Rechtsprechung
| OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- openjur.de
Verkehrssicherungspflicht: Haftung für einen Drosselschacht mit einer nicht gegen unbefugtes Entfernen gesicherten Gitterabdeckung in einem Rückhaltebecken der gemeindlichen Abwasserkanalisation
- ra.de
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Mosbach, 21.04.2011 - 1 O 265/10
- OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (31)
- BGH, 19.12.1989 - VI ZR 182/89
Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers und Vermieters eines Mehrfamilienhauses
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Unter diesen Voraussetzungen umfasst die Pflicht eines Eigentümers, wie hier der Beklagten, die von seinem Grundstück oder einem darauf befindlichen Gebäude ausgehenden Gefahren abzuwenden, prinzipiell auch solche Gefährdungen, die sich erst aus dem vorsätzlichen Eingreifen eines Dritten ergeben (BGH, VersR 1990, 498 f., juris Tz. 11).Rn. 14 cc) Der Umstand, dass kein kausaler Verstoß gegen drittschützende Auflagen der Genehmigung vom 27.07.1995, Unfallverhütungsvorschriften und andere technische Standards vorliegt, rechtfertigt zwar nach dem o. G. nicht die Annahme, dass keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorliegt (vgl. auch: BGH, NJW 2001, 2019 f., Tz. 10; VersR 1990, 498 f., juris Tz. 15; VersR 1976, 149 f.).
Unter diesen Umständen war weder ein Abheben des Gitterrostens durch Unbefugte noch - anders, als in dem vom BGH, VersR 1990, 498 f. entschiedenen Fall (vgl. dort, juris Tz. 14) - eine Gefährdung Dritter durch eine derartige Tat naheliegend.
Der Senat verkennt dabei nicht, dass die Abgelegenheit des Schachtes und die fehlende Einsehbarkeit des Bereichs auch bewirkt, dass Personen, die die Abdeckung abheben, nur in geringem Umfang damit rechnen müssen, beobachtet und an ihrem Tun gehindert zu werden (vgl. dazu: BGH, VersR 1990, 498, 499, juris Tz. 14).
- BGH, 14.10.1994 - V ZR 76/93
Bildung von Immissions-Richtwerten in Gebieten unterschiedlicher Qualität; Lauf …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Er muss deshalb entsprechend § 133 BGB ausgelegt werden (BGH, NJW 1995, 132 ff., juris Tz. 26 m.w.N.).Zwar können auch behördliche Einzelfallregelungen i.V.m. der ihnen zu Grunde liegenden Ermächtigungsnorm Schutzgesetze i.S.v. § 823 Abs. 2 BGB darstellen, wie etwa Auflagen in einer Baugenehmigung (BGH, NJW 1997, 55, Tz. 9; NJW 1995, 132 ff, juris Tz. 24; NJW 1993, 1580 ff., juris Tz. 11; BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 34;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 823 Abs. 1 Rn. 56a; ).
Als Schutzgesetz betrachtet wird dabei nicht der Verwaltungsakt als solcher, sondern die jeweilige Eingriffsnorm, auf der er beruht (BGH, NJW 1995, 132 ff, juris Tz. 24).
- BayObLG, 10.09.2001 - 5Z RR 209/00
Verkehrssicherungspflicht des Betreibers einer Kiesgrube
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Denn dann läge kraft behördlichen Gebots ein Mindeststandard vor, der nicht unterschritten werden dürfte und bei dessen Verletzung die Beklagte grundsätzlich haften würde, wobei das Selbstverschulden des Klägers nur im Rahmen des § 254 BGB zu berücksichtigen wäre (BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 22 m.w.N.; VersR 1979, 743 f., juris Tz. 28).Rn. 23 c) Es kann dahingestellt bleiben, ob eine Haftung gem. § 823 Abs. 2 BGB wegen Verstoßes gegen Unfallverhütungsvorschriften bereits aus Rechtsgründen ausscheidet, weil es sich bei diesen nach herrschender Rechtsprechung grundsätzlich nicht um Schutzgesetze im Sinne dieser Norm handelt (BGH VersR 1957, 584; 1969, 827, 828; Senat, VersR 2003, 1584 ff., juris Tz. 43 m.w.N.; BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 33; OLG Stuttgart, NJW-RR 2000, 752 ff., juris Tz. 46;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 823 Rn. 56a; offen gelassen in: BGH, NJW 1984, 360, 362, juris Tz. 14).
Zwar können auch behördliche Einzelfallregelungen i.V.m. der ihnen zu Grunde liegenden Ermächtigungsnorm Schutzgesetze i.S.v. § 823 Abs. 2 BGB darstellen, wie etwa Auflagen in einer Baugenehmigung (BGH, NJW 1997, 55, Tz. 9; NJW 1995, 132 ff, juris Tz. 24; NJW 1993, 1580 ff., juris Tz. 11; BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 34;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 823 Abs. 1 Rn. 56a; ).
- BGH, 26.02.1993 - V ZR 74/92
Quasinegatorische Unterlassungsklage zur Durchsetzung von Lärmschutzauflagen …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Zwar können auch behördliche Einzelfallregelungen i.V.m. der ihnen zu Grunde liegenden Ermächtigungsnorm Schutzgesetze i.S.v. § 823 Abs. 2 BGB darstellen, wie etwa Auflagen in einer Baugenehmigung (BGH, NJW 1997, 55, Tz. 9; NJW 1995, 132 ff, juris Tz. 24; NJW 1993, 1580 ff., juris Tz. 11; BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 34;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 823 Abs. 1 Rn. 56a; ).Eine entsprechende Verhaltensanordnung auf Grund einer bestandskräftigen Auflage können die Zivilgerichte dann - abgesehen vom Fall der Nichtigkeit des Verwaltungsakts - nicht in Frage stellen (BGH, NJW 1993, 1580 ff., juris Tz. 17).
- BGH, 11.03.2004 - III ZR 274/03
Überlauf eines offenen Regenrückhaltebeckens
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Rn. 29 aa) Die gemeindliche Abwasserkanalisation gehört allerdings zu den in § 2 Abs. 1 S. 1 HPflG genannten Rohrleitungsanlagen (BGH, NVwZ 2008, 1157, 1158, Tz. 7; NVwZ 2004, 1018f., juris Tz. 8 m.w.N.; NJW 1989, 104; OLG Karlsruhe, MDR 2010, 747 f., juris Tz. 41; OLG Celle, VersR 1991, 1382).Dagegen zählt ein offenes Rückhaltebecken nicht zu den Anlagen in diesem Sinne (BGH, NVwZ 2004, 1018, 1019;… Geigel, a.a.O.).
- BGH, 20.09.1983 - VI ZR 248/81
Verkehrssicherungspflichten des Architekten bei Veränderung eines von einem …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Rn. 23 c) Es kann dahingestellt bleiben, ob eine Haftung gem. § 823 Abs. 2 BGB wegen Verstoßes gegen Unfallverhütungsvorschriften bereits aus Rechtsgründen ausscheidet, weil es sich bei diesen nach herrschender Rechtsprechung grundsätzlich nicht um Schutzgesetze im Sinne dieser Norm handelt (BGH VersR 1957, 584; 1969, 827, 828; Senat, VersR 2003, 1584 ff., juris Tz. 43 m.w.N.; BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 33; OLG Stuttgart, NJW-RR 2000, 752 ff., juris Tz. 46;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 823 Rn. 56a; offen gelassen in: BGH, NJW 1984, 360, 362, juris Tz. 14).Im Übrigen würde selbst dann, wenn man sie als Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB ansähe, sich ihr Schutzbereich nur auf den Kreis der versicherten Personen, nicht aber auf außenstehende Dritte wie die Klägerin beziehen (BGH, NJW 1984, 360, 362, juris Tz. 14;… BayObLG, a.a.O., juris Tz. 34).
- OLG Celle, 20.02.1991 - 9 U 235/89
Entfernung eines Gullydeckels durch Dritte als höhere Gewalt
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Rn. 29 aa) Die gemeindliche Abwasserkanalisation gehört allerdings zu den in § 2 Abs. 1 S. 1 HPflG genannten Rohrleitungsanlagen (BGH, NVwZ 2008, 1157, 1158, Tz. 7; NVwZ 2004, 1018f., juris Tz. 8 m.w.N.; NJW 1989, 104; OLG Karlsruhe, MDR 2010, 747 f., juris Tz. 41; OLG Celle, VersR 1991, 1382).Bewusste menschliche Einwirkungen, wie Abbau- oder Abrissarbeiten, Vandalismus Dritter, etwa das Herausheben von Gullydeckeln, fallen aus dem Abwendungsbereich von § 836 BGB heraus (OLG Celle, VersR 1991, 1382, 1383, MünchKomm/Wagner, BGB, § 836 Rn. 12).
- OLG Stuttgart, 12.03.1999 - 2 U 74/98
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für aus Verletzung der …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Zwar konkretisieren diese nach dem o. G. die im Verkehr erforderliche Sorgfalt (BGH, NJW 2008, 3778 f., Tz. 16; OLG Zweibrücken, NJW-RR 2012, 94 ff., juris Tz. 22; OLG Stuttgart, NJW-RR 2010, 451 ff., juris Tz. 57; NJW-RR 2000, 752 ff., juris Tz. 48).Rn. 23 c) Es kann dahingestellt bleiben, ob eine Haftung gem. § 823 Abs. 2 BGB wegen Verstoßes gegen Unfallverhütungsvorschriften bereits aus Rechtsgründen ausscheidet, weil es sich bei diesen nach herrschender Rechtsprechung grundsätzlich nicht um Schutzgesetze im Sinne dieser Norm handelt (BGH VersR 1957, 584; 1969, 827, 828; Senat, VersR 2003, 1584 ff., juris Tz. 43 m.w.N.; BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 33; OLG Stuttgart, NJW-RR 2000, 752 ff., juris Tz. 46;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 823 Rn. 56a; offen gelassen in: BGH, NJW 1984, 360, 362, juris Tz. 14).
- BGH, 09.09.2008 - VI ZR 279/06
Umfang der Verkehrssicherungspflicht des Veranstalters von Fahrten mit einem sog. …
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Welche Maßnahmen zur Wahrung der Verkehrssicherungspflicht erforderlich sind, hängt von den tatsächlichen Umständen des Einzelfalls ab (BGH, NJW 2008, 3778 f., Tz. 16 m.w.N.).Zwar konkretisieren diese nach dem o. G. die im Verkehr erforderliche Sorgfalt (BGH, NJW 2008, 3778 f., Tz. 16; OLG Zweibrücken, NJW-RR 2012, 94 ff., juris Tz. 22; OLG Stuttgart, NJW-RR 2010, 451 ff., juris Tz. 57; NJW-RR 2000, 752 ff., juris Tz. 48).
- BGH, 16.09.1975 - VI ZR 156/74
Pflichten zur Sicherung von Abdeckrosten gegen unbefugtes Abheben
Auszug aus OLG Karlsruhe, 29.02.2012 - 7 U 92/11
Schachtabdeckungen, die nicht schon versehentlich, sondern nur bewusst aus ihrer Auflage gelöst werden können, müssen jedoch nur dann durch besondere Vorkehrungen gegen ein Abheben gesichert werden, wenn aufgrund besonderer Umstände ein solches Abheben durch Unbefugte naheliegt und deshalb für die Rechtsgüter anderer Personen eine konkrete erhebliche Gefahrenlage besteht und wenn dem Verkehrssicherungspflichtigen eine Beseitigung dieser Gefahrenlage durch zumutbare Maßnahmen möglich ist (BGH, a.a.O., juris Tz. 12, Senat, NJW-RR 2005, 1264 ff., juris Tz.9, vgl. BGH, VersR 1976, 149; jeweils zu Licht- bzw. Luftschachtabdeckungen).Rn. 14 cc) Der Umstand, dass kein kausaler Verstoß gegen drittschützende Auflagen der Genehmigung vom 27.07.1995, Unfallverhütungsvorschriften und andere technische Standards vorliegt, rechtfertigt zwar nach dem o. G. nicht die Annahme, dass keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorliegt (vgl. auch: BGH, NJW 2001, 2019 f., Tz. 10; VersR 1990, 498 f., juris Tz. 15; VersR 1976, 149 f.).
- BGH, 31.10.2006 - VI ZR 223/05
Einzelhändler haftet nicht für explodierte Limonadenflasche
- BGH, 02.03.2010 - VI ZR 223/09
Verkehrssicherungspflicht für bestehende technische Anlagen: Nachrüstungspflicht …
- BGH, 15.02.2011 - VI ZR 176/10
Verkehrssicherungspflicht im Hinblick auf Schussgeräusche einer Jagd
- BGH, 30.04.2008 - III ZR 5/07
Eigentumsverhältnisse an Anlagen der Abwasserkanalisation; Haftung wegen der …
- BGH, 29.06.1995 - III ZR 196/94
Haftung der Gemeinde für Schäden durch einen aus dem Erdreich ragenden …
- BGH, 14.07.1988 - III ZR 225/87
Gefährdungshaftung für Überschwemmungsschäden
- BGH, 27.09.1996 - V ZR 335/95
Betrieb eines Notkamins
- OLG Karlsruhe, 01.02.2010 - 1 U 137/09
Anlagenhaftung: Schadenersatz- und Schmerzensgeldanspruch wegen Verletzungen …
- OLG Düsseldorf, 20.12.2001 - 6 U 16/01
Begriff des Inhabers einer Rohrleitungsanlage
- BGH, 13.05.1969 - VI ZR 270/67
Voraussetzungen der Halterhaftung
- BGH, 17.05.1957 - VI ZR 120/56
Rechtsmittel
- OLG Düsseldorf, 27.02.1998 - 22 U 99/97
Begriff des Inhabers einer (Rohrleitungs-) Anlage
- OLG Karlsruhe, 10.10.2001 - 7 U 117/99
Anforderungen an Konstruktion und Instruktion bei einer Buschholzhackmaschine
- BGH, 13.03.2001 - VI ZR 142/00
Haftung des Konzertveranstalters für Gehörschäden
- OLG Jena, 12.10.2005 - 4 U 843/04
Zur Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers bei "Trampelpfaden"
- OLG Zweibrücken, 12.07.2011 - 4 W 28/11
Verkehrssicherungspflichtverletzung: Sturz eines Arbeitnehmers von einem …
- OLG Stuttgart, 28.04.2009 - 6 U 56/08
Verkehrssicherungspflicht bei Baugerüsten: Haftung für Sturz vom Gerüst bei …
- OLG Hamm, 29.09.1995 - 9 U 48/95
Verkehrssicherungspflicht des Bauherrn bezüglich einer Baustelle
- OLG Karlsruhe, 22.06.2005 - 7 U 104/04
Grenzen der Verkehrssicherungspflicht eines Schulträgers: Nächtlicher Sturz eines …
- OLG Brandenburg, 23.01.1996 - 2 U 117/95
- BayObLG, 07.05.1979 - RReg. 2 Z 175/78
- OLG Karlsruhe, 17.01.2023 - 12 U 92/22
Schadensersatzanspruch eines Eigentümers eines Grundstücks gegen den Nachbarn …
Voraussetzung für eine Verkehrssicherungspflicht ist, dass sich vorausschauend für ein sachkundiges Urteil die naheliegende Gefahr ergibt, dass Rechtsgüter anderer verletzt werden können (OLG Karlsruhe, Urteil vom 29.02.2012 - 7 U 92/11, juris Rn. 7 m.w.N.; BGH…, Urteil vom 15.02.2011 - VI ZR 176/10, juris Rn. 8 f. m.w.N.).Verstößt der Verkehrssicherungspflichtige gegen Nebenbestimmungen oder Auflagen in einer ihm erteilten baurechtlichen Genehmigung, führt dies umgekehrt nicht zwangsläufig zu einer Haftung wegen einer Verletzung von Verkehrssicherungspflichten (vgl. OLG Karlsruhe, Urteil vom 29.02.2012 - 7 U 92/11, Rn. 12).
- OLG Celle, 11.06.2025 - 14 U 138/23
Haftpflichtgesetz; Sickerschacht; Schachtdeckel; Schmerzensgeld; …
a) Die gemeindliche Abwasserkanalisation gehört zu den Rohrleitungsanlagen im Sinne des § 2 Abs. 1 HaftPflG (BGH, Beschl. v. 30. April 2008 - III ZR 5/07, NVwZ 2008, 1157; OLG Karlsruhe, Urt. v. 29. Februar 2012 - 7 U 92/11, juris; OLG Frankfurt a. M., Beschl. v. 19. Juni 2008 - 1 U 30/08, juris;… OLG Celle, Urt. v. 20. Februar 1991 - 9 U 235/89, NZV 1992, 239;… Freymann/Wellner/Weinland, jurisPK-StraßenverkehrsR, 2. Aufl. (Stand: 18. März 2025), § 2 HaftPflG Rn. 10), und zwar einschließlich ihrer Bestandteile wie einem Revisionsschacht (…OLG Düsseldorf, Urt. v. 20. Dezember 2001 - 6 U 16/01, VersR 2002, 1557) oder - wie hier - einem Sickerschacht einschließlich Schachtdeckel (…vgl. OLG Saarbrücken, Urt. v. 20. Mai 2021 - 4 U 21/20, BeckRS 2021, 13836 zu Unfall mit Sickerschachtdeckel).Eine Gemeinde ist als Inhaberin der Kanalisationsanlage grundsätzlich nicht gehalten, die Regeneinlaufroste von Gullys, die nicht versehentlich, sondern nur bewusst aus ihrer Anlage gelöst werden können, zum Schutz vor einem unbefugten Herausheben z.B. mit Schlössern oder sonstigen Sicherungsvorkehrungen zu versehen, weil dies mit erheblichen Kosten verbunden wäre und den Reinigungs- und Wartungsaufwand erhöhen würde (vgl. OLG Hamm, Beschl. v. 26. Oktober 2022, NVwZ-RR 2023, 374, 375 [OLG Hamm 26.10.2022 - 11 U 5/22]; OLG Saarbrücken, Urt. v. 20. Mai 2021 - 4 U 21/20, BeckRS 2021, 13836; OLG Karlsruhe, Urt. v. 29. Februar 2012 - 7 U 92/11, juris; OLG Celle, Urt. v. 20. Februar 1991 - 9 U 235/89, NZV 1992, 239, 240; vgl. auch LG Ingolstadt, Schlussurt.
- OLG Hamm, 26.10.2022 - 11 U 5/22
Keine Pflicht zur Sicherung von Gullydeckeln gegen Abheben
Unter diesen Voraussetzungen kann die Pflicht eines Verkehrssicherungspflichtigen für öffentliche Wege und Straßen auch solche Gefährdungen umfassen, die sich erst aus dem vorsätzlichen Eingreifen eines Dritten ergeben (vgl. OLG Karlsruhe, Urteil vom 29. Februar 2012 - 7 U 92/11 -, juris m.w.N.).
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Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- openjur.de
- Entscheidungsdatenbank Brandenburg
§ 313 Abs 2 InsO, § 129 ff InsO, § 59 ZPO, § 62 ZPO, § 204 BGB
- zvi-online.de
InsO § 313 Abs. 2, §§ 129 ff.; ZPO §§ 59, 62; BGB § 204
Zur Streitgenossenschaft anfechtender Gläubiger in Verbraucherinsolvenzverfahren
- Betriebs-Berater
Verjährungshemmung durch Anfechtungsklage eines Insolvenzgläubigers
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
InsO § 313 Abs. 2; InsO § 134 Abs. 1
Anfechtung einer unentgeltlichen Grundstücksübertragung in der Insolvenz des Übertragenden - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Betriebs-Berater (Kurzinformation)
Verjährungshemmumg durch Anfechtungsklage eines Insolvenzgläubigers
Verfahrensgang
- LG Potsdam, 26.05.2011 - 11 O 173/08
- OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Papierfundstellen
- BB 2012, 2317
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (10)
- AG Potsdam, 28.11.2008 - 35 IK 153/05
Anordnung der Nachtragsverteilung im Insolvenzverfahren wegen der unentgeltlichen …
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Die Beklagten werden verurteilt, zu Händen des zuständigen Treuhänders - ursprünglich R… K…, … - im Insolvenzverfahren zum Az.: 35 IK 153/05 des Amtsgerichts Potsdam (I… S…) jeder der Beklagten EUR 225.000,00 nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz seit 6. Dezember 2008 zu zahlen.Rn. 5 Auf Antrag der I… S… vom 10. Februar 2005 (Bl. 14 d.A.) wurde am 20. April 2005 über ihr Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet (AG Potsdam, 35 IK 153/05), das Verfahren später nach § 200 InsO aufgehoben und schließlich durch Beschluss vom 28. November 2008 im Hinblick auf die streitgegenständliche Forderung die Nachtragsverteilung angeordnet (Bl. 7 d.A.).
Rn. 12 Die Beklagten werden gesamtschuldnerisch verurteilt, zu Händen des zuständigen Treuhänders - ursprünglich R… K…, … - für das Insolvenzverfahren zum Az.: 35 IK 153/05 des Amtsgerichts Potsdam (I… S…) 450.000,00 Euro nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz seit Rechtshängigkeit zu zahlen.
- OLG Brandenburg, 03.05.2012 - 10 U 6/11
Ausgleichszahlung unter getrennten nichtehelichen Lebenspartnern: Anforderungen …
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Zum anderen bezieht sich die Vereinbarung auf eine Auseinandersetzung einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, die sie am 15. April 2008 zurückdatiert auf den 20. Januar 2008 unterzeichnet haben (vgl. Urteil des 10. Senats vom 03.05.2012, 10 U 6/11).Sollte der Kläger zu 2. diesen Betrag von der Beklagten erhalten haben (offen gelassen in dem Urteil des 10. Senats vom 3. Mai 2012, 10 U 6/11), so erfolgte die Zahlung vor dem Hintergrund der Vereinbarung des Klägers zu 2. mit der Beklagten vom 15. April 2008 als Ausgleich im Rahmen der Auseinandersetzung ihrer nichteheähnlichen Lebensgemeinschaft und nicht auf die streitgegenständliche Forderung.
- BGH, 04.05.2005 - VIII ZR 93/04
Hemmung der Verjährung bei Abschluss eines Widerrufsvergleichs
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
64 Die Klage des Klägers zu 1. hemmt die Verjährung zugleich zu Gunsten des Klägers zu 2. Der Streitgegenstand bestimmt den Umfang der Verjährungshemmung (vgl. BGH NJW 2005, 2004, 2005).
- BGH, 26.10.1984 - V ZR 67/83
Zur Auslegung der Eintragungsbewilligung für ein Geh- und Fahrtrecht
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Klagen mehrere Beteiligte trotzdem gemeinsam, so nötigt die Identität des Streitgegenstandes nicht zur Annahme einer notwendigen Streitgenossenschaft, wenn ansonsten unterschiedliche Entscheidungen ergehen könnten (vgl. BGH vom 26.10.1984, V ZR 67/83, Juris Rn. 7 für Miteigentümer;… a.A. Zöller/Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 62, Rn. 16). - BGH, 21.03.1985 - VII ZR 148/83
Unterbrechung der Verjährung von Gewährleistungsansprüchen durch Erhebung der …
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Auch in diesem Fall wirkt die Hemmung der Verjährung durch Klage eines Teilhabers in Prozessstandschaft zu Gunsten der übrigen Teilhaber (vgl. BGH NJW 1985, 1826;… Palandt/Ellenberger, BGB, 71. Aufl., § 204, Rn. 9). - BGH, 11.11.2011 - V ZR 45/11
Wohnungseigentumsverfahren: Passivlegitimation im Beschlussanfechtungsprozess
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Allerdings ist ein Rechtsmittel gegen nur einen Teil der notwendigen Streitgenossenschaft unzulässig (vgl. BGHZ 23, 73 ff.; BGH vom 11.11.2011, V ZR 45/11, Juris Rn. 8). - BGH, 29.10.2009 - I ZR 191/07
Hemmung der Verjährung durch Rechtsverfolgung durch Klage eines ursprünglichen …
- BGH, 11.11.1983 - V ZR 211/82
Verpflichtung zur Abtretung eines Auflassungsanspruchs
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Die erfolgte Auflassung ist die erste Voraussetzung für die Bejahung eines Anwartschaftsrechtes (vgl. BGH vom 11.11.1983, V ZR 211/82, Juris Rn. 16 ff.;… Palandt/Heinrichs, BGB, 58. Aufl., § 313, Rn. 6, 7, 13, 25). - BGH, 09.01.1957 - IV ZR 259/56
Streitgenossenschaft
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Allerdings ist ein Rechtsmittel gegen nur einen Teil der notwendigen Streitgenossenschaft unzulässig (vgl. BGHZ 23, 73 ff.;… BGH vom 11.11.2011, V ZR 45/11, Juris Rn. 8). - BGH, 11.07.2003 - V ZR 233/01
Anforderungen an die Bezeichnung des Rechtsmittelgegners in der Berufungsschrift
Auszug aus OLG Brandenburg, 18.07.2012 - 7 U 92/11
Mängel der Parteibezeichnung in Rechtsmittelschriften sind deshalb unbeachtlich, wenn sie in Anbetracht der jeweiligen Umstände keinen vernünftigen Zweifel an der Person des Rechtsmittelklägers oder des Rechtsmittelbeklagten offenlassen (BGH vom 11.07.2003, V ZR 233/01, Juris Rn. 4).
- BGH, 23.06.2016 - IX ZR 158/15
Prozessführungsbefugnis des Insolvenzverwalters: Wirksamkeit der Bestellung eines …
Die zur Anfechtung berechtigten Insolvenzgläubiger machen kein eigenes Recht, sondern lediglich in Prozessstandschaft das Anfechtungsrecht der Insolvenzmasse geltend (OLG Brandenburg, ZInsO 2012, 1675, 1677;… MünchKomm-InsO/Ott/Vuia, 3. Aufl., § 313 Rn. 14 mwN).
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Rechtsprechung
| OLG Hamburg, 31.01.2012 - 7 U 92/11 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Justiz Hamburg
§ 23 Abs 2 KunstUrhG, § 823 Abs 1 BGB, § 1004 Abs 1 S 2 BGB
Verletzung des Rechts am eigenen Bild und des allgemeinen Persönlichkeitsrechts: Veröffentlichung des perspektivisch verzerrten Bildes eines Prominenten auf einem Buchcover - schertz-bergmann.de
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- schertz-bergmann.de (Kurzinformation)
Untersagung einer Bildmanipulation
- anwalt.de (Kurzinformation)
Porträtmanipulationen müssen erkennbar sein
Verfahrensgang
- LG Hamburg, 14.10.2011 - 324 O 196/11
- OLG Hamburg, 31.01.2012 - 7 U 92/11
Papierfundstellen
- ZUM 2013, 582
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (2)
- BVerfG, 14.02.2005 - 1 BvR 240/04
Bildverfremdungen
Auszug aus OLG Hamburg, 31.01.2012 - 7 U 92/11
Eine derartige Manipulation, die über rein reproduktionstechnisch bedingte und für den Aussagegehalt unbedeutende Veränderungen hinausgehe, sei nach den Maßstäben der "Ron Sommer"-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (GRUR 2005, 500) persönlichkeitsrechtsverletzend.So liegt es auch bei der Verwendung von fotografischen Abbildungen in satirischen Kontexten, wenn die Manipulation dem Betrachter nicht erkennbar ist, so dass er die Veränderung nicht als Teil der für satirische Darstellungen typischen Verfremdungen und Verzerrungen deuten und damit für seine Meinungsbildung bewertend einordnen kann (BVerfG GRUR 2005, 500, 502).
- LG Hamburg, 14.10.2011 - 324 O 196/11
Verletzung des Rechts am eigenen Bild durch Veröffentlichung einer bearbeiteten …
Auszug aus OLG Hamburg, 31.01.2012 - 7 U 92/11
Die Berufung des Beklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 14. Oktober 2011, Geschäftsnummer 324 O 196/11 wird zurückgewiesen.
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