Rechtsprechung
| BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24 |
Volltextveröffentlichungen (9)
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§ 211 StGB
Versuchter Mord (Heimtücke: Arg- und Wehrlosigkeit, Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit, Ausnutzungsbewusstsein) - openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 211 Abs 2 Alt 4 StGB
- IWW
§ 212 Abs. 1, § 22 StGB, § 211 Abs. 2 Var. 4 StGB, § 337 Abs. 1 StGB, § 211 Abs. 2 StGB, § 224 Abs. 1 StGB, § 353 Abs. 2 StPO, § 301 StPO, § 267 Abs. 1 Satz 3 StPO, § 105 Abs. 1 JGG
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
StGB § 211 Abs. 2 Alt. 4
Tragfähige Begründung der tatgerichtlichen Überzeugung fehlenden Ausnutzungsbewusstseins beim heimtückischen Mord; Fehlen einer umfassenden Beweiswürdigung zur subjektiven Tatseite des Mordmerkmals - datenbank.nwb.de
Verfahrensgang
- LG Magdeburg, 17.05.2024 - 164 Js 37991/23
- LG Magdeburg, 17.05.2024 - 23 KLs 4/24
- BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Papierfundstellen
- NStZ 2025, 411
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (16)
- BGH, 11.12.2012 - 5 StR 438/12
Heimtückemord (Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers trotz eines zuvor …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
a) Für das im Rahmen des Heimtückemerkmals des § 211 Abs. 2 Var. 4 StGB erforderliche bewusste Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit genügt es, wenn der Täter die Heimtücke begründenden Umstände nicht nur in einer äußerlichen Weise wahrgenommen, sondern in dem Sinne in ihrer Bedeutung für die Tatbegehung erfasst hat, dass ihm bewusst geworden ist, einen durch seine Arglosigkeit gegenüber dem Angriff schutzlosen Menschen zu überraschen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 11. Dezember 2012 - 5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233; vom 24. September 2014 - 2 StR 160/14, NStZ 2015, 214 f.).Anders kann es bei "Augenblickstaten", insbesondere bei affektiven Durchbrüchen oder sonstigen heftigen Gemütsbewegungen sein (vgl. BGH, Urteile vom 31. Juli 2014 - 4 StR 147/14, NStZ 2015, 30, 31; vom 17. September 2008 - 5 StR 189/08, NStZ 2009, 30, 31); auch kann die Spontanität des Tatentschlusses im Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Tat und dem psychischen Zustand des Täters ein Beweisanzeichen dafür sein, dass ihm das Ausnutzungsbewusstsein gefehlt hat (BGH, Urteile vom 11. Dezember 2012 - 5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233;… vom 31. Juli 2014 - 4 StR 147/14, aaO; vom 29. Januar 2015 - 4 StR 433/14 ).
- BGH, 07.05.2019 - 1 StR 150/19
Mord aus niedrigen Beweggründen (Niedrigkeit der Beweggründe bei Tötung des …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Sollte das neu zur Entscheidung berufene Tatgericht als Beweggründe der Tat neben Wut und Enttäuschung den Wunsch, die Nebenklägerin zu bestrafen, feststellen, verstünde sich die Ablehnung dieses Mordmerkmals nicht von selbst (vgl. einerseits BGH…, Urteil vom 21. Februar 2018 - 1 StR 351/17, Rn. 10; Beschlüsse vom 7. Mai 2019 - 1 StR 150/19, Rn. 8; vom 17. April 2024 - 1 StR 92/24, NStZ 2024, 673, 674, jeweils mwN; andererseits BGH, Beschluss vom 6. Dezember 2022 - 5 StR 479/22, NStZ 2023, 231, 232). - BGH, 21.02.2018 - 1 StR 351/17
Mord (niedrige Beweggründe: Tötung des sich vom Täter abwendenden Intimpartners; …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Sollte das neu zur Entscheidung berufene Tatgericht als Beweggründe der Tat neben Wut und Enttäuschung den Wunsch, die Nebenklägerin zu bestrafen, feststellen, verstünde sich die Ablehnung dieses Mordmerkmals nicht von selbst (vgl. einerseits BGH, Urteil vom 21. Februar 2018 - 1 StR 351/17, Rn. 10;… Beschlüsse vom 7. Mai 2019 - 1 StR 150/19, Rn. 8; vom 17. April 2024 - 1 StR 92/24, NStZ 2024, 673, 674, jeweils mwN; andererseits BGH, Beschluss vom 6. Dezember 2022 - 5 StR 479/22, NStZ 2023, 231, 232).
- BGH, 06.12.2022 - 5 StR 479/22
Niedrige Beweggründe bei Tötung des Partners (Trennung; übersteigertes …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Sollte das neu zur Entscheidung berufene Tatgericht als Beweggründe der Tat neben Wut und Enttäuschung den Wunsch, die Nebenklägerin zu bestrafen, feststellen, verstünde sich die Ablehnung dieses Mordmerkmals nicht von selbst (vgl. einerseits BGH…, Urteil vom 21. Februar 2018 - 1 StR 351/17, Rn. 10;… Beschlüsse vom 7. Mai 2019 - 1 StR 150/19, Rn. 8; vom 17. April 2024 - 1 StR 92/24, NStZ 2024, 673, 674, jeweils mwN; andererseits BGH, Beschluss vom 6. Dezember 2022 - 5 StR 479/22, NStZ 2023, 231, 232). - BGH, 17.04.2024 - 1 StR 92/24
Abgelehnter Antrag auf Entpflichtung eines Pflichtverteidiger (Differenzen über …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Sollte das neu zur Entscheidung berufene Tatgericht als Beweggründe der Tat neben Wut und Enttäuschung den Wunsch, die Nebenklägerin zu bestrafen, feststellen, verstünde sich die Ablehnung dieses Mordmerkmals nicht von selbst (vgl. einerseits BGH…, Urteil vom 21. Februar 2018 - 1 StR 351/17, Rn. 10;… Beschlüsse vom 7. Mai 2019 - 1 StR 150/19, Rn. 8; vom 17. April 2024 - 1 StR 92/24, NStZ 2024, 673, 674, jeweils mwN; andererseits BGH, Beschluss vom 6. Dezember 2022 - 5 StR 479/22, NStZ 2023, 231, 232). - BGH, 15.11.2017 - 5 StR 338/17
Voraussetzungen der Heimtücke (Arglosigkeit; Wehrlosigkeit; Kausalzusammenhang; …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Vor diesem Hintergrund hätte das Landgericht schließlich erwägen müssen, dass nicht jede affektive Erregung oder heftige Gemütsbewegung einen Täter daran hindert, die Bedeutung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers für die Tat zu erkennen (vgl. BGH, Urteil vom 15. November 2017 - 5 StR 338/17, NStZ-RR 2018, 45). - BGH, 02.11.2011 - 2 StR 332/11
Verweisung auf ein elektronisches Speichermedium (wirksame Bezugnahme; Abbildung; …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Auf die Einzelheiten der Videoaufnahmen, auf welche das Landgericht gemäß § 267 Abs. 1 Satz 3 StPO für sich genommen rechtsfehlerhaft verwiesen hat (vgl. BGH, Urteil vom 2. November 2011 - 2 StR 332/11, BGHSt 57, 53, 54 ff.; Beschluss vom 14. November 2023 - 3 StR 221/23), kommt es daher nicht an. - BGH, 29.01.2015 - 4 StR 433/14
Mord (Heimtücke: Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit durch den Täter; niedrige …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Anders kann es bei "Augenblickstaten", insbesondere bei affektiven Durchbrüchen oder sonstigen heftigen Gemütsbewegungen sein (vgl. BGH, Urteile vom 31. Juli 2014 - 4 StR 147/14, NStZ 2015, 30, 31; vom 17. September 2008 - 5 StR 189/08, NStZ 2009, 30, 31); auch kann die Spontanität des Tatentschlusses im Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Tat und dem psychischen Zustand des Täters ein Beweisanzeichen dafür sein, dass ihm das Ausnutzungsbewusstsein gefehlt hat (BGH, Urteile vom 11. Dezember 2012 - 5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233;… vom 31. Juli 2014 - 4 StR 147/14, aaO; vom 29. Januar 2015 - 4 StR 433/14 ). - BGH, 31.07.2014 - 4 StR 147/14
Heimtückemord (bewusstes Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit: …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Anders kann es bei "Augenblickstaten", insbesondere bei affektiven Durchbrüchen oder sonstigen heftigen Gemütsbewegungen sein (vgl. BGH, Urteile vom 31. Juli 2014 - 4 StR 147/14, NStZ 2015, 30, 31; vom 17. September 2008 - 5 StR 189/08, NStZ 2009, 30, 31); auch kann die Spontanität des Tatentschlusses im Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Tat und dem psychischen Zustand des Täters ein Beweisanzeichen dafür sein, dass ihm das Ausnutzungsbewusstsein gefehlt hat (BGH, Urteile vom 11. Dezember 2012 - 5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233; vom 31. Juli 2014 - 4 StR 147/14, aaO; vom 29. Januar 2015 - 4 StR 433/14 ). - BGH, 02.02.2023 - 5 StR 285/22
Anwendbarkeit des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende (geistige und sittliche …
Auszug aus BGH, 08.01.2025 - 6 StR 495/24
Die Prüfung, ob auf den Angeklagten Jugendstrafrecht anzuwenden ist (§ 105 Abs. 1 JGG), setzt eine Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Angeklagten und seiner Lebensverhältnisse, in denen er aufgewachsen ist und vor und nach der Tat lebte, voraus, die in nachvollziehbarer Weise in den Urteilsgründen darzustellen ist (vgl. BGH, Urteile vom 4. November 2021 - 3 StR 490/20, NStZ 2022, 758, 759; vom 2. Februar 2023 - 5 StR 285/22, NStZ 2023, 434, 435). - BGH, 17.09.2008 - 5 StR 189/08
Mord (Heimtücke: Feststellung des Ausnutzungsbewusstseins, vorhergehende …
- BGH, 24.09.2014 - 2 StR 160/14
Heimtückemord (Voraussetzungen: bewusstes Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit)
- BGH, 30.07.2013 - 2 StR 5/13
Heimtücke (Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit: Beweiswürdigung zum …
- BGH, 15.11.2023 - 1 StR 104/23
Urteil wegen Mordes am Bahnhof von Weil der Stadt rechtskräftig
- BGH, 04.11.2021 - 3 StR 490/20
Strafsache: Berücksichtigung des Entwicklungsstandes bei der Anwendung von …
- BGH, 14.11.2023 - 3 StR 221/23
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; Verwerfung der Revision als unbegründet
- LG München I, 14.04.2026 - 19 Ks 122 Js 214681/24
Strafverfahren gegen Zhongyi J. (28 Jahre) wegen des Verdachts des versuchten …
Das Ausnutzungsbewusstsein kann im Einzelfall bereits dem objektiven Bild des Geschehens entnommen werden, wenn dessen gedankliche Erfassung durch den Täter zur Tatzeit auf der Hand liegt (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 08.01.2025, 6 StR 495/24 m.w.N.). - OLG Düsseldorf, 10.09.2025 - 5 St 2/25
Mord aus islamistischen Motiven und mitgliedschaftliche Beteiligung an der …
Das Ausnutzungsbewusstsein kann bereits dem objektiven Bild des Geschehens entnommen werden, wenn dessen gedankliche Erfassung durch den Täter auf der Hand liegt (BGH, Urteil vom 8. Januar 2025 - 6 StR 495/24, juris Rn. 10 mwN). - BGH, 22.05.2025 - 4 StR 576/24
Heimtücke (Arg- und Wehrlosigkeit: Beweiswürdigung, offen feindseliger Angriff, …
Rn. 33 (3) Schließlich ist revisionsrechtlich auch dagegen nichts zu erinnern, dass die Schwurgerichtskammer das Ausnutzungsbewusstsein des Angeklagten und damit die subjektive Seite eines Heimtückemordes (vgl. BGH, Urteil vom 8. Januar 2025 - 6 StR 495/24 Rn. 10 mwN) nicht festgestellt hat.
- LG Stade, 12.02.2025 - 100 Ks 8/24
Bedeutung der affektiven Erregung bei vorsätzlichem versuchten Mord in einer …
Das Ausnutzungsbewusstsein kann bereits dem objektiven Bild des Geschehens entnommen werden, wenn dessen gedankliche Erfassung durch den Täter auf der Hand liegt (vgl. Urteil des BGH vom 08.01.2025, 6 StR 495/24).Doch nicht jede affektive Erregung oder heftige Gemütsbewegung hindert einen Täter daran, die Bedeutung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers für die Tat zu erkennen (st. Rspr., vgl. Urteil des BGH vom 08.01.2025, 6 StR 495/24).
- LG Nürnberg-Fürth, 04.06.2025 - 19 Ks 107 Js 2645/24
Tötungsvorsatz, Würgegriff, Polizeigewalt, Täter-Opfer-Ausgleich, …
Das Ausnutzungsbewusstsein kann jedoch bei "Augenblickstaten" fehlen, insbesondere bei affektiven Durchbrüchen oder sonstigen heftigen Gemütsbewegungen; auch kann die Spontanität des Tatentschlusses im Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Tat und dem psychischen Zustand des Täters ein Beweisanzeichen dafür sein, dass ihm das Ausnutzungsbewusstsein gefehlt hat (BGH, Urt. v. 8.1.2025 - 6 StR 495/24;… BGH, Urt. v. 29.1.2015 - 4 StR 433/14). - LG Bonn, 21.01.2026 - 24 Ks 10/25 Dafür genügt es, wenn er die die Heimtücke begründenden Umstände nicht nur in einer äußerlichen Weise wahrgenommen, sondern in dem Sinne in ihrer Bedeutung für die Tatbegehung erfasst hat, dass ihm bewusst geworden ist, einen durch seine Ahnungslosigkeit gegenüber dem Angriff schutzlosen Menschen zu überraschen (st. Rspr.; vgl. zuletzt BGH, Urt. v. 8.1.2025 - 6 StR 495/24, NStZ 2025, 411; vgl. außerdem BGH, Urteil vom 1.4.2009 - 2 StR 601/08, NStZ 2009, 571, jew. m.w.N.).
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