Rechtsprechung
| BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Gewährung eines Darlehens zur Ersetzung von fehlendem Eigenkapital einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - Bindungswirkung eines einer GmbH gewährten Darlehens bei einem Darlehensgeber als mit einem mit der GmbH oder mit einem Gesellschafter verbundenen ...
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Papierfundstellen
- NJW 1984, 1036
- ZIP 1983, 1448
- MDR 1984, 202
Wird zitiert von ... (10) Zitiert selbst (7)
- BGH, 24.03.1980 - II ZR 213/77
Kapitalersetzende Gesellschafterleistungen in der GmbH & Co. KG
Auszug aus BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82
Das bedeutet, daß Dr. Kr. die in Höhe von 21.281,27 DM und 70.000 DM mit Kaufpreisansprüchen der Gesellschaft verrechnete Darlehensvaluta nach § 31 GmbHG zur Konkursmasse erstatten müßte, wenn sie ihm selbst zugeflossen wäre, die Gesellschaft in Ermangelung einer ausreichenden Vermögensgrundlage von dritter Seite zu marktüblichen Bedingungen keinen Kredit mehr hätte erhalten können und deshalb ohne die Darlehenssumme hätte liquidiert werden müssen, und wenn die Rückgewähr des Darlehens auf Kosten des Stammkapitals gegangen wäre (BGHZ 76, 326).In Höhe des Überschusses hätte nämlich eine Darlehensrückzahlung und damit auch eine Verrechnung des Darlehens mit Forderungen der Gemeinschuldnerin nicht gegen § 30 GmbHG verstoßen (BGHZ 76, 326, 335) [BGH 24.03.1980 - II ZR 213/77].
- BGH, 28.09.1981 - II ZR 223/80
Rückforderungsmöglichkeit hinsichtlich einer gegen § 30 GmbHG verstoßenden …
Auszug aus BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82
Auf die Revision des Klägers hat der Senat durch Urteil vom 28. September 1981 (BGHZ 81, 365 [BGH 28.09.1981 - II ZR 223/80]) das Berufungsurteil aufgehoben und die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen.Dies müßte auch der Beklagte wegen des nahen Verwandtschaftsgrades zu Dr. Kr. und mit Rücksicht auf dessen ihm zuzurechnende Kenntnis von der Lage der Gesellschaft gegen sich gelten lassen, weil die Rückgewähr des Darlehens im Wege der vereinbarten Aufrechnung unter den vorliegenden Umständen auf eine Umgehung des § 30 GmbHG hinausliefe (BGHZ 81, 365, 369) [BGH 28.09.1981 - II ZR 223/80].
- BGH, 20.09.1982 - II ZR 236/81
Auszug aus BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82
Durch eine nachträgliche Zweckänderung ist es nicht möglich, den Leistungen rückwirkend ihren Darlehenscharakter zu nehmen und statt dessen eine schuldtilgende Wirkung beizulegen (so zur Einlageschuld: Urt. d. Sen.v. 20.9.82 - II ZR 236/81, WM 1982, 1200 = ZIP 1982, 1320; vgl. auch BGHZ 51, 157, 162) [BGH 02.12.1968 - II ZR 144/67].Das müßte auch dann gelten, wenn Dr. Kr. eine solche Zweckbestimmung im richtigen Zeitpunkt nur deshalb versäumt haben sollte, weil er die Verrechnungsabrede vom 5. März 1976 irrtümlich für zulässig hielt (Urt. v. 20.9.82 aaO; BGHZ 37, 75, 79) [BGH 29.03.1962 - II ZR 50/61].
- BGH, 13.10.1977 - II ZR 123/76
Eingliederung der Gelsenberg AG - 17 AktG, Bundesrepublik Deutschland als …
Auszug aus BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82
Da er hiernach in mehreren Gesellschaften unternehmerisch tätig gewesen ist, erfüllte er im Verhältnis zur Gemeinschuldnerin in seiner Person die Eigenschaften, die nach § 17 i.V.m. § 16 Abs. 4 AktG ein herrschendes Unternehmen kennzeichnen (BGHZ 69, 334, 337 f) [BGH 13.10.1977 - II ZR 123/76]. - BGH, 21.09.1981 - II ZR 104/80
Kapitalersetzende Gesellschafterleistung; Stammkapital, Gesellschfterdarlehen; …
Auszug aus BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82
Wie der Senat in seinem Urteil vom 21. September 1981 (BGHZ 81, 311, 315 ff) [BGH 21.09.1981 - I ZR 104/80] entschieden hat, ist diese Regelung ihrem Rechtsgedanken nach nicht nur in die jetzt geltende Generalklausel des § 32 a Abs. 3 GmbHG eingegangen, sondern auch auf Rechtsverhältnisse anzuwenden, die, wie hier, schon vor dem Inkrafttreten dieser Vorschrift entstanden waren und lediglich nach den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen über kapitalersetzende Gesellschafterleistungen zu beurteilen sind. - BGH, 02.12.1968 - II ZR 144/67
GmbH: Erfüllung der Einlagepflicht
Auszug aus BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82
Durch eine nachträgliche Zweckänderung ist es nicht möglich, den Leistungen rückwirkend ihren Darlehenscharakter zu nehmen und statt dessen eine schuldtilgende Wirkung beizulegen (so zur Einlageschuld: Urt. d. Sen.v. 20.9.82 - II ZR 236/81, WM 1982, 1200 = ZIP 1982, 1320; vgl. auch BGHZ 51, 157, 162) [BGH 02.12.1968 - II ZR 144/67]. - BGH, 29.03.1962 - II ZR 50/61
Einzahlung auf Stammeinlage
Auszug aus BGH, 10.10.1983 - II ZR 233/82
Das müßte auch dann gelten, wenn Dr. Kr. eine solche Zweckbestimmung im richtigen Zeitpunkt nur deshalb versäumt haben sollte, weil er die Verrechnungsabrede vom 5. März 1976 irrtümlich für zulässig hielt (…Urt. v. 20.9.82 aaO; BGHZ 37, 75, 79) [BGH 29.03.1962 - II ZR 50/61].
- BGH, 10.07.2006 - II ZR 238/04
Aufrechnung gegen Verlustausgleichsanspruch nicht generell unzulässig
Entsprechendes hat der Senat (Urt. v. 10. Oktober 1983 - II ZR 233/82, GmbHR 1984, 18 = NJW 1984, 1036;… dazu Scholz/K. Schmidt, GmbHG 9. Aufl. §§ 32 a, b Rdn. 78) für den Fall zugelassen, dass nach unzulässiger Rückgewähr eines eigenkapitalersetzenden Darlehens weitere Gesellschafterleistungen in Anrechnung auf den Anspruch der Gesellschaft aus § 31 GmbHG analog erbracht werden, sofern eine eindeutige dahingehende Zweckbestimmung oder Vereinbarung getroffen worden ist.Da eigenkapitalersetzende Leistungen in der fortdauernden Krise der Gesellschaft nicht zurückgefordert werden können (§ 30 GmbHG analog), kann mit entsprechenden Forderungen auch nicht aufgerechnet werden (vgl. schon Sen.Urt. v. 10. Oktober 1983 - II ZR 233/82 aaO).
- BGH, 28.02.2012 - II ZR 115/11
Eigenkapitalersetzendes Darlehen: Kreditgewährung durch eine weitere Gesellschaft …
Die Schuldnerin und für sie die Klägerin als Insolvenzverwalterin kann unter diesen - für die rechtliche Beurteilung in der Revisionsinstanz zu unterstellenden - Voraussetzungen entsprechend § 31 Abs. 1 GmbHG die Auffüllung des Gesellschaftsvermögens bis auf eine die Stammkapitalziffer deckende Höhe verlangen (vgl. BGH, Urteil vom 10. Oktober 1983 - II ZR 233/82, ZIP 1983, 1448;… Urteil vom 10. Juli 2006 - II ZR 238/04, BGHZ 168, 285 Rn. 19). - OLG Düsseldorf, 15.09.1995 - 12 U 98/93 Diese macht - abgesehen von dem hier nicht gegebenen Fall des § 19 Abs. 2 Satz 2 GmbHG (vgl. dazu BGH NJW 1984, 1891) - das dingliche Erfüllungsgeschäft grundsätzlich nicht unwirksam mit der Folge, daß vorliegend ein Zahlungsanspruch seine Grundlage nicht in § 31 Abs. 1 GmbHG , sondern weiterhin in § 631 BGB findet (vgl. BGH ZIP 1983, 1448, 1449;… Scholz/Westermann, 8. Aufl., Rdnr. 10 f. zu § 30 GmbHG , Rdnr. 4 zu § 31 GmbHG ).
Dabei sind als Auszahlungen im Sinne des § 30 GmbHG nicht allein Geldzahlungen, sondern Leistungen aller Art zu verstehen, insbesondere auch die Verrechnung/Aufrechnung einer Forderung der Gesellschaft gegen den Gesellschafter (vgl. BGH NJW 1984, 1036;… Lutter/Hommelhoff, Rdnr. 8 zu § 30 GmbHG ).
Die Beklagte muß nur den Betrag zurückzahlen, der erforderlich ist, um das verlorene Stammkapital und darüber hinaus bestehende anderweitige Verbindlichkeiten abzudecken (vgl. BGH ZIP 1983, 1448, 1449).
- OLG Stuttgart, 27.09.2006 - 14 U 11/06
Rückerstattungsanspruch nach den Kapitalerhaltungsregelungen, wenn die insolvente …
Die Rechtsprechung verlangt aber eine maßgebliche Beteiligung (BGH NJW 1982, 383, 384 = BGHZ 81, 311 bei Mehrheitsbeteiligung von 95% an GmbH über eine 100%ige Tochter; BGH NJW 1984, 1036: Beteiligung des Beklagten über mehrere von ihm beherrschte Gesellschaften mit 70% an Gemeinschuldnerin; BGH NJW 1991, 357, 358 bei Mehrheitsbeteiligung von 75% an Alleingesellschafterin der insolventen GmbH unter Hinweis auf §§ 17, 16 Abs. 4 AktG; nach BGH NZG 1999, 939 genügt beim Eigenkapitalersatzrecht eine 51%-Beteiligung an der anderen Gesellschaft;… Scholz-Westermann § 30 GmbHG Rn. 35;… die zum Eigenkapitalersatzrecht im Rahmen von § 32 a GmbHG entwickelten Grundsätze können insoweit jedenfalls teilweise mit herangezogen werden, vgl. Baumbach-Hueck-Fastrich § 30 GmbHG Rn. 18). - BGH, 20.03.1986 - II ZR 114/85
Verletzung von Geschäftsführerpflichten - Veräußerung von Geräten eine …
Eine Auszahlung verstößt auch dann gegen § 30 GmbHG, wenn sie an ein mit dem Gesellschafter verbundenes Unternehmen erfolgt (vgl. BGHZ 81, 311, 315 [BGH 21.09.1981 - I ZR 104/80]; Sen.Urt. v. 10.10.1983 - II ZR 233/82, LM GmbHG § 30 Nr. 15). - BGH, 24.09.1990 - II ZR 174/89
Begriff der eigenkapitalersetzenden Mittel
sein, die es im Hinblick auf die Stellung des Gesellschafters unter Verstoß gegen § 30 GmbHG erhalten hat (BGHZ 81, 311/315 f. und 365/368; Senatsurteile v. 10.10.1983 -- II ZR 233/82, WM 1983, 1278 = ZIP 1983, 1448, und v. 20.3.1986 -- II ZR 114/85, WM 1986, 789; vgl. auch v. 14.10.1985 -- II ZR 276/84, WM 1986, 237/239 = ZIP 1986, 456/458). - OLG Köln, 25.07.1986 - 22 U 311/85
Auskunftsanspruch aus Factoring-Vertrag; Auskunftsrechte als Nebenrechte einer …
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze, die auch in den Entscheidungen des Bundesgerichtshofes (vgl. NJW 1984, 1036 [BGH 10.10.1983 - II ZR 233/82] ; BGH 81, 311 ff.; BGH ZIP 84, 572 f.) zum Ausdruck gebracht sind, d. h. der für die Bestimmung des Normadressantenkreises bei § 32 a GmbHG maßgeblichen wirtschaftlichen Betrachtungsweise ist die Gleichstellung der F. mit einem Gesellschafter gerechtfertigt, weil sie zu knapp 50 % der I.B.H.-H. AG gehört, die ihrerseits die Mehrheitsbeteiligung (95 %) an der Ingenieurbüro K. AG und Co. KG - der Alleingesellschafterin der Gemeinschuldnerin - hielt.Die Gemeinschuldnerin erscheint deshalb insgesamt gesehen wie ein beherrschtes Unternehmen im Sinne von § 15, 17 Aktg, was gleichfalls die gesellschaftergleiche Stellung der F. erkennen läßt (BGH GmbHR 1984, 18).
- KG, 09.03.2015 - 23 U 112/11
Schadensersatzansprüche des Insolvenzverwalters wegen unrichtiger anwaltlicher …
Wenn die Schuldnerin durch § 30 GmbHG an der Auszahlung des Abfindungsguthaben gehindert gewesen wäre, wäre sie ausgeschlossen gewesen, weil die Aufrechnung ebenso wie eine Zahlung zu einer Minderung des haftenden Kapitals führt (vgl. RGZ 168, 292, 302;… BGH, Urt. v. 14.01.1953 - I ZR 169/51 = LM GmbHG § 30 Nr. 1; BGH…, Urt. vom 28.09.1981 - II ZR 223/80 Rz. 11 = BGHZ 81, 365; BGH, Urt. vom 10.10.1983 - II ZR 233/82 Rz. 5 = NJW 1984, 1036). - OLG Köln, 17.03.2005 - 18 U 169/03
Rückzahlungsansprüche aus dem Gesichtspunkt des Eigenkapitalersatzes gegen den …
Zwar stellt auch die Verrechnung von Forderungen der Gesellschaft gegen einen ihrer Gesellschafter mit einer Gegenforderung des Gesellschafters eine Auszahlung dar, wenn die Forderung des Gesellschafters einredebehaftet ist (…Senertz/Haas a.a.O. Rn 441;… Michalski/Heidinger a.a.O. § 30 Rn 60, 64; BGH ZIP 1983, 1448; KG NZG 2001, 989 f.; KG NZG 2000, 1224). - BGH, 12.01.1987 - II ZR 63/86
Nichtgeltendmachen eines Anspruchs (z.B. Stehenlassen eines Darlehens) als …
Da in der Verrechnung oder Aufrechnung eine nach § 30 GmbHG verbotene Rückgewähr einer kapitalersetzenden Gesellschafterleistung im Sinne der weitergeltenden (BGHZ 90, 370, 378) Rechtsprechung des Senats läge (vgl. BGHZ 81, 311, 314 [BGH 21.09.1981 - I ZR 104/80] m.w.N. sowie Urt. v. 10. Oktober 1983 - II ZR 233/82, NJW 1984, 1036 [BGH 10.10.1983 - II ZR 233/82]), steht ihm vor vollständiger Befriedigung sämtlicher Konkursgläubiger keine Forderung zu, mit der er auf- oder verrechnen könnte (vgl. Senatsurteil v. 15. November 1962 - II ZR 134/61, WM 1963, 121, 122 unter II.I.).
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