Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- openjur.de
- Justiz Baden-Württemberg
Art 2 Abs 1 GG, Art 3 Abs 1 GG, Art 6 Abs 1 GG, Art 12 Abs 1 GG, Art 14 Abs 1 GG
Pflicht zur rentenerhöhenden Berücksichtigung von Zeiten der Kindererziehung - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Gewährung höherer Rentenleistungen für Rechtsanwälte wegen Kinderbetreuungszeiten
- rechtsportal.de
Gewährung höherer Rentenleistungen für Rechtsanwälte wegen Kinderbetreuungszeiten
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Rechtsanwaltsversorungswerk muss keine Kindererziehungszeiten berücksichtigen
Sonstiges
- VGH Baden-Württemberg (Verfahrensmitteilung)
S. gegen Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Baden-Württemberg wegen Alters- und Berufsunfähigkeitsrente
Verfahrensgang
- VG Karlsruhe, 15.08.2018 - 5 K 9157/17
- VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (74)
- BVerfG, 07.07.1992 - 1 BvL 51/86
Trümmerfrauen
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Rn. 72 a) Durch die Berücksichtigung von Zeiten wegen Kindererziehung sollen innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung als ein Teil des in diesem System integrierten Familienlastenausgleichs wenigstens teilweise Nachteile ausgeglichen werden, die sich daraus ergeben, dass Kindererziehung beim erziehenden Elternteil typischerweise Sicherungslücken in der versicherten Rentenbiografie hinterlässt (vgl. BVerfG, Urteil vom 07.07.1992 - 1 BvL 51/86 -, BVerfGE 87, 1; Beschluss vom 12.03.1996 - 1 BvR 609/90 -, BVerfGE 94, 241; BSG, Urteil vom 24.10.2013 - B 13 R 1/13 R -, juris).Zudem ist der Staat auch nicht gehalten, jegliche die Familie betreffenden Belastungen auszugleichen (zum Ganzen vgl. BVerfG, Urteile vom 07.07.1992, a.a.O., und vom 12.02.2003 - 1 BvR 624/01 -, BVerfGE 107, 205; Beschluss vom 12.10.2010 - 1 BvL 14/09 -, BVerfGE 127, 263; stRspr).
Insoweit besteht vielmehr ein weiter Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.05.1990 - 1 BvL 20/84 -, BVerfGE 82, 60; Urteil vom 07.07.1992, a.a.O.;… Beschluss vom 12.10.2010, a.a.O.; stRspr; vgl. auch Senatsurteil vom 24.05.2012 - 9 S 2246/11 -, juris; Papier, AnwBl 2007, 97, 102).
Das Grundrecht ist daher vor allem dann verletzt, wenn eine Gruppe von Normadressaten im Vergleich zu anderen Normadressaten anders behandelt wird, obwohl zwischen beiden Gruppen keine Unterschiede von solcher Art und solchem Gewicht bestehen, dass sie die ungleiche Behandlung rechtfertigen können (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 07.10.1980 - 1 BvL 50/79 -, BVerfGE 55, 72, und vom 18.11.1986 - 1 BvL 29/83 -, BVerfGE 74, 9; Urteil vom 07.07.1992, a.a.O.).
Differenziert der Gesetzgeber zum Nachteil der Familie, so ist der besondere Schutz zu beachten, den der Staat nach Art. 6 Abs. 1 GG der Familie schuldet (vgl. BVerfG, Urteil vom 07.07.1992, a.a.O., juris Rn. 125; Beschluss vom 10.07.1984 - 1 BvL 44/80 -, BVerfGE 67, 186).
Die Entscheidung darüber, ob und in welchem Maße sich Kindererziehungszeiten bei der Bemessung der Altersrente auswirken und wer die diesbezügliche Finanzierungslast trägt, ist ein wichtiges Element des im Grundsatz durch Art. 6 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip gebotenen Familienlastenausgleichs (vgl. BVerfG, Urteil vom 07.07.1992, BVerfGE 87, 1 ff., juris).
Die Aufwendungen für die Kindererziehungszeiten werden damit als eine Leistung des allgemeinen Familienlastenausgleichs und - über Steuern zu finanzierende - gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht als originäre Aufgabe der Solidargemeinschaft der Versicherten qualifiziert (vgl. BVerfG, Urteil vom 07.07.1992 - 1 BvL 51/86, 1 BvL 50/87, 1 BvR 873/90, 1 BvR 761/91 -, juris; Bericht der Bundesregierung zur Bedeutung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Sozialen Pflegeversicherung vom 03.04.2001 (1 BvR 1629/94) für andere Zweige der Sozialversicherung vom 03.11.2004, BT-Drs.
Belastungen, die der Mutter durch die Betreuung und Erziehung des Kindes entstehen, eröffnen den Schutzbereich des Art. 6 Abs. 4 GG nicht, da sie auch Väter gleichermaßen treffen könnten (BVerfG, Beschluss vom 11.03.2010 - 1 BvR 2909/08 -, juris; Urteil vom 07.07.1992 - 1 BvL 51/86 -, BVerfGE 87, 1, juris Rn. 139).
- VGH Baden-Württemberg, 24.09.2014 - 9 S 2333/12
Verfassungsmäßigkeit der Abschaffung des sogenannten "Ledigenzuschlags" auf die …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Zum Zwecke des Aufbaus einer leistungsfähigen Versorgung und der Verteilung des Risikos kann der Satzungsgeber das Ziel verfolgen, eine möglichst vollständige Erfassung aller Mitglieder anzustreben und dabei die Zahl der beitragsfreien oder zu verminderten Beiträgen veranlagten Mitglieder klein zu halten (vgl. Senatsurteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 - und vom 24.09.2014, a.a.O.).Bei der Ausgestaltung seines Versorgungssystems kommt dem Beklagten nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ein Spielraum bzw. ein Regelungsermessen zu (vgl. Beschlüsse vom 24.09.2014, a.a.O., und vom 10.07.2014 - 9 S 858/13 -, juris; Urteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, vom 01.09.2009 - 9 S 576/08 -, und vom 28.01.2003 - 9 S 872/02 -, alle juris).
Rn. 102 Die in berufsständischen Versorgungswerken erworbenen Anwartschaften auf Leistungen der Altersversorgung unterfallen zwar grundsätzlich dem Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 31.08.2004 - 1 BvR 1776/97 -, juris Rn. 9;… BVerwG, Beschlüsse vom 13.04.2012 - 8 B 86.11 -, juris Rn. 6, …und vom 16.04.2010 - 8 B 118.09 -, juris Rn. 6; Senatsurteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, und vom 24.09.2014 - 9 S 2333/12 -, beide juris).
Beides beruht auf der individuellen Leistung des jeweiligen Mitglieds (vgl. Senatsbeschluss vom 24.09.2014, a.a.O.).
Auch sagt der Beklagte mit der Berufsunfähigkeits- (§§ 19 Abs. 1 Nr. 2, 21, 22 VwS) und der Hinterbliebenenrente (§§ 19 Abs. 1 Nr. 3, 24 bis 28 VwS) erhebliche Leistungen zu, deren Erbringung nicht (wesentlich) von Beitragsleistungen abhängt (zum Solidargedanken bei der Bemessung der Beiträge wie der Leistungen vgl. Senatsbeschluss vom 24.09.2014 - 9 S 2333/12 -, juris Rn. 36 , m.w.N.).
Bei der Ordnung von Massenerscheinungen ist der Normgeber berechtigt, generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu verwenden, ohne allein wegen der damit verbundenen Härten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu verstoßen (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 16.07.2012 - 1 BvR 2983/10 -, juris Rn. 9 m.w.N.; BVerwG…, Beschluss vom 28.03.1995 - 8 N 3.93 -, juris Rn. 11; vgl. auch Senatsurteil vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, juris Rn. 34 sowie Senatsbeschluss vom 24.09.2014, a.a.O.).
Daher greift Art. 3 Abs. 1 GG auch nicht bei unterschiedlichem Zuschnitt unterschiedlicher Sicherungssysteme, die - jedenfalls im Falle der Versorgungswerke der Rechtsanwälte - auf unterschiedlichen Rechtssetzungen beruhen (vgl. Senatsurteil vom 21.12.1993 - 9 S 1071/91 -, juris, und Senatsbeschlüsse vom 24.09.2014 - 9 S 2333/12 -, juris, vom 17.01.2012 - 9 S 1817/11 -, vom 27.11.1996 - 9 S 1152/96 -, DVBl 1997, 958, 959, und vom 21.12.1993 - 9 S 1071/91 -).
- VGH Baden-Württemberg, 03.12.2018 - 9 S 1475/17
Neuberechnung der Altersrente aus dem Versorgungswerk der Rechtsanwälte in …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Zum Zwecke des Aufbaus einer leistungsfähigen Versorgung und der Verteilung des Risikos kann der Satzungsgeber das Ziel verfolgen, eine möglichst vollständige Erfassung aller Mitglieder anzustreben und dabei die Zahl der beitragsfreien oder zu verminderten Beiträgen veranlagten Mitglieder klein zu halten (vgl. Senatsurteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 - …und vom 24.09.2014, a.a.O.).Bei der Ausgestaltung seines Versorgungssystems kommt dem Beklagten nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ein Spielraum bzw. ein Regelungsermessen zu (…vgl. Beschlüsse vom 24.09.2014, a.a.O., und vom 10.07.2014 - 9 S 858/13 -, juris; Urteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, vom 01.09.2009 - 9 S 576/08 -, und vom 28.01.2003 - 9 S 872/02 -, alle juris).
Rn. 102 Die in berufsständischen Versorgungswerken erworbenen Anwartschaften auf Leistungen der Altersversorgung unterfallen zwar grundsätzlich dem Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 31.08.2004 - 1 BvR 1776/97 -, juris Rn. 9;… BVerwG, Beschlüsse vom 13.04.2012 - 8 B 86.11 -, juris Rn. 6, …und vom 16.04.2010 - 8 B 118.09 -, juris Rn. 6; Senatsurteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, und vom 24.09.2014 - 9 S 2333/12 -, beide juris).
Im Übrigen liegt es auf der Hand, dass das dem Versorgungssystem des Beklagten zugrundeliegende versicherungsmathematische Modell immer gewisse Härten mit sich bringt und bestimmte Versorgungsempfänger von den Einzelheiten der Berechnung mehr profitieren als andere (vgl. Senatsurteil vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, juris, sowie Senatsbeschluss vom 29.04.2014 - 9 S 1958/12 -).
Bei der Ordnung von Massenerscheinungen ist der Normgeber berechtigt, generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu verwenden, ohne allein wegen der damit verbundenen Härten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu verstoßen (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 16.07.2012 - 1 BvR 2983/10 -, juris Rn. 9 m.w.N.; BVerwG…, Beschluss vom 28.03.1995 - 8 N 3.93 -, juris Rn. 11; vgl. auch Senatsurteil vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, juris Rn. 34 sowie Senatsbeschluss vom 24.09.2014, a.a.O.).
Rn. 127 cc) Dass die Einführung eines berufsständischen Versorgungswerks für Rechtsanwälte mit Zwangsmitgliedschaft und Pflichtbeiträgen auch gemessen an der durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützten Berufsausübungsfreiheit (vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 -, DVBl 2001, 741; OVG NRW, Beschluss vom 13.04.2010 - 17 A 2389/07 - Sächs. OVG, Urteil vom 25.05.2010 - 4 B 289/09 -, SächsVBl 2010, 267) bzw. am Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit, Art. 2 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.12.2004 - 1 BvR 113/03 -, NVwZ-RR 2005, 297 f.; verbindend BVerwG, Beschluss vom 20.07.2007 - 6 B 40.07 - und BayVGH, Beschluss vom 18.12.2008 - 21 ZB 08.470 -, AnwBL 2009, 383 (LS)), verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist, entspricht der Rechtsprechung des Senats (vgl. Senatsurteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, juris, und vom 14.04.2016 - 9 S 2122/14 -, juris; Senatsbeschluss vom 17.01.2012 - Senatsurteil vom 16.11.1999 - 9 S 2176/98 -, DVBl 2000, 1064).
- BVerwG, 27.05.2009 - 8 CN 1.09
Versorgung; Hinterbliebene; Hinterbliebenenversorgung; Versorgungsausschluss; …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Dem Solidaritätsprinzip des Beklagten ist im ureigensten sozialen Interesse der gesamten Gefahrengemeinschaft eine versicherungsmathematische Risikobegrenzung wesensimmanent (vgl. BVerwG, Urteil vom 27.05.2009 - 8 CN 1/09 -, BVerwGE 134, 99, juris).Der Beruf des Rechtsanwalts ist seit jeher vom Prinzip der Selbstverantwortung und Selbstvorsorge geprägt; die Solidargemeinschaft der Versicherten des Beklagten kann daher erwarten, dass das jeweilige Mitglied auch im Hinblick auf seine Beitragsverpflichtungen gegenüber dem Beklagten auf längere Zeit disponiert und ggf. in guten Zeiten Rücklagen bildet, soweit Entwicklungen sich abzeichnen (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 22.03.2012 - 9 S 2744/09 -, vom 25.02.1997, a.a.O., und vom 29.06.1992 - 9 S 1346/92 -, juris; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 27.05.2009 - 8 CN 1.09 -, juris).
Rn. 124 (2) Auch soweit die Klägerin die normativen Grundlagen der Berechnung ihrer Altersrente mit dem Hinweis auf ihre Schlechterstellung im Vergleich zu Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung beanstandet (etwa auch unter dem Gesichtspunkt der dort gewährten Grundrente), scheidet eine Ungleichbehandlung schon deshalb aus, weil es sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung und dem Versorgungssystem des Beklagten um zwei getrennte Sicherungssysteme handelt (vgl. Senatsurteile vom 31.01.2013 - 9 S 2881/10 - …und vom 28.10.2010 - 9 S 1199/09 - und Senatsbeschluss vom 17.01.2012 a.a.O.; BVerwG, Urteil vom 27.05.2009 - 8 CN 1.09 -, juris; BSG…, Urteil vom 10.10.2018, juris Rn. 31 zur Beamtenversorgung; LSG Bad.-Württ., Beschluss vom 11.07.2011 - L 11 R 2569/10 -, juris).
Es ist bereits dargelegt worden, dass die Versorgungsleistungen des Beklagten grundsätzlich aus den von den Mitgliedern selbst angesammelten Beiträgen finanziert werden und die individuelle Beitragsleistung der Mitglieder damit ein höheres Gewicht erhält als in der gesetzlichen Rentenversicherung, was nicht nur im Interesse des Beklagten sondern auch im öffentlichen Interesse liegt (vgl. hierzu und zu dem dem System des Beklagten wesensimmanenten Prinzip der versicherungsmathematischen Risikobegrenzung bereits oben unter a)bb)(1)(b)(bb)(aaa) sowie BVerwG, Urteil vom 27.05.2009 - 8 CN 1.09 -, juris).
Dies betrifft in nicht unerheblichem Umfang auch Zeiten, in denen die Betreuung der Kinder einer vollen Erwerbstätigkeit nicht mehr entgegenstand (zur Prägung des Alterssicherungssystems des Beklagten durch die Ziele der Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Solidarität vgl. BVerwG, Urteil vom 27.05.2009 - 8 CN 1.09 -, juris; zur Bedeutung der Eigenvorsorge vgl. bereits oben).
- VGH Baden-Württemberg, 14.04.2016 - 9 S 2122/14
Baden-Württemberg; Ärzteversorgung, Anhebung des allgemeinen Abgabensatzes
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Aus typisierenden Regelungen folgende geringfügige Ungleichbehandlungen, gewisse Härten oder Ungerechtigkeiten im Einzelfall sind indes hinzunehmen (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 28.11.1997 - 1 BvR 324/93 -, NJW-RR 1999, 134, und vom 15.10.1985 - 2 BvL 4/83 -, BVerfGE 71, 39, 50; BVerwG, Urteil vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 -, juris; Senatsurteile vom 15.03.2016 - 9 S 2223/14 - und vom 14.04.2016 - 9 S 2122/14 -, juris).Rn. 127 cc) Dass die Einführung eines berufsständischen Versorgungswerks für Rechtsanwälte mit Zwangsmitgliedschaft und Pflichtbeiträgen auch gemessen an der durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützten Berufsausübungsfreiheit (vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 -, DVBl 2001, 741; OVG NRW, Beschluss vom 13.04.2010 - 17 A 2389/07 - Sächs. OVG, Urteil vom 25.05.2010 - 4 B 289/09 -, SächsVBl 2010, 267) bzw. am Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit, Art. 2 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.12.2004 - 1 BvR 113/03 -, NVwZ-RR 2005, 297 f.; verbindend BVerwG, Beschluss vom 20.07.2007 - 6 B 40.07 - und BayVGH, Beschluss vom 18.12.2008 - 21 ZB 08.470 -, AnwBL 2009, 383 (LS)), verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist, entspricht der Rechtsprechung des Senats (vgl. Senatsurteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, juris, und vom 14.04.2016 - 9 S 2122/14 -, juris; Senatsbeschluss vom 17.01.2012 - Senatsurteil vom 16.11.1999 - 9 S 2176/98 -, DVBl 2000, 1064).
Rn. 128 Auch bei der Ausgestaltung der Pflichtmitgliedschaft kommt dem Beklagten Gestaltungsfreiheit zu (zur Versorgung im Bereich der Ärzteschaft vgl. Senatsurteil vom 14.04.2016 - 9 S 2122/14 -, juris).
Maßnahmen, die ihr zu dienen bestimmt sind, können auch dann gerechtfertigt sein, wenn sie für die Betroffenen zu fühlbaren Einschränkungen führen (vgl. Senatsurteil vom 14.04.2016, a.a.O.; siehe auch bereits oben).
- BSG, 31.01.2008 - B 13 R 64/06 R
Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der gesetzliche Rentenversicherung - …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Rn. 39 Entscheidend sei zunächst, dass der Bundesgesetzgeber anknüpfend an das Urteil des Bundessozialgerichts vom 31.01.2008 - B 13 R 64/06 R - tätig geworden sei.Weiter wurde angenommen, dass für die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten eine solche gleichwertige Sicherung der berufsständischen Versorgung im Verhältnis zu gesetzlichen Rentenversicherung nicht vorliege (vgl. zum Ganzen BSG, Urteile vom 18.10.2005 - B 4 RA 6/05 - sowie vom 31.01.2008 - B 13 R 64/06 -, beide juris;… Fuchsloch/Schuler-Harms, SGb 01.19, S. 1, 4).
Rn. 84 Vor dem Hintergrund dieser und ggf. weiterer Unzuträglichkeiten (so hat die Klägerin im erstinstanzlichen Verfahren auch errechnet, dass ihre Altersrente im Falle der rentensteigernden Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten im System des Beklagten höher ausfiele) hat die "systemfremde" Berücksichtigung von Erziehungszeiten für Mitglieder berufsständische Versorgungswerke in der gesetzlichen Rentenversicherung im Schrifttum zum Teil Kritik erfahren (…vgl. Fuchsloch/Schuler-Harms, SGb 01.19, S. 1, 4f. m.w.N.; vgl. auch Papier, AnwBl 2007, 97, 102 "nicht befriedigend und kohärent geregelt") und wird zur Sicherstellung der Trennschärfe der verschiedenen Alterssicherungs- und Versorgungssysteme die konsequente Berücksichtigung von Kindererziehung in dem System gefordert, dem Eltern während der Erziehungszeit angehören (…vgl. Fuchsloch/Schuler-Harms, SGb 01.19, S. 1, 6 f.; Papier, AnwBl 2007, 97, 102; vgl. auch bereits BSG, Urteil vom 31.01.2008, a.a.O., juris).
Damit würde die Gewährung von Kindererziehungszeiten nach der gegenwärtigen Rechtslage einen Solidarbeitrag der Mitglieder des Beklagten voraussetzen, obwohl diese über ihre Steuern bereits zur Finanzierung der Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung beigetragen haben (vgl. BSG, Urteil vom 31.01.2008 - B 13 R 64/06 R -, BSGE 100, 12-19, juris Rn. 25; HessVGH, Beschluss vom 17.07.2009 - 3 A 2522/08.Z -, juris).
- BVerfG, 13.02.2007 - 1 BvR 421/05
Vaterschaftsfeststellung
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Insoweit besteht vielmehr ein weiter Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.05.1990 - 1 BvL 20/84 -, BVerfGE 82, 60;… Urteil vom 07.07.1992, a.a.O.;… Beschluss vom 12.10.2010, a.a.O.; stRspr; vgl. auch Senatsurteil vom 24.05.2012 - 9 S 2246/11 -, juris; Papier, AnwBl 2007, 97, 102).Rn. 84 Vor dem Hintergrund dieser und ggf. weiterer Unzuträglichkeiten (so hat die Klägerin im erstinstanzlichen Verfahren auch errechnet, dass ihre Altersrente im Falle der rentensteigernden Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten im System des Beklagten höher ausfiele) hat die "systemfremde" Berücksichtigung von Erziehungszeiten für Mitglieder berufsständische Versorgungswerke in der gesetzlichen Rentenversicherung im Schrifttum zum Teil Kritik erfahren (…vgl. Fuchsloch/Schuler-Harms, SGb 01.19, S. 1, 4f. m.w.N.; vgl. auch Papier, AnwBl 2007, 97, 102 "nicht befriedigend und kohärent geregelt") und wird zur Sicherstellung der Trennschärfe der verschiedenen Alterssicherungs- und Versorgungssysteme die konsequente Berücksichtigung von Kindererziehung in dem System gefordert, dem Eltern während der Erziehungszeit angehören (…vgl. Fuchsloch/Schuler-Harms, SGb 01.19, S. 1, 6 f.; Papier, AnwBl 2007, 97, 102; vgl. auch bereits BSG…, Urteil vom 31.01.2008, a.a.O., juris).
Wegen ihrer Grundrechtsrelevanz liegt es deshalb nahe, dass diese Entscheidung jedenfalls in ihren wesentlichen Punkten durch Parlamentsgesetz getroffen werden muss (…vgl. Fuchsloch/Schuler-Harms, SGb 01.19, S. 1, 6 f.; Papier, AnwBl 2007, 97, 102).
- BVerfG, 20.04.2016 - 1 BvR 1122/13
Nichtannahmebeschluss: Höhe einer Altersrente aus der gesetzlichen …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Allerdings ergibt sich die Reichweite der Eigentumsgarantie auch für rentenrechtliche Anwartschaften erst aus der Bestimmung von Inhalt und Schranken des Eigentums, die nach Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG Sache des Gesetzgebers ist (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 20.04.2016 - 1 BvR 1122/13 -, vom 01.07.1981 - 1 BvR 874/77 -, BVerfGE 58, 81, und vom 13.06.2006 - 1 BvL 9/00 -, BVerfGE 116, 96, alle juris).Gegenstand des grundrechtlichen Schutzes ist in der Rentenversicherung die Anwartschaft, wie sie sich insgesamt aus der jeweiligen Gesetzeslage ergibt (BVerfG, Beschluss vom 20.04.2016, a.a.O., juris Rn. 9 f.; BVerwG, Beschlüsse vom 13.04.2012 - 8 B 86.11 -, …und vom 16.04.2010 - 8 B 118.09 -, juris Rn. 6;… OVG Rh.-Pf., Urteil vom 14.12.2011 - 6 C 11098/11 -, juris Rn. 36).
Inwieweit die maßgeblichen Normen bereits erworbene Rentenanwartschaften beeinträchtigen, wird indes weder aufgezeigt noch ist dies sonst ersichtlich (vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 20.04.2016 - 1 BvR 1122/13 -, juris).
- VGH Baden-Württemberg, 16.11.1999 - 9 S 2176/98
Befreiung von der Mitgliedschaft im Versorgungswerk der Rechtsanwälte - …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Rn. 86 (aa) Es spricht vieles dafür, dass die von der Klägerin begehrte Verankerung der Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Altersrente im System des Beklagten ohne ein Tätigwerden des Landesgesetzgebers, dem nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, des Bundesverwaltungsgerichts und des Senats im Bereich der Rechtsanwaltsversorgung die Gesetzgebungskompetenz zusteht (vgl. Senatsbeschluss vom 29.04.2014 - 9 S 1958/12 - Senatsurteil vom 16.11.1999 - 9 S 2176/98 -, juris), nicht realisiert werden könnte.Rn. 124 (2) Auch soweit die Klägerin die normativen Grundlagen der Berechnung ihrer Altersrente mit dem Hinweis auf ihre Schlechterstellung im Vergleich zu Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung beanstandet (etwa auch unter dem Gesichtspunkt der dort gewährten Grundrente), scheidet eine Ungleichbehandlung schon deshalb aus, weil es sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung und dem Versorgungssystem des Beklagten um zwei getrennte Sicherungssysteme handelt (vgl. Senatsurteile vom 31.01.2013 - 9 S 2881/10 - und vom 28.10.2010 - 9 S 1199/09 - und Senatsbeschluss vom 17.01.2012 a.a.O.; BVerwG, Urteil vom 27.05.2009 - 8 CN 1.09 -, juris; BSG…, Urteil vom 10.10.2018, juris Rn. 31 zur Beamtenversorgung; LSG Bad.-Württ., Beschluss vom 11.07.2011 - L 11 R 2569/10 -, juris).
Rn. 127 cc) Dass die Einführung eines berufsständischen Versorgungswerks für Rechtsanwälte mit Zwangsmitgliedschaft und Pflichtbeiträgen auch gemessen an der durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützten Berufsausübungsfreiheit (vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 -, DVBl 2001, 741; OVG NRW, Beschluss vom 13.04.2010 - 17 A 2389/07 - Sächs. OVG, Urteil vom 25.05.2010 - 4 B 289/09 -, SächsVBl 2010, 267) bzw. am Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit, Art. 2 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.12.2004 - 1 BvR 113/03 -, NVwZ-RR 2005, 297 f.; verbindend BVerwG, Beschluss vom 20.07.2007 - 6 B 40.07 - und BayVGH, Beschluss vom 18.12.2008 - 21 ZB 08.470 -, AnwBL 2009, 383 (LS)), verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist, entspricht der Rechtsprechung des Senats (vgl. Senatsurteile vom 03.12.2018 - 9 S 1475/17 -, juris, und vom 14.04.2016 - 9 S 2122/14 -, juris; Senatsbeschluss vom 17.01.2012 - Senatsurteil vom 16.11.1999 - 9 S 2176/98 -, DVBl 2000, 1064).
- BVerfG, 10.01.1995 - 1 BvF 1/90
Zweitregister
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.04.2021 - 9 S 5/19
Die Gerichte können erst dann eingreifen, wenn der Gesetzgeber seine Pflicht evident verletzt hat (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 14.01.1981 - 1 BvR 612/72 -, BVerfGE 56, 54, juris, vom 29.10.1987 - 2 BvR 624/83 -, BVerfGE 77, 170, juris, vom 30.11.1988 - 1 BvR 1301/84 -, BVerfGE 79, 174, juris; Urteile vom 28.01.1992 - 1 BvR 1025/82 -, BVerfGE 85, 191, juris, und vom 10.01.1995 - 1 BvF 1/90 -, BVerfGE 92, 26, juris;… Beschlüsse vom 29.07.2009 - 1 BvR 1606/08 -, juris, Rn. 12, …und vom 26.02.2010 - 1 BvR 1541/09 -, juris Rn. 20 [Contergan]).Rn. 106 Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Staat aufgrund des objektiv-rechtlichen Gehalt des Grundrechts grundsätzlich auch verpflichtet ist, die berufliche Freiheitssphäre zu schützen und zu sichern (vgl. hierzu BVerfG, Urteil vom 10.01.1995 - 1 BvF 1/90, 1 BvR 342, 348/90 -, juris;… Mann, in: Sachs, Grundgesetz, 8. Aufl. 2018, Art. 12 Rn. 21), könnte der von der Klägerin verfolgte Anspruch hierauf nicht gestützt werden.
Ungeachtet dessen könnte eine Verletzung der Schutzpflicht aus Art. 12 Abs. 1 GG - mit der Folge konkreter Ansprüche - nur festgestellt werden, wenn ein Träger öffentlicher Gewalt Schutzvorkehrungen entweder überhaupt nicht getroffen hat oder die getroffenen Regelungen und Maßnahmen gänzlich ungeeignet oder völlig unzulänglich sind, das gebotene Schutzziel zu erreichen, oder erheblich dahinter zurückbleiben (vgl. BVerfG, Urteil vom 10.01.1995, a.a.O.;… Mann, a.a.O., Rn. 21).
- BVerfG, 26.02.2010 - 1 BvR 1541/09
Nichtannahmebeschluss: Aufgrund Verfristung, Subsidiarität sowie mangelnder …
- BVerfG, 05.04.2005 - 1 BvR 774/02
Kindererziehungszeiten in der Anwaltsversorgung
- BVerfG, 12.10.2010 - 1 BvL 14/09
Zur Haftungsprivilegierung des nicht mit dem Kind in einem Haushalt lebenden …
- BVerfG, 13.07.2004 - 1 BvR 1298/94
Notarkassen
- BVerfG, 14.04.2010 - 1 BvL 8/08
Landesbetrieb Krankenhäuser Hamburg
- BVerwG, 05.12.2000 - 1 C 11.00
Berufsständisches Versorgungswerk; Beitrag; Mindestbeitrag; Beruf; …
- VerfGH Bayern, 30.08.2017 - 7-VII-15
Pflichtmitgliedschaft in der Bayerischen Rechtsanwalts- und …
- BVerwG, 13.04.2012 - 8 B 86.11
Anforderungen für Grundrechtseingriffe bei Zusatzleistungen zur Altersrente
- BVerwG, 16.04.2010 - 8 B 118.09
Grundrechtsschutz bei Versorgungswerk mit offener …
- BVerwG, 20.08.2007 - 6 B 40.07
Verfassungsmäßigkeit einer Pflichtversorgung für Angehörige freier Berufe …
- VGH Baden-Württemberg, 10.07.2014 - 9 S 858/13
Wahrung der Funktions- und Leistungsfähigkeit der Altersversorgung durch das …
- BVerfG, 29.05.1990 - 1 BvL 20/84
Steuerfreies Existenzminimum
- BVerfG, 07.10.1980 - 1 BvL 50/79
Präklusion I
- BVerfG, 03.04.2001 - 1 BvR 1629/94
Pflegeversicherung III
- BVerfG, 08.04.1987 - 2 BvR 909/82
Künstlersozialversicherungsgesetz
- BVerfG, 30.05.1990 - 1 BvL 2/83
Kündigungsfristen für Arbeiter
- BVerfG, 13.06.2006 - 1 BvL 9/00
Fremdrentengesetz
- BVerfG, 21.06.2011 - 1 BvR 2035/07
Mediziner-BAföG
- BVerfG, 12.02.2003 - 1 BvR 624/01
Familienversicherung
- BVerwG, 28.03.1995 - 8 N 3.93
Anforderungen an die Bemessung von Entwässerungsgebühren - Vereinbarkeit von …
- BVerfG, 01.07.1981 - 1 BvR 874/77
Ausbildungsausfallzeiten
- BVerfG, 16.07.2012 - 1 BvR 2983/10
Nichtannahmebeschluss: Insolvenzsicherungsabgabe gem § 10 Abs 1, Abs 3 BetrAVG …
- BVerfG, 08.04.1987 - 1 BvR 564/84
Haushaltsbegleitgesetz 1984
- BVerfG, 10.11.1998 - 1 BvL 50/92
Elternunabhängige Ausbildungsförderung
- BVerfG, 15.10.1985 - 2 BvL 4/83
Ehegattenbezogener Ortszuschlag
- BVerfG, 23.03.1994 - 1 BvL 8/85
Kirchensteuer Arbeitslose
- BVerfG, 23.01.1957 - 2 BvE 2/56
5%-Sperrklausel II
- BSG, 18.10.2005 - B 4 RA 6/05 R
Ausschluss der Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der gesetzliche …
- BVerfG, 11.03.2010 - 1 BvR 2909/08
Nichtannahmebeschluss: Unzureichend substantiierte Urteilsverfassungsbeschwerde - …
- VerfGH Bayern, 06.12.2017 - 15-VII-13
Kein Missverhältnis zwischen Rechten und Pflichten eines Beamten
- BVerfG, 10.07.1984 - 1 BvL 44/80
Verfassungswidrigkeit des § 139 AFG
- BVerfG, 18.11.1986 - 1 BvL 29/83
Arbeitsförderungsgesetz 1979
- BVerwG, 29.01.1991 - 1 C 11.89
Pflichtmitgliedschaft im Versorgungswerk der Rechtsanwälte - Heranziehung von …
- BVerwG, 12.12.2013 - 3 C 17.13
Tierarzt; Tierarztpraxis; Niederlassung in einer Praxis; Erstpraxis; Zweitpraxis; …
- BVerfG, 31.08.2004 - 1 BvR 1776/97
Aufhebung der Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung wegen Aufgabe …
- OVG Niedersachsen, 20.07.2006 - 8 LC 11/05
Gesetzeswidriges Finanzierungssystem eines berufsständischen Versorgungswerks, …
- OVG Rheinland-Pfalz, 14.12.2011 - 6 C 11098/11
Erhöhung des Renteneintrittsalters von Rechtsanwälten war zulässig
- BVerfG, 29.12.2004 - 1 BvR 113/03
Verfassungsmäßigkeit der Heranziehung zu Beiträgen zum Zusatzversorgungswerk der …
- BVerfG, 28.11.1997 - 1 BvR 324/93
Verfassungsbeschwerde gegen die unvollständige Rückzahlung von in das …
- OVG Niedersachsen, 17.06.2015 - 8 LA 16/15
Beendigung der freiwilligen Mitgliedschaft in einem berufsständischen …
- VGH Baden-Württemberg, 24.05.2012 - 9 S 2246/11
Verlängerung der Frist für Wiederholungsprüfung um den Zeitraum der Elternzeit
- VGH Bayern, 18.12.2008 - 21 ZB 08.470
Pflichtmitgliedschaft im berufsständischen Versorgungswerk für Rechtsanwälte
- VGH Baden-Württemberg, 01.09.2009 - 9 S 576/08
Ausgestaltung der freiwilligen Zuzahlungsmöglichkeiten in das berufsständische …
- BVerfG, 04.12.2006 - 1 BvR 1953/02
Minderung des Beitrages zur Bayerischen Rechtsanwaltsversorgung im Hinblick auf …
- OVG Sachsen, 25.05.2010 - 4 A 289/09
Beitragsplicht eines nebenberuflich als Rechtsanwalt Tätigen zu Beiträgen des …
- VGH Hessen, 17.07.2009 - 3 A 2522/08
Zusatzzeiten in der anwaltlichen Altersrente bei Geburt und Adoption eines Kindes
- BVerwG, 22.11.1994 - 1 NB 1.93
Grundsätzliche Bedeutung i.S.d. § 47 Abs. 5 Nr. 1 VwGO - Rüge fehlerhafter …
- LSG Baden-Württemberg, 11.07.2011 - L 11 R 2569/10
Pflichtbeitragszeiten in einem Versorgungswerk der Rechtsanwälte - keine …
- VGH Baden-Württemberg, 28.01.2003 - 9 S 872/02
Kein Wiederaufleben der Beitragspflicht/ Rückkehrmöglichkeit zum vollen …
- VGH Baden-Württemberg, 27.11.1996 - 9 S 1152/96
Beitragsbemessung für das Versorgungswerk der Rechtsanwälte
- VGH Baden-Württemberg, 29.06.1992 - 9 S 1346/92
Verpflichtungsklage auf Herabsetzung der Beiträge zum …
- BVerwG, 24.08.2000 - 1 B 44.00
Anforderungen an eine Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung einer Rechtssache - …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 13.04.2010 - 17 A 2389/07
Verfassungsmäßigkeit eines zur Entziehung des wirtschaftlichen Minimums führenden …
- OVG Sachsen, 25.05.2010 - 4 B 289/09
- VGH Baden-Württemberg, 05.02.1990 - 9 S 1324/88
Rechtsanwaltsversorgung - anderweitige Vorsorgemaßnahmen und Befreiung
- VGH Baden-Württemberg, 21.12.1993 - 9 S 1071/91
Versorgungswerk der Rechtsanwälte: keine Befreiung von der Pflichtmitgliedschaft …
- VG München, 19.03.2007 - M 3 K 06.4649
- BVerfG, 28.01.1992 - 1 BvR 1025/82
Nachtarbeitsverbot
- BVerfG, 14.01.1981 - 1 BvR 612/72
Fluglärm
- BVerfG, 29.10.1987 - 2 BvR 624/83
Lagerung chemischer Waffen
- BVerfG, 12.03.1996 - 1 BvR 609/90
Kindererziehungszeiten
- BVerfG, 30.11.1988 - 1 BvR 1301/84
Straßenverkehrslärm
- BVerfG, 29.07.2009 - 1 BvR 1606/08
Verfassungsmäßigkeit der Beschränkung des Geldausgleichs für …
- BSG, 24.10.2013 - B 13 R 1/13 R
Ausschluss der Anrechnung von Kinderberücksichtigungszeiten in der gesetzlichen …
- VGH Baden-Württemberg, 06.11.2024 - 9 S 1576/23
Höhe der Altersrente aus dem Rechtsanwaltsversorgungswerk Baden-Württemberg
Mit Urteil vom 14.04.2021 wies der Senat die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts zurück ( 9 S 5/19 ).Rn. 17 Dem Senat liegen die Verwaltungsakten des Beklagten, die Prozessakten des Verwaltungsgerichts wie auch diejenigen der Sachen 5 K 9157/17 und 9 S 5/19 vor.
Rn. 21 Die als Verpflichtungsklage in der Form der Bescheidungsklage statthafte (vgl. Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 51 ) und auch sonst zulässige Klage ist nicht begründet.
Regelungen dazu, wann Versorgungsleistungen zu erhöhen sind, weil verteilungsfähige Überschüsse vorhanden sind, mussten auch unter dem Blickwinkel der betroffenen Grundrechte nicht durch formelles Gesetz getroffen werden (zum Maßstab BVerfG…, Urteil vom 22.02.2023 - 2 BvE 3/19 -, juris Rn. 182 f.; Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 87 ).
Der Senat hat sich bereits in seinem Urteil vom 14.04.2021 ( 9 S 5/19 ) ausführlich mit der Verfassungsmäßigkeit der Berechnungsgrundlagen der Altersrente der Klägerin (…juris Rn. 69 ff.) und insbesondere auch damit auseinandergesetzt, inwieweit das Grundgesetz eine Erhöhung der Altersrente der Klägerin unter Geldwertgesichtspunkten gebietet (…juris Rn. 116 ff.).
Dass die Einführung eines berufsständischen Versorgungswerks für Rechtsanwälte mit Zwangsmitgliedschaft und Pflichtbeiträgen auch gemessen an der durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützten Berufsausübungsfreiheit (vgl. BVerwG…, Urteil vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 -, juris Rn. 10 ff.) bzw. am Schutz der allgemeinen Handlungsfreiheit, Art. 2 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 29.12.2004 - 1 BvR 113/03 -, juris Rn. 17;… verbindend BVerwG, Beschlüsse vom 20.07.2007 - 6 B 40.07 -, juris Rn. 8, …und vom 21.02.1994 - 1 B 19.93 -, juris Rn. 8…, Urteil vom 29.01.1991 - 1 C 11.89 -, juris Rn. 15 m. w. N.) verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist, entspricht der ständigen Rechtsprechung des Senats (vgl. nur Urteile vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 127 , …und vom 14.04.2016 - 9 S 2122/14 -, juris Rn. 36 ).
Damit verfolgt die Pflichtmitgliedschaft legitime Zwecke und ihre Anordnung hält sich innerhalb des Gestaltungsspielraums des Gesetzgebers (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 25.02.1960 - 1 BvR 239/52 -, juris Rn. 55; BVerwG…, Urteil vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 -, juris Rn. 16; Senatsurteile vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 91, 128, …und vom 14.04.2016 - 9 S 2122/14 -, juris Rn. 36 ; BayVGH…, Urteil vom 07.02.2022 - 21 B 21.1629 -, juris Rn. 36).
Bisher hat sich das vom Beklagten praktizierte Finanzierungssystem bewährt (in diesem Sinne Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 122 ), was nicht zuletzt darin Bestätigung findet, dass die durchschnittliche jährliche Rentensteigerung seit Gründung des Beklagten über der durchschnittlichen jährlichen Inflation lag.
Wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 14.04.2021 festgestellt hat ( 9 S 5/19 , juris Rn. 122, 129), stellen sich im Fall der Klägerin die geringen Erträge der Sache nach als Folge ihrer autonomen Entscheidung dar, über Jahre hinweg Mitgliedsbeiträge lediglich in sehr begrenzter Höhe zu leisten und auch auf freiwillige Beiträge zu verzichten.
Die in berufsständischen Versorgungswerken erworbenen Ansprüche und Anwartschaften auf Leistungen der Altersversorgung unterfallen zwar grundsätzlich dem Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 26.07.2007 - 1 BvR 824/03 -, juris Rn. 47; BVerwG…, Urteil vom 21.09.2005 - 6 C 3.05 -, juris Rn. 26; Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 117 ; Nds. OVG…, Urteil vom 20.07.2006 - 8 LC 11/05 -, juris Rn. 56).
Insofern lässt sich aus dem Schutz durch die Eigentumsgarantie kein Anspruch auf eine bestimmte Dynamisierung der laufenden Renten herleiten (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 31.03.2021 - 5 C 2.20 -, juris Rn. 44, Urteile vom 19.06.2014 - 10 C 1.14 -, juris Rn. 55, …und vom 21.09.2005 - 6 C 3.5 -, juris Rn. 26; Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 117 ; Nds. OVG…, Urteil vom 20.07.2006 - 8 LC 11/05 -, juris Rn. 56; offen gelassen BVerfG…, Beschluss vom 10.05.1983 - 1 BvR 820/79 -, juris Rn. 49 ff.).
Eine rechtliche Vorgabe, dass der Beklagte seine Versorgungsleistungen - unabhängig von der dauernden Erfüllbarkeit seiner Leistungsverpflichtungen - gegen Inflation schützen oder an ein Lohnniveau anpassen müsste, enthält das einfache Recht nicht (vgl. auch Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 118 ).
Bei der Ordnung von Massenerscheinungen ist der Normgeber berechtigt, generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu verwenden, ohne allein wegen der damit verbundenen Härten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu verstoßen (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 15.04.2024 - 1 BvR 2076/23 -, juris Rn. 18; Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 120 ; jeweils m. w. N.).
Rn. 47 Soweit die Klägerin die normativen Grundlagen der Berechnung ihrer Altersrente mit dem Hinweis auf ihre Schlechterstellung im Vergleich zu Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung beanstandet, scheidet eine Ungleichbehandlung schon deshalb aus, weil es sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung und dem Versorgungssystem des Beklagten um zwei getrennte Sicherungssysteme handelt (vgl. Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 124 m. w. N.; BSG…, Urteil vom 10.10.2018 - B 13 R 20/16 R -, juris Rn. 31 zur Beamtenversorgung;… LSG Bad.-Württ., Beschluss vom 11.07.2011 - L 11 R 2569/10 -, juris Rn. 29).
Der Normgeber war daher nicht verpflichtet, eine Kongruenz zwischen beiden Sicherungssystemen herzustellen (stRspr. des Senats, vgl. nur Urteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 124 , Beschlüsse vom 24.09.2014 - 9 S 2333/12 -, juris Rn. 47 , …und vom 27.11.1996 - 9 S 1152/96 -, juris Rn. 22…, Urteil vom 21.12.1993 - 9 S 1071/91 -, juris Rn. 17).
Dieser Anspruch ist auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass nach dem Versorgungssystem des Beklagten keine an die Inflation oder ein Lohnniveau geknüpfte Dynamisierung vorgesehen ist, sondern die Verbesserung der Versorgungsleistungen vielmehr von einer Kapitalbildung abhängt, verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. ausführlich Senatsurteil vom 14.04.2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 69 ff.).
- VG Berlin, 09.01.2024 - 12 K 221.23
Versorgungswerk der Rechtsanwälte: Erhöhter Beitrag für freiwillige Mitglieder …
Im Blick auf den jeweiligen Sachbereich und auf die Eigenart des betroffenen Regelungsgegenstandes, insbesondere die Intensität der Grundrechtseingriffe, ist zu beurteilen, wie weit die gesetzlichen Vorgaben ins Einzelne gehen müssen (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 14. April 2021 - 9 S 5/19 - BeckRS 2021, 12053 Rn. 75).Zum Zwecke des Aufbaus einer leistungsfähigen Versorgung und der Verteilung des Risikos kann der Satzungsgeber das Ziel verfolgen, eine möglichst vollständige Erfassung aller Mitglieder anzustreben und dabei die Zahl der beitragsfreien oder zu verminderten Beiträgen veranlagten Mitglieder klein zu halten (VGH Mannheim, Urteil vom 14. April 2021 - 9 S 5/19 - BeckRS 2021, 12053 Rn. 79).
- VG Karlsruhe, 26.04.2022 - 10 K 1724/20
Isolierter Auskunftsanspruch über die Anpassung des Rentensteigerungsbetrags …
Der Beklagte ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und Träger funktionaler Selbstverwaltung, dem bestimmte Aufgaben zur Regelung in Satzungsautonomie übertragen worden sind ( VGH Mannheim, Urt. v. 14.04.2021 - 9 S 5/19 - juris, Rn. 87, 129). - OVG Sachsen-Anhalt, 13.03.2025 - 1 L 88/23
Höhe der Altersrente des Versorgungswerkes der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt; …
Rn. 44 Bei der Ausgestaltung seines Versorgungssystems kommt dem Beklagten zwar ein Entscheidungsspielraum zu (vgl. VGH BW, Urteil vom 14. April 2021 - 9 S 5/19 -, juris Rn. 91;… Urteil vom 3. Dezember 2018 - 9 S 1475/17 -, juris Rn. 24).
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".