Rechtsprechung
| LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- Sozialgerichtsbarkeit.de
Vertragsarztangelegenheiten
- openjur.de
Sozialgerichtliches Verfahren - einseitige Erledigungserklärung - kostenpflichtiges Verfahren - Anwendbarkeit der zu § 161 Abs 2 VwGO entwickelten Rechtsgrundsätze über die Erledigungsfeststellungsklage - Streitwertfestsetzung - vertragsärztliche Versorgung
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Verfahrensbeendigung in kostenpflichtigen sozialgerichtlichen Verfahren nach einseitiger Erledigungserklärung
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Verfahrensbeendigung in kostenpflichtigen sozialgerichtlichen Verfahren nach einseitiger Erledigungserklärung
Verfahrensgang
- SG Stuttgart, 27.01.2005 - S 5 KA 2810/04
- SG Stuttgart, 16.03.2005 - S 5 KA 532/05
- LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (17)
- BVerwG, 12.04.2001 - 2 C 16.00
Aufstieg in den gehobenen Polizeivollzugsdienst; Erledigung eines Rechtsstreits …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
(vgl. auch etwa BVerwG, Urt. v. 12.4.2001, - 2 C 16/00 - …und Urt. v. 22.1.1998, - BVerwG 2 C 4.97 -, wonach die Einschränkungen des § 143 VwGOund des 91 VwGO - entsprechend §§ 168 Satz 1, 99 Abs. 1 SGG - nicht gelten ).Der Kläger kann auch im Berufungsverfahren (und im Revisionsverfahren) die Hauptsache für erledigt erklären (…vgl. BVerwG, Urt. v. 22.1.1993, - BVerwG 8 C 40.91 - sowie Urt. vom 12.4.2001, - 2 C 16/00-).
Rn. 30 Davon ausgehend ist hier die Erledigung des gesamten Verfahrens festzustellen (vgl. BVerwG, Urt. v. 12.4.2001, - 2 C 16/00 -).
Rn. 31 Der Senat kann offen lassen, ob die Erledigung nicht festgestellt werden darf, wenn die ursprüngliche Klage oder hier die Berufung unzulässig war (…vgl. dazu etwa BVerwG, Urt. v. 25.4.1989, - 9 C 61/88 -, und Urt. v. 31.10.1990, - BVerwG 4 C 7.88 - sowie v. 12.4.2001, - 2 C 16/00).
- BSG, 05.11.2008 - B 6 KA 13/07 R
Vertragsärztliche Versorgung - Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie - …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
Das BSG habe die Urteile des Sozialgerichts und des Senats im Revisionsverfahren durch Urteil vom 5.11.2008 (- B 6 KA 13/07 R -) aber aufgehoben und der Revision stattgegeben; der Beklagte möge nunmehr ein Anerkenntnis abgeben.Rn. 10 Mit Beschluss vom 19.2.2009 hat der ZA dem Kläger im Hinblick auf das genannte Revisionsurteil des BSG (Urt. v. 5.11.2008, a. a. O.) eine Zulassung zur Teilnahme an der vertragspsychotherapeutischen Versorgung für eine ausschließlich psychotherapeutische Tätigkeit mit Vertragsarztsitz in St.-F. (Planungsbereich Stadtkreis St.) erteilt; der ZA sei auf Grund des genannten BSG-Urteils gehalten, auch Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie für eine ausschließlich psychotherapeutische Tätigkeit zuzulassen.
Der vorliegende Sachverhalt sei mit der Fallgestaltung, die der Revisionsentscheidung des BSG vom 5.11.2008 (- B 6 KA 13/07 R -) zugrunde gelegen habe, nicht vergleichbar, da die Klägerin dieses Verfahrens Fachärztin für Psychiatrie und (auch) für psychotherapeutische Medizin gewesen sei.
Der Beklagte hat insbesondere nachdrücklich die Vergleichbarkeit des vorliegenden Falles mit der der Revisionsentscheidung des BSG vom 5.11.2008 (- B 6 KA 13/07 R -) zugrunde liegenden Fallgestaltung in Abrede gestellt.
- BVerwG, 25.04.1989 - 9 C 61.88
nachträglich anerkannter Asylbewerber - § 92 VwGO, bei einseitiger …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
Die Klageänderung ist aber (und sei es als Klageänderung eigener Art - etwa BVerwG, Urt. v. 25.4.1989, - 9 C 61/88 -) privilegiert zulässig.Rn. 31 Der Senat kann offen lassen, ob die Erledigung nicht festgestellt werden darf, wenn die ursprüngliche Klage oder hier die Berufung unzulässig war (vgl. dazu etwa BVerwG, Urt. v. 25.4.1989, - 9 C 61/88 -, …und Urt. v. 31.10.1990, - BVerwG 4 C 7.88 - sowie v. 12.4.2001, - 2 C 16/00).
- BVerwG, 03.12.1998 - 4 C 7.98
Innenbereich, unbeplanter; Bebauungszusammenhang; Ortsteil; Gemeindegrenze; …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
An die Stelle des bisherigen Streitgegenstandes tritt der Streit um die Behauptung des Klägers, seinem Klagebegehren sei durch ein nachträgliches Ereignis die Grundlage entzogen (vgl. nur etwa BVerwG, Urt. v. 17.2.1993, - 11 C 17/92 -, oder Urt. v. 31.10.1990, - 4 C 7/98 - NK-VwGO/Neumann § 161 Rdnr. 119 - so genannter Erledigungsfeststellungsstreit). - BVerwG, 31.10.1990 - 4 C 7.88
Einseitige Erledigungserklärung - Befugnis eines zu beteiligenden …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
Rn. 31 Der Senat kann offen lassen, ob die Erledigung nicht festgestellt werden darf, wenn die ursprüngliche Klage oder hier die Berufung unzulässig war (…vgl. dazu etwa BVerwG, Urt. v. 25.4.1989, - 9 C 61/88 -, und Urt. v. 31.10.1990, - BVerwG 4 C 7.88 - sowie v. 12.4.2001, - 2 C 16/00). - BVerwG, 22.01.1993 - 8 C 40.91
Heranziehung zu Erschließungsbeiträgen - Vorliegen einer selbstständigen, …
- BVerwG, 22.01.1998 - 2 C 4.97
Fortsetzungsfeststellungsklage
- BSG, 10.07.1996 - 3 RK 27/95
Zulassung als Hilfsmittelerbringer, Zulässigkeit von Mischkalkulationen für …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
Mit dem Ergehen des beantragten Verwaltungsakts ist das Verpflichtungsbegehren erledigt (vgl. BSG, Urt. v. 2.9.2009, - B 6 KA 44/04 R - Urt. v. 10.7.1996, - 3 RK 27/95 - NK-VwGO/Wolff, § 113 Rdnr. 306 m. w. N.). - BSG, 22.03.2006 - B 6 KA 44/04 R
Kassenärztliche Vereinigung - sachlich-rechnerische Richtigstellung - …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
Mit dem Ergehen des beantragten Verwaltungsakts ist das Verpflichtungsbegehren erledigt (vgl. BSG, Urt. v. 2.9.2009, - B 6 KA 44/04 R - Urt. v. 10.7.1996, - 3 RK 27/95 - NK-VwGO/Wolff, § 113 Rdnr. 306 m. w. N.). - BVerwG, 03.07.2006 - 7 B 18.06
Anforderungen an die Erledigung einer Rechtssache; Umwandlung eines Rechtsstreits …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 20.10.2010 - L 5 KA 352/09
Der Senat hält es hier nicht für angemessen, den Streitwert nur auf den Betrag der Kosten festzusetzen, die bis zur Erledigungserklärung entstanden sind (vgl. BVerwG, Beschl. v. 3.7.2006, - 7 B 18.06 -). - BVerwG, 25.03.1981 - 8 C 85.80
Erledigungsfeststellungsstreit - Interesse der Beklagten - Erledigung der …
- BVerwG, 17.02.1993 - 11 C 17.92
- BSG, 29.12.2005 - B 7a AL 192/05 B
Erledigungserklärung und Klagerücknahme im sozialgerichtlichen Verfahren
- BSG, 02.09.2009 - B 6 KA 44/08 R
Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung; Erteilung einer Sonderzulassung als …
- LSG Baden-Württemberg, 15.03.2006 - L 5 KA 2537/05
Vertragsärztliche Versorgung - Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie - …
- BVerwG, 19.05.1995 - 4 B 247.94
- SG Stuttgart, 31.05.2005 - S 5 KA 8173/04
Voraussetzungen des Anspruchs einer vormaligen Privatärztin auf Zulassung zur …
- LSG Baden-Württemberg, 26.10.2011 - L 5 KA 5744/09 § 161 Abs. 2 VwGO i.V.m. § 197a SGG, wonach das Gericht nach billigem Ermessen über die Tragung der Verfahrenskosten entscheidet, wobei der bisherige Sach- und Streitstand zu berücksichtigen ist, setzt demgegenüber voraus, dass der Beklagte sich der Erledigungserklärung des Klägers anschließt (Urteil des Senats vom 20.10.2010 - L 5 KA 352/09 -, veröffentlicht in Juris).
Die einseitige Erledigungserklärung des Klägers in sozialgerichtlichen Verfahren, die dem Anwendungsbereich des § 197a SGG unterfallen, ist dementsprechend nach den hierfür in der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung entwickelten Rechtsgrundsätzen (zum finanzgerichtlichen Verfahren vgl. BFH, Urteil vom 19.05.2011 - III R 61/09 -, m.N. veröffentlicht in Juris) zu behandeln, da die einseitige Erledigungserklärung im Falle der Erledigung des ursprünglichen Klagegegenstands, wie dargelegt, auch im kostenpflichtigen sozialgerichtlichen Verfahren für den Kläger der einzige Weg ist, die Klageabweisung zu vermeiden, wenn der Beklagte die Erledigung bestreitet oder aus sonstigen Gründen der Erledigungserklärung des Klägers entgegentritt und damit den Weg der entsprechenden Anwendung des § 161 Abs. 2 VwGO versperrt (Urteil des Senats vom 20.10.2010 - L 5 KA 352/09 -, m.w.N. veröffentlicht in Juris).
Es folgt schon aus seiner prozessualen bzw. kostenrechtlichen Situation, nachdem er nur durch den Feststellungsantrag die Belastung mit den Verfahrenskosten vermeiden kann (Urteil des Senats vom 20.10.2010 - L 5 KA 352/09 -, m.w.N. veröffentlicht in Juris).
Der Kläger kann auch im Berufungsverfahren (und im Revisionsverfahren) die Hauptsache für erledigt erklären (…vgl. BVerwG, Urt. v. 22.01.1993, - BVerwG 8 C 40.91 - …sowie Urt. vom 12.4.2001, - 2 C 16/00- sowie Urteil des Senats vom 20.10.2010 - L 5 KA 352/09 -, m.w.N. veröffentlicht in Juris).
- SG Berlin, 11.02.2011 - S 70 AL 2149/06
Sozialgerichtliches Verfahren - einseitige Erledigungserklärung - Feststellung …
14 Die auf die Feststellung der Erledigung gerichtete Klage ist auch in diesem sozialgerichtlichen Verfahren zulässig, da es sich um ein gerichtskostenpflichtiges Verfahren gem. § 197a Sozialgerichtsgesetz (SGG) handelt und somit die verwaltungsprozessrechtlichen Grundsätze zur einseitigen Erledigungserklärung gelten (vgl. BSG, Beschluss v. 29.12.2005, B 7a AL 192/05 B; LSG Baden-Württemberg, Urteil v. 20.10.2010, L 5 KA 352/09;… Keller in: Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 9. Aufl., § 125 Rn. 10).Voraussetzung für diese Erledigung ist, dass der Kläger infolge eines nachträglich eingetretenen Ereignisses sein Klagebegehren nicht mehr mit Aussicht auf Erfolg weiterverfolgen kann, diesem vielmehr rechtlich oder tatsächlich die Grundlage entzogen ist (LSG Baden-Württemberg, Urteil v. 20.10.2010, L 5 KA 352/09, zitiert nach juris Rn. 32).
Denn zu entscheiden ist hier über ein nach wie vor streitig geführtes Klageverfahren, so dass die Regelung in § 197a Abs. 1 i. V. m. § 154 VwGO zur Anwendung kommt (…ebenso: BVerwG, Urteil v. 25.04.1989, 9 C 61/88, zitiert nach juris Rn. 15; LSG Baden-Württemberg, Urteil v. 20.10.2010, L 5 KA 352/09, zitiert nach juris Rn. 35; vgl. auch BGH, Urteil v. 15.01.1982, V ZR 50/81).
- VGH Bayern, 29.01.2016 - 10 CE 15.764
Unterlassung der Erteilung von Konzessionen zur Veranstaltung von Sportwetten
Zum anderen wird die Auffassung vertreten, anzusetzen sei auch nach einer einseitigen Erledigungserklärung der Wert der für erledigt erklärten Hauptsache (vgl. OLG Düsseldorf, B.v. 17.11.1992 - 10 W 61/92 - NJW-RR 1993, 510/511;… OLG Köln, B.v. 14, 7,1993 - 17 W 145/93 - juris Rn. 4 f.;… OLG SH, B.v. 2.2.2004 - 4 U 47/03 - juris Rn. 3 ff.;… HessVGH, B.v. 20.12.2006 - 6 NG 1645/06 - juris Rn. 5 f.; LSG BW, U.v. 20.10.2010 - L 5 KA 352/09 - juris Rn. 37;… SächsOVG, B.v. 27.1.2012 - 5 A 157/10 - juris Rn. 10;… der Sache nach auch BayVGH, B.v. 19.1.2015 - 10 CE 13.761 - juris Rn. 11). - LSG Nordrhein-Westfalen, 23.02.2016 - L 8 R 29/15 Rn. 31 a) Soweit es bei der einseitigen Erledigungserklärung des Antragstellers verbleibt, dürfte das SG im Hinblick darauf, dass die Grundsätze zum Umgang mit einseitigen Erledigungserklärungen auch im Verfahren auf einstweiligen Rechtsschutz gelten (vgl. Sächsisches OVG, Beschluss v. 8.5.2015, 5 B 12/15, juris; VGH Baden-Württemberg, Beschluss v. 20.6.2011, 3 S 375/11, NVwZ-RR 2011, 932 ff.; jeweils m.w.N.), im Wege des (nicht vom Beschwerdeausschluss des § 158 Abs. 2 VwGO erfassten) Beschlusses zu entscheiden haben, ob sich das Rechtsschutzbegehren des Antragstellers erledigt hat (vgl. LSG Baden-Württemberg, Urteil v. 20.10.2010, L 5 KA 352/09, juris).
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