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Rechtsprechung
   BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2022,40374
BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21 (https://dejure.org/2022,40374)
BGH, Entscheidung vom 06.12.2022 - VI ZR 237/21 (https://dejure.org/2022,40374)
BGH, Entscheidung vom 06. Dezember 2022 - VI ZR 237/21 (https://dejure.org/2022,40374)
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Volltextveröffentlichungen (10)

  • rechtsinformationen.bund.de

    Unterlassungsanspruch gegen eine Berichterstattung über das Aus einer Liebesbeziehung mit einer prominenten Person

  • rechtsprechung-im-internet.de

    § 823 Abs 1 BGB, § 1004 Abs 1 S 1 BGB, Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 5 Abs 1 GG
    Unterlassungsanspruch gegen eine Berichterstattung über das Aus einer Liebesbeziehung mit einer prominenten Person

  • IWW

    § 823 Abs. 1 BGB, Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 5 Abs. 1 GG, Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 8 Abs. 1 EMRK, Art. 10 Abs. 1 EMRK

  • Wolters Kluwer

    Unterlassung einer Wortberichterstattung über das Ende einer nicht öffentlich gemachten Liebesbeziehung durch Eingriff in die Privatsphäre beider Partner; Ausreichen der Identifizierbarkeit für einen Eingriff in die Privatsphäre des nicht namentlich genannten Betroffenen

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    BGB § 823 (Ah, G); BGB § 1004 (analog)
    A) Eine Berichterstattung über eine nicht öffentlich gemachte Liebesbeziehung und ihr Ende sind Teil der Privatsphäre beider daran beteiligter Partner. Sie berührt damit die Privatsphäre beider Partner, soweit diese für potentielle Leser identifizierbar sind. Dabei ist ...

  • rechtsportal.de

    BGB § 823 (Ah, G); BGB § 1004 (analog)
    Unterlassung einer Wortberichterstattung über das Ende einer nicht öffentlich gemachten Liebesbeziehung durch Eingriff in die Privatsphäre beider Partner; Ausreichen der Identifizierbarkeit für einen Eingriff in die Privatsphäre des nicht namentlich genannten Betroffenen

  • datenbank.nwb.de

    Unterlassungsanspruch gegen eine Berichterstattung über das Aus einer Liebesbeziehung mit einer prominenten Person

Kurzfassungen/Presse (6)

  • beckmannundnorda.de (Kurzinformation)

    Zur Rechtmäßigkeit identifizierender Presseberichterstattung über Ende einer nicht öffentlich gemachten Liebesbeziehung

  • beck-aktuell.de (Kurzinformation)

    Bericht über Trennung bei geheim gehaltener Promi-Beziehung - Bericht über Trennung bei geheim gehaltener Promi-Beziehung

  • mdr-recht.de (Kurzinformation)

    BGH begrenzt sog. "abgeleitetes" Informationsinteresse der Öffentlichkeit

  • Wolters Kluwer (Kurzinformation)

    Anspruch auf Unterlassung einer Wortberichterstattung

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Ist es OK, wenn die BILD über das Liebesleben von Anne Will spekuliert? Natürlich nicht.

  • dr-bahr.com (Kurzinformation und Leitsatz)

    Unzulässige Berichterstattung über eine nicht öffentlich gemachte Liebesbeziehung

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW 2023, 769
  • MDR 2023, 566
  • GRUR 2023, 591
  • K&R 2023, 275
  • afp 2023, 54
 
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Wird zitiert von ... (39)Zitiert selbst (17)

  • BGH, 02.05.2017 - VI ZR 262/16

    Persönlichkeitsrechtsverletzung: Presseberichterstattung über eine bisher vor der …

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Dazu gehören nach gefestigter Senatsrechtsprechung auch Informationen über das Bestehen einer Liebesbeziehung, deren Bekanntwerden der Betroffene - aus welchen Gründen auch immer - nicht wünscht, sondern vielmehr geheim halten möchte (…Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9; vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

    Betrifft die Berichterstattung - wie hier - die Privatsphäre, ist bei dieser Abwägung von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 13;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18; vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 23; jeweils mwN).

    Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 15;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 19; vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 25 ff.; jeweils mwN;… vgl. ferner zur Bildberichterstattung Senatsurteil vom 8. November 2022 - VI ZR 22/21, juris Rn. 20 f.).

    Rn. 32 (aa) Die W. namentlich bezeichnende Berichterstattung über das Ende ihrer mit dem Kläger über sieben Jahre geführten, nach den Feststellungen des Berufungsgerichts stets geheim gehaltenen Liebesbeziehung berührt deren Privatsphäre (…vgl. Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9; vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

    Die Preisgabe des Endes ihrer langjährigen Beziehung stellt keine Mitteilung einer bloßen Belanglosigkeit dar, sondern gibt einen tieferen Einblick in die persönlichen Lebensumstände von W. (vgl. zu einer Mitteilung über eine neue, bislang geheim gehaltene Beziehung Senatsurteil vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 31).

    Die Berichterstattung zielt damit in erster Linie auf das Bedürfnis der Leser ab, Tatsachen aus dem Privatleben der W. zu erfahren, die bislang verborgen geblieben sind (vgl. zum Ganzen auch Senatsurteil vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 31).

  • BGH, 02.08.2022 - VI ZR 26/21

    Anspruch auf Unterlassung einer Berichterstattung über Spekulationen betreffend …

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Dazu gehören nach gefestigter Senatsrechtsprechung auch Informationen über das Bestehen einer Liebesbeziehung, deren Bekanntwerden der Betroffene - aus welchen Gründen auch immer - nicht wünscht, sondern vielmehr geheim halten möchte (Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

    Betrifft die Berichterstattung - wie hier - die Privatsphäre, ist bei dieser Abwägung von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 13;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 23; jeweils mwN).

    Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 15;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 19;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 25 ff.; jeweils mwN;… vgl. ferner zur Bildberichterstattung Senatsurteil vom 8. November 2022 - VI ZR 22/21, juris Rn. 20 f.).

    Rn. 32 (aa) Die W. namentlich bezeichnende Berichterstattung über das Ende ihrer mit dem Kläger über sieben Jahre geführten, nach den Feststellungen des Berufungsgerichts stets geheim gehaltenen Liebesbeziehung berührt deren Privatsphäre (vgl. Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

    Zwar können (wiederholte) Äußerungen eines Prominenten zu Liebesbeziehungen und seinem Liebesleben allgemein zu einem entsprechenden besonderen Informationsinteresse der Allgemeinheit führen, das im Rahmen der Abwägung zum Nachteil des von der Berichterstattung Betroffenen zu berücksichtigen ist (vgl. Senatsurteil vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 19 ff.).

  • BGH, 14.12.2021 - VI ZR 403/19

    Zur Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch einen das Sexualleben …

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Vielmehr wäre auch dann die Rechtswidrigkeit der Berichterstattung erst durch eine Abwägung der widerstreitenden grundrechtlich geschützten Belange zu bestimmen (vgl. nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18;… vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 21;… vom 29. November 2016 - VI ZR 382/15, NJW 2017, 1550 Rn. 15; jeweils mwN; st. Rspr.), in deren Rahmen auch den Rechten der Beklagten aus Art. 5 Abs. 1 GG erhebliche Bedeutung zukäme.

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18;… vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 21;… vom 29. November 2016 - VI ZR 382/15, NJW 2017, 1550 Rn. 15; jeweils mwN).

    Betrifft die Berichterstattung - wie hier - die Privatsphäre, ist bei dieser Abwägung von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 13; vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 23; jeweils mwN).

    Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 15; vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 19;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 25 ff.; jeweils mwN;… vgl. ferner zur Bildberichterstattung Senatsurteil vom 8. November 2022 - VI ZR 22/21, juris Rn. 20 f.).

  • BGH, 17.05.2022 - VI ZR 141/21

    Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Ehemanns durch eine …

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Das für die Rechtmäßigkeit einer in die Privatsphäre einer Person eingreifenden Berichterstattung grundsätzlich erforderliche berechtigte öffentliche Informationsinteresse kann sich in Bezug auf eine von der Berichterstattung mitbetroffene Person auch daraus ergeben, dass ein solches Interesse an der Berichterstattung allein in Bezug auf eine andere Person besteht (vgl. BGH, Urteil vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 57).

    Hingegen reicht es nicht aus, dass sich der Dritte wegen seiner engen Beziehung zum Dargestellten durch eine Berichterstattung, die ihn selbst weder ausdrücklich noch stillschweigend erwähnt, persönlich betroffen fühlt oder dass Leser den beanstandeten Bericht zum Anlass nehmen, den Dritten auf den Bericht anzusprechen und zu belästigen; solche Ausstrahlungen auf die Person des Dritten, in denen sich gar nicht der Inhalt der Veröffentlichung, sondern nur noch die persönliche Verbundenheit zu der in die Öffentlichkeit gerückten Person ausdrückt, bleiben als bloße Reflexwirkungen schutzlos (vgl. Senatsurteile vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 26;… vom 6. Dezember 2005 - VI ZR 265/04, BGHZ 165, 203, 212 f., juris Rn. 24;… vom 15. April 1980 - VI ZR 76/79, NJW 1980, 1790, 1791, juris Rn. 12).

    Ob das Persönlichkeitsrecht des Dritten durch eine auf eine andere Person abzielende Berichterstattung unmittelbar oder nur mittelbar beeinträchtigt ist, hängt von den konkreten Umständen der jeweiligen Berichterstattung ab (vgl. Senatsurteil vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 27).

    Rn. 30 (a) Im Grundsatz kann sich in Fällen der vorliegenden Art ein zugunsten des Medienorgans in die Abwägung einzustellendes berechtigtes öffentliches Informationsinteresse auch daraus ergeben, dass ein solches Interesse an der Berichterstattung (allein) in Bezug auf eine andere Person als den von der Berichterstattung notwendigerweise mitbetroffenen Anspruchsteller besteht (vgl. Senatsurteil vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 57).

  • BVerfG, 14.07.2004 - 1 BvR 263/03

    Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Presseberichterstattung

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Es reicht vielmehr aus, dass über die Berichterstattung Informationen über den Betroffenen an solche Personen geraten, die aufgrund ihrer sonstigen Kenntnisse in der Lage sind, die betroffene Person zu identifizieren (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 14. Juli 2004 - 1 BvR 263/03, NJW 2004, 3619, 3620).

    Vielmehr reicht es aus, dass über die Berichterstattung Informationen über den Betroffenen an solche Personen geraten, die aufgrund ihrer sonstigen Kenntnisse in der Lage sind, die betroffene Person zu identifizieren (vgl. nur BVerfG, NJW 2004, 3619, 3620;… Senatsurteile vom 15. September 2015 - VI ZR 175/14, BGHZ 206, 347 Rn. 28;… vom 26. Mai 2009 - VI ZR 191/08, NJW 2009, 3576 Rn. 9;… vom 10. Dezember 1991 - VI ZR 53/91, NJW 1992, 1312, 1313, juris Rn. 16).

    Hier ist - wie gezeigt - gerade auch in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. BVerfG, NJW 2004, 3619, 3620) anerkannt, dass eine für einen Eingriff in die Privatsphäre des nicht namentlich genannten Betroffenen ausreichende Identifizierbarkeit auch dann gegeben ist, wenn sich seine Identität für einen Teil der Leser erst im Zusammenspiel mit deren sonstigen, also gerade nicht allein aus der Berichterstattung selbst abgeleiteten Kenntnissen ergibt.

  • BGH, 29.11.2016 - VI ZR 382/15

    Schutz der Privatsphäre: Presseberichterstattung über den Gesundheitszustand …

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Vielmehr wäre auch dann die Rechtswidrigkeit der Berichterstattung erst durch eine Abwägung der widerstreitenden grundrechtlich geschützten Belange zu bestimmen (…vgl. nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18;… vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 21; vom 29. November 2016 - VI ZR 382/15, NJW 2017, 1550 Rn. 15; jeweils mwN; st. Rspr.), in deren Rahmen auch den Rechten der Beklagten aus Art. 5 Abs. 1 GG erhebliche Bedeutung zukäme.

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18;… vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 21; vom 29. November 2016 - VI ZR 382/15, NJW 2017, 1550 Rn. 15; jeweils mwN).

  • BGH, 22.11.2011 - VI ZR 26/11

    Persönlichkeitsschutz in der Presse: Identifizierende Wort- und …

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Dazu gehören nach gefestigter Senatsrechtsprechung auch Informationen über das Bestehen einer Liebesbeziehung, deren Bekanntwerden der Betroffene - aus welchen Gründen auch immer - nicht wünscht, sondern vielmehr geheim halten möchte (…Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19; vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

    Rn. 32 (aa) Die W. namentlich bezeichnende Berichterstattung über das Ende ihrer mit dem Kläger über sieben Jahre geführten, nach den Feststellungen des Berufungsgerichts stets geheim gehaltenen Liebesbeziehung berührt deren Privatsphäre (…vgl. Senatsurteile vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19; vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

  • BGH, 10.11.2020 - VI ZR 62/17

    Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presseberichterstattung: Bestimmung des …

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Vielmehr wäre auch dann die Rechtswidrigkeit der Berichterstattung erst durch eine Abwägung der widerstreitenden grundrechtlich geschützten Belange zu bestimmen (…vgl. nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18; vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 21;… vom 29. November 2016 - VI ZR 382/15, NJW 2017, 1550 Rn. 15; jeweils mwN; st. Rspr.), in deren Rahmen auch den Rechten der Beklagten aus Art. 5 Abs. 1 GG erhebliche Bedeutung zukäme.

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18; vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 21;… vom 29. November 2016 - VI ZR 382/15, NJW 2017, 1550 Rn. 15; jeweils mwN).

  • BVerfG, 13.06.2007 - 1 BvR 1783/05

    Roman Esra

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Das Bundesverfassungsgericht habe - so die Revision - in seiner "Esra"-Entscheidung (BVerfGE 119, 1, 25 f., juris Rn. 75 ff.) gefordert, dass sich eine Identifizierung dem mit den Umständen vertrauten Leser gerade aufdrängen müsse, und zwar anhand der beanstandeten Berichterstattung selbst.

    Vielmehr befasst sich das Bundesverfassungsgericht an der von der Revision in Bezug genommenen Stelle seiner Entscheidung allein mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen - auch vor dem Hintergrund der im Streitfall nicht einschlägigen Kunstfreiheit - eine Person dadurch in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht betroffen wird, dass sie als Vorbild für eine Romanfigur dient (BVerfGE 119, 1, 24 ff., juris Rn. 73 ff.).

  • BGH, 06.12.2005 - VI ZR 265/04

    Zum postmortalen Geldentschädigungsanspruch

    Auszug aus BGH, 06.12.2022 - VI ZR 237/21
    Insoweit kann für das Persönlichkeitsrecht unbeschadet seiner Ausbildung als ein erst durch Güter- und Interessenabwägung im Einzelfall zu ermittelndes Schutzgut nichts anderes gelten als für die in § 823 Abs. 1 BGB genannten Rechtsgüter und absoluten Rechte (Senatsurteile vom 6. Dezember 2005 - VI ZR 265/04, BGHZ 165, 203, 211, juris Rn. 21 mwN;… vom 15. April 1980 - VI ZR 76/79, NJW 1980, 1790, 1791, juris Rn. 11).

    Hingegen reicht es nicht aus, dass sich der Dritte wegen seiner engen Beziehung zum Dargestellten durch eine Berichterstattung, die ihn selbst weder ausdrücklich noch stillschweigend erwähnt, persönlich betroffen fühlt oder dass Leser den beanstandeten Bericht zum Anlass nehmen, den Dritten auf den Bericht anzusprechen und zu belästigen; solche Ausstrahlungen auf die Person des Dritten, in denen sich gar nicht der Inhalt der Veröffentlichung, sondern nur noch die persönliche Verbundenheit zu der in die Öffentlichkeit gerückten Person ausdrückt, bleiben als bloße Reflexwirkungen schutzlos (…vgl. Senatsurteile vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 26; vom 6. Dezember 2005 - VI ZR 265/04, BGHZ 165, 203, 212 f., juris Rn. 24;… vom 15. April 1980 - VI ZR 76/79, NJW 1980, 1790, 1791, juris Rn. 12).

  • BGH, 15.04.1980 - VI ZR 76/79

    Eingriff in das Persönlichkeitsrecht durch Presseberichterstattung; Betroffenheit …

  • BGH, 16.01.2018 - VI ZR 498/16

    Eingriff in das Unternehmerpersönlichkeitsrecht: Sinndeutung einer Äußerung; …

  • BGH, 08.11.2022 - VI ZR 22/21

    Allgemeines Persönlichkeitsrecht: Bildberichterstattung über einen Aufnäher auf …

  • BGH, 15.09.2015 - VI ZR 175/14

    Persönlichkeitsverletzung eines minderjähriges Kindes: Buchveröffentlichung einer …

  • BGH, 26.05.2009 - VI ZR 191/08

    Spielfilm über "Kannibalen von Rotenburg" darf gezeigt werden

  • BVerfG, 25.11.1999 - 1 BvR 348/98

    Lebach II

  • BGH, 10.12.1991 - VI ZR 53/91

    Beeinträchtigung durch Fernsehberichterstattung

  • BGH, 23.05.2023 - VI ZR 476/18

    Auslistungsbegehren gegen den Internet-Suchdienst von Google

    Denn der Kläger ist durch die Berichterstattung in dem genannten Artikel aus den unter a) und b) bereits näher ausgeführten Gründen weder identifizierbar noch anderweitig individuell in seinem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht betroffen (vgl. zur bloßen Reflexwirkung einer Berichterstattung zuletzt Senat, Urteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, AfP 2023, 54 Rn. 17 mwN;… speziell zur Wirtschaftsberichterstattung Korte, Praxis des Presserechts, 2. Aufl., § 2 Rn. 159 f.).
  • BGH, 05.12.2023 - VI ZR 1214/20

    Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presse: Berührung der Privatsphäre beider …

    Nichts anderes kann für Informationen über das Ende einer Liebesbeziehung gelten (Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 15).

    Ob das Persönlichkeitsrecht des Dritten durch eine auf eine andere Person abzielende Berichterstattung unmittelbar oder nur mittelbar beeinträchtigt ist, hängt von den konkreten Umständen der jeweiligen Berichterstattung ab (…vgl. Senatsurteil vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, AfP 2022, 429 Rn. 27; zum Ganzen Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 17).

    Diese Personen konnten aus der Information, K. W. und der "Berliner Anwalt" hätten sich nach einer siebenjährigen Beziehung getrennt, ohne Weiteres darauf schließen, dass (auch) der Kläger von der Trennung betroffen ist (vgl. zum Ganzen Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 18 ff.).

    Dessen im Berufungsurteil in Bezug genommenen Entscheidungen (…BVerfG, NJW 2000, 1859, juris Rn. 39 - Lebach II sowie BVerfGE 119, 1, juris Rn. 75 f. - Esra) ist - wie der Senat in einem früheren, ebenfalls eine Berichterstattung über die Trennung des Klägers von K. W. betreffenden Verfahren bereits im Einzelnen ausgeführt hat (Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 20 ff.) - insbesondere nichts für die Ansicht zu entnehmen, es fehle unter Umständen, wie sie im Streitfall gegeben sind, an einer Betroffenheit des Klägers, weil es hierfür auf "den Durchschnittsleser ohne Sonderwissen" ankomme.

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 25;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18;… vom 10. November 2020 - VI ZR 62/17, AfP 2021, 32 Rn. 21;… vom 29. November 2016 - VI ZR 382/15, NJW 2017, 1550 Rn. 15; jeweils mwN).

    Betrifft die Berichterstattung - wie hier - die Privatsphäre, ist bei dieser Abwägung von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 26;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 13;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 19;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 23; jeweils mwN).

    Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 26;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 15;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 19;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 25 ff.; jeweils mwN;… vgl. ferner zur Bildberichterstattung Senatsurteil vom 8. November 2022 - VI ZR 22/21, NJW 2023, 610 Rn. 20 f.).

    Dennoch überwiegen die berechtigten Interessen des Klägers, weil es an einem berechtigten Informationsinteresse der Öffentlichkeit dem Kläger gegenüber hinsichtlich der angegriffenen Berichterstattung fehlt (vgl. Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 27).

    Dies folgt schon daraus, dass die angegriffene Berichterstattung aus der insoweit maßgeblichen (…vgl. nur Senatsurteil vom 16. Januar 2018 - VI ZR 498/16, VersR 2018, 492 Rn. 20) Sicht des unvoreingenommenen und verständigen Publikums - anders als aus der für die Beurteilung eines Eingriffs in die Privatsphäre maßgeblichen Sicht des Personenkreises, der über die (ehemalige) Liebesbeziehung des Klägers und K. W. Bescheid weiß - diese Information überhaupt nicht enthält (vgl. Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 28).

    Für den Streitfall bedeutet dies, dass dann, wenn die angegriffene Berichterstattung gegenüber K. W. unzulässig ist, im Verhältnis zum Kläger nicht von einem berechtigten Informationsinteresse der Öffentlichkeit ausgegangen werden kann (vgl. Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 30).

    Rn. 26 (aa) Die K. W. namentlich bezeichnende Berichterstattung über das Ende ihrer mit dem Kläger über sieben Jahre geführten, nach den getroffenen Feststellungen stets geheim gehaltenen, "vollständig im Verborgenen" gelebten Liebesbeziehung berührt deren Privatsphäre (vgl. Senatsurteile vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 32;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

    Die Preisgabe des Endes ihrer langjährigen Beziehung stellt keine Mitteilung einer bloßen Belanglosigkeit dar, sondern gibt einen tieferen Einblick in die persönlichen Lebensumstände von K. W. (vgl. Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 34;… zu einer Mitteilung über eine neue, bislang geheim gehaltene Beziehung vgl. Senatsurteil vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 31).

    Die angegriffene Berichterstattung thematisiert dies sogar ausdrücklich, etwa wenn sie das Ende der Beziehung auf die "Geheimniskrämerei" zurückführt, die die Partner in Bezug auf ihre Verbindung betrieben hätten, und von einem "Dauerpech" der K. W. "mit Männern" die Rede ist (vgl. bereits Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 34).

    Die Berichterstattung zielt damit in erster Linie auf das Bedürfnis der Leser ab, Tatsachen aus dem Privatleben der K. W. zu erfahren, die bislang verborgen geblieben sind (vgl. bereits Senatsurteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 35;… zum Ganzen auch Senatsurteil vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 31).

    Zwar können (wiederholte) Äußerungen eines Prominenten zu Liebesbeziehungen und seinem Liebesleben allgemein zu einem entsprechenden besonderen Informationsinteresse der Allgemeinheit führen, das im Rahmen der Abwägung zum Nachteil des von der Berichterstattung Betroffenen zu berücksichtigen ist (vgl. Senatsurteile vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 36;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 19 ff.).

  • BGH, 22.07.2025 - VI ZR 217/23

    Unzulässige Berichterstattung über Ehepartner von Nadja Auermann

    Dazu gehören auch Informationen über das Bestehen einer Liebesbeziehung, deren Bekanntwerden der Betroffene - aus welchen Gründen auch immer - nicht wünscht, sondern vielmehr geheim halten möchte (…Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 12; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 15;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 9;… vom 2. Mai 2017 - VI ZR 262/16, NJW-RR 2017, 1516 Rn. 19;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, NJW 2012, 763 Rn. 11).

    Erscheint die Persönlichkeitssphäre des Dritten selbst als zum Thema des Berichts zugehörig, so ist sie auch dann berührt, wenn die Veröffentlichung auf eine andere Person zielt und diese Person im Mittelpunkt der Berichterstattung steht (…Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 14; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 17;… vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, NJW 2022, 3496 Rn. 26; jeweils mwN).

    Vielmehr reicht es aus, dass durch die Berichterstattung Informationen über den Betroffenen an solche Personen geraten, die aufgrund ihrer sonstigen Kenntnisse in der Lage sind, die betroffene Person zu identifizieren (…Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 15; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 18;… vom 15. September 2015 - VI ZR 175/14, BGHZ 206, 347 Rn. 28; vgl. ferner BVerfG, NJW 2004, 3619, 3620).

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (…st. Rspr., vgl. nur Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 19; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 25;… vom 14. Dezember 2021 - VI ZR 403/19, NJW-RR 2022, 419 Rn. 18; jeweils mwN).

    Betrifft die Berichterstattung - wie hier - die Privatsphäre, ist bei dieser Abwägung von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…st. Rspr., vgl. nur Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 20; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 26;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 13; jeweils mwN).

    Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (…st. Rspr., vgl. nur Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 20; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 26;… vom 2. August 2022 - VI ZR 26/21, NJW-RR 2022, 1409 Rn. 15 f.; jeweils mwN).

    Ist die konkrete Berichterstattung schon der Person gegenüber unzulässig, derentwegen überhaupt von einem entsprechenden Informationsinteresse der Öffentlichkeit ausgegangen werden kann, so muss dies auch gegenüber dem nur Mitbetroffenen gelten, in dessen Person ein originäres Informationsinteresse gerade nicht begründet ist (…Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 24; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 30).

    Auch ist A. keine Person des politischen Lebens, weshalb sich ein gesteigertes Informationsinteresse an Aspekten ihres Privatlebens und insbesondere dem Namen ihres zweiten Ehemannes nicht unter dem Gesichtspunkt demokratischer Transparenz und Kontrolle begründen lässt (…vgl. Senat, Urteile vom 5. Dezember 2023 - VI ZR 1214/20, NJW 2024, 747 Rn. 29; vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769 Rn. 35).

  • OLG Frankfurt, 15.01.2026 - 16 U 138/24

    Ersatzzustellung in Geschäftsräumen nach Einführung des § 178 Abs. 1 Nr. 2 ZPO

    Dazu gehören auch Informationen über das Bestehen einer Liebesbeziehung, deren Bekanntwerden der Betroffene - aus welchen Gründen auch immer - nicht wünscht, sondern vielmehr geheim halten möchte (…BGH, NJW 2025, 3499, Rn. 11;… BGH, NJW 2024, 747, Rn. 12; BGH, NJW 2023, 769, Rn. 15;… BGH, NJW-RR 2022, 1409, Rn. 9;… Senat, GRUR-RS 2025, 1201, Rn. 48).

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (…st. Rspr, vgl. nur BGH, GRUR 2025, 1517, Rn. 19;… BGH, NJW 2024, 747, Rn. 19; BGH, NJW 2023, 769, Rn. 25; jew. m.w.N.).

    Betrifft die Berichterstattung - wie hier - die Privatsphäre, ist bei dieser Abwägung von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (…vgl. BGH, GRUR 2025, 1517, Rn. 20;… BGH, NJW 2024, 747, Rn. 20; BGH, NJW 2023, 769, Rn. 26; jew. m.w.N.).

    Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (…vgl. BGH, GRUR 2025, 1517, Rn. 21;… BGH, NJW 2024, 747, Rn. 20; BGH, NJW 2023, 769, Rn. 26;… BGH, NJW-RR 2022, 1409, Rn. 15 f., jew. m.w.N.).

    Demnach lässt sich ein gesteigertes Informationsinteresse an Aspekten seines Privatlebens und insbesondere seiner vermeintlichen Beziehung mit Q nicht unter dem Gesichtspunkt demokratischer Transparenz und Kontrolle begründen (…vgl. hierzu auch BGH, NJW 2024, 747, Rn. 29; NJW 2023, 769, Rn. 35).

    Ist die konkrete Berichterstattung schon der Person gegenüber unzulässig, derentwegen überhaupt von einem entsprechenden Informationsinteresse der Öffentlichkeit ausgegangen werden kann, so muss dies auch gegenüber dem nur Mitbetroffenen gelten, in dessen Person ein originäres Informationsinteresse gerade nicht begründet ist (…BGH, GRUR 2025, 1517 Rn. 25;… BGH, NJW 2024, 747, Rn. 24; BGH, NJW 2023, 769, Rn. 30).

    Ferner ist Frau Q keine Person des politischen Lebens, weshalb sich ein gesteigertes Informationsinteresse an Aspekten ihres Privatlebens und insbesondere ihrer vermeintlichen Beziehung mit dem Kläger nicht unter dem Gesichtspunkt demokratischer Transparenz und Kontrolle begründen lässt (…vgl. hierzu auch BGH, NJW 2024, 747, Rn. 29; NJW 2023, 769, Rn. 35).

  • OLG Oldenburg, 09.06.2026 - 13 U 45/25

    Veröffentlichung heimlicher Aufnahmen aus einem Schlachthofbetrieb auf Instagram …

    Insoweit hat das Landgericht zu Recht darauf abgestellt, dass eine Erkennbarkeit für einzelne Empfänger, die aufgrund sonstiger Kenntnisse aus dem beruflichen oder persönlichen Umfeld der Klägerin diese identifizieren können, genügt (vgl. BVerfG, NJW 2004, 3619, 3620 [BVerfG 14.07.2004 - 1 BvR 263/03]; BGH NJW 2023, 769 [BGH 06.12.2022 - VI ZR 237/21] Rn. 28;… NJW 2024, 747 Rn. 22).
  • KG, 13.05.2024 - 10 U 84/22

    Liebesbeziehung - Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch Berichterstattung …

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (siehe nur BGH, Urteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, Randnummer 25).

    Betrifft die Berichterstattung wie hier die Privatsphäre, ist bei dieser Abwägung von entscheidender Bedeutung, ob sie sich durch ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit rechtfertigen lässt (siehe nur BGH, Urteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, Randnummer 26).

    Außerdem muss grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Berichterstattung über Tatsachen, die einen Beitrag zu einer Diskussion in einer demokratischen Gesellschaft leisten kann, die zum Beispiel Politiker bei Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte betrifft, und der Berichterstattung über Einzelheiten des Privatlebens einer Person, die keine solchen Aufgaben hat (siehe nur BGH, Urteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, Randnummer 26).

    Wiederholte Äußerungen eines Prominenten zu Liebesbeziehungen und seinem Liebesleben allgemein können indessen zu einem entsprechenden besonderen Informationsinteresse der Allgemeinheit führen, das im Rahmen der Abwägung zum Nachteil des von der Berichterstattung Betroffenen zu berücksichtigen ist (BGH Urteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, juris Randnummer 36).

    Rn. 33 Zu Gunsten der Beklagten ergibt sich in Bezug auf den Kläger ferner ein in die Abwägung einzustellendes, berechtigtes und tatsächlich überwiegendes öffentliches Informationsinteresse auch daraus, dass ein solches an der Berichterstattung in Bezug auf die Klägerin besteht (BGH, Urteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21, Randnummer 30 - Berichterstattung über nicht prominenten Partner).

  • OLG Dresden, 14.07.2026 - 4 W 344/26

    Verfahren OAZ gegen "Volksverpetzer": Kein Anspruch auf Unterlassung …

    Ob das Persönlichkeitsrecht des Dritten durch eine auf eine andere Person abzielende Berichterstattung unmittelbar oder nur mittelbar beeinträchtigt ist, hängt von den konkreten Umständen der jeweiligen Berichterstattung ab (vgl. BGH, Urteil vom 17. Mai 2022 - VI ZR 141/21, Urteil vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 237/21 - juris; Senat, Beschluss vom 27. März 2025 - 4 U 185/25 -, juris).
  • OLG Stuttgart, 24.01.2024 - 4 U 129/23

    Presseerklärung einer Strafverteidigerin - Ehrenschutzklage einer Zeugin: …

    Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht ist nur dann rechtswidrig, wenn das Schutzinteresse des Betroffenen die schutzwürdigen Belange der anderen Seite überwiegt (BGH, Urteil vom 06.12.2022, VI ZR 237/21, GRUR-RS 2022, 40467 Rn. 25;… BGH NJW 2015, 782 [784 Rn. 19] - Innenminister unter Druck).
  • OLG München, 30.06.2026 - 18 U 503/26

    Zu-Eigen-Machen, Bildberichterstattung, Zitat, innere Tatsache, …

    Denn dafür, durch eine Presseberichterstattung in seinem Persönlichkeitsrecht betroffen zu sein, reicht es nicht aus, dass sich jemand wegen seiner engen Beziehung zum Dargestellten durch eine Berichterstattung, die ihn selbst weder ausdrücklich noch stillschweigend erwähnt, persönlich betroffen fühlt (siehe dazu BGH, Urteil vom 06.12.2022 - VI ZR 237/21, NJW 2023, 769, 770 f., Rn. 17 m.w.N.); die zweite Äußerung bezieht sich vorliegend nach dem Verständnis des Durchschnittslesers aber nicht auf den Kläger.
  • OLG Köln, 13.07.2023 - 15 U 78/23
    Es reicht auch aus, wenn sich die Identität so zumindest für einen Teil der Leser im Zusammenspiel mit deren sonstigen, also gerade nicht allein aus der Berichterstattung selbst abgeleiteten Kenntnissen ergibt (BGH v. 06.12.2022 - VI ZR 237/21, GRUR-RS 2022, 40467 Rn. 21; siehe auch OLG Karlsruhe v. 02.02.2015 - 6 U 130/14, NJW-RR 2015, 670).
  • LG Karlsruhe, 12.10.2023 - 22 O 6/23

    Persönlichkeitsrecht: Erkennbarkeit von Personen in einer Berichterstattung

  • OLG Dresden, 14.02.2023 - 4 U 2331/22

    Seenotrettungsverein gewinnt gegen AfD-Kreisverband

  • OLG Stuttgart, 06.05.2026 - 17 UF 120/25

    Unterlassungsansprüche unter Ehegatten: Wann Äußerungen im Familienstreit …

  • LG Berlin II, 14.07.2026 - 27 O 236/26
  • OLG Köln, 04.05.2023 - 15 U 61/23
  • OLG Frankfurt, 02.05.2024 - 16 U 26/23

    Heimliche Tonaufnahmen und Presserecht

  • LG Berlin, 09.05.2023 - 27 O 140/23

    Berliner Rechtsanwalt - Erwähnung von identifizierbarem früheren Partner in …

  • LG Oldenburg, 16.07.2025 - 5 O 326/25

    Unterlassungsanspruch hinsichtlich des Betretens eines Schlachthofs und des …

  • LG Berlin II, 03.04.2025 - 27 O 304/24

    Zulässigkeit der identifizierenden Berichterstattung über Rechtsanwältin und …

  • LG Berlin II, 12.11.2024 - 27 O 296/24

    Unterlassungsanspruch gegen eine identifizierende Presseberichterstattung über …

  • LG Berlin II, 14.07.2026 - 27 O 237/26

    Block-Prozess - Mitangeklagter Familienanwalt musste nicht verpixelt werden

  • LG Berlin II, 06.01.2026 - 27 O 412/25

    Zulässigkeit identifizierender Verdachtsberichterstattung über Rechtsanwalt und …

  • OLG Köln, 02.06.2023 - 15 U 61/23
  • OLG Stuttgart, 25.03.2026 - 4 U 336/25

    Äußerungen zu einem laufenden Strafverfahren durch einen Strafverteidiger in …

  • OLG Hamburg, 05.12.2023 - 7 U 82/19

    Persönlichkeitsrechtsverletzende identifizierende Verdachtsberichterstattung: …

  • LG Berlin II, 06.03.2025 - 27 O 231/24

    Identifizierende Berichterstattung über Fraktionsmitarbeiterin im Zusammenhang …

  • OLG Köln, 15.06.2023 - 15 U 5/23

    Anspruch auf Unterlassung bezüglich behauptetem Anlagebetrugs durch Unternehmer …

  • LG Berlin II, 09.06.2026 - 27 O 188/26
  • LG Berlin II, 10.06.2025 - 27 O 17/25

    Zulässigkeit einer wahrheitsgemäßen Presseberichterstattung über das Geburtsdatum …

  • OLG Dresden, 27.03.2025 - 4 U 185/25

    Wiederholungsgefahr und Persönlichkeitsrechtsverletzung im Äußerungsrecht

  • KG, 08.07.2024 - 10 U 72/22

    Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Presseberichterstattung: Vorrang des …

  • KG, 22.02.2024 - 10 U 49/22

    Unterlassung der Veröffentlichung einer Äußerung und der Verbreitung eines …

  • KG, 30.09.2024 - 10 U 104/23

    Betroffenheit der Sozialsphäre durch Berichterstattung über ein angestrengtes …

  • KG, 25.04.2024 - 10 W 43/24

    Äußerungen im Rahmen der Sozialsphäre - Unterlassungsantrag eines …

  • KG, 01.06.2023 - 10 U 1091/20
  • OLG Köln, 22.09.2025 - 15 W 91/25

    Unterlassungsverfügung betreffend eine Berichterstattung in identifizierender …

  • LG Köln, 26.02.2025 - 28 O 157/24
  • KG, 09.11.2023 - 10 W 167/23

    Wann wird Veranlassung zur Klageerhebung gegeben?

  • LG Hamburg, 16.01.2026 - 324 O 505/25
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