Rechtsprechung
| OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Vorrang der individuellen Auslegung eines gemeinschaftlichen Testaments; Bindungswirkung des gemeinschaftlichen Testaments
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- jurpage.net (Leitsatz)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
Verfahrensgang
- AG Wolfhagen - 6 VI H 10/94
- LG Kassel, 20.10.1995 - 3 T 145/95
- OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Papierfundstellen
- FamRZ 1998, 772
- Rpfleger 1998, 291
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (19)
- BayObLG, 12.08.1994 - 1Z BR 152/93
Wechselbezüglichkeit der in einem gemeinschaftlichen Testament
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Rechtlich zutreffend ist das Landgericht ferner von der gesetzlichen Auslegungsregel des § 2069 BGB, die auch bei einer Schlußerbeneinsetzung im gemeinschaftlichen Testament eingreift (BayObLG ZEV 1994, 362 FamRZ 1995, 251 = Rpfleger 1995, 111; Baumann ZEV 1994, 351/352; Leipold JZ 1996, 287/291), ausgegangen.Denn für die Beurteilung dieser Frage kommt es auf den Willen der Erblasserin und ihres Ehemanns im Zeitpunkt der Errichtung des gemeinschaftlichen Testaments vom 18.03.1984 an (vgl. BGHZ 112, 229 = NJW 1991, 169; BGH NJW 1993, 256 [BGH 07.10.1992 - IV ZR 160/91] = DNotZ 1993, 124 = FamRZ 1993, 318; Senat in 20 W 574/95 vom 06.03.1997 = FGPrax 1997, 151 = ZEV 1997, 454 - NJWE-FER 1997, 182 = Rpfleger 1997, 309 = OLG-Rp 1997, 141; OLG Hamm OLGZ 1982, 272/277; BayObLG ZEV 1994, 362/363 = aaO).
Das Bayerische Oberste Landesgericht hat dazu in seinem in der Sache 1 ZBR 152/93 ergangenen Beschluß vom 12.08.1994 (ZEV 1994, 362 = aaO) ausgeführt, die nach dem Tod eines Ehegatten eintretende Bindungswirkung der wechselbezüglichen Verfügung erstrecke sich auf die mit der Auslegungsregel des § 2069 BGB ermittelten Ersatzerben, wenn das durch wechselbezügliche Verfügung als Schlußerbe eingesetzte gemeinsame Kind der Ehegatten vor Eintritt des Schlußerba[XXXXX]verstirbt.
- BGH, 08.12.1982 - IVa ZR 94/81
Testamentsauslegung bei Hoferbenbestimmung.
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Dieser Erblasserwille hätte jedoch in dem gemeinschaftlichen Testament vom 18.3, 1984 selbst keine hinreichende Stütze gefunden (vgl. dazu BGHZ 86, 41 [BGH 08.12.1982 - IVa ZR 94/81] = NJW 1983, 672; BGH NJWE-FER 1997, 242). - OLG Bamberg, 10.10.1996 - 2 UF 46/96
Umfang der eheprägenden Einkünfte - Auswärtiger Dienst
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Dieser Erblasserwille hätte jedoch in dem gemeinschaftlichen Testament vom 18.3, 1984 selbst keine hinreichende Stütze gefunden (vgl. dazu BGHZ 86, 41 [BGH 08.12.1982 - IVa ZR 94/81] = NJW 1983, 672; BGH NJWE-FER 1997, 242).
- BGH, 07.10.1992 - IV ZR 160/91
Auslegung eines gemeinschaftlichen Testaments
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Denn für die Beurteilung dieser Frage kommt es auf den Willen der Erblasserin und ihres Ehemanns im Zeitpunkt der Errichtung des gemeinschaftlichen Testaments vom 18.03.1984 an (vgl. BGHZ 112, 229 = NJW 1991, 169; BGH NJW 1993, 256 [BGH 07.10.1992 - IV ZR 160/91] = DNotZ 1993, 124 = FamRZ 1993, 318; Senat in 20 W 574/95 vom 06.03.1997 = FGPrax 1997, 151 = ZEV 1997, 454 - NJWE-FER 1997, 182 = Rpfleger 1997, 309 = OLG-Rp 1997, 141; OLG Hamm OLGZ 1982, 272/277;… BayObLG ZEV 1994, 362/363 = aaO). - BGH, 26.09.1990 - IV ZR 131/89
Verkündung einer Verfügung von Todes wegen
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Denn für die Beurteilung dieser Frage kommt es auf den Willen der Erblasserin und ihres Ehemanns im Zeitpunkt der Errichtung des gemeinschaftlichen Testaments vom 18.03.1984 an (vgl. BGHZ 112, 229 = NJW 1991, 169; BGH NJW 1993, 256 [BGH 07.10.1992 - IV ZR 160/91] = DNotZ 1993, 124 = FamRZ 1993, 318; Senat in 20 W 574/95 vom 06.03.1997 = FGPrax 1997, 151 = ZEV 1997, 454 - NJWE-FER 1997, 182 = Rpfleger 1997, 309 = OLG-Rp 1997, 141; OLG Hamm OLGZ 1982, 272/277;… BayObLG ZEV 1994, 362/363 = aaO). - BGH, 29.06.1960 - V ZR 64/59
Ersatzberufung bei Pflichtteilsverlangen
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Zuzugeben ist der weiteren Beschwerde allerdings, daß eine dem entgegenstehende individuelle Auslegung des gemeinschaftlichen Testaments den Vorrang hätte, da § 2069 BGB nur dann eingreift, wenn ein tatsächlicher oder hypothetischer Wille des Erblassers nicht festgestellt ist (BGHZ 33, 60/63 = NJW 1960, 1899; BayObLG FamRZ 1996, 1037/1038;… Palandt/Edenhofer Rz. 1, MünchKomm/Leipold Rz. 18, Staudinger/Otte Rz. 20, je aaO zu § 2069; Nieder ZEV 1996, 241/243). - OLG Frankfurt, 27.06.1994 - 20 W 108/94
Wirksamkeit einer mit wechselbezüglichen Verfügungen des gemeinschaftlichen …
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Alleinerbin nicht mehr wirksam treffen können, weil sie gemäß §§ 2271 Abs. 2 Satz BGB, 2289 Abs. 1 Satz 2 BGB entsprechend (vgl. Senat in 20 W 108/94 vom 27.06.1994 = FGPrax 1995, 66 = NJW-RR 1995, 265 FamRZ 1995, 1026 = OLG-Rp 1994, 236;… Palandt/Edenhofer aaO § 2271 Rz. 15) durch die Bindungswirkung des gemeinschaftlichen Testaments vom 18.03.1984 in ihrer Testierfreiheit beschränkt war, hält rechtlicher Nachprüfung ebenfalls stand. - BGH, 05.07.1963 - V ZB 7/63
Einziehung eines Testamentsvollstreckerzeugnisses
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Ist ein sachdienliches, die Entscheidung beeinflussendes Ergebnis nicht mehr zu erwarten, darf das Gericht seine Ermittlungen abschließen (BGHZ 40, 54/57;… Keidel/Amelung aaO § 12 Rz. 86). - OLG Frankfurt, 06.03.1997 - 20 W 574/95
Wirkung des Erbverzichts gegenüber Abkömmlingen
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Denn für die Beurteilung dieser Frage kommt es auf den Willen der Erblasserin und ihres Ehemanns im Zeitpunkt der Errichtung des gemeinschaftlichen Testaments vom 18.03.1984 an (vgl. BGHZ 112, 229 = NJW 1991, 169; BGH NJW 1993, 256 [BGH 07.10.1992 - IV ZR 160/91] = DNotZ 1993, 124 = FamRZ 1993, 318; Senat in 20 W 574/95 vom 06.03.1997 = FGPrax 1997, 151 = ZEV 1997, 454 - NJWE-FER 1997, 182 = Rpfleger 1997, 309 = OLG-Rp 1997, 141; OLG Hamm OLGZ 1982, 272/277;… BayObLG ZEV 1994, 362/363 = aaO). - OLG Köln, 30.04.1993 - 2 Wx 58/92
Enterbung des Schlußerben - §§ 2269, 2270 Abs. 2, 2271 Abs. 2 BGB, doppelte …
Auszug aus OLG Frankfurt, 09.01.1998 - 20 W 595/95
Diese aus Rechtsgründen nicht zu beanstandende Auslegung ist möglich (vgl. OLG Köln FamRZ 1993, 1371 [OLG Köln 30.04.1993 - 2 Wx 58/92]/1372; Baumann ZEV 1994, 351/352) und deshalb für den Senat als Rechtsbeschwerdegericht bindend. - RG, 22.04.1920 - IV B 2/20
Kann in der Erbeinsetzung eines Geschwisterkindes unter Umständen eine …
- OLG Hamm, 07.12.1981 - 15 W 171/81
Erbverzichtsvertrag des durch Berliner Testament gebundenen längerlebenden …
- BayObLG, 30.10.1984 - BReg. 1 Z 75/84
Voraussetzungen für die Statthaftigkeit einer weiteren Beschwerde; Anforderungen …
- BayObLG, 13.04.1995 - 1Z BR 32/95
Testamentserrichtung als maßgeblicher Zeitpunkt für Auslegung des …
- OLG Köln, 31.08.1992 - 2 Wx 36/92
- BayObLG, 08.02.1996 - 1Z BR 157/95
Auslegung eines gemeinschaftlichen Testaments
- BayObLG, 10.03.1993 - 1Z BR 3/93
Beschwerdeberechtigung hinsichtlich der Heraufsetzung des Geschäftswertes für ein …
- OLG Hamm, 29.06.1995 - 15 W 52/95
Beschwerde gegen unzulässigen Vorbescheid im Erbscheinsverfahren
- LG Köln, 12.07.1990 - 11 T 123/90
Bindungswirkung einer aus § 2069 BGB abgeleiteten Ersatzerbfolge
- BGH, 16.01.2002 - IV ZB 20/01
Erbrecht - Wechselbezüglichkeit nach Wegfall des Schlußerben
Daran sieht es sich jedoch durch den ebenfalls im Verfahren der weiteren Beschwerde ergangenen Beschluß des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 9. Januar 1998 gehindert (FamRZ 1998, 772), das - im Anschluß an eine frühere Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts (FamRZ 1995, 251, 253 f.) - § 2270 Abs. 2 BGB auch auf Ersatzerben angewandt hat, die allein nach § 2069 BGB berufen waren.Trotz dieser Kritik hat das Oberlandesgericht Frankfurt in seinem Beschluß vom 9. Januar 1998 an der früheren Auffassung des Bayerischen Obersten Landesgerichts festgehalten (FamRZ 1998, 772, 774).
- BayObLG, 28.09.2001 - 1Z BR 6/01
Wechselbezüglichkeit der Ersatzerbeneinsetzung
Vorlage an den Bundesgerichtshof, ob die Auslegungsregel des § 2270 Abs. 2 BGB auch für allein gemäß § 2069 BGB berufene Ersatzschlusserben gilt (Vorlage an den Bundesgerichtshof wegen Abweichung von OLG Frankfurt, Beschluss vom 9.1.1998 = FamRZ 1998, 772).An der Zurückweisung des Rechtsmittels sieht er sich jedoch durch die Entscheidung des OLG Frankurt vom 9.1.1998 (NJWE-FER 1998, 87 = FamRZ 1998, 772) gehindert.
Diese Rechtsprechung ist auf Zustimmung (OLG Frankfurt FamRZ 1998, 772/774;… Staudinger/Otte BGB § 2069 Rn. 19;… vgl. auch MünchKomm/Musielak BGB 3. Aufl. § 2271 Rn. 20 Fn. 55), aber auch auf Kritik gestoßen (…Staudinger/Kanzleiter § 2270 Rn. 31;… J. Mayer in Dittmann/Reimann/Bengel Testament und Erbvertrag 3. Aufl. § 2270 Rn. 36;… Lange/Kuchinke Erbrecht 4. Aufl. 1995 § 24 V 2; Baumann ZEV 1994, 351).
An einer Entscheidung gemäß der vorstehend präzisierten Rechtsauffassung sieht sich der Senat durch die Entscheidung des OLG Frankfurt vom 9.1.1998 (FamRZ 1998, 772) gehindert.
- OLG Frankfurt, 20.02.2014 - 20 W 303/12
Auslegung eines Ehegattentestaments
Der BGH hat damit seine frühere Rechtsprechung (BGH NJW 1983, 277) aufgegeben, der auch der Senat bis dahin gefolgt war (Beschluss vom 09.01.1998; Az. 20 W 595/95, zitiert nach juris).
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