Rechtsprechung
| BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18 |
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- Bundesfinanzhof
EStG § 33 Abs 1, InsO § 80 Abs 1, InsO § 200, InsO § 203, FGO § 110 Abs 1 S 1 Nr 1, EStG VZ 2012, AO § 125 Abs 1
Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung - Bekanntgabeadressat bei angeordneter Nachtragsverteilung
- rechtsinformationen.bund.de
Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung - Bekanntgabeadressat bei angeordneter Nachtragsverteilung
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§ 33 Abs 1 EStG 2009, § 80 Abs 1 InsO, § 200 InsO, § 203 InsO, § 110 Abs 1 S 1 Nr 1 FGO
Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung - Bekanntgabeadressat bei angeordneter Nachtragsverteilung - IWW
§ 291 der Insolvenzordnung (InsO), § ... 291 Abs. 2 InsO, § 292 InsO, § 200 InsO, § 203 InsO, § 19 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 80 Abs. 1 InsO, § 200 Abs. 1 InsO, § 203 Abs. 1, 2 InsO, § 118 Abs. 2 FGO, § 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 FGO, § 33 Abs. 1 EStG, § 33 EStG, § 33 Abs. 2 Satz 1 EStG, § 33 Abs. 1 Satz 1 EStG, § 135 Abs. 2 FGO
- Wolters Kluwer
Nachtragsverteilung wegen eines Einkommensteuererstattungsanspruchs; Bekanntgabe eines Einkommensteuerbescheids; Größere Aufwendungen als die der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse und gleichen Familienstands; Aufwendungen im ...
- Betriebs-Berater
Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung - Bekanntgabeadressat bei angeordneter Nachtragsverteilung
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Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung des Schuldners
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Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung - Bekanntgabeadressat bei angeordneter Nachtragsverteilung
- rechtsportal.de
Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung - Bekanntgabeadressat bei angeordneter Nachtragsverteilung
Kurzfassungen/Presse (4)
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Insolvenzverwaltervergütung keine außergewöhnliche Belastung
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Steuerbescheide bei angeordneter Nachtragsverteilung - Bekanntgabeadressat und Prozessführungsbefugnis
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Insolvenzverwaltervergütung ist keine außergewöhnliche Belastung i.S.d. EStG
- datenbank.nwb.de (Kurzinformation)
Insolvenzverwaltervergütung ist keine außergewöhnliche Belastung
In Nachschlagewerken
- smartsteuer.de | Lexikon des Steuerrechts
- Insolvenzverfahren
- Das Verbraucherinsolvenzverfahren
Sonstiges (3)
- IWW (Verfahrensmitteilung)
EStG § 33
Insolvenzverwalter, Außergewöhnliche Belastung, Tätigkeitsvergütung, Aufwendungen, Restschuldbefreiung, Zwangsläufigkeit - Bundesfinanzhof (Verfahrensmitteilung)
EStG § 33
- Bundesfinanzhof (Terminmitteilung)
Ist in Fällen, in denen im Rahmen eines Regel-Insolvenzverfahrens vom Insolvenzschuldner eine Restschuldbefreiung beantragt und diese ihm erteilt worden ist, die zugunsten des Insolvenzverwalters festgesetzte Tätigkeitsvergütung, die von einem ...
Verfahrensgang
- FG Münster, 04.09.2018 - 11 K 1108/17
- BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Papierfundstellen
- BFHE 275, 194
- ZIP 2022, 851
- NZI 2022, 489
- BStBl II 2022, 321
Wird zitiert von ... (11) Zitiert selbst (18)
- BFH, 20.09.2016 - VII R 10/15
Bestimmtheit einer Nachtragsverteilungsanordnung
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Denn mit der Anordnung der Nachtragsverteilung tritt eine erneute Insolvenzbeschlagnahme ein (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 23.09.2020 - XI R 1/19, BFHE 271, 1, BStBl II 2021, 341, Rz 19; vom 20.09.2016 - VII R 10/15, Rz 15 f.; vom 26.02.2014 - I R 12/14, Rz 14, und vom 06.07.2011 - II R 34/10, Rz 10 f.; BFH-Beschluss vom 26.02.2014 - I R 59/12, BFHE 246, 27, BStBl II 2014, 1016, Rz 9).Denn das Klageverfahren hat die Einkommensteuerfestsetzung 2012 zum Gegenstand und zielt damit, wie in dem Beschluss des Insolvenzgerichts vom ...01.2013 --hinreichend bestimmt (vgl. BFH-Urteil vom 20.09.2016 - VII R 10/15, Rz 22 ff.)-- festgelegt, auf einen diesbezüglichen Erstattungsanspruch, bei dem der die Erstattungsforderung begründende Sachverhalt während des Insolvenzverfahrens verwirklicht worden ist.
Dies war jedoch der Bindungswirkung (§ 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 FGO) des rechtskräftigen Urteils des VII. Senats des BFH vom 20.09.2016 - VII R 10/15 geschuldet, die von dem erkennenden Senat in dem Verfahren VI R 37/18 zu beachten war (s. Senatsurteil vom 11.02.2021 - VI R 37/18, Rz 27 ff.).
Rn. 23 dd) Soweit der erkennende Senat in dem vorliegenden Revisionsverfahren, in dem er nicht gemäß § 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 FGO an die vorgenannte Entscheidung des VII. Senats des BFH vom 20.09.2016 - VII R 10/15 gebunden ist, von der dort unter Ziffer II.4.
- FG Münster, 04.09.2018 - 11 K 1108/17
Einkommensteuer: Tätigkeitsvergütung eines Insolvenzverwalters ist keine …
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Finanzgerichts Münster vom 04.09.2018 - 11 K 1108/17 E wird als unbegründet zurückgewiesen.Rn. 10 Die daraufhin erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2018, 2044 veröffentlichten Gründen ab.
das Urteil des FG vom 04.09.2018 - 11 K 1108/17 E sowie die Einspruchsentscheidung vom 07.03.2017 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid für 2012 vom 11.12.2013 dahingehend zu ändern, dass weitere Aufwendungen in Höhe von 3.760 EUR als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden.
- BFH, 06.07.2011 - II R 34/10
Prozessführungsbefugnis des Insolvenzverwalters bei Beendigung des …
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Denn mit der Anordnung der Nachtragsverteilung tritt eine erneute Insolvenzbeschlagnahme ein (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 23.09.2020 - XI R 1/19, BFHE 271, 1, BStBl II 2021, 341, Rz 19; vom 20.09.2016 - VII R 10/15, Rz 15 f.; vom 26.02.2014 - I R 12/14, Rz 14, und vom 06.07.2011 - II R 34/10, Rz 10 f.; BFH-Beschluss vom 26.02.2014 - I R 59/12, BFHE 246, 27, BStBl II 2014, 1016, Rz 9).Rn. 21 bb) Folglich sind (Einkommen-)Steuerbescheide während des Nachtragsverteilungsverfahrens nicht an den ehemaligen Insolvenzschuldner, sondern an den Insolvenzverwalter/Treuhänder zu richten und --wie im Streitfall-- diesem gegenüber bekannt zu geben, sofern der begründende Sachverhalt --wie hier-- während des Insolvenzverfahrens verwirklicht worden ist (vgl. BFH-Urteile vom 03.08.2016 - X R 25/14, Rz 23, und vom 06.07.2011 - II R 34/10, Rz 10 f.; Sächsisches FG, Urteil vom 18.10.2013 - 4 K 579/13, Rz 12; FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 11.09.2013 - 2 K 2120/12, EFG 2014, 1404, Rz 18;… Roth in: Roth, Insolvenzsteuerrecht, 3. Aufl. 2020, Steuerverfahrensrecht im Insolvenzverfahren, Rz 3.206).
- BFH, 11.02.2021 - VI R 37/18
Zur Bindungswirkung rechtskräftiger Revisionsurteile gemäß § 110 Abs. 1 Satz 1 …
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Rn. 22 cc) Aus dem Senatsurteil vom 11.02.2021 - VI R 37/18 folgt nichts anderes.Dies war jedoch der Bindungswirkung (§ 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 FGO) des rechtskräftigen Urteils des VII. Senats des BFH vom 20.09.2016 - VII R 10/15 geschuldet, die von dem erkennenden Senat in dem Verfahren VI R 37/18 zu beachten war (s. Senatsurteil vom 11.02.2021 - VI R 37/18, Rz 27 ff.).
- BFH, 21.02.2018 - VI R 11/16
Krankheits- und Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung - …
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Rn. 26 (1) "Aufwendungen" im Sinne des Einkommensteuergesetzes und damit auch i.S. von § 33 Abs. 1 EStG sind alle Ausgaben, die in Geld oder Geldeswert bestehen und aus dem Vermögen des Steuerpflichtigen abfließen, d.h. ihn wirtschaftlich tatsächlich belasten (ständige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschlüsse vom 21.02.2018 - VI R 11/16, BFHE 260, 507, BStBl II 2018, 469, Rz 54, und vom 14.04.2011 - VI R 8/10, BFHE 233, 241, BStBl II 2011, 701, Rz 13 ff., m.w.N.). - BFH, 04.08.2016 - VI R 47/13
Treuhändervergütung im Verbraucherinsolvenzverfahren weder Werbungskosten noch …
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Rn. 33 Soweit der Senat entschieden hat, die Insolvenztreuhändervergütung könne unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere wenn der Steuerpflichtige die Ursache seiner Überschuldung und damit die Notwendigkeit eines Verbraucherinsolvenzverfahrens nicht selbst gesetzt habe, als außergewöhnliche Belastung abziehbar sein (Senatsurteil vom 04.08.2016 - VI R 47/13, BFHE 254, 435, BStBl II 2017, 276), hält er hieran nicht länger fest. - BFH, 14.04.2011 - VI R 8/10
Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Rn. 26 (1) "Aufwendungen" im Sinne des Einkommensteuergesetzes und damit auch i.S. von § 33 Abs. 1 EStG sind alle Ausgaben, die in Geld oder Geldeswert bestehen und aus dem Vermögen des Steuerpflichtigen abfließen, d.h. ihn wirtschaftlich tatsächlich belasten (ständige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschlüsse vom 21.02.2018 - VI R 11/16, BFHE 260, 507, BStBl II 2018, 469, Rz 54, und vom 14.04.2011 - VI R 8/10, BFHE 233, 241, BStBl II 2011, 701, Rz 13 ff., m.w.N.). - BFH, 01.10.2020 - VI R 42/18
Keine Berücksichtigung von Aufwendungen in Zusammenhang mit einem "Biberschaden" …
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Die üblichen Aufwendungen der Lebensführung, die in Höhe des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind, sind aus dem Anwendungsbereich des § 33 EStG ausgeschlossen (z.B. Senatsurteil vom 01.10.2020 - VI R 42/18, BFHE 270, 491, BStBl II 2021, 146, Rz 11, m.w.N.). - BFH, 12.08.2013 - VII B 188/12
Rückforderung einer auf ein Rechtsanwaltsanderkonto eingegangenen Fehlüberweisung
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Steuerlich ist dieses treuhänderisch gebundene Guthaben (Einnahmen wie Ausgaben) dem Vermögen des Insolvenzschuldners zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss vom 12.08.2013 - VII B 188/12, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht 2013, 2370, Rz 5). - BFH, 26.02.2014 - I R 59/12
Verfassungsmäßigkeit der sog. Mindestbesteuerung bei Definitiveffekten - …
Auszug aus BFH, 16.12.2021 - VI R 41/18
Denn mit der Anordnung der Nachtragsverteilung tritt eine erneute Insolvenzbeschlagnahme ein (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 23.09.2020 - XI R 1/19, BFHE 271, 1, BStBl II 2021, 341, Rz 19; vom 20.09.2016 - VII R 10/15, Rz 15 f.; vom 26.02.2014 - I R 12/14, Rz 14, und vom 06.07.2011 - II R 34/10, Rz 10 f.; BFH-Beschluss vom 26.02.2014 - I R 59/12, BFHE 246, 27, BStBl II 2014, 1016, Rz 9). - BFH, 26.02.2014 - I R 12/14
Bilanzierung einer Forderung - Wertbegründende Wirkung rechtskräftiger Urteile - …
- BFH, 28.02.2012 - VII R 36/11
Fortdauernder Insolvenzbeschlag für Steuererstattungsansprüche bei vorbehaltener …
- BFH, 23.09.2020 - XI R 1/19
Anforderungen an einen Antrag i.S. des § 171 Abs. 3 AO bei Pflicht zur Abgabe …
- FG Düsseldorf, 28.08.2014 - 8 K 3677/13
Unterschreiben einer bereits vom Insolvenzschuldner eingereichten …
- BFH, 03.08.2016 - X R 25/14
Masseschuld bei Beendigung einer Beteiligung an einer Personengesellschaft …
- BGH, 18.06.2015 - IX ZB 86/12
Restschuldbefreiungsverfahren für einen GmbH-Geschäftsführer: Befugnis des …
- FG Rheinland-Pfalz, 11.09.2013 - 2 K 2120/12
Einkommensteuer als Insolvenzverbindlichkeit bei insolvenzbedingter Realisierung …
- FG Sachsen, 18.10.2013 - 4 K 579/13
Bekanntgabe des das insolvenzfreie Vermögen betreffenden Einkommensteuerbescheids …
- BFH, 25.06.2026 - III R 35/23
Betriebsausgabenabzug des Insolvenzschuldners für die Vergütung des …
Diese Befugnis entfällt erst mit der Beendigung des Insolvenzverfahrens (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 16.12.2021 - VI R 41/18 , BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 16, m.w.N.).42 bb) Soweit der BFH in der Entscheidung zum Verfahren VI R 41/18, im Hinblick auf welches das Ausgangsverfahren geruht hatte (vgl. Ruhensbeschluss vom 23.07.2020 ), im Gegensatz zur Vorinstanz nicht auf die Frage des Betriebsausgabenabzugs eingegangen ist, lässt sich daraus mangels rechtsgrundsätzlicher oder einzelfallbezogener Ausführungen des BFH keine höchstrichterliche Position zur Frage des Betriebsausgabenabzugs entnehmen (vgl. einerseits FG Münster, Urteil vom 04.09.2018 - 11 K 1108/17 E , EFG 2018, 2044, Rz 33 ff., und andererseits BFH-Urteil vom 16.12.2021 - VI R 41/18 , BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 24 ff.).
- FG Hamburg, 19.10.2023 - 1 K 97/22
Einkommensteuerrecht: Kosten eines Insolvenzverfahrens und Einkünfte aus privaten …
Demnach fehle der Veranlassungszusammenhang für die dort in Rede stehende Insolvenzverwaltervergütung - so das FG Münster - jedenfalls dann, wenn der Insolvenzschuldner eine Restschuldbefreiung beantrage und ihm diese auch erteilt worden ist (vgl. FG Münster, Urteil vom 4. September 2018, 11 K 1108/17 E, EFG 2018, 2044, nicht beanstandet im nachfolgenden Revisionsverfahren vgl. BFH, Urteil vom 16. Dezember 2021, VI R 41/18, BStBl II 2022, 321).Für die Berücksichtigungsfähigkeit von Kosten für ein Insolvenzverfahren als außergewöhnliche Belastungen ist es nämlich unerheblich, ob der Steuerpflichtige durch sein eigenes Verhalten die entscheidende Ursache für die geltend gemachten Aufwendungen selbst gesetzt hat oder ohne Verschulden in eine Zwangslage geraten ist (vgl. BFH, Urteil vom 16. Dezember 2021, VI R 41/18, BStBl. II 2022, 321 unter ausdrücklicher Aufgabe der gegenteiligen Senats-Rechtsprechung im Urteil vom 4. August 2016, VI R 47/13, BStBl. II 2017, 276).
Vielmehr sind (Regel-)Insolvenzverfahren von Verbrauchern und bestimmten natürlichen - unternehmerisch tätigen - Personen keineswegs unüblich (vgl. BFH, Urteil vom 16. Dezember 2021, VI R 41/18, BStBl. II 2022, 321).
- FG Niedersachsen, 22.06.2023 - 3 K 105/22
Vergütung des Insolvenzverwalters als Betriebsausgabe
Dass dem vorzitierten Urteil des FG Münster nachfolgende Urteil des BFH vom 16. Dezember 2021 VI R 41/18 (BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321) nehme zu der Frage, ob die Vergütung des Insolvenzverwalters als Betriebsausgaben zu qualifizieren sei, keine Stellung, weil der Antrag im Revisionsverfahren allein darauf abgezielt hätte, die Vergütung des Insolvenzverwalters als außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 Abs. 1 EStG zu berücksichtigen.Diese Rechtsauffassung hat der BFH mit Urteil vom 16. Dezember 2021 VI R 41/18 (BStBl. II 2022, 321) im Ergebnis bestätigt.
Allerdings hat der BFH in dem nachfolgenden Urteil vom 16. Dezember 2021 VI R 41/18, BStBl. II 2022, 321 nunmehr die Auffassung vertreten, dass die Insolvenzverwaltervergütungen mangels Außergewöhnlichkeit nicht gemäß § 33 Abs. 1 EStG steuermindernd zu berücksichtigen seien.
- BFH, 13.08.2024 - IX R 29/23
Kein Werbungskostenabzug für ausschließlich durch ein Insolvenzverfahren …
Die üblichen Aufwendungen der Lebensführung, die in Höhe des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind, sind aus dem Anwendungsbereich des § 33 EStG ausgeschlossen (z.B. BFH-Urteile vom 16.12.2021 - VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 27 und vom 01.10.2020 - VI R 42/18, BFHE 270, 491, BStBl II 2021, 146, Rz 11, m.w.N.).Rn. 27 b) Bei Heranziehung dieser Rechtsgrundsätze sind die durch das Insolvenzverfahren verursachten Aufwendungen nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigungsfähig, da Insolvenzen keineswegs unüblich und damit nicht außergewöhnlich sind (BFH-Urteil vom 16.12.2021 - VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 31).
- BFH, 20.11.2025 - VI R 5/23
Alleiniges Antragsrecht des Insolvenzverwalters auf Veranlagung in …
Hierzu gehört auch die Abgabe von Steuererklärungen (Senatsurteil vom 16.12.2021 - VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 20, m.w.N.).Rn. 19 bb) Das Antragsrecht auf Durchführung der Einkommensteuerveranlagung führt vor dem Hintergrund des Aufgabenkreises des Insolvenzverwalters in Erstattungsfällen zu einer Verpflichtung zur Geltendmachung des Erstattungsanspruchs im Interesse der Insolvenzmasse (in diesem Sinne bereits Senatsurteil vom 16.12.2021 - VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 20, m.w.N.; s.a. BGH-Beschluss vom 14.11.2013 - IX ZB 161/11, Rz 6).
- BFH, 11.12.2024 - XI R 1/22
Ein Vorsteuerüberhang aus dem Insolvenzeröffnungsverfahren ist mit Umsatzsteuer …
Rn. 15 1. Dem Kläger ist zunächst darin beizupflichten, dass er trotz der Aufhebung des Insolvenzverfahrens aufgrund der gleichzeitig angeordneten Nachtragsverteilung, die (nur) die Ansprüche aus dem vorliegenden Verfahren betrifft, befugt geblieben ist, das Verfahren XI R 1/22 fortzusetzen, da mit diesem der Nachtragsverteilung vorbehaltene Masseaktiva realisiert werden sollen (…vgl. BFH-Urteile vom 20.09.2016 - VII R 10/15, BFH/NV 2017, 442, Rz 16; vom 23.09.2020 - XI R 1/19, BFHE 271, 1, BStBl II 2021, 341, Rz 19 ff.; vom 16.12.2021 - VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 16). - FG Rheinland-Pfalz, 19.09.2023 - 5 K 1800/19
Rückstellung für Insolvenzverwaltervergütung
Rn. 19 Mit Urteil des BFH vom 16. Dezember 2021 (VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321) wurde die Revision gegen das vorgenannte Urteil mit der Begründung zurückgewiesen, dass die zugunsten des Insolvenzverwalters festgesetzte Tätigkeitsvergütung beim Insolvenzschuldner nicht als außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 Abs. 1 EStG zu berücksichtigen sei. - BFH, 23.10.2024 - XI R 20/22
Vorsteuerabzug aus Insolvenzverwalterleistung bei Unternehmensfortführung durch …
Wird jedoch eine Nachtragsverteilung angeordnet (§ 203 Abs. 1 und 2 InsO), bleibt der Insolvenzverwalter ausnahmsweise befugt, anhängige Prozesse fortzusetzen und neue einzuleiten, mit denen die der Nachtragsverteilung vorbehaltenen Masseaktiva realisiert werden sollen (…vgl. BFH-Urteile vom 20.09.2016 - VII R 10/15, BFH/NV 2017, 442, Rz 16; vom 23.09.2020 - XI R 1/19, BFHE 271, 1, BStBl II 2021, 341, Rz 19 ff.; vom 16.12.2021 - VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321, Rz 16; vom 11.12.2024 - XI R 1/22, BFHE 287, 544). - FG München, 30.11.2023 - 14 K 280/21
Vorliegen einer Organschaft trotz Stimmrechtsbindung aufgrund Treuhandvertrags
Denn mit der Anordnung der Nachtragsverteilung tritt eine erneute Insolvenzbeschlagnahme ein (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 16. Dezember 2021 - VI R 41/18, BStBl II 2022, 321, Rn. 16, m.w.N.).Da die fortbestehende Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis des Insolvenzverwalters auch im Nachtragsverteilungsverfahren umfassend und nicht auf die Entgegennahme von Steuererstattungsansprüchen beschränkt ist (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 2021 - VI R 41/18, BStBl II 2022, 321, Rn. 20), ist der Kläger im Streitfall weiterhin prozessführungsbefugt.
- FG Köln, 06.05.2025 - 8 K 2462/19
Berechtigung des Insolvenzverwalters auf Stellung eines Antrags gegen das …
Die Anordnung der Nachtragsverteilung hat daher u.a. zur Folge, dass der Insolvenzverwalter auch nach Beendigung des Insolvenzverfahrens ausnahmsweise befugt bleibt, einen anhängigen Prozess fortzusetzen, mit dem die, der Nachtragsverteilung vorbehaltenen, Masseaktiva realisiert werden sollen (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 2021 - VI R 41/18, BFHE 275, 194, BStBl II 2022, 321; FG Münster Urteil vom 20. Februar 2018 - 15 K 1514/15 U, S, EFG 2018, 697, ZIP 2018, 845). - FG Münster, 19.01.2023 - 12 K 2791/22
Steuermindernde Berücksichtigung von im Gegenzug für die Freigabeerklärung einer …
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