Rechtsprechung
| BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16 |
Volltextveröffentlichungen (14)
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§ 42 StAG; § 12 Abs. 1 StAG; § 98 BVFG; § 95 Abs. 2 Nr. 2 AufenthG
Erschleichen der Einbürgerung (Machen unvollständiger Angaben zu wesentlichen Voraussetzungen der Einbürgerung: Begriff der Wesentlichkeit, gesetzlich angeordnetes Außerbetrachtbleiben von inländischen Strafverurteilungen, Orientierung der Auslegung an § 98 BVFG, nicht an ... - lexetius.com
- openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Strafbarer Verstoß gegen das Staatsangehörigkeitsgesetz: Falsche Angaben zu Vorstrafen unterhalb der Bagatellgrenze im Einbürgerungsverfahren
- rechtsprechung-im-internet.de
§ 12a Abs 1 S 1 RuStAG, § 12a Abs 1 S 2 RuStAG, § 42 RuStAG
Strafbarer Verstoß gegen das Staatsangehörigkeitsgesetz: Falsche Angaben zu Vorstrafen unterhalb der Bagatellgrenze im Einbürgerungsverfahren - IWW
§ 42 StAG, § ... 12a Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 StAG, § 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG, § 12a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Satz 2 StAG, § 12a Abs. 4 StAG, §§ 8, 9, 10 StAG, § 12a StAG, § 8 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 StAG, § 10 StAG, 9 StAG, § 95 Abs. 2 Nr. 2 AufenthG, § 98 Bundesvertriebenengesetz (BVFG), § 98 BVFG, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 StAG, § 8 Abs. 1 Nr. 2 StAG, § 12a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 StAG, § 12a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Nr. 3 StAG, § 12a Abs. 1 Satz 3 StAG, § 121 Abs. 2 Nr. 1 GVG, § 12a Abs. 1 S. 1 und S. 2 StAG, § 121 Abs. 1 GVG, Art. 103 Abs. 2 GG, § 12a Abs. 1 StAG, § 95 Abs. 2 Nr. 2 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG), § 98 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG), § 15 Abs. 1, Abs. 2 BVFG, § 7 StAG, § 72 BVFG, § 35 StAG, § 35 Abs. 1 StAG, § 48 der Verwaltungsverfahrensgesetze, Staatsangehörigkeitsgesetz (§§ 17, 35), Art. 16 Abs. 1 GG, § 48 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes, § 48 Abs. 2 VwVfG, § 48 VwVfG, §§ 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5, § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5
- Wolters Kluwer
Strafrechtliche Relevanz unrichtiger oder unvollständiger Angaben über inländische Strafverurteilungen im Einbürgerungsverfahren
- ra.de
- bghst-wolterskluwer
StAG § 42, § 12a Abs. 1 Satz 1, Satz 2
»Wesentliche« Voraussetzung der Einbürgerung i.S.v. § 42 StAG - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
StAG § 12a Abs. 1 S. 1; StAG § 42
Strafrechtliche Relevanz unrichtiger oder unvollständiger Angaben über inländische Strafverurteilungen im Einbürgerungsverfahren - datenbank.nwb.de
Strafbarer Verstoß gegen das Staatsangehörigkeitsgesetz: Falsche Angaben zu Vorstrafen unterhalb der Bagatellgrenze im Einbürgerungsverfahren
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (7)
- bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)
Verschweigen von für die Einbürgerung unbeachtlichen Verurteilungen straflos
- lawblog.de (Kurzinformation)
"Schummeln" bei der Einbürgerung ist nicht unbedingt strafbar
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Einbürgerung - und die verschwiegenen Vorstrafen
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Unrichtige Angaben bei der Einbürgerung - und die Vorstrafen
- beck-aktuell.de (Kurzinformation)
Verschweigen für Einbürgerung unbeachtlicher Verurteilungen nicht strafbar
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Verschweigen von für die Einbürgerung unbeachtlichen Verurteilungen straflos
- anwalt.de (Kurzinformation)
Vergangene Straftaten im Einbürgerungsantrag nicht erwähnt - das hat möglicherweise keine negativen Auswirkungen
Verfahrensgang
- OLG München, 08.03.2016 - 4 OLG 13 Ss 27/16
- BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Papierfundstellen
- BGHSt 62, 1
- NJW 2017, 899
- StV 2017, 252
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (20)
- BVerfG, 23.06.2010 - 2 BvR 2559/08
Untreuetatbestand: Präzisierungsgebot, Verschleifungsverbot
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Der Wortlaut ist so zu fassen, dass die Normadressaten im Regelfall bereits anhand des Wortlauts der gesetzlichen Vorschrift voraussehen können, ob ein Verhalten strafbar ist oder nicht (BVerfG, Beschlüsse vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08, 2 BvR 105/09, 2 BvR 491/09, BVerfGE 126, 170, 195 und vom 19. März 2007 - 2 BvR 2273/06, NJW 2007, 1666).Dementsprechend darf die Auslegung der Begriffe, mit denen der Gesetzgeber das unter Strafe gestellte Verhalten bezeichnet hat, nicht dazu führen, dass die dadurch bewirkte Eingrenzung der Strafbarkeit im Ergebnis wieder aufgehoben wird (st. Rspr.; vgl. BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08, 2 BvR 105/09, 2 BvR 491/09, BVerfGE 126, 170, 195 mwN).
- BGH, 02.09.2009 - 5 StR 266/09
Unerlaubter Aufenthalt eines Ausländers (Beihilfe; omissio libera in causa); …
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Zu § 95 Abs. 2 Nr. 2 AufenthG habe der Bundesgerichtshof ausdrücklich entschieden, dass der objektive Tatbestand schon dann erfüllt sei, wenn die richtige Anwendung des materiellen Aufenthaltsrechts wegen der Falschangaben abstrakt gefährdet sei (BGH, Beschluss vom 2. September 2009 - 5 StR 266/09, BGHSt 54, 140).Eine Strafbarkeit tritt sogar dann ein, wenn trotz der falschen oder unvollständigen Angaben ein Anspruch auf Erteilung eines Aufenthaltstitels bestand (vgl. BGH, Urteil vom 24. Oktober 2007 - 1 StR 189/07; Beschlüsse vom 2. September 2009 - 5 StR 266/09, BGHSt 54, 140, 146 und vom 30. Mai 2013 - 5 StR 130/13, BGHSt 58, 262 ff.; Urteil vom 22. Juli 2015 - 2 StR 389/13, NJW 2016, 419, 420).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 17.03.2016 - 19 A 2330/11
Rücknahme der Einbürgerung eines Ausländers wegen Unterstützung einer …
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Auch im Sinne von § 35 StAG sind "wesentlich' für den Erlass des Verwaltungsakts unrichtige bzw. unvollständige Angaben zu entscheidungserheblichen Tatsachen (vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 17. März 2016 - 19 A 2330/11;… Oberhäuser in: Hofmann, Ausländerrecht, 2. Aufl. 2016, Rn. 29 zu § 35 StAG).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 25.11.1996 - 25 A 1950/96
Zuwendungsbescheid; Stiftung ; Wohlfahrtspflege; Vergaberichtlinien; …
- BVerfG, 19.03.2007 - 2 BvR 2273/06
Unerlaubtes (Sich) Entfernen von Unfallort (keine Erstreckung des Abs. 2 Nr. 2 …
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Der Wortlaut ist so zu fassen, dass die Normadressaten im Regelfall bereits anhand des Wortlauts der gesetzlichen Vorschrift voraussehen können, ob ein Verhalten strafbar ist oder nicht (BVerfG, Beschlüsse vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08, 2 BvR 105/09, 2 BvR 491/09, BVerfGE 126, 170, 195 und vom 19. März 2007 - 2 BvR 2273/06, NJW 2007, 1666). - BVerfG, 24.05.2006 - 2 BvR 669/04
Einbürgerung
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Die Vorschrift geht auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 24. Mai 2006 (2 BvR 669/04, BVerfGE 116, 24 ff.) zurück und ist lex specialis zu § 48 der Verwaltungsverfahrensgesetze des Bundes und der Länder (…vgl. BT-Drucks. 16/10528, S. 6, 7;… Oberhäuser in: Hofmann, Ausländerrecht, 2. Aufl. 2016, Rn. 1 zu § 35 StAG). - BVerfG, 20.03.2002 - 2 BvR 794/95
Vermögensstrafe
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Im Bereich des materiellen Strafrechts markiert der grundsätzlich nach dem allgemeinen Sprachgebrauch der Gegenwart zu bestimmende mögliche Wortsinn des Gesetzes die äußerste Grenze zulässiger richterlicher Auslegung (st. Rspr.; vgl. BVerfG, Urteil vom 20. März 2002 - 2 BvR 794/95, BVerfGE 105, 135, 152 ff. und Beschluss vom 18. September 2006 - 2 BvR 2126/05, NJW 2007, 1193; BGH, Beschlüsse vom 25. Oktober 2006 - 1 StR 384/06, NJW 2007, 524, 525 und vom 2. Februar 2006 - 4 StR 570/05, BGHSt 50, 370, 372; Urteil vom 7. Oktober 2003 - 1 StR 212/03, BGHSt 48, 354, 357). - BGH, 02.02.2006 - 4 StR 570/05
Sexueller Missbrauch von Kindern (Vornahme von sexuellen Handlung am Körper des …
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Im Bereich des materiellen Strafrechts markiert der grundsätzlich nach dem allgemeinen Sprachgebrauch der Gegenwart zu bestimmende mögliche Wortsinn des Gesetzes die äußerste Grenze zulässiger richterlicher Auslegung (st. Rspr.; vgl. BVerfG, Urteil vom 20. März 2002 - 2 BvR 794/95, BVerfGE 105, 135, 152 ff. und Beschluss vom 18. September 2006 - 2 BvR 2126/05, NJW 2007, 1193; BGH, Beschlüsse vom 25. Oktober 2006 - 1 StR 384/06, NJW 2007, 524, 525 und vom 2. Februar 2006 - 4 StR 570/05, BGHSt 50, 370, 372; Urteil vom 7. Oktober 2003 - 1 StR 212/03, BGHSt 48, 354, 357). - BVerfG, 06.05.1987 - 2 BvL 11/85
Verwaltungsakzessorietät im Umweltstrafrecht
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Art. 103 Abs. 2 GG verbietet nicht nur eine gewohnheitsrechtliche oder rückwirkende Strafbegründung, sondern enthält für die Gesetzgebung ein striktes Bestimmtheitsgebot sowie ein damit korrespondierendes, an die Rechtsprechung gerichtetes Verbot strafbegründender Analogie (st. Rspr.; vgl. BVerfG, Beschluss vom 6. Mai 1987, 2 BvL 11/85, BVerfGE 75, 329, 340). - BGH, 07.10.2003 - 1 StR 212/03
Untreue (Abschluss eines Austauschvertrages als Nachteil im Sinne einer …
Auszug aus BGH, 20.12.2016 - 1 StR 177/16
Im Bereich des materiellen Strafrechts markiert der grundsätzlich nach dem allgemeinen Sprachgebrauch der Gegenwart zu bestimmende mögliche Wortsinn des Gesetzes die äußerste Grenze zulässiger richterlicher Auslegung (st. Rspr.; vgl. BVerfG, Urteil vom 20. März 2002 - 2 BvR 794/95, BVerfGE 105, 135, 152 ff. und Beschluss vom 18. September 2006 - 2 BvR 2126/05, NJW 2007, 1193; BGH, Beschlüsse vom 25. Oktober 2006 - 1 StR 384/06, NJW 2007, 524, 525 und vom 2. Februar 2006 - 4 StR 570/05, BGHSt 50, 370, 372; Urteil vom 7. Oktober 2003 - 1 StR 212/03, BGHSt 48, 354, 357). - BGH, 22.07.2015 - 2 StR 389/13
Bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern (limitierte Akzessorietät zu Taten nach …
- BVerwG, 20.03.2012 - 5 C 5.11
Anspruch auf Einbürgerung; Ausschlussgrund, -tatbestand; Bagatellgrenze; …
- BVerfG, 18.09.2006 - 2 BvR 2126/05
Handeltreiben mit Betäubungsmitteln (Cannabis; fehlende Veräußerung; Anbau; …
- BGH, 30.05.2013 - 5 StR 130/13
Urteil im Dresdner Schleuser-Prozess rechtskräftig
- BGH, 25.10.2006 - 1 StR 384/06
Unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (Pflanzen …
- BGH, 24.10.2007 - 1 StR 189/07
Mögliche Strafbarkeit wegen Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen trotz …
- KG, 12.08.2011 - 1 Ss 268/11
Staatsangehörigkeitsrecht: Strafbarkeit falscher Angaben zu Vorstrafen im …
- OLG Nürnberg, 20.06.2016 - 1 OLG 8 Ss 65/16
Strafbarkeit nach § 42 StAG bei falschen Angaben zu Vorstrafen
- KG, 02.12.2015 - 161 Ss 231/15
Strafbarer Verstoß gegen das Staatsangehörigkeitsgesetz: Falschangabe zur …
- BGH, 18.10.1978 - 2 StR 368/78
Anspruch auf Ausstellung eines Ausweises für Vertriebene - Unrichtige oder …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 16.04.2026 - 19 A 2125/23
Einbürgerung; Ermittlungsverfahren
- VGH Bayern, 23.01.2017 - 5 B 16.1007
Unselbständige Anordnung einer Maßregel der Besserung und Sicherung kein …
Denn nach der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (B.v. 20.12.2016 - 1 StR 177/16 - juris) ist eine Strafbarkeit nach § 42 StAG nicht gegeben, wenn im Einbürgerungsverfahren unrichtige oder unvollständige Angaben über inländische Strafverurteilungen gemacht werden, die gemäß § 12a Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 StAG bei der Einbürgerung außer Betracht bleiben.
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