Rechtsprechung
| OLG Hamm, 16.04.1984 - 15 W 105/84 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Änderung der Bezugsberechtigung einer Lebensversicherung als Schenkung; Pflegetätigkeit als Gegenleistung für die Zuwendung der Bezugsberechtigung; Bedeutsamkeit einer etwaigen Unwiderruflichkeit der Zuwendung; Rechtsschutz- bzw. Fürsorgebedürfnis als Voraussetzung der ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Essen, 07.02.1984 - 7 T 54/84
- OLG Hamm, 16.04.1984 - 15 W 105/84
Papierfundstellen
- FamRZ 1985, 206
- Rpfleger 1984, 414
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (5)
- BGH, 25.04.1975 - IV ZR 63/74
Schenkung; Bezugsberechtigung; Lebensversicherungsvertrag; Heilung eines …
Auszug aus OLG Hamm, 16.04.1984 - 15 W 105/84
Für die Zuwendung derartiger Bezugsberechtigungen für den Todesfall hat der BGH mehrfach dargelegt, daß Gegenstand der Zuwendung der schuldrechtliche Anspruch sei, den der Dritte von selbst mit dem Tode des Zuwendenden erwerbe (BGHZ 41, 95 = NJW 1964, 1124; BGHZ 46, 198 = NJW 1967, 101 m. krit. Anm. Finger, JuS 1969, 301; BGH, NJW 1975, 1360 [BGH 25.04.1975 - IV ZR 63/74] ;… ebenso Staudinger-Reuss, BGB, 12. Aufl., § 516 Rn. 34; Bühler, NJW 1976, 1727).Dabei verkennen sie jedoch, daß nach der oben dargelegten Auffassung des BGH, welcher sich der Senat anschließt, die Zuwendung des schuldrechtlichen Anspruchs unter Lebenden erfolgt, und zwar entweder durch den Abschluß eines Schenkungsversprechens (eine Möglichkeit, die gerade bei Zusammenwohnen von Versprechensempfänger und Drittem naheliegt, BGB , NJW 1964, 1124, 1125 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] ) oder dadurch, daß der Versicherte das Angebot zur Schenkung gegenüber dem Versprechenden (Versicherung) zur Weiterleitung an den Bedachten erklärt und dieser es entsprechend dem Willen des Versicherten stillschweigend annimmt (RGZ 128, 187, 189; BGH, NJW 1964, 1124 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] ; NJW 1975, 1360 [BGH 25.04.1975 - IV ZR 63/74] ;… Bühler, a.a.O.).
Eine unwiderrufliche Zuwendung der Bezugsberechtigung würde nämlich entsprechend der Auffassung des BGH (NJW 1975, 1360 [BGH 25.04.1975 - IV ZR 63/74] ;… ebenso Staudinger/Reuss und Bühler, jeweils a.a.O.) den Vollzug der Schenkung zur Folge haben, so daß nach § 518 Abs. 2 BGB ein etwa nach § 518 Abs. 1 BGB bestehender Formmangel geheilt würde, andererseits aber das vollzogene Rechtsgeschäft nichtig nach § 1804 BGB wäre, so daß kein Bedürfnis für die Anordnung einer Pflegschaft zur Durchführung eines solchen Rechtsgeschäfts bestünde.
- BGH, 29.01.1964 - V ZR 209/61
Zuwendung des Wertpapierdepots - §§ 331, 2301 BGB
Auszug aus OLG Hamm, 16.04.1984 - 15 W 105/84
Für die Zuwendung derartiger Bezugsberechtigungen für den Todesfall hat der BGH mehrfach dargelegt, daß Gegenstand der Zuwendung der schuldrechtliche Anspruch sei, den der Dritte von selbst mit dem Tode des Zuwendenden erwerbe (BGHZ 41, 95 = NJW 1964, 1124; BGHZ 46, 198 = NJW 1967, 101 m. krit. Anm. Finger, JuS 1969, 301; BGH, NJW 1975, 1360 [BGH 25.04.1975 - IV ZR 63/74] ;… ebenso Staudinger-Reuss, BGB, 12. Aufl., § 516 Rn. 34; Bühler, NJW 1976, 1727).Dabei verkennen sie jedoch, daß nach der oben dargelegten Auffassung des BGH, welcher sich der Senat anschließt, die Zuwendung des schuldrechtlichen Anspruchs unter Lebenden erfolgt, und zwar entweder durch den Abschluß eines Schenkungsversprechens (eine Möglichkeit, die gerade bei Zusammenwohnen von Versprechensempfänger und Drittem naheliegt, BGB , NJW 1964, 1124, 1125 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] ) oder dadurch, daß der Versicherte das Angebot zur Schenkung gegenüber dem Versprechenden (Versicherung) zur Weiterleitung an den Bedachten erklärt und dieser es entsprechend dem Willen des Versicherten stillschweigend annimmt (RGZ 128, 187, 189; BGH, NJW 1964, 1124 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] ; NJW 1975, 1360 [BGH 25.04.1975 - IV ZR 63/74] ;… Bühler, a.a.O.).
Wäre die Herbeiführung der Unwiderruflichkeit hingegen nicht gewollt, so würde die beabsichtigte Zuwendung nach der oben erörterten Auffassung des BGH (NJW 1964, 1124 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] und 1975, 1360) in Form eines Schenkungsversprechens erfolgen, welches ebenfalls nichtig wäre, nämlich gemäß §§ 518, 125 BGB , solange der Formmangel nach § 518 Abs. 1 BGB vorliegt oder gemäß § 1804 BGB , wenn entweder die nach § 518 Abs. 1 BGB erforderliche notarielle Form gewahrt würde oder aber der Formmangel durch Herbeiführung der Unwiderruflichkeit oder durch den Tod des Zuwendenden geheilt würde ( § 518 Abs. 2 BGB ; BGH NJW 1964, 1124 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] und 1975, 1360, 1361; RGZ 128, 187, 189;… Palandt-Putzo, a.a.O., § 518 Anm. 5 gg;… Staudinger-Reuss, a.a.O., § 516 Rn. 34).
- RG, 25.03.1930 - VII 440/29
Inwieweit ist für den Anspruch auf Ergänzung des Pflichtteils nach § 2325 BGB. …
Auszug aus OLG Hamm, 16.04.1984 - 15 W 105/84
Dabei verkennen sie jedoch, daß nach der oben dargelegten Auffassung des BGH, welcher sich der Senat anschließt, die Zuwendung des schuldrechtlichen Anspruchs unter Lebenden erfolgt, und zwar entweder durch den Abschluß eines Schenkungsversprechens (eine Möglichkeit, die gerade bei Zusammenwohnen von Versprechensempfänger und Drittem naheliegt, BGB , NJW 1964, 1124, 1125 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] ) oder dadurch, daß der Versicherte das Angebot zur Schenkung gegenüber dem Versprechenden (Versicherung) zur Weiterleitung an den Bedachten erklärt und dieser es entsprechend dem Willen des Versicherten stillschweigend annimmt (RGZ 128, 187, 189; BGH, NJW 1964, 1124 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] ; NJW 1975, 1360 [BGH 25.04.1975 - IV ZR 63/74] ;… Bühler, a.a.O.).Wäre die Herbeiführung der Unwiderruflichkeit hingegen nicht gewollt, so würde die beabsichtigte Zuwendung nach der oben erörterten Auffassung des BGH (NJW 1964, 1124 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] und 1975, 1360) in Form eines Schenkungsversprechens erfolgen, welches ebenfalls nichtig wäre, nämlich gemäß §§ 518, 125 BGB , solange der Formmangel nach § 518 Abs. 1 BGB vorliegt oder gemäß § 1804 BGB , wenn entweder die nach § 518 Abs. 1 BGB erforderliche notarielle Form gewahrt würde oder aber der Formmangel durch Herbeiführung der Unwiderruflichkeit oder durch den Tod des Zuwendenden geheilt würde ( § 518 Abs. 2 BGB ; BGH NJW 1964, 1124 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] und 1975, 1360, 1361; RGZ 128, 187, 189;… Palandt-Putzo, a.a.O., § 518 Anm. 5 gg;… Staudinger-Reuss, a.a.O., § 516 Rn. 34).
- BGH, 09.11.1966 - VIII ZR 73/64
Sparbuch für die Enkelin - Inhaberschaft; Zuwendung auf den Todesfall
Auszug aus OLG Hamm, 16.04.1984 - 15 W 105/84
Für die Zuwendung derartiger Bezugsberechtigungen für den Todesfall hat der BGH mehrfach dargelegt, daß Gegenstand der Zuwendung der schuldrechtliche Anspruch sei, den der Dritte von selbst mit dem Tode des Zuwendenden erwerbe (BGHZ 41, 95 = NJW 1964, 1124; BGHZ 46, 198 = NJW 1967, 101 m. krit. Anm. Finger, JuS 1969, 301; BGH, NJW 1975, 1360 [BGH 25.04.1975 - IV ZR 63/74] ;… ebenso Staudinger-Reuss, BGB, 12. Aufl., § 516 Rn. 34; Bühler, NJW 1976, 1727). - OLG Hamm, 16.02.1984 - 15 W 42/84
Anordnung einer Ergänzungspflegschaft mit dem Wirkungskreis der Vertretung bei …
Auszug aus OLG Hamm, 16.04.1984 - 15 W 105/84
Nach allgemeiner Auffassung setzt die Anordnung der Pflegschaft nach § 1909 BGB ein Rechtsschutz- bzw. Fürsorgebedürfnis voraus (st. Rspr. des Senats, JMBl. NW. 1959, 149; Senatsbeschlüsse 15 W 42/84 vom 16. Februar 1984 ; 15 W 363/68 vom 30. Oktober 1968; 15 W 451/67 vom 15. November 1967; KG, JR 1959, 20; LG München, FamRZ 1971, 322;… Münchner Kommentar (Goerke), BGB, § 1909, Rn. 59 ff.;… Soergel-Damrau, BGB, 11. Aufl., § 1909 Rn. 10;… Staudinger-Engler, BGB, 10./11. Aufl., § 1909 Rn. 17).
- OLG Stuttgart, 30.06.2004 - 8 W 495/03
Betreuungsverfahren: Ergänzungsbetreuerbestellung für die Genehmigung eines …
a) Im Ausgangspunkt zutreffend sind zwar die Erwägungen des Landgerichts und des Vormundschaftsgerichts, dass Schenkungen aus dem Vermögen des Betreuten, die über die in § 1908i Abs. 2 S. 1 BGB genannten Gelegenheitsgeschenke hinausgehen, grundsätzlich nicht genehmigungsfähig sind, weshalb in solchen Fällen kein Bedürfnis für die Bestellung eines Ergänzungsbetreuers besteht, wenn der Betreuer durch § 1908i Abs. 1 iVm § 1795 Abs. 1 Nr. 1 BGB an der Vertretung des Betreuten gehindert ist (vgl. BayObLGZ 1996, 118 = FamRZ 1996, 1359 = RPfl 1996, 508; BayObLG RPfl 2003, 649; OLG Hamm FamRZ 1985, 206;… Erman / Holzhauer, BGB 11.Aufl. 2004, § 1804 Rn 1, § 1908i Rn 37f;… Soergel / Zimmermann, BGB 13. Aufl. 2000, § 1804 Rn 2, 1908i Rn 17 f; Staudinger / Engler, 13. Bearb. 1999, § 1804 Rn 20). - OLG Karlsruhe, 18.04.2000 - 11 Wx 148/99
Berücksichtigung des Willens des Betreuten
Vielmehr setzt dessen Bestellung die Verneinung eines Schenkungsverbots voraus, weil sonst für die Anordnung einer Ergänzungsbetreuung kein Bedürfnis besteht (vgl. OLG Hamm OLGZ 1984, 432).
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