Rechtsprechung
| LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18 |
Volltextveröffentlichung
- Sozialgerichtsbarkeit.de
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (10)
- BSG, 29.04.2015 - B 14 AS 31/14 R
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Aufhebung eines Verwaltungsakts mit …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Der Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 29. April 2015 (Az. B 14 AS 31/14 R) habe ein nicht vergleichbarer Sachverhalt zugrunde gelegen.Auf den möglichen weiteren Geschehensablauf nach Aufhebung des Bescheides kommt es nicht an (vgl. etwa BSG, Urteil vom 29. April 2015 - B 14 AS 31/14 R - SozR 4-4200 § 40 Nr. 9 = juris, jeweils Rdnr. 10).
Entscheidend ist, dass sich für den maßgebenden Empfängerhorizont mit hinreichender Klarheit ergibt, dass es sich um eine abschließende Entscheidung handelt und der unter dem Vorläufigkeitsvorbehalt stehende Bescheid aufgehoben wird (vgl. BSG…, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 34/17 R - SozR 4-4200 § 38 Nr. 5 = juris Rdnr. 14; BSG Urteil vom 29. April 2015 - B 14 AS 31/14 R - SozR 4-4200 § 40 Nr. 9 = juris, jeweils Rdnr. 25).
Zwar hat das Bundessozialgericht in dieser Entscheidung ausgeführt (vgl. BSG, Urteil vom 29. April 2015 - B 14 AS 31/14 R - SozR 4-4200 § 40 Nr. 9 = juris Rdnr. 25) : "Als in diesem Sinne abschließende Entscheidung über das zunächst nur vorläufig beschiedene Leistungsbegehren genügt die Regelungswirkung eines bloßen Änderungsbescheids nach § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X nicht ([…])." Den Anforderungen an eine im Sinne von § 328 Abs. 3 SGB III "abschließende Entscheidung" genüge nur ein Bescheid, der den ursprünglichen Vorläufigkeitsvorbehalt aufhebe und die begehrte Leistung als die "zustehende Leistung" endgültig zuerkenne, was mit einem Änderungsbescheid nach § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X regelmäßig nicht zum Ausdruck gebracht werde (vgl. BSG, Urteil vom 29. April 2015, a. a. O., Rdnr. 26).
Die Auslegung durch das Bundessozialgericht ergab im konkreten Fall aufgrund der "aufgezeigten Besonderheiten" jedoch gerade nicht, dass der Änderungsbescheid den ursprünglichen Vorläufigkeitsvorbehalt hinsichtlich der verfahrensgegenständlichen Monate aufhob und die Leistung als die "zustehende Leistung" endgültig zuerkannte (vgl. BSG, Urteil vom 29. April 2015, a. a. O., Rdnr. 29).
- BSG, 30.09.2008 - B 4 AS 28/07 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Leistungsausschluss für Auszubildende - …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Maßgebendes Kriterium ist nicht die Förderungsfähigkeit der Person in der Gestalt des Auszubildenden, sondern allein, ob eine dem Grunde nach objektiv förderungsfähige Ausbildung absolviert wird (vgl. BSG…, Urteil vom 6. September 2007 - B 14/7b AS 36/06 R - BSGE 99, 67 ff. = SozR 4-4200 § 7 Nr. 6 = juris Rdnr. 16; BSG, Urteil vom 30. September 2008 - B 4 AS 28/07 R - SozR 4-4200 § 7 Nr. 9 = juris Rdnr. 14).Scheidet die Förderung einer dem Grunde nach förderungsfähigen Ausbildung im primär zuständigen System (hier Förderung nach dem SGB III) auf Grund individueller Versagungsgründe aus, führt dies nicht zur Leistungspflicht des grundsätzlich nachrangigen Systems der Grundsicherung nach den Vorschriften des SGB II. Dies gilt selbst dann, wenn - anders als im vorliegenden Fall - eine Förderung der Ausbildung (grundsätzlich) nicht in Betracht kommt, weil es sich um eine Zweitausbildung handelt und diese im streitigen Zeitraum nicht gefördert werden konnte (vgl. BSG, Urteil vom 30. September 2008, a. a. O., juris Rdnr. 17, m. w. N.).
Der Leistungsausschluss führt zu keiner verfassungswidrigen Benachteiligung (vgl. BSG, Urteil vom 30. September 2008, a. a. O., juris Rdnr. 30 m. w. N.).
- BSG, 29.11.2012 - B 14 AS 6/12 R
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Aufhebung von Verwaltungsakten - …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Vielmehr kann auch ein mit "Änderungsbescheid" oder "Aufhebung/Rücknahme, Erstattung" bezeichneter Bescheid nach den allgemeinen Regeln der Auslegung eine abschließende Entscheidung darstellen (vgl. BSG, Urteil vom 29. November 2012 - B 14 AS 6/12 R - BSGE 112, 221 ff. = SozR 4-1300 § 45 Nr. 12 = juris, jeweils Rdnr. 26; BSG…, Urteil vom 5. Juli 2016 - B 14 AS 36/16 R - SozR 4-1500 § 86 Nr. 3 = juris, jeweils Rdnr. 14).Ausreichend ist danach, wenn aus dem gesamten Inhalt eines Bescheids einschließlich der von der Behörde gegebenen Begründung hinreichende Klarheit über die Regelung gewonnen werden kann, auch wenn dazu auf früher zwischen den Beteiligten ergangene Verwaltungsakte oder auf allgemein zugängliche Unterlagen zurückgegriffen werden muss (st. Rspr, vgl. etwa BSG, Urteil vom 29. November 2012, a. a. O., Rdnr. 26).
- BSG, 28.11.2018 - B 14 AS 34/17 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende - abschließende Entscheidung nach vorläufiger …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Das Bundessozialgericht habe mit Urteil vom 28. November 2018 (Az. B 14 AS 34/17) ausgeführt, dass nicht an dem "buchstäblichen Ausdruck" des Bescheides zu haften sei.Entscheidend ist, dass sich für den maßgebenden Empfängerhorizont mit hinreichender Klarheit ergibt, dass es sich um eine abschließende Entscheidung handelt und der unter dem Vorläufigkeitsvorbehalt stehende Bescheid aufgehoben wird (vgl. BSG, Urteil vom 28. November 2018 - B 14 AS 34/17 R - SozR 4-4200 § 38 Nr. 5 = juris Rdnr. 14;… BSG Urteil vom 29. April 2015 - B 14 AS 31/14 R - SozR 4-4200 § 40 Nr. 9 = juris, jeweils Rdnr. 25).
- BSG, 06.09.2007 - B 14/7b AS 36/06 R
Kein Arbeitslosengeld II für Studenten
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Maßgebendes Kriterium ist nicht die Förderungsfähigkeit der Person in der Gestalt des Auszubildenden, sondern allein, ob eine dem Grunde nach objektiv förderungsfähige Ausbildung absolviert wird (vgl. BSG, Urteil vom 6. September 2007 - B 14/7b AS 36/06 R - BSGE 99, 67 ff. = SozR 4-4200 § 7 Nr. 6 = juris Rdnr. 16; BSG…, Urteil vom 30. September 2008 - B 4 AS 28/07 R - SozR 4-4200 § 7 Nr. 9 = juris Rdnr. 14). - BSG, 05.07.2017 - B 14 AS 36/16 R
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - vorläufige Entscheidung über Leistungen …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Vielmehr kann auch ein mit "Änderungsbescheid" oder "Aufhebung/Rücknahme, Erstattung" bezeichneter Bescheid nach den allgemeinen Regeln der Auslegung eine abschließende Entscheidung darstellen (vgl. BSG…, Urteil vom 29. November 2012 - B 14 AS 6/12 R - BSGE 112, 221 ff. = SozR 4-1300 § 45 Nr. 12 = juris, jeweils Rdnr. 26; BSG, Urteil vom 5. Juli 2016 - B 14 AS 36/16 R - SozR 4-1500 § 86 Nr. 3 = juris, jeweils Rdnr. 14). - BSG, 19.10.2016 - B 14 AS 53/15 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Einkommensberücksichtigung - Kindergeld - …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
(1) Rechtsgrundlage des geltend gemachten Leistungsanspruchs ist § 19 Abs. 1 Satz 1 und 3 i. V. m. §§ 7 ff, 20 ff SGB II (jeweils in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Mai 2011 [BGBl I 850]; Geltungszeitraumprinzip, vgl. BSG, Urteil vom 19. Oktober 2016 - B 14 AS 53/15 R - SozR 4-4200 § 11 Nr. 78 = juris, jeweils Rdnr. 14 f.). - BSG, 08.02.2017 - B 14 AS 22/16 R
Sozialgerichtliches Verfahren - statthafte Klageart - Anfechtungs- und …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Die vorläufige Leistungsbewilligung hat sich in Folge der endgültigen Leistungsentscheidungen gemäß § 39 Abs. 2 SGB X erledigt (vgl. BSG, Urteil vom 8. Februar 2017 - B 14 AS 22/16 R - NJW 2017, 2493 ff. = juris Rdnr. 9, m. w. N.). - BSG, 04.06.2014 - B 14 AS 2/13 R
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Grundsicherung für Arbeitsuchende - …
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
Denn für den Regelungsgehalt eines Verwaltungsaktes kommt es nicht allein auf dessen Überschrift an (vgl. BSG, Urteil vom 4. Juni 2014 - B 14 AS 2/13 R - SozR 4-4200 § 38 Nr. 3 = juris, jeweils Rdnr. 32). - LSG Sachsen, 24.01.2019 - L 3 AS 476/17
Anspruch auf Arbeitslosengeld II
Auszug aus LSG Sachsen, 19.03.2020 - L 3 AS 621/18
D er isolierten Anfechtungsklage fehlt nicht das notwendige Rechtsschutzbedürfnis, weil es mit der kombinierten Anfechtungs- und Leistungsklage einen leichteren und schnelleren Weg gäbe, das Rechtsschutzziel einer höheren endgültigen Leistungsbewilligung zu erlangen (vgl. hierzu Sächs. LSG, Beschluss vom 24. Januar 2019 - L 3 AS 476/17 - juris Rdnr. 33, m. w. N.;… Keller in: Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer/Schmidt, SGG [12. Aufl., 2017], Vor § 51 Rdnr. 16a, m. w. N.).
- LSG Sachsen, 15.12.2022 - L 7 AS 694/19 des erkennenden Gerichts nur Urteil v. 08.01.2018 - L 7 AS 1192/16 - n.v. S. 12 f., Beschluss v. 25.07.2018 - L 3 AS 590/17 NZB - juris Rn. 20 ff., Urteil v. v. 19.03.2020 - L 3 AS 621/18 - juris Rn. 50, Urteil v. 10.12.2020 - L 3 AS 505/18 - juris - Rn. 27 ff., Urteil v. 12.04.2021 - L 7 AS 1157/19 - n.v. S. 12 ff., Urteil v. 29.07.2021 - L 7 AS 344/21 - n.v. S. 7 ff. und Urteil v. 16.12.2021 - L 7 AS 234/19 - n.v. S. 6 ff.; s. weiterhin beispielhaft ebenso z.B. LSG Baden-Württemberg v. 24.08.2016 - L 3 AS 2104/15 - juris Rn. 15, 18; LSG Niedersachsen-Bremen v. 27.09.2016 - L 11 AS 1004/14 - juris Rn. 18 ff.; LSG für das Land Nordrhein-Westfalen v. 04.04.2017 - L 2 AS 1921/16 - juris Rn. 50; Thüringer LSG v. 22.03.2018 - L 9 AS 323/16 - juris Rn. 39 ff.; LSG Baden-Württemberg v. 31.07.2018 - L 13 AS 1951/16 - juris Rn. 31; LSG Sachsen-Anhalt v. 06.06.2019 - L 4 AS 272/17 - juris Rn. 56 ff.; Hess. LSG v. 04.08.2021 - L 6 AS 268/19 - juris Rn. 57, dem zustimmend z.B. Lange, NZS 2022, S. 317, und Kallert in: Gagel, SGB II / III, § 328 SGB III Rn. 83b, 90 m.w.N, Stand: März 2022).
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