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Rechtsprechung
   OLG Köln, 06.11.1984 - 4 UF 193/84   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/1984,11142
OLG Köln, 06.11.1984 - 4 UF 193/84 (https://dejure.org/1984,11142)
OLG Köln, Entscheidung vom 06.11.1984 - 4 UF 193/84 (https://dejure.org/1984,11142)
OLG Köln, Entscheidung vom 06. November 1984 - 4 UF 193/84 (https://dejure.org/1984,11142)
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Volltextveröffentlichung

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • FamRZ 1985, 508
 
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Wird zitiert von ... (9)

  • OLG Köln, 10.07.1985 - 26 UF 83/85
    ZS] FamRZ 1985, 508, 509; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510).

    Damit ist klargestellt, daß Vollstreckungsakte, die innerhalb der Vollziehungsfrist bewirkt worden sind, die Vollziehungsfrist des § 929 Abs. 2 ZPO wahren; nach jetzt wohl allgemeiner Auffassung reicht dabei der Beginn einer solchermaßen durchgeführten Vollziehung aus (OLG Frankfurt FamRZ 1980, 476, 477; OLG Koblenz FamRZ 1980, 909, 910; OLG Hamm FamRZ 1980, 1144; 1983, 1256; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456; OLG Köln FamRZ 1985, 508, 509; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510;… Grunsky, aaO § 938 Rdn. 3, 8;… Vollkommer, aaO § 929 Rdn. 11;… Baumbach/ Lauterbach/Hartmann, aaO § 929 Anm. 2 B).

    Die Zustellung des Titels bedeutet zwar noch nicht den Beginn der Zwangsvollstreckung, wie § 750 Abs. 1 ZPO verdeutlicht, sondern ist nur eine Voraussetzung für eine wirksame Vollstreckung; deshalb kann in einer bloßen Amtszustellung gemäß §§ 317, 270 ZPO nicht zugleich eine eigene besondere Handlung des Gläubigers zu der Durchsetzung des Titels gesehen werden (jetzt gefestigte Rechtsprechung, vgl. OLG Köln FamRZ 1985, 508, 509; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509, 510, jeweils mwN).

    Die vorstehenden rechtlichen Erwägungen bedeuten, auf den vorliegenden Rechtsstreit angewandt, folgendes: Der bloße, innerhalb der Vollziehungsfrist bei dem Amtsgericht J. gestellte Antrag auf Erlaß eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses stellt entgegen Grunsky (…aaO § 929 Rdn. 15) ebenso wenig den Beginn der Vollziehung dar, wie der an dem letzten Tage der Vollziehungsfrist erlassene, innerhalb der Frist nicht mehr zugestellte Pfändungs- und Überweisungsbeschluß selbst (offen gelassen von OLG Koblenz FamRZ 1979, 324, 325; OLG Celle FamRZ 1984, 1248, 1249; OLG Köln FamRZ 1985, 508, 509).

    Der Senat folgt damit der Auffassung, daß mit Versäumung der ersten Vollziehungsfrist die einstweilige Verfügung ihrem gesamten Inhalt nach nicht mehr vollzugsfähig und deshalb aufzuheben ist, auch soweit später fällig werdende Leistungen betroffen werden (OLG Frankfurt FamRZ 1979, 537; OLG Hamm FamRZ 1981, 583; 1983, 1254; OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256; OLG Celle FamRZ 1984, 1248; OLG Köln FamRZ 1985, 508, jeweils mit teilweise unterschiedlicher Begründung; a.A. OLG Koblenz FamRZ 1979, 324; 1980, 909; OLG Hamm FamRZ 1980, 1144; 1983, 1256; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456; OLG Köln [21. ZS], Beschluß vom 18. August 1983 - 21 UF 108/83, und [25. ZS], Urteil vom 21. Dezember 1981 - 25 UF 137/81, beide n.v.; OLG Bamberg FamRZ 1985, 509;… Grunsky, aaO § 938 Rdn. 38;… Vollkommer, aaO § 929 Rdn. 19;… Thomas/Putzo, aaO § 936 Anm. 4;… Wieczorek/Schütze, aaO § 929 Anm. C I a 2 und § 928 Anm. A II b).

    Nur in diesem Falle kann eine Verpflichtung des Gläubigers, die Vollziehung der einstweiligen Verfügung zu betreiben, bis zu der Leistungsverweigerung hinausgeschoben werden (vgl. OLG Köln FamRZ 1985, 508).

    Dieser Einwand kann auch in dem Berufungsverfahren geltend gemacht werden (OLG Koblenz FamRZ 1980, 909; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456; OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256, 1257; OLG Celle FamRZ 1984, 1248; OLG Köln FamRZ 1985, 508).

    Es ist vorliegend eine einheitliche Kostenentscheidung für das gesamte Verfügungsverfahren zu treffen, weil die in dem Berufungsverfahren erhobene Einwendung der mangelnden Vollziehung gemäß § 929 Abs. 2 ZPO zu der Aufhebung der einstweiligen Verfügung führt, ohne daß sich in diesem Falle das Anordnungsverfahren und das Aufhebungsverfahren trennen lassen (vgl. OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256, 1257; OLG Köln FamRZ 1985, 508, 509;… Grunsky, aaO § 927 Rdn. 16).

  • OLG Köln, 30.04.1985 - 25 UF 199/84
    Die Nichteinhaltung dieser Frist, die von Amts wegen zu berücksichtigen ist (vgl. OLG Köln FamRZ 1985, 508 mwN), führt zu der Aufhebung der einstweiligen Verfügung wegen veränderter Umstände gemäß §§ 927, 936 ZPO, was auch in dem Berufungsverfahren auf entsprechenden Antrag hin, wie er hier gestellt worden ist, geschehen kann (allgemeine Meinung, vgl. zum Beispiel OLG Koblenz FamRZ 1980, 909; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456;… Baumbach/Lauterbach, ZPO 43. Aufl. § 929 Anm. 2 C a;… Grunsky in Stein/Jonas, ZPO 19. Aufl. § 927 Anm. II 2 und § 929 Anm. II 3).

    Die Frage, welche Rechtsfolgen es nach sich zieht, wenn ein Gläubiger, der eine einstweilige Verfügung auf Zahlung fortlaufenden Unterhalts erreicht hat - wie vorliegend die Antragsteller -, mit der Vollziehung oder deren Beginn länger als einen Monat nach der Verkündung des betreffenden Urteils oder der Zustellung des entsprechenden Beschlusses zuwartet, ist in Rechtsprechung und Schrifttum umstritten: Der Auffassung, bei einer derartigen Sachgestaltung werde die Vollziehung der einstweiligen Verfügung insgesamt unstatthaft, also wegen der gesamten, dem Schuldner aufgegebenen Leistung (so OLG Frankfurt FamRZ 1979, 537; OLG Hamm FamRZ 1981, 583; 1983, 1254; OLG Zweibrücken OLGZ 1983, 466; OLG Oldenburg FamRZ 1983, 1256; OLG Köln FamRZ 1985, 508), steht die Meinung gegenüber, unstatthaft werde die Vollziehung der einstweilige Verfügung nur wegen der Ansprüche, welche bereits vor deren Beginn fällig geworden seien, nicht aber auch wegen der nach dem Zeitpunkt der Vollziehung noch zu leistenden Zahlungen (so OLG Koblenz FamRZ 1979, 324; 1980, 909; OLG Hamm FamRZ 1980, 1144; 1983, 1256; OLG Schleswig FamRZ 1981, 456;… Grunsky, aaO § 938 Anm. IV 1 b;… Thomas/Putzo, aaO § 936 Anm. 4;… Vollkommer in Zöller, ZPO 14. Aufl. § 929 Rdn. 19).

    Die ratio legis der Bestimmung ist mehrschichtig: Zunächst hat die Einhaltung oder Nicht- Einhaltung der Vollziehungsfrist nach § 929 Abs. 2 ZPO eine Art Indikationswirkung: " Die Dringlichkeit und Eilbedürftigkeit einer einstweiligen Leistungsregelung erscheinen nach der Lebenserfahrung nicht mehr glaubhaft, wenn der Verfügungskläger die angeblich so eilige Rechtssicherung mit Erfüllungswirkung mittels des erwirkten Titels nicht auch durchzusetzen versucht « (OLG Köln FamRZ 1985, 508).

    Ob hier sogar von einer unwiderleglichen Vermutung zu sprechen wäre (so OLG Köln FamRZ 1985, 508), mag auf sich beruhen; das ungenutzte Verstreichenlassen der einmonatigen Vollziehungsfrist ist jedenfalls ein überaus deutlicher Hinweis darauf, daß der Antragsteller der eiligen Regelung in einem summarischen Verfügungsverfahren eben nicht bedarf.

  • LSG Thüringen, 21.11.2007 - L 9 AS 844/07

    Statthaftigkeit der Vollziehung einer einstweiligen Anordnung bei Fristablauf

    Bei wiederkehrenden Leistungen muss allerdings die Fälligkeit der konkreten Teilleistung berücksichtigt werden (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 17. Dezember 1999 - Az.: 7 S 3205/99; OLG Koblenz, Urteil vom 24. August 1978 - Az.: 13 UF 268/78, offen gelassen in LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 11. Januar 2006 - Az.: L 7 SO 4891/05 ER-B; a.A. OLG Karlsruhe, Urteil vom 2. Oktober 1991 - Az.: 2a UF 169/91; OLG Köln, Urteil vom 10. Juli 1985 - Az.: 26 UF 83/85; OLG Köln, Urteil vom 6. November 1984 - Az.: 4 UF 193/84).

    Der Senat folgt der Ansicht, dass in einem solchen Fall die Fälligkeit der konkreten Teilleistung im Rahmen des § 929 Abs. 2 ZPO berücksichtigt werden muss (vgl. VGH Baden- Württemberg, Beschluss vom 17. Dezember 1999 - 7 S 3205/99 - in NVwZ 2000, 691, 692; OLG Koblenz, Urteil vom 24. August 1978 - Az.: 13 UF 268/78, nach juris;… Vollkommer in Zöller, ZPO, 26. Auflage 2007, § 929, Rdnr. 19; offen gelassen in LSG Baden-Württemberg…, Beschluss vom 11. Januar 2006, a.a.O:; a.A. OLG Karlsruhe, Urteil vom 02. Oktober 1991 - Az.: 2 A UF 169/91, 2a UF 169/91, nach juris; OLG Köln, Urteil vom 10. Juli 1985 - Az.: 26 UF 83/85 in FamRZ 1985, 1063, 1065; OLG Köln, Urteil vom 06. November 1984 - Az.: 4 UF 193/84 in FamRZ 1985, 508, 509;… Grunsky in Stein/Jonas, ZPO, 21. Auflage , Rdnr. 38).

  • LSG Baden-Württemberg, 20.11.2007 - L 7 AY 5173/07

    Sozialgerichtliches Verfahren - Einstweilige Anordnung - Vollziehungsfrist - …

    Rn. 6 Wegen Versäumung der Vollziehungsfrist kann aus der einstweiligen Verfügung auch bezüglich der erst künftig fällig werdenden Leistungen nicht mehr vollstreckt werden (vgl. Oberlandesgericht Hamm, FamRZ 1981, 583; OLG Celle, FamRZ 1984, 1248; OLG Köln, FamRZ 1985, 508; Brandenburgisches OLG, FamRZ 1997, 624; a.A.: OLG Schleswig, FamRZ 1981, 456; OLG Bamberg, FamRZ 1985, 509; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 17. Dezember 1999 - 7 S 2505/99 - NVwZ 2000, 691; offen gelassen von OLG Karlsruhe, FamRZ 1992, 580).
  • OLG Köln, 06.04.2001 - 6 U 35/01

    Vollziehung einstweiliger Verfügung

    Die von der Antragstellerin in diesem Zusammenhang angeführte Entscheidung des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln (FamRZ 1985, 508/509) rechtfertigt dabei keine abweichende Beurteilung, weil diese sich mit dem hier indessen nicht betroffenen Fall befasst, dass der zu fortlaufenden Unterhaltsleistungen verpflichtete Schuldner die erste Unterhaltsleistung freiwillig zahlt, so dass hinsichtlich dieser Unterhaltsrate die Vollziehung der Geldleistungsverfügung als überflüssig erachtet wurde.
  • OLG Naumburg, 10.10.2025 - 7 U 23/25

    Rechtsfolgen einer versäumten Vollziehungsfrist?

    Rn. 49 Die von der Verfügungsklägerin in diesem Zusammenhang in ihrem Erwiderungsschriftsatz vom 15.09.2025 zitierte Entscheidung des OLG Köln vom 06.11.1984 (Geschäftsnummer 4 UF 193/84) rechtfertigt keine abweichende Beurteilung, weil diesem Urteil eine andere Fallkonstellation zugrunde lag.
  • LSG Baden-Württemberg, 28.09.2007 - L 7 AS 4061/07
    Wegen Versäumung der Vollziehungsfrist kann aus der einstweiligen Verfügung auch bezüglich der erst künftig fällig werdenden Leistungen nicht mehr vollstreckt werden (vgl. Oberlandesgericht (OLG) Hamm, FamRZ 1981, 583; OLG Celle, FamRZ 1984, 1248; OLG Köln, FamRZ 1985, 508; Brandenburgisches OLG, FamRZ 1997, 624; a.A.: OLG Schleswig, FamRZ 1981, 456; OLG Bamberg, FamRZ 1985, 509; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 17. Dezember 1999 - 7 S 2505/99 - NVwZ 2000, 691; offen gelassen von OLG Karlsruhe, FamRZ 1992, 580).
  • OLG Zweibrücken, 27.06.1985 - 6 UF 33/85
    Von der von einem Gläubiger behaupteten Dringlichkeit kann insgesamt jedoch dann nicht mehr ausgegangen werden, wenn er die angeblich so eilige Rechtsicherung mit Erfüllungswirkung nicht auch mittels des Titels durchzusetzen versucht (vgl. OLG Frankfurt FamRZ 1979, 537; OLG Koblenz FamRZ 1980, 909; OLG Celle FamRZ 1984, 1248; OLG Köln FamRZ 1985, 508): Bei der Verurteilung eines Schuldners zu künftig fällig werdenden Leistungen sind nämlich die generelle Vollstreckbarkeit des Titels von der Vollstreckbarkeit einzelner Teilleistungen zu unterscheiden.
  • OLG Celle, 02.02.1988 - 18 UF 290/87
    Nunmehr bedurfte es einer Vollziehung binnen eines Monats (vgl. dazu u.a. OLG Köln FamRZ 1985, 508).
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