Rechtsprechung
| VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- VerfGH Sachsen
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- AG Görlitz, 22.03.2021 - 6 Ds 610 Js 3682/20
- VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (19)
- VerfGH Sachsen, 27.08.2003 - 40-IV-03
Notwendige Mitwirkung eines Verteidigers im Strafverfahren; Gebot fairer …
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Die Ablehnung der Bestellung eines Pflichtverteidigers ist eine Zwischenentscheidung, die grundsätzlich nicht isoliert mit der Verfassungsbeschwerde angefochten werden kann (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; Beschluss vom 26. Februar 2009 - Vf. 94-IV-08; vgl. BVerfG…, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 11; Beschluss vom 8. Februar 1967, BVerfGE 21, 139 [143]; VerfGH NRW…, Beschluss vom 5. November 2019 - 55/19.VB-2 - juris Rn. 7).Entstünden dem Beschwerdeführer schwere und unabwendbare Nachteile, falls er zunächst auf den Rechtsweg zu den Fachgerichten verwiesen würde, hindert das Subsidiaritätsprinzip eine Entscheidung über die vorab eingelegte Verfassungsbeschwerde nicht (SächsVerfGH, Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]).
Eine Sondersituation, in der dem Beschwerdeführer nicht zugemutet werden kann, zunächst den Rechtsweg zu den Fachgerichten zu erschöpfen (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; BVerfG…, Beschluss vom 25. September 2001 - 2 BvR 1152/01 - juris Rn. 27 ff.), ist weder dargetan noch sonst ersichtlich.
- BVerfG, 14.08.2007 - 2 BvR 1246/07
Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerde gegen die Ablehnung der Bestellung eines …
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Die Ablehnung der Bestellung eines Pflichtverteidigers ist eine Zwischenentscheidung, die grundsätzlich nicht isoliert mit der Verfassungsbeschwerde angefochten werden kann (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; Beschluss vom 26. Februar 2009 - Vf. 94-IV-08; vgl. BVerfG, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 11; Beschluss vom 8. Februar 1967, BVerfGE 21, 139 [143]; VerfGH NRW…, Beschluss vom 5. November 2019 - 55/19.VB-2 - juris Rn. 7).Dabei genügt der drohende Nachteil einer Wiederholung der Hauptverhandlung wegen eines Verfahrensfehlers für sich genommen regelmäßig nicht, die Unzumutbarkeit des fachgerichtlichen Verfahrens zu begründen (BVerfG, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 12;… Beschluss vom 1. Februar 2006 - 2 BvR 178/06 - juris Rn. 7; VerfGH NRW…, Beschluss vom 5. November 2019 - 55/19.VB-2 - juris Rn. 7); dies würdigt - entgegen dem Beschwerdevorbringen - auch nicht zum bloßen Verfahrensobjekt herab.
- VerfGH Sachsen, 26.02.2009 - 94-IV-08
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Auch fachgerichtliche Eil-, Neben- oder Zwischenentscheidungen, gegen die der Rechtsweg gemäß § 27 Abs. 2 Satz 1 SächsVerfGHG erschöpfend beschritten wurde, sind grundsätzlich nicht sogleich mit der Verfassungsbeschwerde angreifbar, wenn das Hauptsacheverfahren die ausreichende Möglichkeit bietet, der behaupteten Grundrechtsverletzung abzuhelfen und dies für den Beschwerdeführer nicht unzumutbar ist (Sächs- VerfGH, Beschluss vom 6. September 2019 - Vf. 63-IV-19; Beschluss vom 26. Februar 2009 - Vf. 94-IV-08; st. Rspr.).Die Ablehnung der Bestellung eines Pflichtverteidigers ist eine Zwischenentscheidung, die grundsätzlich nicht isoliert mit der Verfassungsbeschwerde angefochten werden kann (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; Beschluss vom 26. Februar 2009 - Vf. 94-IV-08; vgl. BVerfG…, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 11; Beschluss vom 8. Februar 1967, BVerfGE 21, 139 [143]; VerfGH NRW…, Beschluss vom 5. November 2019 - 55/19.VB-2 - juris Rn. 7).
- BVerfG, 27.10.1999 - 1 BvR 385/90
Akteneinsichtsrecht
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Ein bleibender rechtlicher Nachteil, der sich später gar nicht oder nicht vollständig beheben lässt und daher die isolierte Anfechtbarkeit einer Zwischenentscheidung rechtfertigt (vgl. BVerfG, Beschluss vom 27. Oktober 1999, BVerfGE 101, 106 [120]), ist nicht schon mit der pauschalen Behauptung des Beschwerdeführers, es bestehe die Gefahr, dass er unverteidigt später nicht mehr behebbare "Fehler" begehen werde, dargetan. - BVerfG, 25.09.2001 - 2 BvR 1152/01
Ablehnung der Bestellung eines Pflichtverteidigers "des Vertrauens"
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Eine Sondersituation, in der dem Beschwerdeführer nicht zugemutet werden kann, zunächst den Rechtsweg zu den Fachgerichten zu erschöpfen (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; BVerfG, Beschluss vom 25. September 2001 - 2 BvR 1152/01 - juris Rn. 27 ff.), ist weder dargetan noch sonst ersichtlich. - BVerfG, 08.02.1967 - 2 BvR 235/64
Freiwillige Gerichtsbarkeit
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Die Ablehnung der Bestellung eines Pflichtverteidigers ist eine Zwischenentscheidung, die grundsätzlich nicht isoliert mit der Verfassungsbeschwerde angefochten werden kann (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; Beschluss vom 26. Februar 2009 - Vf. 94-IV-08; vgl. BVerfG…, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 11; Beschluss vom 8. Februar 1967, BVerfGE 21, 139 [143]; VerfGH NRW…, Beschluss vom 5. November 2019 - 55/19.VB-2 - juris Rn. 7). - OVG Nordrhein-Westfalen, 17.02.2020 - 4 B 1604/19
Indizierung der Annahme der gewerberechtlichen Unzuverlässigkeit durch die …
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
In der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte ist anerkannt, dass die Typik der in § 34a Abs. 1 Satz 3 Nr. 1, Satz 4 Nr. 4 GewO genannten Straftatbestände zwar regelmäßig die Annahme der gewerberechtlichen Unzuverlässigkeit indiziert, die gesetzliche Regel aber ausnahmsweise als widerlegt angesehen werden kann, wenn besondere Umstände vorliegen, die trotz einer einschlägigen Verurteilung ausnahmsweise eine andere Beurteilung zulassen (OVG NRW, Beschluss vom 17. Februar 2020 - 4 B 1604/19 - juris Rn. 5). - OVG Nordrhein-Westfalen, 17.01.2019 - 4 E 779/18
Bewilligung von Prozesskostenhilfe sowie der Beiordnung eines Rechtsanwalts für …
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
§ 34a Abs. 1 Satz 4 GewO enthält zwar Regelbeispiele für die Unzuverlässigkeit im Bewachungsgewerbe, die den zuständigen Behörden die Entscheidung im Einzelfall erleichtern sollen, lässt aber Raum für eine Gesamtabwägung des gesetzlichen Zwecks auch des § 34a Abs. 1 Satz 4 Nr. 4 Buchst. b GewO gegenüber dem Interesse einschlägig vorbestrafter Wachpersonen an einer (Weiter- )Beschäftigung (OVG NRW, Beschluss vom 17. Januar 2019 - 4 E 779/18 - juris Rn. 24 ff.). - LG Mainz, 06.04.2009 - 1 Qs 49/09
Kriterien für die Beiordnung eines Pflichtverteidigers bei …
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Soweit in der fachgerichtlichen Rechtsprechung der bei einer Verurteilung drohende Verlust der Arbeitsstelle als berücksichtigungsfähiger sonstiger schwerwiegender Nachteil i.S.v. § 140 Abs. 2 StPO gewertet wird (vgl. OLG Hamburg, Urteil vom 15. Februar 1984, NStZ 1984, 281; OLG Hamm…, Beschluss vom 29. Januar 2004 - 3 Ss 15/04 - juris Rn. 7 f.; LG Mainz, Beschluss vom 6. April 2009 - 1 Qs 49/09 - juris Rn. 4;… Willnow in: Karlsruher Kommentar zur Strafprozessordnung, 8. Aufl., § 140 Rn. 21), folgt allein hieraus nicht eine Unzumutbarkeit i.S.d. § 27 Abs. 2 Satz 2 SächsVerfGHG, zunächst den Rechtsweg zu den Fachgerichten zu erschöpfen. - VerfGH Sachsen, 03.12.2015 - 80-IV-15
Auszug aus VerfGH Sachsen, 14.10.2021 - 48-IV-21
Hat er die Möglichkeit, sein Rechtsbegehren wirksam vor den Fachgerichten zu verfolgen, kann eine Verfassungsbeschwerde erst nach Ausschöpfung dieser Möglichkeit erhoben werden (Sächs- VerfGH, Beschluss vom 25. Juni 2020 - Vf. 20-IV-20; Beschluss vom 22. Juni 2018 - Vf. 39-IV-18; Beschluss vom 3. Dezember 2015 - Vf. 80-IV-15; st. Rspr.). - VerfGH Sachsen, 22.06.2018 - 39-IV-18
Verwerfung der Verfassungsbeschwerde als unzulässig hinsichtlich …
- OLG Hamburg, 15.02.1984 - 1 Ss 84/83
Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen einer strafrechtlichen Verurteilung wegen …
- BVerfG, 01.02.2006 - 2 BvR 178/06
Recht des Beschuldigten, sich im Strafverfahren von einem Anwalt seiner Wahl und …
- OLG Hamm, 29.01.2004 - 3 Ss 15/04
Pflichtverteidiger; Schwere der Tat, Beiordnung; Rechtsanwalt
- OLG Hamm, 19.01.2001 - 2 Ss 133/00
Beiordnung eines Pflichtverteidigers, Verfahrensrüge, ausreichende Begründung, …
- VerfGH Sachsen, 22.01.2015 - 106-IV-14
- VerfGH Sachsen, 06.09.2019 - 63-IV-19
- OLG Karlsruhe, 25.03.1999 - 3 Ss 244/98
- VerfGH Sachsen, 25.06.2020 - 20-IV-20
Nicht ausreichende Begründung einer Verfassungsbeschwerde; Geltendmachung einer …
- VerfGH Sachsen, 23.10.2025 - 73-IV-25 Hat er die Möglichkeit, sein Rechtsbegehren wirksam vor den Fachgerichten zu verfolgen, kann eine Verfassungsbeschwerde erst nach Ausschöpfung dieser Möglichkeit erhoben werden (SächsVerfGH, Beschluss vom 11. September 2025 - Vf. 65-IV-25 [HS]/Vf. 66-IV-25 [e.A.]; Beschluss vom 23. Mai 2024 - Vf. 34-IV-23; Beschluss vom 14. Oktober 2021 - Vf. 48-IV-21; Beschluss vom 22. Juni 2018 - Vf. 39- IV-18; Beschluss vom 28. April 2009 - Vf. 180-IV-08; st. Rspr.).
Auch fachgerichtliche Eil-, Neben- oder Zwischenentscheidungen, gegen die der Rechtsweg gemäß § 27 Abs. 2 Satz 1 SächsVerfGHG erschöpfend beschritten wurde, sind grundsätzlich nicht sogleich mit der Verfassungsbeschwerde angreifbar, wenn das Hauptsacheverfahren die ausreichende Möglichkeit bietet, der behaupteten Grundrechtsverletzung abzuhelfen und dies für den Beschwerdeführer nicht unzumutbar ist (SächsVerfGH, Beschluss vom 23. Mai 2024 - Vf. 34- IV-23; Beschluss vom 14. Oktober 2021 - Vf. 48-IV-21; Beschluss vom 6. September 2019 - Vf. 63-IV-19; Beschluss vom 26. Februar 2009 - Vf. 94-IV-08; st. Rspr.).
Die Ablehnung der Bestellung eines Pflichtverteidigers ist eine Zwischenentscheidung, die grundsätzlich nicht isoliert mit der Verfassungsbeschwerde angefochten werden kann (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 14. Oktober 2021 - Vf. 48-IV-21; Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40- IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; vgl. BVerfG…, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 11;… Beschluss vom 1. Februar 2006 - 2 BvR 178/06 - juris Rn. 7; Beschluss vom 8. Februar 1967, BVerfGE 21, 139 [143]; VerfGH NRW…, Beschluss vom 5. November 2019 - 55/19.VB-2 - juris Rn. 7).
Entstünden dem Beschwerdeführer schwere und unabwendbare Nachteile, falls er zunächst auf den Rechtsweg zu den Fachgerichten verwiesen würde, hindert das Subsidiaritätsprinzip eine Entscheidung über die vorab eingelegte Verfassungsbeschwerde nicht (SächsVerfGH, Beschluss vom 14. Oktober 2021 - Vf. 48-IV-21; Beschluss vom 27. August 2003 - Vf. 40-IV-03 [HS]/Vf. 41-IV-03 [e.A.]; vgl. BVerfG…, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 11;… Beschluss vom 25. September 2001 - 2 BvR 1152/01 - juris Rn. 27 ff.).
Ebenso kann ein bleibender rechtlicher Nachteil, der sich später gar nicht oder nicht vollständig beheben lässt, die isolierte Anfechtbarkeit einer Zwischenentscheidung rechtfertigen (vgl. SächsVerfGH, Beschluss vom 14. Oktober 2021 - Vf. 48-IV-21; vgl. BVerfG…, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 12; Beschluss vom 27. Oktober 1999, BVerfGE 101, 106 [120]).
Dabei genügt der drohende Nachteil einer Wiederholung der Hauptverhandlung wegen eines Verfahrensfehlers für sich genommen regelmäßig nicht, die Unzumutbarkeit des fachgerichtlichen Verfahrens zu begründen (SächsVerfGH, Beschluss vom 14. Oktober 2021 - Vf. 48-IV-21; vgl. BVerfG…, Beschluss vom 14. August 2007 - 2 BvR 1246/07 - juris Rn. 12;… Beschluss vom 1. Februar 2006 - 2 BvR 178/06 - juris Rn. 7; VerfGH NRW…, Beschluss vom 5. November 2019 - 55/19.VB-2 - juris Rn. 7).
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