit dem Abtretungsvertrag in einer Urkunde zusammengefaßten Aufrechnungserklärung des nach wie vor beide Steueransprüche verwaltenden FA entschieden, daß durch diese Abtretung die Ertragshoheit des Steuergläubigers nicht beeinträchtigt werde.
- BFH, 15.06.1999 - VII R 3/97
Umsatzsteuer im Konkursverfahren
Nach der zur Reichsabgabenordnung ergangenen Rechtsprechung des Senats sind mangels besonderer Vorschriften des Steuerrechts über die Abtretung öffentlich-rechtlicher Forderungen auf seiten der Finanzbehörden die Vorschriften des BGB (§§ 398 ff.) --ebenso wie die Bestimmungen über die Aufrechnung (§§ 387 ff.)-- sinngemäß anzuwenden (Urteile vom 12. März 1963 VII 98/61 U, BFHE 76, 678, BStBl III 1963, 247, und vom 6. Februar 1973 VII R 62/70, BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513). - BFH, 21.08.2026 - IX B 34/26
Überpfändung von Geldforderungen
Hiermit dringen die Kläger aber bereits deshalb nicht durch, da eine Überpfändung nicht zur Unwirksamkeit oder Nichtigkeit der Pfändungsmaßnahme führt, sondern lediglich dessen Rechtswidrigkeit zur Folge hat (vgl. BFH-Urteil vom 06.02.1973 - VII R 62/70, BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513; BGH-Urteil vom 13.12.1984 - IX ZR 89/84, NJW 1985, 1155, unter II.2.b; Wackerbeck in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 281 AO Rz 23).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 24.07.2013 - 14 A 1407/12
Vorliegen von Einwendungen gegen die Vollstreckung aus einem …
Rn. 42 vgl. BFH, Urteile vom 06.02.1973 - VII R 62/70 -, BFHE 108, 564 = juris (…dort Rn. 17), und vom 15.06.1999 - VII R 3/97 -, BFHE 189, 14 = juris, Leitsatz 2 und zugehöriger Text, jeweils m.w.N.,.Rn. 44 vgl. BFH, Urteil vom 06.02.1973 - VII R 62/70 -, BFHE 108, 564 = juris (…dort Rn. 17),.
Rn. 50 Vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Oktober 1992 - 7 C 24.92 -, NJW 1993, 1610; BFH, Urteil vom 06.02.1973 - VII R 62/70 -, BFHE 108, 564 = juris (…dort Rn. 17); Grüneberg in: Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch, 72. Auflage, § 398 Rn. 9; Ohler, Die Abtretung öffentlich-rechtlicher Forderungen an Private, DÖV 2004, 518 (519).
- FG Hamburg, 08.04.2010 - 6 K 269/09
Abgabenordnung: Aufrechnung und Vollstreckungsaufschub
Wollte man die Vereinbarung -wie die Klägerin- als Stundungsabrede verstehen, so wäre die Gewerbesteuer 1990 zum Feststellungszeitpunkt nicht fällig und damit von der Aufrechnung ausgeschlossen gewesen (vgl. BFH-Urteil vom 06.02.1973 VII R 62/70, BFHE 108, 564, BStBl II 1973, 513; die auflösende Bedingung eines 60.000 EUR übersteigenden Gesamtbetrags der Einkünfte war unstreitig nicht eingetreten); wollte man die Vereinbarung hingegen -wie der Beklagte- als Vollstreckungsaufschub verstehen, so gilt im Ergebnis nichts anderes. - OVG Rheinland-Pfalz, 05.07.1983 - 9 C 32/82
Beitrag/Beitragsabtretung an Gemeinde
Die diesen Grundsatz einschränkende - in der Rechtsprechung der Finanzgerichtsbarkeit wie auch im Schrifttum vertretene - Auffassung, nach der die Abtretung einer Abgabenforderung an einen anderen Hoheitsträger zumindest zur Ermöglichung einer Aufrechnungslage aus "praktischem Bedürfnis" und aus dem Gesichtspunkt der "Verträglichkeit mit dem öffentlichen Interesse" für zulässig erachtet wird (BFH, Urteil vom 06.02.1973 - VII R 62/70 -, BStBl. II 1973, 513 ff.;… Hübschmann/Hepp/Spitaler, a.a.O.) kann nur auf rechtliche Bedenken stoßen.
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