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Rechtsprechung
   OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2022,8390
OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20 (https://dejure.org/2022,8390)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 12.04.2022 - 4 EK 1/20 (https://dejure.org/2022,8390)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 12. April 2022 - 4 EK 1/20 (https://dejure.org/2022,8390)
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Volltextveröffentlichungen (5)

  • Burhoff online

    Verfahrensverzögerung, Entschädigung, Pilotverfahren

  • openjur.de
  • Entscheidungsdatenbank Niedersachsen

    § 198 Abs. 2 S. 1 GVG; § 198 Abs. 5 S. 2 GVG; § 198 Abs. 3 GVG
    Pilotverfahren zu Kapitalanlageverfahren; Entschädigungspflichtige Verzögerung in einem Pilotverfahren; "Passive" Auswirkungen auf die jeweils abhängigen und ruhenden Verfahren; Weitere Verzögerungen in einem abhängigen Verfahren; Personenidentischer Kläger

  • ra.de
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    GVG § 198 Abs. 5 S. 2; GVG § 198 Abs. 3
    Pilotverfahren zu Kapitalanlageverfahren; Entschädigungspflichtige Verzögerung in einem Pilotverfahren; "Passive" Auswirkungen auf die jeweils abhängigen und ruhenden Verfahren; Weitere Verzögerungen in einem abhängigen Verfahren; Personenidentischer Kläger

Kurzfassungen/Presse (2)

  • Burhoff online Blog (Kurzinformation und Auszüge)

    Entschädigung für Verfahrensverzögerung - Vom Pilotverfahren abhängiges Ausgangsverfahren

  • Wolters Kluwer (Kurzinformation)

    Anwendung des Instituts der Entschädigung wegen unangemessener Verfahrensdauer bei 4.000 Kapitalanlage-Verfahren

Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (2)Zitiert selbst (63)

  • RG, 15.11.1907 - V 675/07

    Unterliegt die Gebührenüberhebung der Gerichtsvollzieher unter der Geltung der …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 6 Alle gegenständlichen Ausgangsverfahren sowohl der 2. Zivilkammer (2 O 322/07, 2 O 644/07) als auch der später zuständigen 14. Zivilkammer (14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07, 14 (2) O 1095/07) sind der vorgenannten Hauptserie zuzuordnen.

    Tatsächlich fand ein solcher Termin jedoch nur im Verfahren 14 (2) O 675/07 am 10.10.2007 statt.

    Die gegenständlichen Ausgangsverfahren der 2. Zivilkammer (2 O 322/07, 2 O 644/07) wurden hierzu zu dem Pilotverfahren 2 O 1802/07 und die der 14. Zivilkammer (14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07, 14 (2) O 1095/07)) zu dem Pilotverfahren 14 (2) O 2179/07 verbunden.

    Rn. 25 In allen vorliegenden Ausgangsverfahren hatte der Entschädigungskläger und Beklagte zu 2) der Ausgangsverfahren zuvor jeweils Verzögerungsrüge erhoben, und zwar zum Aktenzeichen 2 O 322/07 mit Schriftsatz vom 12.12.2011, zu 2 O 644/07 unter dem 22.12.2011, zu 14 (2) O 303/07 unter dem 21.12.2011, zu 14 (2) O 623/07 unter dem 15.12.2011, zu 14 (2) O 675/07 unter dem 15.12.2011, zu 14 (2) O 677/07 unter dem 13.12.2011, zu 14 (2) O 775/07 unter dem 19.12.2011, zu 14 (2) O 855/07 unter dem 13.12.2011 und zu 14 (2) O 1095/07 unter dem 22.12.2011.

    Rn. 34 Das Ausgangsverfahren 14 (2) O 675/07 habe - insoweit unstreitig - 12 Jahre und 4 Monate gedauert, wovon jedenfalls der Verfahrensabschnitt seit Oktober 2013 mit insgesamt 75 Monaten unangemessen lang gewesen sei.

    Rn. 73 Die Akten der erledigten Ausgangsverfahren des Landgericht Göttingen zu den Aktenzeichen 2 O 322/07, 2 O 644/07, 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07 und 14 (2) O 1095/07 waren beigezogen und Gegenstand der mündlichen Verhandlung.

    Rn. 80 Die Entschädigungsklage wurde betreffend beide Ausgangsverfahren der 2. Zivilkammer zu den Aktenzeichen 2 O 322/07 und 2 O 644/07 sowie die Ausgangsverfahren der 14. Zivilkammer zu den Aktenzeichen 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07 und 14 (2) O 1095/07 spätestens sechs Monate nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung, die das Verfahren beendet, oder einer anderen Erledigung des Verfahrens erhoben.

    Rn. 88 Dem Kläger steht gemäß § 198 Abs. 1 GVG gegen das passivlegitimierte Land Niedersachsen (§ 200 Satz 1 GVG) kein Anspruch auf Entschädigung in Geld aufgrund erlittener immaterieller Nachteile wegen unangemessener Dauer der Ausgangsverfahren vor dem Landgericht Göttingen zu den Aktenzeichen 2 O 322/07, 2 O 644/07, 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07 und 14 (2) O 1095/07 zu.

    Nur im Verfahren 14 (2) O 675/07 fand dieser Termin - zwei Tage vor dem zunächst bestimmten Datum - am 10.10.2007 statt.

    Zustellungen, und damit letztlich der tatsächliche Beginn der Rechtsstreite gegen ihn, erfolgten erst im Oktober und November 2007 und damit nach der beabsichtigten und nur in 14 (2) 675/07 auch erfolgten Durchführung der mündlichen Verhandlung Mitte Oktober 2007.

  • BGH, 12.02.2015 - III ZR 141/14

    Entschädigungsanspruch wegen unangemessener Verfahrensdauer von Ausgangsverfahren …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 61 Die Entschädigungspflicht könne entgegen der Auffassung des seinerzeit zuständigen 6. Zivilsenats (OLG Braunschweig, Urteil vom 11. April 2014 - 6 SchH 1/13 -, juris) und des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, juris) auch nicht per Rekurs auf die Vielzahl der (Parallel-)Verfahren zum Fortfall gebracht werden.

    Rn. 68 Auch vertritt die Beklagte unter Hinweis auf BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 - die Ansicht, dass die Auffassung der Kammern in den neun Ausgangsverfahren, von Amts wegen ein Sachverständigengutachten zur behaupteten fehlenden Tragfähigkeit des Beteiligungssystems einzuholen, allemal vertretbar gewesen sei.

    Mache der Betroffene - wie hier - Entschädigung für einzelne Verfahren aus einem umfangreichen Verfahrenskomplex geltend, müsse er jedoch die konkreten Nachteile, die gerade durch die Dauer dieses Verfahrens verursacht worden sein sollen, positiv behaupten, was aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Februar 2015 (III ZR 141/14 -, Rn. 43, juris) folge.

    Zur Ausübung seiner verfahrensgestaltenden Befugnisse ist ihm ein weiter Gestaltungsspielraum zuzubilligen (BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, Rn. 33, juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, Rn. 44, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 39, juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 30, juris; BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, BGHZ 204, 184-198, Rn. 26, juris; OLG Köln…, Urteil vom 1. Juni 2017 - 7 EK 3/16 -, Rn. 26, juris).

    Maßgebend ist vielmehr, dass die Entscheidung des Landgerichts aus der Sicht ex ante vernünftig und zweckmäßig war (vgl. BVerfG, NVwZ 2013, 789, 791)" (BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, BGHZ 204, 184-198, Rn. 32, juris).

    Rn. 179 In der Zusammenschau bleibt deshalb nur zu konstatieren, dass der Senat "nicht zu untersuchen [hat], ob dem Landgericht ein Rechtsfehler unterlaufen ist, als es sich gegen den Willen der Parteien des Ausgangsverfahrens entschieden hat, ein Sachverständigengutachten einzuholen, um das Konzept der Gesellschaften der ,G. Gruppe' zu untersuchen" (OLG Braunschweig…, Urteil vom 11. April 2014 - 6 SchH 1/13 -, Rn. 45, juris; bestätigt durch BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, Rn. 36, juris).

    Maßgebend ist vielmehr, dass die Entscheidungen des Landgerichts aus der Sicht ex ante vernünftig und zweckmäßig waren (vgl. BVerfG, NVwZ 2013, 789, 791; BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, Rn. 34, juris).

    Die Vermutung eines auf der Verfahrensdauer beruhenden immateriellen Nachteils ist dann widerlegt, wenn das Entschädigungsgericht unter Berücksichtigung der vom Kläger gegebenenfalls geltend gemachten Beeinträchtigungen nach einer Gesamtbewertung der Folgen, die die Verfahrensdauer mit sich gebracht hat, die Überzeugung gewinnt, dass die (unangemessene) Verfahrensdauer nicht zu einem Nachteil geführt hat (…vgl. BFHE 243, 151Rn. 26 ff.; BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, Rn. 40 f., juris, zum Verfahren 6 SchH 1/13 des OLG Braunschweig (juris) zu demselben Komplex mit demselben Kläger aus demselben Zusammenhang).

    Nur dann kann der Anspruchsgegner den ihm obliegenden Beweis der Unrichtigkeit der aufgestellten Behauptungen führen (vgl. BGH…, Urteil vom 22. Februar 2011 - XI ZR 261/09, NJW 2011, 2130,Rn. 19 f.; BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14, Rn. 43, juris).

  • EGMR, 10.05.2011 - 28180/05

    LELJAK (II) AND OTHERS v. SLOVENIA

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 6 Alle gegenständlichen Ausgangsverfahren sowohl der 2. Zivilkammer (2 O 322/07, 2 O 644/07) als auch der später zuständigen 14. Zivilkammer (14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07, 14 (2) O 1095/07) sind der vorgenannten Hauptserie zuzuordnen.

    In dem Verfahren zu dem Aktenzeichen 14 (2) O 1095/07 wurde erstmals Termin für den 21.08.2007 bestimmt, die übrigen Verfahren wurden jeweils im Oktober 2007 terminiert.

    Rn. 10 In der Folge regten die Kläger in den Ausgangsverfahren, mit Ausnahme des Verfahrens 14 (2) O 1095/07, erfolglos die Beendigung der zuvor im September 2007 beschlossenen Unterbrechungen der Verfahren und später, zwischen April und August 2009, die Abtrennung der Verfahren hinsichtlich des jeweiligen Beklagten zu 1) der Ausgangsverfahren an.

    Die gegenständlichen Ausgangsverfahren der 2. Zivilkammer (2 O 322/07, 2 O 644/07) wurden hierzu zu dem Pilotverfahren 2 O 1802/07 und die der 14. Zivilkammer (14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07, 14 (2) O 1095/07)) zu dem Pilotverfahren 14 (2) O 2179/07 verbunden.

    Rn. 25 In allen vorliegenden Ausgangsverfahren hatte der Entschädigungskläger und Beklagte zu 2) der Ausgangsverfahren zuvor jeweils Verzögerungsrüge erhoben, und zwar zum Aktenzeichen 2 O 322/07 mit Schriftsatz vom 12.12.2011, zu 2 O 644/07 unter dem 22.12.2011, zu 14 (2) O 303/07 unter dem 21.12.2011, zu 14 (2) O 623/07 unter dem 15.12.2011, zu 14 (2) O 675/07 unter dem 15.12.2011, zu 14 (2) O 677/07 unter dem 13.12.2011, zu 14 (2) O 775/07 unter dem 19.12.2011, zu 14 (2) O 855/07 unter dem 13.12.2011 und zu 14 (2) O 1095/07 unter dem 22.12.2011.

    Rn. 37 Das Ausgangsverfahren 14 (2) O 1095/07 habe - insoweit unstreitig - 12 Jahre und 3 Monate gedauert, wovon jedenfalls der Verfahrensabschnitt seit Oktober 2013 mit insgesamt 75 Monaten unangemessen lang gewesen sei.

    Rn. 73 Die Akten der erledigten Ausgangsverfahren des Landgericht Göttingen zu den Aktenzeichen 2 O 322/07, 2 O 644/07, 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07 und 14 (2) O 1095/07 waren beigezogen und Gegenstand der mündlichen Verhandlung.

    Rn. 80 Die Entschädigungsklage wurde betreffend beide Ausgangsverfahren der 2. Zivilkammer zu den Aktenzeichen 2 O 322/07 und 2 O 644/07 sowie die Ausgangsverfahren der 14. Zivilkammer zu den Aktenzeichen 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07 und 14 (2) O 1095/07 spätestens sechs Monate nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung, die das Verfahren beendet, oder einer anderen Erledigung des Verfahrens erhoben.

    Rn. 88 Dem Kläger steht gemäß § 198 Abs. 1 GVG gegen das passivlegitimierte Land Niedersachsen (§ 200 Satz 1 GVG) kein Anspruch auf Entschädigung in Geld aufgrund erlittener immaterieller Nachteile wegen unangemessener Dauer der Ausgangsverfahren vor dem Landgericht Göttingen zu den Aktenzeichen 2 O 322/07, 2 O 644/07, 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07 und 14 (2) O 1095/07 zu.

    Im Verfahren 14 (2) O 1095/07 erfolgte demgegenüber eine solche Terminbestimmung 2007 nicht.

  • BGH, 14.11.2013 - III ZR 376/12

    Unangemessene Verfahrensdauer - Entschädigungsanspruch wegen unangemessener Dauer …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 100 Die Verfahrensdauer ist unangemessen im Sinne des § 198 Abs. 1 Satz 1 GVG, wenn eine insbesondere an den Merkmalen des § 198 Abs. 1 Satz 2 GVG ausgerichtete Gewichtung und Abwägung aller bedeutsamen Umstände des Einzelfalls ergibt, dass die aus konventions- und verfassungsrechtlichen Normen (Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 19 Abs. 4 und Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG) folgende Verpflichtung des Staates, Gerichtsverfahren in angemessener Zeit zum Abschluss zu bringen, verletzt ist (BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 28, juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, BGHZ 199, 190-207, Rn. 40, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 36, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D -, BVerwGE 147, 146-170, Rn. 37, juris).

    Denn der Gesetzgeber nahm diese gefestigte Rechtsprechung bei der Textfassung des § 198 Abs. 1 GVG zum Vorbild (BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 29 m.w.N., juris; vgl. auch BSG…, Urteil vom 3. September 2014 - B 10 ÜG 2/13 R -, BSGE 117, 21-37, SozR 4-1720 § 198 Nr. 3, Rn. 23, juris).

    Rn. 102 Die Verletzung des Grund- und Menschenrechts auf Entscheidung eines gerichtlichen Verfahrens in angemessener Zeit impliziert, dass eine gewisse Schwere der Belastung festgestellt werden muss (BSG…, Urteil vom 21. Februar 2013 - B 10 ÜG 1/12 KL -, BSGE 113, 75-86, SozR 4-1720 § 198 Nr. 1, Rn. 6, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D - BVerwGE 147, 146, Rn. 38 f., juris; BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 31, juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 28, juris; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof…, Urteil vom 29. Juni 2017 - 23 A 15.2332 -, Rn. 28, juris).

    Vielmehr muss die Verfahrensdauer insgesamt eine Grenze überschreiten, die sich auch unter Berücksichtigung gegenläufiger rechtlicher Interessen für den Betroffenen als sachlich nicht mehr gerechtfertigt oder unverhältnismäßig darstellt (…vgl. BVerfG, Beschwerdekammerbeschluss vom 1. Oktober 2012 - 1 BvR 170/06 - Vz 1/12 -, Rn. 40, juris; BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 31, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 38 f., juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 29, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D -, BVerwGE 147, 146-170, Rn. 37, juris; BVerwG…, Urteil vom 29. Februar 2016 - 5 C 31/15 D -, Rn. 15, juris; BVerwG…, Urteil vom 14. November 2016 - 5 C 10/15 D -, BVerwGE 156, 229-262, Rn. 135, juris;… vgl. ferner BFH, Zwischenurteil vom 7. November 2013 - X K 13/12 -, Rn. 51, 53, juris).

    Rn. 106 Um den verfahrensrechtlichen und inhaltlichen Anforderungen gerecht werden zu können, benötigt das Gericht eine Vorbereitungs- und Bearbeitungszeit, die der Schwierigkeit und Komplexität der Rechtssache angemessen ist (BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, Rn. 33, juris).

    Zur Ausübung seiner verfahrensgestaltenden Befugnisse ist ihm ein weiter Gestaltungsspielraum zuzubilligen (BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, Rn. 33, juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, Rn. 44, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 39, juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 30, juris; BGH…, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, BGHZ 204, 184-198, Rn. 26, juris; OLG Köln…, Urteil vom 1. Juni 2017 - 7 EK 3/16 -, Rn. 26, juris).

    Schematische zeitliche Vorgaben für die Angemessenheit oder ähnliches existieren nicht (…BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss vom 30. Juli 2009 - 1 BvR 2662/06 -, Rn. 20, juris;… BVerfG, Beschwerdekammerbeschluss vom 1. Oktober 2012 - 1 BvR 170/06 - Vz 1/12 -, Rn. 23, juris; BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 26 f., juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, BGHZ 199, 190-207, Rn. 38, juris; BGH…, Urteil vom 13. März 2014 - III ZR 91/13 -, Rn. 28-30, juris; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof…, Urteil vom 29. Juni 2017 - 23 A 15.2332 -, Rn. 22, juris;… vgl. auch Lorenz, Die Dogmatik des Entschädigungsanspruches aus § 198 GVG, 2018, S. 144 ff.).

    Rn. 112 Vielmehr ist eine Einzelfallprüfung insbesondere im Hinblick auf die in § 198 Abs. 1 Satz 2 GVG genannten Kriterien der Schwierigkeit des Verfahrens, seiner Bedeutung für den Betroffenen und des Verhaltens der Verfahrensbeteiligten sowie mit Blick auf die Verfahrensführung durch das Gericht vorzunehmen (vgl. nur BGH, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, Rn. 25, juris).

  • BGH, 13.02.2014 - III ZR 311/13

    Entschädigung wegen überlanger Dauer einer Strafvollzugssache: …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 102 Die Verletzung des Grund- und Menschenrechts auf Entscheidung eines gerichtlichen Verfahrens in angemessener Zeit impliziert, dass eine gewisse Schwere der Belastung festgestellt werden muss (BSG…, Urteil vom 21. Februar 2013 - B 10 ÜG 1/12 KL -, BSGE 113, 75-86, SozR 4-1720 § 198 Nr. 1, Rn. 6, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D - BVerwGE 147, 146, Rn. 38 f., juris; BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 31, juris; BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 28, juris; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof…, Urteil vom 29. Juni 2017 - 23 A 15.2332 -, Rn. 28, juris).

    Vielmehr muss die Verfahrensdauer insgesamt eine Grenze überschreiten, die sich auch unter Berücksichtigung gegenläufiger rechtlicher Interessen für den Betroffenen als sachlich nicht mehr gerechtfertigt oder unverhältnismäßig darstellt (…vgl. BVerfG, Beschwerdekammerbeschluss vom 1. Oktober 2012 - 1 BvR 170/06 - Vz 1/12 -, Rn. 40, juris; BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 31, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 38 f., juris; BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 29, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D -, BVerwGE 147, 146-170, Rn. 37, juris; BVerwG…, Urteil vom 29. Februar 2016 - 5 C 31/15 D -, Rn. 15, juris; BVerwG…, Urteil vom 14. November 2016 - 5 C 10/15 D -, BVerwGE 156, 229-262, Rn. 135, juris;… vgl. ferner BFH, Zwischenurteil vom 7. November 2013 - X K 13/12 -, Rn. 51, 53, juris).

    Rn. 104 Zu diesen gegenläufigen Rechtsgütern zählen insbesondere die aus dem Rechtsstaatsprinzip folgende Gewährleistung der inhaltlichen Richtigkeit von Entscheidungen sowie die Grundsätze der richterlichen Unabhängigkeit (Art. 97 Abs. 1 GG) und des gesetzlichen Richters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) (BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 26, juris; BGH…, Urteil vom 13. März 2014 - III ZR 91/13 -, Rn. 27, juris).

    Zur Ausübung seiner verfahrensgestaltenden Befugnisse ist ihm ein weiter Gestaltungsspielraum zuzubilligen (BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, Rn. 33, juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, Rn. 44, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 39, juris; BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 30, juris; BGH…, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, BGHZ 204, 184-198, Rn. 26, juris; OLG Köln…, Urteil vom 1. Juni 2017 - 7 EK 3/16 -, Rn. 26, juris).

    Es kommt nicht darauf an, wie sich der Verfahrenslauf im Nachhinein bei einer ex-post-Betrachtung darstellt (BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 47, juris; BFH…, Urteil vom 7. Mai 2014 - X K 11/13 -, Rn. 53, juris; BSG…, Urteil vom 7. September 2017 - B 10 ÜG 1/16 R -, BSGE 124, 136-153, SozR 4-1720 § 198 Nr. 16, Rn. 47, juris).

    Maßgebend ist, ob das Gericht gerade in Relation zu jenen Gesichtspunkten den Anforderungen an eine angemessene Verfahrensdauer in jedenfalls vertretbarer Weise gerecht geworden ist (BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 46, juris).

    Rn. 133 Insoweit ist die Verfahrensführung durch das Landgericht Göttingen vorliegend letztlich unter dem Gesichtspunkt in den Blick zu nehmen, ob es Zeiträume gegeben hat, in denen das Gericht das Verfahren ohne sachlichen Rechtfertigungsgrund nicht gefördert hat (vgl. auch BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 25, juris;… BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 13. August 2012 - 1 BvR 1098/11 -, Rn. 17, juris; Hervorhebung durch den Senat).

    Die Vertretbarkeit darf nur dann verneint werden, wenn bei voller Würdigung auch der Belange einer funktionstüchtigen Rechtspflege das richterliche Verhalten nicht mehr verständlich ist bzw. willkürlich erscheint (OLG Frankfurt…, Urteil vom 10. Juli 2013 - 4 EntV 3/13 -, Rn. 39, juris; BGH, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 30, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, Rn. 38, juris; BSG…, Urteil vom 3. September 2014 - B 10 ÜG 12/13 R -, SozR 4-1720 § 198 Nr. 4, Rn. 43, juris; BSG…, Urteil vom 3. September 2014 - B 10 ÜG 2/13 R -, BSGE 117, 21-37, SozR 4-1720 § 198 Nr. 3, Rn. 36, juris; OLG Hamm…, Beschluss vom 27. April 2015 - 11 EK 8/14 -, Rn. 8, juris; BVerwG…, Beschluss vom 12. März 2018 - 5 B 26/17 D -, Rn. 6, juris; OLG Schleswig…, Urteil vom 11. September 2020 - 17 EK 2/20 -, Rn. 33, juris).

  • RG, 30.10.1907 - I 623/07

    Richtet sich die Strafbestimmung wegen vorzeitiger Veröffentlichung einer …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 6 Alle gegenständlichen Ausgangsverfahren sowohl der 2. Zivilkammer (2 O 322/07, 2 O 644/07) als auch der später zuständigen 14. Zivilkammer (14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07, 14 (2) O 1095/07) sind der vorgenannten Hauptserie zuzuordnen.

    Die gegenständlichen Ausgangsverfahren der 2. Zivilkammer (2 O 322/07, 2 O 644/07) wurden hierzu zu dem Pilotverfahren 2 O 1802/07 und die der 14. Zivilkammer (14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07, 14 (2) O 1095/07)) zu dem Pilotverfahren 14 (2) O 2179/07 verbunden.

    Rn. 25 In allen vorliegenden Ausgangsverfahren hatte der Entschädigungskläger und Beklagte zu 2) der Ausgangsverfahren zuvor jeweils Verzögerungsrüge erhoben, und zwar zum Aktenzeichen 2 O 322/07 mit Schriftsatz vom 12.12.2011, zu 2 O 644/07 unter dem 22.12.2011, zu 14 (2) O 303/07 unter dem 21.12.2011, zu 14 (2) O 623/07 unter dem 15.12.2011, zu 14 (2) O 675/07 unter dem 15.12.2011, zu 14 (2) O 677/07 unter dem 13.12.2011, zu 14 (2) O 775/07 unter dem 19.12.2011, zu 14 (2) O 855/07 unter dem 13.12.2011 und zu 14 (2) O 1095/07 unter dem 22.12.2011.

    Rn. 33 Das Ausgangsverfahren 14 (2) O 623/07 habe - insoweit unstreitig - 12 Jahre und 6 Monate gedauert, wovon jedenfalls der Verfahrensabschnitt seit Oktober 2013 mit insgesamt 76 Monaten unangemessen lang gewesen sei.

    Rn. 73 Die Akten der erledigten Ausgangsverfahren des Landgericht Göttingen zu den Aktenzeichen 2 O 322/07, 2 O 644/07, 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07 und 14 (2) O 1095/07 waren beigezogen und Gegenstand der mündlichen Verhandlung.

    Rn. 80 Die Entschädigungsklage wurde betreffend beide Ausgangsverfahren der 2. Zivilkammer zu den Aktenzeichen 2 O 322/07 und 2 O 644/07 sowie die Ausgangsverfahren der 14. Zivilkammer zu den Aktenzeichen 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07 und 14 (2) O 1095/07 spätestens sechs Monate nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung, die das Verfahren beendet, oder einer anderen Erledigung des Verfahrens erhoben.

    Rn. 88 Dem Kläger steht gemäß § 198 Abs. 1 GVG gegen das passivlegitimierte Land Niedersachsen (§ 200 Satz 1 GVG) kein Anspruch auf Entschädigung in Geld aufgrund erlittener immaterieller Nachteile wegen unangemessener Dauer der Ausgangsverfahren vor dem Landgericht Göttingen zu den Aktenzeichen 2 O 322/07, 2 O 644/07, 14 (2) O 303/07, 14 (2) O 623/07, 14 (2) O 675/07, 14 (2) O 677/07, 14 (2) O 775/07, 14 (2) O 855/07 und 14 (2) O 1095/07 zu.

  • BGH, 05.12.2013 - III ZR 73/13

    Entschädigung wegen überlanger Dauer eines selbständigen Beweisverfahrens und …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Letztere dürfe nur verneint werden, wenn bei voller Würdigung auch der Belange einer funktionstüchtigen Rechtspflege das richterliche Verhalten nicht mehr verständlich sei (unter Hinweis auf BGH…, Urteil vom 4. November 2010 - III ZR 32/10 -, Rn. 14, juris; BGH, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, Rn. 45, juris).

    Rn. 100 Die Verfahrensdauer ist unangemessen im Sinne des § 198 Abs. 1 Satz 1 GVG, wenn eine insbesondere an den Merkmalen des § 198 Abs. 1 Satz 2 GVG ausgerichtete Gewichtung und Abwägung aller bedeutsamen Umstände des Einzelfalls ergibt, dass die aus konventions- und verfassungsrechtlichen Normen (Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 19 Abs. 4 und Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG) folgende Verpflichtung des Staates, Gerichtsverfahren in angemessener Zeit zum Abschluss zu bringen, verletzt ist (BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 28, juris; BGH, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, BGHZ 199, 190-207, Rn. 40, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 36, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D -, BVerwGE 147, 146-170, Rn. 37, juris).

    Zur Ausübung seiner verfahrensgestaltenden Befugnisse ist ihm ein weiter Gestaltungsspielraum zuzubilligen (BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, Rn. 33, juris; BGH, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, Rn. 44, juris; BGH…, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 39, juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 30, juris; BGH…, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, BGHZ 204, 184-198, Rn. 26, juris; OLG Köln…, Urteil vom 1. Juni 2017 - 7 EK 3/16 -, Rn. 26, juris).

    Ein Anspruch des Rechtsuchenden auf "optimale" Verfahrensförderung besteht nicht (BGH, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, BGHZ 199, 190 ff., Rn. 46, juris;… OLG Oldenburg [Oldenburg], Urteil vom 15. Dezember 2016 - 15 EK 14/16 -, Rn. 19, juris;… vgl. auch BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss vom 14. Dezember 2010 - 1 BvR 404/10 -, Rn. 16, juris).

    Schematische zeitliche Vorgaben für die Angemessenheit oder ähnliches existieren nicht (…BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss vom 30. Juli 2009 - 1 BvR 2662/06 -, Rn. 20, juris;… BVerfG, Beschwerdekammerbeschluss vom 1. Oktober 2012 - 1 BvR 170/06 - Vz 1/12 -, Rn. 23, juris; BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 26 f., juris; BGH, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, BGHZ 199, 190-207, Rn. 38, juris; BGH…, Urteil vom 13. März 2014 - III ZR 91/13 -, Rn. 28-30, juris; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof…, Urteil vom 29. Juni 2017 - 23 A 15.2332 -, Rn. 22, juris;… vgl. auch Lorenz, Die Dogmatik des Entschädigungsanspruches aus § 198 GVG, 2018, S. 144 ff.).

    Ein Anspruch des Rechtsuchenden auf "optimale" Verfahrensförderung besteht nicht (BGH, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, BGHZ 199, 190 ff., Rn. 46, juris; OLG Oldenburg…, Urteil vom 15. Dezember 2016 - 15 EK 14/16 -, juris, Rn. 19;… vgl. auch BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss vom 14. Dezember 2010 - 1 BvR 404/10 -, Rn. 16, juris).

  • OLG Braunschweig, 11.04.2014 - 6 SchH 1/13

    Ansprüche auf Entschädigung wegen überlanger Verfahrensdauer bei Geltendmachung …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 43 Der Entschädigungskläger verweist weiter darauf, dass es sich bei dem Urteil des Oberlandesgerichts Braunschweig vom 2. Mai 2012 zum Aktenzeichen 3 U 120/08 nach dem Vortrag des beklagten Landes Niedersachsen in dem Entschädigungsverfahren des Oberlandesgerichts Braunschweig zum Aktenzeichen 6 SchH 1/13 sowie nach dem Vortrag der Bundesregierung in dem von ihm geführten Beschwerdeverfahren vom 15. August 2016 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (Application No. 49528/16 - Z. vs. Germany) um das maßgebliche Muster- bzw. Pilotverfahren für alle bei der 2. und 14. Zivilkammer des Landgerichts Göttingen rechtshängigen Ausgangsverfahren gegen ihn handele.

    Rn. 61 Die Entschädigungspflicht könne entgegen der Auffassung des seinerzeit zuständigen 6. Zivilsenats (OLG Braunschweig, Urteil vom 11. April 2014 - 6 SchH 1/13 -, juris) und des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, juris) auch nicht per Rekurs auf die Vielzahl der (Parallel-)Verfahren zum Fortfall gebracht werden.

    Rn. 156 Das Entschädigungsgericht prüft grundsätzlich nicht, ob die Richter im Ausgangsverfahren richtig entschieden haben (OLG Braunschweig, Urteil vom 11. April 2014 - 6 SchH 1/13 -, juris, Rn. 43).

    Rn. 179 In der Zusammenschau bleibt deshalb nur zu konstatieren, dass der Senat "nicht zu untersuchen [hat], ob dem Landgericht ein Rechtsfehler unterlaufen ist, als es sich gegen den Willen der Parteien des Ausgangsverfahrens entschieden hat, ein Sachverständigengutachten einzuholen, um das Konzept der Gesellschaften der ,G. Gruppe' zu untersuchen" (OLG Braunschweig, Urteil vom 11. April 2014 - 6 SchH 1/13 -, Rn. 45, juris; bestätigt durch BGH…, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, Rn. 36, juris).

    Die Vermutung eines auf der Verfahrensdauer beruhenden immateriellen Nachteils ist dann widerlegt, wenn das Entschädigungsgericht unter Berücksichtigung der vom Kläger gegebenenfalls geltend gemachten Beeinträchtigungen nach einer Gesamtbewertung der Folgen, die die Verfahrensdauer mit sich gebracht hat, die Überzeugung gewinnt, dass die (unangemessene) Verfahrensdauer nicht zu einem Nachteil geführt hat (…vgl. BFHE 243, 151Rn. 26 ff.; BGH, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, Rn. 40 f., juris, zum Verfahren 6 SchH 1/13 des OLG Braunschweig (juris) zu demselben Komplex mit demselben Kläger aus demselben Zusammenhang).

  • BGH, 04.11.2010 - III ZR 32/10

    Amtshaftung wegen überlanger Verfahrensdauer eines Zivilprozesses

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Letztere dürfe nur verneint werden, wenn bei voller Würdigung auch der Belange einer funktionstüchtigen Rechtspflege das richterliche Verhalten nicht mehr verständlich sei (unter Hinweis auf BGH, Urteil vom 4. November 2010 - III ZR 32/10 -, Rn. 14, juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, Rn. 45, juris).

    Vielmehr sind privilegiert auch alle Maßnahmen, die objektiv darauf gerichtet sind, die Rechtssache durch Urteil zu entscheiden, also die Grundlagen für die Sachentscheidung zu gewinnen […]" (BGH, Urteil vom 4. November 2010 - III ZR 32/10 -, BGHZ 187, 286-304, Rn. 13, juris).

    Das alles bestimmt nicht nur den Inhalt des Urteils, sondern auch den Ablauf und die Dauer des Verfahrens […]" und steht "in einem so engen Zusammenhang mit dem Urteil", dass es von diesem "haftungsmäßig nicht getrennt" werden kann (BGH, Urteil vom 4. November 2010 - III ZR 32/10 -, BGHZ 187, 286-304, Rn. 13, juris).

    Gleiches gilt für sonstige prozessleitende Maßnahmen, die darauf abzielen, die Grundlagen für die Entscheidung zu gewinnen" (BGH, Urteil vom 4. November 2010 - III ZR 32/10 -, Rn. 13, juris).

  • BGH, 23.01.2014 - III ZR 37/13

    Entschädigungsanspruch wegen überlanger Dauer eines Gerichtsverfahrens: …

    Auszug aus OLG Braunschweig, 12.04.2022 - 4 EK 1/20
    Rn. 100 Die Verfahrensdauer ist unangemessen im Sinne des § 198 Abs. 1 Satz 1 GVG, wenn eine insbesondere an den Merkmalen des § 198 Abs. 1 Satz 2 GVG ausgerichtete Gewichtung und Abwägung aller bedeutsamen Umstände des Einzelfalls ergibt, dass die aus konventions- und verfassungsrechtlichen Normen (Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 19 Abs. 4 und Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG) folgende Verpflichtung des Staates, Gerichtsverfahren in angemessener Zeit zum Abschluss zu bringen, verletzt ist (BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 28, juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, BGHZ 199, 190-207, Rn. 40, juris; BGH, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 36, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D -, BVerwGE 147, 146-170, Rn. 37, juris).

    Vielmehr muss die Verfahrensdauer insgesamt eine Grenze überschreiten, die sich auch unter Berücksichtigung gegenläufiger rechtlicher Interessen für den Betroffenen als sachlich nicht mehr gerechtfertigt oder unverhältnismäßig darstellt (…vgl. BVerfG, Beschwerdekammerbeschluss vom 1. Oktober 2012 - 1 BvR 170/06 - Vz 1/12 -, Rn. 40, juris; BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, BGHZ 199, 87-103, Rn. 31, juris; BGH, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 38 f., juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 29, juris; BVerwG…, Urteil vom 11. Juli 2013 - 5 C 23/12 D -, BVerwGE 147, 146-170, Rn. 37, juris; BVerwG…, Urteil vom 29. Februar 2016 - 5 C 31/15 D -, Rn. 15, juris; BVerwG…, Urteil vom 14. November 2016 - 5 C 10/15 D -, BVerwGE 156, 229-262, Rn. 135, juris;… vgl. ferner BFH, Zwischenurteil vom 7. November 2013 - X K 13/12 -, Rn. 51, 53, juris).

    Zur Ausübung seiner verfahrensgestaltenden Befugnisse ist ihm ein weiter Gestaltungsspielraum zuzubilligen (BGH…, Urteil vom 14. November 2013 - III ZR 376/12 -, Rn. 33, juris; BGH…, Urteil vom 5. Dezember 2013 - III ZR 73/13 -, Rn. 44, juris; BGH, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, BGHZ 200, 20-38, Rn. 39, juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 30, juris; BGH…, Urteil vom 12. Februar 2015 - III ZR 141/14 -, BGHZ 204, 184-198, Rn. 26, juris; OLG Köln…, Urteil vom 1. Juni 2017 - 7 EK 3/16 -, Rn. 26, juris).

    Die Vertretbarkeit darf nur dann verneint werden, wenn bei voller Würdigung auch der Belange einer funktionstüchtigen Rechtspflege das richterliche Verhalten nicht mehr verständlich ist bzw. willkürlich erscheint (OLG Frankfurt…, Urteil vom 10. Juli 2013 - 4 EntV 3/13 -, Rn. 39, juris; BGH…, Urteil vom 13. Februar 2014 - III ZR 311/13 -, Rn. 30, juris; BGH, Urteil vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 -, Rn. 38, juris; BSG…, Urteil vom 3. September 2014 - B 10 ÜG 12/13 R -, SozR 4-1720 § 198 Nr. 4, Rn. 43, juris; BSG…, Urteil vom 3. September 2014 - B 10 ÜG 2/13 R -, BSGE 117, 21-37, SozR 4-1720 § 198 Nr. 3, Rn. 36, juris; OLG Hamm…, Beschluss vom 27. April 2015 - 11 EK 8/14 -, Rn. 8, juris; BVerwG…, Beschluss vom 12. März 2018 - 5 B 26/17 D -, Rn. 6, juris; OLG Schleswig…, Urteil vom 11. September 2020 - 17 EK 2/20 -, Rn. 33, juris).

  • BVerfG, 01.10.2012 - 1 BvR 170/06

    Zurückweisung einer Verzögerungsbeschwerde - organisatorische und …

  • OLG Braunschweig, 05.11.2021 - 4 EK 23/20

    Entschädigung wegen unangemessener Verfahrensdauer; Besondere …

  • BGH, 26.11.2020 - III ZR 61/20

    Entschädigung wegen unangemessener Verfahrensdauer in einem zivilrechtlichen …

  • BVerwG, 11.07.2013 - 5 C 23.12

    Entschädigung; angemessene -; Entschädigungsanspruch; Entschädigungsanspruch bei …

  • BFH, 07.11.2013 - X K 13/12

    Unangemessene Dauer eines finanzgerichtlichen Klageverfahrens

  • BGH, 13.03.2014 - III ZR 91/13

    Entschädigungsanspruch wegen überlanger Verfahrensdauer: Begriff des …

  • VGH Bayern, 29.06.2017 - 23 A 15.2332

    Zur Frage der Angemessenheit der Verfahrensdauer in einer …

  • LG Göttingen, 21.08.2008 - 2 O 583/07
  • BSG, 03.09.2014 - B 10 ÜG 2/13 R

    Überlanges Gerichtsverfahren - Entschädigungsklage - unangemessene …

  • BVerfG, 14.12.2010 - 1 BvR 404/10

    Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Überlange Verfahrensdauer in …

  • BGH, 13.04.2017 - III ZR 277/16

    Entschädigungsanspruch wegen sachlich nicht gerechtfertigter …

  • BSG, 03.09.2014 - B 10 ÜG 12/13 R

    Überlanges Gerichtsverfahren - unangemessene Verfahrensdauer - Zwölfmonatsregel - …

  • BVerwG, 27.02.2014 - 5 C 1.13

    Entschädigung; angemessene -; Entschädigungsbegehren; -anspruch; -antrag; …

  • BVerwG, 26.02.2015 - 5 C 5.14

    Abweichung von der Größenordnung; Anrechnung; Ausgleich; Bestimmtheit des …

  • BVerfG, 13.08.2012 - 1 BvR 1098/11

    Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen die überlange Dauer eines …

  • BGH, 17.07.2014 - III ZR 228/13

    Entschädigungsprozess wegen überlanger Verfahrensdauer: Prüfung der …

  • BGH, 21.11.2013 - III ZA 28/13

    Ablehnung von Prozesskostenhilfe für getrennte Gerichtsverfahren wegen …

  • OLG Köln, 01.06.2017 - 7 EK 3/16

    Entschädigungsansprüche wegen überlanger Dauer einer Erbschaftsstreitigkeit

  • OLG Karlsruhe, 30.06.2020 - 16 EK 16/19
  • OLG Oldenburg, 15.12.2016 - 15 EK 14/16

    Bauprozess: Entschädigungsanspruch bei überlanger Verfahrensdauer

  • BGH, 10.12.2019 - II ZR 281/18

    Erledigungsfrist zur Einzahlung des angeforderten Gerichtskostenvorschusses; …

  • BGH, 27.02.2019 - VIII ZR 255/17

    Berufungsverfahren in Zivilsachen: Pflichtgemäßes Ermessen hinsichtlich der …

  • BGH, 15.12.2016 - III ZR 387/14

    Kein Schadensersatz- oder Entschädigungsanspruch aus Amtshaftung oder …

  • BVerwG, 14.11.2016 - 5 C 10.15

    Ablehnungsgesuch; Abtrennung; Altfälle; Angemessenheit der Verfahrensdauer; …

  • BGH, 07.11.2019 - III ZR 17/19

    Entschädigungsanspruch wegen unangemessener Dauer eines Gerichtsverfahrens: …

  • BVerfG, 27.09.2011 - 1 BvR 232/11

    Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung der Rechtsschutzgarantie (Art …

  • BSG, 07.09.2017 - B 10 ÜG 1/16 R

    Überlanges Gerichtsverfahren - Ausschluss eines Richters - Mitwirkung am …

  • BVerfG, 14.10.2003 - 1 BvR 901/03

    Effektiver Rechtschutz im verwaltungsgerichtlichen Verfahren; Voraussetzungen der …

  • BVerfG, 30.07.2009 - 1 BvR 2662/06

    Verfassungsbeschwerde wegen überlanger Verfahrensdauer erfolgreich

  • BGH, 22.02.2011 - XI ZR 261/09

    Lastschriftbuchungen im Einzugsermächtigungsverfahren: Beweislast der …

  • BGH, 15.03.2004 - II ZR 136/02

    Beweiswirkung eines Geständnisses im Strafverfahren

  • BVerwG, 29.02.2016 - 5 C 31.15

    (Gestaltungs-)Zeitraum; Abweichung vom Pauschalbetrag; Abwägung; …

  • BVerfG, 20.07.2000 - 1 BvR 352/00

    Zur Verletzung des Anspruchs auf effektiven Rechtsschutz

  • BGH, 21.05.2014 - III ZR 355/13

    Entschädigungsanspruch bei überlanger Dauer eines Anhörungsrügeverfahrens in …

  • BSG, 21.02.2013 - B 10 ÜG 1/12 KL

    Überlanges Gerichtsverfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - unangemessene Dauer - …

  • BVerwG, 11.07.2013 - 5 C 27.12

    Enteignungsentschädigung; Entschädigung; angemessene -; Entschädigungsanspruch; …

  • BVerwG, 12.03.2018 - 5 B 26.17

    Unangemessene Verfahrensdauer bei Aussetzung des Verfahrens nach § 94 VwGO

  • EGMR, 29.03.2006 - 36813/97
  • BSG, 07.09.2017 - B 10 ÜG 3/16 R

    Überlanges Gerichtsverfahren - unangemessene Verfahrensdauer - gleichzeitig neben …

  • BVerfG, 02.12.2011 - 1 BvR 314/11

    Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Überlange Dauer eines Gerichtsverfahrens …

  • BFH, 20.11.2013 - X K 2/12

    Keine Entschädigung bei Rechtsprechungsänderung

  • BGH, 30.10.1956 - I ZR 82/55

    Rechtsmittel

  • BVerfG, 27.07.2004 - 1 BvR 1196/04

    Inhalt der Rechtsschutzgarantie in einem Zivilrechtsstreit

  • OLG Frankfurt, 10.07.2013 - 4 EntV 3/13

    Entschädigung für überlange Verfahren: Entschädigungsklage während noch …

  • OLG Braunschweig, 08.02.2013 - 4 SchH 1/12

    Entschädigung bei überlangen Gerichtsverfahren

  • BFH, 07.05.2014 - X K 11/13

    Entschädigung wegen überlanger Verfahrensdauer - Prüfung des Verfahrensablaufs …

  • OLG Schleswig, 11.09.2020 - 17 EK 2/20

    Kompensation durch Einstellung bei unangemessener Verfahrensdauer

  • VG der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, 18.05.2018 - 1/14
  • OLG Hamm, 27.04.2015 - 11 EK 8/14

    Entschädigung wegen überlanger Dauer eines Gerichtsverfahrens i.S. von § 198 Abs. …

  • OLG Stuttgart, 14.08.2012 - 4 SchH 4/12

    Prozesskostenhilfe: Erfolgsaussicht für eine Entschädigungsklage wegen …

  • EGMR, 30.11.2021 - 49528/16

    ZACHARIAS v. GERMANY

  • OLG Karlsruhe, 20.05.2021 - 16 EK 1/21

    Überlange Verfahrensdauer: Entschädigungsanspruch unter Berücksichtigung des …

  • RG, 30.01.1912 - V 1136/11

    Kann das Sprengstoffgesetz auf einen Sprengstoff angewendet werden, der seine …

  • OLG Braunschweig, 05.07.2022 - 4 EK 1/21

    Entschädigungsansprüche wegen überlanger Verfahrensdauer; Verfahrensaussetzung …

    Das Verfahren wird bis zur rechtskräftigen Entscheidung der Rechtsstreite in den Entschädigungsverfahren zu den Aktenzeichen 4 EK 23/20 und 4 EK 1/20 ausgesetzt.

    Rn. 8 Mit Verfügung vom 22. Dezember 2021 bestimmte der Senat sodann in dem Verfahren 4 EK 1/20 Termin zur Güteverhandlung und anschließenden mündlichen Verhandlung.

    Das Entschädigungsverfahren 4 EK 1/20 hatte demgegenüber insgesamt neun erledigte Ausgangsverfahren zum Gegenstand, die jeweils von den vom Landgericht Göttingen bestimmten vorgenannten Pilotverfahren der Hauptserie (14 (2) O 2179/07 bzw. 2 O 1802/07)) abhingen.

    Rn. 12 Zum Entschädigungsverfahren 4 EK 1/20 hat der Senat die Revisionszulassung damit begründet, dass bislang keine höchstrichterliche Grundsatzentscheidung zu der Frage vorliege, ob im Entschädigungsverfahren betreffend ein vom Pilotverfahren abhängiges Ausgangsverfahren, das während des Pilotverfahrens faktisch ruhe, eine Entschädigung des personenidentischen Entschädigungsklägers, welcher zugleich Partei im Pilotverfahren ist, ausscheiden könne, wenn - wie vom Senat angenommen - allenfalls Verzögerungen im Pilotverfahren mit ausschließlich passiven Auswirkungen auf das vom Pilotverfahren abhängige Ausgangsverfahren in Betracht kämen.

    Rn. 26 Der Senat hatte aus der Gesamtanzahl der insgesamt beim Oberlandesgericht anhängigen 18 Entschädigungsklagen des personenidentischen Klägers konkret vorgenannte zwei Entschädigungsklagen zur prioritären Bearbeitung ausgewählt, verhandelt und entschieden, nämlich erstens: eine Entschädigungsklage, die ein beendetes Ausgangs-Pilotverfahren zum Gegenstand hatte (4 EK 23/20) und zweitens: eine solche, welche insgesamt neun vom Pilotverfahren der Hauptserie abhängige Ausgangsverfahren (4 EK 1/20) behandelte.

    Die Würdigungen des Senats betreffend die tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu den Verfahren der vorgenannten Aktenzeichen 4 EK 23/20 und 4 EK 1/20 haben ebenso entscheidungserhebliche Bedeutung für sämtliche im Senat weiterhin anhängigen Entschädigungsklagen.

    Neben der besagten Personenidentität des Entschädigungsklägers und der tatsächlichen Vergleichbarkeit der zur Beurteilung anstehenden Verfahrensabläufe der gegenständlichen Ausgangsverfahren mit jenen der vom Senat bereits entschiedenen Entschädigungsklagen wären somit insbesondere dieselben entscheidungserheblichen Rechtsfragen zu klären, wie sie vom Senat in den Entscheidungen zu den Verfahren der Aktenzeichen 4 EK 23/20 und 4 EK 1/20 bereits beantwortet wurden und die nunmehr zur höchstrichterlichen Klärung dem Bundesgerichtshof vorliegen.

  • BGH, 09.03.2023 - III ZR 80/22

    Entschädigung für immaterielle Nachteile wegen überlanger Dauer von …

    Rn. 11 Das Oberlandesgericht hat zur Begründung seiner Entscheidung (veröffentlicht in BeckRS 2022, 7772) im Wesentlichen ausgeführt:.
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