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Rechtsprechung
   BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2025,27810
BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23 (https://dejure.org/2025,27810)
BVerwG, Entscheidung vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23 (https://dejure.org/2025,27810)
BVerwG, Entscheidung vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 (https://dejure.org/2025,27810)
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Volltextveröffentlichungen (8)

  • Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
    Doctrine ist die neue umfassende Rechts-KI-Plattform in Kooperation mit dejure.org. Mehr Informationen

  • openjur.de
  • Bundesverwaltungsgericht

    GG Art. 3 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1, ... Art. 14 Abs. 1; IfSG i. d. F. des Gesetzes vom 21. Dezember 2020 § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1 Nr. 14, Abs. 3, 5 und 6, § 32 Satz 1 und 2; NdsCoronaVO vom 30. Oktober 2020 i. d. F. vom 12. Februar 2021 § 10 Abs. 1b
    Schließung von Einzelhandel anlässlich der Corona-Pandemie

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NVwZ 2026, 173
 
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Wird zitiert von ... (11)Zitiert selbst (15)

  • BVerwG, 25.07.2024 - 3 CN 3.22

    Verbot der Öffnung von Einzelhandelsgeschäften mit mehr als 800 qm Verkaufsfläche …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Sie hat auch das erforderliche berechtigte Interesse an der Feststellung, dass die Vorschrift unwirksam war (…vgl. BVerwG, Urteile vom 18. April 2024 - 3 CN 8.22 - NVwZ 2025, 195 Rn. 14 und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 11, jeweils m. w. N.).

    Der erkennende Senat hat bereits entschieden, dass Ge- oder Verbote, die - wie hier durch § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO - unabhängig von einem Krankheits- oder Ansteckungsverdacht an jeden im Geltungsbereich der Verordnung gerichtet sind, notwendige Schutzmaßnahmen im Sinne von § 32 Satz 1 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1 IfSG sein können (…vgl. BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 - BVerwGE 178, 298 Rn. 23 f. und - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 20 und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 13, jeweils m. w. N.).

    Rn. 19 a) Die vom Verordnungsgeber mit den Betriebsschließungen nach § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO verfolgten Ziele, zum Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung die Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) zu verhindern sowie eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden (UA S. 25 f.), standen mit dem Zweck der Verordnungsermächtigung (§ 32 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1, Abs. 3 Satz 1 IfSG) im Einklang (…vgl. BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 55 f. und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 33 m. w. N.; BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 174 ff.).

    Rn. 50 (2) Den gewichtigen Grundrechtseingriffen standen Gemeinwohlbelange von überragender Bedeutung gegenüber (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 176; BVerwG, Urteil vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 42 m. w. N.).

    Ein etwaiger Schutz des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs geht hier jedenfalls nicht weiter als der durch Art. 12 Abs. 1 GG gewährleistete Schutz (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 43 m. w. N.).

    Differenzierungen bedürfen jedoch stets der Rechtfertigung durch Sachgründe, die dem Differenzierungsziel und dem Ausmaß der Ungleichbehandlung angemessen sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 45 m. w. N.).

    Im Einklang mit § 28a Abs. 6 Satz 2 und 3 IfSG hat es zugrunde gelegt, dass auch soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen von Maßnahmen auf den Einzelnen und die Allgemeinheit Differenzierungen rechtfertigen können (…BVerwG, Urteile vom 18. April 2024 - 3 CN 7.22 - juris Rn. 15 und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 46).

    Die Bewertung des Oberverwaltungsgerichts, dieser Sachgrund habe die vom Verordnungsgeber vorgenommene Differenzierung gerechtfertigt, ist nicht zu beanstanden (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 67).

  • BVerfG, 19.11.2021 - 1 BvR 781/21

    Verfassungsbeschwerden betreffend Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Vierten …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Rn. 17 b) Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Heranziehung von § 32 Satz 1 und 2 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1 und § 28a Abs. 1 Nr. 14 IfSG als Grundlage für den Erlass der angegriffenen Verordnungsregelung sind von der Antragstellerin nicht geltend gemacht worden; sie sind auch nicht ersichtlich (…BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 - BVerwGE 178, 298 Rn. 60 ff. …und vom 18. April 2024 - 3 CN 12.22 - juris Rn. 33; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 BGBl. I S. 802]> und Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 ).

    Rn. 19 a) Die vom Verordnungsgeber mit den Betriebsschließungen nach § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO verfolgten Ziele, zum Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung die Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) zu verhindern sowie eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden (UA S. 25 f.), standen mit dem Zweck der Verordnungsermächtigung (§ 32 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1, Abs. 3 Satz 1 IfSG) im Einklang (…vgl. BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 55 f. …und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 33 m. w. N.; BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 174 ff.).

    Rn. 20 b) Die Annahme des Verordnungsgebers, dass diese Ziele ohne die Betriebsschließungen nach § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO gefährdet waren und die Gefahr wegen einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems und angesichts neuer Virusvarianten dringlich war (vgl. Begründung der Änderungsverordnung vom 12. Februar 2021, Nds. GVBl. S. 58), hatte eine tragfähige tatsächliche Grundlage (vgl. zu diesem Erfordernis: BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 177; BVerwG…, Urteil vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 52).

    Bereits die Möglichkeit der Zweckerreichung genügt (stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 185 m. w. N.;… BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 59 …und vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 61).

    Danach hat das Gericht einen Spielraum des Verordnungsgebers für die Beurteilung der Eignung der in Rede stehenden Betriebsschließungen zur Zielerreichung rechtsfehlerfrei bejaht (vgl. BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 185, 189; BVerwG…, Urteil vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 59).

    Aufgrund der Herstellungsdauer und der Lieferengpässe von Impfstoffen sowie der notwendig einzuhaltenden Interimszeit zwischen zwei Schutzimpfungen konnte der Verordnungsgeber nicht mit einer raschen Erhöhung der Impfquote rechnen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 206).

    Rn. 45 aa) Die Angemessenheit und damit die Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne erfordern, dass der mit der Maßnahme verfolgte Zweck und die zu erwartende Zweckerreichung nicht außer Verhältnis zu der Schwere des Eingriffs stehen (stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 216 m. w. N.).

    Rn. 50 (2) Den gewichtigen Grundrechtseingriffen standen Gemeinwohlbelange von überragender Bedeutung gegenüber (vgl. BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 176; BVerwG…, Urteil vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 42 m. w. N.).

  • BVerwG, 22.11.2022 - 3 CN 1.21

    Corona-Verordnungen: Sächsische Kontaktbeschränkungen waren verhältnismäßig

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Rn. 20 b) Die Annahme des Verordnungsgebers, dass diese Ziele ohne die Betriebsschließungen nach § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO gefährdet waren und die Gefahr wegen einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems und angesichts neuer Virusvarianten dringlich war (vgl. Begründung der Änderungsverordnung vom 12. Februar 2021, Nds. GVBl. S. 58), hatte eine tragfähige tatsächliche Grundlage (vgl. zu diesem Erfordernis: BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 177; BVerwG, Urteil vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 52).

    Diese Bewertungen und Erkenntnisse des RKI, auf die sich der Verordnungsgeber und das Oberverwaltungsgericht stützen konnten (vgl. BVerwG, Urteil vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 56 f.), tragen die vom Verordnungsgeber angenommene Gefährdungslage.

    Bereits die Möglichkeit der Zweckerreichung genügt (stRspr, vgl. BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 185 m. w. N.; BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 59 …und vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 61).

    Danach hat das Gericht einen Spielraum des Verordnungsgebers für die Beurteilung der Eignung der in Rede stehenden Betriebsschließungen zur Zielerreichung rechtsfehlerfrei bejaht (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 185, 189; BVerwG, Urteil vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 59).

    Rn. 26 Die Grenzen dieses Spielraums sind - wie das Oberverwaltungsgericht zutreffend angenommen hat (UA S. 27, 29) - überschritten, wenn die Eignungsprognose des Verordnungsgebers nach der maßgeblichen ex ante-Sicht nicht auf tragfähigen tatsächlichen Annahmen beruht oder wenn das Prognoseergebnis nicht plausibel ist (BVerwG, Urteil vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 59).

    Dabei ist ein angemessener Ausgleich zwischen dem Eingriffsgewicht der Maßnahme und dem verfolgten Ziel sowie der zu erwartenden Zielerreichung herzustellen (stRspr, vgl. BVerfG…, Beschluss vom 29. September 2022 - 1 BvR 2380/21 u. a. - BVerfGE 163, 107 Rn. 119 m. w. N.; BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 75 …und vom 21. Juni 2023 - 3 CN 1.22 - BVerwGE 179, 168 Rn. 44).

  • BVerwG, 16.05.2023 - 3 CN 6.22

    Schließung von Einrichtungen des Freizeitsports mit zugelassener Ausnahme durch …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Rn. 11 1. Der gemäß § 47 Abs. 1 Nr. 2 VwGO statthafte Normenkontrollantrag der Antragstellerin ist zulässig (zu den Zulässigkeitsvoraussetzungen im Fall einer wie hier während der Anhängigkeit des Normenkontrollantrags außer Kraft getretenen Norm: BVerwG, Urteil vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 9 f. m. w. N.).

    Der erkennende Senat hat bereits entschieden, dass Ge- oder Verbote, die - wie hier durch § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO - unabhängig von einem Krankheits- oder Ansteckungsverdacht an jeden im Geltungsbereich der Verordnung gerichtet sind, notwendige Schutzmaßnahmen im Sinne von § 32 Satz 1 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1 IfSG sein können (vgl. BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 - BVerwGE 178, 298 Rn. 23 f. und - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 20 …und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 13, jeweils m. w. N.).

    Rn. 19 a) Die vom Verordnungsgeber mit den Betriebsschließungen nach § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO verfolgten Ziele, zum Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung die Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) zu verhindern sowie eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden (UA S. 25 f.), standen mit dem Zweck der Verordnungsermächtigung (§ 32 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1, Abs. 3 Satz 1 IfSG) im Einklang (vgl. BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 55 f. …und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 33 m. w. N.; BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 174 ff.).

    Bereits die Möglichkeit der Zweckerreichung genügt (stRspr, vgl. BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 185 m. w. N.;… BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 59 und vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 61).

    Rn. 49 Das Eingriffsgewicht wurde des Weiteren durch staatliche Hilfsprogramme gemildert, die für die von den Schließungen betroffenen Unternehmen vorgesehen waren (UA S. 40 f.;… vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 Rn. 28; BVerwG, Urteil vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 69).

    Jedoch sorgten die angegriffene Vorschrift und die staatlichen Hilfsprogramme für einen hinreichenden Ausgleich (…vgl. zur Schließung gastronomischer Einrichtungen gemäß § 28b Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 IfSG i. d. F. vom 22. April 2021: BVerfG, Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 Rn. 24 ff.; zur Schließung von Gastronomiebetrieben und Sporteinrichtungen durch die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 30. Oktober 2020: BVerwG, Urteil vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 72).

  • BVerfG, 23.03.2022 - 1 BvR 1295/21

    Verfassungsbeschwerde gegen die Gastronomiebeschränkungen durch die …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Rn. 17 b) Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Heranziehung von § 32 Satz 1 und 2 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1 und § 28a Abs. 1 Nr. 14 IfSG als Grundlage für den Erlass der angegriffenen Verordnungsregelung sind von der Antragstellerin nicht geltend gemacht worden; sie sind auch nicht ersichtlich (…BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 - BVerwGE 178, 298 Rn. 60 ff. …und vom 18. April 2024 - 3 CN 12.22 - juris Rn. 33; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 BGBl. I S. 802]> und Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 ).

    Das Oberverwaltungsgericht durfte die eingriffsmildernde Wirkung der Möglichkeit des Online-Handels für die von den Schließungen betroffenen Gewerbetreibenden generalisierend betrachten (BVerfG, Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 Rn. 31 ff.).

    Rn. 49 Das Eingriffsgewicht wurde des Weiteren durch staatliche Hilfsprogramme gemildert, die für die von den Schließungen betroffenen Unternehmen vorgesehen waren (UA S. 40 f.; vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 Rn. 28; BVerwG…, Urteil vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 69).

    Jedoch sorgten die angegriffene Vorschrift und die staatlichen Hilfsprogramme für einen hinreichenden Ausgleich (vgl. zur Schließung gastronomischer Einrichtungen gemäß § 28b Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 IfSG i. d. F. vom 22. April 2021: BVerfG, Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 Rn. 24 ff.; zur Schließung von Gastronomiebetrieben und Sporteinrichtungen durch die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 30. Oktober 2020: BVerwG…, Urteil vom 16. Mai 2023 - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 72).

  • BVerfG, 29.09.2022 - 1 BvR 2380/21

    Tierarztvorbehalt für die Anwendung nicht verschreibungspflichtiger …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Dabei ist ein angemessener Ausgleich zwischen dem Eingriffsgewicht der Maßnahme und dem verfolgten Ziel sowie der zu erwartenden Zielerreichung herzustellen (stRspr, vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. September 2022 - 1 BvR 2380/21 u. a. - BVerfGE 163, 107 Rn. 119 m. w. N.;… BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 75 …und vom 21. Juni 2023 - 3 CN 1.22 - BVerwGE 179, 168 Rn. 44).

    Rn. 53 (b) Aus der von der Antragstellerin zitierten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 29. September 2022 - 1 BvR 2380/21 u. a. - (BVerfGE 163, 107) ergibt sich nichts Abweichendes.

    Es kann daher an der Angemessenheit fehlen, etwa wenn bei einem milderen Mittel die Wirksamkeit nur wenig geringer ist (BVerfG, Beschluss vom 29. September 2022 - 1 BvR 2380/21 u. a. - BVerfGE 163, 107 Rn. 135).

  • BVerwG, 22.11.2022 - 3 CN 2.21

    Corona-Verordnungen: Ausgangsbeschränkung in Bayern war unverhältnismäßig

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Die sachliche Gleichwertigkeit der alternativen Regelung zur Zweckerreichung muss dafür in jeder Hinsicht eindeutig feststehen (BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 2.21 - BVerwGE 177, 92 Rn. 15 …und vom 21. Juni 2023 - 3 CN 1.22 - BVerwGE 179, 168 Rn. 37, jeweils m. w. N.).

    Maßgebend ist - wie bei der Eignungsprognose - die Erkenntnislage bei Erlass der Verordnung (ex ante-Sicht; BVerwG, Urteil vom 22. November 2022 - 3 CN 2.21 - BVerwGE 177, 92 Rn. 17).

  • BVerwG, 21.06.2023 - 3 CN 1.22

    Untersagung von Versammlungen durch die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Die sachliche Gleichwertigkeit der alternativen Regelung zur Zweckerreichung muss dafür in jeder Hinsicht eindeutig feststehen (…BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 2.21 - BVerwGE 177, 92 Rn. 15 und vom 21. Juni 2023 - 3 CN 1.22 - BVerwGE 179, 168 Rn. 37, jeweils m. w. N.).

    Dabei ist ein angemessener Ausgleich zwischen dem Eingriffsgewicht der Maßnahme und dem verfolgten Ziel sowie der zu erwartenden Zielerreichung herzustellen (stRspr, vgl. BVerfG…, Beschluss vom 29. September 2022 - 1 BvR 2380/21 u. a. - BVerfGE 163, 107 Rn. 119 m. w. N.;… BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 75 und vom 21. Juni 2023 - 3 CN 1.22 - BVerwGE 179, 168 Rn. 44).

  • BVerwG, 18.04.2024 - 3 CN 7.22

    Corona-Pandemie: Oberverwaltungsgericht des Saarlandes muss erneut über die …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Im Einklang mit § 28a Abs. 6 Satz 2 und 3 IfSG hat es zugrunde gelegt, dass auch soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen von Maßnahmen auf den Einzelnen und die Allgemeinheit Differenzierungen rechtfertigen können (BVerwG, Urteile vom 18. April 2024 - 3 CN 7.22 - juris Rn. 15 …und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 46).

    Die Ungleichbehandlung (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. April 2018 - 3 CN 7.22 - juris Rn. 12) war durch Sachgründe gerechtfertigt (aa)), die dem Differenzierungsziel und dem Ausmaß der Ungleichbehandlung angemessen waren (bb)).

  • BVerwG, 16.05.2023 - 3 CN 4.22

    Schließung von Gastronomiebetrieben Ende Oktober 2020 auf der Grundlage der …

    Auszug aus BVerwG, 26.06.2025 - 3 CN 3.23
    Der erkennende Senat hat bereits entschieden, dass Ge- oder Verbote, die - wie hier durch § 10 Abs. 1b Satz 1 NdsCoronaVO - unabhängig von einem Krankheits- oder Ansteckungsverdacht an jeden im Geltungsbereich der Verordnung gerichtet sind, notwendige Schutzmaßnahmen im Sinne von § 32 Satz 1 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1 IfSG sein können (vgl. BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 - BVerwGE 178, 298 Rn. 23 f. und - 3 CN 6.22 - BVerwGE 178, 322 Rn. 20 …und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 13, jeweils m. w. N.).

    Rn. 17 b) Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Heranziehung von § 32 Satz 1 und 2 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1 und § 28a Abs. 1 Nr. 14 IfSG als Grundlage für den Erlass der angegriffenen Verordnungsregelung sind von der Antragstellerin nicht geltend gemacht worden; sie sind auch nicht ersichtlich (BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 - BVerwGE 178, 298 Rn. 60 ff. …und vom 18. April 2024 - 3 CN 12.22 - juris Rn. 33; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u. a. - BVerfGE 159, 223 BGBl. I S. 802]> und Kammerbeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 - NVwZ 2022, 974 ).

  • BVerwG, 05.04.2016 - 1 C 3.15

    Adressatenerweiterung; allgemeine Leistungsklage; allgemeine Regeln des …

  • BVerwG, 18.06.2020 - 3 C 2.19

    Klagen gegen Bahnprojekt "Stuttgart 21" - Filderbereich mit Flughafenanbindung …

  • BVerwG, 11.12.2013 - 6 C 23.12

    Telekommunikation; Regulierungsverfügung; Teilnehmeranschlussleitung; …

  • BVerwG, 18.04.2024 - 3 CN 8.22

    2G-Zugangsbeschränkungen für nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienende …

  • BVerwG, 18.04.2024 - 3 CN 12.22

    Corona-Pandemie: Oberverwaltungsgericht des Saarlandes muss erneut über die …

  • VG Hannover, 20.08.2026 - 15 A 4583/23

    Entschädigungszahlungen für entstandene Schäden durch Betriebsschließungen und …

    Ge- und Verbote, die unabhängig von einem Krankheits- oder Ansteckungsverdacht an jeden im Geltungsbereich von Corona-Schutzverordnungen gerichtet sind, können notwendige Schutzmaßnahmen im Sinne von § 32 Satz 1 IfSG i.V.m. § 28 Abs. 1 Satz 1 IfSG a.F. bzw. i.V.m. § 28a Abs. 1 IfSG a.F. sein (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 16 - juris).

    Auch das Ziel, die Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, steht mit dem Zweck der Verordnungsermächtigung im Einklang (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 19 - juris).

    Auch das Bundesverwaltungsgericht hat bereits festgestellt, dass Beschränkungen von Zusammenkünften und Ansammlungen von Menschen - vor allem in geschlossenen Räumen, auch im Einzelhandel - dazu beitragen konnten, Ansteckungen mit dem Virus zu verhindern (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 28 - juris).

    Selbst wenn man von einer teilweisen Verlagerung des Kundenverkehrs ausgehen würde, ist es nicht zu beanstanden, wenn der Verordnungsgeber die Einschätzung vertreten hat, dass dies nicht in einem Umfang stattfände, der zu einer erheblichen Erhöhung der Infektionsgefahr geführt hätte (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 29 - juris).

    Dass der Verordnungsgeber davon ausgehen durfte, dass weitergehende Öffnungen von Verkaufsstellen des Einzelhandels mit Verhaltensregeln, Hygieneschutzmaßnahmen und Betriebsbeschränkungen nicht ebenso effektiv wären wie die erlassenen Betriebsschließungen, wurde auch schon vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 39 - juris).

    Die Tatsache, dass Ladengeschäfte mit Mischsortiment und von den Schließungen betroffene Ladengeschäfte teilweise im Wettbewerb standen, spricht nicht gegen die Angemessenheit der Maßnahme (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 55 - juris), die vorgenommene Differenzierung des Verordnungsgebers war insoweit gerechtfertigt (siehe unten).

    Es stellt eine plausible Einschätzung des Verordnungsgebers dar, dass das Aufsuchen eines Mischsortimenters ausschließlich zum Einkaufen nicht privilegierter Waren die Ausnahme bilden würde und vielmehr der Kauf solcher Gegenstände bei Gelegenheit des ohnehin notwendigen Einkaufs erfolgen wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 29, 65 - juris).

    Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 26.06.2025 (- 3 CN 3.23 -, juris) die gegen das erstgenannte Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts erhobene Revision zurückgewiesen und die Rechtmäßigkeit der Schließungen von Verkaufsstellen des Einzelhandels auf der Grundlage des § 10 Abs. 1b der Niedersächsischen Corona-Verordnung vom 30.10.2020 in der vom 13.02.

  • OLG Stuttgart, 20.05.2026 - 4 U 168/25

    Landesrechtliche Schließungsanordnungen im Non-Food-Einzelhandel zur …

    Ge- und Verbote, die unabhängig von einem Krankheits- oder Ansteckungsverdacht an jeden im Geltungsbereich von Corona-Schutzverordnungen gerichtet sind, können notwendige Schutzmaßnahmen im Sinne von § 32 Satz 1 IfSG i.V.m. § 28 Abs. 1 Satz 1 IfSG a.F. bzw. i.V.m. § 28a Abs. 1 IfSG a.F. sein (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 16 - juris).

    Auch das Ziel, die Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, steht mit dem Zweck der Verordnungsermächtigung im Einklang (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 19 - juris).

    Auch das Bundesverwaltungsgericht hat bereits festgestellt, dass Beschränkungen von Zusammenkünften und Ansammlungen von Menschen - vor allem in geschlossenen Räumen, auch im Einzelhandel - dazu beitragen konnten, Ansteckungen mit dem Virus zu verhindern (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 28 - juris).

    Selbst wenn man von einer teilweisen Verlagerung des Kundenverkehrs ausgehen würde, ist es nicht zu beanstanden, wenn der Verordnungsgeber die Einschätzung vertreten hat, dass dies nicht in einem Umfang stattfände, der zu einer erheblichen Erhöhung der Infektionsgefahr geführt hätte (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 29 - juris).

    Dass der Verordnungsgeber davon ausgehen durfte, dass weitergehende Öffnungen von Verkaufsstellen des Einzelhandels mit Verhaltensregeln, Hygieneschutzmaßnahmen und Betriebsbeschränkungen nicht ebenso effektiv wären wie die erlassenen Betriebsschließungen, wurde auch schon vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 39 - juris).

    Die Tatsache, dass Ladengeschäfte mit Mischsortiment und von den Schließungen betroffene Ladengeschäfte teilweise im Wettbewerb standen, spricht nicht gegen die Angemessenheit der Maßnahme (BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 55 - juris), die vorgenommene Differenzierung des Verordnungsgebers war insoweit gerechtfertigt (siehe unten).

    Es stellt eine plausible Einschätzung des Verordnungsgebers dar, dass das Aufsuchen eines Mischsortimenters ausschließlich zum Einkaufen nicht privilegierter Waren die Ausnahme bilden würde und vielmehr der Kauf solcher Gegenstände bei Gelegenheit des ohnehin notwendigen Einkaufs erfolgen wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 26.06.2025 - 3 CN 3.23, Rn. 29, 65 - juris).

  • VGH Bayern, 19.03.2026 - 20 N 20.1444

    Coronavirus, SARS-CoV-2, Corona-Pandemie, Beschränkung des schulischen …

    Rn. 54 Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Heranziehung von § 32 Satz 1 und Satz 2 i.V.m. § 28 Abs. 1 Satz 1 und § 28a Abs. 1 Nr. 16 IfSG i.d.F.v. 18. November 2020 als Grundlage für infektionsschutzrechtliche Maßnahmen der Länder bestehen nach der mittlerweile gefestigten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht (vgl. BVerwG, U.v. 26.6.2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 17;… U.v. 18.4.2024 - 3 CN 11.22 - BeckRS 2024, 16482 Rn. 22).

    Notwendige Schutzmaßnahmen in diesem Sinne müssen an dem Ziel ausgerichtet sein, die Verbreitung der Krankheit zu verhindern, und sie müssen verhältnismäßig sein, das heißt geeignet und erforderlich, den Zweck zu erreichen, sowie verhältnismäßig im engeren Sinne (vgl. BVerwG, U.v. 26.6.2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 18;… U.v. 22.11.2022 - 3 CN 2.21 - NVwZ 2023, 1011 Rn. 12).

    Rn. 64 Die vom Antragsgegner danach verfolgten Ziele, zum Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern sowie eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, entsprachen dem Zweck der Verordnungsermächtigung, übertragbare Krankheiten zu bekämpfen (§ 32 Satz 1 IfSG) und ihre Verbreitung zu verhindern (§ 28 Abs. 1 Satz 1 IfSG) und standen mit dem Zweck der Verordnungsermächtigung (§ 32 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1, Abs. 3 Satz 1 IfSG) im Einklang (…vgl. nur BVerfG, B.v. 19.11.2021 - 1 BvR 971/21 u.a. - BVerfGE 159, 355 Rn. 110 ff.; BVerwG, U.v. 26.6.2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 19 m.w.N.).

    Rn. 65 2. Die Annahme des Verordnungsgebers, dass dieses Ziel ohne die erlassenen Verbote und Einschränkungen gefährdet und die Gefahr wegen einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems dringlich war, hatte während der Geltungsdauer der angegriffenen Bestimmung eine tragfähige tatsächliche Grundlage (…vgl. zu diesem Erfordernis: BVerfG, B.v. 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u.a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 177;… BVerwG, U. v. 22.11.2022 - 3 CN 1.21 - NVwZ 2023, 1000 Rn. 52; BVerwG, U.v. 26.6.2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 20;… BVerwG, U.v. 21.6.2023 - 3 CN 1.22 - BVerwGE 179, 168 Rn. 32).

    Bereits die Möglichkeit der Zweckerreichung genügt (…stRspr, vgl. BVerfG, B.v. 19.11.2021 - 1 BvR 971/21 u.a. - BVerfGE 159, 355 Rn. 114;… BVerfG, B.v. 19.11.2021 - 1 BvR 781/21 u.a. - BVerfGE 159, 223 Rn. 185; BVerwG, U.v. 26.6.2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 23;… U.v. 22.11.2022 - 3 CN 1.21 - NVwZ 2023, 1000 Rn. 59, jeweils m.w.N.).

    Rn. 75 Bei der Beurteilung der Eignung der Regelung kam dem Antragsgegner ein tatsächlicher Einschätzungsspielraum zu (vgl. BVerwG, U.v. 26.6.2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 24 ff. m.w.N.).

    Danach hatte der Verordnungsgebers einen Spielraum für die Beurteilung der Eignung der angegriffenen Norm (vgl. auch BVerwG, U.v. 26.6.2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 25;… U.v. 22.11.2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 59).

  • OVG Berlin-Brandenburg, 29.10.2025 - 6 B 6.24

    Pandemiebedingten Überlassungsverbote für Feuerwerk der Kategorie F2; Herstellung …

    Rn. 40 In der Sache verweist die Beklagte zu Recht darauf, dass das Infektionsgeschehen seinerzeit allgemeinkundig sehr dynamisch war und die Ausarbeitung der Verordnungen in kurzer Zeit erforderte (s. hierzu die nachfolgenden Ausführungen zur Geeignetheit; ferner BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 21, 28 unter Bezugnahme auf die Darstellung des OVG Lüneburg, Urteil vom 1. Juni 2023 - 14 KN 36/22 -).

    Rn. 53 Unabhängig davon verweist die Beklagte im Übrigen insoweit zu Recht darauf, dass das Infektionsgeschehen - wie seinerzeit allgemeinkundig war - sehr dynamisch war und die Ausarbeitung der Verordnung in kurzer Zeit erforderte (s. hierzu die nachfolgenden Ausführungen zur Geeignetheit; ferner BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 21, 28 unter Bezugnahme auf die Darstellung des OVG Lüneburg, Urteil vom 1. Juni 2023 - 14 KN 36/22 -).

    Daher führen auch Hilfsprogramme, die nicht mit einem gesetzlich geregelten Anspruch der Betroffenen verknüpft sind, durch die auf ihrer Grundlage bewirkten Zahlungen tatsächlich zu einer Minderung der Belastungswirkung (…vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 23. März 2022 - 1 BvR 1295/21 -, juris Rn. 28, 34; ebenso BGH…, Urteil vom 11. Mai 2023 - III ZR 41/22 -, juris Rn. 42 und BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 49 m.w.N.).

    Rn. 199 (b) Der in dieser Weise durch den Eingriff betroffenen Unternehmensfreiheit der von dem Überlassungsverbot erfassten Unternehmen der Pyrotechnik standen mit dem Lebens- und Gesundheitsschutz und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems bereits für sich genommen Gemeinwohlbelange von überragender Bedeutung gegenüber (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 19. November 2021 - 1 BvR 781/21 u.a. -, BVerfGE 159, 223 ff., Rn. 176; BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 50 m.w.N.).

    Ein etwaiger Schutz des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs geht hier jedenfalls nicht weiter als der durch Artikel 12 Abs. 1 GG gewährleistete Schutz (vgl. BVerwG, Urteile vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 56 …und vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 43 jeweils m.w.N.).

    Differenzierungen bedürfen jedoch stets der Rechtfertigung durch Sachgründe, die dem Differenzierungsziel und dem Ausmaß der Ungleichbehandlung angemessen sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 58 m.w.N.).

  • BVerwG, 10.04.2026 - 3 BN 10.24
    Rn. 50 a) Die aufgeworfenen Fragen würden sich in einem Revisionsverfahren nur insofern stellen können, als § 32 Satz 1 und 2 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1 Nr. 11 und 12 IfSG eine Landesregierung für die hier maßgebliche Zeit (23. April bis 4. Juni 2021) ermächtigt hat, durch Rechtsverordnung Maßnahmen wie die streitigen Betriebsschließungen und -beschränkungen zu erlassen (…vgl. zum maßgeblichen Zeitpunkt z. B. BVerwG, Urteile vom 16. Mai 2023 - 3 CN 4.22 - BVerwGE 178, 298 Rn. 60…, vom 25. Juli 2024 - 3 CN 3.22 - BVerwGE 183, 119 Rn. 14 und vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 - BVerwGE 186, 204 Rn. 16 f.).

    Zudem hat der Senat entschieden, dass sich für auf § 32 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1 Nr. 14 IfSG i. d. F. des Gesetzes vom 18. November 2020 gestützte vorübergehende Schließungen von Verkaufsstellen des Einzelhandels nichts Anderes ergibt (BVerwG…, Urteil vom 18. April 2024 - 3 CN 12.22 - juris Rn. 33; ebenso Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 - BVerwGE 186, 204 Rn. 17; vgl. auch BGH…, Urteil vom 11. April 2024 - III ZR 134/22 - BGHZ 240, 176 Rn. 94 ff. m. w. N.).

    In der Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass bei der Prüfung der Verhältnismäßigkeit der auf die Verordnungsermächtigung gestützten Betriebsschließungen oder -einschränkungen auch deren Geltungsdauer (vgl. § 28a Abs. 5 IfSG) zu berücksichtigen ist und das Gewicht der durch die verordneten Maßnahmen bewirkten Grundrechtseingriffe durch zeitlich vorausgehende Maßnahmen erhöht werden kann (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 - BVerwGE 186, 204 Rn. 47, 56).

    Auch die weiteren Maßstäbe für eine solche Verhältnismäßigkeitsprüfung sind geklärt (…vgl. z. B. BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 47 ff. und vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 - a. a. O. Rn. 18 ff., jeweils m. w. N.).

  • BVerwG, 28.07.2026 - 3 BN 8.25

    Erfolglose Beschwerden der Antragstellerinnen gegen Nichtzulassung der Revision …

    Zudem hat der Senat entschieden, dass sich für auf § 32 i. V. m. § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1 Nr. 14 IfSG i. d. F. des Gesetzes vom 18. November 2020 gestützte vorübergehende Schließungen von Verkaufsstellen des Einzelhandels nichts Anderes ergibt (…BVerwG, Urteile vom 18. April 2024 - 3 CN 12.22 - juris Rn. 33 und vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 - BVerwGE 186, 204 Rn. 17).
  • OVG Schleswig-Holstein, 11.12.2025 - 3 KN 8/21

    Normenkontrolle gegen Corona-Verordnungen in Schleswig-Holstein; Schließung und …

    Damit waren Zweck und Ausmaß der erteilten Ermächtigung hinreichend bestimmt sowie die wesentlichen Entscheidungen getroffen und nicht der Exekutive überlassen (…vgl. auch OVG Lüneburg Urteil vom 1. Juni 2023 - 14 KN 37/22 -, juris Rn. 43 m. w. N.; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 17 m. w. N.).

    Dieses Ziel stand mit dem Zweck der Verordnungsermächtigung (§ 32 Satz 1, § 28 Abs. 1 Satz 1, § 28a Abs. 1, Abs. 3 Satz 1 IfSG) im Einklang (BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 19 m. w. N.).

    Ob die Aufrechterhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen bei gleichzeitiger Aufhebung von Beschränkungen in anderen Bereichen mit Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar ist, hängt vom Differenzierungsziel und dem Ausmaß der Ungleichbehandlung ab (BVerwG, Urteil vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 58 ff. m. w. N.).

  • OVG Sachsen, 05.12.2025 - 3 C 17/21

    Zur Schließung von Sonnenstudios im Frühjahr 2021 zur Bekämpfung des Coronavirus; …

    Daher war die Annahme des Verordnungsgebers, dass es sich nicht um eine mit der Schließung von Sonnenstudios gleich geeignete Maßnahme handelt, nicht zu beanstanden (vgl. NdsOVG, a. a. O. Rn. 138, bestätigt durch BVerwG, Urt. v. 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 -, juris Rn. 39 f.).
  • BVerwG, 20.11.2025 - 3 BN 3.25

    Normenkontrollantrag betreffend die nachträgliche Feststellung der …

    Die bundesrechtlichen einschließlich der bundesverfassungsrechtlichen Anforderungen an Landesverordnungen auf der Grundlage von § 32 i. V. m. §§ 28, 28a IfSG sind in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weitgehend geklärt (…vgl. BVerwG, Urteile vom 22. November 2022 - 3 CN 1.21 - BVerwGE 177, 60 Rn. 47 ff. und - 3 CN 2.21 - BVerwGE 177, 92 Rn. 12 ff. und vom 26. Juni 2025 - 3 CN 3.23 - juris Rn. 18 ff.).
  • OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 139/24

    Beschränkung von Einzelhandel anlässlich der Corona-Pandemie

    Aus der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 26.6.2025 im Verfahren 3 CN 3.23, deren Entscheidungsgründe noch nicht vorlägen, zu einer Mischsortimentsregelung in Niedersachsen folge nichts anderes.
  • OVG Saarland, 09.09.2025 - 2 C 141/24

    Schließung von Einzelhandel anlässlich der Corona-Pandemie

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