Rechtsprechung
| OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Judicialis
BGB § 278; ; BGB § 831; ; ZPO § 92; ; ZPO § 97 Abs. 1; ; ZPO § 515 Abs. 3; ; ZPO § 708 Nr. 10; ; ZPO § 711; ; ZPO § 713
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Geburtsleitung durch Belegarzt - Weiterleitung durch vertretenden Arzt - Rechtsstellung der Hebamme
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Artzhaftung; Schadensersatz; Fehlerhafte Behandlung; Gemeinschaftspraxis; Geburt
Verfahrensgang
- LG Rottweil, 30.09.1999 - 2 O 624/98
- OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Papierfundstellen
- VersR 2002, 235
Wird zitiert von ... (9) Zitiert selbst (19)
- OLG Celle, 27.01.1992 - 1 U 39/90
Hebamme als Erfüllungsgehilfin des Arztes
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
S. 9; OLG Celle VersR 1999, 486 - Verkennung eines hochpathologischen CTG durch die Hebamme; OLG Frankfurt Urt. v. 11.09.95 - 8 U 30/94 - unterlassene Registrierung der kindlichen Herztöne in der Austreibungsphase; OLG Celle VersR 1993, 360 - unzureichende Überwachung der Geburt; Senat Urt. v. 20.08.92 - 14 U 3/92 = VersR 1993, 1358 = NJW 1993, 2384 - unterlassene Verständigung des Arztes durch Entbindungsschwester).Insofern setzt sich der schon vor der stationären Aufnahme bestehende und mit den Beklagten geschlossene Behandlungsvertrag im belegärztlichen Behandlungsvertrag mit den Beklagten fort (BGH v. 16.05.00 - VI ZR 321/98 - Original S. 19 unter Hinweis auf OLG Oldenburg VersR 1991, 1177, 1179 und OLG Celle VersR 1993, 360 f., jeweils mit NA BGH; Franzki/Hansen NJW 1990, 737).
Dementsprechend hat das OLG Celle den die Schwangerschaft betreuenden Gynäkologen und Belegarzt als Partner des Behandlungsvertrags gesehen, der bei Aufnahme der Schwangeren in der Belegklinik zustandegekommen ist, obwohl die Behandlung am Wochenende von dem in Praxisgemeinschaft tätigen Gynäkologen - als Vertreter des ersten Gynäkologen - durchgeführt worden ist (OLG Celle VersR 1993, 360 mit Nichtannahme BGH).
aa) Die Hebamme untersteht - soweit sie die Geburt nach Übernahme der Behandlung durch den Belegarzt betreut - dem Weisungs- und Direktionsrecht des Belegarztes und ist deshalb nicht nur seine Erfüllungs-, sondern auch seine Verrichtungsgehilfin (…Steffen/Dressier a.a.O.; BGH v. 14.02.95 - VI ZR 272/93 = BGHZ 129, 6, 11 = VersR 1995, 706 = NJW 1995, 1611; OLG Celle VersR 1999, 486; OLG München NJW-RR 1994, 1278; zur Haftung des Belegarztes für schwere Verstöße der Hebamme OLG Celle VersR 1993, 360).
- BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Haftung von Belegärzten
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
für Fehler der Hebamme bestätigt BGH v. 16.05.00 - VI ZR 321/98 - Orig.Insofern setzt sich der schon vor der stationären Aufnahme bestehende und mit den Beklagten geschlossene Behandlungsvertrag im belegärztlichen Behandlungsvertrag mit den Beklagten fort (BGH v. 16.05.00 - VI ZR 321/98 - Original S. 19 unter Hinweis auf OLG Oldenburg VersR 1991, 1177, 1179 und OLG Celle VersR 1993, 360 f., jeweils mit NA BGH; Franzki/Hansen NJW 1990, 737).
Für eine solche - die Vorteile der Inanspruchnahme einer Gemeinschaftspraxis einschränkende - Veränderung des Behandlungsverhältnisses ist von den Beklagten nichts vorgetragen (zu den Vorteilen vgl. BGH v. 16.05.00 a.a.O. S. 19).
Dieser Würdigung entspricht es, daß der Vertreter eines Arztes - als Praxis- oder Urlaubsvertreter - nicht in ein eigenes vertragliches Behandlungsverhältnis zum Patienten tritt, sondern im Rahmen eines mit dem Praxisinhaber geschlossenen Vertrags als dessen Erfüllungsgehilfe tätig wird (BGH v. 13.01.98 - IV ME 242/98 [richtig: VI ZR 242/96 - d. Red.] = VersR 1998, 457; v. 16.05.00 a.a.O. S. 20 f.; OLG Düsseldorf VersR 198, 370 f.; OLG Hamm VersR 1987, 106 mit Nichtannahme BGH).
- BGH, 29.06.1999 - VI ZR 24/98
Haftung des behandelnden Arztes für Pflichtverletzungen eines Laborarztes
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Deshalb waren beide Beklagte Partner des ambulanten - Behandlungsvertrags mit der Mutter der Klägerin und haften demnach für Versäumnisse des behandelnden Arztes gemeinschaftlich (BGH v. 29.06.99 - VI ZR 24/98 = BGHZ 142, 126 ff. = VersR 1999, 1241 = MedR 1999, 561 für den Fall der Praxisgemeinschaft von Ärzten mit gleicher Gebietsbezeichnung;… überholt die teilw.Ebenso verhält es sich bei der Einbeziehung niedergelassener Ärzte in einen Behandlungsgang, soweit diese nur eigene Behandlungsaufgaben erfüllen (Senat Urt. v. 02.07.92 - 14 U 41/91 - Tätigkeit des Anästhesisten im Belegkrankenhaus
; BGH v. 14.07.92 - VI ZR 214/91 = VersR 1992, 1263:= NJW 1992, 2962 - Vorsorgeuntersuchung U 2 eines stationär versorgten Kindes durch die Kinderärztin; BGH v. 29.06.99 - VI ZR 24/98 = VersR 1999, 1241 = MedR 1999, 561 - histologische Untersuchung von Gewebsproben auf Überweisung).
- BGH, 14.02.1995 - VI ZR 272/93
Verantwortlichkeit des Belegarztes für Fehler einer freiberuflich tätigen …
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Auch schwere Fehler einer Hebamme können eine Umkehr der Beweislast rechtfertigen (BGHZ 129, 6.12; ausdrückl.aa) Die Hebamme untersteht - soweit sie die Geburt nach Übernahme der Behandlung durch den Belegarzt betreut - dem Weisungs- und Direktionsrecht des Belegarztes und ist deshalb nicht nur seine Erfüllungs-, sondern auch seine Verrichtungsgehilfin (…Steffen/Dressier a.a.O.; BGH v. 14.02.95 - VI ZR 272/93 = BGHZ 129, 6, 11 = VersR 1995, 706 = NJW 1995, 1611; OLG Celle VersR 1999, 486; OLG München NJW-RR 1994, 1278; zur Haftung des Belegarztes für schwere Verstöße der Hebamme OLG Celle VersR 1993, 360).
- OLG Celle, 28.07.1997 - 1 U 19/96
Haftung des Belegarztes für groben Fehler der Hebamme
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
S. 9; OLG Celle VersR 1999, 486 - Verkennung eines hochpathologischen CTG durch die Hebamme; OLG Frankfurt Urt. v. 11.09.95 - 8 U 30/94 - unterlassene Registrierung der kindlichen Herztöne in der Austreibungsphase; OLG Celle VersR 1993, 360 - unzureichende Überwachung der Geburt; Senat Urt. v. 20.08.92 - 14 U 3/92 = VersR 1993, 1358 = NJW 1993, 2384 - unterlassene Verständigung des Arztes durch Entbindungsschwester).aa) Die Hebamme untersteht - soweit sie die Geburt nach Übernahme der Behandlung durch den Belegarzt betreut - dem Weisungs- und Direktionsrecht des Belegarztes und ist deshalb nicht nur seine Erfüllungs-, sondern auch seine Verrichtungsgehilfin (…Steffen/Dressier a.a.O.; BGH v. 14.02.95 - VI ZR 272/93 = BGHZ 129, 6, 11 = VersR 1995, 706 = NJW 1995, 1611; OLG Celle VersR 1999, 486; OLG München NJW-RR 1994, 1278; zur Haftung des Belegarztes für schwere Verstöße der Hebamme OLG Celle VersR 1993, 360).
- BGH, 14.07.1992 - VI ZR 214/91
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Fehlerhafte bzw. unterlassene …
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Ebenso verhält es sich bei der Einbeziehung niedergelassener Ärzte in einen Behandlungsgang, soweit diese nur eigene Behandlungsaufgaben erfüllen (…Senat Urt. v. 02.07.92 - 14 U 41/91 - Tätigkeit des Anästhesisten im Belegkrankenhaus; BGH v. 14.07.92 - VI ZR 214/91 = VersR 1992, 1263:= NJW 1992, 2962 - Vorsorgeuntersuchung U 2 eines stationär versorgten Kindes durch die Kinderärztin; BGH v. 29.06.99 - VI ZR 24/98 = VersR 1999, 1241 = MedR 1999, 561 - histologische Untersuchung von Gewebsproben auf Überweisung). - OLG München, 28.04.1994 - 24 U 737/93
Zulässigkeit eines Teilurteils gegen Streitgenossen - Haftung von Arzt und …
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
aa) Die Hebamme untersteht - soweit sie die Geburt nach Übernahme der Behandlung durch den Belegarzt betreut - dem Weisungs- und Direktionsrecht des Belegarztes und ist deshalb nicht nur seine Erfüllungs-, sondern auch seine Verrichtungsgehilfin (…Steffen/Dressier a.a.O.; BGH v. 14.02.95 - VI ZR 272/93 = BGHZ 129, 6, 11 = VersR 1995, 706 = NJW 1995, 1611; OLG Celle VersR 1999, 486; OLG München NJW-RR 1994, 1278; zur Haftung des Belegarztes für schwere Verstöße der Hebamme OLG Celle VersR 1993, 360). - BGH, 16.10.1956 - VI ZR 308/55
Rechtsmittel
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Wer von einem Arzt für die Dauer einer zeitweiligen Abwesenheit damit beauftragt wird, seine Praxis zu verwalten, ist bei der Ausübung dieser Tätigkeit sein Verrichtungsgehilfe; für das Merkmal der Weisungsunterworfenheit genügt es, daß sich der Vertreter im allgemeinen nach den Wünschen des auftraggebenden Arztes zu richten hat, auch wenn er in der Behandlung sein ärztliches Ermessen obwalten läßt (BGH Urt. v. 16.10.56 - VI ZR 308/55 = NJW 1956, 1834 = AHRS 0485/2;… zust. Palandt/Thomas, BGB 59 Aufl., § 831 Rn. 7;… Laufs/Uhlenbruck, Handbuch des Arztrechts, 2. Aufl. § 104 Rn. 7; allgemein BGH WM 1998, 259 Testesser). - OLG Stuttgart, 15.03.1990 - 14 U 38/87
Haftung des Krankenhausträgers für niedergelassenen Konsiliararzt
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Die Konstellation Arzt - Vertreter unterscheidet sich vom Fall des hinzugezogenen Konsiliararztes, der in seiner ärztlichen Tätigkeit vollständig unabhängig von dem hinzuziehenden Arzt ist (OLG Stuttgart VersR 1992, 55; OLG Oldenburg VersR 1989, 1300;… Geiß/Greiner, Arzthaftplichtrecht 3. Aufl. 1999 S. Rn. 67). - OLG Oldenburg, 12.10.1988 - 3 U 86/88
Auszug aus OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Die Konstellation Arzt - Vertreter unterscheidet sich vom Fall des hinzugezogenen Konsiliararztes, der in seiner ärztlichen Tätigkeit vollständig unabhängig von dem hinzuziehenden Arzt ist (OLG Stuttgart VersR 1992, 55; OLG Oldenburg VersR 1989, 1300;… Geiß/Greiner, Arzthaftplichtrecht 3. Aufl. 1999 S. Rn. 67). - OLG Stuttgart, 02.07.1992 - 14 U 41/91
Schmerzensgeld; Zukunftsschaden; Arzthaftung; Anästesieverschulden; …
- BGH, 13.01.1998 - VI ZR 242/96
Annahme eines groben Behandlungsfehlers bei der Befunderhebung
- OLG Stuttgart, 20.08.1992 - 14 U 3/92
Haftung des Krankenhausträgers wegen mangelhafter Organisation der Krankenpflege
- OLG Oldenburg, 11.11.1997 - 5 U 47/97
Zur gemeinschaftlichen Haftung von Ärzten; Aufklärungspflicht bei nicht vital …
- OLG Oldenburg, 24.02.1997 - 5 U 152/96
Unzureichende Schwangerschaftsbetreuung; Verrichtungsgehilfe und …
- OLG Oldenburg, 15.05.1990 - 5 U 114/89
Behandlungsregeln, Behandlungsmethode, Schwangerschaft, Belegkrankenhaus, …
- OLG Oldenburg, 24.07.1990 - 5 U 149/89
Geburt, Hebamme, Entbindung, Kaiserschnitt, Verjährung, Behandlungsfehler, …
- OLG Oldenburg, 03.09.1996 - 5 U 87/96
Arthroskopie, Aufklärung, therapeutische, Beratung, fernmündliche, …
- OLG Düsseldorf, 11.09.1995 - 8 U 30/94
- BGH, 10.03.2009 - VI ZR 39/08
Notfallarzt kann Verrichtungsgehilfe des niedergelassenen Arztes sein, für den er …
Daran ändert es nichts, dass im Einzelfall der Patient nach eigener Entschließung und ärztlicher Erkenntnis des vor Ort tätigen Arztes zu behandeln ist (Senat , Urteile vom 16. Oktober 1956 - VI ZR 308/55 - NJW 1956, 1834, 1835 = AHRS 0485/2 und vom 20. September 1988 - VI ZR 296/87 - VersR 1988, 1270, 1272 , insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 105, 189; OLG Stuttgart, VersR 1992, 55, 56 und MedR 2001, 311, 314; OLG Oldenburg, VersR 2003, 375, 376 ;… Palandt/Sprau, BGB 68. Aufl., § 831 Rn. 6;… allgemein zum Vertreter im Notfalldienst vgl. Ratzel/Lippert, Kommentar zur Musterberufsordnung der deutschen Ärzte - MBO - 4. Aufl. § 26 Rn. 13;… Rieger, Lexikon des Arztrechts 1984, Rn. 1290). - OLG Frankfurt, 25.04.2023 - 8 U 127/21
Keine Haftung für Aspirationen eines Kleinkindes nach Antibiotikumsgabe (hier: …
aa) Wie das Landgericht im Ansatz noch zutreffend erkannt hat, setzt sich ein schon vor einer stationären Aufnahme bestehender Behandlungsvertrag als belegärztlicher Behandlungsvertrag fort, wenn - wie hier der Beklagte zu 3 - ein niedergelassener Arzt einen seiner Patienten zur weiteren Behandlung in ein Belegkrankenhaus einweist, in dem er selbst Belegarzt ist (BGH, Urteil vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98 -, BGHZ 144, 296-311; OLG Koblenz, Beschluss vom 14. März 2014 - 5 U 9/14; OLG Stuttgart, Urteil vom 19. September 2000 - 14 U 65/99; OLG Celle, Urteil vom 27. Januar 1992 - 1 U 39/90).Auch eine persönliche Vorstellung der übernehmenden Ärztin gegenüber dem Patienten genügt nicht, da sich daraus kein Vertragsbindungswille ergibt (BGH, Urteil vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98 -, BGHZ 144, 296-311; OLG Koblenz, Beschluss vom 14. März 2014 - 5 U 9/14; OLG Stuttgart, Urteil vom 19. September 2000 - 14 U 65/99; OLG Celle, Urteil vom 27. Januar 1992 - 1 U 39/90).
- OLG Köln, 14.01.2008 - 5 U 119/07
Zustandekommen eines Behandlungsvertrages bei Verweis auf den Notdienst durch …
Zwar kann der bei vorübergehender Abwesenheit des Arztes bestellte ärztliche Vertreter oder der Arzt, der anstelle z.B. des Belegarztes absprachegemäß die Geburt betreut, Verrichtungsgehilfe sein ( vgl. BGH NJW 56, 1834; OLG Stuttgart VersR 2002, 235 ).
- OLG Hamm, 25.11.2009 - 3 U 192/08
Haftung von Arzt und Hebamme für Behandlungsfehler bei einer Geburt
Rn. 49 bb) Weil die Beklagte zu 3. es ungeachtet des objektiv vorliegenden hochpathologischen CTG-Verlaufes grob behandlungsfehlerhaft unterließ, den Beklagten zu 2. mit der gebotenen Dringlichkeit zu benachrichtigen, kommen dem Kläger nach der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung für den Ursachenzusammenhang zwischen Pflichtwidrigkeit und Rechtsgutsverletzung beweisrechtliche Erleichterungen im Sinne einer Beweislastumkehr zustatten; auch schwere, nicht nur äußerst unwahrscheinlich zur Schadensverursachung geeignete Fehler einer Hebamme können zugunsten des Geschädigten eine Umkehr der Beweislast rechtfertigen (BGH, VersR 2000, 1146 ff.; OLG Stuttgart, VersR 2002, 235 m.w.N. zur st. Rspr.).Rn. 71 Es entspricht des weiteren gefestigter höchstrichterlicher und obergerichtlicher Rechtsprechung, dass der Träger eines Belegkrankenhauses auch für Fehler der bei ihm angestellten Hebammen nur solange (vertraglich und deliktisch) einzustehen hat, wie diese eigenverantwortlich tätig werden und ihre Fehler nicht wegen einer besonderen ärztlichen Weisungskompetenz oder wegen der Übernahme der Geburtsleitung durch den Belegarzt diesem zugerechnet werden können (BGH, VersR 2000, 1146; OLG Karlsruhe, OLGR 2002, 99 ff.; OLG Stuttgart, OLGR 2001, 254 f.; OLG Koblenz, OLGR 2001, 74 ff.;… Steffen/Pauge, aaO, Rdnr. 85).
- OLG Hamm, 14.09.2009 - 3 U 9/08 Rn. 73 a) Der erkennende Senat geht insofern von den in der arzthaftungsrechtlichen Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen aus, wonach der Belegarzt von dem Zeitpunkt an vertraglich (§ 278 BGB) wie deliktisch (§ 831 BGB) für Fehler der geburtsbetreuenden Hebamme(n) einstehen muss, in dem die Leitung der Geburt zu seiner Vertragsaufgabe geworden ist - auch wenn die fehlerhaft handelnde Hebamme nicht bei ihm angestellt war (vgl. BGH, VersR 1995, 706 ff.; VersR 2000, 1146 ff.; OLG Karlsruhe, OLGR 2002, 99 ff; OLG Stuttgart, OLGR 2001, 254 ff.).
- LG Rottweil, 27.11.2003 - 2 O 537/01
Arzthaftung: Wehenforcierung bei Schulterdystokie als Behandlungsfehler; …
Dass er dabei eigenes ärztliches Ermessen walten ließ, schadet nicht, weil es für die Weisungsgebundenheit im Sinne des § 831 BGB genügt, dass, wie vorliegend aufgrund der vertraglichen Beziehung zur Mutter des Klägers, sich der Beklagte Ziff. 1 im Allgemeinen nach den Vorstellungen des Beklagten Ziff. 2 bei der Behandlung der Mutter des Klägers zu richten hatte (zur Zurechnung bei belegärztlicher Behandlung und Urlaubsvertretung allgemein BGH, NJW 2000, 2737; konkret zum zwischen dem Beklagten Ziff. 1 und Ziff. 2 bestehenden Rechtsverhältnis OLG Stuttgart, VersR 2002, 235 ff.). - OLG Oldenburg, 19.12.2007 - 5 U 107/06
Erforderlichkeit der sofortigen Benachrichtigung eines Arztes durch eine Hebamme …
Es gehört zu den Aufgaben einer Hebamme, ein hochpathologisches CTG zu erkennen (Senatsentscheidung, VersR 1997, 1236) und umgehend ärztliches Personal herbeizurufen (OLG Celle, VersR 1999, 486; OLG Stuttgart, VersR 2002, 235). - LG Augsburg, 07.12.2010 - 4 O 4224/07
Vorliegen eines groben Behandlungsfehlers wegen des Unterbleibens einer …
Die Beklagte zu 1) trifft hierfür eine Ersatzpflicht aus Vertrag (§§ 280 Abs. 1, 253 Abs. 2 BGB) sowie aus Delikt, hat sie für Behandlungsfehler der bei ihr angestellten/ tätigen Ärzte als Erfüllungs- bzw. Verrichtungsgehilfen aufgrund des mit ihr zustande gekommenen stationären Behandlungsvertrags vertraglich gemäß § 278 BGB und deliktisch gemäß § 831 BGB (i.V.m. § 253 Abs. 2 BGB) einzustehen (vgl. hierzu OLG Stuttgart VersR 2002, 235 ff.). - OLG Frankfurt, 24.05.2005 - 8 U 129/04
Schmerzensgeld für Geburtsschaden (Leukomalazie) durch Zuführung überhöhter …
Er hält sich im Rahmen aktueller Gerichtsentscheidungen in vergleichbaren Fällen und berücksichtigt, dass erst der schwere Pflichtverstoß die Beeinträchtigungen hervorgerufen hat (vgl. dazu OLG Stuttgart VersR 2000, 1108; VersR 2001, 1560; VersR 2002, 235; VersR 2003, 376; OLG Saarbrücken OLG-Report 2001, 240; OLG Hamm VersR 2002, 1164; KG VersR 2003, 606; OLG Köln vom 20.3.2002 - 5 U 153/01).
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