Rechtsprechung
| OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Justiz Rheinland-Pfalz
§ 1 Abs 2 StVO, § 7 Abs 5 S 1 StVO, § 8 Abs 1 S 1 StVO, § 10 S 1 StVO, § 17 Abs 1 StVG
Pflichten bei Einfahrt auf Parkplatz über abgesenkten Bordstein - RA Kotz
Parkplatzeinfahrt über abgesenkten Bordstein - Pflichten Kraftfahrzeugführer
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- rechtsportal.de
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Gleichstellung von Zufahrten oder Ausfahrten von Parkplätzen mit Grundstücksausfahrten; Vornahme der Abwägung der wechselseitigen Verursachungsbeiträge
Verfahrensgang
- LG Kaiserslautern, 25.08.2023 - 4 O 86/23
- OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (16)
- BGH, 08.03.2022 - VI ZR 1308/20
Vorrang der auf der Straße fahrenden Fahrzeuge gegenüber dem vom rechten …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Vielmehr muss er stets mit einem Fahrstreifenwechsel eines Teilnehmers des fließenden Verkehrs rechnen (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil vom 08.03.2022, Az. VI ZR 1308/20, Rn. 9, Juris).Rn. 20 3. Auf Beklagtenseite hat der Vorderrichter schon aus Rechtsgründen keine schuldhafte Verletzung des § 7 Abs. 5 Satz 1 StVO in die Haftungsabwägung eingestellt, da die Vorschrift nur dem Schutz des fließenden Verkehrs dient, der von Grundstücken oder anderen gleichgestellten Straßenteilen Einfahrende aber nicht Teil des fließenden Verkehrs ist (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 08.03.2022, Az. VI ZR 1308/20, Rn. 11, Juris).
Rn. 22 Trotz des grundsätzlichen Vorrangs des fließenden Verkehrs hat auch dieser auf die Ein- oder Ausfahrenden im Rahmen des § 1 Abs. 2 StVO Rücksicht zu nehmen und eine mäßige Behinderung hinzunehmen (BGH, Urteil vom 08.03.2022, Az. VI ZR 1308/20, Rn.16, Juris).
- BGH, 20.09.2011 - VI ZR 282/10
Verkehrsunfall bei Einfahren aus einem Grundstück auf die Straße: Mithaftung des …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Rn. 12 b) Kommt es in unmittelbarem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem Ein- oder Ausfahren zu einer Kollision mit dem fließenden Verkehr, so spricht schon der Anschein gegen den Einfahrenden (BGH, Urteil vom 20.09.2011, Az. VI ZR 282/10; OLG Saarbrücken, Urteil vom 14.08.2014, Az. 4 U 140/13; OLG Köln, Urteil vom 02.01.2012, Az. 5 U 161/11; OLG München, Urteil vom 29.09.1989, Az. 10 U 2437/89; jeweils Juris;… Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 47. Aufl. 2023, § 10 Rn. 11; dies gilt auch gegenüber den Fahrstreifenwechsler: KG, Beschluss vom 15.08.2007, Az. 12 U 202/06, Juris).Rn. 24 Bei der Beurteilung ist weiter zu berücksichtigen, dass dem Beklagten zu 1 sowohl eine Schrecksekunde als auch die Reaktions- und Bremsansprechzeit zu Gute zu halten sind (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil vom 20.09.2011, Az. VI ZR 282/10, Rn. 12, Juris).
Wahrt der Einfahrende - wie im Streitfall der Kläger - den Vorrang des fließenden Verkehrs nicht und kommt es deshalb zu einem Unfall, haftet in der Regel der Einfahrende allein (vgl. BGH, Urteil vom 20.09.2011, Az. VI ZR 282/10, Rn. 9, Juris).
- KG, 15.08.2007 - 12 U 202/06
Haftung bei Kfz-Unfall: Haftung des vom Fahrbahnrand Anfahrenden bei Kollision …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Rn. 12 b) Kommt es in unmittelbarem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem Ein- oder Ausfahren zu einer Kollision mit dem fließenden Verkehr, so spricht schon der Anschein gegen den Einfahrenden (BGH, Urteil vom 20.09.2011, Az. VI ZR 282/10; OLG Saarbrücken, Urteil vom 14.08.2014, Az. 4 U 140/13; OLG Köln, Urteil vom 02.01.2012, Az. 5 U 161/11; OLG München, Urteil vom 29.09.1989, Az. 10 U 2437/89; jeweils Juris;… Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 47. Aufl. 2023, § 10 Rn. 11; dies gilt auch gegenüber den Fahrstreifenwechsler: KG, Beschluss vom 15.08.2007, Az. 12 U 202/06, Juris).Eine Strecke von 10 bis 15 m nach dem Anfahren wahrt den räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit dem Ein- bzw. Ausfahren (…vgl. Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 47. Aufl. 2023; KG, Beschluss vom 15.08.2007, Az. 12 U 202/06; OLG Düsseldorf, Urteil vom 02.02.1978, Az. 12 U 169/77; jeweils Juris).
Dabei muss jede Einflussnahme des Anfahrvorgangs auf das weitere Verkehrsgeschehen ausgeschlossen sein (vgl. KG, Beschluss vom 15.08.2007, Az. 12 U 202/06; OLG Köln, Urteil vom 04.02.1986, Az. 22 U 159/85; jeweils Juris;… Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 47. Aufl. 2023, § 10 Rn. 4a).
- BGH, 11.10.2016 - VI ZR 66/16
Haftungsverteilung bei Parkplatzunfall: Anscheinsbeweis zu Lasten eines …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Solche Umstände können nach anerkannten Rechtsgrundsätzen nur einbezogen werden, wenn sie nach Grund und Gewicht feststehen, d.h. unstreitig, zugestanden oder mit dem Maß des § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO bewiesen sind (vgl. etwa BGH, Urteil vom 11.10.2016, Az. VI ZR 66/16, Rn. 7, Juris) und ursächlich für den Schaden geworden sind. - BGH, 07.02.2012 - VI ZR 133/11
Schadensersatz nach Verkehrsunfall: Quotelung von Sachverständigenkosten
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Dabei hat (anders als im Rahmen des § 17 Abs. 3 StVG) jeder Beteiligte, sofern ihm nicht ausnahmsweise ein Anscheinsbeweis zugutekommt, die Umstände zu beweisen, die dem anderen zum Verschulden gereichen oder aus denen er für die nach § 17 Abs. 1 StVG vorzunehmende Abwägung für sich günstige Rechtsfolgen herleitet (BGH, Urteil vom 07.02.2012, Az. VI ZR 133/11, Juris). - BGH, 17.03.1992 - VI ZR 62/91
Unabwendbarkeit eines Verkehrsunfalls bei Überschreitung der Richtgeschwindigkeit
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Unabwendbar ist ein Ereignis, das durch äußerste Sorgfalt nicht abgewendet werden kann (BGH, Urteil vom 17.03.1992, Az. VI ZR 62/91, Rn. 10, Juris). - BGH, 27.06.2000 - VI ZR 126/99
Haftungsverteilung bei Kollision eines PKW mit einem Fußgänger
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Bei der Abwägung nach dieser Vorschrift ist zunächst die allgemeine Betriebsgefahr der beteiligten Fahrzeuge zu berücksichtigen, die durch besondere Umstände erhöht sein kann, namentlich durch eine fehlerhafte oder verkehrswidrige Fahrweise der bei dem Betrieb tätigen Personen (vgl. BGH, Urteil vom 27.06.2000, Az. VI ZR 126/99, Juris). - BGH, 18.01.2005 - VI ZR 115/04
Begriff des unabwendbaren Ereignisses
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Dazu gehört sachgemäßes, geistesgegenwärtiges Handeln über den gewöhnlichen und persönlichen Maßstab hinaus (BGH, Urteil vom 18.01.2005, Az. VI ZR 115/04, Juris). - KG, 02.10.2003 - 12 U 53/02
Verkehrsunfallhaftung: Anscheinsbeweis bei Auffahrunfall im Zusammenhang mit …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Die äußerste Sorgfalt beachtet nur, wer alle möglichen Gefahrenmomente bei seinem Verhalten berücksichtigt (vgl. KG Berlin, Urteil vom 02.10.2003, Az. 12 U 53/02, Rn. 5;… OLG Frankfurt/M., Urteil vom 19.03.1998, Az. 15 U 184/97, Rn. 5; OLG Stuttgart…, Urteil vom 29.01.1982, Az. 2 U 172/81, Rn. 19; jeweils Juris). - OLG Köln, 04.02.1986 - 22 U 159/85
Haftungsverteilung bei Kollision eines vom Fahrbahnrand anfahrenden Fahrzeugs mit …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 14.08.2024 - 1 U 155/23
Dabei muss jede Einflussnahme des Anfahrvorgangs auf das weitere Verkehrsgeschehen ausgeschlossen sein (vgl. KG, Beschluss vom 15.08.2007, Az. 12 U 202/06; OLG Köln, Urteil vom 04.02.1986, Az. 22 U 159/85; jeweils Juris;… Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 47. Aufl. 2023, § 10 Rn. 4a). - BGH, 05.05.1992 - VI ZR 262/91
Beobachtungspflicht bei Annäherung eines Kindes
- OLG Köln, 02.01.2012 - 5 U 161/11
Kollision des rückwärts aus Grundstückseinfahrt Herausfahrenden mit einem …
- OLG Frankfurt, 19.03.1998 - 15 U 184/97
Voraussetzungen für die Zulassung einer Berufung; Anforderungen an die Darlegung …
- OLG Düsseldorf, 02.02.1978 - 12 U 169/77
- OLG Stuttgart, 29.01.1982 - 2 U 172/81
Haftungsverteilung bei Vorfahrtverletzung bei winterlichen Straßenverhältnissen
- OLG München, 29.09.1989 - 10 U 2437/89
- OLG Zweibrücken, 29.01.2025 - 1 U 64/24
Vorrang eines Radwegs in Abhängigkeit zur Vorfahrtsstraße
Eine Reaktionsaufforderung entstand für den Kläger daher erst zu dem Zeitpunkt, zu dem konkrete Anhaltspunkte erkennbar wurden, dass der Beklagte durchfahren und nicht auf der Mittelinsel halten würde (vgl. Urteil des Senats vom 14.08.2024, Az. 1 U 155/23 ; vgl. auch OLG Hamm…, Urteil vom 02.03.2018, Az. 9 U 54/17, Rn. 20, Juris).
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