Rechtsprechung
| BFH, 05.04.1968 - III 235/64 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Berücksichtigung der Bewertung einer Schadensersatzforderung welche am Bewertungsstichtag im Zivilprozess anhängig ist
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 93, 316
- NJW 1969, 527
- BStBl II 1968, 768
Wird zitiert von ... (10) Zitiert selbst (3)
- BFH, 08.01.1960 - III 345/57 S
Geltung des Grundsatzes der Einzelbewertung für die zu einem gewerblichen …
Auszug aus BFH, 05.04.1968 - III 235/64
Er hat unter Hinweis auf das BFH-Urteil III 345/57 S vom 8. Januar 1960 (BFH 70, 222, BStBl III 1960, 83) ausgeführt, daß es keine Verletzung des Stichtagsprinzips bedeute, wenn bei der Frage des Bestehens und des Wertes dieser Schadensersatzverpflichtung Umstände berücksichtigt werden, die zwar erst nach dem Stichtag vorgelegen haben. - BFH, 20.03.1959 - III 109/57 U
Auszug aus BFH, 05.04.1968 - III 235/64
Eine Bewertung mit dem gemeinen Wert nach § 10 BewG a. F. scheidet insoweit aus (vgl. RFH-Urteile III A 426/33 vom 19. April 1934, RStBl 1934, 647; III e A 77/34 vom 10. Januar 1935, RStBl 1935, 323; BFH-Urteile III 109/57 U vom 20. März 1959, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 69 S. 1 - BFH 69, 1 -, BStBl III 1959, 262; III 116/61 vom 21. Januar 1966, BFH 86, 273, BStBl III 1966, 419). - BFH, 21.01.1966 - III 116/61
Auszug aus BFH, 05.04.1968 - III 235/64
Eine Bewertung mit dem gemeinen Wert nach § 10 BewG a. F. scheidet insoweit aus (vgl. RFH-Urteile III A 426/33 vom 19. April 1934, RStBl 1934, 647; III e A 77/34 vom 10. Januar 1935, RStBl 1935, 323; BFH-Urteile III 109/57 U vom 20. März 1959, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 69 S. 1 - BFH 69, 1 -, BStBl III 1959, 262; III 116/61 vom 21. Januar 1966, BFH 86, 273, BStBl III 1966, 419).
- BFH, 12.03.1997 - II R 52/94
Bewertung des auf Geldzahlung gerichteten Pflichtteilanspruchs
Infolgedessen sind Urteile etwa von Zivilgerichten, die bei Durchführung der Bewertung oder Veranlagung bereits ergangen und durch die am Stichtag vorhandene Zweifel an Bestand und Höhe der Forderung ausgeräumt worden sind, zu berücksichtigen (Urteile des Bundesfinanzhofs -- BFH -- vom 5. April 1968 III 235/64, BFHE 93, 316, BStBl II 1968, 768, sowie vom 31. Oktober 1974 III R 23/73, BFHE 114, 252, BStBl II 1975, 322, und vom 11. Mai 1979 III R 81/77, nicht veröffentlicht).Solch ein Ausnahmefall ist bei einer Schadensersatzforderung angenommen worden, deren Bestehen erst nach zehnjähriger Prozeßdauer rechtskräftig feststand, nachdem zweimal der BGH befaßt war und die Instanzgerichte unterschiedlich entschieden hatten (so bezüglich einer Veranlagung zur Vermögensabgabe: BFH-Urteil in BFHE 93, 316, BStBl II 1968, 768).
Im Gegenstz zu dem dem BFH-Urteil in BFHE 93, 316, BStBl II 1968, 768 zugrundeliegenden Sachverhalt war im Streitfall die Rechtslage bereits 1 Jahre nach dem maßgeblichen Stichtag geklärt, lag die erste Entscheidung schon sieben Wochen nach dem Stichtag vor und haben sämtliche Instanzen von Anfang an und in den verschiedenen Verfahren (Auskunft, Zahlung) stets denselben Rechtsstandpunkt vertreten.
- BFH, 02.03.1971 - II 64/65
Zinsforderung - Verjährung - Uneinbringlichkeit - Bewertung der Gegenleistung - …
In solchen Fällen allerdings kann die Forderung entsprechend der Wahrscheinlichkeit, sie durchzusetzen, mit einem (unter dem Nennwert liegenden) niedrigeren Schätzwert anzusetzen sein (§ 14 Abs. 1 BewG a. F. = § 12 Abs. 1 BewG 1965; vgl. BFH-Urteil III 235/64 vom 5. April 1968, BFH 93, 316, BStBl II 1968, 768; Steinhardt, Kommentar zum Bewertungsgesetz, § 12 Tz. 14). - FG Hamburg, 15.01.2018 - 3 V 254/17
Bewertungsrecht, Grundbesitzwert: Grundstücksbewertung bei baurechtlichen …
Bei Streit- oder Prozessrisiken ist die Wahrscheinlichkeit der Durchsetzbarkeit der jeweiligen Rechtspositionen für die Stichtags-Besteuerung im Schätzwert zu berücksichtigen (BFH, Urteil vom 02.03.1971 II 64/65, BFHE 102, 126, BStBl II 1968, 768), beispielsweise mittels Abschlägen (BFH, Urteil vom 02.03.1971, BFHE 102, 126, BStBl II 1971, 533); hier also für den Fall eines (bedingungslosen) Verkaufs am Bewertungsstichtag bei Abschätzung der fraglichen Möglichkeit einer kompletten käuferseitigen Neubauplanung.
- BFH, 11.03.1992 - II R 149/87
Ansatz einer zum sonstigen Vermögens gehörenden Darlehensforderung mit dem …
Kapitalforderungen sind gemäß § 12 Abs. 1 BewG grundsätzlich mit dem Nennwert anzusetzen, d.h. mit dem Betrag, den der Gläubiger bei Geltendmachung der Forderung am Stichtag vom Schuldner fordern könnte (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 5. April 1968 III 235/64, BFHE 93, 316, BStBl II 1968, 768). - BFH, 10.05.1972 - III R 83/71
Betriebssteuern - Steuernachzahlungen - Maßgebender Feststellungszeitpunkt - …
Dies ist darin begründet, daß der Wert einer Forderung, die auf sofortige oder alsbaldige Leistung eines bestimmten Geldbetrags gerichtet ist, ohne Rücksicht darauf, zu welcher Vermögensmasse diese Forderung gehört, durch den Geldbetrag bestimmt wird, der aufgrund der Forderung vom Schuldner verlangt werden kann (vgl. auch BFH-Entscheidung III 235/64 vom 5. April 1968, BFH 93, 316, BStBl II 1968, 768). - BFH, 03.03.1972 - III R 30/71
Bewertung von Kapitalforderungen bei der Vermögensbesteuerung
Der Senat hat wiederholt entschieden, die Vorschrift des § 14 BewG über die Bewertung von Kapitalforderungen sei darin begründet, daß diese Forderungen nicht, wie z. B. Waren, zur Veräußerung bestimmt seien, sondern zur Verwertung durch Einziehung (vgl. BFH-Entscheidung III 235/64 vom 5. April 1968, BFH 93, 316, BStBl II 1968, 768 mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen). - BFH, 07.05.1971 - III R 7/69
Typische stille Beteiligung - Gesellschaftsrechtlicher Charakter - …
Auch eine Bewertung mit dem gemeinen Wert nach § 10 BewG kommt nicht in Betracht, da Kapitalforderungen und ihnen gleichzuachtende Ansprüche nicht zur Veräußerung, sondern zur Verwertung durch Einziehung bestimmt sind (vgl. BFH-Entscheidung III 235/64 vom 5. April 1968, BFH 93, 316, BStBl II 1968, 768). - BFH, 31.10.1974 - III R 23/73
Bewertung von in der Höhe streitigen Steuerschulden; Aussetzung der Vollziehung …
Ein Prozeßrisiko kann -- es kommt für Schulden nur bei Herabsetzung der Schulden zum Tragen -- nach dem Urteil des Senats vom 5. April 1968 III 235/64 (BFHE 93, 316, BStBl II 1968, 768) bei Bewertung einer Schadensersatzforderung trotz der Regel, den Prozeßausgang zu berücksichtigen, in besonders gelagerten Ausnahmefällen zur Schätzung des Wertes am Stichtage nach dem Grad der Wahrscheinlichkeit der Durchsetzbarkeit entsprechend den Verhältnissen vom Bewertungsstichtag führen. - BFH, 18.12.1970 - III R 124/67
Strittige Forderungen - Rechtshängige Forderungen - Strittige Schulden - …
Denn nach der ständigen Rechtsprechung können nur solche Forderungen und Schulden, die am Stichtag sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach zweifelhaft waren, entweder sofort mit einem nach dem Grade der Wahrscheinlichkeit ihres Bestehens geschätzten Wert berücksichtigt oder aber unter Anwendung des § 100 Abs. 1 AO zunächst durch eine vorläufige Veranlagung berücksichtigt und nach Entscheidung des Rechtsstreits oder nach sonstiger Klärung der Rechtslage bei der endgültigen Veranlagung mit ihrem dann feststehenden Wert angesetzt werden (vgl. u. a. Urteil III 235/64 vom 5. April 1968, BFH 93, 316, BStBl II 1968, 768). - BFH, 20.07.1973 - III R 115/72
Rückstellung für Schadensersatz - Patentverletzung - Vorliegen eines …
Auch die Annahme eines Ausnahmefalls im Sinne des Urteils des Senats vom 5. April 1968 III 235/64 (BFHE 93, 316, BStBl II 1968, 768) würde zu keinem anderen Ergebnis führen.
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