Rechtsprechung
| OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- openjur.de
Krankenhaushaftung: Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch wegen schwerster Schädigungen im Zusammenhang mit dem Geburtsvorgang
- Judicialis
BGB § 253 Abs. 2
- ra.de
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 253 Abs. 2
500.000 EUR Schmerzensgeld wegen ärztlichem Behandlungsfehler beim Geburtsvorgang - schwerste hypoxische Hirnschäden - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- anwalt.de (Kurzinformation)
Schwerstschäden
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Höhe eines angemessenen Schmerzensgeldes und Ersatz materieller Schäden wegen schwerster Hirnschäden eines Kindes durch Behandlungsfehler vor und unmittelbar nach der Geburt; Nichtableitung der Wehentätigkeit einer sich in der Gebärwanne befindenden Kreißenden; ...
Verfahrensgang
- LG Ravensburg, 29.11.2007 - 3 O 179/07
- OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Papierfundstellen
- MDR 2009, 326
- VersR 2009, 80
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (15)
- BGH, 19.11.1997 - IV ZR 357/96
Verjährung des Schadensersatzanspruchs bei Verhandlungen über einen abtrennbaren …
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Dabei beziehen sich die Hemmungstatbestände nicht nur auf Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung, sondern auch auf die vertraglichen Ansprüche (BGH VersR 1998, 377).Etwas anderes kann nur gelten, wenn sich der dahingehende Wille der Parteien eindeutig ergibt (BGH VersR 1998, 377 m. w. N.).
- BGH, 08.07.2003 - VI ZR 304/02
Begriff des Diagnosefehlers
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Dem steht nicht entgegen, dass der in der Vergangenheit liegende materielle Schaden zum Zeitpunkt der Erhebung der Feststellungsklage bereits beziffert werden konnte (BGH NJW 2003, 2827). - BGH, 13.10.1992 - VI ZR 201/91
Schmerzensgeld bei Hirnschaden aufgrund Behandlungsfehler des Geburtshelfers
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Dabei können je nach dem Ausmaß der jeweiligen Beeinträchtigung und dem Grad der dem Verletzten verbliebenen Erlebnis- und Empfindungsfähigkeit Abstufungen vorgenommen werden, um den Besonderheiten des jeweiligen Schadensfalles Rechnung zu tragen (BGHZ 120, 1).
- BGH, 08.11.2005 - XI ZR 90/05
Umfang der Pfändung eines Anspruchs aus Kontokorrent; Anspruch auf Erteilung von …
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Die Beklagte ist an diese Erklärung gleichwohl materiell-rechtlich gebunden (vgl. BGH NJW 2006, 217;… Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 22. Aufl., § 307, Rdnr. 14 m. w. N.). - BGH, 26.02.2002 - VI ZR 288/00
Anforderungen an ein abstraktes Schuldanerkenntnis; Rechtsfolgen eines …
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Diese Frist begann jeweils am Schluss des Jahres, in dem der Schaden entstanden ist, und galt unabhängig vom Anspruchsgrund (BGH VersR 2000, 1116; VersR 2002, 996). - OLG Düsseldorf, 26.04.2007 - 8 U 37/05
Arzthaftung wegen bei Geburt erlittener schwerer Hirnschädigung des Neugeborenen …
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Angesichts der herausragenden Bedeutung, die dem Persönlichkeitsrecht zukommt (Art. 1 und 2 GG), hält der Senat unter Berücksichtigung aller Umstände daher auch ein Schmerzensgeld an der obersten Grenze in einem Betrag von 500.000 EUR für angemessen (vgl. auch OLG Köln VersR 2007, 219; LG Berlin VersR 2005, 1247 - bestätigt durch KG GesR 2005, 499; OLG Hamm VersR 2002, 1163; VersR 2004, 386; mit geringeren Schmerzensgeldbeträgen: OLG Düsseldorf VersR 2008, 534; OLG Brandenburg VersR 2004, 199; OLG Bremen NJW-RR 2003, 1255). - BGH, 30.05.2000 - VI ZR 300/99
Verjährung von Schadensersatzansprüchen hinsichtlich rückständiger Anteile einer …
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Diese Frist begann jeweils am Schluss des Jahres, in dem der Schaden entstanden ist, und galt unabhängig vom Anspruchsgrund (BGH VersR 2000, 1116; VersR 2002, 996). - OLG Hamm, 21.05.2003 - 3 U 122/02
Bemessung der Entschädigung und des Schmerzensgeldes bei schwersten Behinderungen …
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Angesichts der herausragenden Bedeutung, die dem Persönlichkeitsrecht zukommt (Art. 1 und 2 GG), hält der Senat unter Berücksichtigung aller Umstände daher auch ein Schmerzensgeld an der obersten Grenze in einem Betrag von 500.000 EUR für angemessen (vgl. auch OLG Köln VersR 2007, 219; LG Berlin VersR 2005, 1247 - bestätigt durch KG GesR 2005, 499; OLG Hamm VersR 2002, 1163; VersR 2004, 386; mit geringeren Schmerzensgeldbeträgen: OLG Düsseldorf VersR 2008, 534; OLG Brandenburg VersR 2004, 199; OLG Bremen NJW-RR 2003, 1255). - BGH, 20.05.2008 - X ZR 6/06
Begriff des Schadens und Zulässigkeit einer Feststellungsklage bei Anmeldung …
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Die Rechtskraft des Feststellungsurteils schließt die spätere Geltendmachung der Einrede der Verjährung aus, selbst wenn die Einrede mangels Kenntnis zum Zeitpunkt der Feststellungsklage noch nicht geltend gemacht werden konnte (…Wieczorek/Schütze/Büscher, ZPO, 3. Aufl., § 322, Rdnr. 159; vgl. zum Mitverschuldenseinwand BGH, Urteil vom 20.05.2008 - X ZR 6/06 - veröffentlicht in juris). - OLG Hamm, 16.01.2002 - 3 U 156/00
Schmerzensgeld bei Schwerstbehinderung
Auszug aus OLG Stuttgart, 09.09.2008 - 1 U 152/07
Angesichts der herausragenden Bedeutung, die dem Persönlichkeitsrecht zukommt (Art. 1 und 2 GG), hält der Senat unter Berücksichtigung aller Umstände daher auch ein Schmerzensgeld an der obersten Grenze in einem Betrag von 500.000 EUR für angemessen (vgl. auch OLG Köln VersR 2007, 219; LG Berlin VersR 2005, 1247 - bestätigt durch KG GesR 2005, 499; OLG Hamm VersR 2002, 1163; VersR 2004, 386; mit geringeren Schmerzensgeldbeträgen: OLG Düsseldorf VersR 2008, 534; OLG Brandenburg VersR 2004, 199; OLG Bremen NJW-RR 2003, 1255). - OLG Köln, 20.12.2006 - 5 U 130/01
Erforderlichkeit und Angemessenheit eines Schmerzensgeldes
- OLG Brandenburg, 09.10.2002 - 1 U 7/02
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Fehlerhafte Behandlung, …
- OLG Bremen, 26.11.2002 - 3 U 23/02
Schmerzensgeld bei Hirnschädigung durch Fehler im Geburtsmangement - …
- LG Berlin, 20.11.2003 - 6 O 272/01
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Fehlerhafte Behandlung, Internist
- KG, 11.04.2005 - 20 U 23/04
Arzthaftung: Höhe des Schmerzensgelds bei einer Schwerstbehinderung durch die …
- LG Gießen, 06.11.2019 - 5 O 376/18
Krankenhaus haftet in Millionenhöhe
In der Rechtsprechung lassen sich im Hinblick auf die schwere Schädigung des Klägers mehrere vergleichbare Fälle finden, in denen die Gerichte ein Schmerzensgeld in Höhe von 500.000,00 EUR zugesprochen haben (…vgl. nur OLG Köln, Urt. v. 5.12.2018 - 5 U 24/18, VersR 2019, 697;… OLG Hamm, Urt. v. 21.3.2017 - 26 U 122/09, juris; OLG Stuttgart, Urt. v. 9.9.2008 - 1 U 152/07, juris). - OLG Braunschweig, 14.11.2019 - 9 U 119/15
Haftung des vermögenssorgenden Berufsbetreuers wegen pflichtwidrigen Umgangs mit …
Vor allem aber gilt der Grundsatz, dass auch dann, wenn - wie hier - schwerste Schädigungen zu einem Erlöschen der geistigen Fähigkeiten und weitgehendem Verlust der Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit führen, diese Zerstörung der Persönlichkeit des Opfers ein angemessen zu entschädigender immaterieller Schaden ist (Oberlandesgericht Stuttgart VersR 2009, 80; KG NJW-RR 2012, 920; BGH NJW 1993, 781, unter Aufgabe der früheren Rechtsprechung einer bloß symbolischen Entschädigung NJW 1982, 2123). - OLG Naumburg, 10.12.2010 - 1 W 57/10
Schmerzensgeldbemessung: Immaterieller Schaden bei einem mit schwerster …
Bei Schäden dieses Ausmaßes, wie sie auch im Streitfall vorliegen, handelt es sich um eine eigenständige Fallgruppe, bei der die Einbuße der Persönlichkeit bzw. der Wegfall der Basis für ihre Entfaltung durch den Verlust der Empfindungs- und Wahrnehmungsfähigkeit im Vordergrund steht und deshalb auch bei der Bemessung der Entschädigung nach § 253 Abs. 2 BGB einer eigenständigen Bewertung zugeführt werden muss (vgl. BGHZ 120, 1 - 9 zitiert nach juris; BGHZ 138, 388 - 394 zitiert nach juris; OLG Stuttgart VersR 2009, 80 - 81 zitiert nach juris; OLG Hamm VersR 2002, 1163 - 1164; OLG Hamm VersR 2004, 386 - 388 zitiert nach juris; OLG Braunschweig VersR 2004, 924 - 926 zitiert nach juris; OLG München OLGR München 2006, 92 - 94 zitiert nach juris).Allein in einem solchen Fall, in dem das Ausmaß an Schäden nicht mehr zu vergrößern ist, ist in der Referenzrechtsprechung bisher ein Schmerzensgeld bis zur Grenze von 500.000,- Euro zugebilligt worden (vgl. hierzu: OLG Hamm VersR 2004, 386 zitiert nach juris; OLG Stuttgart VersR 2009, 80 - 81 zitiert nach juris).
- OLG Hamm, 14.09.2009 - 3 U 9/08 Rn. 83 Der Senat (vgl. etwa : OLG Hamm, VersR 2002, 1163; 2004, 386) hat - wie auch andere Gerichte (vgl. etwa OLG Köln, VersR 2007, 219; OLG Stuttgart, VersR 2009, 80 und Nachweise bei Strücker-Pitz, VersR 2007, 1466, 1467) - in der jüngeren Vergangenheit für Beeinträchtigungen eines derartigen Ausmaßes angesichts des hohen Wertes, den die Art. 1 und 2 GG der Menschenwürde beimessen, ein Schmerzensgeld i.H.v. 500.000 EUR zuerkannt.
- LG Aachen, 10.01.2018 - 11 O 314/14
Schadensersatzanspruch und Zahlungsanspruch eines Kindes auf Schmerzensgeld wegen …
Rn. 67 Schmerzensgelder von jeweils 500.000 Euro haben auch das OLG Celle (Urteil v. 22.10.2007 - 1 U 24/06, VersR 2009, 500) und das OLG Stuttgart (Urteil vom 09.09.2008 - 1 U 152/07, VersR 2009, 80) schwerst hirngeschädigt geborenen Kindern zuerkannt. - OLG Frankfurt, 02.04.2025 - 17 U 52/23
Schmerzensgeldbemessung im Arzthaftungsprozess wegen schwerster Hirnschädigung …
Die Vergleichsjudikatur zeigt, dass in Fällen eines Geburtsschadens, bei dem es zu einer schweren Hirnschädigung mit Intelligenzminderung, massiven Beeinträchtigungen der Kommunikationsfähigkeit und erheblichen körperlichen Folgen gekommen ist, Schmerzensgeldbeträge in der Größenordnung von 500.000,00 EUR bis 600.000 EUR (indexiert ca. 600.000,00 EUR bis 690.000,00 EUR ) zugesprochen wurden (vgl. OLG Köln, Urteil vom 5. Dezember 2018 - 5 U 24/18 -, (500.000,00 EUR), OLG Karlsruhe, Urteil vom 3. März 2016, - 7 U 28/15 -, (500.000,99 EUR); OLG Hamm, Urteil vom 4. Dezember 2018 - 26 U 9/16 -, (500.000,00 EUR), KG Berlin, Urteil vom 11. Dezember 2017 - 20 U 19/14 -, (500.000,00 EUR); OLG Stuttgart, Urteil vom 12. Januar 2010 - 1 U 107/09 -, (500.000,00 EUR); OLG Oldenburg, Urteil vom 13. November 2019 - 5 U 108/18 -, (500.000,00 EUR); OLG Koblenz, Urteil vom 16. Dezember 2020 - 5 U 836/18 -, (500.000,00 EUR); LG Paderborn, Urteil vom 9. Juni 2021 - 4 O 334/12 -, (600.000,00 EUR), LG Offenburg, Urteil vom 1. September 2017 - 3 O 386/14 - (550.000,00 EUR); OLG Hamm, Urteil vom 21. Mai 2003 - 3 U 122/02 -, (500.000,00 EUR); OLG Stuttgart, Urteil vom 9. September 2008 - 1 U 152/07 -, (500.000,00 EUR); OLG Zweibrücken, Urteil vom 22. April 2008 - 5 U 6/07 -, (500.000,00 EUR); OLG Hamm, Urteil vom 17. Dezember 2021 - I-26 U 102/20 -, (500.000,00 EUR); OLG Hamburg, Urteil vom 5. September 2024 - 1 U 95/23 -, (800.000,00 EUR - explizit als absoluter Extremfall bei grobem Behandlungsfehler beschrieben); OLG Jena, Beschluss vom 14. August 2009 - 4 U 459/09 -, (600.000,00 EUR); OLG Koblenz, Urteil vom 16. Dezember 2020 - 5 U 836/18 -, nachfolgend BGH, Urteil vom 22. März 2022 - VI ZR 16/21 -, (500.000,00 EUR)), wobei der Bundesgerichtshof ausdrücklich offengelassen hat, ob es bei Geburtsschäden, bei denen es zu einer schweren Hirnschädigung gekommen ist, eine Obergrenze (seinerzeit 500.000,00 EUR) geben müsse (BGH…, Urteil vom 22. März 2022 - VI ZR 16/21 -, Rn. 14, juris). - ArbG Bielefeld, 28.07.2020 - 5 Ca 1725/19
Schmerzensgeld
Rn. 124 In der Rechtsprechung lassen sich im Hinblick auf die schwere Schädigung des Sohnes der Kläger zu 2) mehrere vergleichbare Fälle finden, in denen die Gerichte ein Schmerzensgeld in Höhe von 500.000,00 EUR zugesprochen haben (vgl. nur OLG Köln…, Urt. vom 05.12.2018 - 5 U 24/18, VersR 2019, 697; OLG Hamm…, Urt. vom 21.03.2017 - 26 U 122/09, juris; OLG Stuttgart, Urt. vom 09.09.2008 - 1 U 152/07, juris). - OLG Stuttgart, 12.01.2010 - 1 U 107/09
Arzthaftung: Schmerzensgeldanspruch des Kindes wegen schwerster hirnorganischer …
Rn. 25 a) Der Senat hat bereits im Urteil vom 09.09.2008 (1 U 152/07; VersR 2009, 80) ausgeführt, dass ein Schmerzensgeld von 500.000 EUR in Betracht kommt, wenn die erlittenen Schäden in ihrer Gesamtheit so schwer wiegen, dass sie mit einer nahezu vollständigen Zerstörung der Persönlichkeit verbunden sind und den Bereich der aller schwersten Schädigung tangieren.
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