Rechtsprechung
| BFH, 01.08.1967 - II B 8/67 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Zulässigkeit der Verfahrensaussetzung vor den Finanzgerichten bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Verfahren über die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit von § 6 Abs. 1 Nr. 4 Kapitalverkehrsteuergesetz (KVStG) - Pflicht zur Verfahrensaussetzung im ...
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- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 89, 178
- BStBl III 1967, 562
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (5)
- BFH, 24.01.1967 - II S 30/66
Verfassungswidrigkeit einer Vorschrift des Kapitalverkehrsteuergesetzes (KVStG)
Auszug aus BFH, 01.08.1967 - II B 8/67
Das FG ist mit diesem Beschluß von der im Ergebnis ständigen Rechtsprechung des Senats abgewichen, wie sie im Ergebnis übereinstimmend in den Beschlüssen II S 2/66 vom 23. Februar 1966 (BFH 86, 248, BStBl III 1966, 402), II B 3/66 vom 27. Juli 1966 (BFH 86, 504, BStBl III 1966, 546) und II S 30/66 vom 24. Januar 1967 (BFH 87, 517, BStBl III 1967, 205) enthalten ist.In dem letztgenannten Beschluß II S 30/66 hat der BFH im Ergebnis an der Rechtsauffassung des zweitgenannten Beschlusses II B 3/66 festgehalten.
In der Begründung dieses Beschlusses II S 30/66 hat er zum Ausdruck gebracht, in der Regel berechtige zwar die verfassungsrechtliche Problematik für sich allein - sofern nicht bei einem konkreten Normenkontrollverfahren nach Artikel 100 des Grundgesetzes (GG) auszusetzen ist - nicht zur Aussetzung des Verfahrens nach § 74 FGO bis zur Entscheidung des BVerfG.
Der Senat hat es daher in dem genannten Beschluß II S 30/66 für zulässig und geboten erachtet, in Fällen nach Art des Streitfalls die Vorschrift des § 74 FGO sinngemäß anzuwenden.
An dieser in dem letztgenannten Beschluß II S 30/66 (…a.a.O.) vertretenen Rechtsauffassung hält der Senat auch für die in dieser Sache zu treffende Beschwerdeentscheidung mit der Maßgabe fest, daß in sinngemäßer Anwendung des § 74 FGO auch das beim FG anhängige Berufungsverfahren in Abweichung von dem angefochtenen Beschluß des FG ausgesetzt werden darf und im Rahmen der Ausübung des pflichtgemäßen Ermessens ausgesetzt werden muß.
Zu den Einwänden, die auch die Klägerin des jetzt beim BFH anhängigen Beschwerdeverfahrens gegen die sinngemäße Anwendung des § 74 FGO aus der Entstehungsgeschichte der FGO (Streichung des § 72 Abs. 2 des Entwurfs) herleiten will, hat der Senat schon in den Gründen des drittgenannten Beschlusses II S 30/66 (…a.a.O.) Stellung genommen; an dieser Stellungnahme wird festgehalten; auf die dortige Begründung wird Bezug genommen.
Abschließend sei noch besonders auf den drittletzten Absatz des Beschlusses II S 30/66 (…a.a.O.) hingewiesen: "Würde der BFH weiterhin entsprechend seinem Urteil II 12/61 S (…a.a.O.) jeweils zur Sache entscheiden" (also nicht aussetzen) "so würde - unter der Unterstellung, daß das BVerfG den gegenteiligen Standpunkt einnehmen sollte - zumindest die Gleichmäßigkeit der Besteuerung, wenn nicht gar der Gleichheitssatz (Artikel 3 Abs. 1 GG) verletzt.".
Eine Anrufung des Großen Senats hält der erkennende Senat aus den in den beiden letzten Absätzen des Beschlusses II S 30/66 (…a.a.O.) dargelegten Gründen nach wie vor nicht für erforderlich.
- BFH, 23.02.1966 - II S 2/66
Auszug aus BFH, 01.08.1967 - II B 8/67
Das FG ist mit diesem Beschluß von der im Ergebnis ständigen Rechtsprechung des Senats abgewichen, wie sie im Ergebnis übereinstimmend in den Beschlüssen II S 2/66 vom 23. Februar 1966 (BFH 86, 248, BStBl III 1966, 402), II B 3/66 vom 27. Juli 1966 (BFH 86, 504, BStBl III 1966, 546) und II S 30/66 vom 24. Januar 1967 (BFH 87, 517, BStBl III 1967, 205) enthalten ist.In dem erstgenannten Beschluß II S 2/66 hatte der BFH es schlechthin für geboten erachtet, das Revisionsverfahren auszusetzen, wenn beim BVerfG ein abstraktes Normenkontrollverfahren zur Prüfung von Rechtsnormen anhängig ist, von deren Gültigkeit oder Nichtigkeit die Entscheidung in dem (beim BFH anhängigen) Revisionsverfahren abhängt.
Mit Rücksicht auch auf diese neuen Ausführungen der genannten Kommentare vermag sich der Senat der abweichenden Ansicht, wie sie wohl noch überwiegend im verwaltungsgerichtlichen Schrifttum und der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zu § 94 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) vertreten wird, nicht anzuschließen (vgl. hierzu auch die Begründung des erstgenannten Beschlusses II S 2/66, a.a.O.).
- BFH, 27.07.1966 - II B 3/66
Auszug aus BFH, 01.08.1967 - II B 8/67
Das FG ist mit diesem Beschluß von der im Ergebnis ständigen Rechtsprechung des Senats abgewichen, wie sie im Ergebnis übereinstimmend in den Beschlüssen II S 2/66 vom 23. Februar 1966 (BFH 86, 248, BStBl III 1966, 402), II B 3/66 vom 27. Juli 1966 (BFH 86, 504, BStBl III 1966, 546) und II S 30/66 vom 24. Januar 1967 (BFH 87, 517, BStBl III 1967, 205) enthalten ist.In dem weiteren Beschluß II B 3/66 hatte der II. Senat die Berechtigung zur Aussetzung auf die Fälle beschränkt, in denen der BFH eine Vorschrift (hier § 6 Abs. 1 Nr. 4 KVStG) für nichtig erachtet und deswegen eine Landesregierung beim BVerfG die abstrakte Normenkontrolle beantragt hatte.
In dem letztgenannten Beschluß II S 30/66 hat der BFH im Ergebnis an der Rechtsauffassung des zweitgenannten Beschlusses II B 3/66 festgehalten.
- BVerwG, 13.02.1962 - I B 14.62
Verwaltungsprozessuale Rechtsschutzmöglichkeiten gegen die Abbruchsanordnung …
Auszug aus BFH, 01.08.1967 - II B 8/67
Der Hinweis des FG darauf, daß schon die Aussetzung des Verfahrens mit Rücksicht auf eine zu erwartende Rechtsänderung nicht zulässig sei (vgl. Beschluß des Bundesverwaltungsgerichts I B 14/62 vom 13. Februar 1962, Neue Juristische Wochenschrift 1962, 1170), ist daher nicht einschlägig. - BFH, 03.12.1964 - II 12/61 S
Gesellschaftssteuerpflichtigkeit des Erwerbs von Kommanditanteilen an einer GmbH …
Auszug aus BFH, 01.08.1967 - II B 8/67
Zur Begründung der Berufung hat sie darauf hingewiesen, daß die Vorschrift des § 6 Abs. 1 Nr. 4 KVStG, auf der die Steuerfestsetzung beruht, nach einer Reihe von Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH), in erster Linie des Urteils II 12/61 S vom 3. Dezember 1964 (Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 81 S. 55 - BFH 81, 55 -, BStBl III 1965, 19) verfassungswidrig ist.
- BFH, 23.01.1974 - II B 68/73
Rechtsverhältnis - Wirksamkeit eines Gesetzes - Besondere Gründe - Aussetzung der …
Dem Beschluß des BFH vom 1. August 1967 II B 8/67 (BFHE 89, 178, BStBl III 1967, 562) lag eine wesentlich andere Interessenlage zugrunde; sie rechtfertigte nicht die unmittelbare, sondern die "sinngemäße" Anwendung des § 74 FGO (BFHE 89, 178 [179]).Soweit die Beschlüsse vom 24. Januar 1967 II S 30/66 (BFHE 87, 517, BStBl III 1967, 205) und vom 1. August 1967 II B 8/67 (BFHE 89, 178, BStBl III 1967, 562) noch -- ohne Abweichung in der Sache -- die Möglichkeit anderer Beurteilung offengehalten haben, waren diese Erwägungen nicht tragend.
- BFH, 01.12.1967 - III 205/65
Sonstiges Vermögen - Heranziehung zur Vermögensteuer - Grundbesitz - Einheitswert …
- BFH, 15.09.1967 - III B 32/67
Verfassungswidrigkeit eines Gestzes - Aussetzungsgrund - Anhängige …
Nur im letzteren Falle haben nach der Rechtsprechung des BFH FG und BFH bei ihnen anhängige Verfahren bis zur Entscheidung des BVerfG im abstrakten Normenkontrollverfahren auszusetzen (vgl. Beschlüsse II S 2/66 vom 23. Februar 1966, BFH 86, 248, BStBl III 1966, 402; II B 3/66 vom 27. Juli 1966, BFH 86, 504, BStBl III 1966, 546; II S 30/66 vom 24. Januar 1967, BFH 87, 517, BStBl III 1967, 205, und II B 8/67 vom 1. August 1967, BFH 89, 178, BStBl III 1967, 562). - BFH, 24.11.1982 - II B 46/82 Besondere Umstände, die eine entsprechende Anwendung dieser Vorschrift rechtfertigen (vgl. BFH-Beschluß vom 1.8.1967 II B 8/67 zur Anhängigkeit eines abstrakten Normenkontrollverfahrens), liegen nicht in der Anordnung des zuständigen Ministeriums, die Bearbeitung von Rechtsmitteln, die nur mit der Verfassungsmäßigkeit (hier: des Grunderwerbsteuerrechts begründet werden, im Einvernehmen mit dem Steuerpflichtigen bis zur BVerfG-Entscheidung zurückzustellen.
- BFH, 20.10.1967 - III 158/63
Vermögenssteuer bei Kapitalrenten für Witwen und Waisen aus der Ärzteversicherung
Daß die Rechtslage bei anhängigen abstrakten Normenkontrollverfahren (Art. 93 Abs. 1 GG in Verbindung mit § 13 Nr. 6 und § 76 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht) anders sein kann (vgl. Beschluß II B 8/67 vom 1. August 1967, BFH 89, 178, BStBl III 1967, 562), ist für den Streitfall ohne Bedeutung, da diese Voraussetzung nicht vorliegt.
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