Rechtsprechung
| OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19 |
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Verfahrensgang
- LG Essen, 26.08.2019 - 16 O 352/18
- OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Wird zitiert von ... (40) Zitiert selbst (18)
- OLG Stuttgart, 30.07.2019 - 10 U 134/19
Kauf eines vom "Diesel-Abgasskandal" betroffenen Gebrauchtfahrzeuges: …
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Rn. 70 (2) Auf der Grundlage eines - unterstellten - Gesetzesverstoßes kann nicht bereits auf das Vorliegen einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung geschlossen werden (OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).Über die Kenntnis von dem Einbau einer Einrichtung mit der in Rede stehenden Funktionsweise in den streitgegenständlichen Motor hinaus müssen nämlich zugleich auch Anhaltspunkte dafür erkennbar sein, dass dies von Seiten der Beklagten in dem Bewusstsein geschah, hiermit möglicherweise gegen die gesetzlichen Vorschriften zu verstoßen, und dieser Gesetzesverstoß billigend in Kauf genommen wurde (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 4.7.2019 -3 U 148/18; OLG Stuttgart , Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19).
Dabei ist für die Feststellung des Schädigungsvorsatzes im Rahmen von § 826 BGB nicht der heutige Meinungsstand oder die heutige Rechtsprechung einzelner Spruchkörper der Gerichte, sondern der Zeitpunkt des Inverkehrbringens des konkreten Fahrzeugs durch den Hersteller maßgeblich (OLG Stuttgart, Urteil vom 30.07.2019 - 10 U 134/19).
Rn. 76 Anders als bei Einsatz einer Teststandserkennung, die bewusst das Abgasverhalten des Fahrzeugs auf dem Prüfstand vom Realbetrieb entkoppelt und deren Einsatz offensichtlich gesetzeswidrig ist, ist dieser Rückschluss bei Einsatz eines sog. "Thermofensters" nicht zwingend (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).
Rn. 79 Unabhängig davon, dass Art. 5 Abs. 2 S. 2 VO (EG) 715/2007 nicht voraussetzt, dass keine andere technische Lösung möglich sein darf (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG München, Beschluss vom 29.08.2019 - 8 U 1449/19) und eine diesbezügliche sekundäre Darlegungslast der Beklagten zweifelhaft sein dürfte (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19), lässt dieser Vortrags des Klägers keinen Rückschluss auf das Vorliegen der subjektiven Voraussetzungen des § 826 BGB zu.
Vielmehr muss in dieser Situation eine möglicherweise falsche, aber dennoch vertretbare Gesetzesauslegung und -anwendung durch die Organe der Beklagten in Betracht gezogen werden (vgl. OLG Stuttgart , Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18).
- OLG Koblenz, 21.10.2019 - 12 U 246/19
Schadensersatz aus Delikt im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal bezüglich eines …
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Rn. 70 (2) Auf der Grundlage eines - unterstellten - Gesetzesverstoßes kann nicht bereits auf das Vorliegen einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung geschlossen werden (OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).Rn. 76 Anders als bei Einsatz einer Teststandserkennung, die bewusst das Abgasverhalten des Fahrzeugs auf dem Prüfstand vom Realbetrieb entkoppelt und deren Einsatz offensichtlich gesetzeswidrig ist, ist dieser Rückschluss bei Einsatz eines sog. "Thermofensters" nicht zwingend (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).
Rn. 79 Unabhängig davon, dass Art. 5 Abs. 2 S. 2 VO (EG) 715/2007 nicht voraussetzt, dass keine andere technische Lösung möglich sein darf (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG München, Beschluss vom 29.08.2019 - 8 U 1449/19) und eine diesbezügliche sekundäre Darlegungslast der Beklagten zweifelhaft sein dürfte (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19), lässt dieser Vortrags des Klägers keinen Rückschluss auf das Vorliegen der subjektiven Voraussetzungen des § 826 BGB zu.
Vielmehr muss in dieser Situation eine möglicherweise falsche, aber dennoch vertretbare Gesetzesauslegung und -anwendung durch die Organe der Beklagten in Betracht gezogen werden (vgl. OLG Stuttgart , Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18).
Rn. 87 (4) Die Frage, ob die Voraussetzungen einer Wissenszurechnung nach § 31 BGB analog unter Berücksichtigung einer sekundären Darlegungslast der Beklagten gegeben sind (ablehnend: OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18), kann der Senat daher offen lassen.
Rn. 94 e) Auch folgen die vom Kläger begehrten Schadensersatzansprüche nicht aus § 831 BGB, da es insoweit an einem deliktischen Handeln eines verantwortlichen Verrichtungsgehilfen fehlt (vgl. auch OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19).
- OLG Köln, 04.07.2019 - 3 U 148/18
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Rn. 70 (2) Auf der Grundlage eines - unterstellten - Gesetzesverstoßes kann nicht bereits auf das Vorliegen einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung geschlossen werden (OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).Über die Kenntnis von dem Einbau einer Einrichtung mit der in Rede stehenden Funktionsweise in den streitgegenständlichen Motor hinaus müssen nämlich zugleich auch Anhaltspunkte dafür erkennbar sein, dass dies von Seiten der Beklagten in dem Bewusstsein geschah, hiermit möglicherweise gegen die gesetzlichen Vorschriften zu verstoßen, und dieser Gesetzesverstoß billigend in Kauf genommen wurde (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 4.7.2019 -3 U 148/18; OLG Stuttgart , Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19).
Rn. 76 Anders als bei Einsatz einer Teststandserkennung, die bewusst das Abgasverhalten des Fahrzeugs auf dem Prüfstand vom Realbetrieb entkoppelt und deren Einsatz offensichtlich gesetzeswidrig ist, ist dieser Rückschluss bei Einsatz eines sog. "Thermofensters" nicht zwingend (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).
Vielmehr muss in dieser Situation eine möglicherweise falsche, aber dennoch vertretbare Gesetzesauslegung und -anwendung durch die Organe der Beklagten in Betracht gezogen werden (vgl. OLG Stuttgart , Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18).
Rn. 87 (4) Die Frage, ob die Voraussetzungen einer Wissenszurechnung nach § 31 BGB analog unter Berücksichtigung einer sekundären Darlegungslast der Beklagten gegeben sind (ablehnend: OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18), kann der Senat daher offen lassen.
- OLG Frankfurt, 07.11.2019 - 6 U 119/18
Abgasreinigung in Dieselfahrzeugen (hier Mercedes): Haftung des Herstellers unter …
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Denn dieser erfordert das Bewusstsein eines möglichen Gesetzesverstoßes verbunden mit einer zumindest billigenden Inkaufnahme desselben (…OLG Stuttgart, aaO;… OLG Köln, aaO; OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 07.11.2019 - 6 U 119/18).Weder die VO (EG) 715/2007 selbst noch die Regelung der §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV weisen einen Bezug zu Individualinteressen des Klägers als Endverbraucher auf (vgl. ausführlich OLG Braunschweig, Urteil vom 19.02.2019 - Az.: 7 U 134/17, OLG München, Beschluss vom 29.8.2019 - 8 U 1449/19; OLG Koblenz, Urteil vom 18.05.2020 - 12 U 2149/19; OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 07.11.2019 - 6 U 119/18).
Es ist nicht erkennbar, dass die vorgenannten Regelungen dem Einzelnen selbst die Rechtsmacht in die Hand geben wollen, mit Mitteln des Privatrechts gegen denjenigen vorzugehen, der das Verbot übertritt und sein Rechtsinteresse beeinträchtigt (OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 07.11.2019 - 6 U 119/18).
- OLG Schleswig, 18.09.2019 - 12 U 123/18
Kein sittenwidriger Schädigungsvorsatz bei der Verwendung einer …
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Rn. 70 (2) Auf der Grundlage eines - unterstellten - Gesetzesverstoßes kann nicht bereits auf das Vorliegen einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung geschlossen werden (OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).Rn. 76 Anders als bei Einsatz einer Teststandserkennung, die bewusst das Abgasverhalten des Fahrzeugs auf dem Prüfstand vom Realbetrieb entkoppelt und deren Einsatz offensichtlich gesetzeswidrig ist, ist dieser Rückschluss bei Einsatz eines sog. "Thermofensters" nicht zwingend (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).
Rn. 88 (5) Auch die Frage, ob dem Kläger überhaupt ein ersatzfähiger Schaden entstanden ist (zweifelnd in Fällen der vorliegenden Art: OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18), kann mithin vorliegend dahinstehen.
- OLG München, 29.08.2019 - 8 U 1449/19
Versuch der Ausweitung des Dieselskandals auf andere Hersteller - hier: BMW
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Rn. 79 Unabhängig davon, dass Art. 5 Abs. 2 S. 2 VO (EG) 715/2007 nicht voraussetzt, dass keine andere technische Lösung möglich sein darf (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG München, Beschluss vom 29.08.2019 - 8 U 1449/19) und eine diesbezügliche sekundäre Darlegungslast der Beklagten zweifelhaft sein dürfte (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19), lässt dieser Vortrags des Klägers keinen Rückschluss auf das Vorliegen der subjektiven Voraussetzungen des § 826 BGB zu.Weder die VO (EG) 715/2007 selbst noch die Regelung der §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV weisen einen Bezug zu Individualinteressen des Klägers als Endverbraucher auf (vgl. ausführlich OLG Braunschweig, Urteil vom 19.02.2019 - Az.: 7 U 134/17, OLG München, Beschluss vom 29.8.2019 - 8 U 1449/19; OLG Koblenz, Urteil vom 18.05.2020 - 12 U 2149/19; OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 07.11.2019 - 6 U 119/18).
- BGH, 25.05.2020 - VI ZR 252/19
Schadensersatzklage im sogenannten "Dieselfall" gegen die VW AG überwiegend …
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Rn. 41 Mit nachgelassenem Schriftsatz vom 16.06.2020 weist der Kläger nochmals ausdrücklich auf das - einen anderen Automobilhersteller betreffende - Urteil des BGH vom 25.05.2020 (Az.: VI ZR 252/19) hin.Denn in den von ihm als Analogie herangezogenen Entscheidungen - wobei er insbesondere auf das Urteil des BGH vom 25.05.2020 (VI ZR 252/19) verweist - kam es aufgrund der dort verwendeten Umschaltlogik zwischen Prüfstandsmodus und normalem Straßenmodus zu einer planmäßigen Täuschung der Aufsichtsbehörden und der Verbraucher, welches den Vorwurf der Sittenwidrigkeit begründet.
- BGH, 15.10.2013 - VI ZR 124/12
Vorsätzliche sittenwidrige Schädigung durch Bankmitarbeiter im Zusammenhang mit …
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Dies setzt eine besondere Verwerflichkeit des Handelns voraus, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben kann (BGH, Urteil vom 15.10.2013 - VI ZR 124/12; Urteil vom 19.10.1987 - II ZR 9/87;… BeckOGK/Spindler, 01.02.2020, BGB § 826 Rn. 8).Die Beklagte muss daher zumindest mit bedingtem Vorsatz gehandelt haben - Fahrlässigkeit, auch grobe, genügt nicht (stdg. Rspr. des BGH, vgl. etwa BGH, Urteil vom 15.10.2013 - VI ZR 124/12;… MüKoBGB/Wagner, 7. Aufl. 2017, BGB § 826 Rn. 27).
- LG Stuttgart, 17.01.2019 - 23 O 178/18
Gebrauchtwagenkauf: Deliktische Haftung des Kfz-Herstellers bei einem nicht vom …
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Insoweit verweise er auf eine Entscheidung des Landgerichts Stuttgart vom 17.01.2019 (23 O 178/18), in welcher die Beklagte dargelegt habe, dass bei einer Außentemperatur von +7 °C oder betriebspunktabhängig die Abgasrückführung um bis zu 45 % reduziert werde.Im weiteren erstinstanzlichen Prozessverlauf hat er diesen Vortrag mit Schriftsatz vom 17.05.2019 (Bl. 99 dA) dahingehend präzisiert, als dass er auf Grundlage der von der Beklagten in einem anderen Verfahren vor dem Landgericht Stuttgart (23 O 178/18) eingeräumten Funktionsweise des sog. "Thermofensters" davon ausgehe, dass die Messung im Rahmen des "Neuen Europäischen Fahrzyklus" (NEFZ) zu nicht realitätsgerechten Ergebnissen führen würde.
- OLG Braunschweig, 19.02.2019 - 7 U 134/17
Kein Schadensersatz von VW für Käufer von Diesel mit Abschaltautomatik
Auszug aus OLG Hamm, 06.07.2020 - 17 U 168/19
Weder die VO (EG) 715/2007 selbst noch die Regelung der §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV weisen einen Bezug zu Individualinteressen des Klägers als Endverbraucher auf (vgl. ausführlich OLG Braunschweig, Urteil vom 19.02.2019 - Az.: 7 U 134/17, OLG München, Beschluss vom 29.8.2019 - 8 U 1449/19; OLG Koblenz, Urteil vom 18.05.2020 - 12 U 2149/19; OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 07.11.2019 - 6 U 119/18). - BGH, 19.07.2004 - II ZR 217/03
Persönliche Haftung der Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft für …
- BGH, 27.05.2003 - IX ZR 283/99
Bürgschaft - Freier Willensentschluß / Handeln aus emotionaler Verbundenheit
- BGH, 02.04.2009 - V ZR 177/08
Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich des Verkehrswerts einer Sache
- BGH, 03.12.2013 - XI ZR 295/12
Kapitalanlage durch Beitritt zum geschlossenen Immobilienfonds: Haftung der die …
- BGH, 19.10.1987 - II ZR 9/87
Handeln einer Bank bewußt zum Nachteil des Scheckausstellers; Schädigung der Bank
- BGH, 25.03.1987 - IVa ZR 224/85
Rechtsfolgen inhaltlicher Abweichung des Versicherungsscheins von den Wünschen …
- OLG Celle, 18.12.2019 - 7 U 511/18
Vom Dieselskandal betroffener Mercedes Benz C 220 BlueTec; Abgasreinigung …
- OLG München, 17.12.2019 - 18 U 3363/19
Schadensersatz für einen vom Diesel-Abgasskandal betroffenen Gebrauchtwagen …
- OLG Oldenburg, 01.12.2020 - 11 U 58/20
Kaufpreisrückzahlungsanspruch für ein vermeintlich vom Dieselskandal betroffenes …
Vielmehr muss diesbezüglich, selbst wenn hinsichtlich des Thermofensters von einer objektiv unzulässigen Einflussnahme auf die Abgaswerte auszugehen sein sollte, eine möglicherweise falsche, aber dennoch vertretbare Gesetzesauslegung und -anwendung durch die Organe der Beklagten in Betracht gezogen werden (…vgl. OLG Koblenz Urt. v. 05.10.2020 - 12 U 51/20 - BeckRS 2020, 25773; OLG Hamm, Urt. v. 06.07.2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 76, juris;… OLG Köln, Urt. v. 03.07.2020 - 19 U 9/20 -, juris; OLG Oldenburg, Beschl. v. 27.01.2020 - 5 U 395/19 - BeckRS 2020, 8864;… OLG Koblenz, Urt. v. 21.10.2019 - 12 U 246/19 - BeckRS 2019, 25135;… OLG Stuttgart, Urt. v. 30.7.2019 - 10 U 134/19 - BeckRS 2019, 17247;… OLG Köln, Beschl. v. 04.07.2019 - 3 U 148/18 -, juris, Rn. 6).Unabhängig davon, dass Art. 5 Abs. 2 Satz 2 VO 2007/715/EG nicht voraussetzt, dass keine andere technische Lösung möglich sein darf (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 06.07.2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 76, juris;… OLG Stuttgart, Urt. v. 30.07.2019 - 10 U 134/19 - BeckRS 2019, 17247) und eine diesbezügliche sekundäre Darlegungslast der Beklagten zweifelhaft sein dürfte (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 06.07.2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 76, juris;… OLG Koblenz, Urt. v. 21.10.2019 - 12 U 246/19 - BeckRS 2019, 25135), lässt dieser Vortrag des Klägers keinen Rückschluss auf das Vorliegen der subjektiven Voraussetzungen des § 826 BGB zu.
Die Diskussion über Inhalt und Reichweite der Ausnahmevorschrift des Art. 5 Abs. 2 Satz 2 a) VO 2007/715/EG wird kontrovers geführt (vgl. auch OLG Hamm, Urt. v. 06.07.2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 77, juris).
Obergerichtlich wird in Bezug auf die über Jahre hinweg beanstandungslos gebliebene Praxis der Verwendung von Thermofenstern in der Tendenz daher vertreten, dass gerade keine klare und eindeutige Rechtslage gegeben ist, gegen welche die Beklagte bewusst verstoßen hätte (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 06.07.2020 - 17 U 168/19 -, juris; OLG Oldenburg, Beschl. v. 27.01.2020 - 5 U 395/19 - BeckRS 2020, 8864;… OLG München, Urt. v. 20.01.2020 - 21 U 5072/19 -, juris;… OLG Köln, Beschl. v. 04.07.2019 - 3 U 148/18 -, juris, Rn. 6;… OLG Stuttgart, Urt. v. 30.07.2019 - 10 U 134/19 -, juris, Rn. 89;… OLG Koblenz, Urt. v. 21.10.2019 - 12 U 246/19 -, juris, Rn. 42, 48).
Haben die Beklagten die Rechtslage fahrlässig verkannt, fehlt es ihnen an dem für die Sittenwidrigkeit in subjektiver Hinsicht erforderlichen Bewusstsein der Rechtswidrigkeit (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 06.07.2020 - 17 U 168/19 -, juris;… OLG Stuttgart Urt. v. 30.07.2019 - 10 U 134/19 - BeckRS 2019, 17247).
- OLG Düsseldorf, 29.06.2021 - 10 U 44/21
Fehlende Rückrufbetroffenheit eines vermeintlich vom Dieselskandal betroffenen …
Denn das Inverkehrbringen des mit einer - wenn auch unzulässigen - Abschalteinrichtung versehenen klägerischen Fahrzeugs würde den Vorwurf einer sittenwidrigen Schädigung nicht begründen (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19).Insbesondere lässt sich der Einsatz eines sog. "Thermofensters" mit der Verwendung einer Abschaltlogik, wie sie die Volkswagen AG in den Motor EA189 implementiert hat, nicht vergleichen (BGH, Beschluss vom 19.1.2021 - VI ZR 433/19; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19).
Über die Kenntnis von dem Einbau einer Einrichtung mit der in Rede stehenden Funktionsweise in den streitgegenständlichen Motor hinaus müssen nämlich zugleich auch Anhaltspunkte dafür erkennbar sein, dass dies von Seiten der Beklagten in dem Bewusstsein geschah, hiermit möglicherweise gegen die gesetzlichen Vorschriften zu verstoßen, und dieser Gesetzesverstoß billigend in Kauf genommen wurde (vgl. BGH, Beschluss vom 9.3.2021 - VI ZR 889/20; BGH, Beschluss vom 19.1.2021 - VI ZR 433/19; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19; OLG Köln, Beschluss vom 4.7.2019 -3 U 148/18; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19).
Aus dem objektiven Gesetzesverstoß allein kann der erforderliche Vorsatz aber nicht hergeleitet werden (BGH, Beschluss vom 9.3.2021 - VI ZR 889/20; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19).
Rn. 48 Anders als bei Einsatz einer Teststanderkennung, die bewusst das Abgasverhalten des Fahrzeugs auf dem Prüfstand vom Realbetrieb entkoppelt und deren Einsatz offensichtlich gesetzeswidrig ist, ist dieser Rückschluss bei Einsatz eines sog. "Thermofensters" nicht zwingend (vgl. BGH, Beschluss vom 9.3.2021 - VI ZR 889/20; BGH, Beschluss vom 19.1.2021 - VI ZR 433/19; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).
Weder die VO (EG) 715/2007 selbst noch die Regelung der §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV weisen einen Bezug zu Individualinteressen der Klägerin als Endverbraucherin auf (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19; OLG Braunschweig, Urteil vom 19.02.2019 - Az.: 7 U 134/17, OLG München, Beschluss vom 29.8.2019 - 8 U 1449/19; OLG Koblenz, Urteil vom 18.05.2020 - 12 U 2149/19; OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 07.11.2019 - 6 U 119/18).
- OLG Düsseldorf, 18.11.2021 - 10 U 102/21 Insbesondere lässt sich der Einsatz eines sog. "Thermofensters" mit der Verwendung einer Abschaltlogik nicht vergleichen (BGH, Beschluss vom 19.1.2021 - VI ZR 433/19; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19).
Über die Kenntnis von dem Einbau einer Einrichtung mit der in Rede stehenden Funktionsweise in den streitgegenständlichen Motor hinaus müssen nämlich zugleich auch Anhaltspunkte dafür erkennbar sein, dass dies von Seiten der Beklagten in dem Bewusstsein geschah, hiermit möglicherweise gegen die gesetzlichen Vorschriften zu verstoßen, und dieser Gesetzesverstoß billigend in Kauf genommen wurde (vgl. BGH, Beschluss vom 9.3.2021 - VI ZR 889/20; BGH, Beschluss vom 19.1.2021 - VI ZR 433/19; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19; OLG Köln, Beschluss vom 4.7.2019 -3 U 148/18; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19).
Aus dem objektiven Gesetzesverstoß allein kann der erforderliche Vorsatz aber nicht hergeleitet werden (BGH, Beschluss vom 9.3.2021 - VI ZR 889/20; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19).
Rn. 35 Anders als bei Einsatz einer Teststanderkennung, die bewusst das Abgasverhalten des Fahrzeugs auf dem Prüfstand vom Realbetrieb entkoppelt und deren Einsatz offensichtlich gesetzeswidrig ist, ist dieser Rückschluss bei Einsatz eines sog. "Thermofensters" nicht zwingend (vgl. BGH, Beschluss vom 9.3.2021 - VI ZR 889/20; BGH, Beschluss vom 19.1.2021 - VI ZR 433/19; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19; OLG Stuttgart, Urteil vom 30.7.2019 - 10 U 134/19; OLG Koblenz, Urteil vom 21.10.2019 - 12 U 246/19; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2019 - 3 U 148/18; OLG Schleswig, Urteil vom 18.09.2019 - 12 U 123/18; OLG Oldenburg, Beschluss vom 27.01.2020 - 5 U 395/19).
Weder die VO (EG) 715/2007 selbst noch die Regelung der §§ 6 Abs. 1, 27 Abs. 1 EG-FGV weisen einen Bezug zu Individualinteressen des Klägers als Endverbraucher auf (vgl. BGH, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20 -, juris Rn 36; OLG Hamm, Urteil vom 06.07.2020 - 17 U 168/19; OLG Braunschweig, Urteil vom 19.02.2019 - Az.: 7 U 134/17, OLG München, Beschluss vom 29.8.2019 - 8 U 1449/19; OLG Koblenz, Urteil vom 18.05.2020 - 12 U 2149/19; OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 07.11.2019 - 6 U 119/18).
- OLG Schleswig, 10.10.2023 - 7 U 100/22
Diesel-Abgasskandal: Schadensersatzforderung aufgrund des Kaufs eines gebrauchten …
Nach Einschätzung der Untersuchungskommission handelte es sich bei der Verwendung eines Thermofensters um keine eindeutigen Gesetzesverstöße, sofern dem Motor ohne die Verwendung des Thermofensters Schaden drohe, "sei dieser auch noch so klein" (…vgl. BMVI, Bericht der Untersuchungskommission VW, Stand April 2016, S. 123) Die Ausnahmevorschrift des Art. 5 Abs. 2 S. 2 VO (EG) 715/2007 eröffnete damit unabhängig davon, dass sie nicht voraussetzt, dass keine andere technische Lösung möglich sein darf (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19, Rdn. 76 m.w.N.), weite Auslegungsspielräume. - LG Bielefeld, 18.05.2021 - 6 O 125/20 Eine zivilprozessual unzulässige Ausforschung ist aber dann erreicht, wenn eine Partei Behauptungen ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich aufs Geratewohl aufstellt (vgl. BGH…, Urteil vom 20. September 2002 - V ZR 170/01 -, Rn. 9, juris; OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 63, juris; Brandenburgisches Oberlandesgericht…, Beschluss vom 20. April 2020 - 1 U 103/19 -, Rn. 19, juris).
Allein aus dem Vorliegen eines unterstellten Gesetzesverstoßes kann nicht auf eine solche geschlossen werden (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 67, juris).
Vielmehr hätte es der Darlegung bedurft, dass in subjektiver Hinsicht das Bewusstsein der Beklagten vorhanden war, sittenwidrig zu handeln, mithin gegen die gesetzlichen Vorschriften zu verstoßen und dieser Gesetzesverstoß im Zeitpunkt des Inverkehrbringens des konkreten Fahrzeugs billigend in Kauf genommen wurde (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 71, juris).
Der Rückschluss aus einem, hier nur unterstellten, objektiven Gesetzesverstoß ist bei Einsatz eines sogenannten Thermofensters nicht zwingend und nur dann gerechtfertigt, wenn durch die gewählte technische Lösung der Gesetzeszweck des Art. 5 Abs. 2 VO (EG) 715/2007 in evident unzulässiger Weise ausgehebelt würde (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 73 ff., juris).
- LG Bielefeld, 27.04.2021 - 6 O 125/20 Eine zivilprozessual unzulässige Ausforschung ist aber dann erreicht, wenn eine Partei Behauptungen ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich aufs Geratewohl aufstellt (vgl. BGH…, Urteil vom 20. September 2002 - V ZR 170/01 -, Rn. 9, juris; OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 63, juris; Brandenburgisches Oberlandesgericht…, Beschluss vom 20. April 2020 - 1 U 103/19 -, Rn. 19, juris).
Allein aus dem Vorliegen eines unterstellten Gesetzesverstoßes kann nicht auf eine solche geschlossen werden (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 67, juris).
Vielmehr hätte es der Darlegung bedurft, dass in subjektiver Hinsicht das Bewusstsein der Beklagten vorhanden war, sittenwidrig zu handeln, mithin gegen die gesetzlichen Vorschriften zu verstoßen und dieser Gesetzesverstoß im Zeitpunkt des Inverkehrbringens des konkreten Fahrzeugs billigend in Kauf genommen wurde (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 71, juris).
Der Rückschluss aus einem, hier nur unterstellten, objektiven Gesetzesverstoß ist bei Einsatz eines sogenannten Thermofensters nicht zwingend und nur dann gerechtfertigt, wenn durch die gewählte technische Lösung der Gesetzeszweck des Art. 5 Abs. 2 VO (EG) 715/2007 in evident unzulässiger Weise ausgehebelt würde (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 73 ff., juris).
- LG Bielefeld, 08.02.2021 - 6 O 135/20 Eine zivilprozessual unzulässige Ausforschung ist aber dann erreicht, wenn eine Partei Behauptungen ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich aufs Geratewohl aufstellt (vgl. BGH…, Urteil vom 20. September 2002 - V ZR 170/01 -, Rn. 9, juris; OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 63, juris; Brandenburgisches Oberlandesgericht…, Beschluss vom 20. April 2020 - 1 U 103/19 -, Rn. 19, juris).
Allein aus dem Vorliegen eines unterstellten Gesetzesverstoßes kann nicht auf eine solche geschlossen werden (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 67, juris).
Vielmehr hätte es der Darlegung bedurft, dass in subjektiver Hinsicht das Bewusstsein der Beklagten vorhanden war, sittenwidrig zu handeln, mithin gegen die gesetzlichen Vorschriften zu verstoßen und dieser Gesetzesverstoß im Zeitpunkt des Inverkehrbringens des konkreten Fahrzeugs billigend in Kauf genommen wurde (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 71, juris).
Der Rückschluss aus einem, hier nur unterstellten, objektiven Gesetzesverstoß ist bei Einsatz eines sogenannten Thermofensters nicht zwingend und nur dann gerechtfertigt, wenn durch die gewählte technische Lösung der Gesetzeszweck des Art. 5 Abs. 2 VO (EG) 715/2007 in evident unzulässiger Weise ausgehebelt würde (OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19 -, Rn. 73 ff., juris).
- OLG Naumburg, 04.08.2023 - 7 U 77/22
Erwerb eines Diesel-Gebrauchtwagens: Schadensersatzanspruch wegen einer …
Nach Einschätzung der 5. Untersuchungskommission handelt es sich bei der Verwendung eines Thermofensters um keine eindeutigen Gesetzesverstöße, sofern dem Motor ohne die Verwendung des Thermofensters Schaden drohe, sei dieser auch noch so klein (…vgl. BMVI, Bericht der Untersuchungskommission V., Stand April 2016, S. 123), da die Ausnahmevorschrift des Art. 5 Abs. 2 S. 2 VO (EG) 715/2007 unabhängig davon, dass sie nicht voraussetzt, dass keine andere technische Lösung möglich sein darf (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 06. Juli 2020 - 17 U 168/19, Rdn. 76 m.w.N.), weite Auslegungsspielräume eröffnet. - OLG Stuttgart, 29.10.2021 - 23 U 165/21
Dieselskandal: Unzulässige Abschalteinrichtung bei zurückgenommener Rückrufaktion
Rn. 44 β) Es kann dahinstehen, ob es ein Indiz für die arglistige Verwendung einer entsprechenden Steuerungssoftware und damit grundsätzlich geeignet sein könnte, das Verhalten der Beklagten im Verhältnis zum Kläger objektiv als sittenwidrig zu qualifizieren, wenn der Temperaturbereich des "Thermofensters" exakt auf die Bedingungen auf dem Prüfstand zugeschnitten ist (offengelassen auch von BGH…, Urteil vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, juris, Rn. 20; s. a. OLG Hamm…, Urteil vom 19. Januar 2021 - 19 U 1304/19, juris, Rn. 23, das einen gezielten Zuschnitt auf die Verhältnisse auf dem Prüfstand und eine bewusst unzulässige Abschalteinrichtung bei einem "Thermofenster" bejaht, das die Abgasreinigung oberhalb von 30° C und unterhalb von 20° C vollständig ausschaltet; OLG Stuttgart…, Urteil vom 22. September 2020 - 16a U 55/19 , juris, Rn. 49 ff., das bei der Behauptung, die Abgasreinigung werde bei Unterschreitung von 20° C oder Überschreitung von 30° C abgeschaltet, auf Beweisfälligkeit abstellt; OLG Schleswig…, Urteil vom 1. April 2020 - 12 U 75/19, BeckRS 2020, 9840, Rn. 39, das zu einem zumindest bedingten Vorsatz, wenn das "Thermofenster" offensichtlich auf eine Überlistung der Prüfungssituation ausgelegt sei, den Vortrag erörtert, nur bei Temperaturen von 20° C bis 22° C würden die Stickoxidwerte eingehalten; OLG Hamm, Urteil vom 6. Juli 2020 - 17 U 168/19, juris, Rn. 74, zum Vorsatz bei evidenter Unzulässigkeit eines verwendeten "Thermofensters"). - OLG Hamm, 01.06.2021 - 34 U 81/20 Mit der Verwendung einer Umschaltlogik, wie sie der Entscheidung des BGH vom 25.05.2020 zugrunde lag, lässt sich der Einsatz eines Thermofensters nicht vergleichen (vgl. BGH, Beschluss vom 19.01.2021 - VI ZR 433/19; BGH, Beschluss Vom 09.03.2021-VI ZR 889/20; OLG Hamm, Urteil vom·o6.07.2020 - 17 U 168/19; OLG Hamm, Urteil vom 02.09.2020 - 30 U 192/19; OLG München, Beschluss vom 29.09.2020 - 8 U 201/20, m.w.N.; Brandenburgisches Oberlandesgericht, Beschluss vom 20.04.2020 - 1 U 103/19, m.w.N.; OLG Köln, Urteil vom 03.07.2020 - 19 U 9/20).
- LG Essen, 01.07.2021 - 3 O 143/20
Thermo-Fenster, Abgasreinigung
- OLG Hamm, 09.03.2021 - 34 U 26/20
Erwerb eines vom Dieselskandal betroffenen Kfz mit einem Motor der …
- OLG Hamm, 01.06.2021 - 34 U 131/20
Erwerb eines vermeintlich vom Dieselskandal betroffenen Kfz mit einem Motor der …
- LG Hamburg, 06.01.2021 - 319 O 115/20
- OLG Hamm, 05.01.2023 - 17 U 62/21
Beabsichtigte Zurückweisung der Berufung mangels Erfolgsaussichten der Klage auf …
- LG Münster, 09.04.2021 - 16 O 220/20
- OLG Hamm, 15.12.2020 - 34 U 48/20
Erwerb eines vom Dieselskandal betroffenen Audi V6 mit Euro 6 Abgasnorm; …
- OLG Hamm, 07.10.2021 - 34 U 241/20
- OLG Hamm, 22.02.2023 - 3 U 106/22
Verneinung von Schadensersatzansprüche des Käufers eines angeblich vom …
- OLG Hamm, 08.02.2023 - 3 U 105/22
Zurückweisung des Aussetzungsantrags im Verfahren über Ansprüche eines angeblich …
- OLG Hamm, 12.12.2022 - 3 U 53/22
- OLG Hamm, 22.03.2022 - 34 U 144/20
- OLG Hamm, 05.01.2021 - 34 U 97/20
- LG Dortmund, 03.05.2023 - 7 O 220/22
- OLG Hamm, 27.09.2021 - 3 U 38/21
- OLG Naumburg, 21.12.2023 - 2 U 165/22
Fahrzeugkaufvertrag: (Differenz-)Schadenersatzanspruch aufgrund der …
- OLG Hamm, 24.01.2022 - 3 U 117/21
- LG Bochum, 11.06.2021 - 4 O 24/21
- OLG Brandenburg, 15.04.2021 - 12 U 210/20
Rechte des Käufers eines vom sog. Diesel-Abgasskandal betroffenen Pkw
- OLG Naumburg, 29.07.2021 - 4 U 14/21
Erwerb eines Dieselfahrzeugs: Deliktische Haftung des Automobilherstellers bei …
- OLG Düsseldorf, 22.07.2021 - 22 U 253/20
Erwerb eines vermeintlich vom Dieselskandal betroffenen VW T6 Caravelle mit einem …
- LG Paderborn, 18.08.2023 - 4 O 85/22
- LG Bochum, 16.03.2021 - 1 O 284/20
- LG Siegen, 18.09.2020 - 2 O 48/19
- LG Hagen, 04.05.2021 - 4 O 242/20
- LG Bochum, 22.03.2023 - 4 O 355/22
- LG Bayreuth, 30.11.2021 - 22 O 222/21
Keine Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit dem Motor EA 288 (hier: VW …
- LG Bielefeld, 30.11.2020 - 6 O 410/19
- LG Münster, 04.05.2021 - 16 O 41/21
- LG Bielefeld, 24.03.2021 - 6 O 319/20
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Rechtsprechung
| OLG Frankfurt, 11.03.2020 - 17 U 168/19 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- Justiz Hessen
§ 244 BGB, § 498 BGB, § 387 BGB, § 388 BGB, § 389 BGB
Konvertierung echter Fremdwährungsschuld - ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Zur Konvertierung einer echten Fremdwährungsschuld
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- zbb-online.com (Leitsatz)
Zur Konvertierung einer echten Fremdwährungsschuld
Verfahrensgang
- LG Frankfurt/Main, 08.02.2019 - 7 O 6/18
- OLG Frankfurt, 11.03.2020 - 17 U 168/19
Papierfundstellen
- ZIP 2020, 1062
- WM 2020, 934
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (4)
- BGH, 07.04.1992 - X ZR 119/90
Rückzahlung eines Darlehens - Bindung des Gerichts an Parteianträge - …
Auszug aus OLG Frankfurt, 11.03.2020 - 17 U 168/19
In einem solchen Fall kann nicht nur der Gläubiger eine Zahlung der Schuld grundsätzlich nicht in deutscher Währung verlangen (vgl. BGH, Urteil vom 07. April 1992 - X ZR 119/90 -, Rn. 10, juris;… (vgl. MünchKomm/Grundmann, a.a.O., § 245 Rn. 96 m.w.N.), sondern auch die Ersetzungsbefugnis des Schuldners nach § 244 Abs. 1 BGB entfällt (vgl. Palandt/Grüneberg, a.a.O., § 245 Rn. 22;… Staudinger/Omlor, a.a.O., § 244, Rn. 18).Daher stellt auch der Kläger die Zulässigkeit der von der Beklagten zu 1
) vorgenommene Aufrechnung im Wege der Verrechnung mit den verpfändeten (in EUR lautenden) Beträgen in Kenntnis nicht in Frage, dass eine in ausländischer Währung ausgedrückte Geldschuld und eine in inländischer Währung ausgedrückte Gegenforderung nicht gleichartig i.S.d. § 387 BGB sind (vgl. BGH, Urteil vom 07. April 1992 - X ZR 119/90 -, Rn. 8, 10, juris;… Schefold in: Schimansky/Bunte/Lwowski, a.a.O., § 115 Rn. 270). - BGH, 20.11.1990 - VI ZR 6/90
Schadensersatzanspruch des Eigentümers eines zu einem embargowidrigen …
Auszug aus OLG Frankfurt, 11.03.2020 - 17 U 168/19
Damit erfordert die Umstellung des Schuldbetrags in EUR grundsätzlich einer Vereinbarung der Parteien (…vgl. MünchKomm/Grundmann, a.a.O., § 245 Rn. 94, 96;… Staudinger/Omlor, a.a.O., § 244 Rn. 124; s. auch BGH, Urteil vom 20. November 1990 - VI ZR 6/90, Rn. 29, juris). - LG Frankfurt/Main, 08.02.2019 - 7 O 6/18
Auszug aus OLG Frankfurt, 11.03.2020 - 17 U 168/19
unter Abänderung des am 08.02.2019 verkündeten Urteils des Landgerichts Frankfurt am Main (Az.: 2-07 O 6/18) die Beklagte zu 1) zu verurteilen,. - RG, 20.12.1922 - I 18/22
Aufrechnung; Währungsumrechnung
Auszug aus OLG Frankfurt, 11.03.2020 - 17 U 168/19
Für die Umrechnung gilt daher der Kurs im Zeitpunkt des Zugangs der Aufrechnungserklärung (vgl. Palandt/Grüneberg, a.a.O., §§ 244, 245 Rn. 20 unter Verweis auf RGZ 106, 99 f.).
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